[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung und ein Verfahren zum Ansteuern von
Löschmittelwerfern mit einer Steuerung zum Ansteuern der Löschmittelwerfer und einem
Positionstableau, das die realen Zielpositionen des Löschmittels geometrisch abbildet.
[0002] Es sind unterschiedliche Sensorsysteme bekannt, die einen Brand detektieren können.
Weiterhin gibt es verschiedene Löschsysteme, mit denen Brände in Industrieanlagen
oder größeren Räumen gelöscht werden. Üblicherweise wird ein Brand detektiert und
eine Löschanlage eingeschaltet, die eine große Menge Löschmittel, z.B. Wasser, in
den Brandbereich hinein sprüht bzw. flutet und damit den Brand löscht. Von größter
Bedeutung ist die Detektion eines Brandes. Diese erfolgt insbesondere mittels Thermodifferenzialmelder,
Rauchgasbrandmelder, Rauchansaugsysteme, Flammenmelder, Infrarotdetektoren (Pyrometer)
oder Infrarotkameras.
[0003] Als Löschsysteme kommen insbesondere Sprinkleranlagen, erheblich leistungsfähigere
Sprühflutanlagen und handgesteuerte Löschmonitore zum Einsatz. Letztere werden auch
als Löschkanonen oder auch als Wasserwerfer bezeichnet. Derzeit werden Löschmittelwerfer
- auch als "Löschmonitore" bezeichnet - mittels mechanischer oder elektronischer Steuereinheiten
zu Ihrer Löschzielposition verfahren. Unter anderem sind folgenden Steuereinheiten
bzw. Bediensysteme bekannt:
- 1. Joysticksteuerung:
Um den Löschmonitor um seine Drehachse in Uhrzeigerrichtung oder entgegen der Uhrzeigerrichtung
zu bewegen, wird der Joystick meist nach links oder rechts bewegt. Um die Wurfweite
des Löschmittels festzulegen, wird der Joystick nach vorne oder nach hinten bewegt.
- 2. Feedback-Control-Steuerung:
Die Stellung bzw. Position des Löschmittelwerfers stimmt immer mit der Stellung des
Steuergriffs überein. Voraussetzung dafür ist eine Grundpositionierung des Steuergriffs
in Abdeckung mit der Position des Löschmittelwerfers. In diesem Fall kann der Bediener
über den Steuergriff immer die Position des Löschmittelwerfers nachvollziehen.
[0004] Nachteilig bei diesen Lösungen gemäß dem Stand der Technik ist, dass das Ausrichten
der Löschmittelwerfer mittels der beschriebenen Steuermöglichkeiten immer einen Sichtkontakt
zum Ziel voraussetzt.
[0005] Sobald die Steuereinheit gegenüber der Ausrichtung des Löschmonitors verdreht ist,
setzt das Steuern des Löschmonitors viel Geschick und räumliches Denken des Bedieners
voraus. Da diese Steuerungen meistens mobil ausgeführt sind, z.B. mittels Kabel- oder
Funkverbindung, gibt es daher oftmals Probleme bei einem akuten Löschangriff.
[0006] Hinzu kommt, dass sich die Drehrichtung des Löschmittelmonitors (Pos.1 gemäß Fig.
A) beim Überschreiten der 0°- und 180°-Achse von Ihrer Laufrichtung her verändert.
Eine Linksstellung des Joysticks gemäß Fig. A führt ab diesen Winkeln zu einer Ausrichtung
des Löschmonitors (Pos.2 gemäß Fig. A) nach rechts, sobald dieser stehend oder hängend
montiert wird.
[0007] Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Einrichtung und ein Verfahren zum Ansteuern von
Löschmittelmonitoren der eingangs genannten Art zu schaffen, die ein komfortables
und sicheres Ansteuern von Löschmittelwerfern erlauben.
[0008] Es ist daraufhin zu weisen, dass der Begriff "Löschmittelmonitor" sachlich mit dem
Begriff "Löschmittelwerfer" gleichzusetzen ist.
[0009] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass das Positionstableau im Wesentlichen
vorzugsweise aus einem drucksensiblen Touchpad oder einem computerbasierenden intelligenten
Tablet-PC besteht, wobei das Positionstableau mit den geometrischen Zielbereichen
des Löschmonitors, beispielsweise einer Skizze des Löschobjekts, beschriftet oder
bedruckt ist.
[0010] Die direkte Zielpositionsangabe mittels eines Eingabemediums auf dem Positionstableau,
z.B. Finger des Gerätebedieners, ermöglicht im Brandfall eine direkte Ausrichtung
des Löschmonitors auf den Brandherd. Das spart Zeit und ermöglicht eine schnellere
Löschung des eigentlichen Brandherdes.
[0011] Durch eine Erweiterung des Positionstableaus mit einer Einheit zur intelligenten
Auswertung von Infrarot-/Videolivebilder zur Brandanalyse mittels geeigneter Hard-
und Software ist eine automatische Löschung des Brandes möglich. Über das Tableau
besteht dennoch jederzeit die Möglichkeit, eine automatische Löschung aktiv durch
einen Bediener, z.B. Feuerwehr, subjektiv zu korrigieren.
[0012] Insbesondere wenn das Positionstableau als intelligenter Tablet-PC ausgebildet ist,
kann die Grafikoberfläche des Positionstableaus an die geometrischen Zielbereiche
des Löschmonitors und/oder die Löschgeometrie des Löschmittelwerfers angepasst werden.
[0013] An das Positionstableau ist eine Recheneinheit angeschlossen oder in dieses integriert.
[0014] Nach einer weiteren Ausbildung der erfindungsgemäßen Lösung wird mittels einer Erfassungseinheit,
die mit der Recheneinheit verbunden ist, ein Live-Videobild oder ein Live-Wärmebild
erzeugt.
[0015] Als Erfassungseinheit sind Infrarot- und/oder Videokameras vorgesehen.
[0016] Darüber hinaus ist es möglich, statt der geometrischen Zielbereiche des Löschmonitors
eine reale Abbildung, beispielsweise eine Fotografie oder Thermografie, des zu löschenden
Objekts auf der Eingabefläche des Positionstableaus darzustellen.
[0017] Ferner kann das Positionstableaus mit einer Einheit zur intelligenten Auswertung
von Infrarot-/Videolivebilder zur Brandanalyse mittels geeigneter Hard- und Software
verbunden sein.
[0018] Wird als Erfassungseinheit eine Infrarotkamera verwendet, so ermöglicht das dem Bediener
des Löschmittelwerfers auch dann noch den Brandherd genau zu treffen, wenn der Raum
bereits durch Rauch einen Sichtkontakt zum Bediener vollständig verhindert. Weiterhin
hat das den Vorteil, dass ein Brand auch fernbedienbar, z.B. aus einer Feuerwehrleitstelle,
gelöscht werden kann. Hinzu kommt der Vorteil den Löscherfolg über die Infrarotkamera
zu überwachen.
[0019] Wird als Anzeige des zu löschenden Objekts auf der Eingabefläche des Positionstableaus
eine Einheit angeschlossen, die ein Live-Videobild und/oder ein Live-Infrarotbild
erzeugt, kann die Zielpositionen des Löschmittels mittels der Einheit erfasst werden.
[0020] Durch Anschluss weiterer Erfassungseinheiten, Infrarot- und/oder Videokameras sowie
weiterer Löschmittelwerfer mit ihren Steuerungen an die Recheneinheit ist es möglich,
mehrere Löschmittelwerfer mit nur einem Positionstableau zu steuern. Hierdurch kann
mit nur einem Positionstableau ein größeres Objekt hinsichtlich Brand überwacht und
aktiv gelöscht werden. Das Positionstableau bietet weiterhin noch die Möglichkeit,
den Löscherfolg eines größeren Objekts zu kontrollieren.
[0021] Gemäß einem Verfahren zum Ansteuern von Löschmittelwerfern mit einer Steuerung zum
Ansteuern der Löschmittelwerfer und einem Positionstableau, das die realen Zielpositionen
des Löschmittels geometrisch abbildet, wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass die geometrischen
Zieldaten durch Eingabe der geometrischen Grunddaten, wie die Werferaustrittshöhe
zum Löschobjekt, die Wurfcharakteristik des Löschmittelwerfers und dem Druck und die
Werferaustrittsgeschwindigkeit des Löschmittels beim Verlassen des Löschmittelwerfers
durch mathematische Berechnung in einer, an das Positionstableau angeschlossenen oder
integrierten Recheneinheit berechnet werden.
[0022] Gemäß einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die Daten zur Zielausrichtung
des an dem Positionstableau angeschlossenen Löschmonitors durch wenige kurze "Testlöschungen"
vor Ort über die Recheneinheit für den kompletten Löschbereich mathematisch errechnet,
indem aus den Ergebnissen der erreichten Zielpositionen des Löschmittels mit der zu
jeder "Testlöschung" gehörenden Löschmittelwerferausrichtung des Löschmonitors alle
möglichen Positionen, die mit dem Löschmittelwerfer erreichbar sind, errechnet werden.
[0023] Wird das Positionstableau über die Recheneinheit mit Abstandsdaten aus einem Abstandssensor
gespeist, können die Zielparameter des Löschmittelwerfers an sich ändernde Positionshöhen
des Löschobjekts mathematisch angepasst werden.
[0024] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden
Erfindung zu verlassen.
[0025] Der der Erfindung zugrunde liegende Gedanke wird in der nachfolgenden Beschreibung
anhand eines Ausführungsbeispieles, das in der Zeichnung dargestellt ist, näher beschrieben.
Es zeigt:
- Fig. 1:
- eine erfindungsgemäße Einrichtung zum Ansteuern eines Löschmittelmonitors.
[0026] Die Einrichtung besteht zunächst aus einem Positionstableau 1, das mit einer Recheneinheit
2 zur intelligenten Auswertung von Infrarot-/Videobildern zur Brandanalyse mittels
geeigneter Hard- und Software verbunden ist. Ein Löschmonitor 3 ist über eine Werfersteuerung
4 für das Löschmittel 5 mit der Recheneinheit 2 verbunden. Weiterhin sind an die Recheneinheit
2 ein Abstandssensor 6 und eine Infrarot- und/oder Videokamera 7 angeschlossen. Das
Löschmittel 5 wird im Brandfall an eine Zielposition 8 eines Löschobjektes 9 geleitet.
Liste der Bezugszeichen
[0027]
- 1
- Positionstableau
- 2
- Recheneinheit
- 3
- Löschmonitor/Löschmittelwerfer
- 4
- Löschmittelwerfersteuerung
- 5
- Löschmittel
- 6
- Abstandssensor
- 7
- Erfassungseinheit, Infrarot-/Videokamera
- 8
- Zielposition
- 9
- Löschobjekt
- 10
- Hard- und Software
1. Einrichtung zum Ansteuern von Löschmittelwerfern (3) mit einer Steuerung (4) zum Ansteuern
der Löschmittelwerfer (3) und einem Positionstableau (1), das die realen Zielpositionen
(8) des Löschmittels (5) geometrisch abbildet, dadurch gekennzeichnet, dass das Positionstableau (1) im Wesentlichen vorzugsweise aus einem drucksensiblen Touchpad
oder einem computerbasierenden intelligenten Tablet-PC besteht, wobei das Positionstableau
(1) mit den geometrischen Zielbereichen des Löschmonitors (3), beispielsweise einer
Skizze des Löschobjekts (9), beschriftet oder bedruckt ist.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Grafikoberfläche des Positionstableaus (1) an die geometrischen Zielbereiche
des Löschmonitors (3) und/oder die Löschgeometrie des Löschmittelwerfers (3) anpassbar
ist.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass an das Positionstableau (1) eine Recheneinheit (2) angeschlossen oder integriert
ist.
4. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass mittels einer Erfassungseinheit (7), die mit der Recheneinheit (2) verbunden ist,
ein Live-Videobild oder ein Live-Wärmebild erzeugt wird.
5. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass als Erfassungseinheit (7) Infrarot- und/oder Videokameras vorgesehen sind.
6. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass statt der geometrischen Zielbereiche des Löschmonitors (3) eine reale Abbildung,
beispielsweise eine Fotografie oder Thermografie, des zu löschenden Objekts (9) auf
der Eingabefläche des Positionstableaus (1) dargestellt ist.
7. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass das Positionstableaus (1) mit der Recheneinheit (2) zur intelligenten Auswertung
von Infrarot-/Videolivebilder zur Brandanalyse mittels geeigneter Hard- und Software
(10) verbunden ist.
8. Verfahren zum Ansteuern von Löschmittelwerfern (3) mit einer Steuerung (4) zum Ansteuern
der Löschmittelwerfer (3) und einem Positionstableau (1), das die realen Zielpositionen
des Löschmittels (5) geometrisch abbildet, dadurch gekennzeichnet, dass die geometrischen Zieldaten durch Eingabe der geometrischen Grunddaten, wie die Werferaustrittshöhe
zum Löschobjekt (9), die Wurfcharakteristik des Löschmittelwerfers (3) und dem Druck
und die Werferaustrittsgeschwindigkeit des Löschmittels (5) beim Verlassen des Löschmittelwerfers
(3) durch mathematische Berechnung in einer, an das Positionstableau (1) angeschlossenen
oder integrierten Recheneinheit (2) berechnet werden.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Daten zur Zielausrichtung des an dem Positionstableau (1) angeschlossenen Löschmonitors
(3) durch wenige kurze Testlöschungen vor Ort über die Recheneinheit (2) für den kompletten
Löschbereich mathematisch errechnet werden, indem aus den Ergebnissen der erreichten
Zielpositionen (8) des Löschmittels (5) mit der zu jeder Testlöschung gehörenden Löschmittelwerferausrichtung
des Löschmonitors (c) alle möglichen Positionen, die mit dem Löschmittelwerfer (3)
erreichbar sind, errechnet werden.