Stand der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft insbesondere ein Verfahren zur Herstellung eines Lautsprecherpanels
für einen Flächenlautsprecher nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Aus der
DE 20 2005 004 730 U1 ist bereits ein Flächenlautsprecher mit einem Lautsprecherpanel bekannt, bei dem
zumindest eine äußere Oberfläche des Lautsprecherpanels durch eine Carbonfaserverstärkung
gebildet wird.
[0003] Die Aufgabe der Erfindung besteht insbesondere darin, ein Verfahren zur Herstellung
sowie einen Flächenlautsprecher mit einem Lautsprecherpanel bereitzustellen, bei dem
zumindest eine äußere Oberfläche des Lautsprecherpanels durch eine Carbonfaserverstärkung
gebildet wird und der unsichtbar in eine Wand integriert werden kann. Die Aufgabe
wird erfindungsgemäß durch die Merkmale der Ansprüche 1 und 10 gelöst, während vorteilhafte
Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung den Unteransprüchen entnommen werden
können.
Vorteile der Erfindung
[0004] Die Erfindung geht aus von einem Verfahren zur Herstellung eines Flächenlautsprechers
mit einem Lautsprecherpanel, bei dem zumindest eine äußere Oberfläche des Lautsprecherpanels
durch eine Carbonfaserverstärkung gebildet wird.
[0005] Es wird vorgeschlagen, dass die äußere Oberfläche zumindest teilweise mit einer Oberflächenstrukturierung
versehen wird, die eine Haftverbindung zwischen der Carbonfaserverstärkung und einer
dekorativen Beschichtung verstärkt. Dadurch kann eine herkömmliche Beschichtung, wie
sie insbesondere im Innenausbau zur Gestaltung von Wänden, Decken oder ähnlichem üblich
ist, einfach auf das Lautsprecherpanel aufgebracht werden, wodurch das Lautsprecherpanel
einfach in eine Wand, Decke oder ähnliches integriert werden kann, ohne dass während
der Montage besondere Montageschritte notwendig werden. Ein Lautsprecherpanel mit
einer Oberfläche, die durch eine Carbonfaserverstärkung gebildet wird, weist dabei
im Vergleich mit herkömmlichen Lautsprecherpanelen aus anderen Materialen den Vorteil
auf, dass sie ein besonders geringes Gewicht und gleichzeitig einen hohe Biegesteifigkeit
aufweisen. Beides beeinflusst insbesondere eine Leistungsfähigkeit und/oder einen
Wirkungsgrad des Flächenlautsprechers. Zudem erweitern das geringe Gewicht und die
hohe Biegesteifigkeit Einsatzmöglichkeiten für den Flächenlautsprecher und beeinflussen
eine Klagequalität des Flächenlautsprechers. Indem die Oberfläche mit einer Oberflächenstruktur
versehen wird, kann ein solcher Flächenlautsprecher beschichtet werden. Dadurch ist
es möglich, den Flächenlautsprecher unsichtbar in die Wand zu integrieren, ohne dass
aufwendige, speziell auf die Carbonfaserverstärkung angepasste Maßnahmen notwendig
sind, während gleichzeitig das geringe Gewicht und die hohe Biegesteifigkeit eine
gute Wiedergabequalität ermöglichen. Unter einer "äußeren Oberfläche" soll dabei insbesondere
eine Oberfläche verstanden werden, die in Richtung eines Raumes gewandt ist, der durch
die Wand, in die der Flächenlautsprecher integriert werden soll, begrenzt ist. Unter
einer "Carbonfaserverstärkung" soll insbesondere eine Deckschicht des Lautsprecherpanels
verstanden werden, die zumindest teilweise aus einen Kohlenstofffaserverbundmaterial,
wie insbesondere einem kohlenstofffaserverstärkten Kunststoff, gefertigt ist. Unter
einer "dekorativen Beschichtung" soll insbesondere eine Beschichtung verstanden werden,
die zu gestalterischen Zwecken auf eine Wand, Decke oder ähnlichem aufgebracht wird,
wie beispielsweise ein Putz, eine Tapete oder eine Farbe. Unter "Oberflächenstrukturierung
zur Verstärkung einer Haftverbindung" soll insbesondere eine makroskopische oder mikroskopische
Strukturierung der Oberfläche verstanden werden, die eine Verbindung zwischen der
Beschichtung und der Carbonfaserverstärkung im Vergleich zu einer unbehandelten Oberfläche
einer Carbonfaserverstärkung verbessert.
[0006] Weiter wird vorgeschlagen, dass das Lautsprecherpanel in Sandwichbauweise aufgebaut
ist, bei der ein Kernwerkstoff auf einer nach außen gewandten Seite und einer nach
innen gewandten Seite jeweils mit einer Carbonfaserverstärkung versehen wird. Dadurch
kann ein besonders leichtes und biegesteifes Lautsprecherpanel bereitgestellt werden,
welches gute akustische Eigenschaften aufweist.
[0007] Vorzugsweise wird lediglich die Carbonfaserverstärkung, die die äußere Oberfläche
bildet, mit der Oberflächenstrukturierung versehen. Dadurch kann eine Veränderung
der Oberfläche auf ein Minimum reduziert werden, wodurch Kosten für das Lautsprecherpanel
reduziert werden können.
[0008] Weiter wird vorgeschlagen, dass die Carbonfaserverstärkung an der äußeren Oberfläche
chemisch strukturiert wird. Dadurch kann mit einfachen Mittel eine Oberflächenstrukturierung
erreicht werden, die eine gute Haftung für Beschichtungen wie Putz, Tapete oder Farbe
ermöglicht. Grundsätzlich denkbar ist es aber auch, die Oberflächenstrukturierung
mechanisch herzustellen.
[0009] Indem auf die Oberfläche ein Primer aufgetragen wird, kann die Oberflächenstrukturierung
besonders einfach chemisch hergestellt werden. Unter einem "Primer" soll dabei insbesondere
eine Substanz verstanden werden, die Oberflächeneigenschaften der Carbonfaserverstärkung
verändert, wie beispielsweise ein Haftvermittler, der eine stoffschlüssige Verbindung
zwischen der Carbonfaserverstärkung und der Beschichtung ermöglicht. Durch den Primer
veränderte Oberflächeneigenschaften sind insbesondere eine Rauigkeit der Oberfläche
und eine Haftzugfestigkeit, vorzugsweise nach DIN EN 13813 oder DIN EN 1015-12.
[0010] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung wird der Primer nach einem Aushärten
der Carbonfaserverstärkung auf die Oberfläche aufgetragen. Dadurch können die Oberflächeneigenschaften
besonders vorteilhaft beeinflusst werden. Unter "Aushärten" soll dabei insbesondere
ein Härten der Carbonfaserverstärkung in einem Rohzustand bei Raumtemperatur verstanden
werden. Insbesondere soll unter "Aushärten" eine exotherme Reaktion von einem Matrixmaterial
der Carbonfaserverstärkung verstanden werden, die nach einem Durchtränken von Kohlenstofffasern
mit dem Matrixmaterial selbstständig einsetzt.
[0011] Außerdem wird vorgeschlagen, dass der Primer vor einem Tempern der Carbonfaserverstärkung
auf die Oberfläche aufgetragen wird. Dadurch kann die Oberflächenstruktur, falls diese
bereits mit dem Auftragen des Primers hergestellt wurde, vorteilhaft fixiert werden.
Alternativ oder zusätzlich kann dadurch zudem ausgenutzt werden, dass der Primer während
des Temperns sich, die Oberflächeneigenschaften und/oder die Oberflächenstrukturierung
verändert. Unter "Tempern" soll dabei insbesondere ein Aufheizen der Carbonfaserverstärkung
für ein endgültiges Aushärten verstanden werden. Vorzugsweise wird dabei die Carbonfaserverstärkung,
insbesondere nach dem Aushärten unter Raumtemperatur, auf eine Temperatur von über
600 °C erwärmt, wobei in Abhängigkeit von dem Matrixmaterial auch andere Temperaturbereiche
gewählt werden können. Vorzugsweise erfolgt das Tempern unter Druck.
[0012] Weiter ist es vorteilhaft, wenn das Lautsprecherpanel nach seiner Herstellung mit
einem Putz als Beschichtung versehen werden kann. Dadurch kann der Flächenlautsprecher
insbesondere in Wohnbereichen, in denen häufig Putz als dekorative Beschichtung von
Wänden verwendet wird, gut eingesetzt werden und unsichtbar in Räume von Wohnbereichen
integriert werden.
[0013] Vorzugsweise wird für einen Putz als Beschichtung ein mittlerer Haftabzugswert von
zumindest 0,1 N/mm
2 auf dem Lautsprecherpanel erreicht. Dadurch kann eine ausreichende Festigkeit für
den Putz sichergestellt werden, wodurch vermieden werden kann, dass sich der Putz
bei einer normalen Beanspruchung von dem Lautsprecherpanel löst. Unter einem "Haftabzugswert"
soll dabei insbesondere eine Haftzugfestigkeit verstanden werden, d.h. eine senkrecht
zu der Oberfläche wirkende Kraft pro Flächeneinheit, bei der sich der Putz von der
Oberfläche löst. Der Haftabzugswert wird vorzugsweise ermittelt, indem ein Stempel
mittels des Putzes auf der Oberfläche befestigt wird, welcher dann von der Oberfläche
durch eine senkrecht wirkende Kraft gelöst wird. Vorzugsweise ist dabei der Stempel
aus einem Material, welches eine bessere Verbindung mit dem Putz eingeht als die Oberfläche
der Carbonfaserverstärkung. Unter einem mittleren Haftabzugswert soll insbesondere
ein Mittelwert verstanden werden, der aus Messungen an zwei, vorzugsweise zumindest
fünf Stellen der Oberfläche ermittelt wurde.
[0014] Als ein weiterer Aspekt der Erfindung wird ein Flächenlautsprecher mit einem Lautsprecherpanel
vorgeschlagen, das eine Carbonfaserverstärkung aufweist, die zumindest eine äußere
Oberfläche ausbildet, insbesondere ein mit einem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellter
Flächenlautsprecher, bei dem die äußere Oberfläche zumindest teilweise mit einer Oberflächenstrukturierung
versehen ist, die dazu vorgesehen ist, eine Haftverbindung zwischen der äußeren Oberfläche
und einer dekorativen Beschichtung zu verstärken.
[0015] Vorzugsweise weist dabei der Flächenlautsprecher eine weitere Carbonfaserverstärkung
auf, die eine innere Oberfläche mit von der äußeren Oberfläche abweichenden Oberflächeneigenschaften
ausbildet. Unter "abweichenden Oberflächeneigenschaften" soll dabei insbesondere verstanden
werden, dass der mittlere Haftabzugswert der äußeren Oberfläche um zumindest einen
Faktor 0,5 größer ist als ein mittlerer Haftabzugswert der inneren Oberfläche, die
zur Befestigung eines Induktors vorgesehen ist.
[0016] Außerdem wird eine Konstruktion mit einer Wand und/oder einer Decke und einem in
die Wand oder die Decke integrierten erfindungsgemäßen Flächenlautsprecher vorgeschlagen,
wobei die Wand und/oder die Decke eine homogene Beschichtung aufweisen, die zur einheitlichen
Gestaltung auf die Wand und/oder die Decke und das Lautsprecherpanel aufgebracht ist.
Zeichnungen
[0017] Weitere Vorteile ergeben sich aus der folgenden Zeichnungsbeschreibung. In der Zeichnung
ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Die Zeichnung, die Beschreibung
und die Ansprüche enthalten zahlreiche Merkmale in Kombination. Der Fachmann wird
die Merkmale zweckmäßigerweise auch einzeln betrachten und zu sinnvollen weiteren
Kombinationen zusammenfassen.
Beschreibung eines Ausführungsbeispiels
[0018] In der einzigen Figur 1 ist eine Wandvorrichtung mit einer Wand 21 und einem in die
Wand 21 integrierten Flächenlautsprecher 10 dargestellt. Der Flächenlautsprecher 10
umfasst ein in die Wand 21 eingelassenes Lautsprecherpanel 11 und einen Induktor 22,
der dazu vorgesehen ist, das Lautsprecherpanel 11 zu Biegewellenschwingungen anzuregen.
Der Induktor 22 ist mit einer nicht näher dargestellten Audioquelle verbunden und
dazu vorgesehen, elektrische Signale aus der Audioquelle in mechanische Biegewellenschwingungen
des Lautsprecherpanels 11 umzuwandeln. Die Audioquelle kann dabei grundsätzlich digitale
Filtereinrichtungen aufweisen, durch die die elektrischen Signale an akustische Eigenschaften
des Flächenlautsprechers 10 angepasst werden.
[0019] Das Lautsprecherpanel 11 ist als eine biegesteife Platte ausgebildet. Es ist in Sandwichbauweise
aufgebaut. Das Lautsprecherpanel 11 weist einen leichten Kernwerkstoff 17 auf, der
auf einer nach innen gewandten Seite 20 und auf einer nach außen gewandten Seite 19
jeweils mit einer Carbonfaserverstärkung 13, 15 versehen ist. Der Kernwerkstoff 17
ist Polyurethan-Hartschaum. Grundsätzlich können aber auch andere Kernwerkstoffe verwendet
werden, wie beispielsweise PIR-Hartschaum oder Polystyrol. Der Induktor 22, durch
den das Lautsprecherpanel 11 mit Biegewellenschwingungen anregbar ist, ist auf der
nach innen gewandten Seite 20 des Lautsprecherpanels 11 angeordnet.
[0020] Um den Flächenlautsprecher 10 unsichtbar in die Wand 21 zu integrieren, wird er in
eine Aussparung 18 in der Wand 21 eingesetzt, deren Abmessungen auf eine Größe des
Lautsprecherpanels 11 angepasst sind. In vormontiertem Zustand bilden die Wand 21
und das Lautsprecherpanel 11 eine im Wesentlichen ebene Oberfläche aus, die zu einem
späteren Zeitpunkt mit einer dekorativen Beschichtung 16 versehen werden kann. Übliche
dekorative Beschichtungen 16 sind dabei insbesondere Putz oder Tapete. Grundsätzlich
könnten aber auch andere Beschichtungen 16 aufgebracht werden, die direkt auf die
Oberfläche 12 des Lautsprecherpanels 11 und die Wand 21 aufgebracht werden können,
wie beispielsweis eine Farbe oder ähnliches. In fertigem Zustand bedeckt die Beschichtung
16 dann das Lautsprecherpanel 11 und die Wand 21, wodurch sich nach außen hin ein
homogenes Erscheinungsbild ergibt, durch das der Flächenlautsprecher 10 unsichtbar
in die Wand 21 integriert ist.
[0021] Um die Beschichtung 16 auf das Lautsprecherpanel 11 aufbringen zu können, wird die
äußere Oberfläche 12 des Lautsprecherpanels 11, die durch die nach außen gewandte
Carbonfaserverstärkung 13 gebildet wird, mit einer Oberflächenstrukturierung versehen.
Die Oberflächenstrukturierung wird während einer Herstellung des Lautsprecherpanels
11 ausgeformt, d.h. bevor der Induktor 22 an dem Lautsprecherpanel 11 befestigt wird
und bevor der Flächenlautsprecher 10 in die Wand 21 integriert wird. Während der Herstellung
wird lediglich die Carbonfaserverstärkung 13 auf einer Seite, die später nach außen
gewandt ist und die die äußere Oberfläche 12 bildet, mit der Oberflächenstrukturierung
versehen.
[0022] Die Herstellung der Carbonfaserverstärkungen 13, 15 umfasst jeweils im Wesentlichen
drei Schritte. Die Carbonfaserverstärkungen 13, 15 werden mittels Carbonfasern und
einem Matrixmaterial hergestellt. Das Matrixmaterial ist typischerweise ein Kunststoff,
der einem nicht ausgehärteten Rohzustand flüssig oder pastös ist. Aus dem Matrixmaterial
und den Carbonfasern wird im ersten Schritt ein Rohling gefertigt, indem die Carbonfasern
mit dem nicht ausgehärteten Matrixmaterial durchtränkt werden. Die Rohlinge, die entsprechende
Carbonfaserverstärkung 13, 15 in einem Rohzustand bilden, werden dabei mittels einer
Form gestaltet, in die die Carbonfasern und das Matrixmaterial eingelegt werden.
[0023] Im zweiten Schritt wird das Matrixmaterial ausgehärtet. Das Matrixmaterial verändert
dabei seine chemische Struktur, wodurch sich eine Festigkeit der Carbonfaserverstärkungen
13, 15 erhöht. Nach dem Aushärten werden die Carbonfaserverstärkungen 13, 15 entformt,
d.h. aus der Form entnommen. Im dritten Schritt werden die Carbonfaserverstärkungen
13, 15 getempert, d.h. sie werden auf eine Temperatur erwärmt, die typischerweise
bei ca. 800-900 ° C liegt. Durch das Tempern erhöht sich die Festigkeit der ausgehärteten
Carbonfaserverstärkungen 13, 15 weiter.
[0024] Die Carbonfaserverstärkung 13 wird an der äußeren Oberfläche 12 chemisch mikrostrukturiert.
Zur Ausformung der Oberflächenstrukturierung wird auf die Oberfläche 12 ein Primer
aufgebracht. Der Primer wird dabei zwischen dem zweiten Schritt und dem dritten Schritt
der Herstellung auf die Oberfläche 12 aufgetragen, d.h. er wird nach einem Aushärten
der Carbonfaserverstärkung 13 und vor einem Tempern der Carbonfaserverstärkung 13
auf die Oberfläche 12 aufgetragen.
[0025] Alternativ kann die Carbonfaserverstärkung 13 auch mechanisch mikrostrukturiert werden,
beispielsweise indem auf die Oberfläche 12 ein Abreißgewebe aufgelegt wird, bevor
das Lautsprecherpanel 11 ausgehärtet wird. Das Abreisgewebe wird dabei auf die Carbonfaserverstärkung
13 im Rohzustand aufgebracht, wo es eine äußere Schicht bildet. Danach wird die Carbonfaserverstärkung
13 ausgehärtet und bei Bedarf getempert. Anschließend wird das Abreisgewebe entfernt.
Durch das Abziehen des Abreisgewebes entsteht dann die Oberflächenstrukturierung.
[0026] Zur Herstellung des Lautsprecherpanels 11 in Sandwichbauweise werden die nach innen
gewandte Carbonfaserverstärkung 15, die unbehandelte Oberflächen aufweist, und die
nach außen gewandte Carbonfaserverstärkung 13, bei der die Oberfläche 12 mit der Mikrostrukturierung
versehen ist, durch den Kernwerkstoff 17 miteinander verbunden. Der Kernwerkstoff
17 verklebt die beiden Carbonfaserverstärkungen 13, 15 miteinander. Das Lautsprecherpanel
11 weist nach seiner Herstellung unterschiedliche Oberflächeneigenschaften an der
äußeren Oberfläche 12 und der inneren Oberfläche 14 auf. Die Oberflächeneigenschaften
der Oberflächen 12, 14 unterscheiden sich insbesondere in Haftabzugswerten für mineralische
Beschichtungen 16, wie beispielsweise Putz, Fließenkleber oder ähnliches.
[0027] Zur Fertigstellung des Flächenlautsprechers 10 wird der Induktor 22 an der inneren
Oberfläche 14 der Carbonfaserverstärkung 15 befestigt, beispielsweise indem er mit
der Carbonfaserverstärkung 15 verklebt wird. Für die Montage wird der Flächenlautsprecher
10 mit der Audioquelle verbunden und in die Aussparung 18, die in die Wand 21 eingebracht
ist, eingesetzt. Sobald der Flächenlautsprecher 10 in der Aussparung 18 befestigt
ist, können die Wand 21 und der Flächenlautsprecher 10 mit der Beschichtung 16 versehen
werden, indem beispielsweise die Wand 21 und der Flächenlautsprecher 10 homogen verputzt
werden. Durch die Beschichtung 16 weist die Wandvorrichtung eine einheitliche Wandfläche
auf, in die der Flächenlautsprecher 10 unsichtbar integriert ist.
[0028] Eine typische Beschichtung 16 ist, wie bereits ausgeführt wurde, Putz, der beispielsweise
als ein Innenputz ausgebildet sein kann, wie er im Innenausbau von Wohn- oder Geschäftsräumen
verwendet wird. Für Putz als Beschichtung 16 ergibt sich durch die Oberflächenstrukturierung
ein Haftabzugswert von größer als 0,25 N/mm
2. Ist der Wohn- und Geschäftsraum als ein Trockenraum ausgebildet, in dem weder eine
gegenüber einer Umgebung erhöhte Luftfeuchtigkeit noch die Gefahr, dass die Wände
21 benässt werden, besteht, werden Haftabzugswerte von ca. 0,27 N/mm
2 erreicht. Selbst nach einer länger anhaltenden Benetzung des Putzes als Beschichtung
16 mit Wasser können noch Haftabzugswerte besser als 0,2 N/mm
2 erreicht werden. Der Flächenlautsprecher 10 kann somit auch in Nassräumen eingesetzt
werden. Durch Verwendung eines geeigneten Putzes sind dabei auch nach Durchnässung
Haftabzugswerte von ca. 0,26 N/mm
2 erreichbar.
Bezugszeichen
| 10 |
Flächenlautsprecher |
18 |
Aussparung |
| 11 |
Lautsprecherpanel |
19 |
nach außen gewandte Seite |
| 12 |
äußere Oberfläche |
20 |
nach innen gewandte Seite |
| 13 |
Carbonfaserverstärkung |
21 |
Wand |
| 14 |
innere Oberfläche |
22 |
Induktor |
| 15 |
Carbonfaserverstärkung |
|
|
| 16 |
dekorative Beschichtung |
|
|
| 17 |
Kernwerkstoff |
|
|
1. Verfahren zur Herstellung eines Flächenlautsprechers (10) mit einem Lautsprecherpanel
(11), bei dem zumindest eine äußere Oberfläche (12) des Lautsprecherpanels (11) durch
eine Carbonfaserverstärkung (13) gebildet wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
die äußere Oberfläche (12) zumindest teilweise mit einer Oberflächenstrukturierung
versehen wird, die eine Haftverbindung zwischen der Carbonfaserverstärkung (13) und
einer dekorativen Beschichtung (16) verstärkt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Lautsprecherpanel (11) in Sandwichbauweise aufgebaut ist, bei der ein Kernwerkstoff
(17) auf einer nach außen gewandten Seite (19) und einer nach innen gewandten Seite
(20) jeweils mit einer Carbonfaserverstärkung (13, 15) versehen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
lediglich die Carbonfaserverstärkung (13), die die äußere Oberfläche (12) bildet,
mit der Oberflächenstrukturierung versehen wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Carbonfaserverstärkung (13) an der äußeren Oberfläche (12) chemisch strukturiert
wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
auf die Oberfläche (12) ein Primer aufgetragen wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Primer nach einem Aushärten der Carbonfaserverstärkung (13) auf die Oberfläche
(12) aufgetragen wird.
7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Primer vor einem Tempern der Carbonfaserverstärkung (13) auf die Oberfläche (12)
aufgetragen wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Lautsprecherpanel (11) nach seiner Herstellung mit einem Putz als Beschichtung
(16) versehen werden kann.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
für einen Putz als Beschichtung (16) ein Haftabzugswert von zumindest 0,1 N/mm2 auf dem Lautsprecherpanel (11) erreicht wird.
10. Flächenlautsprecher mit einem Lautsprecherpanel (11), das eine Carbonfaserverstärkung
(13) aufweist, die zumindest eine äußere Oberfläche (12) ausbildet, insbesondere ein
mit einem Verfahren nach Anspruch 1 hergestellter Flächenlautsprecher,
dadurch gekennzeichnet, dass
die äußere Oberfläche (12) zumindest teilweise mit einer Oberflächenstrukturierung
versehen ist, die dazu vorgesehen ist, eine Haftverbindung zwischen der Carbonfaserverstärkung
(13) und einer dekorativen Beschichtung (16) zu verstärken.
11. Flächenlautsprecher nach Anspruch 10,
gekennzeichnet durch
eine weitere Carbonfaserverstärkung (15), die eine innere Oberfläche (14) mit von
der äußeren Oberfläche (12) abweichenden Oberflächeneigenschaften ausbildet.
12. Konstruktion mit einer Wand (21) und/oder einer Decke und einem in die Wand (21) oder
die Decke integrierten Flächenlautsprecher (10) nach Anspruch 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Wand (21) und/oder die Decke eine homogene Beschichtung (16) aufweisen, die zur
einheitlichen Gestaltung auf die Wand (21) und/oder die Decke und das Lautsprecherpanel
(11) aufgebracht ist.