(19)
(11) EP 2 708 682 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
03.03.2021  Patentblatt  2021/09

(21) Anmeldenummer: 13182645.5

(22) Anmeldetag:  02.09.2013
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E05B 9/04(2006.01)
G07C 9/00(2020.01)
E05B 47/06(2006.01)

(54)

Schließzylinder für einen elektronischen Schlüssel

Locking cylinder for an electronic key

Cylindre de fermeture pour une clé électronique


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 12.09.2012 DE 102012216109

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
19.03.2014  Patentblatt  2014/12

(73) Patentinhaber: Aug. Winkhaus GmbH & Co. KG
48291 Telgte (DE)

(72) Erfinder:
  • Bickert, Peter
    48291 Telgte (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A1- 1 079 051
EP-A2- 2 453 083
DE-U1- 29 911 355
EP-A2- 1 903 168
DE-A1- 3 940 737
DE-U1-212010 000 037
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Schließzylinder für einen elektronischen Schlüssel, mit einem in einem Gehäuse beweglichen Kern, mit einem im Kern angeordneten Schließkanal zur Einführung des Schlüssels und einer im Gehäuse angeordneten Antenne zur Erfassung von elektronischen Signalen des Schlüssels und mit einer elektronischen Sperreinrichtung zur wahlweisen Blockierung oder Freigabe der Bewegung des Kerns in Abhängigkeit von den Signalen des Schlüssels , wobei im Kern elektrische Kontakte zur Kontaktierung entsprechender Kontakte am Schlüssel angeordnet sind, die elektrischen Kontakte des Kerns über elektrische Leiter mit einer im Kern angeordneten Übertragungsantenne zur Übertragung der Signale des Schlüssels an die Antenne im Gehäuse verbunden sind und die Übertragungsantenne im Kern und die Antenne im Gehäuse Spulen aufweisen.

    [0002] Aus der DE 21 2010 000 037 U1 ist beispielsweise eine mechatronische Schließvorrichtung bekannt, welche einen zumindest teilweise elektronischen Schlüssel offenbart, welcher ein Kontaktmittel an seinem Schaft aufweist, das zur Signalübertragung zwischen dem Schlüssel und einem Kern eines Schließzylinders mit einem im Kern angeordneten zweiten Kontaktmittel ausgebildet ist. Die Signalübertragung kann lediglich bei direkten Kontakt der beiden Kontaktmittel stattfinden.

    [0003] Ein ähnlicher Schließzylinder ist weiterhin aus der DE 199 06 578 A1 bekannt. Die Antenne des Schließzylinders umschließt den Kern, in dessen Schließkanal ein in einem Schaft des Schlüssels angeordneter Codegeber eingeführt werden kann. Der Codegeber bildet mit der Antenne einen Schwingkreis, über den elektronische Signale kontaktlos ausgelesen werden können. Die Aktivierungsenergie zur Erzeugung des Schwingkreises wird von der Antenne in den Codegeber induziert. Der Codegeber ist von einem Kunststoff des Schaftes des Schlüssels ummantelt.

    [0004] Nachteilig bei dem bekannten Schließzylinder ist jedoch, dass zwischen der Antenne und dem Codegeber ein Abschnitt des Kerns und die Ummantelung des Codegebers des Schlüssels angeordnet sind. Dies führt zu einem großen Abstand der Antenne von dem Codegeber. Ein großer Abstand zwischen Antenne und Codegeber führt jedoch auch zu einem hohen Energieverbrauch. Da die Funktion des Schließzylinders jedoch mit einer eigenen Energieversorgung möglichst unabhängig sichergestellt sein soll, führt der hohe Energieverbrauch zu kurzen Wartungsintervallen.

    [0005] Man könnte daran denken, die Antenne im Kern unmittelbar an dem Schließkanal anzuordnen. Da die elektronische Sperreinrichtung aus Platzgründen im Gehäuse angeordnet ist, müssten die Signale von der mit dem Kern mitbewegenden Antenne, beispielsweise mittels Schleifkontakte zu der feststehenden Sperreinrichtung übertragen werden. Solche Schleifkontakte sind jedoch sehr störanfällig. Weiterhin müssen solche Schleifkontakte über den gesamten Umfang des Kerns geführt werden, was zu einem hohen baulichen Aufwand führt.

    [0006] Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, einen Schließzylinder der eingangs genannten Art so weiter zu bilden, dass er einen besonders geringen Energieverbrauch aufweist.

    [0007] Dieses Problem wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Spulen der Übertragungsantenne im Kern und der Antenne im Gehäuse konzentrisch zueinander angeordnet sind.

    [0008] Durch diese Gestaltung lassen sich Verluste bei der Übertragung der Aktivierungsenergie oder von Signalen des Schlüssels besonders gering halten.

    [0009] Der Schließzylinder weist gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung einen besonders geringen Energieverbrauch auf, wenn die Übertragungsantenne im Kern und die Antenne im Gehäuse zur berührungslosen Übertragung der Signale des Schlüssels einander unmittelbar gegenüberstehen.

    [0010] Eine besonders zuverlässige Verbindung des Codegebers im Schlüssel mit den elektrischen Leitern im Kern lässt sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung erzeugen, wenn die Kontakte des Kerns gegen die Kontakte des Schlüssels vorgespannt sind.

    [0011] Der Schließzylinder lässt sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung mit Schutzbeschlägen gegen einen Zerstörungsversuch sichern, wenn die Antenne von der Stirnseite des Gehäuses beabstandet ist. Schutzbeschläge werden häufig an der Stirnseite des Schließzylinders und damit an der Stirnseite des Gehäuses angeordnet, um den Schließzylinder beispielsweise vor einem Aufbohren oder anderer mechanischer Zerstörung zu schützen. Solche Schutzbeschläge dämpfen und stören jedoch elektrische Felder und damit die Übertragung der Signale zu der Antenne im Gehäuse. Durch die von der Stirnseite entfernte Anordnung der Antenne wird eine Störung der Übertragung der Signale durch die Schutzbeschläge vermieden.

    [0012] Die Erfindung lässt zahlreiche Ausführungsformen zu. Zur weiteren Verdeutlichung ihres Grundprinzips ist eine davon in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend beschrieben. Diese zeigt in
    Fig. 1
    einen Längsschnitt durch einen erfindungsgemäßen Schließzylinder,
    Fig. 2
    eine Schnittdarstellung durch den Schließzylinder aus Figur 1 entlang der Linie II - II.


    [0013] Figur 1 zeigt einen Schließzylinder 1 mit einem drehbar in einem Gehäuse 2 gelagerten Kern 3. Der Kern 3 ist drehfest mit einem Schließbart 4 verbunden. An seinen Stirnseiten weist der Kern 3 jeweils einen Schließkanal 5 zum Einführen eines Schlüssels 6 auf. Der Schließzylinder 1 hat eine elektromagnetische Sperreinrichtung 7 zur wahlweisen Blockierung oder Freigabe der Bewegung des Kerns 3 gegenüber dem Gehäuse 2. In einem von der Stirnseite des Schließzylinders 1 entfernten Bereich des Gehäuses 2 ist eine Antenne 8 angeordnet. Die Antenne 8 ist mit einer Steuereinrichtung 9 verbunden, welche die elektromagnetische Sperreinrichtung 7 ansteuert. In dem Gehäuse 2 ist zudem ein als Knopfzelle ausgebildeter Energiespeicher 10 angeordnet. Der Energiespeicher 10 versorgt die Steuereinrichtung 9 und die Sperreinrichtung 7 mit elektrischer Energie. Eine Übertragungsantenne 11 des Kerns 3 steht der Antenne 8 im Gehäuse 2 mit geringem Abstand gegenüber und ist über elektrische Leiter 12 mit federnden Kontakten 13 verbunden.

    [0014] Der Schlüssel 6 hat einen dem Schließkanal 5 entsprechend gestalteten Schaft 14 und eine Reide 15 als Handgriff. Im Schaft 14 des Schlüssels 6 ist ein Codegeber 16, beispielsweise in einer Kunststoff-Vergussmasse angeordnet. Der Codegeber 16 ist über elektrische Leiter 17 mit auf der Mantelfläche des Schaftes 14 angeordneten, feststehenden Kontakten 18 verbunden. Die federnden Kontakte 13 des Kerns 3 sind gegen die feststehenden Kontakte 18 des Schlüssels 6 vorgespannt.

    [0015] Figur 2 zeigt den Schließzylinder aus Figur 1 in einer Schnittdarstellung entlang der Linie II - II. Hierbei ist zu erkennen, dass die Antenne 8 im Gehäuse 2 und die Übertragungsantenne 11 im Kern 3 jeweils Spulen 19, 20 aufweisen. Über diese Spulen 19, 20 lässt sich eine Aktivierungsenergie zur Auslesung des Codegebers 16 induktiv übertragen.


    Ansprüche

    1. Schließzylinder (1) für einen elektronischen Schlüssel (6), mit einem in einem Gehäuse (2) beweglichen Kern (3), mit einem im Kern (3) angeordneten Schließkanal (5) zur Einführung des Schlüssels (6) und einer im Gehäuse (2) angeordneten Antenne (8) zur Erfassung von elektronischen Signalen des Schlüssels (6) und mit einer elektronischen Sperreinrichtung (7) zur wahlweisen Blockierung oder Freigabe der Bewegung des Kerns (3) in Abhängigkeit von den Signalen des Schlüssels (6), wobei im Kern (3) elektrische Kontakte (13) zur Kontaktierung entsprechender Kontakte (18) am Schlüssel (6) angeordnet sind, die elektrischen Kontakte (13) des Kerns (3) über elektrische Leiter (12) mit einer im Kern (3) angeordneten Übertragungsantenne (11) zur Übertragung der Signale des Schlüssels (6) an die Antenne (8) im Gehäuse (2) verbunden sind und die Übertragungsantenne (11) im Kern (3) und die Antenne (8) im Gehäuse (2) Spulen (19, 20) aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass die Spulen (19, 20) der Übertragungsantenne (11) im Kern (3) und der Antenne (8) im Gehäuse (2) konzentrisch zueinander angeordnet sind.
     
    2. Schließzylinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Übertragungsantenne (11) im Kern (3) und die Antenne (8) im Gehäuse (2) zur berührungslosen Übertragung der Signale des Schlüssels (6) einander unmittelbar gegenüberstehen.
     
    3. Schließzylinder nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontakte (13) des Kerns (3) gegen die Kontakte (18) des Schlüssels (6) vorgespannt sind.
     
    4. Schließzylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Antenne (8) von der Stirnseite des Gehäuses (2) beabstandet ist.
     


    Claims

    1. A locking cylinder (1) for an electronic key (6), having a core (3) movable in a housing (2), having a locking channel (5) arranged in the core (3) for introducing the key (6) and an antenna (8) arranged in the housing (2) for detecting electronic signals of the key (6) and having an electronic blocking device (7) for selectively blocking or releasing the movement of the core (3) depending on the signals of the key (6), wherein electrical contacts (13) are arranged in the core (3) for making contact with corresponding contacts (18) on the key (6), which electrical contacts (13) of the core (3) are connected via electrical conductors (12) to a transmission antenna (11) arranged in the core (3) for transmitting the signals of the key (6) to the antenna (8) in the housing (2) and the transmission antenna (11) in the core (3) and the antenna (8) in the housing (2) have coils (19, 20), characterized in that the coils (19, 20) of the transmission antenna (11) in the core (3) and of the antenna (8) in the housing (2) are arranged concentrically to one another.
     
    2. The locking cylinder according to claim 1, characterized in that the transmission antenna (11) in the core (3) and the antenna (8) in the housing (2) for the contactless transmission of the signals of the key (6) are directly opposite each other.
     
    3. The locking cylinder according to any one of claims 1 or 2, characterized in that the contacts (13) of the core (3) are pretensioned against the contacts (18) of the key (6).
     
    4. The locking cylinder according to any one of claims 1 to 3, characterized in that the antenna (8) is spaced apart from the end face of the housing (2).
     


    Revendications

    1. Cylindre de fermeture (1) pour une clé (6) électronique, avec un noyau (3) mobile dans un boîtier (2), avec un canal de fermeture (5) disposé dans le noyau (3) pour l'introduction de la clé (6) et une antenne (8) disposée dans le boîtier (2) pour la détection de signaux électroniques de la clé (6) et avec un dispositif de blocage (7) électronique pour au choix le blocage ou la libération du mouvement du noyau (3) en fonction des signaux de la clé (6), des contacts (13) électriques étant disposés dans le noyau (3) pour la mise en contact de contacts (18) correspondants sur la clé (6), les contacts (13) électriques du noyau (3) étant raccordés, par le biais de conducteurs (12) électriques, à une antenne de transmission (11) disposée dans le noyau (3) pour la transmission des signaux de la clé (6) à l'antenne (8) dans le boîtier (2), et l'antenne de transmission (11) dans le noyau (3) et l'antenne (8) dans le boîtier (2) comportant des bobines (19, 20), caractérisé en ce que les bobines (19, 20) de l'antenne de transmission (11) dans le noyau (3) et de l'antenne (8) dans le boîtier (2) sont disposées de façon concentrique entre elles.
     
    2. Cylindre de fermeture selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'antenne de transmission (11) dans le noyau (3) et l'antenne (8) dans le boîtier (2) sont disposées directement en face l'une de l'autre pour la transmission sans contact des signaux de la clé (6).
     
    3. Cylindre de fermeture selon l'une des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que les contacts (13) du noyau (3) sont pré-tendus contre les contacts (18) de la clé (6).
     
    4. Cylindre de fermeture selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que l'antenne (8) est espacée du côté frontal du boîtier (2).
     




    Zeichnung








    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente