[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erkennung der Gasfamilie, wie Erd- oder
Flüssiggas, unter Nutzung einer Luftmassenmessung sowie eines Gebläses bei einer Gasbrennvorrichtung.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind verschiedene Verfahren zur Gasartenerkennung bekannt.
Hauptsächlich werden Verfahren eingesetzt, die auf dem Prinzip der Messung des lonisationsstroms
oder der Flammentemperatur beruhen. Aus dem Verhältnis des lonisations- oder Temperaturmaximums
bei einer bestimmten Luftzahl kann ein optimaler Betriebspunkt eingestellt werden.
[0003] In der Offenlegungsschrift
US 5,971,745 wird ein Verfahren zur Überwachung eines Gasbrenners mit Hilfe einer lonisationsstrommessung
offenbart. Auch dieses Verfahren nutzt den Zusammenhang zwischen der lonenkonzentration
und dem Gas-Luftverhältnis (Luftzahl) des Verbrennungsmediums.
[0004] Die
DE 43 31 048 A1 offenbart ein Verfahren zum Betreiben eines überstöchiometrisch arbeitenden Gasbrenners.
Hierbei wird eine für den Verbrennungszustand repräsentative Flammeneigenschaft, nämlich
die Lichtintensität, gemessen und ein Mittelwertsignal gebildet. Dieser wird zum Regeln
des Gasund/oder Luftstroms verwendet. Je nach Gasart ist einem definierten Wert der
Standartabweichungen ein anderes Mittelwertsignal zugeordnet.
[0005] Die
DE 102 00 128 A1 offenbart eine Verfahren zur Erkennung von Gasarten, bei dem Luftvolumenstrom und
Gasvolumenstrom verändert werden, bis das Gas-Luft-Gemisch im Brennraum eines Gasbrenners
zündet. Aus dem Zündzeitpunkt wird die Gasart ermittelt. Dieses Verfahren ist durch
die angewendete volumenbasierte Regelung von veränderlichen geodätischen Gegebenheiten
beeinflussbar.
[0006] Aus der
DE 196 39 487 A1 ist ein Verfahren und eine Vorrichtung bekannt, wobei der zum Luft-Gasgemisch beitragende
Luftvolumenstrom verändert wird, bis ein Erlöschen der Flamme eines ablaufenden Brennvorgangs
auftritt. Anschließend wird das Gas-Luftverhältnis um einen zuvor einmalig ermittelten
vorgegebenen Wert geändert, der dem Wert bei optimaler Verbrennung entspricht. Der
Brenner wird kalibriert und durch ein konstantes Gas-Luftverhältnis betrieben. Zwischen
Gasart und Luftvolumenstrom liegt somit bei festem Gasvolumenstrom eine Kopplung vor.
[0007] Die aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren sind aufwendig und durch menschliche
sowie umweltbedingte und geodätische Faktoren negativ beeinflussbar, so dass eine
fehlerhafte Zuordnung der Gasfamilie nicht ausgeschlossen ist.
[0008] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren bereitzustellen,
das selbständig und ohne menschlichen Einfluss die bei der Gasbrennvorrichtung verwendete
Gasfamilie ermittelt, so dass Fehlbedienungen ausgeschlossen werden. Die Gasbrennvorrichtung
kann selbständig erfassen, ob Erdgas oder Flüssiggas vorliegt und die Verbrennung
durch Umschalten auf die entsprechende, im Gerät hinterlegte spezifische Gerätekennlinie
auf die festgestellte Gasfamilie anpassen.
[0009] Diese Aufgabe wird mit einem Verfahren zur Erkennung der Gasfamilie unter Nutzung
eines Gebläses bei einer Gasverbrennungsvorrichtung nach Anspruch 1 gelöst. Bei dem
erfindungsgemäßen Verfahren werden die folgenden Verfahrensschritte nacheinander durchgeführt:
Messen eines dem Gebläse zugeführten Luftmassenstroms mL1 mit einem Luftmassenmesser
sowie einer ersten Gebläsedrehzahl zu einem vordefinierten Zeitpunkt, Betrieb des
Gebläses bei konstantem Luftmassenstrom mL1, Zuführen von Gas, in Strömungsrichtung
nach dem Luftmassenmesser, in den Luftmassenstrom mL1, so dass das Gebläse ein Gas-Luft-Gemisch
fördert und sich der Luftmassenstrom von mL1 zu mL2 ändert, Messen der Luftmassenstroms
mL2 mit dem Luftmassenmesser sowie einer aus der Gaszuführung resultierenden zweiten
Gebläsedrehzahl, Vergleich der ersten Gebläsedrehzahl mit der zweiten Gebläsedrehzahl
und Bestimmung der Gasfamilie.
[0010] Das erfindungsgemäße Verfahren nutzt die Tatsache, dass Luft eine andere Dichte aufweist
als ein Gas-Luft-Gemisch, unabhängig ob die Mischung mit Erdgas oder Flüssiggas erfolgt.
Zunächst wird ein konstanter Luftmassenstrom mL1 bei konstanter Gebläsedrehzahl gefördert.
Wenn dem Luftmassenstrom in Strömungsrichtung nach der Luftmassenmessung Gas zugeführt
wird, fördert das Gebläse nicht mehr reine Luft, sondern ein Gas-Luft-Gemisch. Hierdurch
verändert sich der zugeführte Luftmassenstrom von mL1 auf mL2 sowie die Drehzahl des
Gebläses. Aus dem Vergleich der Gebläsedrehzahl vor der Gaszuführung und nach der
Gaszuführung kann durch einen Vergleich mit einem vorab festgelegten Grenzwert die
Gasfamilie Erdgas oder Flüssiggas bestimmt werden.
[0011] Für ein genaueres, äußere Einflüsse besser berücksichtigendes Ergebnis ist in einer
bevorzugten Ausführung vorgesehen, dass im Zeitraum bevor Gas zugeführt wird (Phase
1) eine Temperatur T1_ist des dem Gebläse zugeführten Luftmassenstroms mL1 gemessen
wird und aus den gemessenen Werten von mL1, T1_ist sowie der ersten Gebläsedrehzahl
eine erste normierte Gebläsedrehzahl nNorm1 berechnet wird. Die Formel für die Berechnung
lautet

[0012] Hierbei entsprechen mL1soll dem Sollwert des zugeführten Luftmassenstroms bevor Gas
zugeführt wird und mL1ds dem Durchschnittswert des tatsächlich in diesem Zeitraum
zugeführten Luftmassenstroms. nL1ds entspricht der durchschnittlichen Gebläsedrehzahl
bevor Gas zugeführt wird. T1_ist entspricht in Phase 1 der tatsächlich im Gebläse
gemessenen Temperatur des Luftmassenstroms in Grad Celsius.
[0013] Ferner ist in einer bevorzugten Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens vorgesehen,
dass im Zeitraum nachdem Gas zugeführt wurde (Phase 2) eine Temperatur T2_ist des
dem Gebläse zugeführten Luftmassenstroms mL2 gemessen wird und aus den gemessenen
Werten von mL2, T2_ist und zweiter Gebläsedrehzahl eine zweite normierte Gebläsedrehzahl
nNorm2 mit folgender Formel berechnet wird

[0014] Hierbei entsprechen mL2soll dem Sollwert des zugeführten Luftmassenstroms nachdem
Gas zugeführt wurde und mL2ds dem Durchschnittswert des tatsächlich in diesem Zeitraum
zugeführten Luftmassenstroms. nL2ds entspricht der durchschnittlichen Gebläsedrehzahl
nachdem Gas zugeführt wurde. T2_ist entspricht in Phase 2 der tatsächlich im Gebläse
gemessenen Temperatur des Massenstroms aus Luft und Gas in Grad Celsius.
[0015] Durch die Berechnung liegen die erste und die zweite Gebläsedrehzahl als erste und
zweite normierte Gebläsedrehzahlen, jeweils vor und nach der Gaszuführung, vor. Für
den erfindungsgemäßen Vergleich der ersten Gebläsedrehzahl mit der zweiten Gebläsedrehzahl
zur Feststellung der Gasfamilie wird die erste normierte Gebläsedrehzahl nNorm1 und
die zweite normierte Gebläsedrehzahl nNorm2 verwendet. Der Vergleich der normierten
Gebläsedrehzahlen erfolgt mit einem vordefinierten Grenzwert (GasTypeLimit) der jeweiligen
Gasfamilie. Dieser Grenzwert wird für jede Gasbrennvorrichtung vordefiniert und während
der Entwicklung der Gasbrennvorrichtung festgelegt. Der Grenzwert stellt eine Bezugsgrenze
für den Unterschied der Gebläsedrehzahl vor (Phase 1) und nach (Phase 2) der Gaszuführung
dar. Üblicherweise wird dieser Grenzwert bei einem Abgasdruck der Gasbrennvorrichtung
von 0Pa, d.h. ohne äußere Einflüsse durch z.B. lange Abgasrohre, Kaminzug, Wind, natürliche
Luftdruckunterschiede, definiert. Für das Gebläse der Gasbrennvorrichtung werden im
Labor beispielsweise drei Durchläufe mit 0Pa Abgasdruck praktiziert, wobei jeweils
die Gebläsedrehzahl gemessen und der Mittelwert als Grenzwert gespeichert wird.
[0016] In einer Weiterbildung kann das erfindungsgemäße Verfahren ferner die durch die äußeren
Einflüsse auftretenden positiven und negativen Abgasdrücke der Gasbrennvorrichtung
kompensieren. Durch die äußeren Einflüsse, wie lange Abgasrohre, Kaminzug, Wind oder
natürliche Luftdruckunterschiede, kann die tatsächliche Gebläsedrehzahl während Phase
1 von der ursprünglich im Labor für einen Abgasdruck von 0Pa festgestellten Drehzahl
differieren. Dies ausgleichend ist vorgesehen, dass der vordefinierte Grenzwert (GasTypeLimit)
in Abhängigkeit von Abgasdrücken der Gasbrennvorrichtung als Grenzkennlinie (GasTypeLimitComp)
ausgebildet ist. Werte der Grenzkennlinie werden mit der folgenden Formel berechnet

[0017] Hierbei entspricht n1 der ursprünglichen im Labor bei 0Pa Abgasdruck gemessenen Gebläsedrehzahl
bevor Gas zugeführt wird. E ist ein empirisch ermittelter Wert, bei dem das erfindungsgemäße
Verfahren funktioniert. Für unterschiedliche Geräte-Leistungsgrößen kann dieser Wert
E variieren, liegt jedoch vorzugsweise bei 16.
[0018] Zur Feststellung, welche Gasfamilie tatsächlich vorliegt, wurde unter Nutzung der
obigen Formeln herausgefunden, dass als Gasfamilie Erdgas vorliegt, wenn eine Formel

erfüllt ist und, dass als Gasfamilie Flüssiggas vorliegt, wenn eine Formel

erfüllt ist.
[0019] Um hohe Sicherheit bei der Feststellung der Gasfamilie sicherzustellen wird in einer
bevorzugten Ausführung des Verfahrens ein vordefinierter Korridor oberhalb und unterhalb
der Grenzkennlinie vorgesehen, der eine Wiederholung des Verfahrens erfordert, wenn
der berechnete Wert des GasTypeLimitComp innerhalb des Korridors liegt. Vorteilhaft
ist eine Größe des Korridors von +/-5% oberhalb und unterhalb der Grenzkennlinie.
Im Fall eines berechneten Wertes innerhalb des Korridors werden die vorherigen Verfahrensschritte
wiederholt, bis ein Wert außerhalb des Korridors berechnet und somit die Gasfamilie
sicher festgestellt wurde. Bei der Verwendung eines Korridors um die Grenzkennlinie
wird im Falle der Gleichheit des Gebläsedrehzahlunterschieds (nNorm2-nNorm1) nicht
gemäß der oben genannten Formel die Gasfamilie als Erdgas festgelegt, sondern zur
Erhöhung der Bestimmungssicherheit das Verfahren noch einmal durchgeführt, bis ein
Wert außerhalb des Korridors berechnet wurde.
[0020] Die voranstehende Beschreibung des erfindungsgemäßen Verfahrens bei einer Gasbrennvorrichtung
berücksichtigt zwar die Mischung von Luft und Gas, jedoch keine Zündung des Gas-Luft-Gemisches.
Da bei im Haushalt eingesetzten Gasbrennvorrichtungen kein unverbranntes Gas-Luft-Gemisch
in die Umgebung abgegeben werden darf, umfasst das erfindungsgemäße Verfahren in einer
Ausführung für den praktischen Gebrauch auch die Zündung und Verbrennung des Gas-Luft-Gemisches.
Es wird vorgesehen, dass nach dem Zuführen von Gas eine Zündung des Gas-Luft-Gemisches
in einer dem Gebläse nachgeschalteten Gasbrennvorrichtung mit Gasbrenner erfolgt.
Als vordefinierter Zeitpunkt zum Messen des dem Gebläse zugeführten Luftmassenstroms
mL1 mit einem Luftmassenmesser sowie einer ersten Gebläsedrehzahl ist das Erreichen
eines Zündmassenstroms oder der Freigabezeitpunkt des Zündfunkens festgelegt. Beide
Zeitpunkte sind bei einer Gasbrennvorrichtung durch den Feuerungsautomaten exakt feststellbar.
[0021] Nach dem Zuführen von Gas (Phase 2) kann die Messung der Temperatur T2_ist des dem
Gebläse zugeführten Luftmassenstroms mL2 und den Werten von mL2, T2_ist sowie der
zweiten Gebläsedrehzahl unmittelbar nach dem Zünden des Gasbrenners, während oder
am Ende einer Stabilisierungszeit für die Ausbildung einer stabilen Flamme am Gasbrenner
erfolgen. Die Stabilisierungszeit ist durch eine Aufheizungsphase des Gasbrenners
bedingt, jedoch mit ca. 5 - 30s verhältnismäßig kurz.
[0022] Ferner ist das erfindungsgemäße Verfahren dadurch gekennzeichnet, dass in Abhängigkeit
des Ergebnisses des Vergleichs der Gebläsedrehzahlen ein Umschalten einer spezifischen
Gerätekennlinie der Gasbrennvorrichtung für die jeweilige Gasfamilie oder ein elektrisches
Umschalten von Schaltelementen an einem Gasventil erfolgt. Das Verfahren ermöglicht
somit eine automatische, von außen unbeeinflusste Einstellung der Gasbrennvorrichtung
auf einen Betrieb mit der richtigen Gasfamilie. Alternativ ist es möglich, dass von
einem Benutzer eine Interaktion zur Bestätigung der jeweiligen Gasfamilie gefordert
wird.
[0023] Die Erfindung betrifft auch die zum Ausführen des Verfahrens ausgebildete Gasbrennvorrichtung
mit Gasbrenner und Feuerungsautomaten, einer Luftzuführung mit darin angeordnetem
Luftmassenmesser und einer in Luftströmungsrichtung nachfolgend angeordneten Gaszuführung,
einem der Gaszuführung in Strömungsrichtung nachfolgend angeordneten Gebläse mit darin
angeordnetem Temperaturmesser für ein gefördertes Medium, und einer Recheneinheit
zur Berechnung der ersten und zweiten Gebläsedrehzahl oder ersten normierten Gebläsedrehzahl
und zweiten normierten Gebläsedrehzahl.
[0024] Andere vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet
bzw. werden nachstehend zusammen mit der Beschreibung der Erfindung anhand der beigefügten
Figur näher dargestellt.
- Fig. 1
- zeigt ein Diagramm des Gebläsedrehzahlunterschieds gegenüber dem Abgasdruck.
[0025] In Figur 1 ist ein Diagramm des Unterschieds der Gebläsedrehzahl gegenüber dem Abgasdruck
der Gasbrennvorrichtung für Flüssiggas und Erdgas im Vergleich zu einer Grenzkennlinie
GasTypeLimitComp dargestellt.
[0026] Durch Vorabversuche bei mehreren Gerätetypen (z.B. 20kW, 30kW, 50kW, 150kW und 300kW)
der Gasbrennvorrichtung jeweils mit Erdgas und Flüssiggas kann ein Sollwert GasTypeLimit
für einen Abgasdruck von 0Pa vordefiniert werden. Durch äußere Einflüsse kann der
Abgasdruck, üblicherweise gemessen am Heizkesselausgang der Gasbrennvorrichtung, positive
oder negative Werte annehmen und den Vergleichswert beeinflussen. Aus dem Sollwert
wird deshalb die Grenzkennlinie GasTypeLimitComp über die oben genannte Formel berechnet,
wobei Streuungen der Einzelwerte berücksichtigt sind. Die Steigung der Grenzkennlinie
ergibt sich in der gezeigten Ausführung aus dem empirisch ermittelten und bevorzugten
Wert für E=16. Die errechnete Vergleichskennlinie bei einer Nutzung von Erdgas liegt
oberhalb der Grenzkennlinie GasTypeLimitComp. Die errechnete Vergleichskennlinie bei
einer Nutzung von Flüssiggas liegt unterhalb der Grenzkennlinie GasTypeLimitComp.
Liegt der berechnete Wert der Vergleichsdrehzahl oberhalb der Grenzkennlinie strömt
Erdgas zu, liegt der berechnete Wert darunter strömt Flüssiggas zu. Um die Grenzkennlinie
ist ein nach oben und unten abweichender 5%-Korridor vorgesehen, der eine Grenze für
die berechneten Vergleichswerte der Gebläsedrehzahlen darstellt. Nur wenn die berechneten
Wert außerhalb des Korridors liegen erfolgt eine Bestimmung der Gasfamilie, andernfalls
wird das Gasfamilienbestimmungsverfahren erneut durchgeführt. Die dargestellten Werte
sind beispielhaft und müssen nicht identisch in der Praxis wieder erzielt werden.
[0027] Definitionen:
nNorm1: normierte Gebläsedrehzahl bevor dem Luftmassenstrom Gas zugeführt wird (Phase 1)
nNorm2: normierte Gebläsedrehzahl nachdem dem Luftmassenstrom Gas zugeführt wird bzw. nach
der Stabilisierungszeit der Flamme (Phase 2)
mL1: Luftmassenstrom bevor Gas zugeführt wird (Phase 1)
mL2: Luftmassenstrom nachdem Gas zugeführt wurde bzw. nach der Stabilisierungszeit
der Flamme (Phase 2)
mL1soll: Sollwert des zugeführten Luftmassenstroms bevor dem Luftmassenstrom Gas zugeführt
wird (Phase 1)
mL2soll: Sollwert des zugeführten Luftmassenstroms nachdem dem Luftmassenstrom Gas zugeführt
wurde bzw. nach der Stabilisierungszeit der Flamme (Phase 2)
mL1ds: durchschnittlicher Luftmassenstrom bevor Gas zugeführt wird (Phase 1)
mL2ds: durchschnittlicher Luftmassenstrom nachdem Gas zugeführt wurde bzw. nach der Stabilisierungszeit
der Flamme (Phase 2)
nL1ds: durchschnittliche Gebläsedrehzahl bevor dem Luftmassenstrom Gas zugeführt wird (Phase
1)
nL2ds: durchschnittliche Gebläsedrehzahl nachdem dem Luftmassenstrom Gas zugeführt wurde
bzw. nach der Stabilisierungszeit der Flamme (Phase 2)
n1: ursprünglichen im Labor bei 0Pa Abgasdruck gemessene Gebläsedrehzahl bevor dem Luftmassenstrom
Gas zugeführt wird
GasTypeLimit: vorbestimmter Grenzwert der jeweiligen Gasfamilie bei 0Pa Abgasdruck
GasTypeLimitComp: normierte Grenzkennlinie in Abhängigkeit von Abgasdrücken der Gasbrennvorrichtung
T1_ist: tatsächlich im Gebläse gemessene Temperatur des Luftmassenstroms in Grad Celsius
bevor Gas zugeführt wird (Phase 1)
T2_ist: tatsächlich im Gebläse gemessene Temperatur des Luftmassenstroms in Grad Celsius
nachdem Gas zugeführt wurde bzw. nach der Stabilisierungszeit der Flamme (Phase 2)
E: empirisch ermittelter Wert, der die Steigung der Grenzkennlinie bestimmt, vorzugsweise
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1. Verfahren zur Erkennung einer Gasfamilie unter Nutzung eines Gebläses bei einer Gasbrennvorrichtung
mit den folgenden Verfahrensschritten:
a. Messen eines dem Gebläse zugeführten Luftmassenstroms mL1 mit einem Luftmassenmesser
sowie einer ersten Gebläsedrehzahl zu einem vordefinierten Zeitpunkt,
b. Betrieb des Gebläses bei konstantem Luftmassenstrom mL1,
c. Zuführen von Gas, in Strömungsrichtung nach dem Luftmassenmesser, in den Luftmassenstrom
mL1, so dass das Gebläse ein Gas-Luft-Gemisch fördert, wodurch sich der Luftmassenstrom
von mL1 zu mL2 ändert,
d. Messen der Luftmassenstroms mL2 mit dem Luftmassenmesser sowie einer aus der Gaszuführung
resultierenden zweiten Gebläsedrehzahl,
e. Vergleich der ersten Gebläsedrehzahl mit der zweiten Gebläsedrehzahl.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Temperatur T1_ist des dem Gebläse zugeführten Luftmassenstroms mL1 gemessen
wird und aus den gemessenen Werten von mL1, T1_ist und erster Gebläsedrehzahl eine
erste normierte Gebläsedrehzahl nNorm1 berechnet wird.
3. Verfahren nach zumindest einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Temperatur T2_ist des dem Gebläse zugeführten Luftmassenstroms mL2 gemessen
wird und aus den gemessenen Werten von mL2, T2_ist und zweiter Gebläsedrehzahl eine
zweite normierte Gebläsedrehzahl nNorm2 berechnet wird.
4. Verfahren nach den vorigen Ansprüchen 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Vergleich der ersten Gebläsedrehzahl mit der zweiten Gebläsedrehzahl einem Vergleich
der ersten normierten Gebläsedrehzahl nNorm1 mit der zweiten normierten Gebläsedrehzahl
nNorm2 entspricht.
5. Verfahren nach zumindest einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Vergleich der Gebläsedrehzahlen mit einem vordefinierten Grenzwert (GasTypeLimit)
der jeweiligen Gasfamilie erfolgt.
6. Verfahren nach dem vorigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der vordefinierte Grenzwert (GasTypeLimit) in Abhängigkeit von Abgasdrücken der Gasbrennvorrichtung
als Grenzkennlinie (GasTypeLimitComp) bestimmt ist.
7. Verfahren nach dem vorigen Anspruch,
dadurch gekennzeichnet, dass Werte der Grenzkennlinie berechnet werden mit der Formel
8. Verfahren nach zumindest dem vorigen Anspruch,
dadurch gekennzeichnet, dass als Gasfamilie Erdgas vorliegt, wenn eine Formel

erfüllt ist.
9. Verfahren nach zumindest dem vorigen Anspruch,
dadurch gekennzeichnet, dass als Gasfamilie Flüssiggas vorliegt, wenn eine Formel

erfüllt ist.
10. Verfahren nach einem der vorigen Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein vordefinierter Korridor oberhalb und unterhalb der Grenzkennlinie vorgesehen
ist, wobei berechnete, innerhalb des Korridors liegende Werte eine Wiederholung des
Verfahrens auslösen.
11. Verfahren nach zumindest einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Zuführen von Gas eine Zündung des Gas-Luft-Gemisches in einer dem Gebläse
nachgeschalteten Gasbrennvorrichtung erfolgt.
12. Verfahren nach zumindest einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der vordefinierte Zeitpunkt ein Erreichen eines Zündmassenstroms oder ein Freigabezeitpunkt
eines Zündfunkens ist.
13. Verfahren nach zumindest einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in Abhängigkeit des Ergebnisses des Vergleichs der Gebläsedrehzahlen ein Umschalten
einer spezifischen Gerätekennlinie der Gasbrennvorrichtung für die jeweilige Gasfamilie
oder ein elektrisches Umschalten von Schaltelementen an einem Gasventil erfolgt.
14. Gasbrennvorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach zumindest einem der Ansprüche
1 bis 13 umfassend
a. einen Gasbrenner und einen Feuerungsautomaten,
b. eine Luftzuführung mit darin angeordnetem Luftmassenmesser und einer in Luftströmungsrichtung
nachfolgend angeordneten Gaszuführung,
c. ein der Gaszuführung in Strömungsrichtung nachfolgend angeordnetes Gebläse mit
darin angeordnetem Temperaturmesser für ein gefördertes Medium, und
d. einer Recheneinheit zur Berechnung der ersten und zweiten Gebläsedrehzahl oder
ersten normierten Gebläsedrehzahl und zweiten normierten Gebläsedrehzahl.