[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Erstellung und/oder Sanierung einer aus
einem Unterbau sowie aus einem Gleis bestehenden Bahnstrecke nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] Bahnstrecken bestehen aus einem Unterbau, auf welchem sich das Gleis befindet. Der
Unterbau besteht dabei aus mehreren Schichten, insbesondere aus einer Kiesschicht
(auch Planumsschutzschicht genannt) sowie aus einer darauf befindlichen Schotterschicht.
Der Unterbau kann dabei noch weitere Schichten aufweisen. Das Gleis besteht aus den
quer verlaufenden Schwellen, auf denen die Schienen befestigt sind. Nach der Erstellung
einer Bahnstrecke muß diese von Zeit zu Zeit saniert werden. Dies betrifft insbesondere
den Unterbau mit seinen Unterbauschichten.
[0003] Es sind verschiedene Maschinen bekannt, um die Gleise sowie die beispielsweise aus
Kiesschicht und Schotterschicht bestehenden Unterbauschichten gemäß vorgegebenen Profilquerschnitten
einzubauen. Bislang werden diese Bautätigkeiten beim Neubau von Gleisstrecken oder
bei der Sanierung von bestehenden Gleisstrecken (ohne vorhandenes Gleis) immer mit
unterschiedlichen Arbeitseinheiten ausgeführt. Üblicherweise werden die Unterbauschichten
wie Schotterschichten und Kiesschichten mit üblichen Baugeräten wie Bagger, Walzen
sowie anderen üblichen Maschinen eingebaut.
[0004] Darüber hinaus gibt es auch Maschinen, welche Neubaugleise maschinell einbauen und
dabei eine hohe Vorbauleistung erreichen. Im Zusammenhang mit dieser maschinellen
Gleisvorbauleistung (bei abgebautem, nicht vorhandenem Gleis) ist es jedoch erforderlich,
die Unterbauschichten des Unterbaus im Vorfeld einzubauen. Hier ist es zwar möglich,
die unterste Schicht, nämlich die Planumsschutzschicht des Regelaufbaus mit sogenannten
Fertigern einzubauen, doch ist dadurch noch lange nicht ein kontinuierliches Einbauverfahren
geschaffen, welches hinsichtlich Maschinenaufwand und Wirtschaftlichkeit akzeptabel
wäre.
[0005] Die
DE 10 2010 045 068 B3 zeigt ein Sanierverfahren für den mehrschichtigen Unterbau bei Bahnstrecken unter
Verwendung eines Kopf-Arbeitswagens der eingangs angegebenen Art. Dieser Kopf-Arbeitswagen
ist dabei unmittelbarer Bestandteil des Arbeitszuges als solchem, d. h. der Kopf-Arbeitswagen
ist mit den dahinter befindlichen Arbeitswagen dieses Arbeitszuges gekoppelt. Dies
bedeutet auch, daß der Kopf-Arbeitswagen auf dem Gleis verfahrbar ist. Auf dem Kopf-Arbeitswagen
ist eine Aushubeinrichtung in der Art eines Baggers angeordnet.
[0006] Davon ausgehend liegt der Erfindung die
Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Vorrichtung zur Erstellung und/oder Sanierung eines aus
einem Unterbau sowie aus einem Gleis bestehenden Bahnstrecke zu schaffen.
[0007] Die technische L
ösung ist gekennzeichnet durch die Merkmale im Kennzeichen des Anspruchs 1.
[0008] Dadurch ist eine Vorrichtung unter Verwendung eines während der Arbeiten kontinuierlich
fahrenden Arbeitszuges zur Erstellung und/oder Sanierung einer aus einem Unterbau
sowie aus einem Gleis bestehenden Bahnstrecke geschaffen, mittels welchem der Einbau
(sowie ggf. auch der Ausbau) von einer oder mehreren Unterbauschichten des Gleisunterbaus
in Verbindung mit dem gleichzeitigen Gleiseinbau im kontinuierlichen Verfahren in
eine Arbeitsrichtung möglich ist. Die Unterbauschichten betreffen dabei insbesondere
die Kiesschicht (Planumsschutzschicht) sowie die darüber befindliche Schotterschicht.
Mittels der erfindungsgemäßen Vorrichtung können jedoch auch weitere Unterbauschichten
eingebaut werden. Ein erfindungsgemäßer Aspekt ist dabei, daß der - erste - Arbeitswagen
im Kopfbereich des Arbeitszuges mit seinem Einbaufertiger hinsichtlich des eigentlichen
Arbeitszuges separat und entkoppelt ist und - vor allem - nicht auf dem von ihm geschaffenen
Unterbau fährt. Dadurch wird dieser Unterbau nicht beschädigt oder gar zerstört. Der
Arbeitswagen mit dem Einbaufertiger kann dabei ein Rad- oder ein Raupenfahrwerk besitzen.
Grundsätzlich ist es denkbar, daß ein Gerät, welches normalerweise für den Straßenbau
eingesetzt wird, als Einbaufertiger für den Gleisbau eingesetzt wird.
[0009] Der besondere Vorteil der erfindungsgemäßen Vorrichtung besteht darin, daß die Abwicklung
aller Baustufen in einer kontinuierlichen Einbaufolge erfolgt. Dies betrifft sowohl
die Unterbauschichten des Unterbaus (also insbesondere Planumsschutzschicht und Schotter)
sowie das darauf befindliche Gleis. Die Verwendung von straßengebundenen Fahrzeugen
sowie von unterschiedlichen Einbaueinheiten ist dadurch umgangen. Die erfindungsgemäße
Vorrichtung mit dem erfindungsgemäßen Arbeitszug schafft den Einbau der Unterbauschichten
des Unterbaus sowie den Einbau der Gleise beim Streckenneubau oder bei einer Streckensanierung
in einem kontinuierlichen Arbeitsgang aus einer vorgegebenen Arbeitsrichtung.
[0010] Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen maschinellen Einbaus von Unterbau und
Gleis im kontinuierlichen und zusammenhängenden Arbeitsfortschritt ist die Erfüllung
der neuesten Richtlinie für den Einbau der Unterbauschichten. Nach den Vorgaben dieser
Richtlinie dürfen die neu eingebauten Kiesschichten der Planumsschutzschicht und die
Schotterschichten nicht mit radbereiften Fahrzeugen (LKW, Bagger etc.) nach der Neuerstellung
befahren werden, um die weiter aufbauenden Kies- und Schotterschichten sowie die Gleise
für den Endzustand einzubauen. Dies liegt daran, daß die mit radbereiften Fahrzeugen
befahrenen Untergrundschichten ansonsten bei der Aufbringung der neuen Schichten zerstört
oder deformiert würden.
[0011] Die Erfindung ermöglicht somit als Zielsetzung der neuen Maschine den kontinuierlichen
Einbau der erforderlichen Unterbauschichten sowie des neu einzubauenden Gleises in
Reihung, ohne auf radbereifte Standardmaschinen zurückgreifen zu müssen. Der erfindungsgemäße
Arbeitszug ermöglicht den Einbau der Materialien mit hochwertigen, vorlaufenden Fertigern,
die sowohl die Breite als auch die Höhe der erforderlichen Unterbauschichten automatisch
einbauen. Dabei wird die Mindestanforderung an den Arbeitszug erfüllt, zumindest den
Schotter und die Gleise aus einer Arbeitsrichtung im kontinuierlichen Verfahren auf
Neubaustrecken und Sanierungsstrecken hintereinanderfolgend einzubauen. Der grundlegende
Erfindungsgedanke liegt somit im kontinuierlichen Vorbau von Unterbauschichten (und
zwar unabhängig von der Anzahl dieser Unterbauschichten) und dem gleichzeitig kontinuierlichen
Verlegen des Gleises in einem Arbeitsgang aus einer Arbeitsrichtung mittels vorgeschalteter,
separat laufender oder gekoppelter Einbaufertiger zum präzisen Einbau verschiedener
Unterbauschichten bei abgebauten oder nicht vorhandenem Gleis auf einer alten oder
einer neuen Unterbautrasse für einen Gleistrassenneubau oder für eine Gleistrassensanierung
jeglicher Art.
[0012] Zurückgegriffen wird bei dem Arbeitszug auf die Kombination von speziellen Schwellentransportwagen
mit Förderbandtechnik unter Verwendung von Material-Förder-Silo-Wagen (sogenannte
MFS-Wagen) sowie einem speziellen Modul zur Verlegung von Gleisen und der abschließenden
Verwendung von speziellen vorlaufenden Einbaufertigern.
[0013] In einer Basisvariante ist dadurch die Möglichkeit des Schottereinbaus mit gleichzeitigem
Gleiseinbau in kontinuierlicher Arbeitsweise geschaffen. Hierbei wird das Schottermaterial
in Arbeitsrichtung des Arbeitszuges über die sogenannten MFS-Wagen zugeführt. Im Bereich
der Schwellenwagen oder Jochwagen wird das Material bis zum Einbaumodul mit entsprechender
Förderbandtechnik hindurchgefördert. Vom Gleisverlegemodul aus wird der Schotter in
den oder die vorlaufenden Hochleistungsfertiger über entsprechende Förderbänder aufgegeben.
Diese Fertiger bauen das Material nach Höhe und Breite auf dem Kiesbett des Unterbaus
kontinuierlich in der Vorwärtsbewegung des Arbeitszuges ein, und zwar in Abhängigkeit
von der Einbaugeschwindigkeit des Gleiseinbaumoduls. Die Fertiger können hierbei optimal
sowohl die Breite, die Höhe, die Neigung oder andere Profile (z. B. Mittenauskehrung
oder Flankenprofile) automatisch über eine Lasersteuerung einbauen. Die Verdichtung
kann ebenfalls optional über die Fertiger erfolgen. Auch eine optionale variable Profilierung
der Oberfläche des Schotters ist möglich.
[0014] Durch eine optionale intelligente Verkupplung des Fertigers und des Gleiseinbaumoduls
sowie der restlichen, nachfolgenden Maschinentechnik können sämtliche Einbaudaten
automatisiert und kombiniert werden. Dies betrifft die Steuergeschwindigkeit des Einbaufertigers
und des Gleiseinbaumoduls sowie deren Nachfolgemaschinen in verschiedenen variablen
Abhängigkeiten, weiterhin die Steuergeschwindigkeit der Materialzuführung aller Maschinengruppen
und Einzelbaugruppen in Abhängigkeit von der Fertigergeschwindigkeit oder umgekehrt,
weiterhin die exakte Lage und Richtung des Schotterbettes in Abhängigkeit der nachfolgend
einzubauenden Gleisachse und Gleisüberhöhung sowie schließlich die automatische Ausrichtung
des Gleises in Abhängigkeit von der Erstellung des Schotterbettes und Kiesbettes.
[0015] Denkbare weitere Varianten und Optionen sehen die Anbringung von zusätzlichen Transportbändern
an den Einzelkomponenten vor. Diese entsprechen hinsichtlich ihrer ablauftechnischen
Funktionsweise der Anzahl der Materialschichten sowie Materialströmungen, welche für
die Erstellung oder Sanierung der Bahnstrecke notwendig sind.
[0016] Eine erste Variante sieht gemäß Anspruch 2 vor, daß die Einrichtung zum Einbau der
Gleise sowie die Einrichtung bzw. die Einrichtungen zum Einbau der Materialschichten
für den Unterbau jeweils einem oder mehreren Arbeitswagen zugeordnet sind. Dies bedeutet,
daß die entsprechenden Arbeitswagen speziell für ihre jeweiligen Aufgaben ausgebildet
sind. Diese Arbeitswagen können entsprechend den jeweiligen Bedürfnissen zusammengekoppelt
werden und bilden dann Komponenten des Arbeitszuges.
[0017] Eine zweite Variante in der Ausbildung der Arbeitswagen sieht gemäß der Weiterbildung
in Anspruch 3 vor, daß eine Art Kombinationsarbeitswagen vorgesehen ist, welcher sowohl
die Einrichtung für den Gleiseinbau als auch die Einrichtung für den Einbau der Untergrundschicht/en
aufnimmt. So kann auch ohne vorgeschalteten Arbeitswagen mit einem Spezialeinbaufertiger
für den Unterbau mit einer einfach konstruierten oder mit mehreren einfach konstruierten
Einbaubohlen, welche direkt an dem Kombinationsarbeitswagen für den Gleiseinbau angeordnet
sind, ein Einbau von einer oder von mehreren Schichten des Untergrunds erfolgen. Diese
einfache Konstruktion ermöglicht die gleichen Systemvarianten ohne separat vorgeschalteten
Arbeitswagen mit entsprechender Einbautechnik für die Unterbaumaterialien.
[0018] Gemäß der Weiterbildung in Anspruch 4 sind mehrere Einrichtungen (insbesondere in
Form von entsprechenden mehreren Arbeitswagen) vorgesehen, um unterschiedliche Unterbauschichten
einzubauen. Dies sind insbesondere die Kiesschicht (Planumsschutzschicht) sowie die
darauf befindliche Schotterschicht. Andere oder weitere Schichten sind denkbar. Der
Einbau dieser zwei (oder noch mehr) neuen Schichten sowie des neuen Gleises erfolgt
- wie ausgeführt - erfindungsgemäß im kontinuierlichen Verfahren. Über entsprechende
Trans-portbänder werden dabei die entsprechenden Materialien (Schotter, Kies etc.)
von entsprechenden MFS-Wagen nach vorne gefördert und der entsprechenden Einrichtung
bzw. dem entsprechenden Arbeitswagen zugeführt. Es ist lediglich erforderlich, in
der Reihung der Maschinen bzw. Arbeitswagen entsprechende MFS-Wagen für diese zusätzliche
Materialien einzureihen. Die Übergabe des zweiten Materialstromes innerhalb der Gesamtmaschinenreihung
erfolgt hierbei über ein optional zwischengeschaltetes Übergabemodul auf zusätzliche
Transportbänder der MFS-Wagen.
[0019] Gemäß der Weiterbildung in Anspruch 5 wird vorgeschlagen, daß zum Einbau des Gleises
diese als Joche eingebaut werden. Grundsätzlich ist es jedoch auch denkbar, daß der
Einbau des Gleises optional mit Langschienen im Gleisvorbau durchgeführt wird. Hierzu
werden die Schienen von der Maschine des Arbeitswagen ausgelegt und im Zuge der Vorbauleistung
unter der Maschine mit Langschienen montiert.
[0020] Eine Weiterbildung in der Jocheinbauweise schlägt gemäß Anspruch 6 vor, daß in entsprechenden
Arbeitswagen Schwellen und Schienen gelagert und diese zu Jochen zusammengebaut werden.
Oder alternativ ist es denkbar, daß bereits vorgefertigte Joche auf entsprechenden
Arbeitswagen gelagert werden.
[0021] Die Weiterbildung gemäß Anspruch 7 schlägt vor, daß zum Einbau des Gleises dieses
in Form von Schwellen und Langschienen einbaubar ist.
[0022] Die Weiterbildung gemäß Anspruch 8 schlägt vor, daß zusätzlich vor den Einbaueinrichtungen
für die Unterbauschichten mit den entsprechenden Arbeitswagen eine zusätzliche Einrichtung
bzw. ein zusätzlicher Arbeitswagen vorgeschaltet wird, welchem ausgebaute Materialien
des Unterbaus aufgegeben werden können. Von dort aus werden die Materialien dann nach
hinten zu entsprechenden MFS-Wagen transportiert und dort deponiert. Dieses erweiterte
Verfahren ermöglicht somit nicht nur den kontinuierlichen Einbau mehrerer Unterbauschichten
eines Gleisunterbaus im Zusammenhang mit dem gleichzeitigen Gleiseinbau im kontinuierlichen
Verfahren, sondern ermöglicht vorab den Ausbau der zu ersetzenden Unterbauschichten.
Konkret bedeutet dies, daß der auszubauende Schotter bei einer Gleisstreckensanierung
von einem entsprechenden Ausbaumodul ausgebaut und einem entsprechenden Förderband
zugeführt wird. Da die Förderbänder reversibel ausgebildet sind, kann jedes Förderband
die Materialien nicht nur in Arbeitsrichtung, sondern auch umgekehrt transportieren.
In diesem zweiten Fall wird somit der Altschotter mittels eines Baggers oder einer
anderen Gerätschaft, wie z. B. Fräsen, Kettenförderer etc. auf einen Aufgabetrichter
einer Zwischenmaschine mit entsprechendem Arbeitswagen oder aber direkt auf das nach
hinten transportierende Förderband aufgegeben. Von hier aus wird dann der alte Schotter
sowie ggf. andere Unterbauschichten durch die Maschinenreihung bis zu den entsprechenden
MFS-Wagen durchgefördert. Das alte Material kann in diese MFS-Wagen eingefüllt werden,
während das neue Material aus denselben oder aus anderen MFS-Wagen in Arbeitsrichtung
der Einbaueinheit zugeführt wird. Dadurch ist ein gleichzeitiger Ausbau und Einbau
von Bodenschichten möglich, und zwar erfindungsgemäß unter gleichzeitigem kontinuierlichen
Einbau des Gleises.
[0023] Die Weiterbildung gemäß Anspruch 9 schlägt vor, daß der ausgebaute Schotter in entsprechenden
Arbeitswagen mit entsprechenden Aufarbeitungseinrichtungen aufgearbeitet wird. Der
alte Schotter wird somit zunächst ausgebaut. Anstelle der direkten Verladung und Abfuhr
dieses Altschotters wird dieser in einer Schotteraufbereitungsanlage aufgearbeitet.
Diese Aufarbeitung kann unterschiedliche Schritte beinhalten. So kann der Schotter
beispielsweise gewaschen und gesiebt werden. Aber auch andere Behandlungsmethoden
wie Brechen oder Schärfen können hier in entsprechenden Modulen erfolgen. Nach der
Aufarbeitung des Schotters wird der nun wiederverwendbare Schotter der entsprechenden
Einbaueinheit zugeführt, in welcher der Schotter als Recyclingschotter wieder eingebaut
wird. Optional kann dem Recyclingschotter noch Neuschotter zugeführt werden. Die wiederverwendbaren
Feinanteile der Schotterreinigung können bei Bedarf optional einem weiteren Aufarbeitungsmodul
in der Maschinenreihung zugeführt und dem Kies für die Planumsschutzschicht für diese
Unterbauschicht beigemischt werden. In diesem optionalen Aufbereitungsschritt können
auch zusätzlich noch Bodenverbesserungsmaßnahmen durchgeführt werden. Durch Beigabe
von Bodenverbesserungsmitteln und Zuschlagsstoffen kann hierbei eine gezielte Rezeptur
und Sieblinie im Bereich der Kies- und Planumsschutzschichten optional hergestellt
und eingebaut werden. Hierdurch ist eine Erhöhung in der Verwendung der Ausbaustoffe
durch diese optionalen Erweiterungsmodule gewährleistet. Die Gesamtmaschine kann somit
durch Erweiterungsmodule mit flexiblem und dem entsprechenden Bedarf gerechten Einsatz
eine maximale Verwertung aller Ausbaustoffe erreichen. Nur die reinen Abfallstoffe
müssen abgeführt und entsorgt werden. Es müssen dabei nur diejenigen Module mit den
entsprechenden Arbeitswagen gereinigt werden, die den Neubau- und Sanierungsansprüchen
der jeweiligen Gleisbaustrecke entsprechen. Die vorbeschriebenen Abfallstoffe werden
in allen Ausführungsstufen in entgegengesetzter Richtung den MFS-Wagen für den Abtransport
zum Lager zugeführt. Der Arbeitszug kann somit sowohl die Schottermassen ausbauen,
reinigen und wiedereinbauen. Darüber hinaus kann der Arbeitszug im gleichen kontinuierlichen
Verfahren in Arbeitsrichtung die Gleise einbauen. Lediglich die Reihung der Maschinenkomponenten
und zusätzliche Verwendung eines eingliederbaren Reinigungsmoduls für den Schotter
ist hierzu erforderlich.
[0024] Schließlich schlägt die Weiterbildung gemäß Anspruch 10 vor, daß die Arbeitswagen
Transportbänder zum Transportieren der Materialien aufweisen. Bei diesen Bändern handelt
es sich um Bodenförderbänder, Dachförderbänder sowie um Übergabeförderbänder. Diese
können beispielsweise auch paarweise ausgebildet sein. Auch sind die Transportbänder
reversibel ausgebildet.
[0025] Ausführungsbeispiele eines erfindungsgemäßen Arbeitszuges mit entsprechenden Arbeitswagen
zur Erstellung und/oder Sanierung einer aus einem Unterbau sowie aus einem Gleis bestehenden
Bahnstrecke werden nachfolgend anhand der Zeichnungen beschrieben. In diesen zeigt:
- Fig. 1a
- eine erste Variante des Arbeitszuges;
- Fig. 1b
- ein Detailausschnitt aus dem Kopfbereich des Arbeitszuges in Fig. 1a;
- Fig. 1c
- einen Querschnitt durch den Arbeitswagen zum Einbau der Gleise in Fig. 1b;
- Fig. 2a
- eine zweite Variante des Arbeitszuges;
- Fig. 2b
- ein Detailausschnitt aus dem Kopfbereich des Arbeitszuges in Fig. 2a;
- Fig. 2c
- einen Querschnitt durch den Arbeitswagen zum Einbau der Gleise in Fig. 2b;
- Fig. 3a
- eine dritte Variante des Arbeitszuges;
- Fig. 3b
- ein Detailausschnitt aus dem Kopfbereich des Arbeitszuges in Fig. 3a;
- Fig. 3c
- einen Querschnitt durch den Arbeitswagen zum Einbau der Gleise in Fig. 3b;
- Fig. 4a
- eine vierte Variante des Arbeitszuges als Detailausschnitt aus dem Kopfbereich des
Arbeitszuges;
- Fig. 4b
- einen Querschnitt durch den Arbeitswagen zum Einbau der Gleise in Fig. 4a;
- Fig. 5
- eine fünfte Variante des Arbeitszuges;
- Fig. 6
- eine sechste Variante des Arbeitszuges;
- Fig. 7
- eine Darstellung des Arbeitszuges im Bereich des Arbeitswagens zum Einbau des Gleises
in verschiedenen Arbeitsschritten.
[0026] Die Fig. 1a bis 1c zeigen eine erste Variante eines Arbeitszuges zur Erstellung oder
Sanierung einer Bahnstrecke. In Fig. 1a ist dabei der Arbeitszug übereinander in verschiedenen
Abschnitten dargestellt. Die unterste Darstellung in Fig. 1a zeigt dabei den Kopfbereich
des Arbeitszuges. Ein vergrößerter Detailausschnitt von diesem Kopfbereich zeigt Fig.
1 b.
[0027] Die Bahnstrecke besteht grundsätzlich aus einem Unterbau 1 bestehend aus einer Schicht
2 aus Kies (Planumsschutzschicht) sowie darüber einer Schicht 3 aus Schotter. Darauf
befindet sich dann das Gleis 4 aus Schwellen 5 mit darauf befindlichen Schienen 6.
[0028] Im Kopfbereich des Arbeitszuges (in der Zeichnung rechts) ist ein erster Arbeitswagen
7 vorgesehen. Dieser dient dem Einbau einer Schicht des Unterbaus 1, im vorliegenden
Fall der Schicht 3 aus Schotter.
[0029] Hinter diesem ersten Arbeitswagen 7 befindet sich ein zweiter Arbeitswagen 8. Dieser
dient dem Einbau der Gleise 4 in Form von Gleisjochen.
[0030] An diesen zweiten Arbeitswagen 8 schließen sich dritte Arbeitswagen 9 an, welche
die unterschiedlichsten Aufgaben erfüllen. So dienen diese dritten Arbeitswagen 9
der Lagerung der Schwellen 5, Schienen 6 sowie ggf. der Joche, weiterhin der Lagerung
der Materialien für den Unterbau 1, nämlich den Kies und den Schotter. Die letztgenannten
Arbeitswagen sind dabei als sogenannte MFS-Wagen ausgebildet. Dabei können noch Zwischenwagen
10 vorgesehen sein, welcher der Übergabe der Materialien dienen.
[0031] Sämtliche Arbeitswagen 7, 8, 9 sowie Zwischenwagen 10 sind mit in Längsrichtung verlaufenden
Förderbändern 11 ausgestattet. Bei diesen Förderbändern 11, welche reversibel ausgebildet
sind, kann es sich um Bodenförderbänder, Dachförderbänder sowie endseitige Übergabeförderbänder
handeln. Diese Förderbänder 11 können universell hinsichtlich ihrer Einstellungen
und Transportwege eingestellt sein, um so einen optimalen Transport der Materialien
zu gewährleisten. Auch können die Förderbänder 11 als parallel zueinander verlaufende
Doppel- oder Dreifachförderbänder ausgebildet sein. Auch können seitliche Zusatzförderbänder
vorgesehen sein.
[0032] Die Funktionsweise ist wie folgt:
Der Arbeitszug befindet sich in einer kontinuierlichen Vorwärtsbewegung. Der erste
Arbeitswagen 7 am vorderen Kopfende dient dem Einbau des Schotters auf der darunter
befindlichen Schicht 2 aus Kies. Zu diesem Zweck wird der Schotter von den hinteren,
dritten Arbeitswagen 9 über die Förderbänder 11 nach vorne geführt, und zwar von den
entsprechenden MFS-Wagen aus, durch die entsprechenden Arbeitswagen mit den Gleisen
und den Gleisbestandteilen hindurch zu dem zweiten Arbeitswagen 8 für den Gleiseinbau.
Das Schottermaterial wird schließlich dem ersten Arbeitswagen 7 aufgegeben und von
diesem eingebaut.
[0033] Nach dem Einbau der Schicht 3 aus Schotter erfolgt im kontinuierlichen Vorlauf des
Arbeitszuges im dahinter befindlichen Arbeitswagen 8 der Einbau der Gleise 4. Es handelt
sich hier um einen speziellen Gleiseinbauwagen, welcher rückseitig auf den bereits
verlegten Schienen fährt, während er vorne, wo sich noch keine Schienen befinden,
mittels eines Raupenfahrwerks verfahrbar ist. Dieser vordere Bereich weist auch noch
ein Schienenlaufwerk auf, welches dann eingesetzt wird, wenn das Raupenfahrwerk hochgefahren
ist. Die durch diesen zweiten Arbeitswagen 8 eingebauten Gleise 4 sind mit ihren Bestandteilen,
nämlich den Schwellen 5 und den Schienen 6 auf den dahinter befindlichen dritten Arbeitswagen
9 gelagert und werden bedarfsweise dem zweiten Arbeitswagen 8 zugeführt.
[0034] Die zweite Ausführungsvariante in Fig. 2a bis 2c unterscheidet sich von der ersten
Ausführungsvariante dadurch, daß zwei erste Arbeitswagen 7 vorgesehen sind. Diese
beiden ersten Arbeitswagen 7 dienen dem Einbau des Unterbaus 1. Dabei hat der vordere
erste Einbauwagen 7 die Aufgabe, die Schicht 2 aus Kies einzubauen, während der dahinter
befindliche erste Arbeitswagen 7 die Aufgabe hat, die darüber befindliche Schicht
3 aus Schotter einzubauen. Auch hier erfolgt die Zuführung des Kieses sowie des Schotters
über entsprechende Förderbänder 11 von den entsprechenden dritten Arbeitswagen 9 aus.
[0035] Die Ausführungsvariante der Fig. 3a bis 3c basiert vom Grundprinzip her auf der ersten
Ausführungsvariante. Der Unterschied besteht darin, daß vor dem ersten Arbeitswagen
7 am vorderen Kopfende noch ein vierter Arbeitswagen 12 vorgesehen ist. Wie die ersten
Arbeitswagen 7 der beiden ersten Ausführungsvarianten ist auch dieser vierte Arbeitswagen
4 mit einem Rad- oder Raupenfahrwerk ausgestattet. Dieser vierte Arbeitswagen 12 dient
der Aufnahme der ausgebauten Unterbauschicht (in diesem Fall Schotter) mittels eines
Baggers 13. Andere Ausbaueinrichtungen statt eines Baggers 13 wie beispielsweise ein
Kratzförderer sind denkbar. Das Grundprinzip besteht darin, daß der Bagger 13 oder
eine andere Einrichtung den Schotter des Unterbaus 1 ausbaut und dem vierten Arbeitswagen
12 aufgibt. Von dort aus wird der Schotter nach hinten in die entsprechenden Arbeitswagen
9 mittels der Förderbänder 11 transportiert. Nach dem Ausbau kann dann entweder neuer
Schotter oder recycleter Schotter über den ersten Arbeitswagen 7 wieder eingebaut
werden.
[0036] Die vierte Ausführungsvariante der Fig. 4a und 4b sieht einen Kombinationsarbeitswagen
14 einerseits zum Einbau der Unterbauschicht und andererseits zum Einbau des Gleises
4 vor. Konkret sieht dies technisch so aus, daß der Kopfbereich dieses Kombinationsarbeitswagens
14 eine Art Schieber aufweist, welcher den davor aufgegebenen Schotter einebnet.
[0037] Die fünfte Variante in Fig. 5 basiert auf der vierten Ausführungsvariante. Bei dieser
fünften Ausführungsvariante ist - wie bei der dritten Ausführungsvariante - ein vierter
Arbeitswagen 12 vorgeschaltet, welcher der Aufnahme des mittels eines Baggers 13 oder
dgl. ausgebauten Schotters dient, welcher nach hinten abtransportiert wird.
[0038] Die sechste Ausführungsvariante in Fig. 6 basiert auf der dritten Ausführungsvariante,
und zwar indem der ausgebaute Schotter nach hinten in einen der dritten Arbeitswagen
9 transportiert wird. Diese weisen Aufarbeitungseinrichtungen 15 für den ausgebauten
Schotter auf, in denen der Altschotter gewaschen, gesiebt, klassifiziert, gebrochen,
geschärft etc. werden kann. Dieser recyclete Altschotter wird dann wieder nach vorne
hin zum ersten Arbeitswagen 7 transportiert, wo er eingebaut wird.
[0039] Fig. 7 schließlich zeigt den speziellen zweiten Arbeitswagen 8 zum Einbau der Gleise
4. Dabei ist dargestellt, wie die Schwellen 5 sowie Schienen 6 auf entsprechenden
dritten Arbeitswagen 9 gelagert und zu Gleisjochen zusammengefügt werden, welche dann
mittels einer Portaleinrichtung des zweiten Arbeitswagens 8 auf dem Schotterbett eingebaut
werden.
Bezugszeichenliste
[0040]
- 1
- Unterbau
- 2
- Schicht aus Kies
- 3
- Schicht aus Schotter
- 4
- Gleis
- 5
- Schwelle
- 6
- Schiene
- 7
- erster Arbeitswagen
- 8
- zweiter Arbeitswagen
- 9
- dritter Arbeitswagen
- 10
- Zwischenwagen
- 11
- Förderbänder
- 12
- vierter Arbeitswagen
- 13
- Bagger
- 14
- Kombinationsarbeitswagen
- 15
- Aufarbeitungseinrichtung
1. Vorrichtung zur Erstellung und/oder Sanierung einer aus einem Unterbau (1) sowie aus
einem Gleis (4) bestehenden Bahnstrecke unter Verwendung eines Arbeitszuges, wobei
der Arbeitszug während der Arbeiten kontinuierlich vorwärtsbewegt wird,
wobei der Arbeitszug Arbeitswagen zum Lagern, Transportieren sowie Einbau von Komponenten
der Bahnstrecke aufweist,
wobei der Arbeitszug im - in Bewegungsrichtung gesehen - vorderen Kopfbereich wenigstens
einen ersten Arbeitswagen (7) für eine oder mehrere, erste Einrichtungen zum Einbau
des Unterbaus (1) aufweist und
wobei die Komponenten für den Unterbau (1) von hinten von dritten Arbeitswagen (9)
aus nach vorne hin zu dem wenigstens einen ersten Arbeitswagen (7) zugeführt werden,
dadurch gekennzeichnet,
daß der wenigstens eine erste Arbeitswagen (7) zum Einbau des Unterbaus (1) bezüglich
der dahinter befindlichen Arbeitswagen des Arbeitszuges ein vorlaufender, separater
sowie entkoppelter Einbaufertiger ist,
daß der wenigstens eine erste Arbeitswagen (7) ein Rad- oder Raupenfahrwerk aufweist,
daß der wenigstens eine erste Arbeitswagen (7) den Unterbau (1) - in Bewegungsrichtung
gesehen - hinter dem Rad- oder Raupenfahrwerk einbaut, ohne daß er mit seinem Rad-
oder Raupenfahrwerk anschließend über diesen Unterbau (1) fährt, und
daß der Arbeitszug hinter dem wenigstens einen ersten Arbeitswagen (7) wenigstens einen
zweiten Arbeitswagen (8) für eine oder mehrere, zweite Einrichtungen zum Einbau des
Gleises (4) aufweist, wobei die Komponenten für das Gleis (4) von hinten von dritten
Arbeitswagen (9) aus nach vorne hin zu der zweiten Einrichtung zugeführt werden.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der wenigstens einen, ersten Einrichtung ein oder mehrere, erste Arbeitswagen (7)
zugeordnet sind und
daß der wenigstens einen, zweiten Einrichtung ein oder mehrere, zweite Arbeitswagen (8)
zugeordnet sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die wenigstens eine, erste Einrichtung und die wenigstens eine, zweite Einrichtung
auf einem gemeinsamen Kombinationsarbeitswagen (14) angeordnet sind.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß mehrere Einrichtungen mit insbesondere mehreren ersten Arbeitswagen (7) zum Einbau
der unter einer Schicht (3) aus Schotter befindlichen Unterbauschicht und zum Einbau
der darauf befindlichen Schicht (3) aus Schotter vorgesehen sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß zum Einbau des Gleises (4) dieses in Form von Jochen einbaubar ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß in den dritten Arbeitswagen (9) Schwellen (5) und Schienen (6) gelagert sind und
diese zu Jochen zusammenbaubar sind.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß zum Einbau des Gleises (4) dieses in Form von Schwellen und Langschienen einbaubar
ist.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der ersten Einrichtung des Arbeitszuges vor Kopf ein oder mehrere, vierte Einrichtungen
insbesondere in Form von vierten Arbeitswagen (12) vorgeschaltet sind, welchen ausgebaute
Materialien des Unterbaus aufgegeben und von dort aus nach hinten zu den dritten Arbeitswagen
(9) transportiert werden.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die dritten Arbeitswagen (9) Aufarbeitungseinrichtungen (15) für ausgebauten Schotter
aufweisen.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Arbeitswagen (7,8,9,10,12,14) Förderbänder (11) zum Transportieren der Materialien
aufweisen.