[0001] Die Erfindung betrifft eine Kontaktschiebereinheit für eine Schalteinheit, insbesondere
für einen Leistungsschalter, aufweisend einen Kontaktschieber sowie ein festes und
ein bewegliches Schaltstück.
[0002] Schalteinheiten, insbesondere Leistungsschalter, dienen unter Anderem dem sicheren
Abschalten bei einem Kurzschluss und schützen dadurch Verbraucher und Anlagen. Ferner
eignen sich elektrische oder mechanische Schalteinheiten für das betriebsmäßige, manuelle
Schalten von Verbrauchern sowie zur sicheren Trennung einer Anlage vom Stromnetz bei
Wartungsarbeiten oder Änderungen bei der Anlage. Elektrische Schalteinheiten, insbesondere
Leistungsschalter, werden häufig elektromagnetisch betrieben.
[0003] Das heißt, derartige Schalteinheiten sind technisch hochwertige elektrische Schaltgeräte
mit integriertem Schutz für Motoren, Leitungen, Transformatoren und Generatoren. Ihren
Einsatz finden sie an Funktionsstellen mit geringerer Schalthäufigkeit. Derartige
Schalteinheiten sind neben dem Kurzschlussschutz auch für den Überlastschutz geeignet.
[0004] Im Fall eines Kurzschlusses schaltet eine elektrische Schalteinheit eine elektrische
Anlage sicher ab. Somit bieten diese Sicherungsschutz vor Überlastung. Jeder Leiter
durch den Strom fließt, erwärmt sich mehr oder weniger stark. Die Erwärmung hängt
dabei vom Verhältnis der Stromstärke zum Stromleiterquerschnitt ab, der so genannten
Stromdichte. Die Stromdichte darf nicht zu groß werden, da sonst durch zu hohe Erwärmung
die Leiterisolation verschmoren oder möglicherweise ein Brand ausgelöst werden kann.
Um elektrische Anlagen gegen diese schädigenden Auswirkungen zu schützen, werden Schalteinheiten
als Überstrom-Schutzeinrichtung verwendet. Leistungsschalter weisen zwei voneinander
getrennt wirkende Auslösemechanismen für den Überlast- und Kurzschlussschutz auf.
Beide Auslöser sind in Reihe geschaltet. Den Schutz beim Kurzschluss übernimmt ein
zeitlich nahezu unverzögert wirkender elektromagnetischer Auslöser. Bei einem Kurzschluss
entklinkt der elektromagnetische Auslöser unverzögert ein Schaltschloss des Leistungsschalters.
Ein Schaltanker trennt das Schaltstück, ehe der Kurzschlussstrom seinen Höchstwert
erreichen kann.
[0005] Bekannte Schalteinheiten weisen eine Kontaktschiebereinheit mit einem Kontaktschieber
und einem beweglichen Schaltstück auf. Das bewegliche Schaltstück weist ferner elektrische
Kontakte auf. Ferner weisen derartige Schalteinheiten erste Kontakte zu einer Stromleitung
auf. In einem eingeschalteten Zustand kontaktieren die elektrischen Kontakte des beweglichen
Schaltstückes die festen Kontakte der Schalteinheit. Im Kurzschlussfall werden die
elektrischen Kontakte des beweglichen Schaltstückes von den festen Kontakten gelöst,
so dass der Stromfluss unterbrochen wird. Hierbei wird das bewegliche Schaltstück
von den festen Kontakten gelöst. Durch Kurzschlussabschaltungen in einer Schalteinheit
kann es jedoch nach dem Lösen des beweglichen Schaltstückes zur Drehung des beweglichen
Schaltstückes um seine Längsachse kommen. Wenn sich das bewegliche Schaltstück um
seine Längsachse dreht, wird dies auch als Brückendreher bezeichnet. Das heißt, das
bewegliche Schaltstück kehrt dann nach der Drehung nicht mehr in seine Ausgangslage
zurück, sondern verharrt in der gedrehten Stellung.
[0006] Bekannte Kontaktschieber von Schalteinheiten weisen häufig zwei Führungssysteme,
ein inneres und ein äußeres Führungssystem auf. Das äußere Führungssystem kommt dann
zum Einsatz, wenn der Schaltvorgang, das heißt, das Ein- oder AusSchalten, über ein
Schaltschloss der Schalteinheit erfolgt. Hierbei entsteht kein Brückendreher. Das
innere Führungssystem kommt im Kurzschlussfall zum Einsatz, wenn der Schaltvorgang
über einen Schaltanker, häufig einen Stößel, der Schalteinheit erfolgt. Das heißt,
beim Abschalten auf Grund eines Kurzschlusses eilt das bewegliche Schaltstück entlang
des inneren Führungssystems dem Kontaktschieber voraus, prallt an Aufschlagflächen
im so genannten Unterteil der Schalteinheit ab und fliegt wieder entlang dem inneren
Führungssystem zurück. Hierbei fliegt es dem Schaltanker beziehungsweise dem Stößel
der Schalteinheit entgegen. Dabei kann es passieren, dass sich das bewegliche Schaltstück
und der Stößel außerhalb ihrer Mittellinien treffen, so dass dies zu einem Verdrehen
des beweglichen Schaltstückes um seine Längsachse führen kann.
[0007] Wenn das bewegliche Schaltstück im gedrehten Zustand verharrt, treffen bei einem
nächsten Einschalten der Schalteinheit nicht mehr die Kontakte, insbesondere Silberkontakte
des beweglichen Schaltstücks und die festen Kontakte der Schalteinheit aufeinander,
so dass es zu Ausfallerscheinungen kommt. Das heißt, ein in einer verdrehten Position
verharrendes Schaltstück ist nachteilig, da die Schalteinheit dann nicht mehr einsatzfähig
ist. Ein nicht funktionierendes Schaltstück und eine nicht funktionierende Schalteinheit
sind nachteilig für die elektrischen Verbraucher und die Anlage, in der die Schalteinheit
eingebaut ist.
[0008] Demgemäß besteht die Aufgabe der vorliegenden Erfindung darin, eine Kontaktschiebereinheit
für eine Schalteinheit, insbesondere für einen Leistungsschalter zu schaffen, die
derart ausgebildet ist, dass Brückendreher des Schaltstückes vermieden werden.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Kontaktschiebereinheit für eine Schalteinheit,
insbesondere für einen Leistungsschalter gelöst, die einen Kontaktschieber sowie ein
festes und ein bewegliches Schaltstück aufweist. Die Erfindung zeichnet sich dabei
dadurch aus, dass das bewegliche Schaltstück auf einem Führungselement angeordnet
ist. Das Führungselement kann vorzugsweise als Führungsstift oder als Blechstreifen
ausgebildet sein
[0010] Schalteinheiten gemäß der Erfindung können elektrische Schalteinheiten, insbesondere
elektromagnetisch betriebene Schalteinheiten beziehungsweise Schalter sein, aber auch
mechanische Schalteinheiten. Zu den elektrischen Schalteinheiten zählen insbesondere
Leistungsschalter.
[0011] Erfindungsgemäß wird das bewegliche Schaltstück über ein separates Führungselement
geführt. In einer besonderen Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass das Führungselement
axial nicht beweglich im Gehäuse ausgebildet ist. Das bewegliche Schaltstück ist mit
einer Bohrung versehen und ist zudem axial leicht beweglich auf dem Führungselement
aufgefädelt. Um eine Kontaktöffnung durch den Stößel des Kurzschlussauslösers gewährleisten
zu können, kann der Stößel im unteren Teil als Rohrkörper ausgeprägt sein. Es ist
jedoch auch möglich, dass ein separater Rohrkörper mit entsprechenden Anlageflächen,
die zum Beispiel sacklochartig ausgebildet sind, verwendet wird. Erfindungsgemäß steckt
der Rohrkörper vorzugsweise über dem Führungselement und kann mittels seiner stirnseitigen
Betätigungsringfläche bei Erregung, das heißt im Kurzschlussfall, die Kontaktbrücke
öffnen. Bei einer Kontaktöffnung über ein Schaltschloss und einen Kontaktschieber
bewegt sich der Kontaktschieber zur Kontaktöffnung einfach über den unbetätigten Stößel.
[0012] In einer weiteren Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass das Führungselement
axial beweglich im Gehäuse beziehungsweise im Kontaktschieber gelagert ist. Dazu weist
es einen partiell vergrößerten Durchmesser oder entsprechende Prägungen zur Erzeugung
einer Betätigungsfläche auf. In dieser Ausführungsform wirkt der durch den Kurzschlussauslöser
betätigte Stößel im Gegensatz zur ersten Ausführungsform nicht direkt auf die Kontaktbrücke,
sondern betätigt das Führungselement in axialer Richtung. Das Führungselement nimmt
seinerseits über besagte Betätigungsflächen die Kontaktbrücke mit.
[0013] In einer vorteilhaften Untervariante kann die Betätigungsfläche des Führungselementes
als Ring ausgeprägt sein, der in eine entsprechende Tasche des Kontaktschiebers oder
der Brücke eintaucht. Damit kann verhindert werden, dass das Element sich bei nicht
erregtem Kurzschlussauslöser unkontrolliert innerhalb des Schiebers in Richtung Stößel
bewegt und dabei gegebenenfalls unten aus der Gehäuseführung herausrutscht.
[0014] Erfindungsgemäß kann vorgesehen sein, dass ein Ende des Führungselementes im Gehäuse
der Schalteinheit angeordnet ist. Technisch kann diese Gehäuseführung derart ausgebildet
sein, dass auf dem Gehäuseboden ein Gehäusedom mit einer Ausnehmung für das Führungselement
ausgeführt ist.
[0015] Es kann weiterhin erfindungsgemäß vorgesehen sein, dass das Führungselement in der
Kontaktschiebereinheit angeordnet ist. Technisch kann dies derart ausgebildet sein,
dass in der Kontaktschiebereinheit eine Führungsnut angeordnet ist, in der das Führungselement
lagert.
[0016] Es ist besonders von Vorteil, wenn das Führungselement vorzugsweise aus Metall, oder
einem thermisch beständigem Kunststoff oder Carbon oder Keramik gefertigt ist. Aus
Metall gefertigte Führungselemente sind gegenüber den zu erwartenden Temperaturen
bei einem Auslösevorgang resistent.
[0017] Ein weiterer Vorteil der Erfindung kann darin bestehen, dass das bewegliche Schaltstück
einen Durchbruch aufweist, durch welchen das Führungselement geführt ist bzw. hindurchtaucht.
[0018] Erfindungsgemäß kann weiterhin vorgesehen sein, dass das andere Ende des Führungselementes
in einem rohrkörperartigen Fortsatz eines Stößels eines Kurzschlussauslösers geführt
ist, der den jeweiligen Schaltzustand auf die Kontaktschiebereinheit überträgt. Bei
dieser Ausführungsform wirkt der Stößel nicht direkt auf das bewegliche Schaltstück
ein, sondern im Auslösevorgang wird über den rohrkörperartigen Fortsatz das bewegliche
Schaltstück vom festen Schaltstück getrennt. Erfindungsgemäß kann der rohrkörperartige
Fortsatz entweder einteilig mit dem Stößel verbunden sein oder der rohrkörperartige
Fortsatz und der Stößel sind aus zwei Teilen gefertigt.
[0019] In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass das Führungselement
am Ende einen vergrößerten Durchmesser aufweist, der als Betätigungsfläche dient,
auf welchen ein Stößel eines Kurzschlussauslösers im Auslösefall trifft. In diesem
Fall wirkt der Stößel im Auslösefall auf die Betätigungsfläche, die dann das bewegliche
Schaltstück vom festen Schaltstück trennt.
[0020] In einer weiteren besonders vorteilhaften Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass
die Betätigungsfläche des Führungselementes als Ring ausgebildet ist, der in eine
entsprechende Ausnehmung des Kontaktschiebers eintaucht.
[0021] Die erfindungsgemäße Kontaktschiebereinheit weist einen Kontaktschieber sowie ein
festes und ein bewegliches Schaltstück auf, die zueinander gegenüber liegend angeordnet
sind. Oberhalb der Kontaktschiebereinheit ist ein Stößel eines Kurzschlussauslösers
angeordnet. Am Stößel ist an dem Ende, das dem Kontaktschieber zugewandt ist, ein
rohrartiger Fortsatz angeformt, der entweder einteilig mit dem Stößel verbunden ist
oder als separates Teil am Stößel angeformt ist. Das bewegliche Schaltstück weist
einen Durchbruch auf, in welcher das erfindungsgemäße Führungselement positioniert
ist. Das Führungselement ist oberhalb des beweglichen Schaltstücks im rohrkörperartigen
Fortsatz des Stößels geführt. Unterhalb des beweglichen Schaltstücks kann das Führungselement
entweder im Gehäuse oder im Kontaktschieber oder in einer Kombination aus Gehäuse
und Kontaktschieber geführt sein. Im Auslösefall wandert der Stößel inklusive des
rohrkörperartigen Fortsatzes in Richtung des beweglichen Schaltstücks, wobei das Führungselement
weiter in den rohrkörperartigen Fortsatz wandert.
[0022] In einer weiteren Ausführungsform kann erfindungsgemäß vorgesehen sein, dass das
Führungselement oberhalb des beweglichen Schaltstücks einen vergrößerten Durchmesser
aufweist, der als Betätigungsfläche dient und auf welchen der Stößel im Auslösefall
direkt wirkt.
[0023] Erfindungsgemäß ist es auch möglich, dass das Führungselement einen Ring aufweist,
wobei in diesem Fall für den Ring und den oberhalb des Ringes befindlichen Teil des
Führungselementes im Kontaktschieber eine Ausnehmung ausgebildet ist. Bei dieser Ausführungsform
trifft der Stößel im Auslösefall direkt auf den oberhalb des Ringes befindlichen Teil
des Führungselementes. Der Stößel schiebt dabei das Führungselement in die Gehäuseführung
und der Ring am Führungselement trifft auf das bewegliche Schaltstück und löst dieses
vom festen Schaltstück.
[0024] Die erfindungsgemäße Kontaktschiebereinheit vermeidet Brückendreher durch Verwendung
eines vorzugsweise metallenen Führungselementes, das sowohl über Fortsätze am Auslösestößel,
als auch über Gehäuseführungen sowie über Führungsnuten am Kontaktschieber positioniert
werden kann. Dadurch werden Drehungen der Kontaktbrücke in Folge eines hohen Bewegungsimpulses
zuverlässig vermieden. Vorteilhaft ist dabei, dass die Kontaktbrücke keine Führungsfortsätze
aufweist, sondern auf Grund eines Führungsdurchbruches vergleichsweise leicht gehalten
werden kann. Dabei wurde berücksichtigt, dass leichte Kontaktbrücken auf Grund ihrer
schnelleren Beschleunigbarkeit das Kurzschluss-Ausschalteverhalten verbessern. Das
Führungselement selbst ist vorzugsweise aus Metall gefertigt, um eine Schädigung durch
die in der Schaltkammer und insbesondere an der Kontaktbrücke auftretenden hohen Temperaturen
auszuschließen.
[0025] Weitere Vorteile und Ausführungen der Erfindung werden nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen
sowie anhand der Zeichnung erläutert.
[0026] Dabei zeigen:
Fig. 1 in einer schematischen Schnittdarstellung eine erfindungsgemäße Kontaktschiebereinheit
aus einem Kontaktschieber sowie einem festen und beweglichen Schaltstück mit erfindungsgemäßem
Führungselement und einteilig ausgeführtem Stößeln mit rohrkörperartigem Fortsatz
bei Normalbetrieb;
Fig. 2 in einer schematischen Schnittdarstellung die erfindungsgemäße Kontaktschiebereinheit
nach Fig. 1 im Auslösefall;
Fig. 3 in einer schematischen Schnittdarstellung eine erfindungsgemäße Kontaktschiebereinheit
aus Kontaktschieber sowie einem festen und beweglichen Schaltstück mit erfindungsgemäßem
Führungselement und einem Stößel mit separat ausgeführtem rohrkörperartigem Fortsatz
bei Normalbetrieb;
Fig. 4 in einer schematischen Schnittdarstellung die erfindungsgemäße Kontaktschiebereinheit
nach Fig. 3 im Auslösefall;
Fig. 5 in einer schematischen Schnittdarstellung eine weitere Ausführungsform eines
Stößels, der mit seinem größeren Durchmesser im Auslösefall innerhalb des rohrkörperartigen
Fortsatzes auf das Führungselement mit kleinerem Durchmesser trifft;
Fig. 6 in einer schematischen Schnittdarstellung eine weitere Ausführungsform eines
Stößels, der eine Durchmesserverengung aufweist, wobei der verengte Durchmesser im
rohrkörperartigen Fortsatz angeordnet ist und dort auf das Führungselement im Auslösefall
trifft;
Fig. 7 in einer schematischen Schnittdarstellung eine weitere Ausführungsform einer
erfindungsgemäßen Kontaktschiebereinheit im Normalbetrieb, wobei das Führungselement
in einen Bereich mit größerem Durchmesser mündet und dadurch eine Betätigungsfläche
bietet, auf welche der Stößel wirkt;
Fig. 8 in einer schematischen Schnittdarstellung die Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Kontaktschiebereinheit nach Fig. 7 im Auslösefall;
Fig. 9 in einer schematischen Schnittdarstellung die Ausführungsform nach Fig. 7 nach
einer stromdynamischen Öffnung mit Brückenfreiflug;
Fig. 10 in einer schematischen Schnittdarstellung eine weitere Ausführungsform einer
erfindungsgemäßen Kontaktschiebereinheit im Normalbetrieb, wobei das Führungselement
einen Ring aufweist, der im Auslösefall auf das bewegliche Schaltstück wirkt;
Fig. 11 in einer schematischen Schnittdarstellung die Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Kontaktschiebereinheit nach Fig. 10 im Auslösefall;
Fig. 12 in einer schematischen Schnittdarstellung die Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Kontaktschiebereinheit nach Fig. 10 nach einer stromdynamischen Öffnung mit Brückenfreiflug;
Fig. 13 in einer schematischen Schnittdarstellung eine erfindungsgemäße Kontaktschiebereinheit
mit Ring aufweisendem Führungselement bei einem mechanischen Auslösefall durch ein
Schaltschloss.
[0027] Fig. 1 zeigt eine erfindungsgemäße Kontaktschiebereinheit, die einen Kontaktschieber
1 sowie ein festes und ein bewegliches Schaltstück (2,3) aufweist, die zueinander
gegenüber liegend angeordnet sind. Oberhalb der Kontaktschiebereinheit 1 ist ein Stößel
4 eines Kurzschlussauslösers angeordnet. Am Stößel 4 ist an dem Ende, das dem Kontaktschieber
1 zugewandt ist, ein rohrkörperartiger Fortsatz 5 angeformt, der entweder einteilig
mit dem Stößel 4 verbunden ist oder als separates Teil am Stößel 4 angeformt ist.
Das bewegliche Schaltstück 3 weist einen Durchbruch 6 auf, in welcher das erfindungsgemäße
Führungselement 7 positioniert ist. Das Führungselement 7 ist oberhalb des beweglichen
Schaltstücks 3 im rohrkörperartigen Fortsatz 5 des Stößels 4 geführt. Unterhalb des
beweglichen Schaltstücks 3 kann das Führungselement 7 entweder im Gehäuse 8 oder im
Kontaktschieber 1 oder in einer Kombination aus Gehäuse 8 und Kontaktschieber 1 geführt
sein.
[0028] In Fig. 2 ist die Kontaktschiebereinheit nach Fig. 1 im Auslösefall dargestellt.
Im Auslösefall wandert der Stößel 4 inklusive des rohrkörperartigen Fortsatzes 5 in
Richtung des beweglichen Schaltstückes 3, wobei das Führungselement 7 weiter in den
rohrkörperartigen Fortsatz 5 wandert.
[0029] Fig. 3 zeigt eine erfindungsgemäße Kontaktschiebereinheit aus Kontaktschieber 1 sowie
einem festem und einem beweglichem Schaltstück 2, 3 mit einem erfindungsgemäßen Führungselement
7 und einem Stößel 4 mit separat angeformtem rohrkörperartigem Fortsatz 5 im Normalbetrieb.
[0030] Fig. 4 zeigt das Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 im Auslösefall. Wie bereits in Fig.
2 dargestellt, wandert der Stößel 4 inklusive des rohrkörperartigen Fortsatzes 5 im
Auslösefall in Richtung des beweglichen Schaltstücks 3, wobei das Führungselement
7 weiter in den rohrkörperartigen Fortsatz 5 wandert.
[0031] In Fig. 5 ist eine weitere Ausführungsform eines Stößels 4 mit rohrkörperartigem
Fortsatz 5 dargestellt, wobei der Stößel 4 mit seinem größeren Durchmesser im Auslösefall
auf das Führungselement 7 mit kleinerem Durchmesser trifft. Die dafür benötigten Ausnehmungen
im rohrkörperartigen Fortsatz 5 sind der Fig. 5 entsprechend ausgebildet.
[0032] Fig. 6 zeigt eine weitere Ausführungsform eines Stößels 4 mit rohrkörperartigem Fortsatz
5, wobei der Stößel 4 von einem größeren Durchmesser in einen kleineren Durchmesser
übergeht und der kleinere Durchmesser im rohrkörperartigen Fortsatz 5 angeordnet ist.
Im Auslösefall trifft der Stößel 4 mit dem kleineren Durchmesser, der im rohrkörperartigen
Fortsatz 5 angeordnet ist, auf das Führungselement. 7.
[0033] Fig. 7 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Kontaktschiebereinheit
mit einem Kontaktschieber 1 sowie einem festen und einem beweglichen Schaltstück 2,
3 und einem Führungselement 7, das nach Durchtritt durch den Durchbruch 6 des beweglichen
Schaltstücks 3 in einen Bereich mit einem größeren Durchmesser mündet, der als Betätigungsfläche
9 dient. Fig. 7 zeigt die Anordnung in der Kontaktschiebereinheit bei Normalbetrieb.
[0034] In Fig. 8 ist das Ausführungsbeispiel nach Fig. 7 im Auslösefall dargestellt. Aus
Fig. 8 geht hervor, dass der Stößel 4 im Auslösefall direkt auf die Betätigungsfläche
9 des Führungselementes 7 wirkt.
[0035] Fig. 9 zeigt das Ausführungsbeispiel nach Fig. 7 nach einer stromdynamischen Öffnung
mit Brückenfreiflug.
[0036] In Fig. 10 ist eine erfindungsgemäße Kontaktschiebereinheit aus einem Kontaktschieber
1 sowie einem festen und einem beweglichen Schaltstück 2, 3 mit einem erfindungsgemäßen
Führungselement 7 im Normalbetrieb dargestellt, wobei das Führungselement 7 zusätzlich
durch einen Ring 10 geführt ist. Für den Ring 10 und den oberhalb des Ringes 10 befindlichen
Teil des Führungselementes 7 ist im Kontaktschieber 1 eine Ausnehmung 11 ausgebildet.
Bei dieser Ausführungsform trifft der Stößel 4 im Auslösefall direkt auf den oberhalb
des Ringes 10 befindlichen Teil des Führungselementes 7. Der Stößel 4 schiebt dabei
das Führungselement 7 in die Gehäuseführung und der Ring 10 am Führungselement 7 trifft
auf das bewegliche Schaltstück 3 und löst dieses vom festen Schaltstück 2.
[0037] In Fig. 11 ist das Ausführungsbeispiel nach Fig. 10 im Auslösefall dargestellt. Im
Auslösefall trifft der Stößel 4 direkt auf den oberhalb des Ringes befindlichen Teil
des Führungselementes 7. Der Stößel 4 schiebt dabei das Führungselement 7 in die Gehäuseführung
und der Ring 10 am Führungselement 7 trifft auf das bewegliche Schaltstück 3 und löst
dieses vom festen Schaltstück 2.
[0038] In Fig. 12 ist das Ausführungsbeispiel nach Fig. 10 bei einer stromdynamischen Öffnung
mit Brückenfreiflug dargestellt.
[0039] Aus Fig. 13 geht das Ausführungsbeispiel nach Fig. 10 bei einer mechanischen Offenhaltung
durch ein Schaltschloss hervor.
[0040] Die erfindungsgemäße Kontaktschiebereinheit vermeidet Brückendreher durch Verwendung
eines vorzugsweise metallenen Führungselementes, das sowohl über Fortsätze am Auslösestößel,
als auch über Gehäuseführungen sowie über Führungsnuten am Kontaktschieber positioniert
werden kann. Dadurch werden Drehungen der Kontaktbrücke in Folge eines hohen Bewegungsimpulses
zuverlässig vermieden. Vorteilhaft ist dabei, dass die Kontaktbrücke keine Führungsfortsätze
aufweist, sondern auf Grund eines Führungsdurchbruches vergleichsweise leicht gehalten
werden kann. Dabei wurde berücksichtigt, dass leichte Kontaktbrücken auf Grund ihrer
schnelleren Beschleunigbarkeit das Kurzschluss-Ausschalteverhalten verbessern. Das
Führungselement selbst ist vorzugsweise aus Metall gefertigt, um eine Schädigung durch
die in der Schaltkammer und insbesondere an der Kontaktbrücke auftretenden hohen Temperaturen
auszuschließen.
1. Kontaktschiebereinheit für eine Schalteinheit, insbesondere für einen Leistungsschalter,
aufweisend einen Kontaktschieber (1) sowie ein festes und ein bewegliches Schaltstück
(2,3),
dadurch gekennzeichnet, dass das bewegliche Schaltstück (3) auf einem Führungselement (7) angeordnet ist.
2. Kontaktschiebereinheit nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Ende des Führungselementes (7) im Gehäuse der Schalteinheit angeordnet ist.
3. Kontaktschiebereinheit nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass das Führungselement (7) im Kontaktschieber (1) geführt ist.
4. Kontaktschiebereinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass das Führungselement (7) vorzugsweise aus Metall, oder einem thermisch beständigem
Kunststoff oder Carbon oder Keramik gefertigt ist.
5. Kontaktschiebereinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass das bewegliche Schaltstück (3) einen Durchbruch (6) aufweist, durch welchen das Führungselement
(7) geführt ist bzw. hindurchtaucht.
6. Kontaktschiebereinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass das andere Ende des Führungselementes (7) in einem rohrkörperartigem Fortsatz (5)
eines Stößels (4) eines Kurzschlussauslöser geführt ist, der den jeweiligen Schaltzustand
auf die Kontaktschiebereinheit überträgt.
7. Kontaktschiebereinheit nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass der rohrkörperartige Fortsatz (5) einteilig mit dem Stößel (4) verbunden ist.
8. Kontaktschiebereinheit nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass der rohrkörperartige Fortsatz (5) und der Stößel (4) aus zwei Teilen gefertigt sind.
9. Kontaktschiebereinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass das Führungselement (7) am Ende einen vergrößerten Durchmesser aufweist, der als
Betätigungsfläche (9) dient und auf welchem ein Stößel (4) eines Kurzschlussauslösers
im Auslösefall trifft.
10. Kontaktschiebereinheit nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungsfläche (9) des Führungselementes (7) als Ring (10) ausgebildet ist,
der in eine entsprechende Ausnehmung (11) des Kontaktsschiebers eintaucht.