Stand der Technik:
[0001] Im Möbelbereich sind Systeme mit einer Kontrolleinheit und einem Antrieb zum Antreiben
eines bewegbaren Möbelteils wie zum Beispiel einer Schublade, Türe oder Klappe bekannt,
wobei das bewegbare Möbelteil in der Regel an einem Möbelkorpus aufgenommen ist. Die
Möbelteile können zum Beispiel über Antriebseinheiten wie Elektromotoren linear bewegt
beziehungsweise verfahren und/oder um eine Achse verschwenkt werden.
[0002] Regelmäßig wird zur Kontrolle der Antriebseinheit eine Kontrolleinheit eingesetzt,
die zum Beispiel eine Bedienaktion eines Nutzers durch zugeordnete Sensoren erkennt
und das entsprechende Signal verarbeitet.
[0003] Zum Beispiel wird über die Kontrolleinheit nach einer erfassten Bedienaktion die
Bewegung der Antriebseinheit zum Öffnen einer Schublade kontrolliert.
Aufgabe und Vorteile der Erfindung:
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde die Energieversorgung eines Möbels mit Kontrolleinheit
und Antriebseinheit zu optimieren.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Vorrichtung zur
[0006] Bewegungskontrolle eines Möbelteils mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und durch ein
Möbel nach Anspruch 10 gelöst. In den abhängigen Ansprüchen sind vorteilhafte und
zweckmäßige Weiterbildungen in der Erfindung angegeben.
[0007] Die Erfindung geht von einer Vorrichtung zur Bewegungskontrolle eines an einem Möbelkorpus
bewegbar aufgenommenen Möbelteils aus, das mit einer elektrischen Antriebseinheit
relativ zum Möbelkorpus bewegbar ist. Die Vorrichtung umfasst eine elektrisch versorgte
Kontrolleinheit, welche die Antriebseinheit kontrolliert, sodass das Möbelteil abhängig
von einer dem Möbelteil zugeordneten Bedienaktion angetrieben bewegt werden kann.
Die Antriebseinheit ist z.B. ein Elektromotor. Die Bedienaktion kann beispielsweise
eine Bedienbewegung einer Bedienperson in Bezug zu einer Möbelteilfront sein. Eine
Auslöseaktion kann in einem Schließzustand des bewegbaren Möbelteils dadurch erfolgen,
dass das bewegbare Möbelteil gegenüber dem Möbelkorpus durch Einwirken auf die Möbelfront,
insbesondere durch eine Eindrückbewegung der Möbelfront des bewegbaren Möbelteils
- bei sogenannten Touch-Latch-Anordnungen - ein Auslösemechanismus aktiviert wird.
Hierfür ist z.B. eine die Versetzung der Möbelfront erfassende Sensorvorrichtung vorgesehen,
die von der Kontrolleinheit überwacht wird.
[0008] Der Kern der Erfindung liegt nun darin, dass Schaltmittel vorgesehen sind, die für
den Fall, dass die Kontrolleinheit keine Bedienaktion registriert, zumindest die Kontrolleinheit
automatisch von einer externen Stromversorgung trennt. Durch diese Maßnahme lässt
sich der Stromverbrauch in einer Küche mit einer Vielzahl elektrisch, angetriebener
Schubladen erheblich reduzieren. Denn dadurch lässt sich eine Stromaufnahme der Kontrolleinheit
von außen, die auch bei nicht Aktivieren eines Antriebs in elektronischen Schaltungen
immer vorhanden ist, ganz vermeiden.
[0009] Denkbar ist aber, dass bestimmte Bereiche der Kontrolleinheit, wie ein Speicherareal,
Batterie gepuffert bleiben, um vorgegebene Daten immer sicher vorhalten zu können.
[0010] Denkbar ist auch, dass nicht nur die Kontrolleinheit automatisch von einer externen
Stromversorgung getrennt wird, sondern auch die Antriebseinheit oder gegebenenfalls
mehrere Antriebseinheiten, die von der Kontrolleinheit kontrolliert werden. Dadurch
lässt sich eine Ruhestromaufnahme auch in der oder den Antriebseinheiten verhindern.
[0011] Um eine effektive Stromverbrauchreduzierung zu erreichen, wird im Weiteren vorgeschlagen,
dass die Schaltmittel so ausgelegt sind, dass eine Trennung der Stromversorgung nach
Ablauf einer vorgegebenen Zeit ohne das Vorhandensein einer Bedienaktion erfolgt.
Das heißt, die Abkopplung von der Stromversorgung findet automatisch nach Registrierung
keiner Aktion innerhalb einer vorgegebenen Zeitspanne statt.
[0012] Das kann sich auf alle Antriebs- und/oder Kontrolleinheiten in einer Möbelanordnung,
z.B. einer Küche beziehen oder nur auf einzelne Antriebseinheiten mit Kontrolleinheit
bzw. auf nur einzelne Kontrolleinheiten, die möglicherweise mehrere Antriebseinheiten
kontrollieren.
[0013] Eine globale Abkopplung von Kontrolleinheit und/oder Antriebseinheit in einer Küche
mit Küchenmöbeln hat den Vorteil, dass erst das Abschalten der Stromversorgung stattfindet,
wenn wirklich alle Kontrolleinheiten keine Bedienaktion mehr registrieren, sodass
davon ausgegangen werden kann, dass in der Küche nicht mehr gearbeitet wird und auch
nicht einmal mehr einzelne, z.B. Schubladen betätigt werden.
[0014] Registrieren die Schaltmittel dagegen immer wieder eine Bedienaktion im Zusammenhang
mit einer einzigen Kontrolleinheit wird davon ausgegangen, dass nach wie vor eine
Bedienperson Aktionen auslöst und somit alle anderen Kontrolleinheiten bei einer eventuellen
darauf einwirkenden Bedienaktion sofort, ohne Zeitverzögerung, zur Verfügung stehen.
[0015] Eine andere Lösung kann vorteilhaft so aussehen, dass nur einzelne Kontrolleinheiten
und/oder Antriebseinheiten automatisch von der Stromversorgung getrennt werden, sobald
in Bezug auf diese einzelnen Kontrolleinheiten Bedienaktionen ausbleiben.
[0016] Dadurch kann Strom gespart werden, selbst wenn eine Bedienperson z.B. in einer Küche
tätig ist und regelmäßig nur eine einzige Schublade bedient, wogegen alle anderen
Schubladen nicht bedient werden und daher sich im "Energiesparmodus" beziehungsweise
einem "stand by Modus" mit getrennter Stromversorgung befinden.
[0017] Die Ersparnis bei dieser auf einzelne Kontrolleinheiten bezogenen Trennung der Energieversorgung
ermöglicht ein größeres Energieeinsparpotenzial.
[0018] In einer anderen Ausführungsform ist es denkbar, dass es bei vorhandensein von mehreren
Kontrolleinheiten bevorzugte Kontrolleinheiten gibt, nämlich solche, die eine höhere
Häufigkeit von Bedienaktionen registrieren, und die erst verzögert im Vergleich zu
anderen Kontrolleinheiten und/oder Antriebseinheiten von einer Stromversorgung getrennt
werden. Damit kann dem Umstand Rechnung getragen werden, dass viele bewegbare Möbelteile
in einer Küche nur selten bewegt werden, wogegen einzelne sehr oft bewegt werden.
[0019] In einer weiteren besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung sind die Schaltmittel
in der Lage, eine Trennung der Stromversorgung vorzunehmen, wenn in einem vorgegebenen
Abstand zu einem Möbelkorpus, für welche die erfindungsgemäße Vorrichtung installiert
ist, keine Person über Detektionsmittel detektierbar ist.
[0020] Diese Art der Abschaltung kann zusätzlich mit der soeben diskutierten zeitabhängigen
Abschaltung gekoppelt werden.
[0021] Mit einer solchen Art der Abstandsdetektion von Personen lässt sich eine vergleichsweise
zuverlässige Trennung einer
[0022] Kontrolleinheit und/oder Antriebseinheit erreichen. Denn sobald keine Person in einem
vorgegebenen Abstand mehr feststellbar ist, wird eine Bedienaktion unwahrscheinlich
und die Kontrolleinheit und/oder Antriebseinheit kann ohne Nachteil des Bedienungskomforts
von der Stromversorgung getrennt werden.
[0023] Die Detektion von Personen in Bezug auf einen Möbelkorpus kann auch durch die Überwachung
eines vollständigen Raumes in dem ein Möbel aufgestellt ist erfolgen. Zum Beispiel
sind die Schaltmittel ausgelegt, eine Trennung der Stromversorgung durchzuführen,
wenn Detektionsmittel keine Personen in einem vorgegebenen Raum, nämlich dem Aufstellraum
des Möbelkorpus detektieren.
[0024] In einer überdies vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind die Schaltmittel
zum Zuschalten der Stromversorgung nach einer Trennung der Stromversorgung ausgestaltet,
wenn eine Bedienperson von Detektionsmitteln in einer vorgegebenen Umgebung zu den
Detektionsmitteln erfasst wird. Das ist sozusagen der umgekehrte Fall zur Trennung
von der Stromversorgung, wenn eine Bedienperson sich z.B. dem Möbelkorpus mit dem
bewegbaren Möbelteil nähert und damit eine Bedienaktion wahrscheinlich wird.
[0025] In diesem Fall sollte die Kontrolleinheit bereit sein durch entsprechende Sensoren
die Bedienaktion sofort ohne Zeitverzögerung auswerten zu können. Eine vorgegebene
Umgebung zu den Detektionsmittel kann ein vorgegebener Abstand oder ein vorgegebenes
Volumen, beispielsweise ein Raum sein, der durch die Detektionsmittel überwacht wird.
[0026] Im Weiteren ist es bevorzugt, wenn die Schaltmittel zum Zuschalten der Stromversorgung
nach einer Trennung der Stromversorgung ausgestaltet sind, wenn eine Steueraktion
von einer übergeordneten Steuereinheit festgestellt wird.
[0027] Denkbar ist z.B, dass eine Steuereinheit bei Betreten einer Wohnung oder eines Hauses
einer Person die Trennung der
[0028] Stromversorgung der Kontrolleinheit und/oder Antriebseinheit bzw. Antriebseiriheiten
aufhebt.
[0029] Grundsätzlich kann dies auch bereits der oben definierte Raum sein, der dann nicht
nur auf den Raum begrenzt ist, in dem das Möbel mit dem bewegbaren Möbelteil angeordnet
ist, sondern ein übergeordneter Raum, wie eine Wohnung oder ein Haus oder Teile davon,
die mehrere Räume umfassen.
[0030] In entsprechender Weise, wie eine Trennung der Stromversorgung aufgehoben wird, kann
bei Nichterfassen einer Bedienperson in den oben definierten Bereichen einer Wohnung
oder eines Hauses die Trennung vorgegeben werden.
[0031] Das Steuern über eine übergeordnete Steuereinheit kann zeitabhängig, abatandsabhängig
und/oder abhängig davon sein, ob eine Steueraktion von einer Bedienperson ausgelöst
wird.
[0032] Um sicher zu sein, dass wirklich kein Ruhestrom in den von der Stromversorgung getrennten
Teilen wie Kontrolleinheit und/oder Antriebseinheit bzw. Antriebseinheiten mehr existiert,
wird im Weiteren vorgeschlagen, dass die Schaltmittel eine galvanische Trennung der
Stromversorgung herbeiführen.
1. Vorrichtung zur Bewegungskontrolle eines an einem Möbelkorpus bewegbar aufgenommenem
Möbelteils, das mit einer elektrischen Antriebseinheit relativ zum Möbelkorpus bewegbar
ist, wobei die Vorrichtung eine elektrisch versorgte Kontrolleinheit umfasst, welche
die Antriebseinheit kontrolliert, so dass das Möbelteil abhängig von einer dem Möbelteil
zugeordneten Bedienaktion angetrieben bewegbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass Schaltmittel vorgesehen sind, die für den Fall, dass die Kontrolleinheit keine Bedienaktion
registriert, zumindest die Kontrolleinheit automatisch von einer externen Stromversorgung
trennt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaltmittel so ausgelegt sind, dass eine Trennung der Stromversorgung nach Ablauf
einer vorgegebenen Zeit ohne Registrierung einer Bedienaktion erfolgt.
3. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaltmittel in der Lage sind, eine Trennung der Stromversorgung vorzunehmen,
wenn in einem vorgegebenen Abstand zu einem Möbelkorpus, für welche die Vorrichtung
installiert ist, keine Person über Detektionsmittel detektierbar ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaltmittel ausgelegt sind, eine Trennung der Stromversorgung durchzuführen,
wenn Detektionsmittel keine Person in einem vorgegebenen Raum detektieren, insbesondere
in welchem sich ein Möbelkorpus mit der Vorrichtung zur Bewegungskontrolle befindet.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaltmittel zum Zuschalten der Stromversorgung nach einer Trennung der Stromversorgung
ausgestaltet sind, wenn eine Bedienperson von Detektionsmitteln in einer vorgegebenen
Umgebung zu den Detektionsmitteln erfasst wird.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaltmittel zum Zuschalten der Stromversorgung nach einer Trennung der Stromversorgung
ausgestaltet sind, wenn eine Steueraktion von einer übergeordneten Steuereinheit festgestellt
wird.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Steueraktion zeitabhängig ausgelöst wird.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Steueraktion von einer Bedienperson auslösbar ist.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaltmittel eine galvanische Trennung der Stromversorgung von wenigstens den
Kontrollmitteln herbeiführen.
10. Möbel mit einer Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche.