[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Entkeimen temperaturempfindlicher Wäschestücke
mit folgenden Merkmalen: die Wäschestücke erden in trockenem Zustand über einen vorgegebenen
Zeitraum hinweg in Abwesenheit von Wasser einem Prozessluftstrom von definierter Temperatur
ausgesetzt und erhitzt, und anschließend werden die so erhitzten Wäschestücke auf
eine gegenüber der definierten Temperatur deutlich reduzierte Solltemperatur abgekühlt.
Außerdem betrifft die Erfindung eine Waschtrockeneinheit.
[0002] Ein solches Verfahren sowie ein Trocken- und Sterilisationsschrank zu dessen Durchführung
sind der
EP 0 262 451 A2 entnehmbar. Gemäß diesem Dokument werden Wäschestücken sterilisiert unmittelbar nachdem
sie getrocknet wurden.
[0003] Die
US 2007/0169282 A1 und die
JP 4-158896 A betreffen jeweils ein Verfahren und eine Waschmaschine zu dessen Durchführung, bei
welchem Verfahren Wäschestücke, die gewaschen werden sollen, zunächst mit Dampf behandelt
werden, um sie zu sterilisieren und anzufeuchten oder ihre Fasern zu lösen, und dann
erst unter Zugabe von Waschwasser gewaschen werden.
[0004] Empfindliche Wäsche darf bekanntermaßen nur bei niedriger Temperatur (z. B. Raumtemperatur
oder 30°C bis 40°C) gewaschen werden, weil bei höheren Waschtemperaturen das Gewebe
oder die Färbung der Wäsche leiden würde und, zumindest über viele Waschvorgänge hinweg,
beschädigt würde. Dabei kann es zum Entfärben eines Textils oder zur Übertragung von
Farbe von einem auf ein anderes Textil kommen. Nachteil am Waschen bei niedriger Temperatur
ist aber, dass in der Wäsche befindliche Keime durch solches Waschen nicht in dem
Umfang abgetötet werden wie bei Waschen bei hoher Temperatur wie z. B. 95°C (sog.
Kochwäsche). Dieser Nachteil wird bislang teilweise dadurch umgangen, dass die noch
feuchte Wäsche anschließend an den Waschvorgang mittels einer Wäschetrocknereinrichtung
heißer Luft ausgesetzt wird.
[0005] Eine solche Möglichkeit offenbart auch die
DE 10 2005 052 960 A1. Allerdings leidet empfindliche Wäsche auch hierbei, da sie zumindest in der Anfangsphase
noch in feuchtem Zustand der heißen Luft ausgesetzt wird und diese Empfindlichkeit
primär in feuchtem Zustand besteht. Zusätzlich wird für solche Erwärmung relativ viel
Energie benötigt, da nicht nur das Textil selbst, sondern auch das im Textil enthaltene
Wasser erwärmt, gegebenenfalls auch verdunstet, werden muss. Die in der genannten
Druckschrift angedeutete Möglichkeit, die Wäsche erst nach Beenden des Trocknungsvorgangs
einer Heißluftbehandlung zum Desinfizieren zuzuführen, lässt sich in der Praxis nicht
realisieren, da sie nur bei einem schrankartigen Aufbau einer Waschund Trockeneinheit
mit einem gemeinsamen Behandlungsraum zum Waschen mit anschließendem Trocknen und
Sterilisieren, in dem die Wäsche hängend eingebracht ist, durchführbar sein müsste.
Eine solche Aufbauart setzt sich jedoch, wie die Vergangenheit bereits gezeigt hat,
am Markt für Wasch- und Trockengeräte nicht durch. Damit ist diese Idee in der Praxis
nicht durchführbar.
[0006] Die
DE 33 43 236 A1 offenbart einen Trockenschrank, in den die von einem vorangegangenen Waschvorgang
noch nasse Wäsche eingebracht wird, dort zunächst getrocknet wird und anschließend
daran entkeimt.
[0007] Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren anzugeben, mittels dessen empfindliche
Wäsche bei größtmöglicher Materialschonung besser entkeimt werden kann als mit traditionellen
Wasch-/Trockenverfahren. Es ist weiterhin Aufgabe der Erfindung, eine Waschtrockeneinheit
zu schaffen, mittels derer das erfindungsgemäße Verfahren durchführbar ist.
[0008] Diese Aufgabe wird gemäß den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche gelöst. Bevorzugte
Ausführungsformen sind den abhängigen Patentansprüchen sowie der nachfolgenden Beschreibung
entnehmbar, wobei bevorzugten Ausführungsformen des Verfahren bevorzugte Ausführungsformen
der Waschtrockeneinheit entsprechen und umgekehrt, und dies auch dann, wenn darauf
hierin nicht explizit hingewiesen ist.
[0009] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Entkeimen temperaturempfindlicher Wäschestücke
weist demnach die folgenden Merkmale auf:
- die Wäschestücke werden in trockenem Zustand über einen vorgegebenen Zeitraum (T)
hinweg in Abwesenheit von Wasser einem Prozessluftstrom von definierter Temperatur
(Tp) ausgesetzt und erhitzt,
- anschließend werden die so erhitzten Wäschestücke auf eine gegenüber der Temperatur
(Tp) deutlich reduzierte Solltemperatur (Tpsoll) abgekühlt, und
- daran anschließend (erst) gewaschen.
[0010] Das erfindungsgemäße Verfahren hat den Vorteil, dass die heiße Luft, die der Wäsche
im ersten Verfahrensschritt zugeführt wird, die empfindliche Wäsche weit weniger schädigt
als bei einem Trockenvorgang anschließend an einen Waschvorgang. Aufgrund der Abwesenheit
von Wasser wird auch ein Abtransport von Farbe aus einem erfindungsgemäß behandelten
Textil und damit sowohl Entfärben als auch Übertragung auf ein anderes Textil ausgeschlossen.
Auch wird ein Einlaufen der Wäsche durch Einwirkung von Wasser bei erhöhter Temperatur
verhindert. Noch ein weiterer Vorteil liegt darin, dass für das Entkeimen weniger
Energie zum Aufheizen der (noch) trockenen Wäsche benötigt wird als bei einem entsprechenden
Aufheizen herkömmlich feuchter Wäsche.
[0011] Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass die Solltemperatur
(Tp
soll) einer Raumtemperatur (Tp
Raum) entspricht, also der Temperatur einer Umgebung der Vorrichtung oder Einrichtung,
in welcher das Verfahren durchgeführt wird. Es ist demnach insbesondere die gewöhnlich
in einem bewohnten geschlossenen Raum herrschende Temperatur von etwa 20 °C.
[0012] Eine erste besonders bevorzugte, weitergebildete Ausführungsform der Erfindung sieht
vor, dass die Solltemperatur (Tp
soll) gleich einer bei dem Waschvorgang maximal auftretenden Waschtemperatur ist. So ist
sicher gestellt, dass beim nachfolgenden Waschen der Wäschestücke die dafür maximal
zulässige temperatur keinesfalls überschritten wird. Eine zweite besonders bevorzugte,
weitergebildete Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass die Solltemperatur (Tp
soll) berechnet wird unter Verwendung einer vorher festgestellten Beladungsmenge an Wäschestücken,
welche entkeimt werden, und einer vorgegebenen Waschtemperatur des nachfolgendes Waschprogramms,
so dass sich nach der Zugabe von Wasser zu der Menge an Wäschestücken eine Temperatur
in den Wäschestücken einstellt, welche kleiner oder gleich der Waschtemperatur ist.
Auf diese Weise wird die zum Entkeimen aufgewendete Wärme im nachfolgenden Waschprozess
mit Vorteil nutzbar gemacht. Weiter bevorzugt werden die Wäschestücke nach dem Waschen
auf herkömmliche Weise getrocknet, womit dann auch eine Verbindung zu einem herkömmlichen
Trocknungsverfahren geschaffen ist.
[0013] Eine andere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass als vorgegebener
Zeitraum (T) ein Zeitraum zwischen fünf und fünfundzwanzig Minuten gewählt wird, insbesondere
ein solcher zwischen zehn und zwanzig Minuten, jeweils einschließlich.
[0014] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass als definierte
Temperatur (Tp) eine Temperatur mit einem Wertebereich zwischen 60°C und 120°C vorgegeben
wird, insbesondere ein solcher zwischen 70°C und 90°C, jeweils einschließlich.
[0015] Noch eine andere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass eine Temperatur
des Prozessluftstroms gemessen wird, unmittelbar bevor die Wäschestücke ihm ausgesetzt
werden, und eine Temperatur des Prozessluftstroms gemessen wird, unmittelbar nachdem
die Wäschestücke ihm ausgesetzt wurden, und beide gemessenen Temperaturen zum Regeln
der Temperatur der Wäschestücke benutzt werden.
[0016] Die erfindungsgemäße Waschtrockeneinheit weist demnach eine Steuereinrichtung auf
zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens oder einer seiner bevorzugten Weiterbildungen.
[0017] Demnach weist die erfindungsgemäße Waschtrockeneinheit eine Steuereinrichtung auf
zur Durchführung eines Verfahrens zum Entkeimen temperaturempfindlicher Wäschestücke
in der Waschtrockeneinheit. Die Steuereinrichtung weist dabei folgende Funktionen
auf:
- sie setzt die trockenen Wäschestücke über einen vorgegebenen Zeitraum hinweg in Abwesenheit
von Wasser einem Prozessluftstrom von definierter Temperatur zu deren Erhitzen aus,
- anschließend kühlt sie die so erhitzten Wäschestücke auf eine gegenüber der definierten
Temperatur deutlich reduzierte Solltemperatur ab, und
- daran anschließend startet sie ein zuvor ausgewähltes Waschprogramm der Waschtrockeneinheit.
[0018] Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass in der Waschtrockeneinheit
eine Zeitgebereinheit vorgesehen ist, mittels derer der vorgegebene Zeitraum (T) wertemäßig
vorgebbar ist.
[0019] Eine andere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass in der Waschtrockeneinheit
eine Temperatursteuereinheit vorgesehen ist, mittels derer die Solltemperatur (Tp
soll) wertemäßig vorgebbar und insbesondere, wie oben erläutert, berechenbar ist. Noch
weiter bevorzugt weist die Temperatursteuereinheit einen ersten Temperatursensor zum
Messen einer Temperatur des Prozessluftstroms unmittelbar nachdem die Wäschestücke
ihm ausgesetzt wurden, und einen zweiten Temperatursensor zum Messen einer Temperatur
des Prozessluftstroms unmittelbar bevor die Wäschestücke ihm ausgesetzt werden auf,
und ist die Temperatursteuereinheit derart eingerichtet, dass beide gemessenen Temperaturen
zum Regeln der Temperatur der Wäschestücke benutzt werden.
[0020] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass in der Waschtrockeneinheit
die Steuervorrichtung so ausgelegt ist, dass sie nach Beenden des Herunterkühlens
ein zuvor ausgewähltes Waschprogramm der Waschtrockeneinheit startet.
[0021] Nachstehend wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung
näher erläutert.
[0022] In der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1
- Temperaturverläufe beim Ausüben des Verfahrens;
- Fig. 2
- die Waschtrockeneinheit in symbolischer Darstellung; und
- Fig. 3
- einen vertikalen Schnitt durch die Waschtrockeneinheit.
[0023] Bei dem Verfahren wird die zu waschende Wäsche, also die zu waschenden Wäschestücke,
in noch trockenem Zustand (d. h., noch vor Beginn des eigentlichen Waschvorgangs)
mittels eines Prozessluftstroms erhitzt. Das Erhitzen erfolgt auf eine definierte
Temperatur Tp, die entweder durch das das Erhitzen bewirkende Gerät fest vorgegeben
wird oder aber vorwählbar ist. Dabei ist es vorteilhaft, wenn die definierte Temperatur
Tp in einem Wertebereich zwischen 60°C und 120°C vorgewählt wird, insbesondere in
einem Wertebereich zwischen 70°C und 90°C, jeweils einschließlich. Nach Erreichen
der definierten Temperatur Tp wird die Wäsche dieser Temperatur einen gegebenen Zeitraum
T lang ausgesetzt, wobei der gegebene Zeitraum T zwischen fünf und fünfundzwanzig
Minuten beträgt, insbesondere zwischen zehn und zwanzig Minuten, jeweils einschließlich.
Der gegebene Zeitraum T ist entweder durch das das Erhitzen bewirkende Gerät fest
vorgegeben oder aber er wird vorgewählt. Das Aufheizen im heißen Luftstrom bewirkt
das beabsichtigte Entkeimen, nämlich ein fast vollständiges Abtöten der in der Wäsche
enthaltenen Keime wie z. B. Bakterien, Viren, Milben etc.
[0024] Anschließend an dieses Erhitzen wird die Wäsche abgekühlt. Nach dem Abkühlen wird
die Wäsche in Weiterbildung der Erfindung in üblicher Weise gewaschen und auch getrocknet.
Das Trocknen kann beispielsweise in einem Trockner bei niedriger, der Empfindlichkeit
der Wäschestücke angepasster, Temperatur erfolgen, da das Entkeimen der Wäsche bereits
erfolgt ist. Die Wäsche wird dadurch wesentlich mehr geschont als beim Trocknen bei
entsprechend hoher Temperatur im Rahmen eines herkömmlichen Wasch-Trockenverfahrens,
da die Wäsche nur im trockenen Zustand über die zum Waschen zulässige maximale Temperatur
erwärmt wird. Ein weiterer Vorteil bei dieser Weiterbildung besteht darin, dass die
in der vorausgegangenen Behandlung der Wäsche mit Prozessluftstrom abgetöteten Keime
durch den daran anschließenden Waschvorgang aus den Wäschestücken ausgespült und so
aus diesen entfernt werden. Bei den Verfahren nach dem herkömmlichen Wasch-Trockenvorgang
ohne die vorausgehende Entkeimung werden nämlich die Keime erst beim dem Waschen folgenden
Trockenvorgang abgetötet, wobei ihre Überreste in den getrockneten Wäschestücken verbleiben.
[0025] Das Herunterkühlen wird solange durchgeführt, bis die entkeimte Wäsche, je nach gewählter
Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens, Raumtemperatur Tp
Raum oder aber eine Solltemperatur Tp
soll aufweist, die wertemäßig in etwa gleich ist einer beim nachfolgenden Waschvorgang
maximal auftretenden Waschtemperatur, oder bei der sich nach der nachfolgenden Zugabe
von Wasser zum Waschen in der Wäsche eine Temperatur kleiner oder gleich der Waschtemperatur
einstellt.
[0026] Fig. 1 zeigt die beiden möglichen Verläufe der Temperatur Temp, über die Zeit t dargestellt.
Im einen Fall steigt die Temperatur Temp von der Raumtemperatur Tp
Raum an bis zur definierten Temperatur Tp. Dort verharrt sie über den vorgegebenen Zeitraum
T hinweg, um dann auf die Solltemperatur Tp
soll abzufallen. Im anderen Fall ist der Temperaturverlauf zunächst derselbe wie vorstehend
im einen Fall geschildert. Nach Ende des vorgegebenen Zeitraums T fällt die Temperatur
Temp dann allerdings auf die Raumtemperatur Tp
Raum ab, was teilweise gestrichelt dargestellt ist.
[0027] Zur Durchführung des Verfahrens ist es vorteilhaft, eine kombinierte Waschtrockeneinheit
(bei der also Waschen und Trocknen in ein und derselben Trommel durchgeführt werden,
so dass kein Umräumen der Wäsche von einer Waschmaschine in einen Wäschetrockner notwendig
ist) vorzusehen, die erfindungsgemäß eine Steuervorrichtung CTRL aufweist, die die
üblicherweise vorhandenen Komponenten einer kombinierten Waschtrockeneinheit wie u.
a. Pumpe(n) für Wasserzu- und Ablauf, Heißlufteinrichtung, Motor(en) zur Bewegung
der Wäschetrommel und eine Programmsteuereinheit so ansteuert, dass im Betrieb insgesamt
das erfindungsgemäße Verfahren durchgeführt wird. Eine solche kombinierte Waschtrockeneinheit
ist symbolisch in Fig. 2 dargestellt. Dabei ist es günstig, wenn die kombinierte Waschtrockeneinheit
eine Zeitgebereinheit Z aufweist, mittels derer der definierte Zeitraum T wertemäßig
vorgebbar ist. Weiterhin ist es auch vorteilhaft, wenn die kombinierte Waschtrockeneinheit
eine Temperatursteuereinheit TS aufweist, mittels derer die Solltemperatur Tp
soll wertemäßig vorgebbar ist, auf die die Wäschestücke am Ende des Entkeimvorgangs zu
kühlen sind.
[0028] Die Steuervorrichtung CTRL ist vorteilhafterweise so ausgelegt, dass sie nach erfolgtem
Entkeimen und Herunterkühlen der Wäsche ein zuvor direkt oder indirekt ausgewähltes
Waschprogramm startet. Unter indirektem Auswählen wird dabei verstanden, dass bereits
mit der Anwahl "Entkeimen" ein gewünschtes Waschprogramm mit ausgewählt wird.
[0029] Figur 3 zeigt einen vertikalen Schnitt durch eine Waschtrockeneinheit. Zu sehen ist
Wäsche 1, die sich in einer drehbaren Trommel 2 befindet, welche ihrerseits in einem
schwingend aufgehängten, aber nicht rotierbaren Laugenbehälter 3 aufgenommen ist.
Ein am Laugenbehälter 3 angeordneter Motor 4 dient zum Antreiben der Trommel 2. Der
Laugenbehälter 3 befindet sich mit allen weiteren Komponenten der Waschtrockeneinheit
in einem Gehäuse 5. Über eine wasserdicht mit dem Laugenbehälter 3 und dem Gehäuse
5 verbundene, bewegliche Manschette 6 ist ein Zugang von außerhalb des Gehäuses 5
zu dem Laugenbehälter 3 und der Trommel 2 geschaffen; dieser Zugang ist durch eine
Tür 7 verschließbar. Ein Zulauf 8 für Frischwasser und ein Ablauf 9 für Abwasser,
letzterer auch versehen mit einer Pumpe 10, sind ebenfalls vorhanden. Gleiches gilt
für eine Einspüleinrichtung für Wäschebehandlungsmittel und eine im Laugenbehälter
angeordnete Heizung zum Erwärmen der Waschflüssigkeit, welche vorliegend der Übersicht
halber nicht dargestellt sind. Ein Prozessluftkanal 11 mit einem Gebläse 12 und einer
Heizung 13 sind vorgesehen, um Prozessluft, die durch Pfeile 14 symbolisiert ist,
durch die Trommel 2 und die darin befindliche Wäsche 1 zu treiben. Nicht dargestellt
ist ein Kondensator, mit welchem Feuchtigkeit, welche die durch die Heizung 13 erwärmte
Prozessluft aus der Wäsche extrahiert hat, aus der Prozessluft auskondensiert wird,
wobei das dabei entstandenen flüssige Kondensat in den Laugenbehälter 3 fließt und
aus diesem durch den Ablauf 9 entsorgt wird. Zwei mit der Temperatursteuereinheit
TS verbundene Temperatursensoren 15 und 16 dienen der Kontrolle und Regelung der Temperatur
der strömenden Prozessluft 14. Dabei ist ein erster Temperatursensor 15 im Prozessluftkanal
11 so platziert, dass er die Temperatur der unmittelbar aus dem Laugenbehälter 3 entströmenden
Prozessluft 14 misst; der zweite Temperatursensor 16 ist im Prozessluftkanal 11 so
platziert, dass der die Temperatur der von der Heizung 13 abströmenden Prozessluft
14 misst. Damit ist eine sehr feinfühlige Regelung der Temperatur der Prozessluft
möglich, um einerseits die Wäschestücke 1 schnell erwärmen und andererseits die Temperatur
der Wäschestücke 1 immer in gewünschter und keinesfalls übermäßiger Höhe halten zu
können. Um ein schnelles Erwärmen auf eine gewünschte hohe Temperatur Tp zu ermöglichen,
muss die Prozessluft 14 beim Eintritt in den Laugenbehälter 3 eine geringfügig über
der Temperatur Tp aufweisen; um dies zu regeln, wird der zweite Temperatursensor 16
benutzt. Mit dem ersten Temperatursensor 15 kann die Temperatur der Wäschestücke 1
im Laugenbehälter 1 relativ genau abgeschätzt werden, so dass ein Überschreiten der
Temperatur Tp in den Wäschestücken 12 sicher vermieden werden kann.
[0030] Der Prozessluftkanal 11 mit Gebläse 12, Heizung 13, erstem Temperatursensor 15 und
zweitem Temperatursensor 16 dient auch dazu, die Wäsche 1 wie beschrieben in trockenem
Zustand zu entkeimen, indem in schon beschriebener Weise heiße Prozessluft durch die
trockene Wäsche 1 gefördert wird. Gesteuert wird dies durch die schon erwähnte Kontrolleinheit
CTRL, die mit allen soeben erwähnten Komponenten zu deren Betreiben und Anwenden verbunden,
in Figur 3 allerdings der Übersicht halber nicht dargestellt ist. Nach dem Entkeimen
kann die Wäsche 1 dann in herkömmlicher Weise gewaschen werden.
[0031] Die kombinierte Waschtrockeneinheit hat auch noch den Vorteil, dass zu Beginn des
Waschvorgangs in ihren Bauteilen aufgrund des vorhergegangenen Entkeimprozesses noch
gespeicherte Restwärme zum Erwärmen des für den Waschprozess gegebenenfalls notwendigen
Aufwärmen des Waschwassers herangezogen werden kann, was insgesamt zu einer (weiteren)
Energieeinsparung beiträgt.
Bezugszeichenliste
[0032]
- t
- Zeit
- T
- vorgegebener Zeitraum
- Temp
- Temperatur
- Tp
- definierte Temperatur
- Tpsoll
- Solltemperatur
- TpRaum
- Raumtemperatur
- CTRL
- Steuervorrichtung
- Z
- Zeitgebereinheit
- TS
- Temperatursteuereinheit
- 1
- Wäschestück
- 2
- Trommel
- 3
- Laugenbehälter
- 4
- Motor
- 5
- Gehäuse
- 6
- Manschette
- 7
- Tür
- 8
- Zulauf
- 9
- Ablauf
- 10
- Pumpe
- 11
- Prozessluftkanal
- 12
- Gebläse
- 13
- Heizung
- 14
- Prozessluft
- 15
- erster Temperatursensor
- 16
- zweiter Temperatursensor
1. Verfahren zum Entkeimen temperaturempfindlicher Wäschestücke (1) mit folgenden Merkmalen:
- die Wäschestücke (1) werden in trockenem Zustand über einen vorgegebenen Zeitraum
(T) hinweg in Abwesenheit von Wasser einem Prozessluftstrom (14) von definierter Temperatur
(Tp) ausgesetzt und erhitzt,
- anschließend werden die so erhitzten Wäschestücke (1) auf eine gegenüber der definierten
Temperatur (Tp) deutlich reduzierte Solltemperatur (Tpsoll) abgekühlt, dadurch gekennzeichnet, dass
- daran anschließend die abgekühlten Wäschestücke (1) in einem Waschvorgang gewaschen
werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die Solltemperatur (Tpsoll) einer Raumtemperatur (TpRaum) entspricht.
3. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die Solltemperatur (Tpsoll) gleich einer bei dem Waschvorgang maximal auftretenden Waschtemperatur ist.
4. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die Solltemperatur (Tpsoll) berechnet wird unter Verwendung einer vorher festgestellten Beladungsmenge an Wäschestücken
(1), welches entkeimt werden, und einer vorgegebenen Waschtemperatur des Waschvorgangs,
so dass sich nach einer Zugabe von Wasser zu der Beladungsmenge eine Temperatur in
den Wäschestücken (1) einstellt, welche kleiner oder gleich der Waschtemperatur ist.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wäschestücke (1) nach dem Waschen getrocknet werden.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als vorgegebener Zeitraum (T) ein Zeitraum zwischen fünf und fünfundzwanzig Minuten
gewählt wird, insbesondere ein solcher zwischen zehn und zwanzig Minuten, jeweils
einschließlich.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als definierte Temperatur (Tp) eine Temperatur mit einem Wertebereich zwischen 60°C
und 120°C vorgegeben wird, insbesondere ein solcher zwischen 70°C und 90°C, jeweils
einschließlich.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Temperatur des Prozessluftstroms (14) gemessen wird, unmittelbar bevor die Wäschestücke
(1) ihm ausgesetzt werden, und eine Temperatur des Prozessluftstroms (14) gemessen
wird, unmittelbar nachdem die Wäschestücke (1) ihm ausgesetzt wurden, und beide gemessenen
Temperaturen zum Regeln der Temperatur der Wäschestücke (1) benutzt werden.
9. Waschtrockeneinheit,
dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Steuereinrichtung (CTRL) aufweist zur Durchführung eines Verfahrens zum
Entkeimen temperaturempfindlicher Wäschestücke in der Waschtrockeneinheit, wobei die
Steuereinrichtung (CTRL) folgende Funktionen aufweist:
- sie setzt die trockenen Wäschestücke (1) über einen vorgegebenen Zeitraum (T) hinweg
in Abwesenheit von Wasser einem Prozessluftstrom (14) von definierter Temperatur (Tp)
zu deren Erhitzen aus,
- anschließend kühlt sie die so erhitzten Wäschestücke (1) auf eine gegenüber der
definierten Temperatur (Tp) deutlich reduzierte Solltemperatur (Tpsoll) ab, dadurch gekennzeichnet, dass
- sie daran anschließend ein zuvor ausgewähltes Waschprogramm der Waschtrockeneinheit
startet.
10. Waschtrockeneinheit nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Zeitgebereinheit (Z) aufweist, mittels derer der vorgegebene Zeitraum (T)
wertemäßig vorgebbar ist.
11. Waschtrockeneinheit nach einem der Ansprüche 9 und 10, dadurch gekennzeichnet, sie eine Temperatursteuereinheit (TS) aufweist, mittels derer die Solltemperatur
(Tpsoll) wertemäßig vorgebbar ist.
12. Waschtrockeneinheit nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatursteuereinheit (TS) einen ersten Temperatursensor (15) zum Messen einer
Temperatur des Prozessluftstroms (14) unmittelbar nachdem die Wäschestücke (1) ihm
ausgesetzt wurden, und einen zweiten Temperatursensor (16) zum Messen einer eine Temperatur
des Prozessluftstroms (14) unmittelbar bevor die Wäschestücke (1) ihm ausgesetzt werden,
aufweist, und dass die Temperatursteuereinheit (TS) derart eingerichtet ist, dass
beide gemessenen Temperaturen zum Regeln der Temperatur der Wäschestücke (1) benutzt
werden.
1. Method for sterilising temperature-sensitive laundry items (1), having the following
features:
- the laundry items (1) are exposed, in the dry state, to a process air flow (14)
over a specified time period (T) at a defined temperature (Tp) in the absence of water
and heated,
- thereafter, the laundry items (1) heated in this way are cooled to a target temperature
(Tptarget) which is significantly reduced in comparison with the defined temperature (Tp),
characterised in that
- thereafter, the cooled laundry items (1) are washed in a washing process.
2. Method according to claim 1, the target temperature (Tptarget) corresponding to a room temperature (Tproom).
3. Method according to claim 1, the target temperature (Tptarget) being equal to a maximum washing temperature arising during the washing process.
4. Method according to claim 1, wherein the target temperature (Tptarget) is calculated using a previously determined load quantity of laundry items (1) which
are to be sterilised and a previously specified washing temperature for the washing
procedure, so that following the addition of water to the load quantity, a temperature
becomes established in the laundry items (1) that is lower than or equal to the washing
temperature.
5. Method according to one of the preceding claims, characterised in that the laundry items (1) are dried after washing.
6. Method according to one of the preceding claims, characterised in that, as the specified time period (T) a time period in the range of five minutes to twenty-five
minutes is selected, in particular a time period in the range of ten minutes to twenty
minutes, inclusive in each case.
7. Method according to one of the preceding claims, characterised in that as the defined temperature (Tp), a temperature is specified with a value in the range
of 60°C to 120°C, in particular, in the range of 70°C to 90°C, inclusive in each case.
8. Method according to one of the preceding claims, characterised in that a temperature of the process air flow (14) is measured immediately before the laundry
items (1) are exposed thereto and a temperature of the process air flow (14) is measured
immediately after the laundry items (1) have been exposed thereto and both the measured
temperatures are used to regulate the temperature of the laundry items (1).
9. Washing-drying unit,
characterised in that said washing-drying unit has a control device (CTRL) for carrying out a method for
sterilising temperature-sensitive laundry items in the washing-drying unit, wherein
the control device (CTRL) comprises the following functions:
- said control device exposes the dry laundry items (1) to a process air flow (14)
over a specified time period (T) at a defined temperature (Tp) in the absence of water
for the heating of said laundry items (1),
- thereafter, the control device cools the laundry items (1) that have been heated
in this way to a target temperature (Tptarget) which is significantly reduced in comparison
with the defined temperature (Tp), characterised in that
- thereafter, the control device starts a pre-selected washing program of the washing-drying
unit.
10. Washing-drying unit according to claim 9, characterised in that said washing-drying unit has a timing unit (Z) by means of which the defined value
of the time period (T) can be specified.
11. Washing-drying unit according to one of claims 9 and 10, characterised in that said washing-drying unit has a temperature control unit (TS) by means of which the
value of the target temperature (Tptarget) can be specified.
12. Washing-drying unit according to claim 11, characterised in that the temperature control unit (TS) comprises a first temperature sensor (15) for measuring
a temperature of the process air flow (14) immediately after the laundry items (1)
have been exposed thereto, and a second temperature sensor (16) for measuring a temperature
of the process air flow (14) immediately before the laundry items (1) are exposed
thereto, and that the temperature control unit (TS) is configured such that both the
measured temperatures are used to regulate the temperature of the laundry items (1).
1. Procédé destiné à stériliser des pièces de linge (1) sensibles à la température, comprenant
les caractéristiques suivantes :
- les pièces de linge (1) sont exposées à l'état sec à un courant d'air de processus
(14) de température définie (Tp) pendant une période de temps prédéfinie (T) en absence
d'eau et sont échauffées,
- ensuite les pièces de linge (1) ainsi échauffées sont refroidies à une température
théorique (Tpsoll) nettement réduite par rapport à la température définie (Tp), caractérisé en ce que
- suite à cela, les pièces de linge refroidies (1) sont lavées pendant une opération
de lavage.
2. Procédé selon la revendication 1, dans lequel la température théorique (Tpsoll) correspond à une température ambiante (TpRaum).
3. Procédé selon la revendication 1, dans lequel la température théorique (Tpsoll) est égale à une température de lavage maximale se produisant lors de l'opération
de lavage.
4. Procédé selon la revendication 1, dans lequel la température théorique (Tpsoll) est calculée en utilisant une quantité de chargement des pièces de linge (1) constatée
au préalable, lesquelles sont stérilisées, et en utilisant une température de lavage
prédéfinie de l'opération de lavage, de sorte qu'après une adjonction d'eau à la quantité
de chargement, une température se règle dans les pièces de linge (1), laquelle est
inférieure ou égale à la température de lavage.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les pièces de linge (1) sont séchées après le lavage.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une période de temps comprise entre cinq et vingt-cinq minutes est sélectionnée comme
période de temps prédéfinie (T), notamment une telle période de temps comprise entre
dix et vingt minutes, respectivement y compris ces valeurs.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une température ayant une plage de valeurs comprise entre 60°C et 120°C est prédéfinie
comme température définie (Tp), notamment une telle température comprise entre 70°C
et 90°C, respectivement y compris ces valeurs.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une température du courant d'air de processus (14) est mesurée directement avant que
les pièces de linge (1) ne lui soient exposées, et en ce qu'une température du courant d'air de processus (14) est mesurée directement après que
les pièces de linge (1) lui aient été exposées, et en ce que les deux températures mesurées sont utilisées pour régler la température des pièces
de linge (1).
9. Unité de lavage-séchage,
caractérisée en ce qu'elle présente un dispositif de commande (CTRL) pour la réalisation d'un procédé destiné
à stériliser des pièces de linge sensibles à la température dans l'unité de lavage-séchage,
le dispositif de commande (CTRL) présentant les fonctions suivantes :
- il expose les pièces de linge sèches (1) à un courant d'air de processus (14) de
température définie (Tp) pendant une période de temps prédéfinie (T) en absence d'eau
pour les échauffer,
- ensuite, il refroidit les pièces de linge (1) ainsi échauffées à une température
théorique (Tpsoll) nettement réduite par rapport à la température définie (Tp), caractérisé en ce que
- suite à cela, il démarre un programme de lavage de l'unité de lavage-séchage, sélectionné
au préalable.
10. Unité de lavage-séchage selon la revendication 9, caractérisée en ce qu'elle présente une unité d'horloge (Z) au moyen de laquelle la période de temps prédéfinie
(T) peut être prédéfinie quant aux valeurs.
11. Unité de lavage-séchage selon les revendications 9 et 10, caractérisée en ce qu'elle présente une unité de température (TS) au moyen de laquelle la température théorique
(Tpsoll) peut être prédéfinie quant aux valeurs.
12. Unité de lavage-séchage selon la revendication 11, caractérisée en ce que l'unité de commande de température (TS) présente un premier capteur de température
(15) destiné à mesurer une température du courant d'air de processus (14) directement
après que les pièces de linge (1) lui aient été exposées, et un deuxième capteur de
température (16) destiné à mesurer une température du courant d'air de processus (14)
directement avant que les pièces de linge (1) ne lui soient exposées, et en ce que l'unité de commande de température (TS) est configurée de manière à ce que les deux
températures mesurées soient utilisées pour régler la température des pièces de linge
(1).