[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Bearbeiten von Werkstücken mit mindestens
zwei Bearbeitungsstationen und mit einem drehbar gelagerten Rundtisch, wobei an dem
Rundtisch mindestens zwei Spannvorrichtungen zum Einspannen je eines Werkstückes angeordnet
sind und die eingespannten Werkstücke durch eine Drehbewegung des Rundtisches in die
Bearbeitungsbereiche der Bearbeitungsstationen transportierbar sind.
[0002] Eine Vorrichtung der vorgenannten Art ist in der
DE 100 16 897 A1 beschrieben. Der technische Hintergrund der bekannten Vorrichtung besteht darin,
dass in einer Drehposition des Rundtisches mehrere Werkstücke gleichzeitig in den
Bearbeitungsstationen der Vorrichtung bearbeitbar sind. Soweit auf derartigen Vorrichtungen
in der Regel eine Finishbearbeitung, insbesondere durch Honen oder Feinschleifen zur
Beseitigung von Maßabweichungen und Unrundheiten eines Werkstücks bzw. Erzeugung einer
glatten Oberfläche erfolgt, kommen als Finishwerkzeuge beispielsweise rotierende Topfscheiben,
Honsteine und dergleichen zur Anwendung.
[0003] Soweit die eingesetzten Finishwerkzeuge in Abhängigkeit von dem an ihnen während
der Bearbeitungszeit eintretenden Verschleiß eine Abrichtung durch ein geeignetes
Abrichtwerkzeug bedürfen, um die Bearbeitungsqualität des entsprechenden Finishwerkzeuges
aufrechtzuerhalten, ist mit der bekannten Vorrichtung noch der Nachteil verbunden,
dass die an den Bearbeitungsstationen eingebauten Finishwerkzeuge zum Durchführen
des Abrichtens aus der Vorrichtung ausgebaut und anschließend wieder eingebaut werden
müssen. Diese Vorgehensweise ist zeitaufwendig und kann außerdem wegen des Aus- und
Einbaus zu Ungenauigkeiten in der Positionierung des Finishwerkzeuges bezüglich des
auf dem Rundtisch eingespannten Werkstücks führen.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung mit den eingangs
genannten Merkmalen derart zu verbessern, dass der Zeitaufwand für das Abrichten der
eingesetzten Finishwerkzeuge verringert ist.
[0005] Die Lösung dieser Aufgabe ergibt sich einschließlich vorteilhafter Ausgestaltungen
und Weiterbildungen der Erfindung aus dem Inhalt der Patentansprüche, welche dieser
Beschreibung nachgestellt sind.
[0006] Die Erfindung sieht in ihrem Grundgedanken vor, dass an dem Rundtisch zwischen zwei
Spannvorrichtungen wenigstens eine, einen Antrieb für ein Abrichtwerkzeug aufweisende
Abrichteinheit für ein an einer Bearbeitungsstation angebrachtes Finishwerkzeug angeordnet
ist, welche durch Drehung des Rundtisches in jede einer Bearbeitungsstation mit einem
daran angeordneten, von dem eingesetzten Abrichtwerkzeug abzurichtenden Finishwerkzeug
zugeordnete Abrichtposition überführbar ist, und dass an der Vorrichtung ortsfest
eine zentrale Versorgungsstation für ein dem Antrieb der Abrichteinheit zuzuleitendes
Fluid angeordnet und an dem Rundtisch eine Mehrzahl von untereinander durch eine sich
längs des Umfanges des Rundtisches erstreckende Versorgungsleitung verbundenen Übernahmestationen
für das Fluid angeordnet ist derart, dass in jeder von der Abrichteinheit eingenommenen
Abrichtposition eine der Übernahmestationen an die zentrale Versorgungsstation angekoppelt
ist, wobei die Abrichteinheit mit einer der Übernahmestationen oder der Versorgungsleitung
verbunden ist.
[0007] Mit der Erfindung ist der Vorteil verbunden, dass ein Aus- bzw. Wiedereinbau der
Finishwerkzeuge vermieden ist, da die Finishwerkzeuge in ihrer in der zugehörigen
Bearbeitungsstation eingebauten Position abgerichtet werden können, weil die entsprechende
Abrichteinheit auf dem Rundtisch angebracht ist und durch dessen Drehung unterschiedlichen
Bearbeitungsstationen mit den daran angeordneten Finishwerkzeugen zugeordnet werden
kann, so dass das Abrichtwerkzeug in der jeweiligen Abrichtposition in einen Kontakt
mit dem jeweils abzurichtenden Finishwerkzeug gebracht ist. Dabei kann das Finishwerkzeug
aufgrund der in der jeweiligen Bearbeitungsstation verwirklichten Bewegungsmöglichkeit
in einer vertikalen Anstellachse wie auch in einer radial ausgerichteten Zustellachse
unterschiedliche Positionen zu dem über den dem Abrichtwerkzeug zugeordneten Antrieb
vorzugsweise in Rotation versetzten Abrichtwerkzeug gebracht werden.
[0008] Soweit der Antrieb für das Abrichtwerkzeug üblicherweise von einem Fluid, vorzugsweise
Druckluft, beaufschlagt ist, besteht ein besonderer Gesichtspunkt der Erfindung darin,
die Fluidversorgung der Abrichteinheit in allen einstellbaren Abrichtpositionen sicherzustellen.
Hierzu ist an der Vorrichtung einerseits ortsfest eine zentrale Versorgungsstation
für das Fluid angeordnet und andererseits ist an dem Rundtisch eine Mehrzahl von untereinander
durch eine sich in Umfangsrichtung des Rundtisches erstreckende Versorgungsleitung
verbundenen Übernahmestationen für das Fluid angeordnet, die in der jeweiligen, auf
die Abrichtung des gewünschten Finishwerkzeuges abgestimmten Drehstellung des Rundtisches
sich automatisch an die ortsfeste zentrale Versorgungsstation ankuppeln. Da die Abrichteinheit
ihrerseits an eine Übernahmestation oder die Versorgungsleitung angeschlossen ist,
steht das von der zentralen Versorgungsstation über die jeweils angekoppelte Übernahmestation
in die Versorgungsleitung eingespeiste Fluid an der Abrichteinheit als Antriebsmedium
zur Verfügung. Aus einer derartigen Anordnung ergibt sich, dass eine Absperrung des
Fluidstroms in ungekuppeltem Zustand im Bereich der zentralen Versorgungsstation erfolgt,
während der Strömungsweg für das Fluid durch das Einkuppeln von zentraler Versorgungsstation
und zugeordneter Übernahmestation erfolgt.
[0009] Soweit in einer gattungsgemäßen Vorrichtung unterschiedliche Finishwerkzeuge eingesetzt
sein können, die jeweils auch den Einsatz unterschiedlicher Abrichtwerkzeuge bedingen,
schließt die Erfindung auch den Gedanken ein, mehr als eine Abrichteinheit mit einem
zugeordneten Abrichtwerkzeug auf dem Rundtisch anzuordnen. Auch eine derartige weitere
Abrichteinheit kann an eine Übernahmestation oder die Versorgungsleitung angeschlossen
sein, wobei in diesem Fall zwischen die Abrichteinheit und die Übernahmestation bzw.
die Versorgungsleitung ein Steuerventil geschaltet sein muss, um die unterschiedlichen
Abrichteinheiten in jeder Drehstellung des Rundtisches jeweils getrennt oder auch
gemeinsam ansteuern zu können.
[0010] Nach einem Ausführungsbeispiel der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die ortsfeste
zentrale Versorgungsstation an einem vom Rundtisch umschlossenen Abschnitt einer den
Rundtisch tragenden Vorrichtungssäule angeordnet ist derart, dass die Kopplung zwischen
der zentralen Versorgungsstation und den auf dem Rundtisch angeordneten Übernahmestationen
oberhalb der Ebene des Rundtisches erfolgt.
[0011] In einer alternativen Ausführungsform der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die
ortsfeste zentrale Versorgungsstation an einem an einer den Rundtisch tragenden Vorrichtungssäule
angebrachten, radial bis unter den Rundtisch vorstehenden Arm angeordnet ist und die
Kopplung zwischen der zentralen Versorgungsstation und den auf dem Rundtisch angeordneten
Übernahmestationen durch die Ebene des Rundtisches hindurch erfolgt.
[0012] Soweit beispielsweise bei dem Abrichten eines Honsteins als Finishwerkzeug eine feststehende
Abrichtposition der Abrichteinheit ausreichend ist, wobei für das Abrichten die Bewegungsmöglichkeiten
des Honsteins in der vertikalen Anstellachse und in der radialen Zustellachse nutzbar
und ausreichend sind, ist es für das Abrichten der Bearbeitungsfläche einer Topfscheibe
zweckmäßig, auch eine zusätzliche Bewegung der Abrichteinheit in der Umfangsrichtung
des Rundtisches vorzusehen. Dies ist beispielsweise dadurch darstellbar, dass der
Rundtisch vorzugsweise in seinen beiden Drehrichtungen jeweils um einen vorgegebenen,
begrenzten Drehwinkel gedreht wird. Um auch bei einem derartigen Bewegungsablauf die
Versorgung der Abrichteinheit mit Antriebsfluid sicherzustellen, kann nach einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung vorgesehen sein, dass die Kopplung zwischen zentraler Versorgungsstation
und jeder Übernahmestation derart ausgebildet ist, dass in angekoppeltem Zustand eine
Relativdrehung des Rundtisches zu der zentralen Versorgungsstation über einen vorgegebenen,
begrenzten Drehwinkel möglich ist.
[0013] Hierzu kann im Einzelnen vorgesehen sein, dass in der zentralen Versorgungsstation
und den Übernahmenstationen jeweils ein miteinander koppelbarer Leitungsstutzen angeordnet
ist, wobei die Leitungsstutzen jeweils mit einem dem Drehwinkel entsprechenden Bewegungsweg
in der zentralen Versorgungsstation und in den Übernahmestationen beweglich angeordnet
sind.
[0014] Insbesondere soweit wenigstens eine der Bearbeitungsstationen mit einer in Rotation
zu versetzenden Topfscheibe als Finishwerkzeug bestückt ist, ergibt sich ein zusätzliches
Problem dadurch, dass bei einer neuen, ungebrauchten Topfscheibe, ggfs. aber auch
bei einer neu abgerichteten Topfscheibe ein erstmaliges Einschleifen von deren Bearbeitungsfläche
wünschenswert ist, um eine Anpassung der Schleifkontur der Bearbeitungsfläche der
Topfscheibe an die zu bearbeitende Werkstückfläche zu beschleunigen. Hierzu kann nach
einem Ausführungsbeispiel der Erfindung vorgesehen sein, dass zusätzlich zu der einen
Antrieb für das Abrichtwerkzeug aufweisenden Abrichteinheit an dem Rundtisch ein auf
dem Rundtisch aufstehender Dorn angeordnet ist, der an seinem oberen freien Ende eine
Abrichtfläche für die der Oberfläche des Rundtisches gegenüberliegende Bearbeitungsfläche
der Topfscheibe aufweist und durch Drehung des Rundtisches in eine Abrichtposition
für jede an einer der Bearbeitungsstationen eingesetzte Topfscheibe bringbar ist.
Durch die Bewegung der Topfscheibe in der vertikalen Anstellachse sowie in der radialen
Zustellachse einerseits und die Drehung des Rundtisches, vorzugsweise in dessen beiden
Drehrichtungen, andererseits kann durch den Kontakt der unteren Bearbeitungsfläche
der Topfscheibe mit der Abrichtfläche des Dorns die gewünschte Schleifkontur hergestellt
werden.
[0015] Soweit es aus der
DE 10 2006 019 135 A1 zusätzlich bekannt ist, ein Verfahren zur Verschleißkompensation bei der Finishbearbeitung
von Werkstücken einzusetzen, welches auf der Anordnung einer von dem Finishwerkzeug
anzufahrenden Referenzfläche beruht, ist es nach einem Ausführungsbeispiel der Erfindung
zweckmäßig, eine an dem Dorn zur Verfügung stehende Fläche als Referenzfläche zu nutzen,
da die Abmessungen des Dorns und damit die Lage einer derartigen Referenzfläche bekannt
sind und sich während der Betriebszeit der Vorrichtung nicht ändern. Insofern ist
es nach einem Ausführungsbeispiel der Erfindung vorgesehen, dass der Dorn an seinem
oberen freien Ende zusätzlich zur Abrichtfläche eine davon räumlich abgesetzte Referenzfläche
zur Erfassung des an der Topfscheibe über deren Einsatzzeit eintretenden Verschleißes
aufweist. Die Durchführung des Verfahrens im Einzelnen ist dabei nicht Gegenstand
der vorliegenden Erfindung; insoweit wird auf die Offenbarung der
DE 10 2006 019 135 A1 verwiesen.
[0016] Ergänzend kann nach Ausführungsbeispielen der Erfindung vorgesehen sein, dass das
obere freie Ende des Dorns gestuft mit einer einen geringeren Durchmesser als der
Durchmesser des Dorns aufweisenden aufstehenden Stufe ausgebildet ist, an deren Oberfläche
die Abrichtfläche für das Abrichten der Bearbeitungsfläche der Topfscheibe ausgebildet
ist, und dass die Referenzfläche an der die die Abrichtfläche tragenden Stufe umschließenden
Oberfläche des Dorns angeordnet ist.
[0017] In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung wiedergegeben, welche nachstehend
beschrieben sind. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Vorrichtung zum Bearbeiten von Werkstücken in einer ausschnittsweisen Darstellung
ihres Rundtisches mit einer Spannvorrichtung und einer Abrichteinheit während der
Bearbeitung eines Werkstückes mit einem Innenschleifstift als Finishwerkzeug in einer
Perspektivansicht,
- Fig. 2
- den Gegenstand der Figur 1 während der Abrichtung des Innenschleifstiftes mittels
eines an der Abrichteinheit angeordneten Abrichtwerkzeuges,
- Fig. 3
- eine Vorrichtung ähnlich der Darstellung in Figur 1 mit einem zusätzlichen Dorn zur
Abrichtung einer als Finishwerkzeug eingesetzten Topfscheibe während der Bearbeitung
eines Werkstückes mit der Topfscheibe,
- Fig. 4
- den Gegenstand der Figur 3 während des Einschleifens der Topfscheibe an einem eine
Abrichtfläche aufweisenden Dorn,
- Fig. 5
- den Gegenstand der Figur 4 während des Aufsetzens der Topfscheibe auf eine an dem
Dorn zusätzlich angeordnete Referenzfläche zur Durchführung eines Verfahrens zur Verschleißkompensation
der Topfscheibe.
[0018] In der Zeichnung ist eine Vorrichtung zum Bearbeiten von Werkstücken mit einer Mehrzahl
von Bearbeitungsstationen und mit einem drehbar gelagerten Rundtisch nur ausschnittsweise
dargestellt, soweit dies für das Verständnis der Erfindung erforderlich ist. Eine
prinzipielle Darstellung ist beispielsweise der gattungsbildenden
DE 100 16 897 A1 zu entnehmen.
[0019] Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist der in beiden Drehrichtungen drehbare
Rundtisch 11 von einer zentralen Vorrichtungssäule 10 getragen, an welcher im Einzelnen
nicht dargestellte Bearbeitungsstationen mit daran gehalterten Finishwerkzeugen angeordnet
sind.
[0020] Auf dem Rundtisch 11 ist entsprechend eine Mehrzahl von Spannvorrichtungen 12 angeordnet,
wobei in den Figuren jeweils nur eine Spannvorrichtung 12 vollständig dargestellt
ist, während bezüglich weiterer Spannvorrichtungen jeweils nur eine auf dem Rundtisch
11 angeordnete Grundplatte 12a für eine darauf zu befestigende Spannvorrichtung dargestellt
ist.
[0021] Bei dem in Figur 1 dargestellten Ausführungsbeispiel ist in der Spannvorrichtung
12 ein Werkstück 13 eingespannt, welches von einem als Finishwerkzeug eingesetzten
Innenschleifstift 14 bearbeitet wird, wobei der Innenschleifstift 14 von einer im
Einzelnen nicht dargestellten, von der Vorrichtungssäule 10 getragenen Bearbeitungsstation
gehalten ist. Dabei kann der Innenschleifstift 14 in der vertikalen Achse eine Anstellbewegung
und in einer radial zum Rundtisch 11 verlaufenden Achse eine Zustellbewegung ausführen.
[0022] Auf dem Rundtisch 11 ist zusätzlich zu den Spannvorrichtungen 12 eine Abrichteinheit
16 angeordnet, die ein Abrichtwerkzeug 17 in Form einer horizontalen Scheibe trägt,
die mittels eines an der Abrichteinheit 16 angeordneten Druckluftantriebes 18 in Drehung
versetzbar ist.
[0023] Zur Versorgung der Abrichteinheit mit Druckluft ist an der Vorrichtungssäule 10 eine
zentrale Versorgungsstation 20 angeordnet, die eine radial verschiebbare Kupplungsplatte
21 mit einem darin angeordneten Leitungsstutzen 22 aufweist. Entsprechend sind an
der Innenseite des Rundtisches 11 Übernahmestationen 23a, 23b und 23c angeordnet,
die untereinander mittels einer Versorgungsleitung 24 verbunden sind. Der Antrieb
18 der Abrichteinheit 16 ist mittels einer Verbindungsleitung 25 mit der Versorgungsleitung
24 verbunden. Dabei sind die einzelnen Übernahmestationen 23 an dem Rundtisch 11 so
angeordnet, dass bei dem nachfolgend noch zu beschreibenden Bewegungsablauf in jeder
von der Abrichteinheit 16 einzunehmenden Abrichtposition eine Übernahmestation 23a,
23b oder 23c so vor der zentralen Versorgungsstation 20 steht, dass durch ein Ausfahren
von deren Kupplungsplatte 21 mit Leitungsstutzen 22 dieser Leitungsstutzen 22 in einen
in der Übernahmestation 23 angeordneten, nicht weiter dargestellten Leitungsstutzen
einfahrbar ist, so dass ein Leitungsverbindung zwischen der zentralen Versorgungsstation
20 und der Versorgungsleitung 24 hergestellt ist. Damit steht die an der zentralen
Versorgungsstation 20 anstehende Druckluft im Kupplungszustand von zentraler Versorgungsstation
20 und zugeordneter Übernahmestation 23a, 23b oder 23c über die Versorgungsleitung
24 und die Verbindungsleitung 25 am Antrieb 18 der Abrichteinheit 16 zur Verfügung,
so dass das Abrichtwerkzeug 17 in Funktion treten kann.
[0024] Soweit in Figur 1 die Bearbeitungsstellung des Rundtisches 11 mit der das Werkstück
13 tragenden Spannvorrichtung 12 im Verhältnis zu dem Innenschleifstift 14 als Finishwerkzeug
dargestellt ist, ist erkennbar, dass die Abrichteinheit 16 in Umfangsrichtung versetzt
zu der Spannvorrichtung 12 steht. Entsprechend ist auch ein Versatz in Umfangsrichtung
zwischen der mittleren Übernahmestation 23b und der zentralen Versorgungsstation 20
gegeben. Es versteht sich, dass in dieser Stellung eine Sperrung des Druckluftsaustritts
an der zentralen Versorgungsstation 20 verwirklicht sein muss.
[0025] Aus Figur 2 ist nunmehr die in Abhängigkeit von dem eingetretenen Verschleiß von
Zeit zu Zeit erforderliche Abrichtung des als Finishwerkzeug eingesetzten Innenschleifstiftes
14 ersichtlich. Hierzu ist nunmehr durch Drehung des Rundtisches 11 im Uhrzeigersinn
die Abrichteinheit 16 in eine Position gebracht, in welcher eine als Abrichtwerkzeug
17 eingesetzte Abrichtscheibe an dem äußeren Umfang des Innenschleifstiftes 14 anliegt,
so dass durch eine Drehung des Abrichtwerkzeuges 17 das Abrichten des Innenschleifstiftes
14 erfolgen kann. Es ist erkennbar, dass in dieser, dem Innenschleifstift 14 zugeordneten
Abrichtposition die Übernahmestation 23b vor der zentralen Versorgungsstation 20 liegt,
so dass durch das radiale Ausfahren der Kupplungsplatte 21 die Leitungsverbindung
zwischen der zentralen Versorgungsstation 20 und der Versorgungsleitung 24 über die
Übernahmestation 23b hergestellt ist. Somit steht die herangeführte Druckluft an der
Abrichteinheit 16 zur Verfügung.
[0026] Nach Ende des Abrichtvorganges wird die Abrichteinheit 16 durch Drehung des Rundtisches
11 in eine von dem Innenschleifstift 14 abgesetzte Position verfahren; hierzu wird
die Kupplung zwischen zentraler Versorgungsstation 20 und Übernahmestation 23b aufgehoben,
so dass sich die Übernahmestation 23b von der zentralen Versorgungsstation 20 wegbewegen
kann.
[0027] Es ist einsichtig, dass die Abrichteinheit 16 durch eine Weiterdrehung des Rundtisches
11 in jede andere, einer anderen Bearbeitungsstation zugeordnete Abrichtposition verfahren
werden kann, wobei die einzelnen Übernahmestationen 23a, 23b, 23b jeweils so auf dem
Rundtisch 11 angeordnet sind, dass in jeder Abrichtposition der Abrichteinheit 16
eine Kopplung der zentralen Versorgungsstation 20 mit einer jeweils zugeordneten Übernahmestation
23 gegeben ist.
[0028] Über die vorstehend beschriebene auf dem Rundtisch integrierte Abrichtmöglichkeit
mit jeweils an der Abrichteinheit 16 in Anpassung an die eingesetzten Finishwerkzeuge
eingesetzten Abrichtwerkzeugen 17 hinaus ist in den Figuren 3 bis 5 eine zusätzliche
Abrichtfunktion für eine als Finishwerkzeug eingesetzte Topfscheibe dargestellt, die
zusätzlich zu der in den Figuren 1 und 2 dargestellten und entsprechend beschriebenen
Abrichteinheit 16 eingesetzt werden kann, jedoch nicht notwendigerweise eingesetzt
werden muss.
[0029] Bei einer derartigen Topfscheibe besteht nämlich das Problem, dass bei einer neuen,
ungebrauchten Topfscheibe wie auch bei einer neu abgerichteten Topfscheibe ein erstmaliges
Einschleifen von deren Bearbeitungsfläche wünschenswert ist, um eine Anpassung der
Schleifkontur der Bearbeitungsfläche der Topfscheibe an die zu bearbeitende Werkstückfläche
zu beschleunigen. Hierzu ergibt sich aus Figur 3 zunächst die Bearbeitungssituation
eines in einer Spannvorrichtung 12 eingespannten Werkstückes 13 mittels einer an einer
nicht weiter dargestellten Bearbeitungsstation gehalterten Topfscheibe 27, die mit
einer unteren, der Oberfläche des Rundtisches 11 gegenüberliegenden Bearbeitungsfläche
28 die Oberfläche des Werkstückes 13 finished. Um das erstmalige Einschleifen der
Bearbeitungsfläche 28 der Topfscheibe 27 durchzuführen, ist auf dem Rundtisch 11 ein
Dorn 30 mit zunächst einer Abrichtfläche 32 angeordnet.
[0030] Wie sich aus Figur 4 ergibt, wird der Dorn 30 wiederum durch Drehung des Rundtisches
11 in eine Position gebracht, in welcher die an dem Dorn 30 ausgebildete Abrichtfläche
32 auf die untere Bearbeitungsfläche 28 der Topfscheibe 27 einwirken kann. Dabei ist
die Abrichtfläche 32 an der Oberfläche einer an dem oberen freien Ende des Dorns 30
ausgebildeten Stufe 31 ausgebildet, die einen geringeren Durchmesser als der Durchmesser
des Dorns aufweist. Soweit der Dorn 30 mit Abrichtfläche 32 auf dem Rundtisch 11 feststehend
angeordnet ist, wird durch die Bewegung der Topfscheibe 27 in deren vertikaler Anstellachse
sowie deren radialer Zustellachse einerseits und durch eine Drehung des Rundtisches
11, auch in dessen beiden Drehrichtungen, andererseits die Bearbeitungsfläche 28 der
Topfscheibe 27 abgerichtet.
[0031] Bei dem in den Figuren 3 bis 5 dargestellten Ausführungsbeispiel ermöglicht der Dorn
30 zusätzlich die Ausführung eines in der
DE 10 2006 019 135 A1 beschriebenen Verfahrens zur Verschleißkompensation bei der Finishbearbeitung von
Werkstücken, welches auf der Anordnung einer von dem Finishwerkzeug anzufahrenden
Referenzfläche beruht. Aufgrund der bekannten Ausgangsabmessungen der Topfscheibe
einerseits und der genauen Lage der Referenzfläche andererseits, kann während des
anfänglichen Abrichtens wie auch während der Einsatzzeit der Topfscheibe 27 deren
jeweiliger Verschleißzustand dadurch festgestellt werden, dass die Topfscheibe in
Anlage an der Referenzfläche gebracht und der jeweils von der Topfscheibe durchschrittene
Weg als Maß für den eingetretenen Verschleiß bestimmt wird. Das Verfahren im Einzelnen
ist in der
DE 10 2006 019 135 A1 beschrieben und insoweit nicht Gegenstand der vorliegenden Erfindung, so dass auf
eine weitere Erläuterung des Verfahrens selbst verzichtet ist.
[0032] Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist der für eine anfängliche Abrichtfunktion
vorgesehene Dorn 30 nun aber zusätzlich auch für die Durchführung des vorgenannten
Verfahrens eingerichtet, indem an dem Dorn 30 eine Referenzfläche 35 ausgebildet ist,
die von der Oberfläche eines auf der die Stufe 31 umgebenden Oberfläche 33 des Dorns
30 angebrachten Absatzes 34 definiert ist. Insofern zeigt Figur 5 die Situation des
Aufsetzens der Topfscheibe 27 mit ihrer Bearbeitungsfläche 28 auf die an dem Dorn
30 ausgebildete Referenzfläche 35. Auch hierbei versteht sich, dass jeweils durch
Drehung des Rundtisches 11 der Dorn 30 mit Referenzfläche 35 in diejenige Position
verfahren werden kann, in welcher durch Absenken der Topfscheibe 27 in deren vertikaler
Anstellrichtung das Aufliegen der Topfscheibe 27 auf der Referenzfläche 35 herstellbar
ist.
[0033] Die in der vorstehenden Beschreibung, den Patentansprüchen, der Zusammenfassung und
der Zeichnung offenbarten Merkmale des Gegenstandes dieser Unterlagen können einzeln
als auch in beliebigen Kombinationen untereinander für die Verwirklichung der Erfindung
in ihren verschiedenen Ausführungsformen wesentlich sein.
1. Vorrichtung zum Bearbeiten von Werkstücken (13) mit mindestens zwei Bearbeitungsstationen
und mit einem drehbar gelagerten Rundtisch (11), wobei an dem Rundtisch (11) mindestens
zwei Spannvorrichtungen (12) zum Einspannen je eines Werkstückes (13) angeordnet sind
und die eingespannten Werkstücke (13) durch eine Drehbewegung des Rundtisches (11)
in die Bearbeitungsbereiche der Bearbeitungsstationen transportierbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Rundtisch (11) zwischen zwei Spannvorrichtungen (12) wenigstens eine, einen
Antrieb (18) für ein Abrichtwerkzeug (17) aufweisende Abrichteinheit (16) für ein
an einer Bearbeitungsstation angebrachtes Finishwerkzeug (14, 27) angeordnet ist,
welche durch Drehung des Rundtisches (11) in jede einer Bearbeitungsstation mit einem
daran angeordneten, von dem eingesetzten Abrichtwerkzeug (17) abzurichtenden Finishwerkzeug
(14, 27) zugeordnete Abrichtposition überführbar ist, und dass an der Vorrichtung
ortsfest eine zentrale Versorgungsstation (20) für ein dem Antrieb (18) der Abrichteinheit
(16) zuzuleitendes Fluid angeordnet und an dem Rundtisch (11) eine Mehrzahl von untereinander
durch eine sich längs des Umfanges des Rundtisches (11) erstreckende Versorgungsleitung
(24) verbundenen Übernahmestationen (23) für das Fluid angeordnet ist derart, dass
in jeder von der Abrichteinheit (16) eingenommenen Abrichtposition eine der Übernahmestationen
(23) an die zentrale Versorgungsstation (20) angekoppelt ist, wobei die Abrichteinheit
(17) mit einer der Übernahmestationen (23) oder der Versorgungsleitung (24) verbunden
ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die ortsfeste zentrale Versorgungsstation (20) an einem vom Rundtisch (11) umschlossenen
Abschnitt einer den Rundtisch (11) tragenden Vorrichtungssäule (10) angeordnet ist
derart, dass die Kopplung zwischen der zentralen Versorgungsstation (20) und den auf
dem Rundtisch (11) angeordneten Übernahmestationen (23) oberhalb der Ebene des Rundtisches
(11) erfolgt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die ortsfeste zentrale Versorgungsstation (20) an einem an einer den Rundtisch (11)
tragenden Vorrichtungssäule (10) angebrachten, radial bis unter den Rundtisch (11)
vorstehenden Arm angeordnet ist und die Kopplung zwischen der zentralen Versorgungsstation
(20) und den auf dem Rundtisch (11) angeordneten Übernahmestationen (23) durch die
Ebene des Rundtisches (11) hindurch erfolgt.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Kopplung zwischen zentraler Versorgungsstation (20) und jeder Übernahmestation
(23) derart ausgebildet ist, dass in angekoppeltem Zustand eine Relativdrehung des
Rundtisches (11) zu der zentralen Versorgungsstation (20) über einen vorgegebenen,
begrenzten Drehwinkel möglich ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass in der zentralen Versorgungsstation (20) und den Übernahmenstationen (23) jeweils
ein miteinander koppelbarer Leitungsstutzen angeordnet ist, wobei die Leitungsstutzen
jeweils mit einem dem Drehwinkel entsprechenden Bewegungsweg in der zentralen Versorgungsstation
(20) und in den Übernahmestationen (23) beweglich angeordnet sind.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das dem Antrieb der Abrichteinheit (16) zuzuführende Fluid Druckluft ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei welchem wenigstens eine der Bearbeitungsstationen
mit einer in Rotation zu versetzenden Topfscheibe (27) als Finishwerkzeug bestückt
ist, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich zu der einen Antrieb (18) für das Abrichtwerkzeug (17) aufweisenden Abrichteinheit
(16) an dem Rundtisch (11) ein auf dem Rundtisch (11) aufstehender Dorn (30) angeordnet
ist, der an seinem oberen freien Ende eine Abrichtfläche (32) für die der Oberfläche
des Rundtisches (11) gegenüberliegende Bearbeitungsfläche (28) der Topfscheibe (27)
aufweist und durch Drehung des Rundtisches (11) in eine Abrichtposition für jede an
einer der Bearbeitungsstationen eingesetzte Topfscheibe (27) bringbar ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Dorn (30) an seinem oberen freien Ende zusätzlich zur Abrichtfläche (32) eine
davon räumlich abgesetzte Referenzfläche (35) zur Erfassung des an der Topfscheibe
(27) über deren Einsatzzeit eintretenden Verschleißes aufweist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das obere freie Ende des Dorns (30) gestuft mit einer einen geringeren Durchmesser
als der Durchmesser des Dorns (30) aufweisenden aufstehenden Stufe (31) ausgebildet
ist, an deren Oberfläche die Abrichtfläche (32) für das Abrichten der Bearbeitungsfläche
(28) der Topfscheibe (27) ausgebildet ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Referenzfläche (35) an der die die Abrichtfläche (32) tragenden Stufe (31) umschließenden
Oberfläche (33) des Dorns (30) angeordnet ist.