[0001] Die Erfindung betrifft eine Walzvorrichtung zum Walzen von Rädern und Scheiben, mit
einem Walzengestell, in das ein Rohling um eine Achse drehbar einsetzbar ist, und
mit einer Hauptwalze, die in einem rahmenartigen Gestell um eine parallel zur Achse
verlaufende Drehachse drehbar ist und mit der Umfangsfläche des Rohlings in Anlage
bringbar ist, wobei eine Verstellvorrichtung vorgesehen ist, die zumindest eine eine
Antriebsvorrichtung aufweisende Verstelleinheit, mittels der die Hauptwalze längs
ihrer Drehachse verstellbar ist, und eine Vorschubeinheit aufweist, mittels der die
Hauptwalze in Richtung des Rohlings verschiebbar und von diesem zurückziehbar ist.
[0002] Um ein Rad oder eine Scheibe in einer Walzvorrichtung aus einem stählernen, kreisscheibenförmigen
Rohling herauszuarbeiten, ist es vorteilhaft, den Rohling aufrechtstehend in ein Walzengestell
einzusetzen, in dem der Rohling an seiner Umfangfläche und seinen Seitenfläche durch
Lagerwalzen schwimmend gelagert ist. Die Walzvorrichtung besitzt eine sogenannte Hauptwalze,
die um eine parallel zur Drehachse des Rohlings verlaufende Drehachse drehbar ist
und mittels einer Vorschubeinheit in Richtung der Hauptwalze verschoben werden kann,
so dass sie mit der Umfangsfläche des Rohlings in Anlage steht und diese während des
Walzvorgangs ausformt. Zusätzlich sind üblicherweise sogenannte Kegelwalzen vorgesehen,
die im Randbereich des Rohlings mit dessen Seitenflächen auf entgegengesetzten Seiten
in Anlage treten und insbesondere den radial äußeren Radkranz oder Scheibenkranz ausformen.
Der zwischen der radial inneren Nabe und dem radial äußeren Radkranz des Rades liegende
Stegbereich wird üblicherweise von sogenannten Stegwalzen ausgeformt, die von entgegengesetzten
Seiten mit den Seitenflächen des Rohlings in Anlage treten.
[0003] Um die Umfangsfläche des Rohlings mittels der Hauptwalze mit hoher Genauigkeit auszuformen,
muss die Hauptwalze relativ zu dem Rohling korrekt ausgerichtet sein. Zu diesem Zweck
ist die Hauptwalze mit Spannschrauben, die jeweils ein Langloch durchgreifen, gelagert,
so dass sie manuell längs ihrer Drehachse eingestellt und anschließend durch Anziehen
der Spannschrauben fixiert werden kann. Wenn sich während des Walzvorgangs herausstellt,
dass die Hauptwalze relativ zu dem Rohling nicht mehr richtig positioniert ist, muss
vor dem nächsten Walzvorgang die Hauptwalze neu eingestellt werden. Zu diesem Zweck
müssen die Spannschrauben gelöst werden, so dass die Hauptwalze nachjustiert werden
kann. Nach erneuter Fixierung der Hauptwalze durch Festziehen der Spannschrauben kann
der nächste Walzvorgang gestartet werden.
[0004] Diese Verstellung oder Justierung der Hauptwalze ist einerseits sehr aufwändig und
andererseits ist damit ein großer Zeitaufwand verbunden, was unwirtschaftlich ist.
[0005] Aus der
EP 0 672 483 A1 ist eine Walzvorrichtung bekannt, die eine Walze aufweist, die in einem rahmenartigen
Gestell drehbar gelagert ist. Mittels einer Verstellvorrichtung kann die Walze zusammen
mit dem Gestell in Richtung ihrer Drehachse verschoben werden. Zu diesem Zweck ist
das Gestell auf einem Kragarm montiert, der an seinem hinteren Ende mit einer angetriebenen
Spindel in Eingriff steht. Auf dem Kragarm ist darüber hinaus eine Kolben-Zylinder-Einheit
angeordnet, die als Vorschubeinheit dient und mit der das Gestell zusammen mit der
Walze in Kragrichtung ausgefahren und in Richtung des zu formenden Rohlings verschoben
bzw. von diesem zurückgezogen werden kann.
[0006] Nachteilig bei dieser Ausgestaltung ist insbesondere, dass die auf dem Kragarm angeordneten
Bauteile eine sehr große Masse aufweisen, wodurch die im Kragarm aufzunehmenden und
abzuleitenden Kräfte und Momente sehr groß sind. Dies führt zu Verformungen des frei
auskragenden Kragarms und der gesamten Verstellvorrichtung, wodurch es schwierig und
aufwändig ist, die Walze exakt zu positionieren.
[0007] Darüber hinaus ist es konstruktiv relativ aufwändig, die Kolben-Zylinder-Einheit
der Vorschubeinheit mit Hydraulikflüssigkeit zu versorgen, da die Kolben-Zylinder-Einheit
zusammen mit dem Kragarm verstellt und bewegt wird, so dass anpassbare Zuführleitungen
notwendig sind.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Walzvorrichtung der genannten Art
zu schaffen, mit der sich eine Verstellung oder Justierung der Hauptwalze schnell
und in einfacher Weise erreichen lässt.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Walzvorrichtung mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 gelöst.
[0010] Dabei ist vorgesehen, dass die Vorschubeinheit in dem Walzengestell ortsfest gelagert
ist und mit dem Gestell in einem Kontaktbereich so in Eingriff steht, dass eine Verstellung
des Gestells längs der Drehachse der Hauptwalze relativ zur Vorschubeinheit zugelassen
ist.
[0011] Mit der erfindungsgemäßen Ausgestaltung ist erreicht, dass sowohl bei der Verstellbewegung,
die das Gestell zusammen mit der Hauptwalze in Längsrichtung der Drehachse der Hauptwalze
ausführt, als auch bei der Vorschubbewegung, bei der die Hauptwalze zusammen mit dem
Gestell in Richtung des Rohlings verschoben oder von diesem zurückgezogen wird, nur
die Hauptwalze mit dem Gestell und nicht die Vorschubeinheit bzw. die entsprechende
Kolben-Zylinder-Einheit bewegt werden muss. Die Vorschubeinheit ist im Walzengestell
ortsfest gelagert und steht mit dem rahmenartigen Gestell beispielsweise über eine
Gleitfläche in Anlage und Eingriff. Auf diese Weise sind die bei der Vorschubbewegung
zu bewegenden Massen wesentlich verringert, wodurch eine präzise Bewegung erreicht
werden kann.
[0012] Wenn die Vorschubeinheit von einer Kolben-Zylinder-Einheit gebildet ist, kann vorgesehen
sein, dass deren Vorschubkolben mit dem Gestell in dem Kontaktbereich in Eingriff
steht. In bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung kann dabei vorgesehen sein, dass
in dem Kontaktbereich eine lineare Führung, beispielsweise eine Nut, ausgebildet ist,
die in Richtung der Drehachse der Hauptwalze verläuft, so dass eine Relativverstellung
zwischen der Vorschubeinheit und dem Gestell längs der linearen Führung bzw. der Nut
möglich ist.
[0013] In bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass senkrecht zu der
linearen Führung Druck- und Zugkräfte übertragbar sind. Dies kann beispielsweise dadurch
erreicht werden, dass ein Eingriffsschuh, der längs der linearen Führung verschieblich
ist, mit Hinterschneidungen in der Führung sitzt.
[0014] In besonders bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist eine Regelung vorgesehen,
mit der die Hauptwalze in ihrer SOLL-Position gehalten oder in diese gebracht wird.
Zu diesem Zweck kann zumindest ein Sensor zur Erfassung der IST-Position der Hauptwalze
vorgesehen sein, der entsprechend der IST-Position Signale an eine Steuervorrichtung
abgibt. In der Steuervorrichtung wird die IST-Position der Hauptwalze mit der SOLL-Position
verglichen und gegebenenfalls wird die Verstelleinheit von der Steuervorrichtung in
Abhängigkeit von dem vom Sensor erhaltenen Informationen angesteuert, so dass die
Hauptwalze verstellt und die IST-Position mit der SOLL-Position in Übereinstimmung
gebracht wird.
[0015] Mittels einer entsprechenden Regelung kann auch sichergestellt werden, dass die Hauptwalze
während des gesamten Walzvorgangs eine gewünschte SOLL-Position beibehält.
[0016] Die Verstelleinheit umfasst die Antriebsvorrichtung und vorzugsweise ein Getriebe,
mittels dessen die Antriebsbewegung der Antriebsvorrichtung in eine Verstellbewegung
der Hauptwalze umgesetzt wird. Bei dem Getriebe kann sich in einer ersten Ausführungsform
der Erfindung um eine von der Antriebsvorrichtung angetriebene Spindel, d.h. einen
Spindeltrieb handeln. In diesem Fall kann die Antriebsvorrichtung vorzugsweise von
einem Elektromotor und insbesondere einem Servomotor gebildet sein.
[0017] In einer alternativen Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die
Verstelleinheit zumindest eine hydraulische Kolben-Zylinder-Einheit aufweist, die
aus einem Vorrat an Hydraulikflüssigkeit in üblicher Weise gespeist wird. Vorzugsweise
ist die Hauptwalze auf ihren entgegengesetzten Seiten jeweils mit einer Kolben-Zylinder-Einheit
versehen, die die Hauptwalze bei Aktivierung längs der Drehachse verschieben können.
[0018] In einer weiteren alternativen Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein,
dass die Verstelleinheit einen Exzenter oder ein Exzenter-Getriebe besitzt, mit dem
die Hauptwalze längs ihrer Drehachse verstellt werden kann.
[0019] Die Verstelleinheit kann direkt auf die Hauptwalze einwirken, d.h. diese alleine
längs der Drehachse verschieben, in alternativer Ausgestaltung der Erfindung kann
jedoch auch vorgesehen sein, dass die Hauptwalze in einem Gestell gelagert ist und
dass die Hauptwalze zusammen mit dem Gestell längs der Drehachse der Hauptwalze verstellbar
ist.
[0020] In bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung können zumindest zwei Verstelleinheiten
vorgesehen sein. Diese Verstelleinheiten können vorzugsweise unabhängig voneinander
angesteuert werden. Auf diese Weise ist es möglich, die Hauptwalze entweder rein translatorisch
zu bewegen, d.h. ohne Drehung oder Kippung längs der Drehachse zu verschieben, alternativ
ist es jedoch auch möglich, die Hauptachse aus der senkrecht zur Drehachse verlaufenden
Ebene zu neigen oder zu kippen, was bei außergewöhnlichen Walzvorgängen sinnvoll sein
kann.
[0021] Um dem Bediener während des Walzvorgangs einen guten Überblick über die aktuelle
IST-Position der Hauptwalze zu geben, können entsprechende Informationen von der Steuervorrichtung
auf einer Anzeigevorrichtung, insbesondere einem Display, angezeigt werden.
[0022] Weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung sind aus der folgenden Beschreibung
von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnungen ersichtlich. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Seitenansicht einer Walzvorrichtung,
- Fig. 2
- eine Aufsicht auf die Walzvorrichtung gemäß Figur 1 ,
- Fig. 3
- eine Aufsicht auf die Hauptwalze mit einer Verstellvorrichtung gemäß einem ersten
Ausführungsbeispiel,
- Fig. 4
- eine Aufsicht auf die Hauptwalze mit einer Verstellvorrichtung gemäß einem zweiten
Ausführungsbeispiel,
- Fig. 5
- eine Aufsicht auf die Hauptwalze mit einer Verstellvorrichtung mit zwei Verstelleinheiten
und
- Fig. 6
- eine der Figur 7 entsprechende Darstellung mit einer alternativen Antriebsvorrichtung.
[0023] Eine in den Figuren 1 und 2 dargestellte Walzvorrichtung 10 zum dornlosen Walzen
von Rädern und Scheiben besitzt ein nur angedeutetes Walzengestell 11, in das ein
kreisscheibenförmiger Rohling R aufrecht stehend so eingesetzt ist, dass er um eine
senkrecht zur Zeichenebene,von Figur 1 verlaufende horizontale Achse D
2 drehbar ist. Neben dem Rohling R ist eine Hauptwalze 15 angeordnet, die mittels einer
nur angedeuteten Halterung 14 um eine senkrecht zur Zeichenebene von Figur 1 verlaufende
horizontale Drehachse D
1 drehbar ist und mittels einer hydraulischen Vorschubeinheit 32 (s. Fig. 3), beispielsweise
einer Kolben-Zylinder-Einheit in Richtung des Rohlings R verschoben und von diesem
zurückgezogen werden kann, wie es durch den Doppelpfeil Z angedeutet ist. Auf diese
Weise ist es möglich, eine Umfangsfläche U des Rohlings R wahlweise mit der Umfangsfläche
der Hauptwalze 15 in Anlage oder außer Anlage zu bringen.
[0024] Im Umfangsbereich des Rohlings R ist auf dessen entgegengesetzten Seiten jeweils
eine Kegelwalze 12 angeordnet, die mit den Seitenflächen des Rohlings R in Anlage
bringbar sind und drehangetrieben sein können, wie es durch den Pfeil in Figur 1 angedeutet
ist. Die Kegelwalzen 12 dienen zur Ausbildung des radial außenliegenden, umlaufenden
Radkranzes des durch Walzen hervorschubenden Rades.
[0025] Der zwischen einem nahe der Achse D
2 gebildeten Nabenabschnitt und dem äußeren Radkranz liegende Stegbereich des Rohlings
R wird von Stegwalzen 13 ausgeformt, wobei auf jeder Seite des Rohlings R zumindest
eine Stegwalze 13 angeordnet ist. Die Stegwalzen 13 sind üblicherweise drehangetrieben,
wie es durch den Pfeil in Figur 1 angedeutet ist.
[0026] Die Hauptwalze 15 ist sowohl entlang ihrer Drehachse D
1, d.h. senkrecht zur Zeichenebene in Figur 1 verstellbar, wie es durch den Doppelpfeil
E in Figur 2 angedeutet ist, als auch mittels der Vorschubeinheit 32 in Richtung des
Rohlings 2 verstellbar und von diesem zurückziehbar, wie es durch den Doppelpfeil
Z in Fig. 2 angedeutet ist.
[0027] Figur 3 zeigt eine erste mögliche Ausführungsform einer entsprechenden Verstellvorrichtung
16. Die Hauptwalze 15 sitzt drehbar, aber unverschieblich in einem rahmenartigen Gestell
24. Längs der Drehachse D
1 erstreckt sich eine Spindel 23, die mittels einer Antriebsvorrichtung 17 in Form
eines Elektromotors 18 drehbar ist. Bei Drehung der Spindel 23 kann die Hauptwalze
15 zusammen mit dem rahmenartigen Gestell 24 längs der Drehachse D
1 verstellt werden, wobei die Richtung der Verstellung von der Drehrichtung der Spindel
23 anhängig ist.
[0028] Ein Sensor 20 erfasst die IST-Position der Gestells 24 und/oder der Hauptwalze 15
und gibt über eine Leitung 26 ein entsprechendes Signal an eine Steuervorrichtung
22, in der die IST-Position mit einer SOLL-Position verglichen wird. Wenn die Abweichung
zwischen der IST-Position und der SOLL-Position oberhalb eines vorgegeben Grenzwertes
liegt, wird der Elektromotor 18 von der Steuervorrichtung 22 über eine Leitung 31
entsprechend aktiviert, um das Gestell 24 mit der Hauptwalze 15 zu verstellen und
die IST-Position auf die SOLL-Position zu bringen.
[0029] Falls der Bediener während des Walzvorgangs die Hauptwalze 15 verstellen möchte,
kann er entweder direkt auf den Elektromotor 18 einwirken und eine entsprechende Verstellung
herbeiführen. Alternativ ist es möglich, dass er eine gewünschte SOLL-Position in
die Steuervorrichtung 22 eingibt, woraufhin die Steuervorrichtung 22 die Hauptwalze
15 auf die SOLL-Position bringt.
[0030] Die in Richtung des Rohlings R gerichtete Vorschubbewegung (Pfeil Z) wird mittels
der Vorschubeinheit 32 erreicht, von der nur ein Vorschubkolben 33 dargestellt ist.
Die Vorschubeinheit 32 ist ortsfest in dem Walzengestell 11 gelagert, wobei der Vorschubkolben
33 auf das Gestell 24 einwirken und dieses verschieben kann. Jedoch kann das Gestell
24 bei seiner Verstellung in Richtung der Drehachse D
1 der Hauptwalze 15 auch relativ zu dem Vorschubkolben 33 verstellt werden. Der Vorschubkolben
33 steht zu diesem Zweck mit dem rahmenartigen Gestell 24 in einem Kontaktbereich
34 so in Eingriff, dass eine Verstellung des Gestells 24 senkrecht zur Verstellrichtung
Z und parallel zur Drehachse D
1 möglich ist. Gleichzeitig kann die Vorschubeinheit 32 die Hauptwalze 15 in Richtung
des Rohlings R verschieben und von diesem zurückziehen. Diese Verbindung kann beispielsweise
dadurch erreicht werden, dass der Vorschubkolben 32 mit dem Gestell 24 über eine lineare
Führung, beispielsweise eine Nut, in Eingriff steht, die eine relative Verschiebung
längs der Führung in Richtung der Drehachse D
1 zulässt, wobei jedoch der Eingriff infolge von Hinterschneidungen sicherstellt, dass
Druck- und Zugkräfte in Vorschubrichtung Z übertragen werden können.
[0031] Figur 4 zeigt eine dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 3 sehr ähnliche Ausgestaltung,
wobei jedoch die Antriebsvorrichtung 17 von einer von beiden Seiten auf die Hauptwalze
15 einwirkenden Kolben-Zylinder-Einheit 19 gebildet ist. Die Kolben-Zylinder-Einheit
19 steht über zwei Hydraulikleitungen 27, 28 unter Zwischenschaltung eines Ventils
30 mit einem nur angedeuteten Vorrat 29 eines unter Druck stehenden Hydraulikfluids
in Verbindung. Mittels der Steuervorrichtung 22 kann das Ventil 30 geschaltet werden,
so dass das unter Druck stehende Hydraulikfluid wahlweise durch die Hydraulikleitung
27 zu der einen Seite der Kolben-Zylinder-Einheit 19 oder durch die Hydraulikleitung
28 zu der auf der entgegengesetzten Seite der Hauptwalze 15 angeordneten anderen Seite
der Kolben-Zylinder-Einheit 19 transportiert wird, wodurch eine Verstellung der Hauptwalze
15 längs der Drehachse D
1 bewirkt wird. Wie bereits im Zusammenhang mit dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur
3 erläutert, ist die Hauptwalze 15 in dem rahmenartigen Gestell 24 gelagert ist und
zusammen mit diesem durch Aktivierung der Kolben-Zylinder-Einheit 19 verstellbar.
Der Sensor 20 erfasst die IST-Position der Hauptwalze 15 und gibt über die Leitung
26 ein entsprechendes Signal an die Steuervorrichtung 22. Hinsichtlich weiterer Merkmale
dieses Ausführungsbeispiels wird auf die Beschreibung der Figur 3 verwiesen.
[0032] Bei den bisher dargestellten Ausführungsbeispielen ist immer eine einzelne Verstelleinheit
25 vorgesehen, die vorzugsweise an oder in unmittelbarer Nähe der Drehachse D
1 auf die Hauptwalze 15 einwirkt.
[0033] Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß der Figur 5 umfasst die Verstellvorrichtung 16
zwei voneinander unabhängige Verstelleinheiten 25, die unabhängig voneinander ansteuerbar
sind und an unterschiedlichen Abschnitten an dem Gestell 24 angreifen und dieses zusammen
mit der Hauptwalze 15 verstellen. Dabei sind zwei Sensoren 20 und 21 vorgesehen, die
die IST-Position des Gestells 24 und damit auch der Hauptwalze 15 an unterschiedlichen
Stellen erfassen und somit auch eine Schrägstellung oder Kippung der Hauptwalze 15
aus ihrer senkrecht zur Drehachse D
1 verlaufenden Ebene feststellen können. Die Steuervorrichtung 22 kann eine entsprechende
Kippung durch selektives Aktivieren der entsprechenden Verstelleinheit 25 ausgleichen
oder auch eine entsprechende Kippung der Hauptwalze 15 einstellen, falls dies vom
Benutzer vorgegeben ist.
[0034] Die in Figur 5 dargestellten Verstelleinheiten 25 umfassen jeweils eine durch eine
Antriebsvorrichtung 17 in Form eines Elektromotors 18 angetriebene Spindel 23.
[0035] Figur 6 zeigt eine Abwandlung der Ausgestaltung gemäß Figur 5, die sich im Wesentlichen
dadurch unterscheidet, dass als Antriebsvorrichtung 17 nunmehr zwei Kolben-ZylinderEinheiten
19 vorgesehen sind, die in genannter Weise jeweils mit einem Vorrat 29 an unter Druck
stehender Hydraulikflüssigkeit verbunden sind. Jeder Kolben-Zylinder-Einheit 19 ist
ein Ventil 30 zugeordnet, das von der Steuervorrichtung 22 ansteuerbar ist.
1. Walzvorrichtung zum Walzen von Rädern und Scheiben, mit einem Walzengestell (11),
in das ein Rohling (R) um eine Achse (D2) drehbar einsetzbar ist, und mit einer Hauptwalze (15), die in einem rahmenartigen
Gestell (24) um eine parallel zur Achse (D2) verlaufende Drehachse (D1) drehbar gelagert und mit der Umfangsfläche (U) des Rohlings (R) in Anlage bringbar
ist, wobei eine Verstellvorrichtung (16) vorgesehen ist, die zumindest eine eine Antriebsvorrichtung
(17) aufweisenden Verstelleinheit (25), mittels der die Hauptwalze (15) längs ihrer
Drehachse (D1) verstellbar ist, und eine Vorschubeinheit (32) aufweist, mittels der die Hauptwalze
(15) in Richtung des Rohlings (R) verschiebbar und von diesem zurückziehbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorschubeinheit (32) in dem Walzengestell (11) ortsfest gelagert ist und mit
dem Gestell (24) in einem Kontaktbereich (34) so in Eingriff steht, dass eine Verstellung
des Gestells (24) längs der Drehachse (D1) der Hauptwalze (15) relativ zur Vorschubeinheit (32) zugelassen ist.
2. Walzvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorschubeinheit (32) eine Kolben-Zylinder-Einheit aufweist und dass deren Vorschubkolben
(33) mit dem Gestell (24) in Eingriff steht.
3. Walzvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Kontaktbereich (34) eine lineare Führung ausgebildet ist, die in Richtung
der Drehachse (D1) der Hauptwalze (15) verläuft, so dass eine Relativverstellung zwischen der Vorschubeinheit
(32) und dem Gestell (24) längs der linearen Führung möglich ist.
4. Walzvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass senkrecht zur Längsrichtung der linearen Führung Druck- und Zugkräfte übertragbar
sind.
5. Walzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Sensor (20,21) zur Erfassung der IST-Position der Hauptwalze (15) und
eine Steuervorrichtung (22) vorgesehen sind, wobei die Verstelleinheit (25) von der
Steuervorrichtung (22) in Abhängigkeit von den vom Sensor (20,21) erhaltenen Informationen
ansteuerbar ist.
6. Walzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstelleinheit (25) zumindest eine von der Antriebsvorrichtung (16) angetriebene
Spindel (23) aufweist.
7. Walzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsvorrichtung (17) zumindest einen Elektromotor (18) aufweist.
8. Walzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstelleinheit (25) zumindest eine Kolben-Zylinder-Einheit (19) aufweist.
9. Walzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Hauptwalze (15) in einem Gestell (24) gelagert ist und dass sie zusammen mit
dem Gestell (24) längs ihrer Drehachse (D1) verstellbar ist.
10. Walzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest zwei Verstelleinheiten (25) vorgesehen sind, die unabhängig voneinander
ansteuerbar sind.