[0001] Die Erfindung betrifft ein Wäschebehandlungsgerät mit einem Gehäuse, welches eine
Vorderwand mit einer Bullaugenöffnung aufweist, wobei die Bullaugenöffnung mit einer
Bullaugentür verschließbar ist, und wobei die Bullaugentür ein Türglas aufweist.
[0002] Die
DE 100 53 413 A1 beschreibt ein Wäschebehandlungsgerät, bei welchem der Rand einer Bullaugentür in
Ausnehmungen der Vorderwand eingelassen ist. Im Bereich der Ausnehmungen ist die Vorderwand
dünner, was eine Schwächung und Instabilität hervorruft.
[0003] Darüber hinaus sammelt sich im verwinkelten Anlagebereich zwischen Tür und Vorderwand
sehr viel Schmutz. Die Reinigung ist sehr schwierig.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es somit, ein neues Wäschebehandlungsgerät
vorzuschlagen, welches die o. g. Nachteile überwindet, bei welchem die Vorderwand
stabiler ausgestaltet ist und der Anlagebereich zwischen Tür und Vorderwand wenig
Schmutz aufnimmt und einfach zu reinigen ist.
[0005] Erfindungsgemäß wird dieses Problem durch ein Wäschebehandlungsgerät mit den Merkmalen
des Patentanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der
Erfindung ergeben sich aus den nachfolgenden Unteransprüchen.
[0006] Erfindungsgemäß weist das Wäschebehandlungsgerät ein Gehäuse und eine Vorderwand
mit einer Bullaugenöffnung auf, wobei die Bullaugenöffnung mit einer Bullaugentür
verschließbar ist, und wobei die Bullaugentür ein Türglas aufweist, und wobei die
Vorderwand im Randbereich der Bullaugenöffnung eine aus dem Gehäuse heraus gewölbte
Struktur aufweist, und wobei der Randbereich des Türglases im geschlossenen Zustand
der Bullaugentür bündig am Randbereich der Bullaugenöffnung ausgerichtet ist.
[0007] Die Vorderwand weist im Randbereich der Bullaugenöffnung eine aus dem Gehäuse heraus
gewölbte Struktur auf. Die Vorderwand ist mit anderen Worten in diesem Bereich erhaben
ausgebildet und kommt quasi etwas aus dem Gehäuse heraus.
[0008] Der Randbereich des Türglases ist im geschlossenen Zustand der Bullaugentür bündig
am Randbereich der Bullaugenöffnung ausgerichtet. Mit anderen Worten geht also der
Randbereich des Türglases flächenbündig in den Randbereich der Bullaugenöffnung über.
[0009] Durch die Erfindung wird die Vorderwand versteift und erhält eine höhere Stabilität.
Im Ergebnis kann sogar die Materialstärke reduziert werden, wodurch Kosten gesenkt
werden können. Die gewölbte Struktur verstärkt die Vorderwand um die Bullaugenöffnung
herum genau dort, wo es durch Bewegungen der Bullaugentür zu großen Krafteinwirkungen
und Biegebeanspruchung der Vorderwand kommt. Der gesamte Vorderwandbereich des Wäschebehandlungsgeräts
wird dadurch stabilisiert.
[0010] Darüber hinaus bietet die Erfindung den Vorteil einer Akustikverbesserung. Durch
Schwingungen im Resonanzbereich der Vorderwand entstehen unangenehme Geräusche beim
Betrieb des Wäschebehandlungsgeräts. Durch die aus dem Gehäuse heraus gewölbte Struktur
verlagert sich der Resonanzbereich der Vorderwand, sodass sich das akustische Verhalten
der Vorderwand verbessert und unangenehme Geräusche beim Betrieb des Wäschebehandlungsgeräts
weitestgehend unterdrückt werden.
[0011] Durch die aus dem Gehäuse heraus gewölbte Struktur vergrößert sich der vom Gehäuse
umschlossene, für die Komponenten des Wäschebehandlungsgerätes zur Verfügung stehende
Raum. Im gewonnenen Raum können Schwenkmechanismus und/oder Schließmechanismus, wie
beispielsweise Scharnier und/oder Türschloss, angeordnet werden.
[0012] Des Weiteren sind keine Einbuchtungen bzw. Ausnehmungen der Vorderwand mehr nötig,
um die Randbereiche der Bullaugentür aufzunehmen, in welchen sich bisher immer viel
Schmutz angesammelt hat. Im Ergebnis ist also das erfindungsgemäße Wäschebehandlungsgerät
im Bereich der Bullaugentür einfacher zu reinigen und verschmutzt dort nicht so schnell.
[0013] Darüber hinaus erzielt die Erfindung durch die aus dem Gehäuse heraus gewölbte Struktur
und die bündige Ausrichtung des Randbereiches des Türglases im geschlossenen Zustand
der Bullaugentür am Randbereich der Bullaugenöffnung auch eine ganz eigene Designwirkung.
[0014] Die aus dem Gehäuse heraus gewölbte Struktur im Randbereich der Bullaugenöffnung
lässt die Bullaugentür optisch größer erscheinen. Die Abmessungen der Bullaugentür
selbst können jedoch klein und günstig bleiben.
[0015] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform weist das Wäschebehandlungsgerät weiterhin
einen im Gehäuse schwingbeweglich gelagerten Laugenbehälter und einen Faltenbalg auf,
welcher das Gehäuse an den Laugenbehälter dichtend anbindet, wobei die zwischen der
Ebene der aus dem Gehäuse heraus gewölbten Struktur und der Ebene der Vorderwand angeordnet
ist.
[0016] Durch die ausgewölbte Struktur wird es möglich, die Anbindungsebene von Gehäuse und
Faltenbalg, also die Verbindungsstelle, an der Gehäuse und Faltenbalg miteinander
verbunden sind, weiter nach außen zu verlagern. Die Verbindungstelle liegt bei dieser
Ausführungsform zwischen der Ebene der aus dem Gehäuse heraus gewölbten Struktur,
also der erhabenen Oberfläche der Vorderwand, und der Ebene der Vorderwand, also dem
herkömmlichen nicht erhabenen Bereich der Vorderwand.
[0017] Dadurch ist der Vorteil erzielbar, dass die Laugenbehälterwand näher an der Gehäusewand
angeordnet werden kann, wodurch das Nutzvolumen des Laugenbehälters und somit auch
der Wäschetrommel vergrößert werden kann. Durch ein größeres Wäschetrommelvolumen
erfährt die darin befindliche Wäsche eine größere mechanische Einwirkung, wodurch
wiederum das Waschergebnis verbessert wird oder Waschmittel und Energie eingespart
werden kann.
[0018] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist die Ebene der aus dem Gehäuse
heraus gewölbten Struktur 5 bis 50 mm von der Ebene der Vorderwand beabstandet. Daraus
ergeben sich besonders harmonische optische Flächenverhältnisse.
[0019] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist die aus dem Gehäuse heraus
gewölbte Struktur ringförmig um die Bullaugenöffnung angeordnet. Die ringförmige Anordnung
unterstützt die optische Vergrößerung der Bullaugenöffnung bzw. der Bullaugentür gut.
[0020] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist die ringförmige, aus dem Gehäuse
heraus gewölbte Struktur 15 bis 150 mm breit. Daraus ergeben sich besonders harmonische
optische Flächenverhältnisse.
[0021] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist die aus dem Gehäuse heraus
gewölbte Struktur durch eine Verformung der Vorderwand gebildet. Diese Verformung
der Vorderwand kann beispielsweise durch Tiefziehen oder Prägen bewirkt werden.
[0022] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist die aus dem Gehäuse heraus
gewölbte Struktur durch eine massive Materialansammlung an der Vorderwand gebildet.
Diese massive Materialansammlung an der Vorderwand kann beispielsweise durch einen
massiven Materialring bewirkt werden, welcher auf der Vorderwand befestigt wird und
mit dieser verbunden wird.
[0023] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist das Türglas eben. Dadurch
lässt sich die Vorderseite des Wäschebehandlungsgeräts einfach reinigen und ein sehr
geradliniger optischer Gesamteindruck erzielen.
[0024] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen rein schematisch dargestellt
und wird nachfolgend beispielhaft beschrieben. Es zeigt
- Figur 1
- eine perspektivische Ansicht des Gehäuses und der Vorderwand eines Wäschebehandlungsgerätes
und
- Figur 2
- eine Ansicht im Querschnitt durch die Vorderwand, Bullaugenöffnung und Bullaugentür.
[0025] Figur 1 zeigt eine perspektivische Ansicht des Gehäuses 1 und der Vorderwand 2 einer
Trommelwaschmaschine. Die Vorderwand 2 hat eine Bullaugenöffnung, welche mit einer
Bullaugentür verschlossen ist. In Figur 1 ist das Türglas 3 der Bullaugentür dargestellt.
Das Türglas 3 ist eben.
[0026] Die Vorderwand 2 weist im Randbereich der Bullaugenöffnung eine aus dem Gehäuse 1
heraus gewölbte ringförmige Struktur 4 auf. Die Struktur 4 ist durch Tiefziehen aus
der Vorderwand 2 des Gehäuses 1 geformt und bildet einen Ring, der die Bullaugenöffnung
umschließt. Die Struktur 4 lässt die gesamte Türanordnung kostengünstig größer erscheinen
als nur das Türglas 3 alleine.
[0027] Der Randbereich des Türglases 3 ist bündig an der Oberfläche der Struktur 4, also
am Randbereich der Bullaugenöffnung, ausgerichtet. Das Türglas 3 geht absatzlos in
die Struktur 4, also in den Randbereich der Bullaugenöffnung, über.
[0028] Figur 2 zeigt eine Ansicht im Querschnitt durch die Vorderwand 2 mit Bullaugenöffnung
und Bullaugentür 5. Die Bullaugentür 5 umfasst ein Türglas 3. Das Türglas 3 geht bündig
in den Randbereich der aus dem Gehäuse 1 heraus gewölbten ringförmigen Struktur 4
über.
[0029] Die Struktur 4 ist durch Tiefziehen aus der Vorderwand 2 herausgewölbt und steht
der Vorderwand 2 vor.
[0030] Der Faltenbalg 6 verbindet Vorderwand 2 und Laugenbehälter 7. An den Anbindungspunkten
A ist der Faltenbalg 6 mit der Struktur 4 verbunden.
[0031] Die durch diese Anbindungspunkte A definierte Ebene liegt zwischen der Ebene der
Vorderwand 2 und der Ebene, die durch die Oberfläche der Struktur 4 definiert wird.
[0032] Dadurch rückt der Faltenbalg etwas weiter nach außen, wodurch eine Vergrößerung des
Laugenbehälters mit den o. g. Vorteilen ermöglicht wird.
1. Wäschebehandlungsgerät mit einem Gehäuse (1), welches eine Vorderwand (2) mit einer
Bullaugenöffnung aufweist, wobei die Bullaugenöffnung mit einer Bullaugentür (5) verschließbar
ist, und wobei die Bullaugentür (5) ein Türglas (3) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorderwand (2) im Randbereich der Bullaugenöffnung eine aus dem Gehäuse (1) heraus
gewölbte Struktur (4) aufweist, wobei der Randbereich des Türglases (3) im geschlossenen
Zustand der Bullaugentür (5) bündig am Randbereich der Bullaugenöffnung ausgerichtet
ist.
2. Wäschebehandlungsgerät nach Anspruch 1,
weiterhin aufweisend einen im Gehäuse (1) schwingbeweglich gelagerten Laugenbehälter
und einen Faltenbalg (6), welcher das Gehäuse (1) an den Laugenbehälter dichtend anbindet,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Anbindungsebene von Gehäuse (1) und Faltenbalg (6) zwischen der Ebene der aus
dem Gehäuse (1) heraus gewölbten Struktur (4) und der Ebene der Vorderwand (2) angeordnet
ist.
3. Wäschebehandlungsgerät nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ebene der aus dem Gehäuse (1) heraus gewölbten Struktur 5 bis 50 mm von der Ebene
der Vorderwand (2) beabstandet ist.
4. Wäschebehandlungsgerät nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die aus dem Gehäuse (1) heraus gewölbte Struktur (4) ringförmig um die Bullaugenöffnung
angeordnet ist.
5. Wäschebehandlungsgerät nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die ringförmige, aus dem Gehäuse (1) heraus gewölbte Struktur 15 bis 150 mm breit
ist.
6. Wäschebehandlungsgerät nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die aus dem Gehäuse (1) heraus gewölbte Struktur (4) durch eine Verformung der Vorderwand
(2) gebildet ist.
7. Wäschebehandlungsgerät nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die aus dem Gehäuse (1) heraus gewölbte Struktur (4) durch eine massive Materialansammlung
an der Vorderwand (2) gebildet ist.
8. Wäschebehandlungsgerät nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Türglas (3) eben ist.