[0001] Die Erfindung betrifft eine Tischplatte für einen Federauflagetisch einer Federendenschleifmaschine
gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 sowie eine mit mindestens einer solchen Tischplatte
ausgestattete Federendenschleifmaschine gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 9.
[0002] Schraubendruckfedern sind Maschinenelemente, die in zahlreichen Anwendungsbereichen
in großen Stückzahlen und unterschiedlichen Ausgestaltungen benötigt werden. Schraubendruckfedern
werden beispielsweise als Tragfedern oder Ventilfedern in großen Mengen im Automobilbau
benötigt. Eine Schraubendruckfeder kann beschrieben werden als eine gewundene oder
gewickelte Druckfeder aus Draht mit Abständen zwischen den Windungen.
[0003] Von besonderer Bedeutung für die sichere Funktion von Schraubendruckfedern bei der
bestimmungsgemäßen Verwendung sind die Federenden, d.h. die beiden axialen Endbereiche
der Schraubendruckfedern. Die Federenden dienen zur Überleitung der Federkraft auf
die Anschlusskörper und sind in der Regel so auszubilden, dass bei jeder Federstellung
ein möglichst axiales Einfedern bewirkt wird. Das Federendenschleifen, d.h. die Material
abtragende Bearbeitung der Federenden mittels Schleifen, trägt in diesem Zusammenhang
dazu bei, an den Federenden rechtwinklig zur Federachse ausreichende Auflageflächen
für die Anschlusskörper zu schaffen.
[0004] Das Federendenschleifen ist ein Teil der Prozesskette zur Herstellung einer Schraubendruckfeder
aus kaltverformtem Draht. Diese Prozesskette umfasst viele weitere Fertigungsschritte,
die schließlich zu einer einbaufertigen Schraubendruckfeder führen.
[0005] Für das Federendenschleifen hat sich in vielen Bereichen das Doppel-Seitenplanschleifverfahren
mit ungespannten Federn durchgesetzt. Beim Schleifen mit rotierendem Werkzeug handelt
es sich bekanntlich um ein spanendes Fertigungsverfahren mit geometrisch unbestimmten
Schneiden. Die Bezeichnung des Doppel-Seitenplanschleifprozesses richtet sich nach
der Art der zu erzeugenden Flächen (Planflächen), der Anzahl der zu schleifenden Flächen
(zwei), dem sich hauptsächlich im Eingriff befindlichen Teil der Schleifscheibe (Seitenfläche)
und dem Verfahren (Schleifen). Eine Besonderheit dieses Verfahrens ist die Tatsache,
dass die Schraubendruckfedern den Schleifdruck selbst aufbringen.
[0006] Eine für das Doppel-Seitenplanschleifverfahren geeignete numerisch gesteuerte Federendenschleifmaschine
hat eine Schleifeinheit, eine Ladeeinheit mit einem Federauflagetisch und eine Steuereinheit
zur Steuerung der Ladeeinheit und der Schleifeinheit. Die Schleifeinheit hat ein Schleifscheibenpaar
mit zwei vertikal übereinander angeordneten drehbaren Schleifscheiben, deren Drehachsen
normalerweise koaxial zueinander angeordnet oder leicht gegeneinander verkippt sind.
Zwischen den einander zugewandten Seitenflächen der Schleifscheiben wird ein Schleifraum
gebildet.
[0007] Angrenzend an die Schleifeinheit ist der Federauflagetisch angeordnet. Eine Tischplatte
der Federauflagetischs hat an der den Schleifscheiben zugewandten Seite eine kreisbogenförmige
Ausnehmung, die dem äußeren Rand der unteren Schleifscheibe so angepasst ist, dass
zwischen der Tischplatte und der Schleifscheibe nur ein schmaler Zwischenraum verbleibt.
Die Tischplatte wird so montiert, dass die Oberseite der Tischplatte im Wesentlichen
auf gleicher Höhe mit der abrasiven Oberseite (Seitenfläche) der unteren Schleifscheibe
angeordnet ist. Eine Tischplatte kann einteilig oder mehrteilig aus mehreren zueinander
passenden Tischplattensegmenten aufgebaut sein
[0008] Die Ladeeinheit hat mindestens eine Ladetellerwelle, die zur Aufnahme eines Ladetellers
vorgesehen ist. Es gibt Eintellermaschinen, die nur einen einzigen Ladeteller aufnehmen
können, und Mehrtellermaschinen, die zwei oder mehr Ladetellerwellen haben. Bei Eintellermaschinen
befindet sich der Ladeteller immer in einer Arbeitsposition, in der auch die Be- und
Entladung stattfindet. Mehrtellermaschinen haben häufig einen Drehtisch, der um eine
vertikale Drehtischachse drehbar ist. Der Drehtisch trägt mindestens zwei achsparallel
mit der Drehtischachse drehbare Ladetellerwellen, die jeweils zur Aufnahme eines Ladetellers
vorgesehen sind. Eine Tischplatte des Drehtischs kann als bewegliches Tischplattensegment
der Tischplatte des Federauflagetisches fungieren. Die von den Ladetellerwellen aufgenommenen
Ladeteller können durch Drehung des Drehtischs zwischen einer Arbeitsposition in der
Nähe der Schleifeinheit und einer Ladeposition entfernt von der Schleifeinheit transportiert
werden. Zeitgleich mit der Schleifoperation kann der in der Ladeposition befindliche
Ladeteller beladen und/oder entladen werden. Der Drehtisch erlaubt somit einen Schleifprozess
mit geringen Nebenzeiten für die Be- und Entladung und somit eine hohe Produktivität.
Während einer Schleifoperation werden diejenigen Schraubendruckfedern, die in Federaufnahmen
des in der Arbeitsposition angeordneten Ladetellers aufgenommen sind, durch Drehung
des Ladetellers sukzessive auf einer kreisbogenförmigen Schleifbahn oder Spur durch
den Schleifraum zwischen den drehenden Schleifscheiben transportiert. Dabei werden
jeweils beide Federenden der im Schleifraum befindlichen Schraubendruckfedern gleichzeitig
durch Schleifen bearbeitet. Außerhalb des Schleifraums laufen die Schraubendruckfedern
in Fortsetzung der Schleifbahn auf einer kreisbogenförmigen Federlaufbahn über den
Federauflagetisch und stützen sich dabei auf der Oberseite der Tischplatte des Federauflagetischs
ab.
[0009] Um den Übergang zwischen Schleifraum und Federauflagetisch bzw. zwischen Federauflagetisch
und Schleifraum möglichst störungsfrei zu halten, wir in der
DE 883 414 vorgeschlagen, in der Tischplatte des Federauflagetischs besondere, gegenüber der
Tischplatte auf einer Kreisbahn verschiebbare Stützplatten mit ringabschnittförmiger
oder segmentförmiger Gestalt vorzusehen. Die z.B. aus gehärtetem Stahl bestehenden
massiven Stützplatten können von ihrem seitlichen Rand her an der Tischplatte mittels
Pratzen festgeklemmt werden. Nach Lösen der Klemmung ist es möglich, durch kreisbogenförmiges
Verschieben der Stützplatten den kreisbogenförmigen Zwischenraum zur angrenzenden
Schleifscheibe so einzustellen, dass unabhängig von ggf. vorhandenen Durchmesserunterschieden
bei den verwendeten Schleifscheiben nur ein minimaler Spalt verbleibt und somit auch
bei Federn mit kleinen Durchmessern immer ein störungsfreier Übergang beim Einlaufen
in den Schleifraum und beim Austritt aus dem Schleifraum erfolgt.
[0010] Zur Erzielung hoher Standzeiten werden Tischplatten für Federauflagetische bzw. die
zugehörigen Tischplattensegmente heutzutage aus durchgehärtetem Stahl gefertigt. Sind
die Tischplatten bzw. Tischplattensegmente verschlissen, werden sie ausgebaut und
durch neue ersetzt. Die Herstellung solcher Tischplatten ist relativ teuer, der Aus-
und Einbau relativ aufwändig und somit ebenfalls für den Endnutzer kostspielig.
AUFGABE UND LÖSUNG
[0011] Es ist eine Aufgabe der Erfindung, eine Tischplatte für einen Federauflagetisch einer
Federendenschleifmaschinen bereitzustellen, die auf die Nutzungsdauer einer Federendenschleifmaschine
gesehen für den Endnutzer kostengünstiger ist als herkömmliche Tischplatten. Weiterhin
ist es eine Aufgabe, eine wartungsarme, im Unterhalt günstige Federendenschleifmaschine
bereitzustellen.
[0012] Zur Lösung dieser Aufgabe stellt die Erfindung eine Tischplatte für eine Federendenschleifmaschine
mit den Merkmalen von Anspruch 1 sowie eine Federendenschleifmaschine mit den Merkmalen
von Anspruch 9 bereit.
[0013] Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben. Der Wortlaut
sämtlicher Ansprüche wird durch Bezugnahme zum Inhalt der Beschreibung gemacht.
[0014] Gattungsgemäße Tischplatten haben gemäß der beanspruchten Erfindung zumindest in
einem an die kreisbogenförmige Ausnehmung angrenzenden Übergangsbereich eine Schichtstruktur.
Diese Schichtsruktur bzw. dieser Schichtaufbau zeichnet sich dadurch aus, dass eine
relativ dicke Trägerplatte vorgesehen ist und auf der Trägerplatte eine relativ zur
Trägerplatte dünne Deckschicht vorgesehen ist, die flächig mit der Trägerplatte verbunden
ist und eine freie Oberfläche hat, die die freie Oberfläche der Tischplatte bildet.
Die Trägerplatte besteht aus einem ersten Material. Die Deckschicht besteht dagegen
aus einem im Vergleich zum ersten Material deutlich verschleißfesteren zweiten Material.
Somit wird eine Verbundstruktur geschaffen, deren Bestandteile aus unterschiedlichen
Materialien bestehen, die jeweils entsprechend ihrer Funktion unabhängig voneinander
gewählt werden können.
[0015] Eine wesentliche Funktion der Trägerplatte ist es, der Tischplatte eine ausreichende
mechanische Stabilität zu verleihen. Die Trägerplatte kann hierzu beispielsweise mehrere
Zentimeter dick sein und aus einem geeigneten Stahlwerkstoff (erstes Material) bestehen.
Eine Trägerplatte kann eine durchgehend ebene Oberseite haben, die die Deckschicht
über ihre gesamte Fläche trägt. Die relativ dünne Deckschicht, welche mit der stabilen
Trägerplatte einen flächigen Verbund bildet, benötigt selbst keine hohe mechanische
Stabilität, da die mechanische Stabilität durch den flächigen Verbund mit der massiven
Trägerplatte geschaffen wird. Somit kann das Material für die Deckschicht (das zweite
Material) im Hinblick auf möglichst geringen Verschleiß bei der mechanischen Beanspruchung
während des Federendenschleifens ausgewählt werden.
[0016] Die Dicke der Deckschicht kann relativ gering sein und beispielsweise 10 mm oder
weniger, insbesondere 5 mm oder weniger betragen. Die Dicke kann z.B. zwischen 1 mm
und 5 mm liegen, z.B. bei ca. 4 mm.
[0017] Manchmal beträgt die Dicke der Deckschicht höchstens 40 % oder höchstens 20% der
Dicke der Trägerplatte. Die Dicke der Deckschicht kann z.B. zwischen 1% und 15% der
Dicke der Trägerplatte liegen, ggf auch darüber.
[0018] Sofern die Tischplatte aus zwei oder mehr Tischplattensegmenten zusammengesetzt ist
oder wird, kann der Schichtaufbau bei einem, mehreren oder allen Tischplattensegmenten
vorgesehen sein, zumindest bei Tischplattensegmenten (eines oder mehrere), die unmittelbar
an die Ausnehmung angrenzen.
[0019] Durch den Schichtaufbau der Tischplatte bzw. von Tischplatensegmenten zumindest in
dem an die Ausnehmung angrenzenden Übergangsbereich ergeben sich funktionale und wirtschaftliche
Vorteile.
[0020] Während des Schleifprozesses bewegen sich die Federn, die in einem in Arbeitsposition
befindlichen Ladeteller aufgenommen sind, auf einer Kreisbahn um die Drehachse des
Ladetellers. Dabei laufen die Federn immer wieder vom Federauflagetisch über einen
Einlaufbereich in den Schleifraum zwischen den Schleifscheiben hinein und nach kurzer
Zeit der Bearbeitung wieder in einem Auslaufbereich auf den Federauflagetisch. Außerhalb
des Schleifraumes bewegen sich die unteren Federenden schleifend auf der Oberfläche
des Federauflagetisches kreisbogenförmig entlang, bevor sie erneut in den Schleifraum
transportiert werden. Dadurch wird die Oberfläche des Federauflagetisches vor allem
im Einlaufbereich und im Auslaufbereich nahe des Schleifraums mechanisch stark beansprucht,
was zu Verschleißerscheinungen durch Materialabrieb führt.
[0021] Um dennoch zu möglichst hohen Standzeiten der Tischplatte zu kommen, wurden diese
bisher üblicherweise aus durchgehärteten Stahl gefertigt. Sind die Tischplatten bzw.
die besonders stark beanspruchten Tischplattensegmente verschlissen, werden sie komplett
entsorgt und durch neue ersetzt. Diese Vorgehensweise ist für den Nutzer relativ teuer.
Zudem werden dadurch Ressourcen verschwendet. Darüber hinaus ist die Montage einer
neuen Tischplatte bzw. eines neuen Tischplattensatzes in der Regel recht aufwendig,
so dass Maschinenstillstandszeiten resultieren und die Produktivität beim Federendenschleifen
sinkt.
[0022] Durch die Erfindung können diese Probleme abgemildert werden. Durch Auswahl geeignet
verschleißfester zweiter Materialien für die Deckschicht kann die Verschleißproblematik
deutlich entschärft werden, so dass ein Austausch von Tischplatten oder Tischplattensegmenten
weniger häufig als bisher notwendig wird. Zudem ist es nicht mehr notwendig, die gesamte
Trägerplatte aus durchgehärtetem, relativ verschleißbeständigem Material zu fertigen.
Die Trägerplatte kann beispielsweise aus einem ungehärteten Stahlwerkstoff bestehen
und wird dadurch in der Herstellung kostengünstiger, da kein Aufwand für die Härtung
und auch kein Aufwand für die Beseitigung eventueller Probleme der Härtung, wie Härteverzug
oder Risse, getrieben werden muss. Somit ergeben sich einerseits längere Standzeiten
und andererseits niedrigere Herstellungskosten.
[0023] Bei manchen Ausführungsformen weist die Deckschicht eine selbsttragende dünne Deckplatte
auf, die beispielsweise die Form eines dünnen Blechs haben kann. Typische Dicken von
Deckplatten können im Bereich zwischen 3 mm und 8 mm liegen, z.B. bei 4 bis 5 mm.
[0024] Vorzugsweise ist die Deckplatte lösbar mit der Trägerplatte verbunden bzw. verbindbar,
so dass ein Austausch der Deckplatte leicht möglich ist. Die Deckplatte kann mit der
Trägerplatte z.B. mit Hilfe von Schrauben und/oder anderer Spannmittel flächig verspannt
sein. Auch eine flächige Verbindung mittels Kleben ist möglich, wobei jedoch der Austausch
dann in der Regel aufwendiger ist.
[0025] Um einerseits eine zuverlässige flächige Verbindung zwischen Deckplatte und Trägerplatte
herzustellen und andererseits die für den Kontakt mit den Federenden vorgesehene Oberseite
der Tischplatte nicht durch Unterbrechungen zu stören, ist die Deckplatte bei bevorzugten
Ausführungsformen mittels an der Rückseite der Deckplatte angreifender Spanneinrichtungen
flächig mit der Trägerplatte verspannt. An der Deckplatte können beispielsweise rückseitig
Bolzen angeschweißt sein, die durch Ausnehmungen in der Trägerplatte hindurchgreifen,
so dass eine Verspannung des Verbundes von der Rückseite der Trägerplatte möglich
ist.
[0026] Bei manchen Ausführungsformen besteht die Deckplatte vollständig aus dem verschleißfesten
zweiten Material. Die Deckplatte kann beispielsweise durch ein geeignet gestaltetes
Stück eines Verschleißblechs gebildet sein, wie es beispielsweise unter der Markenbezeichnung
HARDOX
® kommerziell verfügbar ist. Eine ausreichende Verschleißfestigkeit bzw. Abriebsfestigkeit
ergibt sich erfahrungsgemäß bei zweiten Materialien mit einer Brinell-Härte von mindestens
350 HBW, wobei die Härte insbesondere zwischen 350 HBW und 500-600 HBW liegen kann.
Auch die Verwendung anderer verschleißfester Materialien, wie z.B. Kunststoff oder
Keramik oder Verbundwerkstoffe damit, ist möglich.
[0027] Deckplatten, die vollständig aus einem verschleißfesten zweiten Material bestehen,
können gegebenenfalls bei Bedarf nach entsprechend langer Nutzungsdauer durch Nachschleifen
noch nachbearbeitet und weiter verwendet werden.
[0028] Es ist auch möglich, dass eine Deckplatte selbst einen mehrschichtigen Aufbau hat.
Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass die Deckplatte eine Basisplatte aufweist,
die an ihrer (der Trägerplatte abgewandten) Oberseite eine verschleißfeste Beschichtung
aufweist. Die Basisplatte kann dann aus einem Material geringerer Verschleißfestigkeit
als die Beschichtung bestehen, z.B. aus ungehärtetem Stahl. Die verschleißfeste Beschichtung
ist bei manchen Ausführungsformen eine Hartmetallbeschichtung, die beispielsweise
in einem Flammspritzprozess auf die Basisplatte aufgebracht werden kann.
[0029] Bei manchen Ausführungsformen ist die Tischplatte aus mehreren Tischplattensegmenten
zusammengesetzt, wobei jedes der Tischplattensegmente ein Trägerplattensegment und
ein darauf aufgebrachtes Deckplattensegment aufweist. Vorzugsweise hat dabei ein Deckplattensegment
eine geringfügig größere Flächenausdehnung als das zugehörige Trägerplattensegment,
so dass das Deckplattensegment das Trägerplattensegment an mindestens einem seitlichen
Randbereich um einen Überstand überragt. Werden derartige Tischplattensegmente zur
Bildung einer größeren Tischplatte unmittelbar nebeneinander angeordnet, so stoßen
nur die einander zugewandten Seitenkanten benachbarter Deckplattensegmente aneinander,
während zwischen den zugehörigen Seitenrändern der darunter angeordneten Trägerplattensegmente
ein größerer Abstand verbleibt. Durch diese Ausgestaltung ist es möglich, eine aus
mehreren Tischplattensegmenten zusammengesetzte Tischplatte zu schaffen, bei der benachbarte
Tischplattensegmente praktisch lückenlos aneinandergefügt werden können, so dass die
als Federauflagefläche dienende Tischoberfläche im Bereich der Stoßfugen für alle
praktischen Zwecke praktisch nicht unterbrochen wirkt. Man macht sich hierbei zunutze,
dass gewisse Trennverfahren zum Zuschneiden von Plattensegmenten mit höherer Präzision
arbeiten können, wenn die zu durchtrennende Materialdicke relativ dünn ist. Somit
ist es möglich, die Deckplatten beispielsweise durch Laserschneiden oder Wasserstrahlschneiden
geometrisch sehr präzise zu fertigen, während bei den Trägerplattensegmenten mit höheren
Toleranzen gearbeitet werden kann, ohne dass dadurch die Qualität der Tischoberfläche
beeinträchtigt wird.
[0030] Bei Bedarf kann die Schichtstruktur mit der Trägerplatte und der Deckschicht noch
durch eine weitere dünne Platte ergänzt werden, die z.B. als Anpassplatte zum Höhenausgleich
nach dem Nachschleifen einer Verschleißplatte genutzt werden kann. Die weitere dünne
Platte kann beispielsweise auf der der Deckschicht abgewandten Seite der Trägerplatte
zwischen der Trägerplatte und einer Unterkonstruktion des Federauflagetisches angeordnet
werden. Dadurch kann erreicht werden, dass die Trägerplatte und eine darauf aufgebrachte
Deckschicht, beispielsweise in Form einer Verschleißplatte, als zusammengehörige Einheit
zusammengefügt bleiben kann und erst wieder getrennt werden muss, wenn die Verschleißplatte
endgültig ausgetauscht werden muss. Zum Nachschleifen kann die gesamte Einheit mit
Trägerplatte und Deckschicht ausgebaut und auf einer Schleifmaschine nachgeschliffen
werden. Der Verlust an Gesamtdicke kann durch Einfügen einer geeigneten Ausgleichsplatte
kompensiert werden. Prinzipiell ist es auch möglich, eine Zwischenplatte zwischen
der Trägerplatte und einer Deckplatte vorzusehen.
[0031] Die Erfindung betrifft auch eine Federendenschleifmaschine zum Schleifen von Federenden
von Schraubendruckfedern, wobei der Federauflagetisch der Federendenschleifmaschine
eine Tischplatte der in dieser Anmeldung beschriebenen Art aufweist.
[0032] Diese und weitere Merkmale gehen außer aus den Ansprüchen auch aus der Beschreibung
und den Zeichnungen hervor, wobei die einzelnen Merkmale jeweils für sich allein oder
zu mehreren in Form von Unterkombinationen bei einer Ausführungsform der Erfindung
und auf anderen Gebieten verwirklicht sein und vorteilhafte sowie für sich schutzfähige
Ausführungen darstellen können. Ausführungsbeispiele sind in den Zeichnungen dargestellt
und werden im Folgenden näher erläutert.
KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0033]
- Fig. 1
- zeigt eine schematische Seitenansicht einer Federendenschleifmaschine gemäß einer
Ausführungsform der Erfindung;
- Fig. 2
- zeigt eine Draufsicht auf den Federauflagetisch der Federendenschleifmaschine aus
Fig. 1;
- Fig. 3
- zeigt eine schrägperspektivische Ansicht der aus mehreren Tischplattensegmenten zusammengesetzten
Tischplatte des Federauflagetischs in Fig. 2;
- Fig. 4
- zeigt einen Schnitt entlang der Schnittlinie IV-IV in Fig. 2;
- Fig. 5
- zeigt eine schrägperspektivische Ansicht eines einzelnen Tischplattensegments der
Tischplatte; und
- Fig. 6
- zeigt eine Schnittdarstellung des Bereichs einer Stoßfuge zwischen zwei benachbarten
Tischplattensegmenten der Tischplatte.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORMEN
[0034] Im Folgenden werden besondere Aspekte von Ausführungsformen der Erfindung am Beispiel
einer vertikal aufgebauten Federendenschleifmaschine 100 dargestellt, die für die
Trockenbearbeitung von Schraubendruckfedern (vereinfacht auch als Federn bezeichnet)
im Doppel-Seitenplanschleifverfahren mit ungespannten Federn im Zustellverfahren eingerichtet
ist. Die Maschine ist in Single-Bauweise mit zwei Schleifspindeln und zwei Ladetellern
aufgebaut. Sie umfasst im Wesentlichen eine Schleifeinheit 120, eine Ladeeinheit 150
sowie eine Steuereinheit 125 zur Steuerung von steuerbaren Komponenten der Ladeeinheit
150 und der Schleifeinheit 120.
[0035] Zur Ladeeinheit gehört ein Federauflagetisch 190 mit einer Tischplatte 200, die eine
ebene Oberfläche 202 hat, welche die freie Oberfläche des Federauflagetischs bildet.
Die in Fig 2 in Draufsicht und in Fig. 3 perspektivisch dargestellte Tischplatte ist
aus sieben Tischplattensegmenten 210, 220, 230, 240, 250, 260, 270 zusammengesetzt,
die entlang von schmalen Stoßfugen praktisch lückenlos aneinander angrenzen und gemeinsam
eine im Wesentlichen geschlossene ebene Oberfläche bilden.
[0036] Die Schleifeinheit 120 hat ein einziges Schleifscheibenpaar mit zwei koaxial drehbaren
Schleifscheiben 130, 140, zwischen denen im Betrieb der Maschine ein Schleifraum 135
gebildet wird. Die obere Schleifscheibe 130 ist am unteren Ende einer oberen Schleifspindel
132 befestigt, die mit vertikaler Drehachse 134 im oberen Teil der Tragekonstruktion
der Schleifeinheit gelagert ist und mittels eines oberen Motors 136 angetrieben werden
kann. Die untere Schleifscheibe 140 wird von einer im unteren Teil der Tragekonstruktion
drehbar gelagerten unteren Schleifspindel 142 getragen, die mittels eines unteren
Motors 146 um eine vertikale Drehachse 144 gedreht werden kann, die koaxial zur Drehachse
134 der oberen Schleifspindel verläuft.
[0037] Der in der Höhe variable Schleifraum wird nach oben durch die im Wesentlichen senkrecht
zur Drehachse 134 verlaufende Seitenfläche 131 der oberen Schleifscheibe 130 und nach
unten durch die im Wesentlichen senkrecht zur unteren Drehachse 144 ausgerichtete
Seitenfläche 141 der unteren Schleifscheibe begrenzt. Diese abrasive Seitenfläche
141, also die Oberseite der unteren Schleifscheibe, soll möglichst auf gleicher Höhe
mit der freien Oberfläche 202 des Federaufagetischs 200 liegen.
[0038] Die obere Funktionseinheit mit oberer Schleifspindel 132 und Motor 136 ist zur Anpassung
an verschiedene Federlängen höhenverstellbar. Die untere Schleifspindel ist vertikal
verfahrbar. Bei Ausführungsformen, die auch für das Federendenschleifen im Durchlaufverfahren
genutzt werden können, ist als Option vorgesehen, eine der Schleifscheiben bzw. eine
der Schleifspindeln in eine definierte Schrägstellung zu bringen. Um einen Schleifprozess
im Zustellverfahren durchführen zu können, ist die obere Schleifspindel 132 durch
Bewegung parallel zur Spindelachse 134 in Richtung auf die untere Schleifscheibe zustellbar,
wobei die Zustellgeschwindigkeit bzw. das Zustellgeschwindigkeitsprofil durch die
Steuereinheit 125 vorgegeben werden kann.
[0039] Die unmittelbar neben der Schleifeinheit 120 angeordnete Ladeeinheit 150 hat zwei
achsparallel mit den Schleifscheiben unbegrenzt drehbare Ladeteller 160, 170, die
gemeinsam von einem Drehtisch 180 getragen werden, der motorisch um eine vertikale
Drehachse 182 unbegrenzt drehbar ist. Der Drehtisch 180 ist ein beweglicher Bestandteil
des Federauflagetischs 190.
[0040] Eine insgesamt kreisrunde Tischplatte des Drehtischs ist aus zwei halbkreisförmigen
Tischplattensegmenten 210, 220 zusammengesetzt. Diese bilden einen drehbaren inneren
Bereich der Tischplatte des Federauflagetischs 200. Die außen liegenden Tischplattensegmente
230 bis 270 bilden einen Ring um diesen drehbaren inneren Bereich und sind fest bzw.
unbeweglich auf einer horizontalen Platte 192 einer Unterkonstruktion des Federauflagetischs
montiert. An der den Schleifscheiben 130, 140 zugewandten Seite hat die Tischplatte
200 eine kreisbogenförmige Ausnehmung 215, die dem äußeren Rand der unteren Schleifscheibe
130 der Schleifeinheit so angepasst ist, dass zwischen der Tischplatte 200 bzw. den
am nächsten bei den Schleifscheiben angeordneten Tischplattensegmenten 230, 240 und
dem radialen Rand der unteren Schleifscheibe 130 nur ein schmaler kreisbogenförmiger
Zwischenraum verbleibt.
[0041] Der erste Ladeteller 160 wird von einer ersten Ladetellerwelle 162 getragen, die
mit vertikaler Drehachse 164 am Drehtisch angebracht ist. Der erste Ladeteller befindet
sich in Fig. 1 und Fig. 2 in seiner Arbeitsposition mit teilweisem Eingriff in den
Schleifraum. Der zweite Ladeteller 170 wird durch eine zweite Ladetellerwelle 172
getragen, die um eine vertikale Drehachse 174 drehbar ist. Die Drehachsen der Ladeteller
liegen in gleichen radialen Abständen von der Drehachse 182 des Drehtischs an diametral
gegenüberliegenden Positionen. Der zweite Ladeteller befindet sich in seiner Ladeposition,
die ein maschinelles oder manuelles Be- und Entladen der Federaufnahmen gestattet.
Die Ladeteller sind jeweils leicht auswechselbar, um die Maschine für unterschiedliche
Federgeometrien einzurichten.
[0042] Jeder Ladeteller hat eine Vielzahl von außeraxial zu seiner Drehachse angeordneten
Federaufnahmen 166, die jeweils eine einzige Schraubendruckfeder für die Bearbeitung
aufnehmen sollen. Schraubendruckfedern haben im Allgemeinen eine zylindrische Form,
andere Formen, wie z.B. kegelige Formen, konvexe oder konkave doppelkegelige Formen
oder zylindrische Formen mit kegeligen Federenden sind möglich. Federaufnahmen können
mit und ohne Federbüchsen genutzt werden. Es können einstöckige oder mehrstöckige
Ladeteller verwendet werden. Beim Ausführungsbeispiel sind die Ladeteller einstöckig
und haben Federaufnahmen in drei unterschiedlichen radialen Abständen zur Drehachse
des Ladetellers. Die Federaufnahmen sind in drei konzentrischen Ringen oder Reihen
um die Drehachse herum angeordnet (vgl. Fig. 2).
[0043] In den Darstellungen der Fig. 1 und 2 befindet sich der erste Ladeteller 160 in seiner
Arbeitsposition mit teilweisem Eingriff in den Schleifraum, während der zweite Ladeteller
170 in der Ladeposition steht. In der Arbeitsposition ist der Achsabstand zwischen
dem Drehzentrum der Schleifscheiben, d.h. deren Drehachsen, und der Drehachse 164
des Ladetellers so bemessen, dass alle Federaufnahmen bei Drehung des Ladetellers
um seine Drehachse auf einer kreisbogenförmigen Schleifbahn oder Spur durch den Schleifraum
zwischen den sich drehenden Schleifscheiben transportiert werden. Während dieser Drehbewegung
werden die beiden einander gegenüberliegenden Federenden der im Schleifraum befindlichen
Schraubendruckfedern jeweils gleichzeitig durch die damit in Kontakt kommenden Seitenflächen
der Schleifscheiben geschliffen. Dabei wird die erzielbare Abtragsleistung im Wesentlichen
durch die Lage der Spur der einzelnen Schraubendruckfedern im Schleifraum, durch die
Schleifgeschwindigkeit, die Ladetellerdrehzahl und den an den jeweiligen bearbeiteten
Flächen entstehenden Schleifdruck bestimmt.
[0044] Außerhalb des Schleifraums 135 laufen die Schraubendruckfedern in Fortsetzung der
Schleifbahn auf einer kreisbogenförmigen Federlaufbahn über den Federauflagetisch
200 und stützen sich dabei auf der Oberseite 202 der Tischplatte des Federauflagetischs
ab. Dabei reiben die unteren Federenden unter dem Gewicht der Federn auf der Tischoberfläche
entlang. Ein gewisser Materialabtrag durch die Reibbeanspruchung ist dabei unvermeidlich,
so dass sich im Laufe der Nutzungsdauer vor allem entlang der kreisbogenförmigen Federlaufbahnen
im Bereich der Arbeitsstation, also an den Tischplattensegmenten 230 und 240 des Federeinlaufs
und des Federauslaufs ein abrasiver Verschleiß an der Tischoberfläche ergibt.
[0045] Die negativen Folgen dieses Verschleißes werden bei Ausführungsformen der Erfindung
durch einen besonderen Schichtaufbau bzw. eine Schichtstruktur der Tischplatte 200
bzw. der zugehörigen Tischplattensegmente 210 bis 270 gemildert. Die Tischplatte bzw.
ihre Tischplattensegmente sind in Sandwichbauweise aufgebaut. Dies ist besonders gut
in Fig. 4 zu erkennen, welche einen Vertikalschnitt entlang der Schnittlinie IV-IV
in Fig. 2 zeigt. Die Unterkonstruktion des Federauflagetisches schließt nach oben
mit einer feststehenden, horizontalen, massiven Platte 192 ab, die auf vertikalen
Wandelementen der Unterkonstruktion aufliegt. Diese horizontale Platte trägt im dargestellten
Bereich das ringsegmentförmige Tischplattensegment 270, welches Bestandteil des feststehenden
äußeren Ringes des Federauflagetisches ist. Das Tischplattensegment 270 weist eine
massive Trägerplatte 272 aus ungehärtetem Stahlwerkstoff auf, deren Dicke mehrere
Zentimeter beträgt. Auf die der Platte 190 abgewandte ebene Oberseite des Trägerplattensegments
272 ist eine im Vergleich zur Trägerplatte dünne Deckplatte 274 mit einer Dicke von
wenigen Millimetern flächig aufgespannt, so dass die Trägerplatte und die Deckplatte
einen festen flächigen Verbund bilden.
[0046] Unter der Trägerplatte 272 kann eine weitere dünne Anpassplatte 278 liegen, die beim
Nachschleifen der Deckplatte bzw. Verschleißplatte 274 mit der entsprechenden Dicke
das an der Verschleißplatte beim Nachschleifen abgetragene Maß kompensiert. Bei anderen
Ausführungsformen kann eine derartige Platte fehlen.
[0047] Die Deckplatte kann relativ einfach ausgewechselt werden. Um die Deckplatte lösbar
auf die Trägerplatte zu spannen, sind an der Rückseite der Deckplatte an geeigneten
Positionen von der Rückseite abstehende Gewindebolzen 276 angeschweißt, die bei lagerichtig
aufgelegter Deckplatte durch gestufte Durchgangsbohrungen in der Trägerplatte hindurchgreifen.
Zum flächigen Verspannen der Deckplatte mit der Trägerplatte werden von der Rückseite
der Trägerplatte Sechskantmuttern 279 auf die herausragenden Gewindebolzenabschnitte
geschraubt und festgespannt. Hierdurch ist eine jederzeit leicht lösbare, feste flächige
Verdingung zwischen Trägerplatte und Deckplatte geschaffen. Die Anbringung der Schweißbolzen
auf der Rückseite der Deckplatte sorgt dafür, dass die gegenüberliegende Seite der
Deckplatte, die die freie Oberfläche 202 der Tischplatte bildet, unversehrt und frei
von Durchbrüchen bleiben kann. Der verspannte Verbund aus Trägerplatte und Deckplatte
wird dann mit Hilfe von Spannschrauben 194 auf die Platte 190 der Unterkonstruktion
geschraubt, wobei die Spannschrauben durch die Platte 190 hindurch in Gewindebohrungen
an der Rückseite der Trägerplatte eingreifen.
[0048] Eine entsprechende Sandwichstruktur bzw. Schichtstruktur mit Spanneinrichtung und
auswechselbarem Deckplattensegment ist bei allen Tischplattensegmenten der Tischplatte
vorgesehen.
[0049] Die Trägerplatte bzw. das Trägerplattensegment 272 besteht aus relativ weichem, ungehärteten
Baustahl. Dieses Material ist kostengünstig verfügbar und ohne besonderen Aufwand
präzise spanend zu bearbeiten. Die dünne Deckplatte 274 besteht aus einem mittels
Laserstrahlschneiden oder Wasserstrahlschneiden geeignet zurechtgeschnittenen Stück
eines Verschleißblechs aus einem gehärteten Stahlwerkstoff mit einer Brinell-Härte
von ca. 400 HBW. Geeignete Verschleißbleche sind beispielsweise unter dem Markennamen
HARDOX
® kommerziell erhältlich. Derartige Verschleißbleche erhalten ihre außerordentliche
Härte durch Abschrecken in einem Wasserbad, so dass trotz eines niedrigen Gehalts
an Legierungsstoffen eine hohe Härte und eine damit verbundene Verschleißfestigkeit
erreicht werden. Gleichzeitig ist Verschweißbarkeit gegeben, so dass die Spannbolzen
276 zuverlässig an der Rückseite durch Schweißen befestigt werden können.
[0050] Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel haben alle Tischplattensegmente 210-270 die
gleiche Schichtstruktur bzw. den gleichen Sandwichaufbau mit selbsttragenden, und
bei Bedarf leicht auswechselbaren, verschleißfesten Deckplatten, die die darunter
ligenden Trägerplatten vollständig bedecken.
[0051] Die Sandwichbauweise der einzelnen Tischplattensegmente bzw. der gesamten Tischplatte
hat nicht nur Vorteile bezüglich der Standzeiten der Tischplatte, sondern auch fertigungstechnische
Vorteile. Ein Aspekt wir anhand der Fig. 5 und 6 näher erläutert. Fig. 5 zeigt das
Tischplattensegment 230, welches an seiner der unteren Schleifscheibe zugewandten
Seite einen Teil 215' der kreisbogenförmigen Ausnehmung 215 zur Anpassung an die äußere
Schleifscheibenkontur hat. Gegenüberliegend ist eine geradlinige Seitenkante 236 geschnitten,
die bei fertig montierter Tischplatte unmittelbar an eine entsprechend geradlinige
Seitenkante 256 der Deckplatte 254 des benachbarten Tischplattensegments 250 anstoßen
soll. Die in Fig. 5 sichtbare innere, konkav gekrümmte, kreisbogenförmige Kante steht
bei zusammengebauter Tischplatte direkt benachbart zum inneren drehbaren Teil der
Tischplatte, gebildet durch die Tischplattensegmente 210 und 220.
[0052] Die unterhalb der verschleißfesten Deckplatte 234 angeordnete massive Trägerplatte
232 ist an allen Seiten etwas kleiner gehalten als die daraufliegende Deckplatte 234,
so dass die Deckplatte bzw. das Deckplattensegment seitlich um einen geringen Überstand
(typischerweise maximal 1 bis 2 mm über die darunterliegende Seitenkante der Trägerplatte
übersteht. Auch die benachbarte Deckplatte 254 steht etwas über das Trägerplattensegment
252 hinaus. Aufgrund der relativ geringen Dicke des Deckplattenmaterials kann beim
Zuschneiden des Deckplattensegmentes beispielsweise durch Laserbearbeitung oder Wasserstrahlschneiden
die gewünschte Seitenkante mit hoher Genauigkeit erzeugt werden. Dadurch ist es möglich,
die Seitenränder der Deckplattensegmente so passgenau zu bearbeiten, dass im Bereich
der entstehenden Stoßfugen 255 (vgl. Fig. 6) Spaltbreiten höchstens in der Größenordnung
bis 100 µm entstehen, so dass die Tischoberfläche 202 im Wesentlichen ununterbrochen
wirkt.
[0053] Da die Ränder der Trägerplatten gegen diese maßgeblichen Seitenkanten rückversetzt
sind, muss beim Zuschneiden der Trägerplatte nicht mit derart großer Genauigkeit gearbeitet
werden. Auch diese Trägerplatten können beispielsweise per Laser oder mittels Wasserstrahl
ausgeschnitten werden. Die höheren Toleranzen beim Lasern oder Wasserstrahlen von
dickeren Platten spielen auf diese Weise nachher bei der Montage der gesamten Tischplatte
keine Rolle mehr.
[0054] Es sind zahlreiche Abwandlungen möglich. Bei einer nicht bildlich dargestellten Ausführungsform
ist ebenfalls eine von der Trägerplatte abnehmbare Deckplatte vorgesehen. Diese besteht
jedoch nicht durchgängig aus einem verschleißfesten zweiten Material, sondern hat
selbst eine Schichtstruktur, indem auf eine Basisplatte, die nicht aus einem verschleißfesten
Material bestehen muss und z.B. aus ungehärtetem Stahl bestehen kann, eine verschleißfeste
Beschichtung, beispielsweise durch Flammspritzen aufgebracht wird. Es kann sich beispielsweise
um eine Hartmetallbeschichtung handeln. Die Vorteile der leichten Demontage des Verbunds
aus Trägerplatte und Deckplatte bleiben erhalten.
[0055] Bei anderen Ausführungsformen sind nur die besonders vom Verschleiß betroffenen Tischplattensegmente
im Einlaufbereich und Auslaufbereich der Federn, also diejenigen Tischplattensegmente,
die den Segmenten 230 und 240 entsprechen, mit einer verschleißfesten Deckschicht
versehen, gegebenenfalls auch die Tischplattensegmente, die den Drehtisch nach oben
abschließen.
[0056] Bei Verschleiß werden nur die oberen Verschleißplatten bzw. Deckplatten getauscht.
Diese können sehr kostengünstig hergestellt werden, da sie bereits aus hartem Material
(z.B. HARDOX
®) ausgelasert werden können und ansonsten keine weitere Bearbeitung benötigen. Die
Verschleißplatten können bei Bedarf nachgeschliffen werden. Der Dickenverlust kann
durch Ausgleichsplatten entsprechender Dicke im Schichtverbund ausgeglichen werden.
Die aufwendige Montage der massiven Trägerplatten entfällt, da nur die Deckschicht
getauscht werden muss. Es wird deutlich weniger Material verbraucht als bei herkömmlichen
Tischplatten, da die Trägerplatten bzw. Trägerplattensegmente immer wieder verwendet
werden können.
[0057] Auch die Variante mit Hartmetallbeschichtung bietet einen deutlich erhöhten Verschleißwiderstand
gegenüber herkömmlichen Tischplatten.
[0058] Bei Tischplatten oder Tischplattensegmenten in Sandwichbauweise (Trägerplatte bzw.
Trägerplattensegment mit darauf montierter Deckplatte bzw. Deckplattensegment) wird
nur der obere, in der Regel wenige Millimeter dicke und kostengünstig verfügbare Teil,
nämlich die Verschleißplatte, ausgetauscht. Gegebenenfalls kann diese einmal oder
auch mehrmals nachgeschliffen werden, um die Lebensdauer der Anordnung zu verlängern.
Die Trägerplatte bzw. ein Trägerplattensegment kann dabei immer erhalten bleiben.
Eventuelle Höhenverluste, die durch ein Nachschleifen entstehen können, können durch
Zwischenschalten einer Ausgleichsplatte geeigneter Dicke zwischen der Unterkonstruktion
und der Trägerplatte und/oder zwischen der Trägerplatte und der Deckplatte ausgeglichen
werden.
[0059] Durch Beschichten der besonders vom Verschleiß betroffenen Tischplattensegmente im
Einlaufbereich und Auslaufbereich der Federn in unmittelbarer Nähe der kreisbogenförmigen
Ausnehmung mittels Hartmetall oder einem anderen, verschleißbeständigen Material kann
die Lebensdauer der Tischplatten bzw. Tischplattensegmente deutlich verlängert werden.
[0060] Beschichtete Tischplatten oder Tischplattensegmente können ebenfalls in Sandwichbauweise
oder in massiver Bauweise ausgeführt sein. Als weiterer Vorteil neben der höheren
Standfestigkeit kann es sich ergeben, dass das Grundmaterial der Trägerplatte oder
einer Basisplatte, welches dann mit Hartmetall oder einem anderen verschleißfesten
Material überzogen wird, selbst nicht gehärtet werden muss. Eine Beschichtung kann
vollflächig über das gesamte Tischplattensegment oder über die gesamt Tischplatte
erfolgen oder auch nur partiell im Übergangsbereich der einlaufenden und/oder auslaufenden
Federn durchgeführt werden.
[0061] Bevorzugte Ausführungsformen wurden anhand des Beispiels einer Mehrtellermaschine
mit zwei Ladetellern und Drehtisch erläutert. Die Erfindung kann auch bei Eintellermaschinen
genutzt werden, die nur einen einzigen Ladeteller aufnehmen können.
1. Tischplatte für einen Federauflagetisch (190) einer Federendenschleifmaschine (100)
zum Schleifen von Federenden von Schraubendruckfedern, wobei die Federendenschleifmaschine
eine Schleifeinheit (120) mit zwei vertikal übereinander angeordneten drehbaren Schleifscheiben
(130, 140) aufweist, zwischen denen ein Schleifraum (135) gebildet ist, und angrenzend
an die Schleifeinheit ein Federauflagetisch (190) einer Ladeeinheit (150) angeordnet
ist, wobei
die Tischplatte (200) an einer den Schleifscheiben zugeordneten Seite eine kreisbogenförmige
Ausnehmung (215) aufweist, die dem äußeren Rand einer unteren Schleifscheibe (140)
der Schleifeinheit so angepasst ist, dass zwischen der Tischplatte (200) und der Schleifscheibe
nur ein schmaler Zwischenraum verbleibt,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Tischplatte (200) mindestens in einem an die Ausnehmung angrenzenden Übergangsbereich
eine Schichtstruktur mit einer Trägerplatte (232) und einer auf der Trägerplatte angeordneten,
relativ zur Trägerplatte dünnen Deckschicht (234) aufweist, die flächig mit der Trägerplatte
verbunden ist und eine freie Oberfläche hat, die die Oberfläche der (202) Tischplatte
bildet,
wobei die Trägerplatte aus einem ersten Material und die Deckschicht aus einem relativ
zum ersten Material verschleißfesteren zweiten Material besteht.
2. Tischplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckschicht eine selbsttragende dünne Deckplatte (274, 234, 254) aufweist, die
vorzugsweise lösbar mit der Trägerplatte (272, 323, 252) verbindbar oder verbunden
ist.
3. Tischplatte nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckplatte (274) mittels an der Rückseite der Deckplatte angreifenden Spanneinrichtungen
(276, 279) flächig mit der Trägerplatte (274) verspannt ist.
4. Tischplatte nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckplatte (274, 234, 254) vollständig aus dem zweiten Material besteht, wobei
das zweite Material vorzugsweise ein gehärteter Stahlwerkstoff ist.
5. Tischplatte nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckplatte eine Basisplatte aufweist, die an ihrer der Trägerplatte abgewandten
Oberseite eine verschleißfeste Beschichtung, insbesondere eine Hartmetallbeschichtung,
aufweist.
6. Tischplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerplatte aus einem ungehärteten Stahlwerkstoff besteht.
7. Tischplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Tischplatte aus mehreren Tischplattensegmenten (210 bis 270) zusammengesetzt
ist, wobei jedes der Tischplattensegmente ein Trägerplattensegment und ein darauf
aufgebrachtes Deckplattensegment aufweist, wobei vorzugsweise ein Deckplattensegment
(234, 254) eine geringfügig größere Flächenausdehnung hat als das zugehörige Trägerplattensegment
(252, 232), so dass das Deckplattensegment das Trägerplattensegment an mindestens
einem seitlichen Randbereich um einen Überstand überragt.
8. Tischplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an einer der Deckschicht (274) abgewandten Seite der Trägerplatte (272) eine weitere
Platte (278) angeordnet ist, die bei montiertem Federauflagetisch (190) zwischen der
Trägerplatte (272) und einer Unterkonstruktion (192) des Federauflagetischs angeordnet
ist.
9. Federendenschleifmaschine (100) zum Schleifen von Federenden von Schraubendruckfedern
umfassend:
eine Schleifeinheit (120), die ein Schleifscheibenpaar mit zwei vertikal übereinander
angeordneten drehbaren Schleifscheiben (130, 140) aufweist, zwischen denen ein Schleifraum
(135) gebildet ist;
einen Federauflagetisch (190), der angrenzend an die Schleifeinheit angeordnet ist
und eine Tischplatte (200) aufweist, die an einer den Schleifscheiben zugeordneten
Seite eine kreisbogenförmige Ausnehmung (215) aufweist, die dem äußeren Rand einer
unteren Schleifscheibe (140) der Schleifeinheit so angepasst ist, dass zwischen der
Tischplatte und der Schleifscheibe ein schmaler Zwischenraum verbleibt, dadurch gekennzeichnet, dass
die Tischplatte mindestens in einem an die Ausnehmung (215) angrenzenden Übergangsbereich
eine Schichtstruktur mit einer Trägerplatte (232, 252, 272) und einer auf der Trägerplatte
angeordneten, relativ zur Trägerplatte dünnen Deckschicht (234, 254, 274) aufweist,
die flächig mit der Trägerplatte verbunden ist und eine freie Oberfläche hat, die
die Oberfläche (202) der Tischplatte bildet,
wobei die Trägerplatte (232, 252, 272) aus einem ersten Material und die Deckschicht
(234, 254, 274) aus einem relativ zum ersten Material verschleißfesteren zweiten Material
besteht.
10. Federendenschleifmaschine nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Tischplatte (200) gemäß dem kennzeichnenden Teil von mindestens einem der Ansprüche
2 bis 8 ausgelegt ist.
11. Federendenschleifmaschine nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Ladeeinheit (150) mit einem Drehtisch (180) aufweist, der um eine vertikale
Drehtischachse (182) drehbar ist,
wobei der Drehtisch mindestens zwei achsparallel mit der Drehtischachse drehbare Ladetellerwellen
(162, 172) trägt, die jeweils zur Aufnahme eines Ladetellers (160, 170) vorgesehen
sind,
wobei die von den Ladetellerwellen aufgenommenen Ladeteller durch Drehung des Drehtischs
(180) zwischen einer Arbeitsposition in der Nähe der Schleifeinheit (120) und einer
Ladeposition entfernt von der Schleifeinheit transportierbar sind, und
wobei eine Tischplatte des Drehtischs einen Teil der Tischplatte des Federauflagetischs
bildet.