[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Brennkammer für eine Gasturbine, mit
- mindestens einer die Brennkammer in Abschnitte unterteilenden ersten und zweiten Verbrennungszone,
wobei die zweite Verbrennungszone in Hauptströmungsrichtung auf die erste Verbrennungszone
folgt,
- einem die Verbrennungszonen umgebenden Gehäuse,
- mindestens einer ersten und zweiten Brenneranordnung, wobei die erste Brenneranordnung
zur Verbrennung eines ersten in der ersten Verbrennungszone zu zündenden Arbeitsgasstromes
ausgebildet ist, und
die zweite Brenneranordnung zur Verbrennung eines in der zweiten Verbrennungszone
zu zündenden zweiten Arbeitsgasstroms ausgebildet ist,
wobei der zweite Arbeitsgasstrom mit dem ersten Arbeitsgasstrom vermischbar ist und
an einem Ausgang der Brennkammer ein überlagertes Turbineneintrittsprofil erzeugt.
[0002] Die Erfindung bezieht sich auch auf eine Gasturbine mit einer derartigen Brennkammer
und auf ein Verfahren zum Verbrennen eines Brennstoff/Luft-Gemisches in einer derartigen
Brennkammer.
[0003] Bekannte Gasturbinen umfassen neben einer eingangs genannten Brennkammer einen Verdichter
und eine Turbine. Der Verdichter verdichtet der Gasturbine zugeführte Luft, wobei
ein Teil dieser Luft der Verbrennung von Brennstoff in der Brennkammer dient und ein
Teil zur Kühlung der Gasturbine und/oder der Verbrennungsgase verwendet wird. Die
durch den Verbrennungsvorgang in der Brennkammer bereitgestellten heißen Gase werden
aus der Brennkammer in die Turbine eingeleitet, wobei sie in dieser entspannen und
abkühlen und hierbei unter Leistung von Arbeit Turbinenschaufeln in Rotation versetzen.
Mittels dieser Rotationsenergie treibt die Gasturbine eine Arbeitsmaschine an. Bei
der Arbeitsmaschine kann es sich beispielsweise um einen Generator handeln.
[0004] Moderne Gasturbinen sollen in einem weiten Betriebsbereich den Anforderungen bezüglich
Schadstoffemissionen und Umweltfreundlichkeit genügen. Die Erfüllung dieser Anforderungen
hängt wesentlich von dem in der Gasturbine eingesetzten Verbrennungssystem ab. Zur
Reduktion der Emissionen von Stickoxiden (NOx) können beispielsweise magere Vormischungen
des Brennstoffs verwendet werden. Zur Erzielung eines hohen Wirkungsgrades der Gasturbine
werden hohe Turbineneintrittstemperaturen angestrebt, die mit hohen Flammentemperaturen
in der Brennkammer einhergehen. Hier sind die erwähnten Vormischflammen aufgrund der
hohen thermischen Leistungsdichte anfällig für thermoakustische Instabilitäten und
die NOx-Emissionen nehmen mit steigender Flammentemperatur exponentiell zu. Auf der
anderen Seite ist ein Betrieb der Gasturbine bei möglichst niedrigen Lasten und Flammentemperaturen
notwendig, um den Anforderungen der Kraftwerksbetreiber gerecht zu werden. Hier wird
der Betriebsbereich nach unten hin durch die bei unvollständigem Ausbrand entstehenden
Kohlenmonoxidemissionen (CO) begrenzt. Daher ist es wünschenswert, den Betriebsbereich
der Gasturbine in beide Richtungen zu erweitern.
[0005] Die Emission von Stickoxiden lässt sich auch durch eine Reduzierung der Verweilzeit
der Gase in der Brennkammer positiv beeinflussen.
[0006] Deshalb erfolgt zur weiteren Reduzierung von Stickoxiden bei bekannten Gasturbinen
eine nachfolgende Eindüsung eines Brennstoff/Luft-Gemisches in einer zweiten axialen
Stufe der Brennkammer, um einem ersten Arbeitsgasstrom einen zweiten Arbeitsgasstrom
mit verringerter Verweilzeit in der Brennkammer zu überlagern, so dass mittels einer
derartigen zweiten axialen Stufe eine Verringerung der Stickoxidemissionen erreicht
werden kann. Durch eine geeignete Fahrweise kann die Beaufschlagung der Axialstufe
mit Brennstoff erst bei relativ hohen Lasten erfolgen. Bei niedrigeren Lasten kann
die Brennstoffzufuhr zur axialen Stufe komplett abgeschaltet werden und dann wie ein
Luftbypass verwendet werden. Dadurch kann die erste Verbrennungszone selbst bei sehr
tiefen Lasten mit einer hohen lokalen Flammentemperatur betrieben werden, welche für
einen guten Ausbrand und entsprechend niedrige CO-Emissionen sorgt.
[0007] Die zweite Axialstufe dient daher gleichermaßen einer Erweiterung des Betriebsbereiches
des Verbrennungssystems zu niedrigeren und höheren Lasten.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Brennkammer der eingangs genannten
Art, eine Gasturbine mit einer derartigen Brennkammer und ein Verfahren zum Verbrennen
eines Brennstoff/Luft-Gemisches in einer derartigen Brennkammer anzugeben, welches
besonders schadstoffarm betrieben werden kann.
[0009] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einer Brennkammer der eingangs genannten Art
dadurch gelöst, dass das Gehäuse wenigstens eine eine Kavität ausbildende Auswölbung
in radialer Richtung aufweist, wobei wenigstens eine Einleitpassage der zweiten Brenneranordnung
zur Einleitung eines Luft/Brennstoff-Gemisches in die Auswölbung mündet, wobei eine
Zündung des in die Auswölbung eingeleiteten Brennstoff/Luft-Gemisch innerhalb der
Auswölbung erfolgt.
[0010] Die Brennkammer ist derart ausgebildet, dass eine Zündung des in die Auswölbung eingeleiteten
Brennstoff/Luft-Gemisch innerhalb der Auswölbung erfolgt. Die Erfindung ermöglicht
eine Verbrennung brennstoffreicher oder beispielsweise hoch reaktiver Gemische mit
hohem Wasserstoffanteil unter Vermeidung hoher Stickoxid- und Kohlenmonoxidemissionen
(CO). Mit anderen Worten lässt sich durch die Zündung des in der zweiten axialen Stufe
eingedüsten Brennstoff/Luft-Gemisches innerhalb der Auswölbung eine vollständige Umsetzung
der Reaktionsteilnehmer an der Verbrennung innerhalb der Kavität vermeiden, welche
mit hohen Temperaturen und damit auch hohen Stickoxidemissionen einhergehen würde.
[0011] Dieser Vorteil bleibt erhalten, selbst wenn das in der Auswölbung erzeugte heiße
Arbeitsgas im Anschluss an die in der Auswölbung stattfindende Reaktion der Hauptströmung
in der Brennkammer beiströmt.
[0012] Die die Brennkammer unterteilende erste und zweite Verbrennungszone kann auch mit
erster und zweiter Brennkammerabschnitt bezeichnet werden. Die Brennkammer kann weitere
Brennkammerabschnitte umfassen.
[0013] Die erste Brenneranordnung zur Verbrennung eines ersten in der ersten Verbrennungszone
zu zündenden Arbeitsgasstromes ist mit mindestens einer Brennstoffzufuhrleitung verbindbar
und weist mindestens einen Luftzufuhranschluss auf. Die erste Brenneranordnung kann
an dem dem Verdichter zugewandten Ende der Brennkammer angeordnet sein. Die erste
Brenneranordnung kann eine Vielzahl an Brennern umfassen, die beispielsweise in axial
zueinander versetzt angeordneten Gruppen am stromauf gelegenen Beginn der ersten Verbrennungszone
angeordnet sein können.
[0014] Die zweite Brenneranordnung kann bei Bedarf der ersten Brenneranordnung zuschaltbar
sein. Die zweite Brenneranordnung ist im Bereich der zweiten Verbrennungszone angeordnet.
Beispielsweise kann die zweite Brenneranordnung außerhalb des Gehäuses angeordnet
sein und mit mindestens einer Einleitpassage in das Innere der Brennkammer einmünden.
Die zweite Brenneranordnung ist mit mindestens einer Brennstoffzufuhrleitung verbindbar
und umfasst wenigstens eine Luftzufuhr. Beispielsweise kann die zweite Brenneranordnung
einen außen um das Gehäuse herum verlaufenden Brennstoffverteilerring umfassen. Der
Brennstoffverteilerring kann auch mit fuel manifold bezeichnet werden. An den Brennstoffverteilerring
können eine Vielzahl an um den Umfang des Gehäuses verteilt angeordnete Brennstoffdüsen
angeschlossen sein, welche den Brennstoff in eine an eine Luftzufuhr angeschlossene
Einleitpassage eindüsen, so dass ein Brennstoff/Luft-Gemisch zu einem Austritt der
Einleitpassage strömt. Die Einleitpassagen münden in das Innere der Brennkammer im
Bereich der zweiten Verbrennungszone, wobei erfindungsgemäß wenigstens eine der Einleitpassagen
in eine Auswölbung des Gehäuses im Bereich der zweiten Verbrennungszone gemäß Anspruch
1 einmündet. Die Einleitpassage kann mit dem die Verbrennungszonen umfassenden Gehäuse
einstückig ausgebildet sein.
[0015] Zur Reduzierung der Stickoxidemissionen kann - wie auch im Stand der Technik üblich
- die zweite axiale Stufe ausreichend weit vom stromauf liegenden Anfang der Brennkammer
entfernt angeordnet. Die zweite axiale Stufe kann sich mindestens im zweiten Drittel
der Brennkammer befinden und kann vorteilhafter Weise näher am stromab gelegenen Ausgang
der Brennkammer angeordnet sein.
[0016] Es kann auch als vorteilhaft angesehen werden, dass zumindest ein Teil des ersten
Arbeitsgasstromes mit dem durch die Einleitpassage der zweiten Brenneranordnung eingeleiteten
Brennstoff/Luft-Gemisches im Bereich der Auswölbung verwirbelbar ist.
[0017] Die Ausgestaltung kann beispielsweise dadurch realisiert werden, dass das Gehäuse
derart ausgebildet ist, dass ein Teil des ersten Arbeitsgasstromes in die Kavität
umgelenkt wird und zur Zündung des durch die Einleitpassage der zweiten Brenneranordnung
in die Auswölbung eingeleiteten Brennstoff/Luft-Gemisches mit diesem eine Wirbelströmung
ausbildet. Das durch die zweite Brenneranordnung bereitgestellte Brennstoff/Luft-Gemisch
wird mittels des von der ersten Verbrennungszone kommenden ersten Arbeitsgasstroms
gezündet und vermischt sich mit diesem, um am Ausgang der Brennkammer ein überlagertes
- also gemeinsames - Turbineneintrittsprofil zu erzeugen. Das Turbineneintrittsprofil
ist durch das Geschwindigkeits- und das Temperaturprofil des Arbeitsgasstroms bestimmt.
[0018] Es kann auch als vorteilhaft angesehen werden, dass die Auswölbung umlaufend ist.
[0019] Die Auswölbung kann beispielsweise wulstförmig um das Gehäuse der Brennkammer herum
verlaufen.
[0020] Vorteilhafterweise kann weiter vorgesehen sein, dass die Auswölbung einen Ringspalt
aufweist, in welchen eine umlaufende oder mehrere Einleitpassagen der zweiten Brenneranordnung
münden.
[0021] Diese Ausgestaltung der Erfindung weist einen besonders einfachen Aufbau auf, wodurch
die Herstellungskosten einer die Brennkammer umfassenden Gasturbine gesenkt werden
können.
[0022] Es kann auch als vorteilhaft angesehen werden, dass die Auswölbung eine axiale Länge
L und die Einleitpassage eine Höhe H aufweist und die Länge L das zwei- bis achtfache
der Höhe H beträgt.
[0023] Durch dieses Verhältnis zwischen der Länge L und der Höhe H wird eine zum Ausbrand
zur Verfügung stehende Aufenthaltszeit des in die Auswölbung einströmenden und zirkulierenden
Frischgases eingestellt bzw. das Verhältnis zwischen Volumen der Kavität zu Massenstrom.
Der angegebene Bereich gewährleistet hinsichtlich der Reduktion von Stickoxiden einen
günstigen Ausbrand.
[0024] Es kann auch als vorteilhaft angesehen werden, dass das Gehäuse im Bereich der ersten
Verbrennungszone ausgehend von einem ersten Durchmesser zur zweiten Verbrennungszone
hin konisch erweitert ist.
[0025] Die vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung ermöglicht eine Verzögerung des aus
der ersten Verbrennungszone kommenden Arbeitsgasstromes, wobei die konische Aufweitung
des Gehäuses wie ein Diffusor wirkt, über dessen Winkel die Zuführung des Arbeitsgasstromes
zur Kavität bzw. Auswölbung eingestellt werden kann.
[0026] Es kann auch als vorteilhaft angesehen werden, dass der Öffnungswinkel des Konus
weniger als 20 Grad beträgt.
[0027] Die Begrenzung des Winkels schränkt den in die Kavität abgelenkten Bruchteil des
ersten Arbeitsgasstroms auf zur Verbrennung sinnvolle Werte ein.
[0028] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung kann vorsehen, dass
das Gehäuse stromab hinter der Auswölbung einen zweiten Durchmesser aufweist, wobei
der zweite Durchmesser größer als der erste Durchmesser ist, so dass die Hauptströmungsgeschwindigkeit
vor und nach der Auswölbung in der Brennkammer im Wesentlichen gleich ist.
[0029] Das Verhältnis der Durchmesser berücksichtigt den durch die zweite axiale Stufe hervorgerufenen
Zuwachs an Massenstrom in der Brennkammer. Üblicherweise beträgt dieser Zuwachs 10
bis 40 % des aus der ersten Verbrennungszone kommenden ersten Arbeitsgasstromes. Die
vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung ermöglicht eine im Wesentlichen konstante
Hauptströmungsgeschwindigkeit in der Brennkammer, indem der zweite Durchmesser entsprechend
größer gewählt ist als der erste Durchmesser.
[0030] Vorteilhafter Weise kann vorgesehen sein, dass der zweite Durchmesser dem 1- bis
1,2-fachen des ersten Durchmessers entspricht.
[0031] Bei einem Massenstromzuwachs von 10 bis 40 % in der zweiten axialen Stufen ergibt
sich bei dem Verhältnis der Durchmesser gemäß der vorteilhaften Weiterbildung der
Erfindung eine nahezu konstante Hauptströmungsgeschwindigkeit in der Brennkammer.
[0032] Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, eine Gasturbine mit einer eingangs genannten
Brennkammer anzugeben, welche besonders schadstoffarm betrieben werden kann.
[0033] Hierzu weist die Gasturbine eine Brennkammer nach wenigstens einem der Ansprüche
1 bis 8 auf.
[0034] Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zum Verbrennen eines Brennstoff/Luft-Gemisches
in einer Gasturbinenbrennkammer anzugeben, welches besonders schadstoffarm ist.
[0035] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Verbrennen eines Brennstoff/Luft-Gemisches in
einer Gasturbinenbrennkammer umfasst einen ersten Verfahrensschritt, bei welchem ein
Brennstoff/Luft-Gemisch in einer ersten Verbrennungszone verbrannt wird und einen
ersten heißen Arbeitsgasstrom ausbildet, und einen zweiten Verfahrensschritt, in welchem
zur Zündung eines dem ersten Arbeitsgasstrom beizumischenden zweiten Arbeitsgasstroms
ein Teil des ersten Arbeitsgasstromes in eine Kavität geleitet wird und hier mit einem
zweiten Brennstoff/LuftGemisch in einer Wirbelströmung zur Reaktion gebracht wird,
um anschließend in einem dritten Verfahrensschritt der Hauptströmung beigemischt zu
werden.
[0036] Die Verfahrensschritte erfolgen in Bezug auf eine konkrete Gasmenge in zeitlicher
Abfolge, allerdings kontinuierlich und zeitlich parallel in Bezug auf unterschiedliche,
nachströmende Gasmengen. Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht eine vollständige
Umsetzung der Reaktionsteilnehmer an der Verbrennung innerhalb der Kavität zu vermeiden,
welche mit hohen Temperaturen und damit auch hohen Stickoxidemissionen einhergehen
würde.
[0037] Dieser Vorteil bleibt erhalten, wenn das in der Kavität erzeugte heiße Arbeitsgas
im Anschluss an die in der Kavität stattfindende Reaktion der Hauptströmung beigemischt
wird.
[0038] Weitere zweckmäßige Ausgestaltungen und Vorteile der Erfindung sind Gegenstand der
Beschreibung von Ausführungsbeispielen der Erfindung unter Bezug auf die Figur der
Zeichnung. Die Bezugszeichen verweisen mit ihrer ersten Stelle auf die Zahl der Abbildung.
Die zweite und dritte Stelle des Bezugszeichens ist dann für Figuren gleich gewählt,
wenn das in dem dargestellten Ausführungsbeispiel bezeichnete Teil eine gleiche Funktion
oder eine im Wesentlichen gleiche Funktion aufweist.
[0039] Dabei zeigt die
- Fig.1
- eine Gasturbine nach dem Stand der Technik in einer schematischen Schnittansicht,
- Fig.2
- einen Ausschnitt einer Brennkammer mit zweiter axialer Stufe nach dem Stand der Technik
in schematischer Schnittansicht,
- Fig.3
- einen Ausschnitt eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Brennkammer in
Seitenansicht, und
- Fig.4
- einen Ausschnitt des in Figur 3 dargestellten Ausführungsbeispiel in einer schematischen
Schnittansicht.
[0040] Die Figur 1 zeigt eine schematische Schnittansicht einer Gasturbine 101 nach dem
Stand der Technik. Die Gasturbine 101 weist im Inneren einen um eine Rotationsachse
102 drehgelagerten Rotor 103 mit einer Welle 104 auf, der auch als Turbinenläufer
bezeichnet wird. Entlang des Rotors 103 folgen aufeinander ein Ansauggehäuse 106,
ein Verdichter 108, ein Verbrennungssystem 109 mit einer Anzahl an Brennkammern 110,
die jeweils eine Brenneranordnung 111 und ein Gehäuse 112 umfassen, eine Turbine 114
und ein Abgasgehäuse 115.
[0041] Das Verbrennungssystem 109 kommuniziert mit einem beispielsweise ringförmigen Heißgaskanal.
Dort bilden mehrere hintereinander geschaltete Turbinenstufen die Turbine 114. Jede
Turbinenstufe ist aus Schaufelringen gebildet. In Strömungsrichtung eines Arbeitsmediums
gesehen folgt im Heißkanal einer aus Leitschaufeln 117 gebildeten Reihe eine aus Laufschaufeln
118 gebildete Reihe. Die Leitschaufeln 117 sind dabei an einem Innengehäuse eines
Stators 119 befestigt, wohingegen die Laufschaufeln 118 einer Reihe beispielsweise
mittels einer Turbinenscheibe am Rotor 103 angebracht sind. An dem Rotor 103 ist beispielsweise
ein Generator (nicht dargestellt) oder eine Arbeitsmaschine (nicht dargestellt) angekoppelt.
[0042] Während des Betriebes der Gasturbine wird vom Verdichter 108 durch das Ansauggehäuse
106 Luft angesaugt und verdichtet. Die am turbinenseitigen Ende des Verdichters 108
bereitgestellte verdichtete Luft wird zu dem Verbrennungssystem 109 geführt und dort
im Bereich der Brenneranordnung 111 mit einem Brennstoff vermischt. Das Gemisch wird
dann mit Hilfe der Brenneranordnung 111 unter Bildung eines Arbeitsgasstromes im Verbrennungssystem
109 verbrannt. Von dort strömt der Arbeitsgasstrom entlang des Heißgaskanals an den
Leitschaufeln 117 und den Laufschaufeln 118 vorbei. An den Laufschaufeln 118 entspannt
sich der Arbeitsgasstrom impulsübertragend, so dass die Laufschaufeln 118 den Rotor
103 antreiben und dieser die an ihn angekoppelte Arbeitsmaschine beziehungsweise einen
Generator (nicht dargestellt).
[0043] Die Figur 2 zeigt eine schematische Schnittansicht einer Brennkammer 210 mit einer
zweiten axialen Stufe gemäß dem Stand der Technik. Die Brennkammer 210 umfasst ein
um eine Rotationsachse 202 symmetrisch ausgebildetes Gehäuse 212, welches eine erste
Verbrennungszone 220 und eine zweite Verbrennungszone 221 umgibt. Die erste Verbrennungszone
220 und die zweite Verbrennungszone 221 unterteilen die Brennkammer 210 in Abschnitte,
wobei die zweite Verbrennungszone 221 in Hauptströmungsrichtung unmittelbar auf die
erste Verbrennungszone 220 folgt. Die Brennkammer 210 umfasst mindestens eine erste
Brenneranordnung (nicht dargestellt) und eine zweite Brenneranordnung 211, wobei die
erste Brenneranordnung (nicht dargestellt) zur Verbrennung eines ersten in der ersten
Verbrennungszone 220 zu zündenden Arbeitsgasstromes 222 ausgebildet ist, und die zweite
Brenneranordnung 211 zur Verbrennung eines in der zweiten Verbrennungszone 221 zu
zündenden zweiten Arbeitsgasstroms 223 ausgebildet ist, wobei der zweite Arbeitsgasstrom
223 mit dem ersten Arbeitsgasstrom 222 vermischbar ist und an einem Ausgang 224 der
Brennkammer 210 ein überlagertes Turbineneintrittsprofil erzeugt. Die zweite Brenneranordnung
211 umfasst eine Reihe von Einleitpassagen 225, welche zur Einleitung eines Luft/Brennstoff-Gemisches
in die zweite Verbrennungszone 221 münden. Hierzu wird einem Luftstrom 226 aus einem
Brennstoffverteiler 227 über Brennstoffdüsen 228 Brennstoff beigemischt, wobei das
Luft/Brennstoff-Gemisch durch die Einleitpassagen 225 in die zweite Verbrennungszone
221 eingeleitet und durch den heißen ersten Arbeitsgasstrom 222 in der zweiten Verbrennungszone
221 gezündet wird und sich der Hauptströmung beimischt. In diesem Sinne wird der zweite
Arbeitsgasstrom der Hauptströmung beigemischt. Die Hauptströmung in dem Gehäuse 212
besteht im Bereich der zweiten Verbrennungszone 221 aus dem ersten Arbeitsgasstrom
222 und dem durch die zweite axiale Stufe zusätzlich zugeführten Gasen in das Gehäuse
212.
[0044] Die Figur 3 zeigt einen Ausschnitt einer erfindungsgemäßen Brennkammer 310 gemäß
einem Ausführungsbeispiel in schematischer Darstellung und Seitenansicht. Die erfindungsgemäße
Brennkammer 310 umfasst ein Gehäuse 312, welches eine Auswölbung 330 in radialer Richtung
aufweist, so dass in der Brennkammer 310 eine Kavität ausgebildet ist. Die Auswölbung
330 ist im Übergangsbereich zwischen einem ersten Gehäuseteil 312a und einem zweiten
Gehäuseteil 312b angeordnet, wobei der erste Gehäuseteil 312a eine erste Verbrennungszone
(in der Figur nicht sichtbar) umgibt und der zweite Gehäuseteil 312b eine zweite Verbrennungszone
(in der Figur nicht sichtbar) umgibt. Die Auswölbung 330 ist somit auch im Übergangsbereich
zwischen der ersten und der zweiten Verbrennungszone angeordnet. Eine Brennstoffverteileranordnung
331 umfasst einen Brennstoffverteilerring 332, von welchem eine Vielzahl an in eine
Einleitpassage (in der Figur nicht sichtbar) mündenden Brennstoffdüsen 328 abzweigen.
Die Einleitpassage (in der Figur nicht sichtbar) mündet über einen Ringspalt (in der
Figur nicht sichtbar) in die Auswölbung 330 ein. Die Einleitpassagen (in der Figur
nicht sichtbar) dienen der Einleitung eines Luft/Brennstoff-Gemisches in die Auswölbung
330. Die Auswölbung 330 ist umlaufend ausgebildet.
[0045] Die Figur 4 zeigt eine schematische Schnittansicht der in Figur 3 dargestellten erfindungsgemäßen
Brennkammer im Bereich der Auswölbung 430. Die Brennkammer 410 umfasst ein um eine
Rotationsachse 402 symmetrisch ausgebildetes Gehäuse 412, welches eine erste Verbrennungszone
420 und eine zweite Verbrennungszone 421 umgibt, wobei die zweite Verbrennungszone
421 in einer Hauptströmungsrichtung 437 unmittelbar auf die erste Verbrennungszone
420 folgt. Der die erste Verbrennungszone 420 umgebende Gehäuseteil ist hierbei mit
dem Bezugszeichen 412a gekennzeichnet und der die zweite Verbrennungszone umgebende
Gehäuseteil mit dem Bezugszeichen 412b.
[0046] Das Gehäuse 412 weist im Übergangsbereich zwischen der ersten Verbrennungszone 420
und der zweiten Verbrennungszone 421 eine Auswölbung 430 in radialer Richtung auf,
so dass in der Brennkammer 410 eine Kavität 435 ausgebildet ist. In diese Kavität
435 mündet über einen Ringspalt eine von einer Brennstoffverteileranordnung 431 umfasste
umlaufende Einleitpassage 425, welche mit dem Gehäuse 412 einstückig ausgebildet ist.
Die Brennstoffverteileranordnung 431 umfasst zudem einen Brennstoffverteilerring 432,
von welchem in die umlaufende Einleitpassage 425 hineinragende Brennstoffdüsen 428
abzweigen. Die Einleitpassage weist eine Höhe H und die Auswölbung eine axiale Länge
L auf.
[0047] Das Gehäuse 412 ist im Bereich der ersten Verbrennungszone ausgehend von einem ersten
Durchmesser D
1 zur zweiten Verbrennungszone hin konisch erweitert ist, wobei der Öffnungswinkel
des Konus mit α bezeichnet ist. Das Gehäuse 412 stromab hinter der Auswölbung 430
weist einen zweiten Durchmesser D
2 auf, wobei der zweite Durchmesser D
2 größer ist als der erste Durchmesser D
1.
[0048] Die Brennstoffverteileranordnung 431 ist Teil einer zweiten Brenneranordnung zur
Verbrennung eines in der zweiten Verbrennungszone 421 zu zündenden zweiten Arbeitsgasstroms.
Hierzu ist die Brenneranordnung mit mindestens einer Brennstoffleitung (nicht dargestellt)
verbunden zur Versorgung des Brennstoffverteilerringes 432 mit Brennstoff. Der mittels
des Brennstoffverteilerrings 432 an die Brennstoffdüsen 428 verteilte Brennstoff wird
in die mindestens eine Einleitpassage 425 eingedüst, wo er sich mit einem Luftstrom
426 vermischt. Das Brennstoff/Luft-Gemisch 438 wird über die Einleitpassage 425 in
die Auswölbung 430 eingeleitet und verwirbelt im Bereich der Auswölbung 430 mit einem
Teil eines ersten Arbeitsgasstromes 439. Das in die Auswölbung 430 eingeleitete Brennstoff/Luft-Gemisch
438 kann auch mit zweitem Brennstoff/LuftGemisch bezeichnet werden. Aufgrund der hohen
Temperaturen des Teils des ersten Arbeitsgasstromes 439 wird das zweite Brennstoff/Luft-Gemisch
438 in der Wirbelströmung zur Reaktion gebracht und anschließend der Hauptströmung
442 beigemischt.
[0049] Somit ermöglicht die erfindungsgemäße Brennkammer die Verbrennung eines Brennstoff/Luft-Gemisches,
indem mittels einer ersten Brenneranordnung (nicht dargestellt) ein erstes Brennstoff/Luft-Gemisch
(nicht dargestellt) in der ersten Verbrennungszone 420 verbrannt wird und einen ersten
heißen Arbeitsgasstrom ausbildet und zur Zündung eines dem ersten Arbeitsgasstrom
beizumischenden zweiten Arbeitsgasstroms ein Teil des ersten Arbeitsgasstromes 439
in eine Kavität 435 geleitet wird und hier mit einem zweiten Brennstoff/LuftGemisch
438 in einer Wirbelströmung zur Reaktion gebracht wird, und anschließend der Hauptströmung
442 beigemischt wird. Die Hauptströmung 442 wird somit in der ersten Verbrennungszone
420 durch den ersten Arbeitsgasstrom gebildet, von dem ein Teil des ersten Arbeitsgasstromes
439 abgetrennt wird und in der zweiten Verbrennungszone 421 durch den verbleibenden
ersten Arbeitsgasstrom, dem das gezündete zweite Brennstoff/Luft-Gemisch 438 in Form
eines zweiten Arbeitsgasstromes und der abgetrennte Teil des ersten Arbeitsgasstromes
439 beigemischt wird. Damit die Hauptströmungsgeschwindigkeit der Hauptströmung 442
vor und nach der Auswölbung 430 in der Brennkammer 410 im Wesentlichen konstant ist,
ist der Durchmesser D
2 entsprechend dem Massenstromzuwachs der Hauptströmung durch die Beimischung des zweiten
Arbeitsgasstromes größer zu wählen als der Durchmesser D
1. Bei einem Massenstromzuwachs von 10 bis 40 % kann D
2 beispielsweise als das 1-bis 1,2-fache von D
1 gewählt werden.
[0050] Die erfindungsgemäße Brennkammer 410 ermöglicht es, eine vollständige Umsetzung der
Reaktionsteilnehmer an der Verbrennung innerhalb der Kavität 435 zu vermeiden, wodurch
geringe Stickoxidemissionen bei der Verbrennung ermöglicht werden. Hierzu kann über
das Verhältnis von axialer Länge L der Auswölbung 430 und der Höhe H der Einleitpassage
eine zum Ausbrand zur Verfügung stehende Aufenthaltszeit des in die Auswölbung einströmenden
und zirkulierenden Frischgases eingestellt werden bzw. das Verhältnis zwischen Volumen
der Kavität zu Massenstrom. Beispielsweise kann die axiale Länge L das zwei- bis achtfache
der Höhe H betragen. Durch den Öffnungswinkel des Konus α kann der in die Kavität
abgelenkte Bruchteil des ersten Arbeitsgasstroms 439 auf zur Verbrennung günstige
Werte eingestellt werden. Vorteilhafter Weise ist der Winkel kleiner als 20 Grad gewählt.
1. Brennkammer (310,410) für eine Gasturbine (101), mit
- mindestens einer die Brennkammer (310,410) in Abschnitte unterteilenden ersten (420)
und zweiten Verbrennungszone (421), wobei die zweite Verbrennungszone (421) in Hauptströmungsrichtung
(437) auf die erste Verbrennungszone (420) folgt,
- einem die Verbrennungszonen umgebenden Gehäuse (412),
- mindestens einer ersten und zweiten Brenneranordnung (111,211),
- wobei die erste Brenneranordnung (111) zur Verbrennung eines ersten in der ersten
Verbrennungszone zu zündenden Arbeitsgasstromes (222) ausgebildet ist, und
- die zweite Brenneranordnung (211) zur Verbrennung eines in der zweiten Verbrennungszone
(221, 421) zu zündenden zweiten Arbeitsgasstroms (223) ausgebildet ist,
- wobei der zweite Arbeitsgasstrom (223) mit dem ersten Arbeitsgasstrom (222) vermischbar
ist und an einem Ausgang der Brennkammer (224) ein überlagertes Turbineneintrittsprofil
erzeugt,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das Gehäuse (412) eine eine Kavität (435) ausbildende Auswölbung (330, 430)in radialer
Richtung aufweist, wobei wenigstens eine Einleitpassage (425) der zweiten Brenneranordnung
in die Auswölbung (330,430) mündet,
- und eine Zündung des in die Auswölbung eingeleiteten Brennstoff/Luft-Gemisches innerhalb
der Auswölbung erfolgt.
2. Brennkammer nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Teil des ersten Arbeitsgasstromes (439) mit dem durch die Einleitpassage
(425) der zweiten Brenneranordnung eingeleiteten Brennstoff/Luft-Gemisches (438) im
Bereich der Auswölbung (330,430) verwirbelbar ist.
3. Brennkammer nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Auswölbung (330,430) umlaufend ist.
4. Brennkammer nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Auswölbung (330, 430) einen Ringspalt aufweist, in welchen eine umlaufende oder
mehrere Einleitpassagen (425) der zweiten Brenneranordnung münden.
5. Brennkammer nach einem der vorangehenden Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Auswölbung (330,430) eine axiale Länge (L) und die Einleitpassage (425) eine
Höhe (H) aufweist, und die axiale Länge (L) das zwei- bis achtfache der Höhe (H) beträgt.
6. Brennkammer nach einem der vorangehenden Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (312,412) im Bereich der ersten Verbrennungszone (420) ausgehend von
einem ersten Durchmesser (D1) zur zweiten Verbrennungszone (421) hin konisch erweitert ist.
7. Brennkammer (310,410) nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass der Öffnungswinkel des Konus (α) weniger als 20 Grad beträgt.
8. Brennkammer (310,410) nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (412) stromab hinter der Auswölbung (430) einen zweiten Durchmesser (D2) aufweist, wobei der zweite Durchmesser (D2) größer als der erste Durchmesser (D1) ist, so dass die Hauptströmungsgeschwindigkeit vor und nach der Auswölbung (430)
in der Brennkammer (410) im Wesentlichen gleich ist.
9. Brennkammer (410) nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Durchmesser (D2) dem 1- bis 1,2-fachen des ersten Durchmessers (D1) entspricht.
10. Gasturbine (101) mit einer Brennkammer (110,210,310,410),
dadurch gekennzeichnet, dass die Brennkammer (410) nach wenigstens einem der vorangehenden Ansprüche 1 bis 9 ausgebildet
ist.
11. Verfahren zum Verbrennen eines Brennstoff/Luft-Gemisches in einer Gasturbinenbrennkammer
(410), bei welchem ein Brennstoff/Luft-Gemisch in einer ersten Verbrennungszone (220,420)
verbrannt wird und einen ersten heißen Arbeitsgasstrom (222) ausbildet und
zur Zündung eines dem ersten Arbeitsgasstrom (222) beizumischenden zweiten Arbeitsgasstroms
(223) ein Teil des ersten Arbeitsgasstromes (439) in eine Kavität (435) geleitet wird
und hier mit einem zweiten Brennstoff/Luft-Gemisch (438) in einer Wirbelströmung zur
Reaktion gebracht wird, und anschließend der Hauptströmung (442) beigemischt wird.