[0001] Die Erfindung betrifft einen Feststoffgasgenerator, eine Löschvorrichtung, ein Verfahren
zum Kühlen eines strömenden Gemischs sowie ein Verfahren zum Löschen eines Brandes.
[0002] Feststoffgasgeneratoren sind bei Systemen zum Löschen von Bränden bekannt. Dabei
wird ein Löschmedium, das in Form eines Feststoffes in einer Kapsel vorhanden ist,
entzündet, wobei sich durch die Zündung aus dem Feststoff ein strömendes Gemisch aus
beispielsweise Aerosolen und Gasen entwickelt, das zur Löschung oder Unterdrückung
eines Brandes geeignet ist. Der gezündete Feststoff wirkt zusätzlich als Treibmittel
zum Austreiben des Gemischs aus der Kapsel, um mit Hilfe der somit erhöhten kinetischen
Energie des Gemischs das Löschen oder Unterdrücken eines Brandes zu unterstützen.
Ein beispielhafter Feststoffgasgenerator zur Verwendung beim Löschen von Bränden ist
in
DE 31 22 897 A1 beschrieben.
[0003] Durch das Entzünden des Feststoffes werden die Aerosole bzw. die Gase jedoch stark
erhitzt und das strömende Gemisch mit einer hohen Temperatur in die Umgebung freigesetzt.
Insbesondere wenn sich im Austrittsbereich des strömenden Gemisches Menschen aufhalten
oder temperaturempfindliche Maschinen befinden, ist dieses zu vermeiden.
[0004] Daher werden bei den derzeit auf dem Markt befindlichen Feststoffgasgeneratoren Kühlungen
eingesetzt, die das strömende Gemisch bis zu unbedenklichen Temperaturen herabkühlen.
Häufig werden dazu feste Temperaturspeichermedien wie beispielsweise Metall oder Keramik
verwendet, die die Wärme des strömenden Gemischs aufnehmen können. Dabei ist die speicherbarer
Wärmemenge zumeist direkt proportional zu dem Gewicht des Speichermediums.
[0005] Dies führt jedoch zu einem erhöhten Gewicht der Feststoffgasgeneratoren, so dass
sie weniger geeignet sind, um im Luftfahrzeugbau eingesetzt zu werden.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen in dieser Hinsicht verbesserten Feststoffgasgenerator
vorzuschlagen.
[0007] Diese Aufgabe wird mit einem Feststoffgasgenerator mit der Merkmalskombination des
Anspruchs 1 gelöst.
[0008] Ein Verfahren zum Kühlen eines strömenden Gemisches, eine Löschvorrichtung sowie
ein Verfahren zum Löschen eines Brandes sind Gegenstand der Nebenansprüche.
[0009] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0010] Ein Feststoffgasgenerator ist zum Freisetzen eines strömenden Gemischs aus einem
von einer Umgebung abgetrennten Feststoff in die Umgebung ausgebildet und weist eine
Kühleinrichtung zum Kühlen des strömenden Gemischs auf. Dabei weist die Kühleinrichtung
wenigstens eine Zuführeinrichtung auf zum Zuführen und Vermischen eines Gases aus
der Umgebung mit dem strömenden Gemisch vor Eintritt in die Umgebung .
[0011] Bei Freisetzen des strömenden Gemisches aus dem Feststoffgasgenerator nimmt das strömende
Gemisch Energie auf und erhitzt sich so stark. Durch Zuführen eines Gases aus der
Umgebung, das einen geringeren Energieinhalt aufweist, kann das strömende Gemisch
auf niedrigere Temperaturen abgekühlt werden. Bei dem erfindungsgemäßen Feststoffgasgenerator
wird dabei das kühle Gas aus der Umgebung mit dem strömenden Gemisch vermischt, bevor
das strömende Gemisch in die Umgebung eintritt. So wird die Gefahr von Verbrennungen
für Menschen bzw. von Beschädigungen an temperaturempfindlichen Maschinen im Austrittsbereich
in die Umgebung reduziert. Es ist zur Kühlung nicht notwendig, schwere Kühleinrichtungen
aus Metall oder Keramik vorzusehen. Damit kann der Feststoffgasgenerator auch im Luftfahrtbereich
angewendet werden.
[0012] Vorzugsweise weist die Kühleinrichtung eine Beschleunigungseinrichtung zum Beschleunigen
des strömenden Gemisches, eine Einleiteinrichtung zum Einleiten des strömenden Gemischs
in die Umgebung und vorzugsweise einen geradlinigen Kontaktbereich von Beschleunigungseinrichtung
und Einleiteinrichtung auf. In einer vorteilhaften Ausgestaltung ist die Zuführeinrichtung
am Kontaktbereich angeordnet.
[0013] Somit kann die kinetische Energie, die das strömende Gemisch bei Beschleunigung in
der Beschleunigungseinrichtung aufnimmt, zum Ansaugen von kühlendem Gas aus der Umgebung
über die Zuführeinrichtung durch Druckminderung ausgenutzt werden.
[0014] Vorzugsweise ist die Zuführeinrichtung radial zum Kontaktbereich angeordnet.Insbesondere
ist vorgesehen, dass sich der Querschnitt der Zuführeinrichtung von der Umgebung zu
dem Kontaktbereich hin verjüngt.
[0015] So kann das kühlende Gas aus der Umgebung vorzugsweise im Wesentlichen senkrecht
zu der Flussrichtung des strömenden Gemischs zugeführt werden, , wodurch sich das
kühlende Gas mit dem strömenden Gemisch vermischt.
[0016] Durch die vorteilhafte Ausgestaltung der Zuführeinrichtung in sich verjüngender Form
wird das Gas aus der Umgebung zusätzlich in Richtung auf das strömende Gemisch beschleunigt,
wodurch eine noch bessere Vermischung von Gemisch und Gas ermöglicht wird.
[0017] Vorzugsweise verbindet die Beschleunigungseinrichtung einen Innenraum des Feststoffgasgenerators
mit dem Kontaktbereich. Dabei ist vorgesehen, dass sich der Querschnitt der Beschleunigungseinrichtung
von dem Innenraum zu dem Kontaktbereich hin verjüngt.
[0018] Durch die vorteilhafte Ausbildung der Beschleunigungseinrichtung wird das strömende
Gemisch von dem Innenraum zu dem Kontaktbereich hin beschleunigt, wo sich das Gemisch
mit dem kühlenden Gas aus der Umgebung vermischt.
[0019] Des Weiteren verbindet die Einleiteinrichtung den Kontaktbereich mit der Umgebung,
wobei sich der Querschnitt der Einleiteinrichtung von dem Kontaktbereich zu der Umgebung
hin erweitert.
[0020] Durch die vorteilhafte Erweiterung der Einleiteinrichtung wird das zuvor beschleunigte
strömende Gemisch mit unterschiedlichen Richtungskomponenten in die Umgebung eingeleitet
und kann sich dort mit kühlendem Gas aus der Umgebung vermischen. Dadurch wird das
strömende Gemisch herabgekühlt.
[0021] In bevorzugter Ausgestaltung weist die Kühleinrichtung eine Abdichteinrichtung zum
Abdichten des Innenraumes gegen die Umgebung auf. Insbesondere ist die Abdichteinrichtung
eine wasserundurchlässige Folie. So wird verhindert, dass Verunreinigungen aus der
Umgebung in die Kühleinrichtung bzw. den Feststoffgasgenerator eindringen und beispielsweise
die Kühleinrichtung verstopfen.
[0022] Besonders bevorzugt ist die Zuführeinrichtung in Strömungsrichtung des strömenden
Gemischs nach der Abdichteinrichtung an der Kühleinrichtung angeordnet. So kann die
Abdichteinrichtung bei Zündung des Feststoffes durch das entstehende strömende Gemisch
frei gesprengt werden. Daher ist die Abdichteinrichtung besonders bevorzugt im Bereich
der Beschleunigungseinrichtung angeordnet, insbesondere dort, wo das strömende Gemisch
eine maximale Geschwindigkeit erreicht.
[0023] Der Querschnitt der Kühleinrichtung ist in Strömungsrichtung des strömenden Gemischs
verjüngend ausgebildet. Durch die vorteilhafte äußere Formgebung der Kühleinrichtung
wird kühle Umgebungsluft entlang der sich verjüngenden äußeren Wände der Kühleinrichtung
auf den Bereich zugeleitet, in dem das strömende Gemisch in die Umgebung eintritt.
Es können so Verwirbelungen erzeugt werden, die eine Vermischung der kühlen Umgebungsluft
mit dem strömenden Gemisch ermöglichen.
[0024] Vorzugsweise ist ein Feststoffspeicher, dessen Gehäuse mit einer Wärmeisolierung
versehen ist, zum Speichern des Feststoffes vorgesehen. Damit kann der Feststoff von
der Umgebung abgetrennt werden und es ist gleichzeitig eine Wärmeisolierung vorhanden.
Diese kann bei der Zündung dafür sorgen, dass die Aktivierungsenergie durch die Zündung
zum Erzeugen des strömenden Gemisches verwendet wird und nicht in die Umgebung abgegeben
wird. Damit wird eine Erwärmung der Generatorhülle sowie die Verletzungsgefahr von
Personen und Material vermindert.
[0025] Dazu ist eine Zündeinrichtung zum Zünden des Feststoffes zum Erzeugen des strömenden
Gemischs vorgesehen.
[0026] In bevorzugter Ausgestaltung weist der Feststoffgasgenerator einen Feststoff zum
Erzeugen eines Gases und/oder eines Aerosols und/oder eines Gas-Aerosol-Gemischs,
insbesondere zum Erzeugen eines Löschmittels, auf.
[0027] Besonders bevorzugt ist zwischen Kühleinrichtung und Feststoff eine Filtereinrichtung,
insbesondere ein Metallgitter, angeordnet. Somit kann verhindert werden, dass Feststoffpartikel,
die bei der Zündung des Feststoffes oder durch unvollständiges Abbrennen des Feststoffes
entstehen, die Kühleinrichtung verstopfen, indem sie auf der Filtereinrichtung im
Innenraum des Feststoffgasgenerators zurückgehalten werden.
[0028] Eine Löschvorrichtung zum Löschen eines Brandes weist einen oben beschriebenen Feststoffgasgenerator
auf.
[0029] Bei einem Verfahren zum Kühlen eines strömenden Gemischs werden die folgenden Schritte
durchgeführt:
- a) Beschleunigen des strömenden Gemischs;
- b) Zuführen eines kühlenden Gases zu dem strömenden Gemisch; und
- c) Verteilen des gekühlten strömenden Gemischs derart in eine Umgebung, dass weiteres
kühlendes Gas zugeführt wird.
[0030] Das Beschleunigen des strömenden Gemisches, das Zuführen des kühlenden Gases sowie
das Verteilen des gekühlten strömenden Gemisches wird durch Bereitstellen eines oben
beschriebenen Feststoffgasgenerators ermöglicht.
[0031] Besonders bevorzugt wird dabei das strömende Gemisch gefiltert.
[0032] Bei einem vorteilhaften Verfahren zum Löschen eines Brandes werden vorzugsweise die
Schritte a) bis c) des oben beschriebenen Verfahrens durchgeführt.
[0033] Im Folgenden wird die Erfindung anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert.
Dabei zeigt:
- Fig. 1
- einen Feststoffgasgenerator;
- Fig. 2
- Strömungsverhältnisse an und in einem Feststoffgasgenerator aus Fig. 1 nach Zündung.
[0034] Fig. 1 zeigt einen Feststoffgasgenerator 10 mit einem Feststoffspeicher 12 in Form
eines Gehäuses 14, in dem ein Feststoff 16 angeordnet ist. Das Gehäuse 14 weist eine
Zündeinrichtung 18 zum Zünden des Feststoffes 16 auf.
[0035] Bei Zündung des Feststoffes 16 über die Zündeinrichtung 18 wird in dem Feststoffgasgenerator
10 ein strömendes Gemisch 20 freigesetzt, das aus dem Gehäuse 14 in eine Umgebung
22 austritt, und als Löschmittel 24 zum Löschen eines Brandes 26, in Fig. 2 dargestellt,
verwendet werden kann.
[0036] Damit die durch die Zündung erzeugte Aktivierungsenergie vollständig zur Zündung
des Feststoffes 16 verwendet werden kann, weist das Gehäuse 14 eine Wärmeisolierung
28 auf.
[0037] Nach Freisetzen des strömenden Gemisches 20 tritt dieses durch eine Kühleinrichtung
30, in der es herabgekühlt wird, in die Umgebung 22 aus. Zuvor wird das strömende
Gemisch 20 durch eine Filtereinrichtung 32 gefiltert, damit eventuell vorhandene größere
Partikel in dem strömenden Gemisch 20 nicht die Kühleinrichtung 30 verstopfen. Als
Filtereinrichtung 32 ist in der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform ein Metallgitter
34 vorgesehen.
[0038] In der Kühleinrichtung 30 ist eine Zuführeinrichtung 36 angeordnet, über die Gas
38 aus der Umgebung 22, beispielsweise Luft 39, zu dem strömenden Gemisch 20 zugeführt
werden kann, bevor es aus der Kühleinrichtung 30 in die Umgebung 22 eintritt.
[0039] Die Kühleinrichtung 30 ist derart ausgebildet, dass sie in dem Bereich, in dem das
strömende Gemisch 20 aus einem Innenraum 40 des Gehäuses 14 in die Kühleinrichtung
30 eintritt, eine Beschleunigungseinrichtung 42 aufweist, in der das strömende Gemisch
20 beschleunigt wird. In der Beschleunigungseinrichtung 42 verjüngen sich innere Wände
44 der Kühleinrichtung 30 in Strömungsrichtung gesehen, so dass die Beschleunigungseinrichtung
42 eine Verengung 46 bildet, in der das strömende Gemisch 20 durch die Beschleunigung
eine hohe Geschwindigkeit aufweist.
[0040] An die Beschleunigungseinrichtung 42 schließt sich eine Einleiteinrichtung 48 an,
über die das beschleunigte strömende Gemisch 20 in die Umgebung 22 eingeleitet wird.
[0041] Beschleunigungseinrichtung 42 und Einleiteinrichtung 48 sind in einem Kontaktbereich
50 miteinander verbunden. In der in Fig. 1 gezeigten Ausgestaltung des Feststoffgasgenerators
10 wird die Einleiteinrichtung 48 dadurch gebildet, dass sich die inneren Wände 44
in Strömungsrichtung voneinander weg erweitern.
[0042] Die Zuführeinrichtung 36 führt das Gas 38 aus der Umgebung 22 in dem Kontaktbereich
50 zwischen Beschleunigungseinrichtung 42 und Einleiteinrichtung 48 in die Kühleinrichtung
30.
[0043] In Strömungsrichtung oberhalb der Zuführeinrichtung 36 ist eine Abdichteinrichtung
52 angeordnet, im vorliegenden Beispiel in Form einer wasserundurchlässigen Folie
54, die verhindert, dass Verunreinigungen aus der Umgebung 22 in den Innenraum 40
des Gehäuses 14 gelangen und so beispielsweise die Kühleinrichtung 30, insbesondere
beispielsweise an der Verengung 46, verstopfen.
[0044] In der vorliegenden Ausführungsform in Fig. 1 ist der Kontaktbereich 50 geradlinig
ausgebildet, d.h. er verbindet die Beschleunigungseinrichtung 42 und die Einleiteeinrichtung
48 auf einer geraden Linie miteinander, so dass in dem Kontaktbereich 50 die maximale
Geschwindigkeit des strömenden Gemischs 20 vorherrscht. Zu diesem geradlinigen Kontaktbereich
50 ist die Zuführeinrichtung 36 radial angeordnet, so dass das zugeführte Gas 38 aus
der Umgebung 22 im Wesentlichen mit einer senkrechten Richtungskomponente auf das
strömende Gemisch 20 auftrifft. Dadurch wird eine Vermischung von strömendem Gemisch
20 und Gas 38 aus der Umgebung 22 ermöglicht. Auch die Zuführeinrichtung 36 verjüngt
sich in Strömungsrichtung des zugeführten Gases 38 und beschleunigt dieses Gas 38
so, dass das Erzeugen von Turbulenzen bei Auftreffen auf das beschleunigte strömende
Gemisch 20 in der Kühleinrichtung 30 verstärkt wird.
[0045] Die Einleiteinrichtung 48 erweitert sich von dem Kontaktbereich 50 in Strömungsrichtung
des nun abgekühlten strömenden Gemischs 20 und verteilt so das strömende Gemisch 20
mit unterschiedlichen Richtungskomponenten in die Umgebung 22.
[0046] Äußere Wände 56 der Kühleinrichtung 30 verjüngen sich ebenfalls in Strömungsrichtung
des strömenden Gemisches 20.
[0047] Dadurch wird, wie in Fig. 2 durch die großen Pfeile dargestellt, Luft 39 der Umgebung
22 bevorzugt in Richtung auf den Bereich geleitet, in dem das strömende Gemisch 20
in die Umgebung 22 eintritt. Dadurch kommt es zur weiteren Vermischung des strömenden
Gemischs 20 mit der kühleren Umgebungsluft 39 und das strömende Gemisch 20 wird weiter
herabgekühlt.
[0048] Durch Zündung des Feststoffes 16 werden in dem Innenraum 40 des Gehäuses 14 Aerosole
freigesetzt, die sich mit in dem Innenraum 40 befindendlichen Gas zu einem Gas-Aerosol-Gemisch
58 vermischen. Dieses Gas-Aerosol-Gemisch 58 wird, wie durch die kleinen Pfeile in
Fig. 2 angedeutet, mit kühlendem Gas 38 aus der Umgebung 22 vermischt und tritt dann
in die Umgebung 22 aus. Die Mischung aus beispielsweise Luft 39 mit dem Gas-Aerosol-Gemisch
58 wirkt als ein Löschmittel 60, das beispielsweise den in Fig. 2 dargestellten Brand
26 löschen kann. Somit ist durch die spezielle Ausbildung des Feststoffgasgenerators
10 eine Löschvorrichtung 22 ausgebildet, die durch ihr geringes Gewicht auch in der
Luftfahrttechnik verwendet werden kann.
[0049] In dem oben beschriebenen Feststoffgasgenerator 10 wird ein mögliches alternatives
Kühlprinzip für ein Gas bzw. ein Aerosol vorgeschlagen. Dadurch kann der Feststoffgasgenerator
10 auch in Flugzeugen angewendet werden und es können derzeit verwendete Feuerlöschsysteme
in Frachträumen von Flugzeugen ersetzt werden.
[0050] Derzeitige Feststoffgasgeneratoren 10 sind im Prinzip für den Luftfahrtbau zu schwer.
Der Grund dafür liegt bei der schweren Kühlung. Diese reduziert die Temperatur des
erzeugten Gases oder der Aerosole, bevor sie den Feststoffgasgenerator 10 verlassen,
was notwendig ist, um eine Gefährdung von Mensch und Maschine zu verhindern. Durch
ein alternatives Kühlprinzip kann das Gewicht der Feststoffgasgeneratoren 10 stark
reduziert werden.
[0051] Denn derzeitige Kühlsysteme von Feststoffgasgeneratoren 10 basieren auf der Aufnahme
von Wärme in ein Speichermedium wie beispielsweise Metall oder Keramik. Die speicherbare
Wärmemenge ist im Prinzip direkt proportional zu dem Gewicht des Speichermediums.
Dies führt zu einem großen Gewicht der Feststoffgasgeneratoren 10, da häufig hohe
Mengen an Wärme durch den Feststoffgasgenerator 10 erzeugt werden. Des Weiteren wurde
herausgefunden, dass eine speicherbasierte Kühlung zu einem Verlust an Löschmittel
führen kann. Dies könnte den Wirkungsgrad des Feststoffgasgenerators 10 senken und
damit gleichzeitig mit einer Erhöhung des Gewichts des Feststoffgasgeneratorsystems
einhergehen.
[0052] Daher wird nun vorgeschlagen, durch eine Vermischung mit der Luft 39 der Umgebung
22 zu kühlen. Dazu ist vorgesehen, grobe Partikel herauszufiltern und das Löschmittel
60 zu beschleunigen, beispielsweise mit einer Lavaldüse. Dazu wird Luft 39 angesaugt
und mit dem Löschmedium innerhalb dieser beispielhaften Lavaldüse vorgemischt. Es
ist eine weitere Vermischung an dem Austritt aus der Lavaldüse möglich.
[0053] Im Vergleich zu den derzeit auf dem Markt befindlichen Systemen besteht der Vorteil
des vorgeschlagenen Feststoffgasgenerators 10 in dem deutlich verringerten Gewicht.
Dies wird erreicht, da bei dem luftgekühlten Prinzip kein Wärmespeicher im Feststoffgasgenerator
10 vorhanden sein muss, weil die Luft 39 die Wärme aufnimmt.
[0054] Es besteht ein weiterer Vorteil darin, dass deutlich weniger Aerosolpartikel durch
den kurzen geraden Auslasskanal verloren gehen als bei derzeit existierenden Kühlsystemen.
Da die Partikel hauptsächlich bei zentralem Auftreffen auf einen Brand 26 die Löschwirkung
erzielen, führt der Verlust durch eine konventionelle Kühlung zu einer Reduktion des
Wirkungsgrades.
[0055] Zusammengefasst ist der Feststoffgasgenerator 10 wesentlich leichter, effizienter
und kleiner als bei derzeit existierenden Systemen.
[0056] Ein relativ neues Löschsystem stellen sogenannte Aerosol- oder Gasgeneratoren dar.
Diese Löschung basiert auf verschiedenen Löscheffekten wie der Inhibition und der
Inertisierung. In beiden Fällen wird das Löschmedium mittels der Entzündung eines
Feststoffgemenges, des Treibsatzes, erzeugt. Mit diesem Vorgang geht die Entwicklung
einer für Mensch und Maschine bedenklichen Temperatur einher. Derzeitige Systeme nutzen
für die Kühlung bis zu unbedenklichen Temperaturen feste Speichermedien.
[0057] Durch das vorgeschlagene alternative Kühlprinzip wird das Gewicht der Generatoren
im Vergleich zu den Feststoffgasgeneratoren 10 mit festen Speichermedien stark reduziert.
[0058] Alternativ zu einer Kühlung, die Wärme speichert, wird die Kühlung durch das Vermischen
mit Luft 39 verwirklicht. Die Förderung durch beispielsweise eine Laval-Düse ist hierfür
geeignet. Durch dieses alternative Kühlprinzip wird das Gewicht der Generatoren stark
reduziert.
[0059] Der Gas erzeugende Feststoff 16 wird beispielsweise wie in Fig. 1 gezeigt in einem
Zylinder auf einem Metallgitter 34 gelagert. Das Metallgitter 34 dient als Filter,
um größere Partikel zurückzuhalten, dies verhindert ein Verstopfen der anschließend
positionierten Laval-Düse. Sobald der Gas erzeugende Feststoff 16 durch beispielsweise
einen elektrischen Zünder entflammt wird kommt es zu einer Verbrennung des Feststoffes
16. Das erzeugte Gas oder Aerosol fließt durch das Gitter in die Laval-Düse und wird
dort beschleunigt. Nach der Bernoullischen Energiegleichung nimmt mit der Zunahme
der Fließgeschwindigkeit der statische Druck ab. Durch die in Fig. 1 gezeigte geschickte
Wahl der Düsengeometrie und der Zuluft-Kanäle wird Luft 39 bei der Förderung in die
Düse angezogen, die sich mit dem erzeugten Gas oder Aerosol vermischt. Die Vermischung
führt zu einer starken Abkühlung des erzeugten Löschmediums.
[0060] Auch ist eine wasserundurchlässige Schutzfolie vorgesehen, um zu verhindern, dass
der Gas erzeugende Feststoff 16 mit Feuchtigkeit in Berührung kommt. Die Generatorhülle
vefügt intern über eine Wärmedämmung.
[0061] Fig. 1 zeigt dabei den prinzipiellen Aufbau eines luftgekühlten Feststofftreibstoffgasgenerators.
[0062] Da das Luft-Löschmittelgemisch mit hoher Geschwindigkeit die Laval-Düse verlässt
kommt es zu einer weiteren Vermischung mit Luft 39 nach dem Ausströmen. Das Strömungsverhalten
des luftgekühlten Feststoffgasgenerators 10 ist in Fig. 2 zu sehen. Die Pfeile geben
hierbei die Strömungsrichtung der Gase an. Der Aufsatz des Generators ist hierbei
so strömungstechnisch optimiert, dass es zu einer schnellen weiteren Vermischung von
Luft 39 und Löschmittel 60 kommt.
[0063] Der vorgestellte Ablauf führt zu einer starken Abkühlung des erzeugten Löschmediums
auf Temperaturen, die keine Gefährdung darstellen. Zusammengefasst kann gesagt werden,
dass der Generator wesentlich leichter, effizienter und kleiner als bei derzeit existierenden
Systemen ist.
Bezugszeichenliste
[0064]
- 10
- Feststoffgasgenerator
- 12
- Feststoffspeicher
- 14
- Gehäuse
- 16
- Feststoff
- 18
- Zündeinrichtung
- 20
- strömendes Gemisch
- 22
- Umgebung
- 24
- Löschmittel
- 26
- Brand
- 28
- Wärmeisolierung
- 30
- Kühleinrichtung
- 32
- Filtereinrichtung
- 34
- Metallgitter
- 36
- Zuführeinrichtung
- 38
- Gas
- 39
- Luft
- 40
- Innenraum
- 42
- Beschleunigungseinrichtung
- 44
- innere Wand
- 46
- Verengung
- 48
- Einleiteinrichtung
- 50
- Kontaktbereich
- 52
- Abdichteinrichtung
- 54
- Folie
- 56
- äußere Wand
- 58
- Gas-Aerosol-Gemisch
- 60
- Löschmittel
- 62
- Löschvorrichtung
1. Feststoffgasgenerator (10) zum Freisetzen eines strömenden Gemischs (20) aus einem
von einer Umgebung (22) abgetrennten Feststoff (16) in die Umgebung (22), aufweisend
eine Kühleinrichtung (30) zum Kühlen des strömenden Gemischs (20), wobei die Kühleinrichtung
(30) wenigstens eine Zuführeinrichtung (36) zum Zuführen eines Gases (38) aus der
Umgebung (22) zu dem strömenden Gemisch (20) zum Vermischen des strömenden Gemischs
(20) vor Eintritt in die Umgebung (22) mit dem Gas (38) aus der Umgebung (22) aufweist.
2. Feststoffgasgenerator (10) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kühleinrichtung (30) eine Beschleunigungseinrichtung (42) zum Beschleunigen des
strömenden Gemischs (20), eine Einleiteinrichtung (48) zum Einleiten des strömenden
Gemischs (20) in die Umgebung (22) und einen geradlinigen Kontaktbereich (50) von
Beschleunigungseinrichtung (42) und Einleiteinrichtung (48) aufweist, wobei die Zuführeinrichtung
(36) an dem Kontaktbereich (50) angeordnet ist.
3. Feststoffgasgenerator (10) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Zuführeinrichtung (36) radial zu dem Kontaktbereich (50) angeordnet ist, wobei
ein Querschnitt der Zuführeinrichtung (36) insbesondere sich von der Umgebung (22)
zu dem Kontaktbereich (50) hin verjüngend ausgebildet ist.
4. Feststoffgasgenerator (10) nach einem der Ansprüche 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Beschleunigungseinrichtung (42) einen Innenraum (40) des Feststoffgasgenerators
(10) mit dem Kontaktbereich (50) verbindet, wobei ein Querschnitt der Beschleunigungseinrichtung
(42) sich von dem Innenraum (40) zu dem Kontaktbereich (50) hin verjüngend ausgebildet
ist und/oder dass die Einleiteinrichtung (48) den Kontaktbereich (50) mit der Umgebung
(22) verbindet, wobei ein Querschnitt der Einleiteinrichtung (48) sich von dem Kontaktbereich
(50) zu der Umgebung (22) erweiternd ausgebildet ist.
5. Feststoffgasgenerator (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kühleinrichtung (30) eine Abdichteinrichtung (52) zum Abdichten des Innenraumes
(40) gegen die Umgebung (22), insbesondere eine wasserundurchlässige Folie (54), aufweist.
6. Feststoffgasgenerator (10) nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die Zuführeinrichtung (36) in Strömungsrichtung des strömenden Gemischs (20) nach
der Abdichteinrichtung (52) an der Kühleinrichtung (30) angeordnet ist.
7. Feststoffgasgenerator (10) nach einem einer Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Querschnitt der Kühleinrichtung (30) sich in Strömungsrichtung des strömenden
Gemischs (20) verjüngend ausgebildet ist.
8. Feststoffgasgenerator (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, gekennzeichnet durch einen Feststoffspeicher (12), insbesondere ein Gehäuse (14) mit einer Wärmeisolierung
(28), zum Speichern des Feststoffes (16).
9. Feststoffgasgenerator (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Zündeinrichtung (18) zum Zünden des Feststoffes (16) zum Erzeugen des strömenden
Gemischs (20).
10. Feststoffgasgenerator (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Feststoff (16) zum Erzeugen eines Gases und/oder eines Aerosols und/oder eines
Gas-Aerosol-Gemischs (58), insbesondere zum Erzeugen eines Löschmittels (60).
11. Feststoffgasgenerator (10) nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Kühleinrichtung (30) und Feststoff (16) eine Filtereinrichtung (32), insbesondere
ein Metallgitter (34), angeordnet ist.
12. Löschvorrichtung (62) zum Löschen eines Brandes (26),
aufweisend einen Feststoffgasgenerator (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 11.
13. Verfahren zum Kühlen eines strömenden Gemischs (20) mit
a) Beschleunigen des strömenden Gemischs (20);
b) Zuführen eines kühlenden Gases (38) zu dem strömenden Gemisch (20);
und
c) Verteilen des gekühlten strömenden Gemischs (20) derart in eine Umgebung (22),
dass weiteres kühlendes Gas (38) zugeführt wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, dass das strömende Gemisch (20) gefiltert wird.
15. Verfahren zum Löschen eines Brandes (26) mit Durchführen eines Verfahrens nach Anspruch
14.