(19)
(11) EP 2 708 647 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
19.03.2014  Patentblatt  2014/12

(21) Anmeldenummer: 13003865.6

(22) Anmeldetag:  02.08.2013
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E01B 27/00(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(30) Priorität: 12.09.2012 DE 102012017998
02.10.2012 DE 102012019361
26.07.2013 EP 13003741

(71) Anmelder: Zuercher Holding GmbH
77974 Meissenheim (DE)

(72) Erfinder:
  • Zuercher, Ralf
    77974 Meissenheim (DE)

(74) Vertreter: Goy, Wolfgang 
PATENTANWALT Zähringer Strasse 373
79108 Freiburg
79108 Freiburg (DE)

   


(54) Arbeitswagen fuer den Gleisbau bei Bahnstrecken


(57) Ein Arbeitswagen 5, 6, 6a, 6b für den Gleisbau bei Bahnstrecken, welcher Teil eines Arbeitszuges zur Sanierung der aus seinem Unterbau 11 sowie aus einem Gleis 12 bestehenden Bahnstrecke ist, weist eine Aufarbeitungseinrichtung 17 für ausgebauten Schotter 10 und/oder anderweitige Unterbaumaterialien für einen anschließenden Wiedereinbau auf, wobei der Schotter 10 und/oder die anderweitigen Unterbaumaterialien nicht durch einen Arbeitswagen 5, 6, 6a, 6b dieses Typs ausbaubar sowie wieder einbaubar ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Arbeitswagen für den Gleisbau bei Bahnstrecken nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

[0002] Der erfindungsgemäße Arbeitswagen für den Gleisbau bei Bahnstrecken ist dafür bestimmt und geeignet, in einer Reihe von sogenannten Material-Förder-Silo-Wagen (MFS-Wagen) eingereiht zu werden. Der erfindungsgemäße Arbeitswagen sowie die MFS-Wagen sind dabei Teil eines Arbeitszuges zur Sanierung (aber auch zur Erstellung) der aus einem Unterbau sowie aus einem Gleis bestehenden Bahnstrecke. Die MFS-Wagen weisen wenigstens ein durchgehendes Bodenförderband sowie am einen Ende oder an beiden Enden ein Übergabeförderband zur Übergabe von Material von einem MFS-Wagen zum nächsten MFS-Wagen auf. Optional können noch ein oder mehrere Dachförderbänder vorgesehen sein. Auch diese weisen endseitig wenigstens ein Übergabeförderband auf. Beim erfindungsgemäßen Arbeitswagen kann es sich hingegen um einen "herkömmlichen" Arbeitswagen handeln, auf welchem beispielsweise Materialien wie Schwellen gelagert werden können. Dieser Arbeitswagen weist nicht notwendigerweise Transportbänder für den Materialtransport auf, kann aber solche Transportbänder aufweisen. Es kann sich bei dem erfindungsgemäßen Arbeitswagen auch um einen eigenständigen Reinigungswagen oder um einen Materialwagen handeln.

[0003] Die klassischen MFS-Wagen haben die Aufgabe, auf den Baustellen die Materialien einerseits zu transportieren und andererseits die Materialien zwischenzubunkern. Dabei können mittels dieser MFS-Wagen die Materialien auf der Gleisachse in eine Arbeitsrichtung oder in entgegengesetzte Arbeitsrichtungen transportiert werden, ohne das Gleiseinschränkungsprofil (Lichtraumprofil) mit dem Material verlassen zu müssen.

[0004] Weiterhin sind sogenannte Gleisbaumaschinen bekannt, welche den auszubauenden Schotter aufnehmen, aufarbeiten und wieder einbauen. Diese Maschinen werden auch Bettungsreinigungsmaschinen genannt. Bei den marktüblichen Reinigungsmaschinen wird das Material innerhalb der Gesamtmaschine gereinigt. Die Gesamtmaschine kann hierbei aus mehreren zusammengehörenden Einzelkomponenten bestehen. Das gereinigte Gleisschottermaterial wird dem vorhandenen Gleiskörper wieder zugeführt, während das Abfallmaterial (Unterkorn und Schmutz) den klassischen MFS-Wagen für den Abtransport übergeben wird. Es gibt auch Reinigungstechniken, welche innerhalb eines Anhangs an gleisgebundenen Maschinen innerhalb eines Zugverbandes angeordnet sind und dort speziell für diese aufgereihte Maschinentechnik die Reinigungseinheit bilden.

[0005] Diese Bettungsreinigungsmaschinen sind sehr komplexe Gebilde, welche entsprechend komplex und massiv ausgebildet sind. Sie sind in einem entsprechenden Arbeitswagen integriert und weisen - vor allem - gleichzeitig auch eine Einrichtung zum Ausbauen des Schotters sowie eine Einrichtung zum Wiedereinbau des aufgearbeiteten Schotters auf. Dies bedeutet aber, daß diese Bettungsreinigungsmaschinen sehr speziell und individuell ausgebildet sind und nur für diesen einen Zweck verwendet werden können.

[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Arbeitswagen für den Gleisbau bei Bahnstrecken der eingangs angegebenen Art zu schaffen, welcher einerseits einem speziellen Aufgabengebiet zugeführt ist und welcher andererseits dennoch universell einsetzbar ist.

[0007] Die technische Lösung ist gekennzeichnet durch die Merkmale im Kennzeichen des Anspruchs 1.

[0008] Dadurch ist ein spezieller modularer Arbeitswagen in Form eines Reinigungs- bzw. Aufarbeitungsmoduls zur Reinigung bzw. Aufarbeitung von Schotter und/oder Erdmassen innerhalb eines modular gestaltbaren Arbeitsverbandes von Einzelmaschinen geschaffen. Der erfindungsgemäße Arbeitswagen ist in einer Reihe von Material-Förder-Silo-Wagen (MFS-Wagen) oder dgl. eingereiht. Das erfindungsgemäße Reinigungsmodul ist dabei variabel und voll funktionsfähig und kann an jeder beliebigen Stelle innerhalb eines Zugverbandes aus Material-Förder-Silo-Wagen oder dgl. eingereiht und verwendet werden. Die Aufarbeitung des Schotters und/oder der Erdmassen (also diejenigen Bestandteile des Gleisbettes, welche sich unter dem Schotter befinden) ist dabei im allgemeinsten Sinne zu verstehen. Wesentlich beim erfindungsgemäßen modularen Arbeitswagen ist, daß dieser Arbeitswagen eine vollständig eigenständige, modulare Einheit bzw. Maschine darstellt, welche völlig unabhängig von anderen Arbeitswagen bzw. Maschinen verwendet und eingesetzt werden kann und wird. Dies bedeutet auch, daß der erfindungsgemäße modulare Arbeitswagen nicht darauf angewiesen und nicht dafür bestimmt ist, in einem ganz bestimmten Verbund von mehreren Arbeitswagen eingereiht zu werden, welche in ihrer Gesamtheit eine Maschine definieren. Der erfindungsgemäßen modularer Arbeitswagen ist somit als eigenständige Maschine zu verstehen und nicht Teil einer Gesamtmaschine, welche aufgrund der Maschinenlänge auf mehrere Arbeitswagen verteilt ist. Wesentlich ist weiterhin, daß der Schotter und/oder die anderweitigen Unterbaumaterialien nicht durch den erfindungsgemäßen Arbeitswagen ausgebaut und ggf. wieder eingebaut werden. Neben dem vollständigen oder teilweisen Wiedereinbau der Materialien im Rahmen des Ausbau- und Wiedereinbauarbeitszyklusses ist auch ein Abtransport der Materialien möglich, ohne daß diese innerhalb dieses Zyklusses wieder eingebaut werden. Sie können nach einer Zwischenspeicherung auf entsprechenden Arbeitswagen anderweitig deponiert oder verarbeitet werden.

[0009] Der besondere Vorteil des erfindungsgemäßen Arbeitswagens besteht darin, daß von einem herkömmlichen, klassischen Arbeitswagen ausgegangen wird, welcher mit einer speziellen Aufarbeitungseinrichtung für den ausgebauten Schotter und/oder anderweitiger Unterbaumaterialien ausgerüstet bzw. nachgerüstet ist. Dabei ist dieser Arbeitswagen mit seiner Aufarbeitungseinrichtung nur für diesen speziellen Zweck ausgebildet. Insbesondere ist der erfindungsgemäße Arbeitswagen nicht dazu geeignet und nicht dafür bestimmt, den Schotter und/oder die anderweitigen Unterbaumaterialien auszubauen und einzubauen. Der Ausbau und der Wiedereinbau erfolgt durch andere, spezielle Arbeitswagen, welche nicht Arbeitswagen im erfindungsgemäßen Sinne sind. Dadurch ist insgesamt ein hochmodulares System für die Bereitstellung eines Arbeitszuges im Gleisbau geschaffen, wobei jeder Arbeitswagen dieses Arbeitszuges ein spezielles Arbeitsmodul definiert.

[0010] Somit ist erfindungsgemäß mittels des modifizierten Arbeitswagens der Erfindung eine Aufarbeitung des ausgebauten Schotters und/oder anderweitiger Unterbaumaterialien ohne komplexe Reinigungsmaschinen möglich, und zwar vor allem unabhängig von der Art der Aus- und Einbaueinheit für den Schotter. Somit ist erfindungsgemäß sowohl für separate Schotterausbaueinheiten als auch für separate Schottereinbaueinheiten unterschiedlichster Art eine Reinigungsmöglichkeit für den Schotter innerhalb eines Arbeitswagenverbundes in dem Sinne geschaffen, daß hierdurch ein modulares Aufarbeiten der Materialien möglich ist, und zwar unabhängig von der Technik, welche den Aus- und den Einbau der Materialien, beispielsweise Schotter, vornimmt. Dadurch ist eine Reinigung für verschiedene Anwendungen im modularen Einsatz geschaffen. Durch diese Arbeitsweise kann beispielsweise der Schotterausbau und Schottereinbau mittels eines Baggers vor Kopf, aber auch mit komplexen Aus- und Einbaueinheiten variabel und kostenorientiert ermöglicht werden. Je nach Erfordernis der Arbeitsgeschwindigkeit innerhalb des Baufensters kann dann immer die günstigste Variante für die auszuführenden Arbeiten gewählt werden. Ein weiterer Vorteil mittels des erfindungsgemäß modifizierten Arbeitswagens besteht darin, daß sowohl gereinigter Schotter als auch die bei der Reinigung anfallenden Entsorgungsanteile logistisch besser getrennt und auf dem Gleis verwendungsgerechter zwischengebunkert werden können. Der erfindungsgemäße Arbeitswagen wird somit als Aufarbeitungswagen in eine Reihung von herkömmlichen MFS-Wagen eingereiht. Der Erfindungsschutz erstreckt sich dabei sowohl auf den Arbeitswagen in Form des erfindungsgemäßen Reinigungsmoduls für die Reihung innerhalb eines Wagenverbundes an sich, aber auch auf den dadurch geschaffenen modularen Reinigungszug mit seiner modularen Reinigungsmöglichkeit. Der erfindungsgemäße modifizierte Arbeitswagen ist dabei für die optional zu verwendenden, separaten gleisgebundenen sowie nicht gleisgebundenen Aus- und Einbaueinheiten für den Schotter und/oder die anderweitigen Unterbaumaterialien zu sehen.

[0011] Der erfindungsgemäße modifizierte Arbeitswagen mit seiner Aufarbeitungseinrichtung kann dabei zunächst in einer Grundversion ausgebildet sein. Diese Grundversion übernimmt die Basisaufarbeitung des Materials, welches zunächst das aufzuarbeitende Material des variablen Arbeitsverbundes aufnimmt. So kann in dieser Grundversion des Arbeitswagens das Material (insbesondere Schotter) fachgerecht mittels Sieben und Klassieren einer Wiederverwendung zugänglich gemacht werden. In diesem Arbeitswagen können sämtliche technische Lösungen für Sieben, Klassieren, Waschen, Trocknen, Brechen, Schärfen sowie weitere Vorgänge durchgeführt werden. Über entsprechende Transportbänder werden dabei die Materialien dem erfindungsgemäßen Arbeitswagen zugeführt und der Aufarbeitungseinrichtung aufgegeben. Darin werden dann die gewünschten Arbeitsvorgänge ausgeführt, um den Schotter (oder allgemein das Material) aufzuarbeiten und einer weiteren Verwertung zugänglich zu machen.

[0012] Auf diese Weise ist auf einfache Art eine modulare Aufarbeitungseinrichtung durch Integration in einen Arbeitswagen geschaffen, welche in einen Arbeitszugverband eingereiht werden kann. Dieser kann hierbei aus allen denkbaren Einzelkomponenten, d. h. Einzelarbeitswagen bestehen und beliebig aufgereiht sein. So kann eine gleisgebundene oder gleisunabhängige Arbeitseinheit zum Ausbau und zum Einbau des Schotters mit optionalen Übergabewagen vorgesehen sein, weiterhin optional herkömmliche MFS-Wagen für das Zwischenbunkern der Materialien, weiterhin das erfindungsgemäße Reinigungsmodul, weiterhin optional entsprechend ausgebildete weitere Arbeitswagen für Waschung und Separation bei Platzmangel der Komponenten in der Grundversion des erfindungsgemäßen Arbeitswagens sowie schließlich weitere herkömmliche MFS-Wagen zur Zwischenspeicherung von nicht verwendungsfähigem Reinigungsgut. Nach der Aufarbeitung der Materialien (insbesondere des Schotters) wird der nach der Aufarbeitung wiederverwendbare Schotter dem Wagen mit der entsprechenden Einbaueinheit zugeführt. Der Schotter wird dabei als Recyclingschotter eingebaut. Die wiederverwendbaren Feinanteile der Schotterreinigung können bei Bedarf in erweiterter optionaler Form in einem weiteren Aufarbeitungsmoduls in der Maschinenreihung den Unterbauschichten, nämlich der Kies- oder Planumsschutzschicht, beigemischt werden.

[0013] Weitere denkbare Varianten und Optionen sind durch die Anbringung von zusätzlichen Transportbändern an den einzelnen MFS-Wagen denkbar. Hier können ablauftechnisch Bodenförderbänder mit endseitigen Übergabeförderbändern, Dachförderbänder mit endseitigen Übergabeförderbändern für einen optimalen ablauftechnischen Transportfluß der Materialien vorgesehen sein. Weiterhin können die Einzelmodule elektronisch gekoppelt werden, um die Abläufe teil- oder voll zu automatisieren. Ebenso kann das Material durch jegliche denkbare Aufgabeeinheit, so beispielsweise durch einfache Bagger oder Fräsen, aufgegeben oder auch wieder mittels Bagger und Walzen eingebaut werden. Es kann somit im Kopfbereich des Arbeitszuges sowohl die gleisgebundene modulare Verfahrensweise stattfinden als auch die gleisungebundene. Dies hängt lediglich von der gewählten Technologie zum Ausbau und Einbau der Materialien am Ausbau- und Einbauort ab.

[0014] Ebenso kann der erfindungsgemäße Arbeitswagen einen eigenen oder einen fremden Antrieb zur Vorwärtsbewegung besitzen. Dieser kann innerhalb eines Moduls innerhalb der Maschinenreihung eingebaut sein oder aber auch als separate Antriebseinheit innerhalb der Reihung der Arbeitswagen eingereiht werden.

[0015] Der erfindungsgemäße Arbeitswagen ist mit seiner Aufarbeitungseinrichtung für ausgebauten Schotter und/oder anderweitiger Unterbaumaterialien - wie bereits ausgeführt - in einer Reihe von weiteren Arbeitswagen (jedoch anderen Typs) des Arbeitszuges eingereiht, wobei der erfindungsgemäße Arbeitswagen Transportbänder zum Durchtransport von Materialien dieser benachbarten weiteren Arbeitswagen aufweist. Darunter ist zu verstehen, daß sich an den erfindungsgemäßen Arbeitswagen beidseitig andersartige Arbeitswagen, beispielsweise MFS-Wagen oder dgl. anschließen, wobei die Notwendigkeit besteht, die Materialien längs des Arbeitszuges zu transportieren, ohne daß der erfindungsgemäße Arbeitswagen mit seiner Aufarbeitungseinrichtung ein Hindernis und Unterbruch für diesen Materialtransport darstellt und der Materialtransport dort stockt. Insofern schlägt diese bevorzugte Weiterbildung vor, daß die Materialien gewissermaßen durchtransportiert werden können, ohne daß der erfindungsgemäße Arbeitswagen mit seiner Aufarbeitungseinrichtung ein Hindernis darstellt. Dadurch ist insgesamt ein logistisch flexibel erweiterbarer Arbeitswagen in Form eines Aufarbeitungsmoduls und/oder Reinigungsmoduls geschaffen, welcher auf dem erfindungsgemäßen Arbeitswagen basiert. Damit sind die logistischen Möglichkeiten des erfindungsgemäßen Arbeitswagens derart erweitert, daß die Materialströme durch den erfindungsgemäßen Arbeitswagen mit seiner modularen Reinigungs- und Aufarbeitungstechnik geführt werden können, und zwar Materialströme, welche mit der Aufarbeitung für ausgebauten Schotter und/oder anderweitiger Unterbaumaterialien in dem erfindungsgemäßen Arbeitswagen an sich nichts zu tun haben. Der erfindungsgemäße Arbeitswagen mit dem erfindungsgemäßen Reinigungs- und/oder Aufarbeitungsmodul wird also Teil eines flexiblen logistischen Transport- und Förderweges innerhalb eines modular flexibel gestaltbaren Zugverbandes. Es wird dadurch ermöglicht, innerhalb eines beliebig aufgereihten Zugverbandes aus Material-Förder-Silo-Wagen oder dgl. den erfindungsgemäßen Arbeitswagen mit seiner Aufarbeitungseinrichtung einreihen zu können, ohne in der Reihung der Arbeitswagen Zwänge im Materialfluß zu haben. Dadurch können die möglichen Materialförderströme der angrenzen den Materialförderwagen durch den erfindungsgemäßen logistischen Arbeitswagen mit dem Reinigungsmodul variabel so geführt werden, daß der erfindungsgemäße Arbeitswagen mit seiner Aufarbeitungseinrichtung auch ohne (gleichzeitige) Reinigungsleistung als Durchlaufmodul für die Materialien in allen möglichen Förderrichtungen von angrenzenden Materialförderwagen fungiert.

[0016] Ausgangspunkt ist somit das erfindungsgemäße Reinigungsmodul sowie jegliches weitere Aufarbeitungsmodul für die Reihung innerhalb eines Wagenverbundes aus MFS-Wagen oder dgl. in Verbindung mit der modularen logistischen Erweiterung bei Reinigungs- und/oder Aufarbeitungsleistungen mit einem modularen Reinigungszug/Aufarbeitungszug. Die Erweiterung kann dabei modulare Wasch-, Sieb- sowie Aufarbeitungsmodule etc. aufweisen, einschließlich die für die modulare Reinigungseinheit optional verwendbare gleisgebundene (oder auch gleisungebundene) Aus- und Einbaueinheit. Durch die zusätzliche Ausstattung des erfindungsgemäßen Arbeitswagens mit entsprechenden Förderbändern ist die Einstellung des erfindungsgemäßen Arbeitswagens innerhalb eines beliebig aufgereihten Zugverbandes mit Materialförderwagen möglich. Dadurch lassen sich beliebig viele Module dieser Bauart in die Förderstraße von MFS-Wagen oder dgl. einstellen, ohne durch deren Funktion die Förderstromleistung zu behindern oder zu beeinträchtigen. Somit ist eine beliebige Reihung verschiedenster Maschinentechnik im modularen System innerhalb eines Verbundes aus Materialförderwagen möglich, ohne negative Einflüsse und Zwänge auf die Materialströme der angrenzenden und aufgereihten Materialförderwagen zu haben. Dies erlaubt in vielerlei Hinsicht ganz neue Möglichkeiten von Maschinenzusammenstellungen und logistischen Anwendungen im Gleisbausektor mit modularer Technik.

[0017] Schließlich werden zum Durchtransport der Materialien die Transportbänder des erfindungsgemäßen Arbeitswagens verwendet. Diese Transportbänder des Arbeitswagens sind dabei vorzugsweise reversibel betreibbar. Dies bedeutet, daß für den Durchtransport der Materialien die an sich schon vorhandenen Transportbänder des erfindungsgemäßen Arbeitswagens verwendet werden. Für diesen Fall kann der Betrieb der Aufarbeitungseinrichtung unterbrochen werden.

[0018] Die Weiterbildung gemäß Anspruch 2 schlägt verschiedene Möglichkeiten der Aufarbeitungseinrichtung für Schotter vor.

[0019] Eine bevorzugte Weiterbildung schlägt gemäß Anspruch 3 vor, daß unterschiedliche Arbeitswagen des erfindungsgemäßen Typs für unterschiedliche Aufarbeitungsarten des Schotters und/oder der anderweitigen Unterbaumaterialien vorgesehen sind. Der besondere Vorteil besteht darin, daß der Modulcharakter der einzelnen Arbeitswagen gefördert wird. Die Grundversion des erfindungsgemäßen Arbeitswagen dient dabei der Basisaufarbeitung des Materials. Optional zugeschaltete weitere, spezielle erfindungsgemäße Arbeitswagen können dann für weitere Aufarbeitungsschritte dienen. Diese speziellen Arbeitswagen können auf unterschiedliche Weise miteinander kombiniert und in einem Reihenverbund aufgestellt werden. Somit können neben der Grundvariante des erfindungsgemäßen Arbeitswagens ein oder mehrere Zusatzwagen hinzugefügt werden. Dadurch ist eine hohe Spezifikation hinsichtlich der Modulbauweise geschaffen. So kann in der Grundversion der erfindungsgemäße Arbeitswagen das aufgenommene Material sieben und klassieren und somit einer Wiederverwendung zugänglich machen. In einem Zusatzwagen können optional beispielsweise bei Platzmangel der Komponenten im Arbeitswagen der Grundversion die Materialien gewaschen und separiert werden. Je nach Ausbildung der Zusatzwagen ist dadurch eine hohe Individualität in dem Sinne geschaffen, daß das Basismodul um ein oder mehrere zusätzliche Wagenmodule erweitert werden kann, die der Auslagerung von Reinigungs- und Wascharbeiten sowie anderer Arbeiten dienen können. Das ganze System ist dabei beliebig gestaltbar und dient u. a. der Platzerweiterung für das erfindungsgemäße Basismodul des Arbeitswagens. Diese erweiterte Aufarbeitung kann somit die unterschiedlichsten Schritte beinhalten, beispielsweise Waschen und Sieben des Schotters. Aber auch andere Behandlungsmethoden wie Brechen oder Schärfen des Schotters können hier als Arbeitsschritte in ein oder mehreren Modulen erfolgen.

[0020] Auch ist es denkbar, wiederverwendbare Feinanteile der Schotterreinigung bei Bedarf in einem entsprechenden Aufarbeitungsmodul des Arbeitswagens beispielsweise den Unterbauschichten, insbesondere der Kies- oder Planumsschutzschicht, beizumischen. In diesem optionalen Aufarbeitungsschritt in einem entsprechend ausgebildeten Arbeitswagen können zusätzlich noch Bodenverbesserungsmaßnahmen durchgeführt werden. Durch Beigabe von Bodenverbesserungsmitteln und Zuschlagstoffen kann hierbei eine gezielte Rezeptur und Sieblinie im Bereich der Kies- und Planumsschutzschichten optional hergestellt und eingebaut werden. Hierdurch ist eine Erhöhung der Verwendung der Ausbaustoffe durch diese optionalen Erweiterungsmodule gewährleistet. Die Maschine kann somit durch Erweiterungsmodule in entsprechenden separaten Arbeitswagen mit flexiblem und bedarfsgerechtem Einsatz eine maximale Verwertung aller Ausbaustoffe erreichen. Nur die reinen Abfallstoffe müssen im maximalen Ausbaustadium der Maschine abgeführt und entsorgt werden.

[0021] Die Weiterbildung gemäß Anspruch 4 schlägt vor, daß der Arbeitswagen im mittleren Bereich ein Zwischenförderband aufweist. Mit diesem Zwischenförderband ist es möglich, Material insbesondere von der Aufarbeitungseinrichtung zu dem Dachförderband zu transportieren. Gleichermaßen ist es auch denkbar, Material vom Dachbereich in den Bodenbereich des Arbeitswagens zu transportieren. Durch diesen Zwischenförderband ist die Materiallogistik weiter verbessert und optimiert.

[0022] Die Weiterbildung gemäß Anspruch 5 schlägt die Logistik für die wiederverwendbaren Bestandteile und für die nicht wiederverwendbaren Bestandteile des aufgearbeiteten Schotters und/oder anderweitiger Unterbaumaterialien vor. So wird das Abfallmaterial (Unterkorn und Schmutz) den herkömmlichen MFS-Wagen für den Abtransport übergeben. Dabei werden nach der Aufarbeitung die gereinigten Stoffe und die Abfallstoffe in unterschiedliche Richtungen aus dem Wagen ausgegeben. Somit wird in einer Arbeitsrichtung das verwendbare Material zur Verfügung gestellt, während in die andere Arbeitsrichtung der nicht verwendbare Anteil ausgetragen wird.

[0023] Die Weiterbildung gemäß Anspruch 6 bindet den erfindungsgemäßen modularen Arbeitswagen in den Gesamttransport des Schotters (aufbereiteter Altschotter sowie Neuschotter) zu einem Ausbaugerät bzw. einem Einbaugerät mit ein. Dabei kann die Zuführung des Altschotters sowie des Neuschotters gleichzeitig erfolgen. Dies bedeutet insgesamt eine optimale Logistik für die Zuführung des Schotters.

[0024] Weiterhin schlägt die Weiterbildung gemäß Anspruch 7 vor, daß die Aufarbeitungseinrichtung auf dem Arbeitswagen entweder permanent angeordnet ist oder lösbar anordenbar ist. Die Aufarbeitungseinrichtung kann somit aus einer kompakt verbauten, eigenständigen Maschine bzw. Arbeitswagen bestehen. Alternativ kann das System auch aus einem herkömmlichen Standardbahnwagen mit einem sogenannten Hukepackreinigungsmodul bestehen. Dies bedeutet, daß bei dieser letztgenannten Alternative ein am Markt vorhandenes Reinigungsmodul (z.B. in Form einer mobilen Brech- und Siebanlage oder anderweitigen Modulen) von der Form und dem Gewicht so umkonstruiert wird, daß es als Ladevolumen auf einen Standardbahnwagen aufgesattelt werden kann und als Reinigungsmodul im Gleisbau für die erfindungsgemäße modulare Grundmaschine eingesetzt werden kann. Dieses Modul, welches dann als Lademodul für den Bahnwagen umkonstruiert wurde, kann hierbei (im Gegensatz zum permanenten modularen Kompaktmodul) jedoch auch abgesattelt und weiteren Verwendungen im gleislosen Sektor zur Verfügung gestellt werden. Diese Hukepackalternative hat also optional weitere Einsatzmöglichkeiten im gleislosen Bereich, welche zu erheblichen Einsatzerweiterungen führen können. Die Hukepackalternative kann für alle Reinigungs- und Waschmodullösungen zur Anwendung kommen.

[0025] Die Weiterbildung gemäß Anspruch 8 schlägt vor, daß bei der Aufarbeitung des Schotters und/oder anderweitiger Unterbaumaterialien anfallende Feinanteile oder nicht verwertbare Stoffe durch die Zugabe von Zuschlagsstoffen verbessert und aufgearbeitet werden. Derartige Verbesserungsmittel können Kalk oder Zement sein. Andere Verbesserungsmittel bzw. Verbesserungsstoffe sind denkbar. Durch diese Aufarbeitung können die zunächst nicht verwertbaren Materialien der Aufarbeitung dann doch entsprechend wiederverwendet werden und gehen somit in den Recyclingzyklus ein. Diese Verbesserung sowie Aufarbeitung der Stoffe erfolgt insbesondere in einem separaten Arbeitswagen.

[0026] Gemäß der Weiterbildung in Anspruch 9 kann der erfindungsgemäße Arbeitswagen mit seiner Aufarbeitungseinrichtung oder seinen Aufarbeitungseinrichtungen entweder in die Reihe der anderen Arbeitswagen des Arbeitszuges eingereiht sein oder aber der erfindungsgemäße Arbeitswagen ist als Kopfarbeitswagen ausgebildet. Bei der Verwendung des erfindungsgemäßen Arbeitswagens als Kopfreinigungsmodul kann dieses einen Aufgabetrichter für das aufzuarbeitende Material besitzen. Dieser Aufgabetrichter kann einziehbar und/oder einklappbar sein. Diesem Aufgabetrichter bzw. dem Kopfarbeitswagen wird das Material mittels eine Beladeeinheit (beispielsweise Bagger oder Fräse) oder mittels eine Beladestation aufgegeben. Insgesamt kann somit der erfindungsgemäße Arbeitswagen mit der Aufarbeitungseinrichtung modular in einem Zugverband einreihbar sein oder aber - erweitert mit einem Aufgabetrichter - für Arbeiten am Kopf ausgeführt werden. Beispielsweise kann der Aufgabetrichter abnehmbar sein, so daß der Reinigungswagen entweder vor Kopf (mit anmontiertem Aufgabetrichter) angeordnet ist oder aber in die Reihe der anderen Arbeitswagen (dann ohne Aufgabetrichter) eingereiht ist.

[0027] Die Weiterbildung gemäß Anspruch 10 schlägt vor, daß der Arbeitswagen im modularen System sowohl für gleisgebundene als auch für gleisunabhängige Aus- und Einbaueinheiten für Schotter und/oder anderweitige Unterbaumaterialien bestimmt und ausgebildet ist. Dadurch ist ein universelles und vor allem modulares System geschaffen, was den Ausbau und den Einbau der Materialien betrifft.

[0028] Die Weiterbildung gemäß Anspruch 11 schlägt vor, daß der erfindungsgemäße modulare Arbeitswagen als separate Arbeitseinheit für Schotter und/oder andere Bodenmaterialien verwendet werden kann.

[0029] Die Weiterbildung gemäß Anspruch 12 ermöglicht die Reihung sowie Zufuhr/Abfuhr von Neumaterial sowie Altmaterial in ein und denselben Materialförderwagen/Arbeitswagen. Dadurch ist die Logistik der Materialien weiter verbessert.

[0030] Gemäß der Weiterbildung in Anspruch 13 sind zum Durchtransport der Materialien zusätzliche Transportbänder vorgesehen. Hier kann es sich um Bodenförderbänder, um Dachförderbänder, um Übergabeförderbänder in den Endbereichen etc. handeln. Die Förderbänder können dabei grundsätzlich einreihig oder vorzugsweise mehrreihig ausgebildet sein. Dies gilt grundsätzlich für sämtliche Förderbänder des Arbeitszuges.

[0031] Die Weiterbildung gemäß Anspruch 14 schlägt die Verwendung von unterschiedlichen Typen von Förderbändern vor, nämlich einfache Förderbänder oder geteilte Förderbänder. Weiterhin können die Förderbänder eine fest vorgegebene Transportrichtung aufweisen. Sie können aber auch reversibel ausgebildet sein.

[0032] Schließlich schlägt die Weiterbildung gemäß Anspruch 15 vor, daß ein durchgehendes Dachförderband derart beweglich oder knickbar ausgebildet ist, daß es auch als Transportband zum Zuführen von Materialien zu einem Aufarbeitungsmodul und/oder als Transportband zum Durchtransport von Materialien verwendbar ist. Dadurch ist ein universeller Materialtransport möglich und realisiert.

[0033] Die Weiterbildung gemäß Anspruch 16 schlägt vor, daß der erfindungsgemäße modulare Arbeitswagen (in der Art einer Lokomotive) als Zugmaschine modular im Zugverband eingesetzt werden kann. Dies hat den Vorteil, wenn insbesondere große Wagenverbünde bewegt werden müssen.

[0034] Die Weiterbildung gemäß Anspruch 17 schlägt die steuerungsmäßige sowie bedientechnische Verknüpfung des erfindungsgemäßen modularen Arbeitswagens in der Reihe mit den anderen Arbeitswagen des Arbeitszuges vor. Dies bedeutet, daß der erfindungsgemäße modulare Arbeitswagen in die elektronische Gesamtlogistik des Arbeitszuges eingebunden ist.

[0035] Eine Weiterbildung hiervon schlägt gemäß Anspruch 18 vor, daß die elektronischen Verbindungen zur Automatisierung von Prozessen der einzelnen Arbeitswagen im gesamten Zug- oder Arbeitsverband vorgesehen sind.

[0036] Schließlich schlägt die Weiterbildung gemäß Anspruch 19 vor, daß beim Einsatz einer modularen Aus- und Einbaueinrichtung für den Schotter zusammen mit dem modularen Reinigungsmodul gemäß dem erfindungsgemäßen Arbeitswagen mit Aufarbeitungseinrichtung für den Schotter die Arbeitsrichtung des Gesamtverbandes des Arbeitszuges beliebig ist.

[0037] Die Merkmale in den Unteransprüchen stellen eigenständige Erfindungen dar, unabhängig vom Gegenstand des Hauptanspruches.

[0038] Ausführungsbeispiele eines erfindungsgemäßen Arbeitswagens im Verbund eines Arbeitszuges für den Gleisbau bei Bahnstrecken werden nachfolgend anhand der Zeichnungen beschrieben. In diesen zeigt:
Fig. 1
in schematischer Weise einen derartigen Arbeitszug, wobei die einzelnen Abschnitte dieses Arbeitszuges in der Zeichnung übereinander angeordnet sind;
Fig. 2a
eine Darstellung des erfindungsgemäßen Arbeitswagens, bei welchem die Aufarbeitungseinrichtung permanent auf dem Wagengestell angeordnet ist;
Fig. 2b
eine Darstellung des erfindungsgemäßen Arbeitswagens, bei welchem die Aufarbeitungseinrichtung lösbar auf dem Wagengestell angeordnet ist, und zwar in verschiedenen Ausführungsformem sowie in verschiedenen Darstellungen;
Fig. 3a bis 3c
die Verwendung des erfindungsgemäßen Arbeitswagens als Kopfarbeitswagen mit einem Aufgabetrichter;
Fig. 4
eine Darstellung entsprechend der in Fig. 1 mit einer schematischen Darstellung einer alternativen Variante des Arbeitszuges, wobei die einzelnen Abschnitte dieses Arbeitszuges in der Zeichnung übereinander angeordnet sind;
Fig. 5
eine schematische Ansicht des erfindungsgemäßen Arbeitswagens im Arbeitszug der Fig. 5;
Fig. 6a
der Wagen in Fig. 5 im normalen Betrieb zur Aufarbeitung für ausgebauten Schotter und/oder anderweitiger Unterbaumaterialien;
Fig. 6b
die Verwendung des erfindungsgemäßen Arbeitswagens in Fig. 5 beim Durchtransport von Materialien im Bodenbereich;
Fig. 6c
die Verwendung des erfindungsgemäßen Arbeitswagens in Fig. 5 beim Durchtransport von Materialien im Dachbereich;
Fig. 6d
die Verwendung des erfindungsgemäßen Arbeitswagens in Fig. 5 beim Durchtransport von Materialien im Dachbereich, jedoch im Vergleich zu Fig. 6c in entgegengesetzter Richtung;
Fig. 7
eine weitere schematische Darstellung des Arbeitszuges entsprechend der Darstellung in Fig. 1, jedoch mit einem modifizierten erfindungsgemäßen Arbeitswagen;
Fig. 8a bis 8c
der modifizierte erfindungsgemäße Arbeitswagen in Fig. 7 mit verschiedenen Einsatzmöglichkeiten des Materialflusses;
Fig. 9a bis 9c
der Arbeitswagen wie in den Fig. 7 sowie Fig. 8a bis 8c mit weiteren Varianten.


[0039] Der während der Arbeiten kontinuierlich vorwärtsbewegte Arbeitszug der Fig. 1 weist zunächst einen Arbeitswagen 1 zum Ausbau und zum Einbau von Schotter 10 der Bahnstrecke auf. Dieser Schotter 10 ist Teil des Unterbaus 11 für das Gleis 12. Dem Arbeitswagen 1 folgt - optional - ein Übergabewagen 2 für den Schotter 10.

[0040] Dem Übergabewagen 2 folgen optional - herkömmliche - Material-Förder-Silo-Wagen 3, 4 (sogenannte MFS-Wagen) oder dgl. die MFS-Wagen sind dabei nicht beschränkend zu verstehen. Es können auch andere Arbeitswagen sein.

[0041] Die MFS-Wagen 3, 4 dienen zum einen dem Transport der Materialien und zum anderen dem Zwischenbunkern von Materialien. Diese MFS-Wagen 3, 4 weisen jeweils ein oder mehrere Bodenförderbänder 13 auf. Im dargestellten Ausführungsbeispiel weist das eine Ende des MFS-Wagens 3, 4 ein Übergabeförderband 14 auf. Dieses ist um eine horizontale Achse verschwenkbar. Grundsätzlich können auch an beiden Enden des MFS-Wagens 3, 4 derartige verschwenkbare Übergabeförderbänder 14 vorgesehen sein. Diese können darüber hinaus in horizontaler Richtung teleskopierbar sein, wobei der verschwenkbare Abschnitt der Übergabeförderbänder 14 gegenüber dem horizontalen Teil nach oben hin abgeknickt ist. Auch können die Übergabeförderbänder 14 um eine vertikale Achse verschwenkbar sein. Weiterhin weisen die beiden MFS-Wagen 3, 4 Dachförderbänder 15 auf. Auch diese weisen endseitig verschwenkbare Übergabeförderbänder 16 auf.

[0042] Es folgen die - erfindungsgemäßen - Arbeitswagen 5, 6. Der Unterschied dieser Arbeitswagen 5, 6 zu den vorbeschriebenen MFS-Wagen 3, 4 besteht darin, daß die beiden Arbeitswagen 5, 6 eine Aufarbeitungseinrichtung 17 für ausgebauten Schotter 10 (oder allgemein für ausgebaute oder für anderweitige Unterbaumaterialien) aufweisen. Dabei sind die beiden Arbeitswagen 5, 6 vom Grundkonzept her identisch, jedoch bezüglich der Aufarbeitungseinrichtungen 17 unterschiedlich ausgebildet. Dabei definiert der Arbeitswagen 6 mit seiner Aufarbeitungseinrichtung 17 eine Grundversion und der Arbeitswagen 5 mit seiner Aufarbeitungseinrichtung 17 eine Zusatzversion.

[0043] Schließlich folgen in diesem Ausführungsbeispiel noch zwei weitere - herkömmliche - Material-Förder-Silo-Wagen 7, 8 (MFS-Wagen). Diese weisen - im Ausführungsbeispiel - wiederum Bodenförderbänder 13 mit Übergabeförderbändern 14, jedoch keine Dachförderbänder auf.

[0044] Diese dargestellte Zusammenstellung der Wagen ist rein beispielhaft. Andere Zusammenstellungen der Wagen sind selbstverständlich möglich und liegen im Umfang der Erfindung.

[0045] Die Funktionsweise ist wie folgt:

[0046] Der Ausbau des Schotters 1 erfolgt mittels des Arbeitswagens 1. Nach Passieren des Übergabewagens 2 erfolgt der Transport des Schotters 10 mittels der Dachförderbänder 15 der beiden MFS-Wagen 3, 4, und zwar zu dem Arbeitswagen 6. Dort wird der Schotter der Aufarbeitungseinrichtung 17 dieses Arbeitswagens 6 zugeführt, welcher die Grundversion darstellt. Hier folgt eine Grundaufarbeitung des zugeführten Schotters 10. Von dort aus wird der voraufgearbeitete Schotter 10 der Aufarbeitungseinrichtung 17 des zweiten Arbeitswagens 5 zugeführt, wo weitere Aufarbeitungsschritte erfolgen.

[0047] Der aufbereitete Schotter wird über die Bodenförderbänder 13 dem Arbeitswagen 1 rückgeführt. Dieser baut den wieder aufbereiteten Schotter 10 ein.

[0048] Die Abfallstoffe hingegen werden in der entgegengesetzten Richtung transportiert und gelangen dabei in den Bereich der Bodenförderbänder 13 der MFS-Wagen 7, 8.

[0049] Die Ausführungsvariante in Fig. 2a zeigt den Arbeitswagen 6a in einer kompakten Bauweise, bei welcher die Aufarbeitungseinrichtung 17 fest und unlösbar und damit in sich kompakt mit dem Unterwagen als Einheit hergestellt ist. Dies bedeutet, daß die Aufarbeitungseinrichtung 17 nicht dazu bestimmt ist, von dem Unterwagen abgenommen zu werden. Vielmehr ist bei diesem Arbeitswagen 6a der Grundgedanke, daß die Aufarbeitungseinrichtung 17 dauerhaft auf dem Unterwagen verbleibt.

[0050] Eine Alternative hierzu zeigt Fig. 2b. Bei dem dort dargestellten Arbeitswagen 6b ist die Aufarbeitungseinrichtung 17 abnehmbar, d. h. lösbar. Dies bedeutet, daß die Aufarbeitungseinrichtung 17 mit ihrer funktionstüchtigen Reinigungseinheit abgenommen und für andere, nicht gleisgebundene Zwecke einsetzbar ist. So kann die Aufarbeitungseinrichtung 17 vom Unterwagen abgenommen und beispielsweise bei einer zentralen Schotteraufbereitungsanlage plaziert und dort eingesetzt werden. Dabei kann entweder das gesamte Arbeitsmodul oder aber nur ein Teilarbeitsmodul vom Unterwagen abgenommen werden. Die Darstellung in Fig. 2b zeigt den Unterwagen ohne Transportbänder (dort ist die Aufarbeitungseinrichtung 17 mit Transportbändern versehen), während bei der Darstellung unten der Unterwagen Transportbänder aufweist (dort weist die abnehmbare Aufarbeitungseinrichtung 17 dann keine Transportbänder auf).

[0051] Fig. 3a bis 3c schließlich zeigt die Verwendung des erfindungsgemäßen Arbeitswagens 6 mit seiner Aufarbeitungseinrichtung 7 in der Verwendung als Kopfarbeitswagen (während in den vorhergehenden Ausführungsformen der erfindungsgemäße Arbeitswagen 5, 6 in die Reihe der Arbeitswagen des Arbeitszuges eingereiht ist). Dieses Reinigungsmodul bei der Verwendung am Kopf verfügt dabei über einen einziehbaren oder einklappbaren Aufgabetrichter 18. Dieser Aufgabetrichter 18 kann dabei an den Wagen angebaut werden.

[0052] Fig. 3a zeigt den Aufgabetrichter 18 in der ausgefahrenen Position, so daß mittels einer Beladeeinheit (beispielsweise Bagger oder Fräse) oder mittels eine Beladestation das Material, insbesondere der Schotter, dem Aufgabetrichter 18 aufgegeben werden kann. Von dort aus wird das Material dann über ein Dachförderband (es kann aber auch ein anderes Förderband sein) der Aufarbeitungseinrichtung 17 aufgegeben. Fig. 3b zeigt den Aufgabetrichter 18 im eingefahrenen Zustand und Fig. 3c den Aufgabetrichter 18 im abgekippten Zustand.

[0053] Fig. 4 zeigt eine modifizierte Ausführungsform des Arbeitszuges. Dabei sind die erfindungsgemäßen Wagen 5, 6 zum Aufarbeiten des Schotters etc. modifiziert, während die restlichen Arbeitswagen gleich geblieben sind.

[0054] Wie in Fig. 5 erkennbar ist, besteht der Unterschied des modifizierten Arbeitswagens 6 im Vergleich zum Arbeitswagen 6 des Arbeitszuges in Fig. 1 darin, daß der Arbeitswagen 6 zum Durchtransport von Materialien von den MFS-Wagen 3, 4 auf der einen Seite zu den MFS-Wagen 7, 8 auf der anderen Seite (und umgekehrt) geeignet ist. Zu diesem Zweck weist der Arbeitswagen 6 - wie bisher - ein oberes Bodenförderband 19' sowie mit Abstand darunter ein unteres Bodenförderband 19" auf, weiterhin endseitige Übergabeförderbänder 20, welche nach unten und nach oben verschwenkbar und auf einem Schlitten einfahrbar und ausfahrbar sind sowie ggf. um eine vertikale Achse seitlich verschwenkbar sind, weiterhin im Dachbereich ein Dachförderband 21, welches endseitig jeweils verschwenkbar abgeknickt ist, sowie schließlich im Dachbereich ein Übergabeförderband 22, welches ebenfalls endseitig nach oben und nach unten verschwenkbar abknickbar ist.

[0055] Die Funktionsweise ist wie folgt:

[0056] Fig. 6a zeigt den Arbeitswagen 6 bei seiner eigentlichen Aufgabe, nämlich der Aufarbeitung von ausgebautem Schotter 10 (oder eines anderweitigen Umbaumaterials). Dieses Reinigungsmodul erfüllt dabei seine grundlegende Aufgabe. Dies entspricht der Arbeitsweise des Arbeitswagens 6 der vorbeschriebenen Ausgangsvariante des Arbeitszuges.

[0057] Der Arbeitswagen 6 nimmt das aufzuarbeitende Material des variablen Arbeitsverbundes auf. Das Material wird dabei in diesem Arbeitswagen 6 fachgerecht mittels Sieben, Klassieren etc. einer Wiederverwendung zugänglich gemacht. Dabei können in diesem Arbeitswagen 6 sämtliche technische Lösungen für Sieben, Klassieren, Waschen, Trocknen und andere Arbeitsvorgänge durchgeführt werden.

[0058] Das Material wird über die Dachförderbänder 21 der Reinigungseinheit zugeführt und der Aufarbeitungseinheit des Reinigungsmoduls aufgegeben. In diesen Einheiten werden die vorbeschriebenen Arbeitsvorgänge ausgeführt, um - wie ausgeführt - den Schotter 10 einer Verwertung zugänglich zu machen. Nach dieser Aufarbeitung werden die gereinigten Stoffe sowie die Abfallstoffe in unterschiedliche Richtungen aus dem Wagen ausgegeben. Die gereinigten, wiederverwendbaren Stoffe werden dabei über das obere Bodenförderband 19' und anschließend über das rechte Übergabeförderband 20 abgeführt, während die Abfallstoffe über das untere Bodenförderband 19" und über das linke Übergabeförderband 20 des Arbeitswagens 6 abgeführt werden. Aufnahmewagen sind die benachbarten MFS-Wagen oder dgl.

[0059] Konkret wird der zugeführte Schotter 10 mittels der Dachförderbänder 21 zunächst einer Vorsiebeinheit aufgegeben, an welcher das Unterkorn vom Grobkorn getrennt wird. Das Grobkorn wird anschließend über eine Vorsiebeinheit, welche durch Schwingungen und Bewegungen sowie durch die geometrische Anordnung auch eine Transportfähigkeit besitzt, einem Steinbrecher (z. B. Prallbecher oder Kegelbecher) zugeführt. In dieser Steinbrechanlage wird das Korn bearbeitet. Es wird durch Anschlagen und Brechen nochmals gesäubert, erforderlichenfalls geschärft und/oder zerkleinert. Nach dem Arbeitsvorgang in der Steinbrechanlage wird das Material über eine zweite Siebeinheit in die Endstoffe fraktioniert. Dabei wird das nicht verwendbare Feinkorn dem unteren Bodenförderband 19" zugeführt und das verwendbare Korn dem oberen Bodenförderband 19' zugeführt. Zusätzlich kann hier auf dem Vorsieb und dem Nachsieb eine Waschung durch Bedüsung mit Wasser vorgenommen werden. Die vorbeschriebenen Fraktionen gelangen dann - wie ausgeführt - zu den Übergabeförderbändern 20. Das nicht verwertbare Korn wird auf benachbarte Materialförderwagen übergeben, während das wiederverwendbare Korn (z. B. Recyclingschotter) dem benachbarten Materialtransportwagen oder einer modularen Einbaueinheit übergeben wird.

[0060] Durch die vorbeschriebene Weise ist auf einfache Art eine modulare Reinigungseinheit geschaffen, welche in einem Zugverband aus Material-Förder-Silo-Wagen oder dgl. eingereiht werden kann. Die Arbeitsmaschinen können hierbei - wie ausgeführt - aus allen denkbaren Einzelkomponenten, z. B. Reinigungsmodule, Waschmodule, Bodenverbesserungsmodule etc. bestehen und beliebig vor und nach der Reinigungseinheit aufgereiht werden.

[0061] Der Arbeitswagen 6 ist jedoch nicht auf die vorbeschriebenen Aufarbeitungstätigkeiten für ausgebauten Schotter und/oder anderweitige Unterbaumaterialien beschränkt. Der Arbeitswagen 6 hat logistische Zusatzfunktionen. Der Kerngedanke liegt in den erweiterten Umrüst- und Transportmöglichkeiten. Um die Reinigungstechnik/Aufarbeitungstechnik innerhalb eines Zugverbandes aus MFS-Wagen oder dgl. als logistischen Knotenpunkt für durchströmende und überströmende Materialien nutzen zu können, sind Erweiterungen des modularen Arbeitswagens 6 notwendig.

[0062] Zunächst sind die Förderbänder, nämlich das obere Bodenförderband 19', das untere Bodenförderband 19", die Übergabeförderbänder 20, das Dachförderband 21 sowie das Übergabeförderband 22 im Dachbereich jeweils reversibel ausgeführt. Dies bedeutet, daß die Arbeitsrichtungen der Förderbänder über den "normalen" Gebrauch für die Arbeitsleistung der Reinigungsmodule hinaus in ihrer Transportrichtung verändert werden können. Weiterhin sind die Übergabeförderbänder 20 als einfahrbare Transportbänder ausgebildet. Dies bedeutet, daß diese über ein Gelenk in ihrem Anstellwinkel und somit in ihrer Lage verändert werden können. Diese Übergabeförderbänder 20 können dabei in ihrer horizontalen Stellung unterhalb der Aufarbeitungseinheit in einer Art Sandwichboden unterhalb des unteren Bodenförderbandes 19" eingefahren werden (wie dies bei der Darstellung in Fig. 6b bei dem linken Übergabeförderband 20 erkennbar ist).

[0063] Weiterhin wird dem - bereits vorhandenen - jedoch nunmehr reversiblen Dachförderband 21 ein reversibles und/oder verschiebbares Übergabeförderband 22 in Form eines Bypaßkurzbandes zugeordnet.

[0064] Weiterhin ist das obere Bodenförderband 19' in seiner Endlage optional verschiebbar und/oder abknickbar, um so die Reversierung und die Durchförderung in beiden Richtungen zu gewährleisten.

[0065] Bei Bedarf können schließlich optional jeweils auch mehrere Bänder in der Tiefe des Arbeitswagens 6 nebeneinander angebracht werden. Dies wäre beispielsweise für weitere Materialströme mit angrenzenden Materialförderwagen, welche über zwei oder drei Bypaßbänder oder Grundarbeitsbänder verfügen, von Vorteil. Diese Optionen spielen hier jedoch keine Rolle.

[0066] Grundsätzlich ermöglicht es diese logistische Modul-Maschinentechnik, die zum Arbeitswagen 6 zulaufenden und vom Arbeitswagen 6 ablaufenden Materialströme flexibel umzuleiten und überzuleiten, ohne daß der Arbeitswagen 6 auf die Aufarbeitung von ausgebauten Materialien beschränkt ist. Der Zusatznutzen liegt somit in den zusätzlichen logistischen Möglichkeiten zum Durchtransport von Materialien. Konkret ist eine von der Aufarbeitung unabhängigen Durchförderung und Umleitung von Materialströmen jeglicher Art möglich. Dies erlaubt völlig neue Arbeitskonzepte und Reihungen zur Förderung von Materialströmen innerhalb des Zugverbandes aus MFS-Wagen oder dgl. Die Einzelkomponenten des Zugverbandes können dabei sein: gleisgebundene sowie gleisungebundene Arbeitseinheiten zum Ausbau und zum Einbau des Schotters, weiterhin optionale Übergabewagen, weiterhin optionale Material-Förder-Silo-Wagen oder dgl. für den Zwischenbunkerbedarf, weiterhin optionale (erfindungsgemäße) Arbeitswagen für Waschung und Separation bei Platzmangel der Komponenten im erfindungsgemäßen Arbeitswagen 6 als dessen Erweiterung, weiterhin erfindungsgemäße Reinigungsmodule mit logistischer Erweiterung für Förderströme durch und über den erfindungsgemäßen Arbeitswagen 6 sowie schließlich weitere Material-Förder-Silo-Wagen oder dgl. zur Zwischenspeicherung von nicht verwendungsfähigem Reinigungsgut oder anderen Transportleistungen.

[0067] Fig. 6b zeigt nunmehr eine erste Variante der logistischen Erweiterung des Arbeitswagens 6. Wie ein Vergleich zu Fig. 6a zeigt, sind die Förderbänder entsprechend neu positioniert. Konkret wird Material aus dem benachbarten MFS-Wagen 7 über dessen Übergabeförderband sowie über eine Aufgabeeinheit 23 dem - in diesem Fall - unteren Bodenförderband 19" zugeführt, welches im Vergleich zur Arbeitsweise in Fig. 6a nunmehr in die entgegengesetzte Richtung transportiert. Das obere Bodenförderband 19' gibt das Material dem ausgefahrenen Übergabeförderband 20 auf, welches das Material einem benachbarten MFS-Wagen oder dgl. übergibt. Auf diese Weise kann Material in einer gewünschten Arbeitsrichtung durch die modulare Reinigungseinheit/Aufarbeitungseinheit durchgefördert werden und einem Materialförderwagen oder einer beliebigen Arbeitseinheit vor oder hinter der modularen Reinigungseinheit/Aufarbeitungseinheit übergeben werden.

[0068] Fig. 6c zeigt eine weitere Arbeitsweise des erfindungsgemäßen Arbeitswagens 6, und zwar den Transport des Materials in der Zeichnung von rechts nach links. Hier wird das Material über ein Übergabeförderband eines benachbarten MFS-Wagens oder dgl. dem reversiblen Dachförderband 21 zugeführt. Dieses führt das Material dem reversiblen und/oder verschiebbaren und/oder abknickbaren Übergabeförderband 22 zu. Dieses dient der Überbrükkung der Aufgabepunkte der Aufarbeitungsmodule. Das Übergabeförderband 22 kann dabei in seiner Lage und seiner Laufrichtung so verstellt werden, daß es für diese Zwecke zum Einsatz kommen kann. Von dem Übergabeförderband 22 gelangt dann das zu fördernde Material auf ein entsprechendes Förderband eines benachbarten MFS-Wagens oder eines anderen Arbeitsmoduls.

[0069] Fig. 6d schließlich zeigt im Vergleich zu Fig. 6c die umgekehrte Arbeitsrichtung mittels der Förderbänder durch entsprechende Neupositionierungen.

[0070] Fig. 7 zeigt eine modifizierte Ausführungsform des Arbeitszuges, nämlich mit einer modifizierten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Arbeitswagens 6 zum Aufbereiten des Schotters 10. Detailliertere Darstellungen hinsichtlich des Materialflusses, nämlich des Schotters 10 zeigen insbesondere die Fig. 8b und Fig. 8c.

[0071] Dabei zeigt zunächst Fig. 7, daß beim MFS-Wagen 8 eine Materialumkehr vom Dachbereich zum Bodenbereich mit umgekehrter Materialfließrichtung im Sinne eines Materialkreislaufes vorgesehen ist.

[0072] Eine Besonderheit bei diesem Arbeitswagen 6 ist, daß im mittleren Bereich des Arbeitswagens 6 ein Zwischenförderband 24 vorgesehen ist. Außerdem sind nach wie vor noch die bisher beschriebenen Förderbänder im Bodenbereich sowie im Dachbereich einschließlich Übergabeförderbänder vorgesehen.

[0073] Das Zwischenförderband 24, wie es in Fig. 8b dargestellt ist, befindet sich dort in einer Art Ruhestellung, bei welcher es nicht in den Transport des Schotters 10 eingebunden ist. Wie insbesondere auch im Vergleich mit der Darstellung in Fig. 8c erkennbar ist, weist das Zwischenförderband 24 endseitige Übergabeförderbänder auf, welche nach oben sowie nach unten verschwenkbar sind. Hierzu zeigt Fig. 8c die Situation, wie das Zwischenförderband 24 den Schotter von der Aufarbeitungseinrichtung 17 aufnimmt und ihn dabei auf das Dachförderband 21 des Arbeitswagens 6 transportiert. Zu diesem Zweck ist dieses Dachförderband 21 bezüglich der Längserstreckung des Arbeitswagens 6 nicht durchgehend ausgebildet, sondern es ist in zwei einzelne Dachförderbänder 21 unterteilt, wobei die jeweiligen Enden nach unten sowie nach oben verschwenkbar sind. Auf diese Weise ist eine Übergabe des Schotters mittels des Zwischenförderbandes 24 auf das in Fig. 8c rechte Dachförderband 21 möglich. Grundsätzlich kann das Dachförderband 21 auch in drei oder noch mehr Abschnitte unterteilt sein.

[0074] Weiterhin ist in Fig. 8b erkennbar, daß der gereinigte Schotter über das endseitige Übergabeförderband 20 abgeführt werden kann. Fig. 8c hingegen zeigt die Situation im selben Bereich, wie dort aber Material durch den Arbeitswagen 6 hindurchtransportiert wird (in der Zeichnung von rechts nach links). Auch sind in diesen Zeichnungen weitere Materialströme erkennbar.

[0075] Fig. 9a bis 9c zeigt eine weitere Modifikation des Materialflusses (angedeutet durch den Kreis). Diese Modifikationen zeigen, wie die Bandführungen auf unterschiedliche Art und Weise zur Ausführung kommen können, um den gewünschten Transportweg der Materialien zu realisieren. Dies stellt lediglich ein - weiteres - Beispiel für die Förderbandlogistik dar. Weitere Varianten zum Transport der Materialien im Bodenbereich und/oder im Dachbereich sind denkbar und möglich.

[0076] Der Arbeitszug in Fig. 10 schließlich entspricht vom Grundsatz her dem Arbeitszug, wie er in Fig. 7 dargestellt ist. Der Unterschied besteht darin, daß die Arbeitsrichtung entgegengesetzt ist. Dies steht im Gegensatz zu bestehenden Systemen. Dadurch fahren die Arbeitswagen immer auf einem fertigen Gleis (altes Gleis) und unterliegen nicht wie bei den bestehenden Systemen der Befahrung eines Baugleises.

[0077] Wie bereits erwähnt, können an den vorbeschriebenen Einzelkomponenten zusätzliche Transportbänder angebracht werden. Diese entsprechen in ihren ablauftechnischen Funktionen den bereits erwähnten Transportbändern. Sie haben den Vorteil, daß die Anzahl der Stoffschichten und Stoffströmungen, die für eine Ausführungsleistung zur Verfügung stehen, erhöht ist. So ist eine Variante mit jeweils zwei nebeneinander liegenden Bändern denkbar. Die Anzahl der Bänder kann jedoch hierbei beliebig nach dem vorhandenen Platz ergänzt werden. So können zwei oder drei oder mehr Bänder nebeneinander angeordnet werden.

[0078] Weiterhin können die Einzelmodule elektronisch gekoppelt werden, um die Abläufe einer Teil- oder Vollautomatisierung der Einzelkomponenten des Maschinenverbundes zuzuführen.

[0079] Weiterhin können die Förderbänder zusätzlich mit einer Wasserbebrausung zur Staubvermeidung ausgestattet werden. Die Speisung der Wasserbebrausung kann hierbei von einem separaten Wasserwagen erfolgen oder von einem Wasserbehälter, welcher dem Arbeitswagen zugeordnet ist. Die Bebrausung hat den Zweck der Staubbindung auf den Bändern und kann optional an beliebiger Stelle der einzelnen Förderbänder erfolgen und installiert werden.

[0080] Schließlich können die Förderbänder zusätzlich mit einer Einhausung gegen Staubentwicklung versehen werden.

[0081] Sämtliche Reinigungseinheiten oder anderweitige Aufarbeitungseinheiten oder dazugehörige Belade- oder Entladestationen (hierbei auch dazu separate Wagen), können sowohl gleisgebunden über Schienenfahrwerke als auch über Kettenfahrwerke (oder in Kombination) eingesetzt und betrieben werden.

Bezugszeichenliste



[0082] 
1
Arbeitswagen (zum Ausbau und Einbau des Schotters)
2
Übergabewagen (für den Schotter)
3, 4
MFS-Wagen
5
Arbeitswagen (zum Aufarbeiten des Schotters)
6, 6a, 6b
Arbeitswagen (zum Aufarbeiten des Schotters)
7, 8
MFS-Wagen
10
Schotter
11
Unterbau
12
Gleis
13
Bodenförderband
14
Übergabeförderband
15
Dachförderband
16
Übergabeförderband
17
Aufarbeitungseinrichtung
18
Aufgabetrichter
19'
oberes Bodenförderband
19"
unteres Bodenförderband
20
Übergabeförderband
21
Dachförderband
22
Übergabeförderband
23
Aufgabeeinheit
24
Zwischenförderband



Ansprüche

1. Arbeitswagen (5, 6, 6a, 6b) für den Gleisbau bei Bahnstrecken,
wobei dieser Arbeitswagen (5, 6, 6a, 6b) Teil eines Arbeitszuges zur Sanierung der aus einem Unterbau (11) sowie aus einem Gleis (12) bestehenden Bahnstrecke ist, wobei der Arbeitswagen (5, 6, 6a, 6b) eine Aufarbeitungseinrichtung (17) für ausgebauten Schotter (10) und/oder anderweitiger Unterbaumaterialien entweder für einen anschließenden vollständigen oder teilweisen Wiedereinbau oder für einen Abtransport aufweist,
wobei der Schotter (10) und/oder die anderweitigen Unterbaumaterialien nicht durch einen Arbeitswagen (5, 6, 6a, 6b) dieses Typs mit. Aufarbeitungseinrichtung (17) ausbaubar sowie wieder einbaubar ist,
wobei der Arbeitswagen (5, 6, 6a, 6b) dieses Typs mit Aufarbeitungseinrichtung (17) Transportbänder für den Schotter (10) und/oder die anderweitigen Unterbaumaterialien aufweist und
wobei der Arbeitswagen (5, 6, 6a, 6b) dieses Typs mit Aufarbeitungseinrichtung (17) in einer Reihe von weiteren Arbeitswagen anderen Typs ohne Aufarbeitungseinrichtung des Arbeitszuges einreihbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Arbeitswagen (5, 6, 6a, 6b) derart modular ausgebildet ist,
daß er bedarfsweise an einem beliebigen Reihungsort in einer beliebigen Reihung von anderen Arbeitswagen des Arbeitszuges innerhalb dieses Arbeitszuges eingereiht werden kann und
daß die Transportbänder des Arbeitswagens (5, 6, 6a, 6b) mit Aufarbeitungseinrichtung (17) zusätzlich auch im Bodenbereich und/oder im Dachbereich zum Transport oder zum Durchtransport von Materialien zu einem oder von einem bestimmten Ort eines Maschinenbereichs benachbarter anderer Arbeitswagen des Arbeitszuges in beide Richtungen verwendbar sind,
wobei diese Materialien mit der Aufarbeitung für ausgebauten Schotter und/oder anderweitiger Unterbaumaterialien in dem Arbeitswagens (5, 6, 6a, 6b) mit Aufarbeitungseinrichtung (17) an sich nichts zu tun haben müssen und
wobei während des Transports oder des Durchtransports dieser Materialien der Betrieb der Aufarbeitungseinrichtung (17) für sämtliche oder für einen Teil der Anwendungen, für die der Arbeitswagen (5, 6, 6a, 6b) ausgebildet und einsetzbar ist, unterbrochen werden kann.
 
2. Arbeitswagen nach dem vorhergehenden Anspruch,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Aufarbeitungseinrichtung (17) für ein Reinigen und/oder Waschen und/oder Trocknen und/oder Sieben und/oder Klassieren und/oder Brechen und/oder Schärfen von Schotter (10) ausgebildet ist.
 
3. Arbeitswagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß unterschiedliche Arbeitswagen (5, 6, 6a, 6b) dieses Typs für unterschiedliche Aufarbeitungsarten des Schotters (10) und/oder des anderweitigen Unterbaumaterials vorgesehen sind.
 
4. Arbeitswagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Arbeitswagen (5, 6, 6a, 6b) im mittleren Bereich ein Zwischenförderband (24) aufweist, mittels welchem Material insbesondere von der Aufarbeitungseinrichtung (7) in den Dachbereich transportierbar ist und/oder Material vom Dachbereich in den Bodenbereich des Arbeitswagens (5, 6, 6a, 6b) transportierbar ist.
 
5. Arbeitswagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die wiederverwendbaren Bestandteile und die nicht wiederverwendbaren Bestandteile des aufgearbeiteten Schotters (10) und/oder der anderweitigen Unterbaumaterialien von den Arbeitswagen (5, 6, 6a, 6b) in entgegengesetzte Richtungen abtransportierbar sind.
 
6. Arbeitswagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß mittels des Arbeitswagens (5, 6, 6a, 6b) die wiederverwendbaren Bestandteile des aufgearbeiteten Schotters (10) sowie neuer Schotter einer Ausbaueinrichtung oder einer Einbaueinrichtung gleichzeitig zuführbar sind.
 
7. Arbeitswagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Aufarbeitungseinrichtung (17) auf dem Arbeitswagen (5, 6, 6a, 6b) entweder permanent angeordnet ist oder aber lösbar anordenbar ist.
 
8. Arbeitswagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei der Aufarbeitung anfallende Feinanteile und/oder nicht verwertbare Stoffe mittels Zuschlagstoffen verbesserbar und/oder aufarbeitbar und dadurch wiederverwendbar sind.
 
9. Arbeitswagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Arbeitswagen (5, 6, 6a, 6b) entweder in die Reihe der anderen Arbeitswagen des Arbeitszuges eingereiht ist oder
daß der Arbeitswagen (5, 6, 6a, 6b) als Kopfarbeitswagen ausgebildet ist.
 
10. Arbeitswagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Arbeitswagen (5, 6, 6a, 6b) im modularen System sowohl für gleisgebundene als auch für gleisunabhängige Aus- und Einbaueinheiten für Schotter (10) und/oder anderweitige Unterbaumaterialien bestimmt und ausgebildet ist.
 
11. Arbeitswagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Arbeitswagen (5, 6, 6a, 6b) als Arbeitseinheit hinter einer selbstangetriebenen oder nicht selbstangetriebenen, kombinierten oder nicht kombinierten Aus- und Einbaueinrichtung für Schotter und/oder andere Bodenmaterialien verwendbar ist.
 
12. Arbeitswagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Arbeitswagen (5, 6, 6a, 6b) als Umschlagpunkt für einen endlosen Materialkreislauf zwischen einer Ausbaueinheit und einer Einbaueinheit für Schotter und/oder andere Bodenmaterialien verwendbar ist.
 
13. Arbeitswagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß zum Durchtransport der Materialien der Arbeitswagen (5, 6, 6a, 6b) mit der Aufarbeitungseinrichtung (17) außer den Transportbändern, welche dieser Aufarbeitungseinrichtung (17) zugeordnet sind, zusätzliche Transportbänder vorgesehen sind.
 
14. Arbeitswagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Transportbänder als einfache Transportbänder oder als geteilte Transportbänder sowie mit fest vorgegebenen Transportrichtungen oder aber mit reversiblen Transportrichtungen ausgebildet sind.
 
15. Arbeitswagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein durchgehendes Dachförderband (15, 21) derart beweglich oder knickbar ausgebildet ist, daß es auch als Transportband zum Zuführen von Materialien zu einem Aufarbeitungsmodul und/oder als Transportband zum Durchtransport von Materialien verwendbar ist.
 
16. Arbeitswagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Arbeitswagen (5, 6, 6a, 6b) einen eigenen Antrieb zum Verfahren auf dem Gleis aufweist.
 
17. Arbeitswagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Arbeitswagen (5, 6, 6a, 6b) in einer Reihe von anderen Arbeitswagen zur Steuerung und zur Bedienung elektronisch verbunden ist.
 
18. Arbeitswagen nach Anspruch 17,
dadurch gekennzeichnet,
daß die elektronischen Verbindungen zur Automatisierung von Prozessen der einzelnen Arbeitswagen im gesamten Zug- oder Arbeitsverband vorgesehen sind.
 
19. Arbeitswagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß beim Einsatz einer modularen Aus- und Einbaueinrichtung zusammen mit dem modularen Reinigungsmodul die Arbeitsrichtung des Gesamtverbandes beliebig ist.
 




Zeichnung