[0001] Die Erfindung betrifft ein optisch variables Sicherheitselement, das eine Kombination
dünner optisch wirksamer Schichten aufweist, das in Aufsicht mindestens einen ersten
Farbeindruck und in Durchsicht mindestens einen zweiten Farbeindruck aufweist, wobei
das optisch variable Sicherheitselement einen zusätzlichen Auf-/ Durchsichtseffekt
aufweist. Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Herstellung eines derartigen
optisch variablen Sicherheitselements.
[0002] Farbkipp- und Durchsichtseffekte werden heute üblicherweise mittels optisch variabler
Sicherheitselemente realisiert, bei denen auf einer Trägerfolie eine Kombination dünner
optisch wirksamer Schichten mit aufeinanderfolgenden Metall- und Dielektrikumsschichten
übereinander aufgedampft wird. Diese Effekte zeigen einen relativ eindeutigen Farbumschlag
von einer definierten Farbe hin zu einer weiteren definierten Farbe bei der Durchsicht
des mit Farbeffekts versehenen Funktionsschichtträgers beispielsweise durch ein Loch
im Trägersubstrat, auf dem der Funktionsschichtträger aufgebracht ist.
[0003] Derartige optisch variable Sicherheitselemente sind beispielsweise Dünnschichtelemente,
die aus einer Reflektorschicht, einem Dielektrikum und einer Absorberschicht bestehen.
Wird das Sicherheitselement von der Absorberseite aus betrachtet, nimmt der Betrachter
eine bestimmte Farbe wahr, die sich mit Änderung des Betrachtungswinkels ändert.
[0004] Ursache der Farbverschiebung ist ein Interferenzeffekt zwischen den Lichtstrahlen,
die von der Oberfläche der äußeren teildurchlässigen Schicht (Absorberschicht) reflektiert
werden, und den Lichtstrahlen, die durch die äußere teildurchlässige und die mittlere
dielektrische Schicht hindurchtreten und von der inneren Metallreflektorschicht zu
der teildurchlässigen Schicht zurückreflektiert werden. An der teildurchlässigen Schicht
werden die Lichtstrahlen daraufhin entweder nach außen transmittiert oder wieder reflektiert,
so dass in diesem Fall die Lichtstrahlen mehrfach zwischen der Reflexionsschicht und
der teildurchlässigen Schicht hin- und herreflektiert werden. Somit haben die Lichtstrahlen,
die durch die Dünnfilmschicht hindurch getreten sind, einen längeren Weg zurückgelegt
als die auf der Oberfläche der Dünnfilmschicht reflektierten Lichtstrahlen, so dass
sie gegenüber diesen phasenverschoben sind, wenn sie mit ihnen interferieren.
[0005] Treffen die auf die Dünnfilmschicht einfallenden Lichtstrahlen mit unterschiedlichen
Einfallswinkeln auf die Dünnfilmschicht auf, ist der im der Dünnfilmschicht zurückgelegte
Weg der Lichtstrahlen unterschiedlich lang. Dieser Unterschied resultiert aus der
durch den Einfallswinkel geänderten Wegdifferenz der mehrfach innerhalb der Dünnfilmschicht
reflektierten Strahlen. Deshalb ist die Phasenlage der interferierenden Lichtstrahlen
je nach Einfallswinkel unterschiedlich, so dass sich je nach Einfallswinkel unterschiedliche
Farben oder Farbtöne des resultierenden, vom Beobachter wahrgenommenen Lichtstrahls
ergeben.
[0006] Aus
WO 2009/149831 A2 ist ein Sicherheitselement aus mindestens einem Dünnschichtelement in Form eines
interferenzfähigen, mehrschichtigen Aufbaus bekannt. Der interferenzfähige, mehrschichtige
Aufbau besteht aus mindestens einer reflektierenden Schicht, mindestens einer teildurchlässigen
Schicht und mindestens einer zwischen diesen Schichten angeordneten dielektrischen
Schicht. Hierbei weist das Sicherheitselement in einem ersten Bereich eine Vielzahl
von Aussparungen in der reflektierenden Schicht und in einem zweiten Bereich mindestens
eine Aussparung oder eine Vielzahl von Aussparungen in der teildurchlässigen Schicht
auf. Hierbei ist der zweite Bereich zumindest teilweise innerhalb des ersten Bereiches
angeordnet und ist die Gesamtfläche des zweiten Bereiches, die zumindest teilweise
innerhalb des ersten Bereiches angeordnet ist, kleiner als die Gesamtfläche des ersten
Bereiches. Somit zeigt das Sicherheitselement, von der teildurchlässigen Schicht aus
betrachtet, in Aufsicht ein anderes Erscheinungsbild als in Durchsicht.
[0007] Aus
WO 2009/149833 A2 ist ein Sicherheitselement aus mindestens einem lichtdurchlässigen Substrat bekannt,
auf dem sich eine im Wesentlichen opake, gerasterte Schicht aus Rasterelementen befindet.
Hierbei ist innerhalb der im Wesentlichen opaken, gerasterten Schicht aus Rasterelementen
mindestens eine dünne, durchgehende, im Wesentlichen opake Linie angeordnet, die die
Form mindestens eines alphanumerischen Zeichens, einer Grafik oder eines Musters aufweist.
Solche Linien haben Linienbreiten von mindestens 0,1 mm bis 5 mm, vorzugsweise von
0,2 mm bis 0,7 mm, besonders bevorzugt etwa 0,5 mm. Anstelle von Linien können auch
flächenhafte Bereiche ohne Aussparung verwendet werden, so dass das gebildete alphanumerische
Zeichen, Muster oder die Graphik lediglich in Durchsicht, nicht jedoch in Aufsicht
erkennbar ist. Dieses Sicherheitselement zeigt damit, mindestens von der Seite der
im Wesentlichen opaken, gerasterten Schicht aus betrachtet, in Aufsicht ein anderes
Erscheinungsbild als in Durchsicht.
[0008] Nachteil des Stand der Technik ist, dass die Formgebung der aufgedampften Schichten
z.B. durch Demetallisierung nur relativ einfache Motive zulässt, da einerseits eine
Limitierung der Strichstärke gestalterische Grenzen setzt, andererseits das Entfernen
von Aufsichts-/ Durchsichtsfläche den Effekt reduziert.
[0009] Es ist somit Aufgabe der Erfindung, eine komplexere Ausgestaltung eines Sicherheitsmerkmals
zu erzeugen, z.B. durch Erzeugung eines Durchsichts-/ Aufsichtsfarbeffekts mit einem
filigranen Motiv. Dieses Motiv ist in Aufsicht bevorzugt nicht oder nur einseitig
sichtbar und lässt in der Durchsicht ein sehr feines Motiv sichtbar werden, welches
in einer anderen Farbe oder Helligkeit mittels einer Kombination einer bestimmten
metallischen oder farbigen oder opaken Struktur mit der darüber aufgebrachten Durchsichts-/Aufsichtsschicht
erzeugt wird.
[0010] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst. Weiterbildungen
der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0011] Erfindungsgemäß wird der zusätzliche Auf-/ Durchsichtseffekt durch mindestens eine
Anordnung von Bildelementen erzeugt, die auf mindestens einer Seite des optisch variablen
Sicherheitselements aufgebracht ist.
[0012] Diese Bildelemente sind besonders bevorzugt als Rasterelemente ausgestaltet, wobei
das einzelne Rasterelement punkt- oder linienförmig ausgestaltet sein kann oder auch
jede beliebige andere Form annehmen kann, wie beispielsweise quadratisch, rechteckig,
dreieckig oder sternförmig. Die Anordnung von Rasterelementen bildet hierbei vorzugsweise
in ihrer Gesamtheit mindestens ein alphanumerisches Zeichen, eine Grafik oder ein
Muster. Ein Raster im Sinne dieser Erfindung ist eine gleichmäßige oder ungleichmäßige
Anordnung von Rasterelementen, wobei die Rasterelemente voneinander beabstandet sind.
[0013] Des Weiteren sind die Bildelemente bevorzugt als mindestens eine durchgehende oder
unterbrochene Fläche oder Linie in Form mindestens eines alphanumerischen Zeichens,
einer Grafik oder eines Musters ausgestaltet. Beispielsweise kann eine Fläche aus
im Wesentlichen opaken und transparenten Bildanteilen scherenschnittartig eine Person
oder die Wertzahl einer Banknote darstellen, die positiv, d.h. dunkel vor hellem Hintergrund,
oder negativ, d.h. hell vor dunklem Hintergrund, dargestellt ist. Hierbei können auch
schattenartige Effekte dargestellt werden, wobei beispielsweise der Rand einer Grafik
an einer Seite breiter ausgeführt ist als der Rand der gegenüberliegenden Seite.
[0014] Selbstverständlich können Bildelemente auch aus einer Mischung von Rasterelementen
und durchgehenden oder unterbrochenen Flächen ausgestaltet sein, wobei ein Teil des
abzubildenden alphanumerischen Zeichens, der Grafik oder des Musters aus Rasterelementen
und ein anderer Teil aus einer oder mehreren durchgehenden oder unterbrochenen Flächen
besteht.
[0015] Erfindungsgemäß besteht das Sicherheitselement somit aus in Aufsicht und Durchsicht
unterschiedlich farbig erscheinenden Funktionsschichten in Kombination mit feinen
Demetallisierungen oder Farben oder dergleichen.
[0016] Die Erfindung umfasst hierbei sowohl ein Substrat mit einem Sicherheitselement als
auch einen Datenträger mit einem Substrat mit einem Sicherheitselement. Der Datenträger
ist hierbei insbesondere ein Wertdokument, wie beispielsweise eine Banknote, ein Wertpapier,
eine Kredit- oder Ausweiskarte, ein Pass, eine Urkunde und Ähnliches, ein Label, eine
Verpackung oder ein anderes Element für die Produktsicherung.
[0017] Ein besonderer Vorteil der Erfindung ist, dass in Durchsicht nicht nur ein Motiv,
sondern auch eine von der Aufsichtfarbe verschiedene Farbe sichtbar wird. Dazu werden
insbesondere semitransparente Schichtsysteme mit einem Aufbau Absorber-Dielektrikum-Absorber
verwendet. Bevorzugt kann eine Absorberschicht mindestens bereichsweise durch eine
Reflektorschicht ersetzt werden.
[0018] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform bestehen die Rasterelemente aus einer Druckfarbe
oder aus einer metallischen oder metallartigen Beschichtung. Bevorzugt wird somit
ein Rasterdruck oder eine entsprechende separate Rasterdemetallisierung erzeugt, die
dem Farb-/Metallträger hinterlegt wird. Verschiedene Ausgestaltungen lassen eine Fülle
von Kombinationen zu, welche zu einem neuen und verbesserten Feature führen, Das Druckoder
Bedampfungsmaterial kann Farbe, oder Metall und Dielektrikum sein. Weitere Ausführungen
können fluoreszierende Farben, Farben unterschiedlicher Transparenz oder innerhalb
eines Spektralbereichs mehr oder weniger aktive Farben oder verschiedene Metalle enthalten.
Kombinationen der Ausführungen sind durch Substratausgestaltung mit zwei Fenstern
innerhalb einer Banknote möglich.
[0019] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung wird das Raster mit Hilfe eines
sogenannten Waschverfahrens hergestellt, das insbesondere aus der
WO 99/13157 A1 bekannt ist. Hierbei wird eine Waschfarbe auf die mindestens eine Seite des optisch
variablen Sicherheitselements aufgebracht, wobei die Waschfarbe ein Muster bildet,
das invertiert ist zu dem Muster. Auf die Waschfarbe wird eine Abdeckschicht aufgebracht
und mittels eines Waschvorgangs die Abdeckschicht an den Stellen wieder entfernt,
unter denen sich die Waschfarbe befindet, so dass die mindestens eine Anordnung von
Rasterelementen entsteht.
[0020] In weiteren, ebenfalls vorteilhaften Ausgestaltungen kann die Strukturierung mittels
eines Metalltransferverfahrens erfolgen. Dabei kann sowohl die Donor- als auch die
Akzeptorfolie verwendet werden (in sehr speziellen Ausführungen auch beide). Es können
eine einzelne Metallschicht (z.B. opake Metallisierung) oder mehrere Schichten transferiert
werden (z.B. Absorber und Dielektrikum). Der Begriff "Metalltransfer" soll hier nicht
im wörtlichen Sinne als Transfer ausschließlich metallischer Schichten verstanden
werden, sondern auch eine Erweiterung des so bezeichneten Verfahrens auf Schichtsysteme
mit nicht-metallischen Schichten (z.B. SiO2, MgF, TiO
2) beinhalten.
[0021] Besonderer Vorteil des Metalltransferverfahren ist, dass sehr hochaufgelöste Bilder
möglich sind, beispielsweise auch hochaufgelöste Halbtondarstellungen, wie Portraits,
oder Mikrotexte mit winzigen Schriftgrößen. Hierbei erfolgt eine derart feine Strukturierung
bzw. Rasterung einer Metallschicht mittels des Metalltransferverfahrens, dass sehr
hochaufgelöste Raster mit einer Liniendichte von mehr als 150 lpi (lines per inch),
bevorzugt mehr als 200 lpi und besonders bevorzugt mehr als 300 lpi sowie sehr feine
Strichstärken mit einer Strichstärke von kleiner 100 µm für noch sichtbare Text oder
kleiner als 10 µm oder sogar kleiner als 1 µm für Mikrotexte möglich sind. Diese Strukturierung
bzw. Rasterung ist nur mittels Mikroskop sichtbar und erscheint beispielsweise in
Durchsicht in einer ersten Farbe und in Aufsicht vor einem Hintergrund in einer zweiten
Farbe.
[0022] Sogenannte Durchsichts-/ Aufsichtsschichten zeichnen sich dadurch aus, dass in der
Durchsicht ein bestimmter Farbeindruck erzeugt wird. In der Aufsicht jedoch kann ein
anderer Farbeindruck, wie er beispielsweise durch Überdrucken mit einer mehr oder
weniger transparenten Lack-/Farbschicht erzielt werden kann, erzeugt werden. Sieht
man beispielsweise auf eine mit transparenter roter Farbe sehr dünn bemalte Folie,
so erscheint diese rot, während man beim Hindurchsehen durch diese Folie einen eher
grünen Farbeindruck haben kann. Die jeweilige zur Aufsichtsfarbe komplementäre Farbe
wird somit in der Durchsicht sichtbar (das Spektrum des transmittierten Lichts ergibt
sich als Betrachtungslichtspektrum minus Aufsichtslichtspektrum minus Absorption).
So etwas Ähnliches kann auch durch Bedampfen mit einer Abfolge von sehr dünnen abwechselnd
metallischen und dielektrischen Schichten erzeugt werden. Es ist auch möglich, einen
definierten Aufsicht-/Durchsichtseffekt mit völlig neuen Farbkombinationen zu erzeugen,
sogar ein fluoreszierender oder lumineszierender Aufsicht-/ Durchsichtseffekt ist
möglich.
[0023] Hinterlegt man das Dünnschichtelement mit einem Motiv, das aus einer feinen Metallisierung/
Demetallisierung oder einem mehr oder weniger opaken Farbdruck besteht (gerastert
oder nicht), so erhält man ein fein gestaltetes Motiv auf einem Träger. Es ergibt
sich in Durchsicht und Aufsicht eine unterschiedliche Farbwirkung, wobei das Motiv
von der einen Seite nicht und der gegenüberliegenden Seite ebenfalls nicht oder in
einer anderen als der Aufsichtsfarbe sichtbar ist. Vorteilhaft ist eine Rasterung
deshalb, weil sie die Ausführung feiner Motive und gleichzeitig eine hohe Flächendeckung
ermöglicht.
[0024] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Sicherheitselements ist vorgesehen,
dass der Farbeindruck, den die Rasterelemente in Aufsicht aufweisen, einem Farbeindruck
der Kombination dünner optisch wirksamer Schichten in Durchsicht und/ oder in Aufsicht
entspricht.
[0025] Das Dünnschichtelement in Form eines interferenzfähigen, mehrschichtigen Aufbaus,
das beispielsweise aus einer Aluminium-, einer Siliziumdioxidund einer Aluminiumschicht
besteht, kann auch durch andere effektgebende Materialien ersetzt werden, wie beispielsweise
eine Druckfarbe mit Iriodinoder Perlglanz-Pigmenten der Fa. BASF.
[0026] Der Rasterdruck kann auch mit Ultraviolett- oder Infrarot-aktiven Farben durchgeführt
werden, die nur im ultravioletten oder infraroten Wellenlängenbereich elektromagnetischer
Strahlung sichtbar sind.
[0027] Die oben und im Folgenden genannten Ausführungsformen und Ausführungsbeispiele zielen
primär auf die Abdeckung einer Öffnung bzw. eines Fensters in einer Banknote aus Baumwollpapier
ab. Mögliche weitere Ausführungsformen sind jedoch die Ausführung als Transferstreifen
und die anschließende Einbringung innerhalb von Mehrschichtsubstraten, wie sie beispielsweise
aus
WO 2004/028825 A2 oder aus
WO 2006/066431 A1 bekannt sind, sowie die Ausführung als Transferstreifen und die Applikation auf Polymersubstraten
mit transparentem Fenster. Das Substrat umfasst somit vorzugsweise Papier und/ oder
eine Folie, insbesondere eine transluzente Folie. Im einfachsten Fall besteht das
Substrat vollständig entweder aus Papier oder aus Kunststoff. Das Substrat kann jedoch
auch bereichsweise aus verschiedenen Materialien bestehen, und insbesondere in einem
Bereich aus Papier und zugleich in einem anderen Bereich aus Kunststoff, vorzugsweise
aus einer transluzenten Folie, bestehen.
[0028] Innerhalb eines Substrates können auch mehr als eine Öffnung bzw. Fenster einer Banknote
von einer Folie abgedeckt werden, welche die oben und im Folgenden genannten Ausführungsformen
und Ausführungsbeispiele enthält. Hierdurch sind Kombinationen der unterschiedlichen
Effekte innerhalb einer Banknote möglich.
[0029] Eine Betrachtung in Aufsicht ist im Sinne dieser Erfindung eine Beleuchtung des Sicherheitselements
von einer Seite und eine Betrachtung des Sicherheitselements von derselben Seite.
Eine Betrachtung in Aufsicht liegt somit beispielsweise dann vor, wenn die Vorderseite
des Sicherheitselements beleuchtet und auch betrachtet wird.
[0030] Eine Betrachtung in Durchsicht ist im Sinne dieser Erfindung eine Beleuchtung eines
Sicherheitselements von einer Seite und eine Betrachtung des Sicherheitselements von
einer anderen Seite, insbesondere der gegenüberliegenden Seite. Eine Betrachtung in
Durchsicht liegt somit beispielsweise dann vor, wenn die Rückseite des Sicherheitselements
beleuchtet und die Vorderseite des Sicherheitselements betrachtet wird. Das Licht
scheint somit durch das Sicherheitselement hindurch.
[0031] Anhand der nachfolgenden Ausführungsbeispiele und den ergänzenden Figuren werden
die Vorteile der Erfindung erläutert. Die Ausführungsbeispiele stellen bevorzugte
Ausführungsformen dar, auf die jedoch die Erfindung in keinerlei Weise beschränkt
sein soll. Des Weiteren sind die Darstellungen in den Figuren des besseren Verständnisses
wegen stark schematisiert und spiegeln nicht die realen Gegebenheiten wider. Insbesondere
entsprechen die in den Figuren gezeigten Proportionen nicht den in der Realität vorliegenden
Verhältnissen und dienen ausschließlich zur Verbesserung der Anschaulichkeit. Des
Weiteren sind die in den folgenden Ausführungsbeispielen beschriebenen Ausführungsformen
der besseren Verständlichkeit wegen auf die wesentlichen Kerninformationen reduziert.
Bei der praktischen Umsetzung können wesentlich komplexere Muster oder Bilder zur
Anwendung kommen.
[0032] Im Einzelnen zeigen schematisch:
- Fig. 1
- ein erfindungsgemäßes Sicherheitselement gemäß einer ersten beispielhaften Ausgestaltung
in zwei verschiedenen Ausführungsformen (Fig. 1a und Fig. 1b),
- Fig. 2
- ein erfindungsgemäßes Sicherheitselement gemäß einer zweiten beispielhaften Ausgestaltung
in drei verschiedenen Ausführungsformen (Fig. 2a, Fig. 2b und Fig. 2c),
- Fig. 3
- ein erfindungsgemäßes Sicherheitselement gemäß einer dritten beispielhaften Ausgestaltung,
- Fig. 4
- ein Bildelement als unterbrochene Fläche in Form einer Grafik und hierbei in Fig.
4a in positiver Darstellung und in Fig. 4b in negativer Darstellung.
[0033] Fig. 1 zeigt in Fig. 1a eine Trägerfolie 1, die beispielsweise eine PET-Folie ist,
auf der ein aluminiumfarbenes Raster aus Rasterelementen 2 aufgebracht ist. Das aluminiumfarbene
Raster kann hierbei vollflächig auf die Trägerfolie 1 aufgedampft und anschließend
beispielsweise durch einen Waschverfahren, wie es beispielsweise aus
WO 99/13157 A1 bekannt ist, teilweise wieder demetallisiert werden, so dass die Rasterelemente 2
auf der Trägerfolie stehen bleiben. Alternativ können die Rasterelemente 2 auch direkt
mittels üblicher, aus dem Stand der Technik bekannter Druckverfahren auf die Trägerfolie
1 aufgedruckt werden.
[0034] Auf dem Raster ist ein Dünnschichtelement 3 in Form eines interferenzfähigen, mehrschichtigen
Aufbaus angeordnet ist. Beispielsweise ist das Dünnschichtelement 3 dreischichtig
aufgebaut und besteht aus einer Aluminium-, einer Siliziumdioxid- und einer Aluminiumschicht.
Dieses Dünnschichtelement 3 erscheint in Aufsicht in einem goldenen und in Durchsicht
in einem blauen Farbton.
[0035] Ein Betrachter sieht in Aufsicht, von oben auf das Sicherheitselement gesehen, die
homogen erscheinende Goldfläche des Dünnschichtelements 3, das Rasterbild ist nicht
oder nur sehr schwach sichtbar. (Bei einer derart dünn ausgeführten unteren Aluminiumschicht
des Dünnschichtelements 3, so dass das Dünnschichtelement 3 auch in Aufsicht nicht
mehr opak, sondern transluzent ist, sind die Rasterelemente 2 geringfügig durch das
Dünnschichtelement 3 hindurch erkennbar.)
[0036] In Aufsicht, von unten auf das Sicherheitselement gesehen, erscheint das Rasterbild
aluminiumfarben vor dem goldenen Hintergrund des Dünnschichtelements 3.
[0037] In Durchsicht erscheint das Rasterbild dunkel vor einem blauen Hintergrund.
[0038] Fig. 1b zeigt eine Variante, bei der ein Raster aus goldfarbenen Rasterelementen
4 auf einer Seite der Trägerfolie 1 und das Dünnschichtelement 3 in Form eines interferenzfähigen,
mehrschichtigen Aufbaus auf der gegenüberliegenden Seite der Trägerfolie 1 angeordnet
ist. Die Farbe der Rasterelemente 4 ist hierbei so gewählt, dass sie der Farbe des
Dünnschichtelements 3 in Aufsicht entspricht.
[0039] Es ergibt sich in Aufsicht, von oben auf das Sicherheitselement gesehen, eine homogen
erscheinende Goldfläche. In Aufsicht, von unten auf das Sicherheitselement gesehen,
erscheint eine homogene Goldfläche, das Rasterbild ist nicht sichtbar. In Durchsicht
erscheint das Rasterbild dunkel vor blauem Hintergrund.
[0040] Zusätzlich zu der Demetallisierung des Schichtaufbaus gemäß Fig. 1a oder Fig. 1b
kann zusätzlich eine Formgebung der Aufsichts-/Durchsichtsschicht erfolgen, welche
per Design mit der Rasterschicht integriert sein kann. Hierbei sind passergenau oder
versetzt Designelemente von der bildgebenden Rasterung und der Durchsichtsfläche gold/blau
angeordnet. Auch logisch ergänzende Strukturen sind möglich, wie z.B. gerasterter
Goldfarbendruck außerhalb der Beschichtungsfläche, welcher sich unter der Beschichtung
fortsetzt. Beispielsweise wechselt ein Bild, das in Aufsicht mit goldenem, gerastertem
Rahmen und goldener Innenfläche erscheint, im Durchsicht zu einem schwarz gerasterten
Rahmen und blau hinterlegten, innen liegenden Bildmotiv.
[0041] Alternativ kann das Aufbringen der Rasterung durch Kaschierung einer separaten Folie
erfolgen. Besonders vorteilhaft ist eine Erzeugung der Rasterung durch ein Metalltransfer-Verfahren.
Dazu kann beispielsweise eine erste Folie ("Donorfolie") die Rasterung in Form von
Erhebungen (beispielsweise in einen Prägelack geprägt) aufweisen. Diese Donorfolie
wird dann mit einer schlecht haftenden Metallisierung beschichtet (beispielsweise
Aufdampfen) und anschließend mit einer weiteren Folie ("Akzeptorfolie") in Kontakt
gebracht, die mit einer klebrigen Oberfläche versehen ist (beispielsweise durch Beschichtung
mit einem klebrigen Lack). Trennt man anschließend die beiden Folien, so wird das
Metall an den Erhebungen der Prägung auf die Akzeptorfolie übertragen. Die Metallisierungen
auf Akzeptor- und Donorfolie weisen ein Positiv- bzw. Negativbild derselben feinen
Rasterung auf und können im Prinzip beide eine feine Rasterung für den Erfindungsgegenstand
bereitstellen. Die erzielbaren Strukturgrößen können hier weit unter denen liegen,
die sich mit herkömmlichen Druckverfahren (Druck einer Farbe oder Waschfarbe) erzielen
lassen, und beispielsweise nur wenige Mikrometer betragen.
[0042] Fig. 2 zeigt in Fig. 2a eine Trägerfolie 1, auf der ein Raster aus Rasterelementen
5 mit einer blauen transluzenten Farbe aufgedruckt und darauf das Dünnschichtelement
3 in Form eines interferenzfähigen, mehrschichtigen Aufbaus angeordnet ist. Die Farbe
der Rasterelemente 4 ist hierbei so gewählt, dass sie der Farbe des Dünnschichtelements
3 in Durchsicht entspricht.
[0043] Es zeigt sich in Aufsicht, von oben auf das Sicherheitselement gesehen, die goldfarbene
Oberfläche des Dünnschichtelements 3 und in Aufsicht, von unten auf das Sicherheitselement
gesehen, ein blaues Rasterbild vor dem goldfarbenen Hintergrund des Dünnschichtelements
3. In Durchsicht verschwindet das Rasterbild und es zeigt sich eine homogene blaue
Fläche.
[0044] Gemäß Fig. 2b ist auf eine Trägerfolie 1 das Dünnschichtelement 3 in Form eines interferenzfähigen,
mehrschichtigen Aufbaus angeordnet und darauf das Raster aus Rasterelementen 5 in
der blauen transluzenten Farbe der Fig. 2a aufgedruckt.
[0045] Es ergibt sich in Aufsicht, von oben auf das Sicherheitselement gesehen, ein blaues
Rasterbild vor dem goldfarbenem Hintergrund des Dünnschichtelements 3 und in Aufsicht,
von unten auf das Sicherheitselement gesehen, die goldfarbene Oberfläche des Dünnschichtelements
3. In Durchsicht verschwindet das Rasterbild und es ergibt sich eine homogene blaue
Fläche. Gemäß Fig. 2c ist auf einer Seite der Trägerfolie 1 das Dünnschichtelement
3 in Form eines interferenzfähigen, mehrschichtigen Aufbaus angeordnet und darauf
ein erstes Raster aus Rasterelementen 5 in einer blauen transluzenten Farbe aufgebracht.
Auf der anderen Seite der Trägerfolie 1 ist ein zweites Raster aus Rasterelementen
5 in einer blauen transluzenten Farbe aufgebracht, das jedoch ein anderes Muster als
das erste Raster darstellt.
[0046] Es ergibt sich in Aufsicht, von oben auf das Sicherheitselement gesehen, ein blaues
Rasterbild vor dem goldfarbenem Untergrund des Dünnschichtelements 3 und in Aufsicht,
von unten auf das Sicherheitselement gesehen, ein anderes blaues Rasterbild vor dem
goldfarbenem Untergrund des Dünnschichtelements 3. In Durchsicht von oben oder unten
verschwinden jeweils beide Rasterbilder und es ergibt sich eine homogene blaue Fläche.
[0047] Gemäß Fig. 3 ist auf einer Seite der Trägerfolie 1 ein Raster aus opaken Rasterelementen
7 aufgebracht und darauf das Dünnschichtelement 3 in Form eines interferenzfähigen,
mehrschichtigen Aufbaus angeordnet. Auf der anderen Seite der Trägerfolie 1 ist ein
weiteres Dünnschichtelement 3 in Form eines interferenzfähigen, mehrschichtigen Aufbaus
angeordnet.
[0048] Das Raster kann hierbei beispielsweise in Form einer schwarzen Farbe aufgedruckt
werden.
[0049] Es ergibt sich in Aufsicht, von oben und von unten auf das Sicherheitselement gesehen,
jeweils die homogene goldfarbene Fläche des Dünnschichtelements 3. In Durchsicht erscheint
das Rasterbild dunkel vor dem blauen Hintergrund des Dünnschichtelements 3.
[0050] Fig. 4 zeigt ein Bildelement als unterbrochene Fläche in Form einer graphischen Darstellung
des Kopfes einer weiblichen Person. Hierbei stellt die Fläche aus im Wesentlichen
opaken und transparenten Bildanteilen scherenschnittartig die Person dar. Fig. 4a
zeigt hierbei eine positive Darstellung, d.h. dunkle Bildanteile vor einem hellen
Hintergrund, und Fig. 4b eine negative Darstellung, d.h. helle Bildanteile vor einem
dunklen Hintergrund.
1. Optisch variables Sicherheitselement, das eine Kombination dünner optisch wirksamer
Schichten aufweist, das in Aufsicht mindestens einen ersten Farbeindruck und in Durchsicht
mindestens einen zweiten Farbeindruck aufweist, wobei das optisch variable Sicherheitselement
einen zusätzlichen Auf-/ Durchsichtseffekt aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der zusätzliche Auf-/ Durchsichtseffekt durch mindestens eine Anordnung von Bildelementen
erzeugt wird, die auf mindestens einer Seite des optisch variablen Sicherheitselements
aufgebracht ist.
2. Optisch variables Sicherheitselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bildelemente als Rasterelemente ausgestaltet sind.
3. Optisch variables Sicherheitselement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Bildelemente als mindestens eine durchgehende oder unterbrochene Fläche oder
Linie in Form mindestens eines alphanumerischen Zeichens, einer Grafik oder eines
Musters ausgestaltet sind.
4. Optisch variables Sicherheitselement nach mindestens einem der vorigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Bildelemente aus einer Druckfarbe bestehen.
5. Optisch variables Sicherheitselement nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Bildelemente aus einer metallischen oder metallartigen Beschichtung bestehen.
6. Optisch variables Sicherheitselement nach mindestens einem der vorigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Farbeindruck, den die Bildelemente in Aufsicht aufweisen, einem Farbeindruck
der Kombination dünner optisch wirksamer Schichten in Durchsicht entspricht.
7. Optisch variables Sicherheitselement nach mindestens einem der vorigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Farbeindruck, den die Bildelemente in Aufsicht aufweisen, einem Farbeindruck
der Kombination dünner optisch wirksamer Schichten in Aufsicht entspricht.
8. Verfahren zur Herstellung eines optisch variablen Sicherheitselements nach mindestens
einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bildelemente auf die mindestens eine Seite des optisch variablen Sicherheitselements
aufgedruckt werden.
9. Verfahren zur Herstellung eines optisch variablen Sicherheitselements nach einem der
Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine Waschfarbe auf die mindestens eine Seite des optisch variablen Sicherheitselements
aufgebracht wird, wobei die Waschfarbe ein Muster bildet, das invertiert zu dem Muster
des Sicherheitselementes ist, eine Abdeckschicht über die Waschfarbe aufgebracht wird
und mittels eines Waschvorgangs die mindestens eine Anordnung von Bildelementen erzeugt
wird.