[0001] Die Erfindung betrifft eine Ölabscheideranordnung mit den Merkmalen des Oberbegriffs
von Anspruch 1 und eine Zylinderkopfhaube mit den Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch
15.
[0002] Aus der
DE 103 20 215 B4 ist es bekannt, die Strömungsrichtung vom Blow-by-Gas eines Verbrennungsmotors zur
Ölabscheidung auf eine Prallwand zu richten. An der Prallwand wird das Blow-by-Gas
umgelenkt und auf diese Weise Partikel und Öltropfen aus dem Blow-by-Gas abgeschieden.
[0003] In der Regel wird dabei das Ziel verfolgt möglichst viele Partikel und Öltröpfchen
aus dem Blow-by-Gas abzuscheiden. Eine Hauptanwendung dieser Ölabscheideranordnungen
erfolgt in den Zylinderkopfhauben von Verbrennungsmotoren.
[0004] Es besteht dabei stets das Bestreben die bekannten Ölabscheideranordnungen und Zylinderkopfhauben
so zu verbessern, dass die beschriebene Abscheidung möglichst effektiv erfolgt und
beispielsweise möglichst viele Partikel und Öltröpfchen aus dem Blow-by-Gas abgeschieden
werden können. Einfach in das Design vorhandener Zylinderkopfhauben zu implementierende
Verbesserungen der bestehenden Ölabscheideranordnungen und/oder Zylinderkopfhauben
sind dabei besonders erstrebenswert.
[0005] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde eine Ölabscheideranordnung und eine
Zylinderkopfhaube zu schaffen, bei denen die Ölabscheidung mit möglichst einfach umzusetzenden
Mitteln verbessert ist.
[0006] Die Erfindung löst diese Aufgabe mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche.
[0007] Als Kern der Erfindung wird vorgeschlagen, dass die Prallwand eine geriffelte Oberfläche
aufweist. Das Blow-by-Gas wird auf eine mit einer riffeligen Oberfläche ausgestattete
Prallwand gerichtet und an dieser umgelenkt. Dadurch können insbesondere größere Partikel
in die geriffelte Oberfläche impaktiert werden. Diese haften zunächst durch die vergrößerte
Oberfläche an und fließen anschließend ab.
[0008] Der Begriff geriffelte Oberfläche umfasst jede insbesondere periodische Struktur
von abwechselnd oder beabstandet angeordneten Erhebungen und/oder Vertiefungen. Vorzugsweise
handelt es sich um längliche Erhebungen und Vertiefungen, die vorzugsweise parallel
zueinander angeordnet sind, insbesondere abwechselnd angeordnete Stege und/oder Nuten.
Umfasst sind beispielsweise auch im Querschnitt kammartige Strukturen.
[0009] Die Strömungsrichtung des Blow-by-Gases ist demnach auf die geriffelte Prallwand
gerichtet. Dies bedeutet, dass die Strömungsrichtung beispielsweise in einem 90° Winkel
senkrecht auf die Prallwand gerichtet sein kann, bevor die Umlenkung an der Prallwand
erfolgt. Unter "auf die Prallwand gerichtet" sind insgesamt solche Ausrichtungen zu
verstehen, bei denen die überwiegende richtungsbildende Komponente auf die Prallwand
gerichtet ist, also Strömungsrichtungen, die in einem Winkel größer als 45° bzw. kleiner
als 135° auf die Prallwand zuströmen.
[0010] Ein weiterer Vorteil der geriffelten Oberfläche ist die einfache Implementierbarkeit
in bestehende Systeme. Wenn beispielsweise das Design einer Zylinderkopfhaube so modifiziert
werden soll, dass sie eine Prallwand mit geriffelter Oberfläche aufweist, kann dies
durch vergleichsweise kleine Änderungen des Herstellungswerkzeugs geschehen.
[0011] Vorzugsweise ist die geriffelte Oberfläche durch eine Vielzahl von Rillen gebildet.
In den Rillen werden die Partikel abgebremst und fließen anschließend zusammen mit
den abgeschiedenen Öltröpfchen ab.
[0012] Die Riffelung bzw. die Rillen werden vorzugsweise so angeordnet bzw. ausgerichtet,
dass sie in Richtung der Auszugsrichtung der Zylinderkopfhaube aus dem Herstellungswerkzeug
verlaufen. Während der linearen Auszugsbewegung kann beispielsweise eine Riffelung
mit Dreiecksprofil durch ein entsprechendes dreieckiges Profil am Herstellungswerkzeug
gleichmäßig flächig erzeugt werden. Die Rillen verlaufen genau in Auszugsbewegung.
[0013] Die Grundgeometrie bewährter Zylinderkopfhauben muss nicht aufwändig geändert werden,
sondern die Effektivität der Ölabscheidung kann durch Vorsehen bzw. Modifikation vorhandener
Prallwände mit einer geriffelten Oberfläche spürbar gesteigert werden.
[0014] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die geriffelte Prallwand im
Strömungsweg vor einer Abscheideeinrichtung angeordnet. Beispielweise vor einer vom
Blow-by-Gas selbsttätig gesteuerten Federzunge (im Folgenden auch als Federzungenabscheider
bezeichnet), oder vor einer Abscheideeinrichtung, in der in einer Wirbelkammer eine
in Strömungsrichtung schraubenförmig rotierende Gaswirbelströmung erzeugt wird (im
Folgenden auch als Wirbelkammerabscheider bezeichnet). Demnach umfasst die Ölabscheideranordnung
vorzugsweise einen Federzungen- und/oder Wirbelkammerabscheider. Eine vor diesen Abscheideeinrichtungen
angeordnete geriffelte Prallwand dient zur Vorabscheidung und steigert so die Effektivität
der Ölabscheideranordnung.
[0015] Die Gasauslassöffnung des Wirbelkammerabscheiders ist vorzugsweise im Bereich des
auslaufseitigen Endes der Wirbelkammer angeordnet, wobei in der Wirbelkammer bedingt
durch den vorzugsweise tangentialen Gaseinlass ein rotierender, schraubenförmiger
Gaswirbel induziert wird, der sich von dem Gaseinlass bis zu dem auslaufseitigen Ende
erstreckt. Zu diesem Zweck ist die Wirbelkammer zweckmäßigerweise im Wesentlichen
zylindrisch geformt, wobei dieser Begriff eine im Querschnitt abgerundete, beispielsweise
ovale oder runde Form bedeutet und einen sich über die Länge der Wirbelkammer ändernden
Querschnitt umfasst.
[0016] In einer anderen bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die geriffelte Prallwand
im Strömungsweg hinter einer oder mehreren Abscheideeinrichtungen, beispielsweise
hinter einem der oben genannten Federzungen- und/oder Wirbelkammerabscheider, angeordnet.
In diesem Fall trifft das Blow-by-Gas nach Durchströmen der Abscheideeinrichtung auf
die geriffelte Oberfläche und scheidet dadurch weitere Partikel und/oder Öltröpfchen
aus, wodurch insgesamt die Effektivität der Ölabscheideranordnung gesteigert werden
kann.
[0017] Der Wirbelkammerabscheider ist vorzugsweise ungesteuert, das heißt frei von Elementen
zur gesteuerten Veränderung des Durchflusses, insbesondere frei von entsprechenden
Schaltelementen oder Ventilen. Insbesondere weist die Wirbelkammer einen offenen Gaseinlass
und eine offene Gasauslassöffnung auf.
[0018] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist in Kombination im Strömungsweg
vor und hinter der Abscheideeinrichtung eine geriffelte Prallwand vorgesehen. Auf
diese Weise kann die Effektivität der Abscheideeinrichtung noch weiter gesteigert
werden. Auch mehr als zwei Prallwände sind möglich.
[0019] Die erfindungsgemäße Ölabscheideranordnung ist nicht auf eine Anordnung in Kombination
mit einem Federzungen- und/oder Wirbelkammerabscheider beschränkt, sondern kann beispielsweise
auch als Vorabscheider oder Niedrigpreis-Ölabscheider ohne Feinabscheidung eingesetzt
werden.
[0020] Die Erfindung wird im Folgenden anhand bevorzugter Ausführungsformen unter Bezugnahme
auf die beigefügten Figuren erläutert. Dabei zeigt:
- Fig. 1
- eine isometrische Darstellung einer erfindungsgemäßen Ölabscheideranordnung;
- Fig. 2
- eine Ausschnittsdarstellung einer weiteren erfindungsgemäßen Ölabscheideranordnung;
- Fig. 3
- eine isometrische Darstellung eines geriffelten Prallwandabschnitts;
- Fig. 4
- eine Schnittzeichnung eines geriffelten Prallwandabschnitts;
- Fig. 5
- einen Schnitt durch einen Wirbelkammerabscheider;
- Fig. 6
- einen Längsschnitt durch einen Federzungenabscheider; und
- Fig. 7
- eine Schnittzeichnung eines geriffelten Prallwandabschnitts in einer weiteren Ausführungsform.
[0021] Die Figur 1 zeigt einen Ausschnitt aus einer Zylinderkopfhaube 1 eines Verbrennungsmotors,
der eine erfindungsgemäße Ölabscheideranordnung aufweist. Das Blow-by-Gas 4 des Verbrennungsmotors
wird an insgesamt beispielsweise zwei geriffelten Prallwänden 2 umgelenkt. Die Riffelung
ist dabei durch eine Vielzahl von Rillen 3 gebildet. Die Strömung des Blow-by-Gases
4 ist in der Darstellung mit Pfeilen gekennzeichnet.
[0022] Die Umlenkung an der ersten angeströmten Prallwand 2 erfolgt dabei um eine Achse
quer zur Strömungsrichtung des Blow-by-Gases um einen Winkel von vorzugsweise größer
90°, weiter vorzugsweise von größer 160°. An dieser ersten geriffelten Prallwand 2
erfolgt eine Vorabscheidung von Partikeln und Öltröpfchen aus dem Blow-by-Gas 4. Durch
die große Umlenkung um mehr als 160° wird bereits ein signifikanter Anteil von Partikeln
und Öltröpfchen an der geriffelten Prallwand 2 abgeschieden.
[0023] Anschließend durchströmt das Blow-by-Gas 4 eine Abscheideeinrichtung. Die Abscheideeinrichtung
kann dabei beispielsweise eine vom Blow-by-Gas 4 selbsttätig gesteuerte Federzunge
(sogenannter Federzungenabscheider) sein, oder ein sogenannter Wirbelkammerabscheider,
bei dem in einer Wirbelkammer eine in Strömungsrichtung schraubenförmig rotierende
Gaswirbelströmung erzeugt wird. Es kann sich bei der Abscheideeinrichtung auch beispielsweise
um einen Zyklonabscheider mit Tauchrohr handeln. Die Abscheideeinrichtungen weisen
dabei typischerweise einen Strömungskanal 5 auf.
[0024] Nach Durchströmen der Abscheideeinrichtung wird das Blow-by-Gas 4 ein zweites Mal
an einer mit einer Riffelung versehenen Prallwand 2 umgelenkt. Vorzugsweise wird die
Strömungsrichtung des Blow-by-Gases 4 an dieser zweiten Prallwand 2 um einen Winkel
größer 45°, weiter vorzugsweise größer 80° umgelenkt. Durch die Umlenkung werden kleine
und große Partikel, sowie Öltröpfchen auf der Prallwand 2 abgeschieden, die nicht
bereits zuvor an der ersten geriffelten Prallwand oder an der Abscheideeinrichtung
abgeschieden wurden.
[0025] Die Ölabscheideranordnung in diesem bevorzugten Ausführungsbeispiel umfasst somit
zwei Prallwände 2, wobei vorzugsweise beide eine geriffelte Oberfläche aufweisen.
[0026] In der Figur 2 ist ein Ausschnitt aus einem erfindungsgemäßen Ölabscheider dargestellt.
Auf eine mit Rillen 3 versehene Prallwand 2 strömt Blow-by-Gas 4, welches zuvor durch
eine Abscheideeinrichtung durchgeströmt ist. Es sind zwei unterschiedliche Abscheideeinrichtungen
exemplarisch dargestellt. Drei nebeneinander angeordnete Federzungenabscheider 9 und
ein Wirbelkammerabscheider 8.
[0027] In dem Wirbelkammerabscheider 8 ist die schraubenförmig rotierende Gaswirbelströmung
des Blow-by-Gases 4 angedeutet. Das Blow-by-Gas 4 wird durch einen tangential gerichteten
Einlass 10 in den Wirbelkammerabscheider 8 eingeleitet und rotiert an der Innenseite
des Strömungskanals 5 schraubenförmig in Längsrichtung. Die für die Ölabscheideranordnung
vorteilhafte Ausgestaltung des Wirbelkammerabscheiders 8 ist in der Druckschrift
DE 10 2007 046 235 A1 ausgeführt, dessen Inhalt insoweit in die vorliegende Anmeldung aufgenommen wird.
[0028] In der Figur 5 ist ein Schnitt durch einen Wirbelkammerabscheider dargestellt. Eine
Wirbelkammer 13 wird von einer im Wesentlichen rohrförmigen Umfangs- bzw. Mantelwand
14 gebildet. In der Mantelwand 14 ist eine Gaseinlassöffnung 12 vorgesehen. Um die
Gaseinlassöffnung 12 ist ein rohrförmiger Gaseinlass 18 vorgesehen, der zu der Wirbelkammer
13 tangential angeordnet ist. Der rohrförmige Gaseinlass 18 erzeugt eine tangential
gerichtete Strömung des durch die Gaseinlassöffnung 12 in die Kammer 13 eintretenden
Blow-by-Gases 4. Die durch die Gaseinlassöffnung 12 eintretende Gasströmung wird an
der Kammerwand 14 entlang geführt. Aufgrund der Strömungskomponente in der Längsrichtung
21 entsteht in der Kammer 13 ein schraubenförmig um die Längsachse rotierender Gaswirbel
20, ohne dass zusätzliche Leiteinrichtungen wie beispielsweise Leitbleche oder dergleichen
erforderlich sind. Schraubenförmig bedeutet, dass der Gaswirbel in einem mittleren
Lastbereich des Motors mindestens eine vollständige Umdrehung, vorzugsweise mindestens
zwei vollständige Umdrehungen ausbildet. Der rotierende Gaswirbel 20 breitet sich
insgesamt in einer Längsrichtung 21 der rohrförmigen Kammer 13 aus. Die Längsrichtung
21 verläuft entlang der Mittelachse der Kammer 13 und kann daher abschnittsweise zusammengesetzt
sein, wie beispielsweise aus Fig. 5 ersichtlich ist.
[0029] Die in dem Gaswirbel 20 auf die Ölpartikel wirkenden Fliehkräfte bewirken eine Abscheidung
der Ölpartikel durch Kontakt mit der Umfangswand 14 und Koaleszenz der sich im äußeren
Bereich der Kammer 13 anreichernden Ölpartikel zu Öltröpfchen. Das abgeschiedene Öl
läuft entlang der Umfangswand 14 der Kammer 13 ab und wird mittels eines Rücklaufs
24 in den Motorölkreislauf zurückgeführt. Um die Schwerkraftableitung des Öls ohne
Toträume sicherzustellen, weist der Boden der Kammer 13 in der Betriebslage vorzugsweise
ein stetiges Gefälle bis zu der Ölablaufleitung 24 auf. Durch eine Rücklaufsperre
wird der Eintritt von Blow-by-Gas 4 in den Reinraum durch die Ölablaufleitung 24 in
umgekehrter Richtung verhindert.
[0030] Nach dem Durchlaufen der Kammer 13 läuft der schraubenförmige Gaswirbel 20 an dem
auslaufseitigen Ende 22 der Kammer 13 aus, d.h. er geht in eine nicht-rotierende Strömung
über, und tritt aus der Kammer 13 durch die an dem auslaufseitigen Ende 22 der Kammer
13 angeordnete Gasauslassöffnung 25 aus. Das gereinigte Blow-by-Gas 23 wird dann durch
einen Reinraum beispielsweise zu dem Druckregelventil geleitet.
[0031] Aufgrund des Austretens der Gasströmung aus der Wirbelkammer 13 an dem auslaufseitigen
Ende 22 ergibt sich eine offene Bauweise der Kammer 13. Insbesondere kann ein in der
Herstellung des Ölabscheiders 11 verwendetes Spritzwerkzeug durch die Gasauslassöffnung
25 in die Kammer 13 eingreifen. Zu diesem Zweck ist es vorteilhaft, wenn der Querschnitt
der Kammer 13 zwischen dem einlassnahen Ende 19 und dem auslaufseitigen Ende 22 keine
Verjüngung aufweist, sowie dass die Fläche der Gasauslassöffnung 25 vorzugsweise größer
oder gleich der maximalen Querschnittsfläche der Kammer 13 ist.
[0032] Die offene Bauweise der Wirbelkammer 13 ermöglicht es, dass das abgeschiedene Öl
27 durch die einen großen Querschnitt aufweisende Gasauslassöffnung 25 aus der Wirbelkammer
13 abfließt. Dadurch kann eine Ölableitung mit geringem Querschnitt, die ein ungünstiges
Einfrierverhalten zeigt, vermieden werden. Anders ausgedrückt mündet die Ölablaufleitung
24 vorzugsweise in den Reinraum und nicht in die Wirbelkammer 13.
[0033] Wie aus der Figur 5 ersichtlich ist, findet an dem auslaufseitigen Ende 22 der erfindungsgemäßen
Wirbelkammer 13, im Unterschied zu einem Zyklon mit Tauchrohr, keine Strömungsumkehr
des Gases in die Gegenrichtung statt.
[0034] In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Wirbelkammer 13 zwei vorzugsweise
parallel angeordnete, sich tangential berührende Teilkammern mit einem gemeinsam genutzten
Gaseinlass zur Ausbildung zweier gegenläufig rotierender, parallel angeordneter Gaswirbel
auf; es handelt sich somit um eine Doppelkammer. Der Gaseinlass erfolgt vorzugsweise
tangential in den Bereich der tangentialen Berührung der beiden Teilkammern und ist
vorzugsweise auf die Mitte eines Stegs gerichtet, der als Strömungsteiler dient. Die
Teilkammern liegen vorzugsweise (spiegel-)symmetrisch zu dem Gaseinlass. Die Umfangswand
der Kammer ist daher vorzugsweise omega- bzw. ω-förmig ausgebildet. Im Vergleich zu
einem Wirbelabscheider mit nur einem Gaswirbel kann bei verhältnismäßig geringfügig
größerem Bauraum die Durchflussmenge des Abscheiders im Wesentlichen verdoppelt werden.
[0035] Die Ausgestaltung des Wirbelkammerabscheiders ist jedoch nicht auf eine bestimmte
Anzahl von Gaswirbeln beschränkt. Umfasst sind insbesondere auch Ausführungsformen
mit einem Gaswirbel, wie in der Anmeldung
DE 10 2007 046 235 A1 beschrieben. Auch Ausführungsformen mit mehr als zwei parallelen Gaswirbeln sind
denkbar.
[0036] Wie in der Figur 2 dargestellt, können neben dem Wirbelkammerabscheider 8 beispielsweise
drei Federzungenabscheider 9 angeordnet sein. Wenn die Federzunge des Federzungenabscheiders
9 aufgrund des erhöhten Gasdrucks gegen die Federvorspannung einen Öffnungsspalt für
das Blow-by-Gas 4 selbsttätig freigibt, kann eine über einen großen Volumenstrombereich
näherungsweise lineare oder zumindest nicht-exponentiell zunehmende Durchlasscharakteristik
erzielt werden. Bei dem Federzungenabscheider 9 wird vorzugsweise kein schraubenförmig
rotierender Gaswirbel erzeugt, welches eine überproportionale oder sogar exponentielle
Zunahme des Druckverlustes bei hohen Volumenströmen verursachen könnte. Die für die
Ölabscheideranordnung vorteilhafte Ausgestaltung des Federzungenabscheiders 9 ist
in den Druckschriften
DE 103 20 215 B4 bzw.
DE 10 2007 058 059 A1 ausgeführt, deren Inhalt insoweit in die vorliegende Anmeldung aufgenommen wird.
[0037] Die Figur 6 zeigt eine bevorzugte Ausführungsform eines Federzungenabscheiders 42.
Eine Federzunge 41 ist dem Federzungenabscheider 42 zugeordnet und im Wesentlichen
in der Abscheidekammer 43 angeordnet, und öffnet nach innen. Die Federzunge 41 ist
an einem Ende in einer Spanneinrichtung 45 freikragend eingespannt. Das andere Ende
der Federzunge 41 deckt in der Ruhestellung die Gaseinlassöffnung 46 des Ölabscheiders
42, die beispielsweise kreisrund sein kann, ab. Das freie Ende der Federzunge 41 ist
mit dem ölbeladenen Blow-by-Gas beaufschlagt. Aufgrund der Druckbeaufschlagung gibt
die Federzunge 41 einen Spalt 47 frei, durch den das Blow-by-Gas mit hoher Geschwindigkeit
in die nachgeordnete Abscheidekammer 43 einströmt.
[0038] In der Abscheidekammer 43 ist eine Prallwand 48 vorgesehen, die zweckmäßigerweise
eine überwiegend senkrechte Komponente in Bezug auf die Federzunge 41 in Ruhestellung
aufweist und vorzugsweise etwa senkrecht zu der Federzunge 41 in Ruhestellung orientiert
ist. Etwa senkrecht bedeutet hier unter einem Winkel im Bereich von 70° bis 110°,
vorzugsweise im Bereich von 80° bis 100°. Der durch den Spalt 47 eintretende Gasstrom
läuft somit etwa senkrecht auf die Prallwand 48 zu und wird entlang der Prallwand
48 umgelenkt. Aufgrund der Trägheit der Öl- und Schmutzteilchen in dem Blow-by-Gas
werden diese an der Prallwand 48 abgeschieden. Um eine möglichst hohe Abscheidewirkung
zu erhalten, wird die Gasströmung durch eine nachgeordnete Auslasskammer 44 so abgeführt,
dass an der Prallwand eine Umlenkung des Gasstroms in Gegenrichtung zu der Strömungsrichtung
durch den Spalt 47 in die Abscheidekammer 43 erfolgt. Die Umlenkung der Gasströmung
beträgt hier vorzugsweise mehr als 120° und weiter vorzugsweise mehr als 150° bis
zu etwa 180°, wie aus Fig. 6 ersichtlich ist.
[0039] Das an der Prallwand 48 abgeschiedene Öl läuft am Boden 49 der Abscheidekammer 43
und der nachgeordneten Auslasskammer 44 ab und wird mittels des Rücklaufs in den Motorölkreislauf
zurückgeführt. Um die Schwerkraftableitung des Öls ohne Toträume sicherzustellen,
weist der Boden der Kammern 43, 44 in der Betriebslage vorzugsweise ein stetiges Gefälle
bis zu der Ölableitung auf.
[0040] Bei dem Federzungenabscheider ist die Anordnung des Federzungen-Ventils an der Gaseinlassöffnung
wesentlich, weil die Querschnittsverengung im Spalt des Federzungenventils zu einer
erheblichen Beschleunigung des durchströmenden Blow-by-Gases führt, die eine effektive
Abscheidung Ölpartikeln an der dahinter angeordneten Prallwand 48 ermöglicht.
[0041] Wie in der Figur 2 dargestellt ist, weisen sowohl der Wirbelkammerabscheider 8 als
auch der Federzungenabscheider 9 einen Strömungskanal 5 auf. Der Strömungskanal 5
kann in Längsrichtung sowohl geschlossen als auch offen ausgeführt sein. In diesem
Ausführungsbeispiel ist der Strömungskanal 5 des Wirbelkammerabscheiders 8 in Längsrichtung
geschlossen und die Strömungskanäle 5 der Federzungenabscheider 9 in Längsrichtung
offen, wobei die unterseitige Öffnung der Strömungskanäle 5 in der Darstellung der
Figur 2 nicht sichtbar ist.
[0042] Nach Durchströmen des Strömungskanals 5 tritt das Blow-by-Gas 4 aus der Austrittsöffnung
des Strömungskanals 5 aus. Unmittelbar dahinter ist eine geriffelte Prallwand 2 angeordnet.
[0043] Der Abstand D, der zwischen Austrittsöffnung des Strömungskanals 5 und der geriffelten
Oberfläche ausgebildet wird, beträgt im Allgemeinen vorzugsweise weniger als 8 mm,
weiter vorzugsweise weniger als 6 mm. Bei Anordnung der geriffelten Prallwand 2 hinter
einem Federzungenabscheider 9 beträgt der Abstand D vorzugsweise weniger als 2 mm,
weiter bevorzugt weniger als 1 mm. Dieser vergleichsweise kleine Spalt führt dazu,
dass an der Prallwand 2 eine erhöhte Abscheidung von Partikeln und Öltröpfchen erfolgt.
[0044] Das Blow-by-Gas 4 tritt letztlich aus der Ölabscheideranordnung über einen Gausaustritt
7 aus.
[0045] Der Gasaustritt 7 kann auch zu weiteren Entlüftungskomponenten führen, welche beispielsweise
zur Druck- oder Volumenstromregelung notwendig sind.
[0046] Ein mit einem Druckregelventil ausgestatteter Gasaustritt 7 ist für den Einsatz in
einem Dieselmotor bevorzugt. Für den Einsatz in Ottomotoren kann ein PCV-Ventil (PCV
= Positiv Crankcase Ventilation) oder ein Druckregelventil mit oder ohne Kombination
mit einem Rückschlagventil oder mehreren Rückschlagventilen vorgesehen werden.
[0047] Um oder an einer Prallwand 2 können vorzugsweise Ölabtropfrippen angeordnet sein,
über die das abgeschiedene Öl gesammelt und anschließend dem Ölkreislauf zurückgeführt
wird. Die Rückführung des abgeschiedenen Öls erfolgt beispielsweise über den Ölrücklauf
6, der bevorzugt ein Rückschlagventil aufweist.
[0048] In den Figuren 3 und 4 sind die die geriffelte Oberfläche ausbildenden Rillen 3 im
Detail dargestellt.
[0049] Die Figur 3 zeigt die Rillen 3 in isometrischer Ansicht, die Figur 4 in einer Schnittdarstellung.
Erfahrungsgemäß sind eine Reihe von Abmaßen und Verhältnissen zur Effizienzsteigerung
der Ölabscheideranordnung vorteilhaft, die im Folgenden beschrieben werden.
[0050] Die Rillen 3 weisen eine Tiefe t auf und sind in einem Abstand d1 nebeneinander angeordnet.
Die Breite der Rillen 3 wird als d2 bezeichnet. Die Rillentiefe t beträgt vorzugsweise
mindestens 0,5 mm, weiter bevorzugt mindestens 0,75 mm, beispielsweise etwa 1 mm,
wobei auch größere Tiefen denkbar sind. Die Rillen 3 sind vorzugsweise äquidistant
nebeneinander angeordnet
[0051] Die Rillenabstand d1 und die Rillenbreite d2 betragen jeweils vorzugsweise weniger
als zwei, bevorzugt weniger als einen Millimeter. Die Rillen 3 sind im Querschnitt
vorzugsweise dreieckig ausgebildet.
[0052] Das Verhältnis von Rillenabstand d1 zu Rillenbreite d2 liegt vorzugsweise in einem
Bereich zwischen 0,5 und 1,5, bevorzugt in einem Bereich zwischen 0,75 und 1,25. Das
Verhältnis von Rillenabstand d2 zu Rillentiefe t liegt vorzugsweise in einem Bereich
zwischen 0,5 und 1,5, bevorzugt in einem Bereich zwischen 0,75 und 1,25. Das Verhältnis
von Rillenbreite d1 zu Rillentiefe t liegt vorzugsweise in einem Bereich zwischen
0,5 und 1,5, bevorzugt in einem Bereich zwischen 0,75 und 1,25.
[0053] Die Riffelung der Prallwand 2 ist nicht auf dreieckige Rillen 3 beschränkt. Im Allgemeinen
ist jede insbesondere periodische Struktur von abwechselnd oder beabstandet angeordneten,
vorzugsweise länglichen, vorzugsweise parallel zueinander angeordneten Vertiefungen
7 und/oder Erhebungen 3 (siehe Figur 4) umfasst. Die Formung der Vertiefungen 7 bzw.
Erhebungen 3 im Querschnitt ist dabei geeignet wählbar.
[0054] Umfasst sind beispielsweise auch im Querschnitt kammartige Strukturen, wie in der
in Figur 7 gezeigten Ausführungsform. Hier wird die Riffelung von parallelen und abwechselnd
angeordneten Stegen 3 und dazwischen geformten Nuten 7 gebildet. Die Stege 3 sind
beispielsweise im Querschnitt rechteckig. Die Breite d1 der Stege 3 liegt vorzugsweise
im Bereich zwischen 1 mm und 3 mm. Der Abstand d2 der Stege 3, bzw. die Breite der
Nuten 7, liegt vorzugsweise im Bereich zwischen 1 mm und 2 mm. Die Höhe der Stege
3 bzw. die Tiefe t der Nuten 7 ist vorzugsweise größer, weiter vorzugsweise mindestens
zweimal so groß wie die Breite d1 der Stege 3, und liegt vorzugsweise im Bereich zwischen
2 mm und 10 mm.
1. Ölabscheideranordnung für einen Verbrennungsmotor mit einer Prallwand (2), an der
Blow-by-Gas (4) entlangströmt, wobei die Strömungsrichtung des Blow-by-Gases (4) auf
die Prallwand (2) gerichtet ist und an der Prallwand (2) umgelenkt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Prallwand (2) eine geriffelte Oberfläche aufweist.
2. Ölabscheideranordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die geriffelte Oberfläche durch eine Vielzahl von Rillen (3) gebildet ist.
3. Ölabscheideranordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Rillentiefe t mindestens 0,5 mm beträgt.
4. Ölabscheideranordnung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis von Rillenabstand d1 zu Rillenbreite d2 in einem Bereich zwischen
0,5 und 1,5 liegt.
5. Ölabscheideranordnung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis von Rillenabstand d2 zu Rillentiefe t in einem Bereich zwischen 0,5
und 1,5 liegt.
6. Ölabscheideranordnung nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis von Rillenbreite d1 zu Rillentiefe t in einem Bereich zwischen 0,5
und 1,5 liegt.
7. Ölabscheideranordnung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die geriffelte Oberfläche durch eine Vielzahl von Stegen (7) gebildet ist.
8. Ölabscheideranordnung nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Rillen (3) bzw. die Stege (7) im Querschnitt dreieckig oder rechteckig sind.
9. Ölabscheideranordnung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Strömungsrichtung des Blow-by-Gases (4) an der Prallwand (2) um einen Winkel
größer 80°, vorzugsweise größer 160° umgelenkt wird.
10. Ölabscheideranordnung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine vom Blow-by-Gas (4) selbsttätig gesteuerte Federzunge (41) in Strömungsrichtung
vor und/oder nach der Prallwand (2) vorgesehen ist.
11. Ölabscheideranordnung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Blow-by-Gas (4) nach Durchströmung der Federzunge (41) in einen Strömungskanal
(5) eingeleitet wird, welcher auf die geriffelte Oberfläche gerichtet ist.
12. Ölabscheideranordnung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicke des Spalts D, der zwischen Austrittsöffnung eines Strömungskanals (5) und
der geriffelten Oberfläche ausgebildet ist, weniger als 8 mm beträgt.
13. Ölabscheideranordnung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine in Strömungsrichtung schraubenförmig rotierende Gaswirbelströmung erzeugt wird
bevor und/oder nachdem das Blow-by-Gas (4) die Prallwand (2) passiert.
14. Ölabscheideranordnung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Mehrzahl von Prallwänden (2) mit geriffelter Oberfläche im Strömungsweg des
Blow-by-Gases (4) vorgesehen sind.
15. Zylinderkopfhaube (1) für einen Verbrennungsmotor mit einer integrierten Ölabscheideranordnung
nach einem der vorangehenden Ansprüche.