[0001] Die Erfindung betrifft eine Uhr zur Anzeige eines Wertes einer Zeiteinheit.
Hintergrund
[0002] Die analoge Anzeige der Zeit auf einer Uhr erfolgt üblicherweise anhand von Uhrzeigern
für Stunde, Minute und Sekunde. Diese Zeiger werden über ein Uhrwerk angetrieben,
welches in einem Gehäuse befestigt ist. Durch das Uhrenglas des Gehäuses kann die
Winkelstellung der Zeiger auf einer Skala erfasst und die aktuelle Uhrzeit abgelesen
werden.
[0003] Zusätzlich zu den vom Uhrwerk angetriebenen Uhrzeigern wie Stunden- und Minutenzeiger
sind aus dem Stand der Technik auch Zeiger bekannt, die nicht von dem Uhrwerk angetrieben
werden, siehe bspw. Dokument
CH 343 919 A. Solche nicht über das Uhrwerk angetriebene Zeiger können manuell von Hand verstellt
werden, ohne die Winkelstellungen und Rotationsbewegungen der vom Uhrwerk angetriebenen
Uhrzeiger zu beeinflussen und dienen bspw. zum Messen der Dauer von Tauchgängen auf
Taucheruhren. Im Gegensatz hierzu ist im Dokument
DE 10 2010 020 466 A1 eine Uhr offenbart, die einen von Hand rotierbaren Zeiger aufweist, dessen Rotation
sich auf die Winkelstellungen der restlichen Zeiger wie Stundenund Minutenzeiger auswirkt.
Bei der im Dokument
DE 10 2010 020 466 A1 beschriebenen Uhr erfolgt eine Zeitanzeige bei einem Aufeinandertreffen des von Hand
drehbaren Zeigers mit den restlichen Zeigern.
[0004] Wie die Bezeichnung von Uhrzeigern bereits verdeutlicht, müssen diese in eine klar
erkennbare Richtung zeigen. Dies ist für eine eindeutige Erfassung der Winkelstellung
der Zeiger auf der Uhrenskala zum Ablesen der Zeit notwendig. In der Formgebung der
verschiedenen Elemente der Anzeige wie Zeiger, Skalen und Ziffern ist folglich zu
berücksichtigen, dass die Richtung der Zeiger klar zu erkennen ist. Wenn Uhrzeiger
nicht in eine klar erkennbare Richtung zeigen oder von anderen Elementen der Anzeige
so verdeckt sind, dass die angezeigte Richtung nicht eindeutig erkennbar ist, kann
die Uhrzeit nicht oder nur mit hoher Ungenauigkeit abgelesen werden. Die Anforderung,
dass Uhrzeiger in eine klar erkennbare Richtung zeigen müssen, schränkt daher die
Formgebung der Elemente der Anzeige ein.
Zusammenfassung
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Uhr zur Anzeige eines Wertes einer
Zeiteinheit bereitzustellen, insbesondere Uhr mit analoger Zeitanzeige, die es ermöglicht,
Uhren mit Zeitanzeige in größerer Gestaltungsvielfalt herzustellen. Insbesondere soll
eine möglichst freie Formgestaltung für die Zeiger bereitgestellt werden.
[0006] Diese Aufgabe wird durch eine Uhr nach Anspruch 1 gelöst. Ausgestaltungen sind Gegenstand
von Unteransprüchen.
[0007] Es ist eine Uhr zur Anzeige eines Wertes einer Zeiteinheit geschaffen, mit einem
Ableseelement, wobei eine Rotation des Ableseelementes manuell steuerbar ist, und
einem der Zeiteinheit entsprechend rotierenden Formelement, wobei die Rotationsbewegung
des Formelementes unabhängig von einer manuell hervorgerufenen Rotation des Ableseelementes
erfolgt und wobei der Wert der Zeiteinheit ausschließlich bei einem Aufeinandertreffen
beider Elemente ablesbar ist, indem die Winkelstellung des Aufeinandertreffens den
Wert der Zeiteinheit angibt.
[0008] Es kann vorgesehen sein, dass das Ableseelement zum Ablesen des Wertes der Zeiteinheit
manuell so rotiert wird, dass das Ableseelement und das Formelement aufeinandertreffen.
Das Ableseelement kann beim Aufeinandertreffen mit dem Formelement zum Ablesen des
Wertes der Zeiteinheit stillstehen. Das Ableseelement und das Formelement können dieselbe
Rotationsachse aufweisen. Es kann vorgesehen sein, dass das Aufeinandertreffen von
Ableseelement und Formelement ausschließlich in der Winkelstellung erfolgt, in welcher
das Ableseelement und / oder das Formelement auf den Wert der Zeiteinheit zeigen.
Es kann eine der Zeiteinheit entsprechenden Skala vorhanden sein, wobei ausschließlich
bei einem Aufeinandertreffen des Ableseelementes mit dem Formelement, das Ableseelement
und / oder das Formelement den Wert der Zeiteinheit auf der Skala anzeigen.
[0009] Das Aufeinandertreffen des Ableseelementes mit einem Formelement zum Ablesen der
Zeit kann auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen. Beide Elemente können sich
teilweise oder vollständig überlagern, das eine Element kann das andere Element teilweise
oder vollständig umrahmen und mindestens eine Seite oder mindestens ein Endpunkt des
einen Elementes kann mit mindestens einer Seite oder mindestens einem Endpunkt des
anderen Elementes aufeinandertreffen. Ebenfalls kann das Aufeinandertreffen des Ableseelementes
mit einem Formelement zum Ablesen der Zeit durch eine Kombination der drei oben genannten
Varianten erfolgen. Die Art des Aufeinandertreffens von Ableseelement und Formelement
kann für alle von der Uhr darstellbaren Werte der Zeiteinheit gleich sein.
[0010] Die Anzeige eines Wertes einer weiteren Zeiteinheit kann vorgesehen sein, wobei ein
weiteres Formelement entsprechend der weiteren Zeiteinheit rotiert und der Wert der
weiteren Zeiteinheit vergleichbar dem Zusammenwirken von Ableseelement und Formelement
ausschließlich bei einem Aufeinandertreffen des weiteren Formelementes mit dem Ableseelement
oder einem weiteren Ableseelement ablesbar ist, indem das Ableseelement oder das weitere
Ableseelement und / oder das weitere Formelement auf den Wert der weiteren Zeiteinheit
zeigen.
[0011] Mindestens ein Element der Anzeige kann eine scheibenförmige Figur beliebiger Form
aufweisen. Mindestens ein Element der Anzeige kann mindestens eine linienförmige oder
flächige Markierung oder Aussparung beliebiger Form auf einer scheibenförmigen Figur
beliebiger Form aufweisen. Die scheibenförmige Figur kann exzentrisch rotieren. Mindestens
ein Teil der Form, Markierung oder Aussparung eines Ableseelementes kann mindestens
einem Teil der Form, Markierung oder Aussparung eines Formelementes entsprechen. Das
Formelement kann mindestens teilweise von einem anderen Element der Anzeige verdeckt
sein. Das Ableseelement kann eine Form, Aussparung oder Markierung zum Rand hin aufweisen,
welche die Ablesegenauigkeit erhöht.
[0012] Das Ableseelement kann einem Sekundenzeiger entsprechend rotieren und eine manuelle
Rotation des Ableseelementes kann die einem Sekundenzeiger entsprechende Rotation
für die Dauer der manuellen Rotation des Ableseelementes unterbrechen.
[0013] Die Elemente der Anzeige können aus einem oder verschiedenen festen Materialien bestehen.
Ein Formelement kann von einem Uhrwerk angetrieben werden, und der Taktgeber des Uhrwerkes
kann ein Quarzkristall oder eine Unruh sein. Die Elemente der Anzeige können auf einem
elektronisch ansteuerbaren Anzeigeschirm dargestellt oder auf eine Projektionsfläche
projiziert werden. Die Zeiteinheit, deren Wert von der Uhr durch das Aufeinandertreffen
zweier Elemente angezeigt wird, kann die Stunde, Minute oder die Sekunde sein.
[0014] Ausgehend von der Winkelstellung, in welcher das Ableseelement und das Formelement
zur Anzeige des Wertes der Zeiteinheit aufeinandertreffen, führt die Rotationsbewegung
des Formelementes dazu, dass sich das Formelement mit fortschreitender Zeit aus der
Winkelstellung, in welcher das Ableseelement und das Formelement zur Anzeige des Wertes
der Zeiteinheit aufeinandertrafen, herausbewegt, wodurch sich das Formelement in einer
neuen Winkelstellung befindet, in welcher das Formelement nicht mit dem Ableseelement
aufeinandertrifft. Erst nach einer vollständigen Umdrehung des Formelementes oder
einer manuell erzeugten Rotation des Ableseelementes kann das Formelement wieder mit
dem Ableseelement aufeinandertreffen.
[0015] In einer Ausführung ist eine Uhr mit analoger Zeitanzeige geschaffen, die eine analoge
Anzeige, ein Formelement, welches um eine Rotationsachse der analogen Anzeige drehbar
gelagert ist, ein Uhrwerk, welches geeignet ist, eine Uhrwerks getriebene und einer
Zeiteinheit entsprechende Rotation des Formelementes um die Rotationsachse anzutreiben,
sowie ein Ableseelement aufweist, welches um die Rotationsachse oder eine andere Rotationsachse
manuell frei drehbar gelagert ist, derart, dass eine manuelle Rotation des Ableseelementes
unabhängig und entkoppelt von der mittels des Uhrwerks erzwungenen Rotation des Formelementes
ausfiihrbar ist. Weiterhin sind Markierungen vorgesehen, die mit Teilmarkierungen
an dem Formelement und an dem Ableseelement gebildet sind und die wenigstens in einer
Ablesestellung von Ableseelement und Formelement relativ zueinander in Blickrichtung
auf die analoge Anzeige zumindest teilweise einsehbar sind. Die Ablesestellung ist
manuell einstellbar, indem das Ableseelement manuell gedreht wird, derart, dass die
Teilmarkierungen an dem Ableseelement in eine den Teilmarkierungen an dem Formelement
zugeordnete Stellung gebracht werden. In der Ablesestellung zeigt das Ableseelement
auf der analogen Anzeige einen wahren oder aktuellen analogen Wert für die Zeiteinheit
an, nicht aber in anderen, sich von der Ablesestellung unterscheidenden Drehstellungen
von Formelement und Ableseelement relativ zueinander.
[0016] In der Ablesestellung sind das Formelement, dessen Rotation der Zeiteinheit entsprechend
durch das Uhrwerk erzwungen wird, und das manuell gedrehte Ableseelement einer
[0017] Relativstellung (Relativdrehstellung) zueinander angeordnet, die bestimmt ist durch
die vorgegebene gegenseitige Zuordnung der Teilmarkierungen auf Formelement und Ableseelement.
Die Teilmarkierungen sind derart ausgeführt, dass in genau einer Relativdrehoder Relativwinkelstellung
von Formelement und Ableseelement die Ablesestellung eingenommen wird. In anderen
Relativlagen von Formelement und Ableseelement zueinander ist kein wahrer oder aktueller
Wert für die analog dargestellte Zeit ablesbar.
[0018] Es kann vorgesehen sein, dass die Markierungen als Bildelemente ausgeführte Teilmarkierungen
an dem Ableseelement und dem Formelement aufweisen. Zum Beispiel kann vorgesehen sein,
dass beliebige Symbole wie Striche, Kreise, Punkte, Dreiecke oder dergleichen verwendet
werden, die übereinander oder in vorbestimmter Art und Weise relativ zueinander anzuordnen
sind in der Ablesestellung. Das Einnehmen der vorbestimmten Relativstellung wird mittels
manuellen Drehen des Ableseelementes ausgeführt.
[0019] Die Markierungen können als Formelemente ausgeführte Teilmarkierungen an dem Ableseelement
und dem Formelement aufweisen. Formelemente sind charakterisiert durch Form- oder
Konturabschnitte, wobei vorgesehen sein kann, dass diese in der Ablesestellung in
Blickrichtung auf die analoge Anzeige teilweise oder ganz formschlüssig aneinander
grenzen oder aneinander liegend angeordnet sind.
[0020] Die Markierungen können an dem Ableseelement und / oder an dem Formelement im Bereich
eines Abschnittes aus durchsichtigem Material angeordnet sein, durch den hindurch
die Teilmarkierungen an dem anderen Element, nämlich dem Formelement oder dem Ableseelement,
wenigstens in der Ablesestellung zumindest teilweise einsehbar sind.
[0021] Es kann vorgesehen sein, dass die Markierungen an dem Ableseelement und / oder an
dem Formelement eine Ausnehmung aufweisen, die in der Ablesestellung mit einer zugeordneten
Teilmarkierung an dem anderen Element, nämlich dem Formelement oder dem Ableseelement,
in Blickrichtung auf die analoge Anzeige wenigstens teilweise formschlüssig überlappt.
[0022] Das Ableseelement und das Formelement können in der Ablesestellung in Blickrichtung
auf die analoge Anzeige sich einander teilweise oder ganz überlagernd angeordnet sein.
Das Formelement kann als ein Zeiger ausgeführt sein.
[0023] Ein weiteres Formelement und ein diesem zugeordnetes weiteres Ableseelement können
vorgesehen sein, für die, vergleichbar dem Zusammenwirken von Formelement und Ableseelement,
eine weitere Ablesestellung manuell einstellbar ist, in welcher mittels des weiteren
Ableseelementes auf der analogen Anzeige ein wahrer analoger Wert für eine weitere
Zeiteinheit angezeigt wird, die von der Zeiteinheit verschieden ist. Das weitere Formelement
und das diesem zugeordnete, weitere Ableseelement weisen - vergleichbar zur Ausbildung
von Formelement und Ableseelement - Markierungen mit korrespondierenden Teilmarkierungen
auf, die in ihrer konkreten Ausbildung gleich den oder verschieden von den Teilmarkierungen
an Formelement und Ableseelement ausgeführt sein können. Beispielweise betrifft die
Zeiteinheit die Stunde und die weitere Zeiteinheit Minuten. Auch eine Einbeziehung
einer Sekundenanzeige kann in vergleichbarer Weise vorgesehen sein.
[0024] Nach einer anderen Ausführung ist eine Uhr geschaffen, bei welcher die Winkelstellungen
der Uhrzeiger durch ein manuelles Rotieren mindestens eines zusätzlichen Formelementes
bestimmt werden, indem das zusätzliche Formelement nacheinander mit den Uhrzeigern
in Übereinstimmung gebracht wird. Hierbei weist das zusätzliche Formelement eine Form
auf, die in eine eindeutige Richtung zeigt.
[0025] In einer Ausgestaltung ist eine Uhr mit einem von einem Uhrwerk angetriebenen ersten
Zeiger (Formelement) und einem manuell rotierbaren zweiten Zeiger (Ableseelement)
vorgesehen, wobei die Rotationsbewegung des ersten Zeigers unabhängig von einer manuell
erzeugten Rotation des zweiten Zeigers erfolgt, wobei eine Zeitanzeige hinsichtlich
einer Zeiteinheit nur bei einem Aufeinandertreffen beider Zeiger erfolgt, indem der
zweite Zeiger auf die Winkelstellung der aktuellen Zeit der betrachteten Zeiteinheit
zeigt, während außerhalb der Zeitpunkte und Winkel des Aufeinandertreffens der Zeiger
eine sinnvolle Zeitablesung nicht möglich ist.
[0026] Der erste Zeiger (Formelement) kann eine Form aufweisen, die in keine eindeutig erkennbare
Richtung zeigt. Der zweite Zeiger (Ableseelement) kann eine Form aufweisen, die in
eine eindeutig erkennbare Richtung zeigt. Ein Teil des zweiten Zeigers kann der Form
oder einem Teil der Form des ersten Zeigers entsprechen. Beide Zeiger können dieselbe
Rotationsachse aufweisen.
[0027] Es kann ein weiterer vom Uhrwerk angetriebener Zeiger (weiteres Formelement) vorgesehen
sein, wobei der erste Zeiger (Formelement) entsprechend einer Stundenanzeige rotiert
und der weitere Zeiger entsprechend einer Minutenanzeige vom Uhrwerk rotiert wird.
Beim Aufeinandertreffen des zweiten Zeigers (Ableseelement) mit einem anderen Zeiger
zum Ablesen der Zeit kann ein teilweises oder vollständiges Überlagern beider Zeiger
stattfinden. Beim Aufeinandertreffen des zweiten Zeigers mit einem anderen Zeiger
zum Ablesen der Zeit kann ein teilweises oder vollständiges Umrahmen des einen Zeigers
durch den anderen Zeiger stattfinden. Beim Aufeinandertreffen des zweiten Zeigers
mit einem anderen Zeiger zum Ablesen der Zeit kann ein Aufeinandertreffen der Seiten
beider Zeiger stattfinden. Der zweite Zeiger kann von dem Uhrwerk der Umdrehungsgeschwindigkeit
eines Sekundenzeigers entsprechend angetrieben werden. Eine manuelle Rotation des
zweiten Zeigers kann diesen Antrieb des Uhrwerks unterbrechen.
[0028] Eine Ausgestaltung der Uhr weist zusätzlich zum Ableseelement einen Stundenzeiger
(Formelement) und einen Minutenzeiger (weiteres Formelement) auf. Dabei wird bei einer
Übereinstimmung des Ableseelementes mit dem Stundenzeiger die aktuelle Stunde und
bei einer Übereinstimmung des Ableseelementes mit dem Minutenzeiger die aktuelle Minute
angezeigt.
[0029] Eine Übereinstimmung zwischen dem Ableseelement und dem Stunden- oder Minutenzeiger
(Formelement und weiteres Formelement) kann anhand des vollständigen oder teilweisen
Aufeinandertreffens von Uhrzeiger und Ableseelement erfolgen. Es können zum Beispiel
die Seiten von Uhrzeiger und Ableseelement aufeinandertreffen. Ebenso können Teile
des Uhrzeigers von dem Ableseelement verdeckt werden oder umgekehrt. Eine Übereinstimmung
zwischen Uhrzeiger und Ableseelement kann auch dadurch erfolgen, dass eine Aussparung
des einen Elementes durch eine entsprechende Form des anderen Elementes ausgefüllt
wird. Folglich wird eine Übereinstimmung des Ableseelementes mit dem Stunden- oder
Minutenzeiger allgemeiner beschrieben dadurch ermöglicht, dass das Ableseelement die
Form von Stunden- und Minutenzeiger teilweise oder vollständig nachbildet.
[0030] Beim Ablesen der Zeit kann das Ableseelement mit oder entgegen dem Uhrzeigersinn
rotiert werden. Des Weiteren erfolgt das Ablesen der aktuellen Zeit sequentiell, also
wird zum Beispiel erst die Stunde und danach die Minute abgelesen. In Winkelstellungen
des Ableseelementes und der Uhrzeiger (Formelemente), bei denen keiner der Uhrzeiger
mit dem Ableseelement übereinstimmt ist ein exaktes oder eindeutiges Ablesen der Zeit
nicht möglich.
[0031] Die vorgeschlagene Uhr kann in einer möglichen Ausgestaltung wie folgt beschrieben
werden. Die analoge Anzeige verfügt über Zeiteinheit-Markierungen, die umlaufend angeordnet
sind. Im Bereich der Anzeige ist ein Formelement (Nicht-Zeigerelement) angeordnet,
welches der Zeiteinheit entsprechend eine erzwungene / angetriebene Rotationsbewegung
um eine Rotationsachse ausführt. Aus der Zusammenschau von Formelement und Zeiteinheit-Markierungen
ist die aktuelle / tatsächliche Zeit nicht oder nicht exakt ablesbar. Auf der Anzeige
ist weiterhin ein Ableseelement (Zeigerelement) angeordnet, welches um die Rotationsachse
oder eine andere Rotationsachse manuell drehbar gelagert ist, wobei die manuelle Drehung
unabhängig und entkoppelt von der erzwungenen Drehung des Formelementes ist. Aus der
Zusammenschau von Ableseelement und Zeiteinheit-Markierungen ist in einer Ablesestellung
die Zeit exakt ablesbar. Die ablesbare Zeit entspricht in der Ablesestellung der aktuellen
/ tatsächlichen Zeit. In der Ablesestellung sind Teilmarkierungen auf dem Formelement
einerseits und auf dem Ableseelement andererseits in einer einander zugeordneten Ablesestellung
angeordnet. Erst dieses in Beziehung setzen der Teilmarkierung auf dem Formelement
und dem Ableseelement ermöglicht ein exaktes Ablesen der aktuellen / tatsächlichen
Zeit. Die Zusammenschau von Ableseelement und Zeiteinheit-Markierungen ermöglicht
das Ablesen der tatsächlichen / aktuellen Zeit, was aus der Zusammenschau von Formelement
und Zeiteinheit-Markierungen gerade nicht bzw. nicht exakt möglich ist. Die Zusammenschau
von Formelement und Zeiteinheit-Markierung gibt dem Benutzer entweder keinen oder
einen nur mit hoher Ungenauigkeit interpretierbaren Hinweis auf die tatsächliche /
aktuelle Zeit. Eine nicht exakt ablesbare Zeit liegt bspw. bei der Zeiteinheit Minute
mit 60 Zeiteinheit-Markierungen vor, wenn die aktuelle / tatsächliche Minute nur mit
einem Fehler von mindestens plus / minus einer Minute abgelesen werden kann.
Beschreibung von Ausführungsbeispielen
[0032] Im Folgenden werden weitere Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme auf Figuren mit
Zeichnungen näher erläutert. Hierbei zeigen:
- Fig. 1
- ein Beispiel einer Uhr mit einem Stundenzeiger, dessen Form ein eindeutiges Erkennen
der Winkelstellung und damit der aktuellen Stunde nicht erlaubt,
- Fig. 2
- das Beispiel der Uhr aus Fig. 1 mit einem Ableseelement, welches das Ablesen des Stundenzeigers
ermöglicht,
- Fig. 3
- das Beispiel der Uhr aus Fig. 2 nachdem das Ableseelement manuell so rotiert wurde,
dass es mit dem Stundenzeiger übereinstimmt und die aktuelle Stunde abgelesen werden
kann,
- Fig. 4
- ein Ausführungsbeispiel der Uhr mit einem Stundenzeiger, einem Minutenzeiger und einem
Ableseelement,
- Fig. 5
- das Ausführungsbeispiel aus Fig. 4 nach einer manuellen Rotation des Ableseelementes
zum Ablesen der aktuellen Minute,
- Fig. 6
- das Ausführungsbeispiel aus Fig. 4 nach einer manuellen Rotation des Ableseelementes
zum Ablesen der aktuellen Stunde,
- Fig.7
- ein Beispiel einer Uhr mit einem Stundenzeiger, welcher aus linienförmigen Markierungen
besteht, deren Anordnung ein eindeutiges Erkennen der aktuellen Stunde nicht erlaubt,
- Fig. 8
- das Beispiel der Uhr aus Fig. 7 mit einem Ableseelement, welches das Ablesen des Stundenzeigers
ermöglicht,
- Fig. 9
- das Beispiel der Uhr aus Fig. 8 nachdem das Ableseelement manuell so rotiert wurde,
dass die aktuelle Stunde abgelesen werden kann,
- Fig. 10
- ein Ausführungsbeispiel der Uhr mit einem teilweise verdeckten Minutenzeiger und einem
kreisförmigen Stundenzeiger,
- Fig. 11
- das Ausführungsbeispiel aus Fig. 10 zum Ablesen der aktuellen Minute,
- Fig. 12
- das Ausführungsbeispiel aus Fig. 10 zum Ablesen der aktuellen Stunde,
- Fig. 13
- ein Ausführungsbeispiel mit einem konventionellen Stundenzeiger,
- Fig. 14
- das Ausführungsbeispiel aus Fig. 13 mit einem Ablesezeiger, der den Stundenzeiger
verdeckt,
- Fig. 15
- das Ausführungsbeispiel aus Fig. 14 zum Ablesen der aktuellen Stunde,
- Fig. 16
- eine technische Realisierung der Uhr und
- Fig. 17
- eine weitere technische Realisierung der Uhr.
[0033] In Fig. 1 ist eine Uhr 1 dargestellt mit einer 12-Stunden-Skala 2 und einem Formelement
4. Entsprechend der 12-Stunden-Skala vollzieht das Formelement 4 in 12 Stunden genau
eine Umdrehung um die Rotationsachse 3 im Uhrzeigersinn. Aufgrund der einem Stundenzeiger
entsprechenden Rotation des Formelementes 4 kann dieses auch Stundenzeiger genannt
werden. Der Stundenzeiger 4 ist so geformt, dass es nicht möglich ist die aktuelle
Winkelstellung zu beziffern. Es ist nicht eindeutig, in welche Richtung der Stundenzeiger
zeigt. Ohne eine Definition der angezeigten Richtung des Stundenzeigers bspw. in einem
Benutzerhandbuch ist das Ablesen der aktuellen Stunde somit nicht möglich. Selbst
wenn die angezeigte Richtung des Stundenzeigers dem Benutzer der Uhr bekannt wäre,
könnte dieser die angezeigte Richtung aufgrund der Form des Stundenzeigers nur sehr
ungenau ablesen.
[0034] Wie in Fig. 2 gezeigt, stellt die Uhr 1 ein Ableseelement 5 zur Verfügung, anhand
dessen die Rotationsstellung des Stundenzeigers exakt abgelesen werden kann. Da die
Pfeil-ähnliche Form des Ableseelementes 5 die angezeigte Richtung intuitiv erkennen
lässt, ist es somit nicht notwendig, dies in einem Benutzerhandbuch nachzuschlagen.
[0035] In Fig. 2 ist die Uhr 1 aus Fig. 1 zusätzlich mit einem Ableseelement 5 dargestellt.
Das Ableseelement 5 weist eine Aussparung 7 auf, die der Form des Stundenzeigers 4
entspricht. Des Weiteren weist das Ableseelement 5 außen eine Form 55 auf, die in
eine bestimmte Richtung 6 zeigt. In Fig. 2 befindet sich das Ableseelement 5 in der
12-Uhr-Stellung und zeigt somit auf die Stunde "12". Das Ableseelement 5 ist von Hand
um dieselbe Rotationsachse 3 wie der Stundenzeiger 4 manuell rotierbar. Eine manuelle
Rotation des Ableseelementes 5 erfolgt unabhängig von der Rotation des Stundenzeigers
4. Bei einer manuellen Rotation des Ableseelementes 5 führt der Stundenzeiger 4 seine
vom Uhrwerk vorgegebene Rotation unbeeinflusst fort.
[0036] Die aktuelle Stunde kann abgelesen werden, wenn das Ableseelement 5 von Hand so rotiert
wird, dass es auf den Stundenzeiger 4 trifft bzw. mit diesem übereinstimmt. Ein Aufeinandertreffen
beider Elemente 4 und 5 ist in dem Ausführungsbeispiel in Fig. 2 dann gegeben, wenn
der Stundenzeiger 4 die Aussparung 7 im Ableseelement 5 ausfüllt. Da die Aussparung
im Ableseelement 5 den Stundenzeiger 4 nicht vollständig umrahmt, kann die aktuelle
Stunde in Fig. 2 nicht gelesen werden.
[0037] In Fig. 3 ist die Uhr 1 aus Fig. 2 nach einer manuellen Rotation des Ableseelementes
5 dargestellt. Hier füllt der Stundenzeiger 4 nun die Aussparung 7 des Ableseelementes
5 vollständig aus und das Ableseelement 5 zeigt in Richtung 6 der aktuellen Stunde.
Die aktuelle Stunde beträgt somit 9 Uhr.
[0038] Zwischen Fig. 2 und 3 wurde das Ableseelement 5 entweder um 90 Grad entgegen dem
Uhrzeigersinn oder um 270 Grad im Uhrzeigersinn manuell rotiert. In einer Ausführungsvariante
ist zum Beispiel vorgesehen, dass das Ableseelement 5 mechanisch mit einer drehbar
gelagerten Lünette gekoppelt ist.
[0039] In Fig. 4 ist eine Ausführungsvariante der Uhr 1 mit Skala 2, einem Formelement 4,
einem weiteren Formelement 8 und einem Ableseelement 5 dargestellt. Alle drei Elemente
weisen dieselbe Rotationsachse 3 auf. Bei der Verwendung einer 12 Stunden und 60 Minuten
Skala vollzieht das Formelement 4 eine volle Rotation alle 12 Stunden und das weitere
Formelement eine volle Rotation alle 60 Minuten. Das Formelement 4 kann somit Stundenzeiger
genannt werden und das weitere Formelement 8 kann Minutenzeiger genannt werden. Das
Ableseelement 5 zeigt in die Richtung 6 der Stunde "6" bzw. der Minute "30". Da das
Ableseelement 5 aber weder mit dem Minutenzeiger noch mit dem Stundenzeiger 4 übereinstimmt
und Stunden- und Minutenzeiger so geformt sind, dass sie keine eindeutige Richtung
anzeigen, kann in Figur 4 nicht die Zeit abgelesen werden.
[0040] In Fig. 5 ist das Ausführungsbeispiel aus Fig. 4 beim Ablesen der Minute dargestellt.
Das Ableseelement 5 stimmt seitlich mit dem Minutenzeiger 8 überein und zeigt somit
in die Richtung 6 der aktuellen Minute. Somit beträgt die aktuelle Minute "0". Analog
hierzu zeigt Fig. 6 das Ausführungsbeispiel aus Fig. 4 beim Ablesen der Stunde. Hier
treffen die Seiten des Stundenzeigers 4 und des Ableseelementes 5 aufeinander. Das
Ableseelement 5 zeigt in Richtung 6 der aktuellen Stunde, welche "9" beträgt.
[0041] Die drei Fig. 4 bis 6 stellen folglich Momentaufnahmen einer Uhr zum Zeitpunkt 9:00
Uhr dar. Hierbei wurde das Ableseelement 5 innerhalb von wenigen Sekunden manuell
von Hand zum Ablesen der Zeit rotiert, sodass die Winkeländerungen der Stunden- und
Minutenzeiger aufgrund der fortlaufenden Zeit so gering sind, dass diese nicht sichtbar
sind.
[0042] In einer weiteren Ausführung ist die Anzeige einer Sekunde vorgesehen. Da sich ein
Sekundenzeiger deutlich sichtbar schneller dreht als ein Minuten- oder Stundenzeiger,
ist es möglich den Sekundenzeiger in derselben Form auszuführen, wie den Stunden-
oder Minutenzeiger. Beim Ablesen der Zeit wird der Sekundenzeiger in diesem Fall nicht
durch eine andere Form, sondern durch die deutlich schnellere Umdrehungsgeschwindigkeit
von den anderen Zeigern unterschieden.
[0043] In Fig. 7 ist eine Ausführungsvariante einer Uhr 1 mit Skala 2 und einem Formelement
bzw. Stundenzeiger 4 abgebildet. Zur Verdeutlichung der Ausbildung des Stundenzeigers
4 ist das Ableseelement nicht abgebildet. Der Stundenzeiger besteht aus fünf linienförmigen
Markierungen, die auf einer durchsichtigen Scheibe aufgedruckt sind. Der Stundenzeiger
rotiert um die Rotationsachse 3.
[0044] In Fig. 8 ist die Ausführungsvariante aus Fig. 7 mit Ableseelement 5 abgebildet.
Das Ableseelement 5 besteht ähnlich wie der Stundenzeiger 4 aus fünf linienförmigen
Markierungen auf einer durchsichtigen Scheibe, weist aber noch eine zusätzliche ringförmige
Markierung 54 am Rand auf. Anhand dieser ringförmigen Markierung kann die aktuelle
Winkelstellung des Ableseelementes 5 genau bestimmt werden. Das Ableseelement 5 lässt
sich von Hand um die Rotationsachse 3 rotieren. Zum Ablesen der aktuellen Stunde muss
das Ableseelement 5 so rotiert werden, dass die linienförmigen Markierungen des Stundenzeigers
4 und des Ableseelementes 5 zusammen einen Stern ergeben. Hierfür müssen die Endpunkte
der linienförmigen Markierungen des Ableseelementes auf die Endpunkte der linienförmigen
Markierungen des Stundenzeigers treffen. Wenn die linienförmigen Markierungen einen
Stern ergeben, zeigt die ringförmige Markierung 51 des Ableseelementes 5 auf die aktuelle
Stunde.
[0045] In Fig. 9 ist die Ausführungsvariante der Uhr 1 aus den Fig. 7 und 8 zum Ablesen
der aktuellen Stunde dargestellt. Hier wurde das Ableseelement 5 manuell so rotiert,
dass die Endpunkte der linienförmigen Markierungen des Stundenzeigers und des Ableseelementes
5 zusammentreffen und einen Stern ergeben. Die ringförmige Markierung 51 des Ableseelementes
5 zeigt auf die aktuelle Stunde, welche somit 2 Uhr beträgt. Da der Stern im Verhältnis
zur Rotationsachse 3 exzentrisch angeordnet ist, treffen die Endpunkte der linienförmigen
Markierungen des Stundenzeigers und des Ableseelementes 5 nur in einer bestimmten
Winkelstellung aufeinander.
[0046] In Fig. 10 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Uhr 1 dargestellt. Unten ist
das Formelement bzw. der Stundenzeiger 4 angeordnet, welcher aus einer kleinen kreisförmigen
Scheibe besteht. Darüber folgt das weitere Formelement bzw. der Minutenzeiger 8 bestehend
aus einer Scheibe mit einem großen kreisförmigen Loch 81. Über dem Minutenzeiger 8
liegt die Skala 2 gefolgt von dem Ableseelement 5. Das Ableseelement 5 weist dieselbe
Form auf wie der Minutenzeiger mit einer zusätzlichen Aussparung 51 am Rand, sowie
einem Ring 52 in der Mitte. Der Ring 52 des Ableseelementes besitzt denselben Durchmesser
wie der Minutenzeiger. In dem vorliegenden Ausführungsbeispiel ist das Ableseelement
5 auf eine durchsichtige Scheibe gedruckt. Stundenzeiger, Minutenzeiger und Ableseelement
5 weisen dieselbe Rotationsachse 3 auf.
[0047] In dem Ausführungsbeispiel in Fig. 10 kann die aktuelle Stunde aufgrund der Form
des Stundenzeigers 4 nicht bzw. nur mit sehr hoher Ungenauigkeit gelesen werden. Des
Weiteren verdeckt das Ableseelement 5 teilweise den Minutenzeiger 8, wodurch die aktuelle
Minute ebenfalls nur nicht sehr hoher Ungenauigkeit gelesen werden kann. Die Skala
2 ist auch teilweise von dem Ableseelement verdeckt und nur in unmittelbarer Nähe
der Aussparung 51 sichtbar. Die Skala kann somit für eine exakte Bestimmung der Winkelstellung
des Ableseelementes verwendet werden.
[0048] In Fig. 11 ist das Ausführungsbeispiel aus Fig. 10 zum Ablesen der aktuellen Minute
dargestellt. Hier wurde das Ableseelement 5 so rotiert, dass das Loch 53 des Ableseelementes
mit dem Loch 81 des Minutenzeigers 8 übereinstimmt. Der Minutenzeiger ist somit von
dem Ableseelement vollständig verdeckt. In dieser Position zeigt die Aussparung 51
des Ableseelementes auf die aktuelle Minute, welche somit "0" beträgt.
[0049] In Fig. 12 ist die Uhr 1 aus dem Ausführungsbeispiel aus den Fig. 10 und 11 zum Ablesen
der Stunde abgebildet. Ausgehend von Fig. 11 wurde das Ableseelement 5 um 60 Grad
im Uhrzeigersinn rotiert, sodass der Ring 52 mit dem Stundenzeiger 4 übereinstimmt.
In dieser gemeinsamen Anordnung des Ableseelementes und des Stundenzeigers zeigt die
Aussparung 51 des Ableseelementes auf die aktuelle Stunde, welche somit "2" beträgt.
Zusammen mit der in Fig. 11 abgelesenen Minute ergibt sich die Uhrzeit 2:00 Uhr.
[0050] In einer weiteren Ausführungsvariante des Beispiels aus den Fig. 10 bis 12 ist die
Anzeige der Zeit in einer weiteren Zeitzone vorgesehen. Hierfür wird ein weiterer
Stundenzeiger verwendet, der direkt über dem kreisförmigen Stundenzeiger 4 angeordnet
ist. Der weitere Stundenzeiger weist dieselbe Form, Größe und Exzentrizität auf wie
der Stundenzeiger. Der weitere Stundenzeiger ist teilweise transparent, sodass der
darunterliegende Stundenzeiger 4 sichtbar bleibt. Aufgrund der Übereinstimmung der
Formen beider Stundenzeiger, können deren Winkelstellungen mit dem Ring 52 des Ablesezeigers
5 abgelesen werden.
[0051] Fig. 13 zeigt eine Ausführungsvariante der Uhr 1 mit einem Stundenzeiger 4, der wie
ein herkömmlicher Uhrzeiger geformt ist und somit einer radial vom Mittelpunkt der
Anzeige verlaufenden Linie entspricht. Die Rotationsachse 3 des Stundenzeigers 4 liegt
auf dem Mittelpunkt der Anzeige. Wie in Fig. 14 dargestellt befindet sich über dem
Stundenzeiger 4 ein kreisförmiger Ablesezeiger 5 mit Mittelpunkt gleich dem Mittelpunkt
der Anzeige. Der Ablesezeiger 5 kann manuell um die Rotationsachse 3 des Stundenzeigers
4 bzw. den Mittelpunkt der Anzeige rotiert werden. Weiterhin besteht der Ablesezeiger
aus einem nicht transparenten Material und weist vier radial verlaufende linienförmige
Aussparungen 56 auf. Durch die Aussparungen 56 sind die darunter liegenden Elemente
der Anzeige sichtbar. Wie in Fig. 14 dargestellt, ist der Stundenzeiger in Winkelstellungen,
in welchen der Ablesezeiger nicht mit dem Stundenzeiger übereinstimmt, vollständig
von dem Ablesezeiger verdeckt und die aktuelle Stunde kann nicht abgelesen werden.
[0052] In Fig. 15 ist die Ablesestellung der Uhr 1 aus Figur 14 abgebildet. Hier trifft
die Aussparung 56 des Ablesezeigers 5 auf den Stundenzeiger 4, sodass der Stundenzeiger
4 durch die Aussparung 56 des Ablesezeigers 5 sichtbar ist. In der Ablesestellung
zeigt der Stundenzeiger auf die aktuelle Stunde. Die Verwendung mehrerer Aussparungen
56 in dem Ablesezeiger 5 hat den Vorteil, dass der Ablesezeiger zum Ablesen der aktuellen
Stunde weniger weit rotiert werden muss, bis der Stundenzeiger auf eine der Aussparungen
des Ablesezeigers trifft.
[0053] Eine technische Realisierung der Uhr ist in Fig. 16 dargestellt. Hier wird ein Uhrengehäuse
9 mit drehbarer Lünette 10 verwendet. Die Lünette ist über ein Zahnrad 11 mit dem
[0054] Ableseelement 5 gekoppelt, sodass bei einer Drehung der Lünette das Ableseelement
ebenfalls gedreht wird. Das Uhrwerk 12 treibt einen Stunden- 4 und einen Minutenzeiger
8 an und ist nicht mechanisch mit der Lünette oder dem Ableseelement 5 gekoppelt.
Alle drei Zeiger weisen dieselbe Rotationsachse 3 auf und sind in Form von durchsichtigen
Scheiben dargestellt, auf welche beliebige Zeigerformen aufgebracht werden können.
[0055] Eine weitere technische Realisierung der Uhr ist in Fig. 17 dargestellt. Das Uhrengehäuse
9 besitzt ein Gehäuseglas 13 und beinhaltet ein Uhrwerk 12 mit Stunden- 4 und Minutenzeiger
8. Eine drehbar gelagerte Lünette 10 befindet sich über dem Gehäuseglas 13 ebenfalls
mit einem Glas 14 auf dessen Innenseite das Ableseelement 5 aufgebracht ist. Die Skala
der Anzeige kann auf das Gehäuseglas 13 aufgebracht werden. Die Verwendung von zwei
Gläsern 13, 14 über den Uhrzeigern 4, 8 hat den Vorteil, dass das Uhrwerk mit hoher
Wasserresistenz gedichtet wohingegen die Lünette mit einer möglichst leicht drehbaren
Dichtung versehen werden kann.
[0056] Ein technischer Effekt und Nutzen der vorgeschlagenen Uhr im Gegensatz zu der Uhr
aus dem Dokument
DE 10 2010 020 466 A1 besteht darin, dass die Umdrehungsgeschwindigkeiten der Zeiger und der manuelle oder
automatische Aufzugsmechanismus sowie der Zeigerstellmechanismus von konventionellen
Uhrwerken ohne Modifikationen zur Realisierung der geschaffenen Uhr verwendet werden
können.
[0057] In einer weiteren Ausführungsvariante ist das Ableseelement 5 mit der Antriebsachse
der Sekunde des Uhrwerks gekoppelt, sodass das Ableseelement 5 zusätzlich als Sekundenzeiger
dient. Beim manuellen Rotieren des Ableseelementes zum Ablesen der Stunde und Minute
wird die Sekunde sozusagen verstellt. Anhand von einer Reibungsverbindung zwischen
dem Ableseelement und der Achse der Sekunde des Uhrwerks wird gewährleistet, dass
eine manuelle Rotation des Ableseelementes nicht über die Sekundenachse in das Räderwerk
des Uhrwerks eingreift. Bei einer manuellen Rotation des Ableseelementes wird folglich
die Übertragung des Sekundenantriebs des Uhrwerks an das Ableseelement blockiert.
Nach einer manuellen Rotation des Ableseelementes wird die Sekunde folglich nicht
mehr korrekt angezeigt. Die Kopplung des Ableseelementes zu der manuellen Rotation
kann anhand eines Ratschenmechanismus erfolgen. Hier kann das Ableseelement manuell
nur entgegen dem Uhrzeigersinn rotiert werden, während der Sekundenantrieb des Uhrwerks
das Ableseelement im Uhrzeigersinn antreibt. Alternativ kann eine Verbindung der Lünette
mit dem Ableseelement durch ein Herunterpressen der Lünette erfolgen, wobei erst beim
Herunterpressen die Verzahnung der Lünette mit der Verzahnung des Ableseelementes
gekoppelt wird.
[0058] Für das in den Fig. 16 und 17 dargestellte Uhrwerk kann sowohl ein Quarzuhrwerk mit
Batterie als auch ein mechanisches Uhrwerk mit Handaufzug oder automatischem Aufzug
verwendet werden.
[0059] Bei einem Quarzuhrwerk welches für jeden Uhrzeiger einen separaten Schrittmotor aufweist,
kann die Rotation des Ableseelementes anhand von einer manuellen Betätigung von Drückern
oder Kronen am Uhrengehäuse gesteuert und dann von einem der Schrittmotoren des Uhrwerks
ausgeführt werden. Da die Schrittmotoren des Uhrwerks unabhängig voneinander angesteuert
werden können, wirkt sich die somit indirekt erzeugte manuelle Rotation des Ableseelementes
nicht auf die Rotationsbewegung von Stunden- und Minutenzeigern aus. Ebenso kann die
Anzeige der Uhr mit einem berührungsempfindlichen Sichtfenster wie von Touchscreens
bekannt ausgestattet sein. Hier können die Berührungen des Sichtfensters dann von
einem der Schrittmotoren des Uhrwerks in eine Rotation des Ableseelementes umgesetzt
werden.
[0060] Die Verwendung eines separat ansteuerbaren Schrittmotors zur Ausführung der manuell
gesteuerten Rotation des Ableseelementes ermöglicht die Verwendung des Ableseelementes
als Sekundenzeiger, ohne dass die Anzeige der aktuellen Sekunde nach manuell gesteuerter
Rotation des Ableseelementes verloren geht. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die
Elektronik des Uhrwerks die Stellung des Ableseelementes relativ zur aktuellen Sekunde
nachvollziehen kann. Nach erfolgter manuell gesteuerter Rotation des Ableseelementes
kann das Uhrwerk somit das Ableseelement auf die aktuelle Sekunde rotieren und die
Anzeige der aktuellen Sekunde fortsetzen.
[0061] Die Uhr kann sowohl mechanisch wie in den Fig. 16 und 17 beschrieben realisiert werden,
als auch als Animation auf einem Bildschirm angezeigt oder anhand von einem Projektor
auf eine Projektionsfläche projiziert werden. Bei der Darstellung der Uhr auf einem
Bildschirm können beliebige Eingabegeräte zur manuellen Rotation des Ableseelementes
verwendet werden, wie bspw. die Tasten einer Tastatur oder einer Maus, das Scrollrad
einer Maus, ein Bedienstift oder Finger auf einem Touchscreen oder ein Trackpad oder
Trackball.
[0062] Die in der vorstehenden Beschreibung, den Ansprüchen und der Zeichnung offenbarten
Merkmale können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für die Verwirklichung
der verschiedenen Ausführungsformen von Bedeutung sein.
1. Uhr zur Anzeige eines Wertes einer Zeiteinheit, mit:
- einem Ableseelement (5), wobei eine Rotation des Ableseelementes (5) manuell steuerbar
ist, und
- einem der Zeiteinheit entsprechend rotierenden Formelement (4), wobei die Rotationsbewegung
des Formelementes (4) unabhängig von einer manuell hervorgerufenen Rotation des Ableseelementes
(5) erfolgt,
dadurch gekennzeichnet, dass der Wert der Zeiteinheit ausschließlich bei einem Aufeinandertreffen von Ableseelement
(5) und Formelement (4) ablesbar ist, indem die Winkelstellung des Aufeinandertreffens
den Wert der Zeiteinheit angibt.
2. Uhr nach Anspruch 1, wobei das Ableseelement (5) zum Ablesen des Wertes der Zeiteinheit
manuell so rotiert wird, dass das Ableseelement (5) und das Formelement (4) aufeinandertreffen.
3. Uhr nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Ableseelement (5) beim Aufeinandertreffen
mit dem Formelement (4) zum Ablesen des Wertes der Zeiteinheit stillsteht.
4. Uhr nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei Ableseelement (5) und Formelement
(4) dieselbe Rotationsachse (3) aufweisen.
5. Uhr nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Aufeinandertreffen von Ableseelement
(5) und Formelement (4) ausschließlich in der Winkelstellung erfolgt, in welcher das
Ableseelement (5) und / oder das Formelement (4) auf den Wert der Zeiteinheit zeigen.
6. Uhr nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei eine der Zeiteinheit entsprechende
Skala (2) vorgesehen ist, wobei ausschließlich bei einem Aufeinandertreffen des Ableseelementes
(5) mit dem Formelement (4), das Ableseelement (5) und / oder das Formelement (4)
den Wert der Zeiteinheit auf der Skala (2) anzeigen.
7. Uhr nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Aufeinandertreffen des Ableseelementes
(5) mit einem Formelement (4) zum Ablesen der Zeit erfolgt durch
- ein teilweises oder vollständiges Überlagern beider Elemente (4, 5),
- ein teilweises oder vollständiges Umrahmen des einen Elementes (5, 4) durch das
andere Element (4, 5),
- ein Aufeinandertreffen von mindestens einer Seite oder mindestens einem Endpunkt
des einen Elementes (4, 5) mit mindestens einer Seite oder mindestens einem Endpunkt
des anderen Elementes (5, 4) oder
- eine Kombination der drei oben genannten Varianten.
8. Uhr nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Art des Aufeinandertreffens
beider Elemente (4, 5) für alle von der Uhr darstellbaren Werte der Zeiteinheit gleich
ist.
9. Uhr nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei
- die Anzeige eines Wertes einer weiteren Zeiteinheit vorgesehen ist und
- ein weiteres Formelement (8) entsprechend der weiteren Zeiteinheit rotiert und der
Wert der weiteren Zeiteinheit vergleichbar dem Zusammenwirken von Ableseelement (5)
und Formelement (4) ausschließlich bei einem Aufeinandertreffen des weiteren Formelementes
(8) mit dem Ableseelement (5) oder einem weiteren Ableseelement ablesbar ist, indem
das Ableseelement (5) oder das weitere Ableseelement und / oder das weitere Formelement
(8) auf den Wert der weiteren Zeiteinheit zeigt.
10. Uhr nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei mindestens ein Element der Anzeige
(4, 5, 8) eine scheibenförmige Figur beliebiger Form aufweist.
11. Uhr nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei mindestens ein Element der Anzeige
(4, 5, 8) mindestens eine linienförmige oder flächige Markierung oder Aussparung beliebiger
Form auf einer scheibenförmigen Figur beliebiger Form aufweist.
12. Uhr nach einem der Ansprüche 10 und 11, wobei die scheibenförmige Figur exzentrisch
rotiert.
13. Uhr nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei mindestens ein Teil (53) der Form,
Markierung oder Aussparung eines Ableseelementes (5) mindestens einem Teil (81) der
Form, Markierung oder Aussparung eines Formelementes (8) entspricht.
14. Uhr nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Formelement (4) mindestens teilweise
von einem anderen Element der Anzeige (2, 5, 8) verdeckt ist.
15. Uhr nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Ableseelement (5) eine Form
(55), Aussparung (54) oder Markierung (51) zum Rand hin aufweist, welche die Ablesegenauigkeit
erhöht.