[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Anhalten einer in
einem Drehgestell einer Uhr angebrachten Unruh eines Regulierorgans, wobei die Vorrichtung
mittels einer Stellvorrichtung der Uhr gesteuert werden kann, sowie auf ein entsprechendes,
mit einer solchen Vorrichtung ausgerüstetes Uhrwerk, respektive auf eine Uhr mit einem
derartigen Uhrwerk.
[0002] Mechanische Uhren mit komplexem Aufbau und weitergehenden Funktionen, insbesondere
auch hinsichtlich des Antriebs und der Regulierung des Uhrwerks, sind beliebt und
finden immer weitere Verbreitung. In diesem Zusammenhang sind auch Drehgestelle zu
sehen, welche dem Zweck dienen, die Wirkung der Schwerkraft auf die Ganggenauigkeit
des Uhrwerks der Uhr unabhängiger von der Ausrichtung der Uhr im Raum zu machen, indem
das Regulierorgan und die Hemmung der Uhr auf einem sich in ständiger Drehung befindlichem
Gestell, welches auch Tourbillon genannt wird, angeordnet werden. Obwohl dieser Effekt
bei Armbanduhren wegen der beim normalen Tragen der Uhr auftretenden, ständigen Armbewegung
zu relativieren ist, ist es unabdingbar, die Uhrzeit von mechanischen Uhren von Zeit
zu Zeit mit einer möglichst exakten Zeitanzeige, beispielsweise im Hilfe einer handelsüblichen,
von einer Atomuhr gesteuerten Funkuhr, zu synchronisieren.
[0003] Allerdings ist es bei Uhren mit Drehgestell schwierig, eine präzise manuelle Einstellung
der Uhrzeit zu gewährleisten, da hierzu ein Anhalten des Drehgestells bzw. der darin
angebrachten Unruh nötig ist. Bei solchen Vorrichtungen sind nämlich sämtliche Bestandteile
der Hemmung und die Unruh samt zugehöriger Spiralfeder innerhalb des sogenannten Käfigs
des Drehgestells, welcher auch als Tourbillonkäfig bezeichnet wird, angebracht. Letzterer
besteht normalerweise aus dem sogenannten Unter - und Oberteil, welche durch mehrere,
am Außenrand des Käfigs angebrachte Säulen verbunden sind. Daher ist ein Anhalten
der sich im drehenden Drehgestellkäfig befindlichen und dort schwingenden Unruh wegen
der im Wege stehenden und in ständiger Drehung befindlichen Drehgestellsäulen nicht
auf einfache Art und Weise zu bewerkstelligen.
[0004] Dies hat einerseits dazu geführt, daß in manchen Uhren zwar Uhrwerke mit Drehgestell
verwendet werden, dies jedoch gänzlich ohne zugehörige Anhaltevorrichtung der Unruh,
was bei den entsprechenden Uhren den gravierenden Nachteil einer nicht sekundengenauen,
synchronen Einstellung der Uhrzeit bedingt. Der Vollständigkeit halber sei hier noch
angemerkt, daß ein Tourbillon- bzw. Drehgestellkäfig als Sekundenzeiger fungieren
kann, wenn die Konstruktion so ausgelegt wurde, daß sich der Käfig einmal pro Minute
um seine eigene Achse dreht. Dies ist mitunter der Grund, warum die meisten Uhren
mit einem von der Zifferblattseite her sichtbaren Tourbillonkäfig keinen Sekundenzeiger
benötigen, wobei allerdings der oben erwähnte Nachteil auftritt, daß auf Grund des
fehlenden Sekundenzeigers und somit des Fehlens einer klassischen Sekundenstoppvorrichtung
keine sekundengenaue Einstellung solcher Tourbillonuhren möglich ist. Zudem ist hier
weiter anzufügen, daß eine dem Fachmann bekannte, klassische Sekundenstoppvorrichtung
für Sekundenzeiger, wie sie beispielsweise im Dokument
CH 220 530 (Thommens Uhrenfabriken AG) beschrieben ist, in solcherart konzipierten Uhren mit
Tourbillon ohnehin nicht als sekundengenaue Stoppvorrichtung fungieren kann, weil
wie oben erwähnt die Unruh konstruktionsbedingt fast unerreichbar innerhalb des sich
ständig drehenden Drehgestells angeordnet ist.
[0005] Andererseits wurden angesichts des obengenannten Nachteils, welcher den Vorteil der
erhöhten Ganggenauigkeit eines Uhrwerks mit Drehgestell erheblich beeinträchtigt,
im Laufe der Zeit verschiedene Mechanismen vorgeschlagen, welche ein Anhalten der
Unruh in einem Drehgestell und damit im Prinzip eine sekundengenauen Einstellung der
Uhrzeit erlauben. Beispiele hierfür sind etwa die in den Dokumenten
WO2003/048871 (Lange Uhren GmbH),
EP 1 617 305 (Montres Breguet SA),
CH 699 029 (Fabrique d'horlogerie Minerva SA), und
CN101846962 (Tianjin Sea Gull Watch Group Co Ltd) beschriebenen Tourbillonvorrichtungen.
[0006] Ohne hier völlig im Detail auf diese Vorrichtungen eingehen zu können, sei festgestellt,
daß der in dem Dokument
WO2003/048871 (Lange Uhren GmbH) vorgeschlagene Mechanismus eine Uhr mit Tourbillon betrifft, wobei
die Uhr eine Stoppvorrichtung besitzt, welche im Wesentlichen auf einer V- oder U-förmigen
Doppelarmfeder fußt, die aus einer Normallage radial außerhalb der umlaufenden Bewegungsbahn
der Pfeiler des Tourbillonkäfigs in eine Blockierlage, in der ihre freien Enden an
der Unruh anliegen und deren Bewegung unterbinden, geschwenkt werden kann. Dieser
Ansatz auf Basis einer Doppelarmfeder erfordert viel Platz für die Schwenkbewegung
der Doppelarmfeder und ist sowohl hinsichtlich des Aufbaus als auch der Funktionsweise
relativ kompliziert.
[0007] Der Tourbillon laut dem Dokument
EP 1 617 305 (Montres Breguet SA) besitzt entlang des Tourbillonkäfigs mehrere Blockierelemente,
welche von außerhalb des Käfigs gesteuert werden und die im Tourbillonkäfig montierte
Unruh anhalten können. Allerdings muß durch diesen Ansatz das Drehgestell an sich
durch Hinzufügen weiterer Bauteile verändert werden, ohne hinsichtlich der Einfachheit
und Zuverlässigkeit des Mechanismus zu gewinnen.
[0008] In dem Dokument
CH 699 029 (Fabrique d'horlogerie Minerva SA) wird ein Tourbillon vorgeschlagen, der auf Grund
der Anbringung eines Endes der Achse seiner Unruh in einer stationär angeordneten
Brücke der Uhr keine Säulen mehr benötigt und daher über keinen Tourbillonkäfig im
herkömmlichen Sinne mehr verfügt. Daher kann bei dieser Vorrichtung die Unruh, wie
bei einer Unruh in einem Uhrwerk ohne Drehgestell, mittels eines seitlich angebrachten
Anhaltehebels angehalten werden. Allerdings ist diese Vorrichtung nur für Uhrwerke
bzw. Uhren geeignet, in denen auf den konventionellen Tourbillonkäfig mit dessen kennzeichnenden
Säulen verzichtet werden kann oder soll.
[0009] Schließlich ist aus dem Dokument
CN 101 846 962 (Tianjin Sea Gull Watch Group Co Ltd) ein Tourbillon bekannt, bei dem die im Käfig
angebrachte Unruh durch auf die Achse der Unruh einwirkende Bremszangen angehalten
werden kann. Auf Grund des geringen Hebelarms muß jedoch die durch die Bremszangen
auf die Achse ausgeübte Bremskraft sehr hoch gewählt werden, wobei das Anhalten der
Unruh zudem vergleichsweise lange dauern kann.
[0010] Das Ziel der vorliegenden Erfindung ist daher die Überwindung der oben dargestellten
Schwierigkeiten und Nachteile sowie die Verwirklichung einer Vorrichtung zum Anhalten
einer in einem Drehgestell angeordneten Unruh, welche sowohl platzsparend, konstruktiv
einfach, und sicher in der Funktionsweise realisiert werden kann. Die vorliegende
Erfindung hat daher eine Vorrichtung als Gegenstand, welche die im Anspruch 1 genannten
Kennzeichen aufweist, sowie ein entsprechendes Uhrwerk, respektive eine entsprechende
Uhr, welche eine derartige Vorrichtung aufweisen.
[0011] Zur Verwirklichung der vorgenannten Ziele zeichnet sich der Erfindungsgegenstand
insbesondere dadurch aus, daß die Vorrichtung zumindest zwei Anhaltehebel aufweist,
welche jeweils an einer Hebelschwenkachse derart schwenkbar angebracht sind, daß sie
aus einer Ruheposition, in welcher die Unruh und das Drehgestell frei drehbar sind,
in eine Anhalteposition gebracht werden können, in welcher zumindest einer der Anhaltehebel
mit dessen freiem Ende die Unruh so beaufschlagt, daß diese angehalten wird, und daß
die Vorrichtung für jeden dieser Anhaltehebel Mittel zur Vorbeaufschlagung aufweist,
derart, daß die von jedem der Anhaltehebel auf die Unruh ausgeübte Kraft getrennt
wirken kann. In vorteilhafter und vergleichsweise einfacher Weise kann dadurch unabhängig
von der Position des in Drehung befindlichen Drehgestells, insbesondere unabhängig
von der Lage der Säulen des Drehgestells im Raum, gewährleistet werden, daß zumindest
ein Anhaltehebel die Unruh in der Anhalteposition beaufschlagt und damit deren Schwingung
beendet, so daß die sekundengenaue Einstellung der zugehörigen Uhr möglich ist.
[0012] Insbesondere können die Mittel zur Vorbeaufschlagung der Anhaltehebel jeweils aus
einer an der Hebelschwenkachse der Anhaltehebel angeordneten Spiralfeder bestehen,
wobei die Federkraft der an der Hebelschwenkachse der Anhaltehebel angeordneten Spiralfedern
vorzugsweise einstellbar ist. Somit ist die Wirkung der von jedem der Anhaltehebel
auf die Unruh ausgeübte Kraft getrennt sichergestellt und deren Größe zudem getrennt
regelbar.
[0013] Je nach konkreter Ausgestaltung des Uhrwerks, respektive der Uhr, in welche die Vorrichtung
integriert werden soll, besteht auch die Wahlmöglichkeit, die zumindest zwei schwenkbar
angebrachten Anhaltehebel entweder merklich zangenartig oder merklich parallel zueinander
angeordnet werden, so daß eine gewisse Flexibilität in der Verwirklichung der Vorrichtung
besteht.
[0014] Weiterhin besitzt die Vorrichtung Mittel zur Steuerung der zumindest zwei Anhaltehebel,
welche mit der Stellvorrichtung der Uhr in Kooperation stehen. Insbesondere können
die besagten Mittel zur Steuerung einen Schieber oder einen Schwenkhebel, welche jeweils
mit einem Stellhebel, der von der Stellvorrichtung der Uhr aus betätigt werden kann,
aufweisen, so daß auch hinsichtlich der Steuerung verschiedene Alternativen bestehen.
[0015] Ein Erfindungsgegenstand besteht auch in einem Uhrwerksmodul, das in modularer Bauweise
zum Zusammenbau mit einem Basisuhrwerk geeignet ist und eine erfindungsgemäße Vorrichtung
zum Anhalten der in einem Drehgestell einer Uhr angebrachten Unruh aufweist, wobei
das Uhrwerksmodul nur das Drehgestell mitsamt der Unruh, der Spiralfeder für die Unruh,
und den Bauteilen der Hemmung sowie die besagte Anhaltevorrichtung beherbergt, sowie
in einer Uhr, welche ein Basisuhrwerk und ein zum Zusammenbau mit diesem geeignetes,
Uhrwerksmodul mit Drehgestell und besagter Anhaltevorrichtung aufweist. Die erfindungsgemäße
Vorrichtung ist daher, vor allem unter Verwendung eines modularen Konstruktionsprinzips
bei einem zugehörigen Uhrwerk, insgesamt höchst flexibel und vorteilhaft einsetzbar.
[0016] Die beigefügten Abbildungen stellen beispielhaft mehrere Ausführungsformen einer
Vorrichtung laut der vorliegenden Erfindung dar.
[0017] Die Abbildung 1a ist eine perspektivische Ansicht eines auf einem Basisuhrwerk aufgebauten
Uhrwerksmoduls, welches ein Drehgestell mit einer Unruh, mit einer zugehörigen Spiralfeder,
und mit den Teilen der Hemmung, sowie eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung zum Anhalten einer in einem Drehgestell angebrachten Unruh aufweist, wobei
sich die Anhaltehebel der Vorrichtung in der Ruheposition befinden; die Abbildung
1b ist eine Draufsicht auf das Uhrwerksmodul laut Abbildung 1a, wobei nur die erfindungsgemäße
Anhaltevorrichtung im Detail dargestellt ist, während das im Prinzip vorbekannte Drehgestell
mitsamt den darauf angebrachten Teilen nur gestrichelt angedeutet ist; die Abbildung
1c zeigt einen Schnitt entlang der in der Abbildung 1b eingezeichneten Linie A-A;
die Abbildung 1d ist eine der Abbildung 1a entsprechende perspektivische Ansicht des
auf einem Basisuhrwerk aufgebauten Uhrwerksmoduls, respektive der ersten Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Anhaltevorrichtung, wobei sich die Anhaltehebel der Vorrichtung
in der Anhalteposition befinden; die Abbildungen 1e und 1f zeigen vergrößerte Draufsichten
auf den ersten -, respektive zweiten Anhaltehebel einer erfindungsgemäßen Anhaltevorrichtung.
[0018] Die Abbildungen 2a, 2b, und 2c illustrieren mittels der Abbildung 1b entsprechenden
Draufsichten schematisch das Prinzip der Funktionsweise der ersten Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Anhalten einer in einem Drehgestell angebrachten
Unruh, welche in einem Uhrwerksmodul integriert ist, wobei die Vorrichtung in Abbildung
2a in der Ruheposition und in den Abbildungen 2b und 2c in zwei verschiedenen Anhaltepositionen
dargestellt ist.
[0019] Die Abbildungen 3a, 3b, und 3c stellen mittels zu den Abbildungen 1a, 1b, und 1c
analogen Darstellungen beispielhaft und schematisch eine zweite Ausführungsform einer
erfindungsgemäßen Vorrichtung dar, bei der die Anhaltehebel merklich parallel angeordnet
sind, anstatt merklich zangenartig wie in der ersten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Anhaltevorrichtung.
[0020] Die Abbildungen 4a und 4b illustrieren mittels Draufsichten schematisch das Prinzip
der Funktionsweise der zweiten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
zum Anhalten einer in einem Drehgestell angebrachten Unruh, welche in einem Uhrwerksmodul
integriert ist, wobei die Vorrichtung in Abbildung 4a in der Ruheposition und in der
Abbildung 4b in einer beispielhaft gewählten Anhalteposition dargestellt ist.
[0021] Die Abbildung 5a stellt in einer Explosivdarstellung den Zusammenbau eines Uhrwerksmoduls,
das eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Anhalten einer in einem Drehgestell angebrachten
Unruh aufweist, mit einem Basisuhrwerk dar, während die Abbildung 5b beispielhaft
und schematisch eine von der Werkseite her gesehene perspektivische Ansicht eines
für diesen Zusammenbau geeigneten Basisuhrwerks zeigt, in welchem insbesondere Teile
der mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung kooperierenden Stellvorrichtung der Uhr
sichtbar sind.
[0022] Im Folgenden soll die Erfindung nun mit Hilfe der erwähnten Abbildungen in diversen
Ausführungsformen im Detail beschrieben werden.
[0023] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Anhalten einer in einem Drehgestell angebrachten
Unruh wird im Folgenden im in ein Uhrwerksmodul eingebauten Zustand beschrieben und
ist in den Abbildungen entsprechend dargestellt, wobei das Uhrwerksmodul dabei auf
ein geeignetes Basisuhrwerk aufgesetzt ist. Nichtsdestotrotz kann eine solche Vorrichtung
ohne Weiteres in Verbindung mit jedem beliebigen, in ein Uhrwerk eingebautes Drehgestell
benutzt werden. Die folgende Beschreibung stellt daher keinerlei Beschränkung des
Anwendungsbereichs der Erfindung dar.
[0024] Weiterhin wird der Begriff Uhrwerksmodul hierbei in der folgenden Beschreibung so
verwendet, daß er sich auf ein Modul bezieht, welches zusätzlich zum Basisuhrwerk
im Uhrgehäuse bzw. in die Uhr integriert wird, wobei das Modul mit dem Basisuhrwerk
der Uhr in funktioneller Kooperation steht. Die Begriffe Drehgestell bzw. Drehgestellkäfig
werden im Folgenden generell synonym mit den Begriffen Tourbillon bzw. Tourbillonkäfig
benutzt.
[0025] Die Abbildung 1a ist eine perspektivische Ansicht eines auf einem Basisuhrwerk 6
aufgebauten Uhrwerksmoduls 7, welches ein Drehgestell 3 sowie eine erste Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung 1 zum Anhalten einer in einem Drehgestell 3 angebrachten
Unruh 2 aufweist.
[0026] Das Drehgestell 3 an sich ist hierbei im Prinzip vorbekannt und kann im Einzelnen
verschiedentlich gestaltet sein. Wie üblich trägt es zwischen dem Drehgestellunterteil
3.1, dem Oberteil 3.2, sowie den dazwischen angeordneten Säulen 3.3 eine Unruh 2,
eine zur Unruh 2 gehörige Spiralfeder 2.1, und sämtliche Teile der Hemmung 5, wie
etwa das Ankerrad 5.1 und den Anker. Nicht alle dieser Teile sind in den Abbildungen
sichtbar bzw. dargestellt, insofern diese dem Fachmann eingehend bekannt sowie im
Kontext der vorliegenden Erfindung nicht relevant sind und daher im Folgenden nicht
weiter beschrieben werden sollen. Aus diesem Grunde wird auch nicht auf die Funktionsweise
eines Uhrwerks mit Drehgestell eingegangen.
[0027] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung 1 zum Anhalten einer in einem Drehgestell 3 einer
Uhr angebrachten Unruh 2 kann mittels einer Stellvorrichtung 4 der Uhr, welche meist
in Form einer Stellkrone 4.1 realisiert wird, gesteuert werden, worauf an späterer
Stelle näher eingegangen werden soll. Um zunächst den Aufbau einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung 1 zu schildern, sei erwähnt, daß eine solche Vorrichtung 1 zumindest zwei
Anhaltehebel 1.1, 1.2 aufweist, welche jeweils an einer Hebelschwenkachse 1.1.1, 1.2.1
schwenkbar angebracht sind, wie etwa aus Abbildung 1a ersichtlich ist. Dadurch können
die zumindest zwei Anhaltehebel 1.1, 1.2 aus einer Ruheposition, in welcher die Unruh
2 und das Drehgestell 3 frei drehbar sind, in eine Anhalteposition gebracht werden,
in welcher zumindest einer der Anhaltehebel 1.1, 1.2 mit dessen freiem Ende 1.1.2,
1.2.2 die Unruh 2 so beaufschlagt, daß diese angehalten wird. In Abbildung 1a befinden
sich der erste - 1.1 und der zweite Anhaltehebel 1.2 der Vorrichtung 1 in der Ruheposition.
Die Abbildung 1b ist eine Draufsicht auf das Uhrwerksmodul 7 laut Abbildung 1a, wobei
nur die erfindungsgemäße Anhaltevorrichtung 1 im Detail dargestellt ist, während das
im Prinzip vorbekannte Drehgestell 3 mitsamt den darauf angebrachten Teilen aus vorgenannten
Gründen nur gestrichelt angedeutet ist. Die Abbildung 1c zeigt einen Schnitt entlang
der in der Abbildung 1b eingezeichneten Linie A-A, wobei in beiden Abbildungen 1b
und 1c die oben erwähnten Teile der Vorrichtung 1 sichtbar sind.
[0028] Die Abbildung 1d ist eine der Abbildung 1a entsprechende perspektivische Ansicht
des auf einem Basisuhrwerk 6 aufgebauten Uhrwerksmoduls 7, respektive der ersten Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Anhaltevorrichtung 1, wobei sich die Anhaltehebel 1.1, 1.2
der Vorrichtung 1 in dieser Darstellung in der Anhalteposition befinden. In dieser
Position beaufschlagt zumindest ein Anhaltehebel 1.1, 1.2 der Vorrichtung 1, in Abbildung
1d beide Anhaltehebel 1.1, 1.2, den Umfang des Unruhreifs der Unruh 2 und bewirkt
dadurch das Anhalten der Schwingung der Unruh 2 bzw. deren Feststellung.
[0029] Die Abbildungen 1e und 1f zeigen vergrößerte Draufsichten auf den ersten - 1.1, respektive
auf den zweiten Anhaltehebel 1.2 einer erfindungsgemäßen Anhaltevorrichtung 1. Aus
diesen Abbildungen ist unter anderem ersichtlich, daß die Vorrichtung 1 für jeden
der zumindest zwei Anhaltehebel 1.1, 1.2 Mittel zur Vorbeaufschlagung 1.3, 1.4 aufweist,
dies derart, daß die von jedem der Anhaltehebel 1.1, 1.2 auf die Unruh 2 ausgeübte
Kraft getrennt wirken kann. Die Mittel zur Vorbeaufschlagung 1.3, 1.4 der Anhaltehebel
1.1, 1.2 bestehen zu diesem Zweck vorzugsweise jeweils aus einer an der Hebelschwenkachse
1.1.1, 1.2.1 der Anhaltehebel 1.1, 1.2 angeordneten Spiralfeder 1.3.1, 1.4.1. Hierbei
ist die innere Windung der Spiralfedern 1.3.1, 1.4.1 jeweils an der Hebelschwenkachse
1.1.1, 1.2.1 befestigt, während die äußere Windung der Spiralfedern 1.3.1, 1.4.1 jeweils
an einer Brücke des Uhrwerksmoduls 7 befestigt ist, so wie dies beispielsweise aus
Abbildungen 1a und 1b hervorgeht.
[0030] Vorzugsweise ist die Federkraft der an der Hebelschwenkachse 1.1.1, 1.2.1 der Anhaltehebel
1.1, 1.2 angeordneten Spiralfedern 1.3.1, 1.4.1 einstellbar. Die Einstellung der Federkraft
der an der Hebelschwenkachse 1.1.1, 1.2.1 der Anhaltehebel 1.1, 1.2 angeordneten Spiralfedern
1.3.1, 1.4.1 kann etwa mittels an den äußeren Enden der Spiralfedern 1.3.1, 1.4.1
befestigten Halteringen 1.5, 1.6 erfolgen, welche unter anderem in den Abbildungen
1e, 1f, sowie 1b sichtbar sind. Die Halteringe 1.5, 1.6 weisen zur einfachen Verwirklichung
der Einstellung der Federkraft der Spiralfedern 1.3.1, 1.4.1 Kerben 1.5.1, 1.6.1 auf,
welche mit entsprechenden, an der besagten Brücke des Uhrwerksmoduls 7 angeordneten
Haltestiften 1.7.1, 1.7.2, 1.7.3 kooperieren können, so daß in diesem Falle die äußere
Windung der Spiralfedern 1.3.1, 1.4.1 über die Halteringe 1.5, 1.6 und die Haltestifte
1.7.1, 1.7.2, 1.7.3 an der Brücke des Uhrwerksmoduls 7 befestigt ist. Zur gewünschten
Einstellung der Federkraft der Spiralfedern 1.3.1, 1.4.1 genügt damit ein Lösen des
entsprechenden Halterings 1.5, 1.6 von den Haltestiften 1.7.1, 1.7.2, 1.7.3, eine
Drehung des Rings 1.5, 1.6 um einen der gewünschten neuen Federkraft entsprechenden
Winkel, sowie ein erneutes Befestigen des Halterings 1.5, 1.6 zwischen den Haltestiften
1.7.1, 1.7.2, 1.7.3.
[0031] Die Abbildungen 1a und 1d zeigen auch, daß laut der ersten Ausführungsform einer
erfindungsgemäßen Vorrichtung 1 die zumindest zwei schwenkbar angebrachten Anhaltehebel
1.1, 1.2 merklich zangenartig zueinander angeordnet sind. Dadurch können sie die Unruh
2, respektive das Drehgestell 3 an zumindest zwei merklich gegenüberliegenden Stellen
berühren, respektive beaufschlagen, und dadurch in der Anhalteposition der Hebel 1.1,
1.2 die Unruh 2 anhalten. In der in den Abbildungen wiedergegebenen, bevorzugten Ausführungsform
der Vorrichtung 1 sind die freien Enden 1.1.2, 1.2.2 der Anhaltehebel 1.1, 1.2, von
welchen zumindest eines in der Anhalteposition der Anhaltehebel 1.1, 1.2 die Unruh
2 so beaufschlagt, daß diese angehalten wird, merklich ellbogenförmig geformt. Wie
etwa aus den Abbildungen 1d, 1e und 1f ersichtlich, sind insbesondere die Endstücke
1.1.2.1, 1.2.2.1 der besagten freien Enden 1.1.2, 1.2.2 der Anhaltehebel 1.1, 1.2
derart an den freien Enden 1.1.2, 1.2.2 der Anhaltehebel 1.1, 1.2 angeordnet, daß
sie in der Anhalteposition der Anhaltehebel 1.1, 1.2 in etwa senkrecht auf den Umfang
des Unruhreifs der Unruh 2 stehen, um eine Beaufschlagung der Unruh 2 auch in unmittelbarer
Nähe einer Säule 3.3 des Drehgestells 3 zu erlauben.
[0032] Weiterhin weist eine erfindungsgemäße Vorrichtung 1 zum Anhalten einer in einem Drehgestell
3 einer Uhr angebrachten Unruh 2 Mittel zur Steuerung 1.8, 1.9 der zumindest zwei
Anhaltehebel 1.1, 1.2 auf, welche mit der oben erwähnten Stellvorrichtung 4 der Uhr
in Kooperation stehen. Meist besteht die Stellvorrichtung in einer Stellkrone 4.1,
welche eine Ruhestellung sowie zumindest eine gezogene Stellung einnehmen kann, in
welcher beispielsweise die Uhrzeit und/oder das Datum eingestellt, sowie weitere Funktionen
der Uhr bedient werden können. Die erfindungsgemäße Vorrichtung 1 kooperiert derart
mit einer derartigen, vorbekannten Stellvorrichtung 4, respektive Stellkrone 4.1,
daß sich die zumindest zwei Anhaltehebel 1.1, 1.2 in der Ruhestellung der Stellvorrichtung
4 in ihrer Ruheposition, in welcher die Unruh 2 und das Drehgestell 3 frei drehbar
sind, befinden, während sich die zumindest zwei Anhaltehebel 1.1, 1.2 in zumindest
einer - nämlich der Position der Stellkrone zur Einstellung der Uhrzeit - oder in
allen anderen Stellungen der Stellvorrichtung 4 in ihrer Anhalteposition, in welcher
zumindest einer der Anhaltehebel 1.1, 1.2 mit dessen freiem Ende 1.1.2, 1.2.2 die
Unruh 2 so beaufschlagt, daß diese angehalten wird, befinden.
[0033] In der in den Abbildungen 1a bis 1d dargestellten, ersten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung 1 weisen die Mittel zur Steuerung 1.8, 1.9 der zumindest zwei Anhaltehebel
1.1, 1.2 hierzu einen Schieber 1.8.1 und einen Stellhebel 1.9 auf. Der Schieber 1.8.1
steht mittels eines auf einem Ende des Stellhebels 1.9 angebrachten Stellstifts 1.9.1
im Eingriff mit dem Stellhebel 1.9, während Letzterer, wie etwa aus Abbildung 1c ersichtlich,
schwenkbar um eine Achse 1.9.2 angeordnet ist und von der Stellvorrichtung 4 der Uhr
betätigt werden kann. Dies erfolgt wie üblich mittels des von der nicht dargestellten
Stellwelle betätigten Stifts 4.2, welcher in einen am anderen Ende des Stellhebels
1.9 angebrachten L-förmigen Durchgang 1.9.3 eingreift, was etwa aus den Abbildungen
1b und 1d ersichtlich ist. Der Schieber 1.8.1 besitzt eine längsförmige Öffnung, in
welche der besagte Stellstift 1.9.1 des Stellhebels 1.9 eingreift, und ist gleitend
in einer Nut in der tragenden Brücke des Uhrwerksmoduls 7 angebracht. Eine weitere
Brücke 7.1 des Uhrwerksmoduls 7, welche auf die besagte tragende Brücke des Uhrwerksmoduls
7 aufgesetzt wird und die Vorrichtung 1 von oben hält, ist zum leichteren Verständnis
in den Abbildungen - abgesehen von Abbildung 2c - weggelassen worden. Das den zumindest
zwei Anhaltehebeln 1.1, 1.2 zugewandte Ende des Schiebers 1.8.1 beaufschlagt die dem
Schieber 1.8.1 zugewandten Endbereiche 1.1.3, 1.2.3 der zumindest zwei Anhaltehebel
1.1, 1.2 derart, daß die zumindest zwei Anhaltehebel 1.1, 1.2 in Abhängigkeit von
der Stellung der Stellvorrichtung 4 der Uhr in der Ruheposition gehalten werden, oder
freigegeben werden und unter der Einwirkung der von den Spiralfedern 1.3, 1.4 entfalteten
Vorbeaufschlagungskraft in die Anhalteposition schwingen können.
[0034] Die oben schon kurz angedeutete Funktionsweise der ersten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung 1 zum Anhalten einer in einem Drehgestell angebrachten Unruh soll nunmehr
mittels der Abbildungen 2a, 2b, und 2c, welche der Abbildung 1b entsprechende Draufsichten
auf die in einem Uhrwerksmodul 7 integrierte Vorrichtung 1 zeigen, näher dargestellt
werden.
[0035] Die Abbildung 2a zeigt hierbei die Vorrichtung 1 in deren Ruheposition, in welcher
die Stellkrone 4.1 der Uhr ebenfalls in ihrer Ruhestellung ist und der Stift 4.2 -
in Abbildung 2a mit einem Pfeil M gekennzeichnet - an einem Ende des L-förmigen Durchgangs
1.9.3 des Stellhebels 1.9 eingreift. Dadurch wird der Schieber 1.8.1 durch den Eingriff
des Stellstift 1.9.1 des Stellhebels 1.9 in die längsförmige Öffnung des Schiebers
1.8.1 in dessen Ruheposition gehalten, in welcher das den zumindest zwei Anhaltehebeln
1.1, 1.2 zugewandte Ende des Schiebers 1.8.1 die dem Schieber 1.8.1 zugewandten Endbereiche
1.1.3, 1.2.3 der zumindest zwei unter der Einwirkung der von den Spiralfedern 1.3,
1.4 entfalteten Vorbeaufschlagungskraft stehenden Anhaltehebel 1.1, 1.2 derart beaufschlagt,
daß die zumindest zwei Anhaltehebel 1.1, 1.2 in ihrer Ruheposition gehalten werden.
[0036] Wird nunmehr die Stellkrone 4.1 vom Benutzer der Uhr in eine gezogene Stellung gebracht,
insbesondere in die in der Abbildung 2b mit einem Pfeil N gekennzeichnete Position
zur Einstellung der Uhrzeit,- so wird der Stift 4.2 an das andere Ende des L-förmigen
Durchgangs 1.9.3 des Stellhebels 1.9 bewegt - in Abbildung 2b ebenfalls mit einem
Pfeil M' gekennzeichnet - und dadurch der Stellhebel 1.9 geschwenkt. Diese Schwenkung
bewirkt durch den Eingriff des Stellstift 1.9.1 des Stellhebels 1.9 in die längsförmige
Öffnung des Schiebers 1.8.1 dessen Gleiten in seine Auslenkposition, in welcher das
den zumindest zwei Anhaltehebeln 1.1, 1.2 zugewandte Ende des Schiebers 1.8.1 die
dem Schieber 1.8.1 zugewandten Endbereiche 1.1.3, 1.2.3 der zumindest zwei Anhaltehebel
1.1, 1.2 freigibt, so daß diese unter der Wirkung der Vorbeaufschlagungskraft der
Spiralfedern 1.3, 1.4 in die in der Abbildung 2b mit einem Pfeil O gekennzeichnete
Anhalteposition schwingen können. Wie in Abbildung 2b ersichtlich, schlagen in der
dort als Beispiel dargestellten Lage des Drehgestells 3 im Raum alle Endstücke 1.1.2.1,
1.2.2.1 der besagten freien Enden 1.1.2, 1.2.2 der Anhaltehebel 1.1, 1.2 in dieser
Anhalteposition der Anhaltehebel 1.1, 1.2 auf den Umfang des Unruhreifs der Unruh
2 auf, was in Abbildung 2b mittels Pfeilen P und P' symbolisch dargestellt ist. Durch
die dadurch bedingte Feststellung der Unruh 2, respektive des Drehgestells 3, kann
der Nutzer in dieser gezogenen Stellung der Stellkrone 4.1 die Einstellung der Uhr
sekundengenau vornehmen.
[0037] Die Abbildung 2c zeigt die Vorrichtung 1 in einer weiteren Anhalteposition, welche
durch eine verschiedene, im Vergleich zur Stellung laut Abbildung 2b gedrehten Stellung
des Drehgestells 3 im Raum bedingt ist, was in Abbildung 2c mittels eines Pfeils R
symbolisch angedeutet ist. In der dort als Beispiel dargestellten Lage des Drehgestells
3 im Raum kann nur eines der Endstücke 1.1.2.1, 1.2.2.1 der besagten freien Enden
1.1.2, 1.2.2 der Anhaltehebel 1.1, 1.2 in der Anhalteposition der Anhaltehebel 1.1,
1.2 auf den Umfang des Unruhreifs der Unruh 2 aufschlagen - so wie mittels eines Pfeils
P gekennzeichnet - und dadurch die Feststellung der Unruh 2, respektive des Drehgestells
3, bedingen, während das andere der Endstücke 1.1.2.1, 1.2.2.1 der besagten freien
Enden 1.1.2, 1.2.2 der Anhaltehebel 1.1, 1.2 auf eine der Säulen 3.3 des Drehgestells
3 schlägt, was mittels eines Pfeils Q angedeutet ist. Je nach der konkreten Ausgestaltung
der Säulen 3.3 und in Abhängigkeit von der Lage des Drehgestells 3 im Raum ist es
auch möglich, daß eines der freien Enden 1.1.2, 1.2.2 durch eine Öffnung bzw. einen
Durchbruch in den Säulen 3.3 hindurch auf den Umfang des Unruhreifs der Unruh 2 aufschlagen
kann. Insofern die Vorrichtung 1 zumindest zwei Anhaltehebel 1.1, 1.2 aufweist sowie
durch deren entsprechende geometrische Anordnung relativ zum Drehgestell 3 ist jedoch
in jeder Lage des Drehgestells 3 im Raum gewährleistet, daß die Unruh 2, respektive
das Drehgestell 3, in der Anhalteposition der Anhaltehebel 1.1, 1.2 von zumindest
einem dieser Anhaltehebel 1.1, 1.2 festgestellt wird. Insofern somit in jeder Lage
des Drehgestells 3 mindestens eines der freien Enden 1.1.2, 1.2.2 der Anhaltehebel
1.1, 1.2 den Umfang des Unruhreifs der Unruh 2 beaufschlagt, mit der Folge, daß das
Drehgestell 3 in Ruheposition gehalten wird, kann damit die sekundengenaue Einstellung
der Uhr durch dessen Träger gewährleistet werden. In der Abbildung 2c ist zudem die
oben erwähnte, auf die Uhrwerksbrücke des Uhrwerksmoduls 7 aufgesetzte und für die
Teile der Vorrichtung 1 als Befestigungselement dienende, weitere Brücke 7.1 dargestellt,
insofern alle anderen, von dieser Brücke teilweise überdeckten Teile der Vorrichtung
1 wie in Abbildung 2b liegen.
[0038] Auf Grund der oben beschriebenen Funktionsweise der Vorrichtung sowie der vorangehend
dargelegten geometrischen Anordnung der zumindest zwei Anhaltehebel 1.1, 1.2 relativ
zum Drehgestell 3 wird klar, daß die von den Endstücken 1.1.2.1, 1.2.2.1 der freien
Enden 1.1.2, 1.2.2 der Anhaltehebel 1.2, 1.2 in deren Anhalteposition auf den Umfang
des Unruhreifs der Unruh 2 ausgeübte Kraft mit Hilfe der Spiralfedern 1.3.1, 1.4.1,
der Halteringe 1.5, 1.6 und der Haltestifte 1.7.1, 1.7.2, 1.7.3 vom Uhrmacher so einstellbar
ist, daß zum einen ein Schleifen der schwingenden Unruh 2 vom Beginn deren Beaufschlagung
bis zu ihrem völligen Stillstand auf ein Minimum reduziert wird, so daß Letztere noch
vor dem nächsten Sekundensprung angehalten wird. Zum anderen wird die von den besagten
Endstücken 1.1.2.1, 1.2.2.1 der freien Enden 1.1.2, 1.2.2 der Anhaltehebel 1.2, 1.2
ausgeübte Kraft so eingestellt, daß die frei schwingende Unruh 2 zwar sicher gestoppt
wird, sich aber - beispielsweise wegen einer zu hoch gewählten Kraft - nicht nachteilig
auf die filigranen Bestandteile des Drehgestells 3 auswirkt. Aus diesem Grund ist
die Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung, welche eine Einstellung der
von den Anhaltehebeln 1.2, 1.2 ausgeübten Kraft auch nach deren Einbau erlaubt, bevorzugt.
[0039] Die Abbildungen 3a, 3b, und 3c stellen mittels zu den Abbildungen 1a, 1b, und 1c
analogen Darstellungen beispielhaft und schematisch eine zweite Ausführungsform einer
erfindungsgemäßen Vorrichtung 1 dar, bei der die Anhaltehebel 1.1, 1.2 merklich parallel
zueinander angeordnet sind, anstatt merklich zangenartig wie in der ersten Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Anhaltevorrichtung 1. Durch diese merklich parallele Anordnung
der zumindest zwei schwenkbar angebrachten Anhaltehebel 1.1, 1.2 zueinander können
die Hebel 1.1, 1.2 die Unruh 2, respektive das Drehgestell 3, in der Anhalteposition
an zumindest zwei merklich nebeneinander liegenden Stellen berühren. Dies kann je
nach Ausgestaltung des Uhrwerks bzw. der Uhr, in welcher die Vorrichtung 1 integriert
werden soll, von Vorteil sein und ist alternativ zur Ausgestaltung laut der ersten
Ausführungsform möglich.
[0040] Weiterhin sind in der in den Abbildungen 3a, 3b, und 3c dargestellten, zweiten Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Anhaltevorrichtung 1 auch die Mittel zur Steuerung 1.8, 1.9
der zumindest zwei Anhaltehebel 1.1, 1.2 etwas anders ausgestaltet, insofern diese
hier neben dem Stellhebel 1.9 einen Schwenkhebel 1.8.2 aufweisen. Der Stellhebel 1.9
steht völlig analog zu oben Gesagtem in Zusammenarbeit mit der Stellvorrichtung 4
der Uhr und kann wie bei der ersten Ausführungsform in vorbekannter Weise von dieser
betätigt werden. Auch steht in Analogie zur ersten Ausführungsform der Vorrichtung
1 der Schwenkhebel 1.8.2 mittels eines Stellstifts 1.9.1, welcher in eine entsprechende
Nut im Schwenkhebel 1.8.2 eingreift, in Zusammenarbeit mit dem Stellhebel 1.9. Wie
beispielsweise aus Abbildung 3b hervorgeht, werden schließlich die zumindest zwei
Anhaltehebel 1.1, 1.2 durch das jeweilige Zusammenspiel zwischen den dem Schwenkhebel
1.8.2 zugewandten Endbereichen 1.1.3, 1.2.3 der Anhaltehebel 1.1, 1.2 und zugehörigen
Armen 1.8.2.1, 1.8.2.2 des Schwenkhebels 1.8.2 derart beaufschlagt, daß die zumindest
zwei Anhaltehebel 1.1, 1.2 in Abhängigkeit von der Stellung der Stellvorrichtung 4
der Uhr in der Ruheposition gehalten werden, oder freigegeben werden und unter der
Einwirkung der von den Spiralfedern 1.3, 1.4 entfalteten Vorbeaufschlagungskraft in
die Anhalteposition schwingen können. Zudem wurden in der zweiten Ausführungsform
die Haltestifte 1.7.1, 1.7.2, 1.7.3 der ersten Ausführungsform für die Einstellung
der Position der Halteringe 1.5, 1.6 durch direkt in die Brücke des Uhrwerksmoduls
7 integrierte Ausbuchtungen 7.2, welche in analoger Weise mit den Kerben 1.5.1, 1.6.1
an den Halteringen 1.5, 1.6 zusammenarbeiten und wie die besagten Haltestifte die
Funktion von Halteelementen erfüllen, ersetzt.
[0041] Analog zu den Abbildungen 2a und 2b illustrieren die Abbildungen 4a und 4b mittels
Draufsichten schematisch das Prinzip der Funktionsweise der zweiten Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung 1 zum Anhalten einer in einem Drehgestell 3 angebrachten
Unruh 2. Die in einem Uhrwerksmodul integrierte 7 Vorrichtung 1 ist in Abbildung 4a
wiederum in deren Ruheposition, in der sich auch die Stellkrone 4.1 der Uhr in deren
Ruhestellung befindet, dargestellt. Die Unruh 2 und das Drehgestell 3 sind in dieser
Position frei drehbar.
[0042] Durch Ziehen der Stellkrone 4.1 in eine seiner gezogenen Stellungen, insbesondere
in die Stellung zur Einstellung der Uhrzeit der Uhr, wird analog zur ersten Ausführungsform
der Vorrichtung 1 der Stellhebel 1.9 mittels des Eingriffs des Stifs 4.2 geschwenkt,
was wiederum eine Schwenkung des Schwenkhebels 1.8.2 zur Folge hat. Dies bewirkt die
Freigabe der Anhaltehebel 1.1, 1.2, die unter Einwirkung der von den Spiralfedern
1.3, 1.4 entfalteten Vorbeaufschlagungskraft in deren Anhalteposition schwingen. In
der Abbildung 4b ist die Vorrichtung 1 in einer als Beispiel gewählten Anhalteposition,
in welcher einer der zumindest zwei Anhaltehebel 1.1, 1.2 auf den Umfang der Unruh
2 und der andere der zumindest zwei Anhaltehebel 1.1, 1.2 auf eine Säule des Drehgestells
3 schlägt, dargestellt. Somit ist auch bei dieser Ausführungsform in jeder Lage des
Drehgestells 3 im Raum gewährleistet, daß die Unruh 2, respektive das Drehgestell
3, in der Anhalteposition der zumindest zwei Anhaltehebel 1.1, 1.2 festgestellt wird,
um eine sekundengenaue Einstellung der Uhrzeit zu erlauben.
[0043] Es ist natürlich möglich, bei den beiden vorhergehend beschriebenen Ausführungsformen
der Vorrichtung 1 die entsprechenden Mittel zur Steuerung 1.8, 1.9 der zumindest zwei
Anhaltehebel 1.1, 1.2 auszutauschen, etwa die zangenartig zueinander angebrachten
Anhaltehebel 1.1, 1.2 mittels eines Schwenkhebels 1.8.2 zu steuern. Auch können andere,
gleichwertige Mittel hierfür eingesetzt werden. Als weitere Alternative ist es auch
möglich, mehr als zwei Anhaltehebel 1.1, 1.2 vorzusehen, etwa insofern dies aus Gründen
der spezifischen Ausgestaltung des Drehgestells 3, mit welchem die Vorrichtung 1 zusammenarbeiten
soll, nötig sein sollte. In diesem Fall genügt es, weitere Anhaltehebel entsprechend
um die Unruh 2, respektive das Drehgestell 3, anzuordnen sowie den Schieber 1.8.1
bzw. den Schwenkhebel 1.8.2 derart abzuändern, beispielsweise durch Vergrößerung von
dessen Endfläche oder Hinzufügung entsprechender Arme, daß dieser mit allen ihm zugewandten
Endbereichen 1.1.3, 1.2.3 der Anhaltehebel 1.1, 1.2 zusammenzuarbeiten vermag.
[0044] Weiterhin ist es besonders vorteilhaft, die erfindungsgemäße Vorrichtung 1 zum Anhalten
einer in einem Drehgestell 3 angebrachten Unruh 2 in ein Uhrwerksmodul 7, welches
in modularer Bauweise zum Zusammenbau mit einem Basisuhrwerk geeignet ist, zu integrieren.
Ein derartiges Uhrwerksmodul 7 weist vorzugsweise neben der Vorrichtung 1 zum Anhalten
der in einem Drehgestell 3 einer Uhr angebrachten Unruh 2 nur das Drehgestell 3 mitsamt
der Unruh 2, der Spiralfeder für die Unruh, sowie den Bauteilen der Hemmung auf. Es
kann jedoch auch weitere Uhrwerksfunktionen oder Funktionen der Uhr beherbergen. Im
vorgenannten Fall erlaubt dies jedoch eine äußerst modulare Bauweise, insofern ein
Aufsetzen eines derartigen Uhrwerksmoduls 7 mit Unruh 2, Drehgestell 3 und einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung 1 auf ein geeignetes Basisuhrwerk Letzteres durch einen einfachen Herstellungsschritt
zu einem Uhrwerk mit Tourbillonfunktion macht. Die Abbildung 5a veranschaulicht dies
schematisch mittels einer Explosivdarstellung, welche den Zusammenbau eines Uhrwerksmoduls
7, das eine erfindungsgemäße Vorrichtung 1 zum Anhalten einer in einem Drehgestell
3 angebrachten Unruh 2 aufweist, mit einem Basisuhrwerk 6 darstellt. Die Abbildung
5b zeigt beispielhaft und schematisch eine perspektivische Ansicht eines für diesen
Zusammenbau geeigneten Basisuhrwerks 6, in welchem insbesondere Teile der mit der
erfindungsgemäßen Vorrichtung kooperierenden Stellvorrichtung 4 der Uhr sichtbar sind.
Insofern dies jedoch dem Fachmann bekannt ist, braucht auf die Teile derartiger Basisuhrwerke
nicht näher eingegangen werden.
[0045] Somit ist die vorliegende Erfindung nicht nur auf eine Vorrichtung 1 zum Anhalten
der in einem Drehgestell 3 einer Uhr angebrachten Unruh 2 und ein diese Vorrichtung
1 aufweisendes Uhrwerk, insbesondere ein in modularer Bauweise gefertigtes Uhrwerksmodul
7, gerichtet, sondern ebenfalls auf eine Uhr, welche eine solche Vorrichtung 1, respektive
ein solches Uhrwerksmodul 7 aufweist. Eine derartige Uhr weist also vorzugsweise ein
erstes Uhrwerksmodul in Form eines Basisuhrwerksmoduls 6, welches die Energiequelle
des Uhrwerks, das Räderwerk, sowie die besagte Stellvorrichtung 4 der Uhr beherbergt,
sowie ein zweites Uhrwerksmodul in Form des erfindungsgemäßen Uhrwerksmoduls 7, welches
das Drehgestell 3 mitsamt der Unruh 2, der Spiralfeder 2.1 für die Unruh, sowie den
Bauteilen der Hemmung beherbergt, auf.
[0046] Wie aus der vorangehenden Beschreibung des Aufbaus und der Funktionsweise der Vorrichtung
1 hervorgeht, besteht einer der wesentlichen Aspekte der Erfindung darin, zumindest
zwei zangenartig oder parallel zueinander angeordnete Anhaltehebel, welche jeweils
eigene Vorbeaufschlagungsmittel aufweisen, vorzusehen. Dies erlaubt auf relativ einfache
und platzsparende Weise, die Unruh in einem Drehgestell in jeder deren im Raum möglicher
Lagen anzuhalten. Zudem können die Vorbeaufschlagungsmittel vorzugsweise aus Spiralfedern
bestehen, deren Vorbeaufschlagungskraft einstellbar ist. Eine sichere und störungsfreie
Steuerung der Vorrichtung kann durch einen gleitend angebrachten Schieber oder durch
einen Schwenkhebel gewährleistet werden, wobei beide Lösungen ebenfalls einfach und
platzsparend sind. Die Kombination der vorgeschlagenen Alternativen erlaubt eine Anpassung
der Vorrichtung an die spezifischen Gegebenheiten bei Integration in ein vorgegebenes
Drehgestell, respektive in eine gegebene Uhr. Bei Verwendung der modularen Bauweise
gestattet die Erfindung zudem eine relativ einfache und kostengünstige Herstellung
von Uhren mit Tourbillon sowie in der Folge eine einfachere Wartung des Systems. Durch
die modulare Konzeption bedingt die vorgeschlagene Vorrichtung keine wesentlichen
Änderungen auf Seiten des Basisuhrwerks, so daß das erfindungsgemäße System auch den
Vorteil aufweist, direkt mit solchen Basisuhrwerken verwendet werden zu können.
1. Vorrichtung (1) zum Anhalten einer in einem Drehgestell (3) einer Uhr angebrachten
Unruh (2), wobei die Vorrichtung (1) mittels einer Stellvorrichtung (4) der Uhr gesteuert
werden kann, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung (1) zumindest zwei Anhaltehebel (1.1, 1.2) aufweist, welche jeweils
an einer Hebelschwenkachse (1.1.1, 1.2.1) derart schwenkbar angebracht sind, daß sie
aus einer Ruheposition, in welcher die Unruh (2) und das Drehgestell (3) frei drehbar
sind, in eine Anhalteposition gebracht werden können, in welcher zumindest einer der
Anhaltehebel (1.1, 1.2) mit dessen freiem Ende (1.1.2, 1.2.2) die Unruh (2) so beaufschlagt,
daß diese angehalten wird, und daß die Vorrichtung (1) für jeden dieser Anhaltehebel (1.1, 1.2) Mittel zur Vorbeaufschlagung
(1.3, 1.4) aufweist, derart, daß die von jedem der Anhaltehebel (1.1, 1.2) auf die
Unruh (2) ausgeübte Kraft getrennt wirken kann.
2. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel zur Vorbeaufschlagung (1.3, 1.4) der Anhaltehebel (1.1, 1.2) jeweils aus
einer an der Hebelschwenkachse (1.1.1, 1.2.1) der Anhaltehebel (1.1, 1.2) angeordneten
Spiralfeder (1.3.1, 1.4.1) bestehen.
3. Vorrichtung gemäß dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß die Federkraft der an der Hebelschwenkachse (1.1.1, 1.2.1) der Anhaltehebel (1.1,
1.2) angeordneten Spiralfedern (1.3.1, 1.4.1) einstellbar ist.
4. Vorrichtung gemäß dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß die Einstellung der Federkraft der an der Hebelschwenkachse (1.1.1, 1.2.1) der Anhaltehebel
(1.1, 1.2) angeordneten Spiralfedern (1.3.1, 1.4.1) mittels an den äußeren Enden der
Spiralfedern (1.3.1, 1.4.1) befestigten Halteringen (1.5, 1.6) erfolgt, wobei die
Halteringe (1.5, 1.6) Kerben (1.5.1, 1.6.1) aufweisen, welche mit entsprechenden,
an einer Brücke der Uhr angeordneten Halteelementen (1.7.1, 1.7.2, 1.7.3, 7.2) kooperieren
können.
5. Vorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die zumindest zwei schwenkbar angebrachten Anhaltehebel (1.1, 1.2) merklich zangenartig
zueinander angeordnet sind, derart, daß sie die Unruh (2), respektive das Drehgestell
(3) an zumindest zwei merklich gegenüberliegenden Stellen berühren können.
6. Vorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die zumindest zwei schwenkbar angebrachten Anhaltehebel (1.1, 1.2) merklich parallel
zueinander angeordnet sind, derart, daß sie die Unruh (2), respektive das Drehgestell
(3) an zumindest zwei merklich nebeneinander liegenden Stellen berühren können.
7. Vorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die freien Enden (1.1.2, 1.2.2) der Anhaltehebel (1.1, 1.2), von welchen zumindest
eines in der Anhalteposition der Anhaltehebel (1.1, 1.2) die Unruh (2) so beaufschlagt,
daß diese angehalten wird, derart merklich ellbogenförmig geformt sind, daß die Endstücke
(1.1.2.1, 1.2.2.1) der besagten freien Enden (1.1.2, 1.2.2) der Anhaltehebel (1.1,
1.2) in der Anhalteposition in etwa senkrecht auf den Umfang des Unruhreifs der Unruh
(2) stehen, um eine Beaufschlagung der Unruh (2) auch in unmittelbarer Nähe einer
Säule (3.3) des Drehgestells (3) zu erlauben.
8. Vorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung (1) Mittel zur Steuerung (1.8, 1.9) der zumindest zwei Anhaltehebel
(1.1, 1.2) aufweist, welche mit der Stellvorrichtung (4) der Uhr derart in Kooperation
stehen, daß sich die zumindest zwei Anhaltehebel (1.1, 1.2) in einer Ruhestellung
der Stellvorrichtung (4) in ihrer Ruheposition, in welcher die Unruh (2) und das Drehgestell
(3) frei drehbar sind, befinden, und sich die zumindest zwei Anhaltehebel (1.1, 1.2)
in zumindest einer oder allen anderen Stellungen der Stellvorrichtung (4) in ihrer
Anhalteposition, in welcher zumindest einer der Anhaltehebel (1.1, 1.2) mit dessen
freiem Ende (1.1.2, 1.2.2) die Unruh (2) so beaufschlagt, daß diese angehalten wird,
befinden.
9. Vorrichtung gemäß dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel zur Steuerung (1.8, 1.9) der zumindest zwei Anhaltehebel (1.1, 1.2) einen
Schieber (1.8.1) und einen Stellhebel (1.9) aufweisen, wobei der Schieber (1.8.1)
mittels eines Stellstifts (1.9.1) in Zusammenarbeit mit dem Stellhebel (1.9), der
von der Stellvorrichtung (4) der Uhr betätigt werden kann, steht.
10. Vorrichtung gemäß dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß der Schieber (1.8.1) eine längsförmige Öffnung, in welche der Stellstift (1.9.1)
des Stellhebels (1.9) eingreift, aufweist und gleitend in einer Brücke der Uhr angebracht
ist, wobei das den zumindest zwei Anhaltehebeln (1.1, 1.2) zugewandte Ende des Schiebers
(1.8.1) die dem Schieber (1.8.1) zugewandten Endbereiche (1.1.3, 1.2.3) der zumindest
zwei Anhaltehebel (1.1, 1.2) derart beaufschlagt, daß die zumindest zwei Anhaltehebel
(1.1, 1.2) in Abhängigkeit von der Stellung der Stellvorrichtung (4) der Uhr in der
Ruheposition gehalten werden, oder freigegeben werden und in die Anhalteposition schwingen
können.
11. Vorrichtung gemäß dem vorhergehenden Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel zur Steuerung (1.8, 1.9) der zumindest zwei Anhaltehebel (1.1, 1.2) einen
Schwenkhebel (1.8.2) und einen Stellhebel (1.9) aufweisen, wobei der Schwenkhebel
(1.8.2) mittels eines Stellstifts (1.9.1) in Zusammenarbeit mit dem Stellhebel (1.9),
der von der Stellvorrichtung (4) der Uhr betätigt werden kann, steht.
12. Uhrwerk, dadurch gekennzeichnet, daß das Uhrwerk eine Vorrichtung (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche aufweist.
13. Uhrwerk gemäß dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß es als Uhrwerksmodul (7) in modularer Bauweise konzipiert und zum Zusammenbau mit
einem Basisuhrwerk (6) geeignet ist sowie neben der Vorrichtung (1) zum Anhalten der
in einem Drehgestell (3) einer Uhr angebrachten Unruh (2) nur das Drehgestell (3)
mitsamt der Unruh (2), der Spiralfeder (2.1) für die Unruh, sowie den Bauteilen der
Hemmung (5) aufweist.
14. Uhr, insbesondere Armbanduhr, dadurch gekennzeichnet, daß die Uhr eine Vorrichtung (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 11, respektive
ein Uhrwerk oder ein Uhrwerksmodul (7) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche 12
oder 13 aufweist.
15. Uhr gemäß dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß die Uhr ein erstes Uhrwerksmodul in Form eines Basisuhrwerksmoduls (6), welches die
Energiequelle des Uhrwerks, das Räderwerk, sowie die besagte Stellvorrichtung (4)
der Uhr beherbergt, sowie ein zweites Uhrwerksmodul in Form des Uhrwerksmoduls (7)
gemäß dem vorhergehenden Anspruch 13, welches das Drehgestell (3) mitsamt der Unruh
(2), der Spiralfeder (2.1) für die Unruh, sowie den Bauteilen der Hemmung (5) beherbergt,
aufweist.