[0001] Die Erfindung betrifft eine Profilanordnung mit einem Rahmenprofil und einem drehbeweglich
angeschlagenen Flügelprofil, vorzugsweise eine Fenster- oder Türprofilanordnung, wobei
das Rahmenprofil und das Flügelprofil jeweils aus einer äußeren und einer inneren
Profilhalbschale gebildet ist, die mittels mindestens eines Isoliersteges miteinander
verbunden sind.
[0002] Derartige Profilanordnungen sind aus der Technik bekannt. Durch den drehbeweglichen
Anschlag des Flügelprofils am Rahmenprofil ist bei einem Öffnungs- bzw. Schließvorgang
des Flügels gegenüber dem Rahmen die Größe des im Anschlagbereich ausgebildeten Spaltes
von der jeweiligen Winkelposition des Flügelprofils gegenüber dem Rahmenprofil abhängig.
Eine derartig variable Spaltgrö-ße birgt erhebliche Unfallrisiken. Es sind daher aus
dem Stand der Technik Klemmschutzvorrichtungen bekannt, welche zum Vermindern von
Quetschverletzungen zentral in einen Verbindungsbereich zwischen den Profilhalbschalen
angeordnet werden.
[0003] Derartige bekannte Lösungen weisen nun den Nachteil auf, dass durch das Anordnen
derartiger bekannter Klemmschutzvorrichtungen im Spalt bzw. im Verbindungsbereich
des Spaltes die thermischen Eigenschaften der Profilanordnung deutlich verschlechtert
werden, da insbesondere bei metallischen Profilhalbschalen, welche mittels Isolierstegen
miteinander verbunden sind, zwar ein unerwünschter Wärmeübertritt zwischen dem jeweils
mittels der Isolierstege verbundenen Profilhalbschalen durch Ausbilden einer Hohlkammer
zwischen den jeweils verbundenen Profilhalbschalen vermindert werden kann, jedoch
im Bereich des Spaltes und der im Verbindungsbereich im Spalt angeordneten Klemmschutzvorrichtungen
auf einer relativ kurzen Strecke ein deutlich erhöhter Wärmeübertritt stattfinden
kann.
[0004] Des Weiteren ist bei den vorbekannten Lösungen von Nachteil, dass eine Dichtigkeit
beispielsweise gegenüber Regenwasser nicht immer gewährleistet ist. So kann es bei
zentral im Verbindungsbereich im Spalt angeordneten vorbekannten Klemmschutzvorrichtungen
vorkommen, dass nach wiederholtem Öffnen und Schließen des Flügelprofils die vorbekannten
Klemmschutzvorrichtungen beispielsweise infolge von Materialermüdung keinen dichten
Abschluss mehr gewährleisten. Insbesondere bei erhöhter Windlast, d.h. bei auf vorbekannten
Klemmschutzvorrichtungen innerhalb des Spaltes stehendem Winddruck, kann Regenwasser
in den Spaltbereich eintreten bzw. durch den Wind hineingedrückt werden.
[0005] Auf Grundlage der vorstehend beschriebenen Probleme lag der Erfindung die Aufgabe
zugrunde, eine eingangs genannte Profilanordnung mit einem Rahmenprofil und einem
drehbeweglich angeschlagenen Flügelprofil dahingehend weiterzubilden, dass die thermischen
Eigenschaften und die Dichtigkeit im Spaltbereich verbessert werden, unter gleichzeitiger
Verbesserung des Einklemmschutzes.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des unabhängigen Patentanspruches
1 gelöst.
[0007] Insbesondere wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass eine Profilanordnung mit einem
Rahmenprofil und einem drehbeweglich angeschlagenen Flügelprofil, wobei das Rahmenprofil
und das Flügelprofil jeweils aus einer äußeren und einer inneren Profilhalbschale
gebildet ist, wobei die Profilhalbschalen jeweils mittels mindestens eines Isoliersteges
miteinander verbunden sind, wobei im Anschlagbereich zwischen Rahmenprofil und Flügelprofil
ein Spalt ausgebildet ist, weiterhin mindestens eine Spaltabdeckeinrichtung aufweist,
welche mindestens ein Befestigungselement zum Befestigen an einer der Profilhalbschalen
und eine flexible Lasche zum zumindest bereichsweisen Überdecken des Spaltes aufweist.
[0008] Dadurch, dass an der Spaltabdeckeinrichtung einerseits mindestens ein Befestigungselement
vorgesehen ist, welches das Positionshalten an der jeweiligen Profilhalbschale gewährleistet,
und andererseits eine flexible Lasche vorgesehen ist, die dem zumindest bereichsweisen
Überdecken des Spaltes dient, wird durch die erfindungsgemäße Lösung die Dichtigkeit
entscheidend verbessert. Gleichzeitig ist bei Beibehaltung der vorteilhaften thermischen
Eigenschaften der thermisch getrennten Profilhalbschalen ein wirksamer Klemmschutz,
d.h. Schutz vor Quetschverletzungen im Spalt beim Öffnen bzw. Schließen des Flügels
gewährleistet.
[0009] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0010] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist vorgesehen, dass zumindest eine der
beiden Halbschalen jeweils des Flügelprofils und/oder des Rahmenprofils einen Befestigungsbereich
für das mindestens eine Befestigungselement der mindestens einen Spaltabdeckeinrichtung
aufweist.
[0011] Hierdurch ist eine einfache Befestigung der mindestens einen Spaltabdeckeinrichtung
an der jeweiligen Halbschale des jeweiligen Profils auf einfache Weise möglich.
[0012] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist vorgesehen, dass der mindestens eine
Befestigungsbereich mindestens ein vorzugsweise im Wesentlichen C-förmiges Halteelement
aufweist. Das mindestens eine Befestigungselement der mindestens einen Spaltabdeckeinrichtung
ist hierbei derart ausgebildet, dass es mit dem Halteelement durch Einklipsen in Verbindung
steht oder in Verbindung bringbar ist.
[0013] Ein derartiges im Wesentlichen C-förmiges Halteelement erlaubt hierbei ein noch einfacheres,
sehr zuverlässiges Befestigen der mindestens einen Spaltabdeckeinrichtung. Weiterhin
können bezüglich dieser Befestigungsmöglichkeiten bestehende Profile weiter verwendet
werden.
[0014] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist vorgesehen, dass der mindestens eine
Befestigungsbereich und das mindestens eine Befestigungselement der mindestens einen
Spaltabdeckeinrichtung derart in Eingriff stehen oder in Eingriff bringbar sind, dass
ein Übertragen von Stützkräften innerhalb einer geraden Schnittebene durch die jeweilige
Profilhalbschale in allen Richtungen gewährleistet ist.
[0015] Vorteilhafterweise kommt zu diesem Zweck weder ein im Wesentlichen C-förmiges Halteelement
in dem mindestens einen Befestigungsbereich zum Einsatz. Hierbei kann es vorgesehen
sein, dass auf Seiten der Spaltabdeckeinrichtung mehrere Befestigungselemente entlang
eines Bereiches der mindestens einen Spaltabdeckeinrichtung vorgesehen sind, wobei
mindestens eines dieser Befestigungselemente in die Klaue des im Wesentlichen C-förmigen
Halteelementes eingeklipst wird. Durch die besondere Ausbildung ist insbesondere gewährleistet,
dass sowohl Zug- und Druckkräfte in Verbindungsrichtung der jeweiligen miteinander
verbundenen Profilhalbschalen, als auch Zug- und Druckkräfte senkrecht zu dieser Verbindungsrichtung
in die jeweilige Profilhalbschale, an welcher der Befestigungsbereich ausgebildet
ist, eingeleitet werden, so dass ein sehr stabiler, verrutschsicherer Sitz der mindestens
einen Spaltabdeckeinrichtung gewährleistet ist. Hierdurch werden die Dichtigkeit und
die thermischen Eigenschaften weiter verbessert.
[0016] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist vorgesehen, dass der Befestigungsbereich
und das mindestens eine Befestigungselement derart ausgebildet sind, dass ein weitgehend
wasserdichter Abschluss zwischen dem Befestigungsbereich und der Spaltabdeckeinrichtung
ausgebildet wird.
[0017] Durch die stabile Befestigung der mindestens einen Spaltabdeckeinrichtung an der
jeweiligen Profilhalbschale und durch das zumindest bereichsweise Überdecken des Spaltes
zwischen den Profilen durch die Lasche der mindestens einen Spaltabdeckeinrichtung
wird somit wirksam ein Eindringen von Regenwasser in den Spaltbereich vermindert oder
vermieden.
[0018] Zu diesem Zweck kann es vorgesehen sein, dass die Lasche der mindestens einen Spaltabdeckeinrichtung
zumindest bereichsweise und zumindest in einer Geschlossenstellung von Flügelprofil
und Rahmenprofil an der jeweiligen Profilhalbschale, welche dem zugehörigen Befestigungsbereich
der jeweiligen Spaltabdeckeinrichtung gegenüberliegt, anliegt.
[0019] Mit anderen Worten, es kann vorgesehen sein, dass die Lasche eine Ausdehnung im Wesentlichen
senkrecht zu der Verbindungsrichtung der jeweiligen Profilhalbschalen besitzt, welche
mindestens so lang ist, dass der gesamte Öffnungsbereich des Spaltes bis beispielsweise
zu einem Anschlagselement an dem jeweils gegenüberliegenden Profil überdeckt wird.
Jedoch kann es auch vorgesehen sein, dass die Lasche bereichsweise, d.h. insbesondere
in ihrem Endbereich, in einer Geschlossenstellung von Flügelprofil und Rahmenprofil
über einen relativ großen Bereich, beispielsweise 5 mm oder mehr, an einem derartigen
Anschlag anliegt. Auf diese Weise können Dichtigkeit und thermische Eigenschaften
weiter verbessert werden und ein besonders effektiver Klemmschutz gewährleistet werden,
da in einer Geschlossenstellung von Flügelprofil und Rahmenprofil ein Eindrücken der
Spaltabdeckeinrichtung in den Spaltbereich erschwert wird.
[0020] Hierbei ist darauf hinzuweisen, dass die Flexibilität der Lasche der mindestens einen
Spaltabdeckeinrichtung beispielsweise durch entsprechende Materialwahl derart gestaltet
wird, dass zwar ein weitgehend ungehindertes Öffnung und Schließen des drehbeweglich
angeschlagenen Flügelprofils am Rahmenprofil möglich ist, jedoch ein Eindrücken der
Spaltabdeckeinrichtung, welche gleichzeitig als Klemmschutz dient, in den Spaltbereich
nur unter verhältnismäßig großem Kraftaufwand möglich ist.
[0021] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist vorgesehen, dass die mindestens eine
Spaltabdeckeinrichtung außerhalb eines Verbindungsbereiches der äußeren und inneren
Profilhalbschalen angeordnet ist.
[0022] Dadurch, dass im Verbindungsbereich, d.h. bezogen auf die Verbindungsrichtung der
Profilhalbschalen in einem Bereich, welcher durch die Isolierstege definiert wird,
die thermische Trennung zwischen Außenseite und Innenseite von elementarer Bedeutung
ist, kann durch das Anordnen der mindestens einen Spaltabdeckeinrichtung außerhalb
dieses Verbindungsbereiches ein thermisch kritisches Überdecken und dadurch Überbrücken
dieses Isolierbereiches vermieden werden.
[0023] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist vorgesehen, dass das Rahmenprofil und
das Flügelprofil zueinander symmetrisch aufgebaut sind.
[0024] Hierdurch ist ein besonders einfacher Aufbau durch Verwendung gleichartiger Profile
für Rahmen und Flügel möglich, wodurch die Herstellungskosten gesenkt werden können.
[0025] Vorteilhafterweise in Kombination mit derartig zueinander symmetrisch aufgebauten
Profilen, jedoch auch bei unterschiedlichem Aufbau der jeweiligen Profile kann vorgesehen
sein, dass zumindest an einer der inneren Profilhalbschalen und zumindest an einer
der äußeren Profilhalbschalen jeweils ein Befestigungsbereich ausgebildet ist, wobei
jeder dieser Befestigungsbereiche eine Spaltabdeckeinrichtung aufnimmt. Bei zueinander
symmetrischem Aufbau von Rahmen- und Flügelprofil kann hierbei in vorteilhafter Weise
in beiden Fällen eine gleichartig aufgebaute Spaltabdeckeinrichtung zum Einsatz kommen,
was den Aufbau weiter vereinfacht und die Herstellungskosten weiter senkt.
[0026] Weiterhin ist dadurch, dass sowohl außen- als auch innenseitig jeweils eine Spaltabdeckeinrichtung
vorgesehen ist, ein verbesserter Klemmschutz sowohl für den Zugang des Spaltes von
der Außen- als auch von der Innenseite gewährleistet.
[0027] In diesem Zusammenhang ist vorgesehen, dass bei Vorsehen jeweils einer Spaltabdeckeinrichtung
auf der Innen- wie auch auf der Außenseite durch zumindest bereichsweise an den jeweils
gegenüberliegenden Profilhalbschalen anliegenden Laschen der jeweiligen Spaltabdeckeinrichtungen
eine weitgehend dichte Isolierkammer in dem Verbindungsbereich zwischen der äußeren
und der inneren Profilhalbschalen zwischen Rahmenprofil und Flügelprofil ausgebildet
wird, wenn sich Rahmenprofil und Flügelprofil in einer Geschlossenstellung befinden.
[0028] Eine derartige Isolierkammer entspricht in ihrer thermischen Wirkung in etwa einer
Hohlkammer, wie sie in dem Verbindungsbereich zwischen den jeweiligen Profilhalbschalen
und den sie verbindenden Isolierstegen ausgebildet wird. Hierdurch ist eine weitgehend
einheitliche und damit verbesserte thermische Trennung zwischen Außen- und Innenseite
gewährleistet, wenn sich Flügel und Rahmen in einer Geschlossenstellung befinden.
[0029] In vorteilhafter Weise kann es vorgesehen sein, dass die Isolierkammer in Verbindungsrichtung
der Profilhalbschalen eine Ausdehnung aufweist, die mindestens gleich groß wie die
Ausdehnung des mindestens einen Isoliersteges ist. Mit anderen Worten, die Isolierkammer
weist in Verbindungsrichtung eine thermische Trennstrecke auf, welche mindestens genauso
groß ist wie die Strecke der thermischen Trennung entlang der Hohlkammern.
[0030] Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer Zeichnung näher erläutert:
Es zeigen:
- Fig. 1:
- eine horizontale Schnittansicht durch eine Profilanordnung aus Rahmenprofil und Flügelprofil
in einer Geschlossenstellung;
- Fig. 2:
- eine horizontale Schnittansicht ähnlich Fig. 1, mit größerer Profilweite;
- Fig. 3:
- eine seitliche Schnittansicht eines Schwellenbereiches der Profilan-ordnung aus Fig.
1;
- Fig. 4:
- eine seitliche Schnittansicht eines oberen Bereiches der Profilanordnung aus Fig.
1.
[0031] Fig. 1 zeigt eine horizontale Schnittansicht einer erfindungsgemäßen Profilanordnung
100 gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel. Ein Flügelprofil 20 ist drehbeweglich
gegenüber einem feststehenden Rahmenprofil 10 angeordnet und stellt beispielsweise
einen Fenster- oder einen Türflügel dar. Der Einfachheit halber ist das Türband in
dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 nicht gezeigt. Das Rahmenprofil 10 ist aus einer
äußeren Profilhalbschale 11 und einer inneren Profilhalbschale 12 gebildet, welche
mittels zweier Isolierstege 13 unter Ausbildung einer Hohlkammer 14 miteinander verbunden
sind. In ähnlicher Weise ist das symmetrisch zum Rahmenprofil 10 ausgebildete Flügelprofil
20 aus einer äußeren Profilhalbschale 21 und einer inneren Profilhalbschale 22 ausgebildet,
welche unter Ausbildung einer Hohlkammer 24 mittels zweier Isolierstege 23 miteinander
verbunden sind. In dem in Fig. 1 untenliegend dargestellten Bereich ist am Flügelprofil
20 ein Flächenelement 90 gehaltert, welches beispielsweise eine Verglasung sein kann.
Das Flügelprofil 20 ist gegenüber dem Rahmenprofil 10 derart beabstandet drehbeweglich
angeordnet, dass in der in Fig. 1 gezeigten Geschlossenstellung ein Spalt 40 zwischen
den Profilen 10, 20 ausgebildet wird.
[0032] Am Flügelprofil 20 bzw. an dessen äußerer Halbschale 21 ist ein Befestigungsbereich
24a ausgebildet, welcher seinerseits ein im Wesentlichen C-förmig ausgebildetes Halteelement
25a aufweist. In diesem Befestigungsbereich 24a und im Halteelement 25a sind ein untenliegendes
Befestigungselement 31a und ein von der C-förmigen Klaue des Halteelementes 25a aufgenommenes
Befestigungselement 32a einer Spaltabdeckeinrichtung 30a aufgenommen, so dass eine
Einleitung von Stützkräften, d.h. insbesondere auch von Windlasten, welche auf die
Spaltabdeckeinrichtung 30a einwirken, innerhalb der in der Ausführungsform gemäß Fig.
1 dargestellten Schnittebene in allen Richtungen gewährleistet ist.
[0033] Die Spaltabdeckeinrichtung 30a weist eine zumindest bereichsweise flexibel ausgebildete
Lasche 30a auf und ist insgesamt vorzugsweise einstückig aus einem geeigneten Material
wie beispielsweise EPDM oder dergleichen ausgebildet. Die Lasche 33a liegt in der
in Fig. 1 gezeigten Geschlossenstellung in einem oberen Bereich über mehrere Millimeter
an einem an der äußeren Profilhalbschale 11 des Rahmenprofils 10 ausgebildeten Anschlagsbereich
an, wodurch der Spalt 40 vollständig überdeckt wird und eine weitgehende Dichtigkeit
gegenüber eindringendem Regenwasser sowohl in den Befestigungsbereich 24a, als auch
in den Verbindungsbereich 16, 26 hinein gewährleistet ist.
[0034] In Verbindungsrichtung gegenüberliegend ist an der inneren Profilhalbschale 12 des
Rahmenprofils 10 ein symmetrisch ausgebildeter Befestigungsbereich 24b ausgebildet,
in welchen in analoger Weise zu dem oben beschriebenen Befestigungselement 31b, 32b
einer weiteren Spaltabdeckeinrichtung 30b eingreifen.
[0035] Bei einem Öffnungsvorgang des Flügels 20 gegenüber dem Rahmen 10 wird die zumindest
bereichsweise flexibel ausgebildete Lasche 33b der Spaltabdeckeinrichtung 30b reversibel
verformt. Die Lasche 33b stellt sich selbsttätig bei Rückkehr in die in Fig. 1 dargestellte
Geschlossenstellung von Rahmenprofil 10 und Flügelprofil 20 in ihre Ausgangslage zurück,
so dass in dieser gezeigten Geschlossenstellung zwischen dem unten liegenden Isoliersteg
13, der die äußere Profilhalbschale 11 mit der inneren Profilhalbschale 12 des Rahmenprofils
10 verbindet, dem oben liegenden Isoliersteg 23, der die äußere Profilhalbschale 21
mit der inneren Profilhalbschale 22 des Flügelprofils 20 verbindet, und den Spaltabdeckeinrichtungen
30a, 30b bzw. deren Laschen 33a, 33b eine Isolierkammer 34 ausgebildet wird.
[0036] Hierdurch ergibt sich eine weitgehend einheitliche thermische Trennung durch die
Hohlkammern 14, 24 und die zusätzlich ausgebildete Isolierkammer 34 in Geschlossenstellung.
Weiterhin wird ein wirksames Eindringen von Feuchtigkeit, beispielsweise Regenwasser,
auch bei relativ starker Winddruckbelastung, vermindert. Des Weiteren ist ein wirksamer
Einklemmschutz, d.h. ein Schutz vor Quetschverletzungen dadurch gegeben, dass ein
Eingreifen in den Spalt 40 dadurch vermieden wird, dass die Laschen 33a, 33b der Spaltabdeckeinrichtungen
30a, 30b den Spalt überdecken.
[0037] Fig. 2 zeigt eine horizontale Schnittansicht der erfindungsgemäßen Profilanordnung
100 gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung. Im Wesentlichen entspricht
die Darstellung aus Fig. 2 der Schnittansicht aus Fig. 1. Durch die Wahl von im Vergleich
zu den in Fig. 1 zum Einsatz kommenden längeren Isolierstegen 13, 23 weisen sowohl
das Rahmenprofil 10 als auch das Flügelprofil 20 eine größere Profilweite auf. Dadurch,
dass die Spaltabdeckeinrichtungen 30a, 30b vollständig außerhalb des Verbindungsbereiches
16, 26, d.h. außerhalb des kritischen Isolierbereiches angeordnet sind, können ein
und dieselben umlaufenden Spaltabdeckeinrichtungen 30a, 30b für unterschiedliche Profilweiten
zum Einsatz kommen, was die Herstellung und die Verwendung vereinfacht und die Kosten
senkt.
[0038] Wie aus der seitlichen Schnittansicht gemäß Fig. 3 auf einen Schwellenbereich der
Profilanordnung 100 aus Fig. 1 ersichtlich ist, liegt die dort strichpunktiert angedeutete
Spaltabdeckeinrichtung 30a in der gleichen Ebene wie die Entwässerungsöffnung 50 mit
zugehöriger Anschlagdichtung 51, was eine einfache, wirksame Entwässerung möglich
macht.
[0039] Fig. 4 zeigt einen entsprechenden oben liegenden Bereich, d.h. einen im in Fig. 3
dargestellten Schwellenbereich gegenüberliegenden Bereich, der erfindungsgemäßen Profilanordnung
100 gemäß dem Ausführungsbeispiel aus Fig. 1 in einer seitlichen Schnittansicht.
[0040] Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass alle oben beschriebenen Teile für
sich alleine gesehen und in jeder Kombination, insbesondere die in den Zeichnungen
dargestellten Details als erfindungswesentlich beansprucht werden. Abänderungen hiervon
sind dem Fachmann geläufig.
Bezugszeichenliste
[0041]
- 10
- Rahmenprofil
- 11
- äußere Profilhalbschale des Rahmenprofils
- 12
- innere Profilhalbschale des Rahmenprofils
- 13, 23
- Isoliersteg
- 14, 24
- Hohlkammer
- 16, 26
- Verbindungsbereich
- 20
- Flügelprofil
- 21
- äußere Profilhalbschale des Flügelprofils
- 22
- innere Profilhalbschale des Flügelprofils
- 24, 24a, 24b
- Befestigungsbereich
- 25, 25a, 25b
- Halteelement
- 30, 30a, 30b
- Spaltabdeckeinrichtung
- 31, 31a, 31b, 32, 32a, 32b
- Befestigungselement
- 33, 33a, 33b
- Lasche
- 34
- Isolierkammer
- 40
- Spalt
- 50
- Entwässerungsöffnung
- 51
- Anschlagdichtung
- 90
- Flächenelement
- 100
- Profilanordnung
1. Profilanordnung (100) mit einem Rahmenprofil (10) und einem drehbeweglich angeschlagenen
Flügelprofil (20), vorzugsweise Fenster- oder Türprofilanordnung, wobei das Rahmenprofil
(10) und das Flügelprofil (20) jeweils aus einer äußeren und inneren Profilhalbschale
(11, 12, 21, 22) gebildet ist, wobei die jeweiligen Profilhalbschalen (11, 12, 21,
22) jeweils mittels mindestens eines Isoliersteges (13, 23) miteinander verbunden
sind, wobei im Anschlagbereich zwischen Rahmenprofil (10) und Flügelprofil (20) ein
Spalt (40) ausgebildet ist, und wobei mindestens eine Spaltabdeckeinrichtung (30,
30a, 30b) vorgesehen ist, welche mindestens ein Befestigungselement (31, 31a, 31b,
32, 32a, 32b) zum Befestigen an einer der Profilhalbschalen (11, 12, 21, 22) und eine
flexible Lasche (33, 33a, 33b) aufweist, die derart ausgebildet ist, dass sie den
gesamten Öffnungsbereich des Spaltes überdeckt und über einen Bereich an einem Anschlag
des gegenüberliegenden Profils derart anliegt, dass ein Eindrücken in Geschlossenstellung
erschwert wird.
2. Profilanordnung nach Anspruch 1, wobei der Bereich größer oder gleich 5 mm ist.
3. Profilanordnung nach Anspruch 1 oder 2,
wobei die Flexibilität der Lasche der mindestens einen Spaltabdeckeinrichtung durch
entsprechende Materialwahl derart gestaltet wird, dass ein weitgehend ungehindertes
Öffnen und Schließen des drehbeweglich angeschlagenen Flügelprofils am Rahmenprofil
möglich ist, und wobei die Spaltabdeckeinrichtung als Klemmschutz dient.
4. Profilanordnung nach Anspruch 3,
wobei die Spaltabdeckeinrichtung einstückig aus EPDM gebildet ist.
5. Profilanordnung (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei zumindest eine der beiden Halbschalen (11, 12, 21, 22) jeweils des Flügelprofils
(20) und/oder des Rahmenprofils (10) einen Befestigungsbereich (24, 24a, 24b) für
das mindestens eine Befestigungselement (31, 31a, 31b, 32, 32a, 32b) der mindestens
einen Spaltabdeckeinrichtung (30, 30a, 30b) aufweist.
6. Profilanordnung (100) nach Anspruch 5,
wobei der mindestens eine Befestigungsbereich (24, 24a, 24b) mindestens ein vorzugsweise
im Wesentlichen C-förmiges Halteelement (25, 25a, 25b) aufweist, und wobei das mindestens
eine Befestigungselement (31, 31a, 31b, 32, 32a, 32b) der mindestens einen Spaltabdeckeinrichtung
(30, 30a, 30b) derart ausgebildet ist, dass es mit dem Halteelement (25, 25a, 25b)
durch Einklipsen in Verbindung steht oder in Verbindung bringbar ist.
7. Profilanordnung (100) nach Anspruch 5 oder 6,
wobei der mindestens eine Befestigungsbereich (24, 24a, 24b) und das mindestens eine
Befestigungselement (31, 31a, 31b, 32, 32a, 32b) der mindestens einen Spaltabdeckeinrichtung
(30, 30a, 30b) derart in Eingriff stehen oder in Eingriff bringbar sind, dass ein
Übertragen von Stützkräften innerhalb einer geraden Schnittebene durch die jeweilige
Profilhalbschale (11, 12, 21, 22) in allen Richtungen gewährleistet ist.
8. Profilanordnung (100) nach einem der Ansprüche 5 bis 7,
wobei der Befestigungsbereich (24, 24a, 24b) und das mindestens eine Befestigungselement
(31, 31a, 31b, 32, 32a, 32b) derart ausgebildet sind, dass ein weitgehend wasserdichter
Abschluss zwischen dem Befestigungsbereich (24, 24a, 24b) und der Spaltabdeckeinrichtung
(30, 30a, 30b) ausgebildet wird.
9. Profilanordnung (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die mindestens eine Spaltabdeckeinrichtung (30, 30a, 30b) außerhalb eines Verbindungsbereiches
(16, 26) der äußeren (11, 21) und inneren Profilhalbschale (12, 22) angeordnet ist.
10. Profilanordnung (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das Rahmenprofil (10) und das Flügelprofil (20) zueinander symmetrisch aufgebaut
sind.
11. Profilanordnung (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei zumindest an einer der inneren Profilhalbschalen (12, 22) und zumindest an einer
der äußeren Profilhalbschalen (11, 21) jeweils ein Befestigungsbereich (24, 24a, 24b)
ausgebildet ist, der jeweils eine Spaltabdeckeinrichtung (30, 30a, 30b) aufnimmt.
12. Profilanordnung (100) nach Anspruch 11,
wobei in einer Geschlossenstellung von Flügelprofil (20) und Rahmenprofil (10) in
einem Verbindungsbereich (16, 26) der äußeren (11, 21) und inneren Profilhalbschalen
(12, 22) zwischen Rahmenprofil (10) und Flügelprofil (20) durch die zumindest bereichsweise
an den jeweils gegenüberliegenden Profilhalbschale (11, 12, 21, 22) anliegenden Laschen
(33, 33a, 33b) der Spaltabdeckeinrichtungen (30, 30a, 30b) eine weitgehend dichte
Isolierkammer (34) ausgebildet wird.
13. Profilanordnung (100) nach Anspruch 11,
wobei die Isolierkammer (34) in Verbindungsrichtung der Profilhalbschalen (11, 12,
21, 22) eine Ausdehnung aufweist, die gleich groß oder größer als die Ausdehnung des
mindestens einen Isoliersteges (13, 23) ist.