[0001] Die Erfindung betrifft eine Diagnosevorrichtung und ein Verfahren zum Ermitteln einer
Wirkung einer Additivzugabe auf einen Antriebsstrang eines Kraftfahrzeuges.
Stand der Technik
[0002] Die
US 5 441 072 A beschreibt ein Kraftstoffzusatz-Einspritzsystem, das eine Erfassungsvorrichtung zum
Bestimmen einer Einspritz-Strömungsrate von Kraftstoff und zum Erzeugen eines Messsignals
in Abhängigkeit von der Einspritz-Strömungsrate, ein Steuersystem zum Verarbeiten
des Messsignals und eine Dosierpumpe zur Abgabe eines Kraftstoffzusatzes in den zur
Verbrennung vorgesehenen Kraftstoff in Abhängigkeit von dem verarbeiteten Messsignal.
[0003] Die
US 4 621 593 A beschreibt ein Kraftstoffzusatzstoff-Einspritzsystem, welches elektrische Steuermittel
aufweist, die basierend auf einem elektrischen Signal einen Betrieb einer elektrischen
Pumpe steuern und dadurch eine erforderliche Menge des Kraftstoffzusatzstoffs in der
Kraftstoffzufuhr zur Aufrechterhaltung einer gewünschten gleichmäßigen Konzentration
erreichen.
[0004] Zur Behebung von bei einem Kraftfahrzeug auftretenden Fehlern und zur kurzzeitigen
Vermeidung unangenehmer Laufeigenschaften eines Verbrennungsmotors des Kraftfahrzeuges,
greifen Werkstätten auf eine große Produktpalette an Additiven oder sonstigen Zusätzen
für Kraftstoffe zurück und verbessern die Laufeigenschaften des Verbrennungsmotors
durch eine Additivzugabe.
[0005] Diese Additivzugaben ermöglichen eine deutliche Verbesserung der Laufeigenschaften
des Verbrennungsmotors. Die Anwendung der Additive ist je nach Einsatz des entsprechenden
Produktes verschieden. Zugabe in den Kraftstofftank, Zugabe bei einem Tankvorgang,
Zugabe über einen Ölkreislauf sind hierbei mögliche Alternativen. Dabei erfolgt der
Nachweis des Anwendungserfolges der Additivzugabe etwa durch eine manuelle Sichtprüfung.
Offenbarung der Erfindung
[0006] Die vorliegende Erfindung schafft eine Diagnosevorrichtung zum Ermitteln einer Wirkung
einer Additivzugabe auf einen Antriebsstrang eines Kraftfahrzeuges mit den Merkmalen
des Patentanspruchs 1 und ein Verfahren zum Ermitteln einer Wirkung einer Additivzugabe
auf einen Antriebsstrang eines Kraftfahrzeuges gemäß Patentanspruch 7.
Vorteile der Erfindung
[0007] Der Kern der Erfindung liegt darin, dass die Wirkung der Additivanwendung durch die
Diagnosevorrichtung ermittelt wird. Ferner kann auch ein Misserfolg der Additivzugabe
durch die Diagnosevorrichtung ermittelt werden. Dem Werkstattpersonal wird es ermöglicht,
Produkteigenschaften des zugegebenen Additives durch eine Auswertung definierter Steuergeräteparameter
nachzuweisen.
[0008] Vorteilhaft können mit der Diagnosevorrichtung durch die Additivanwendung bewirkte
reduzierte Abgasemissionen oder eine durch die Additivanwendung bewirkte Steigerung
der Motorleistung oder ein durch die Additivanwendung bewirkter, reduzierter Kraftstoffverbrauch
oder durch die Additivanwendung bewirkte verbesserte Laufruheeigenschaften des Verbrennungsmotors
ermittelt werden.
[0009] Der Vorteil der Erfindung liegt ferner darin, dass die das Kraftfahrzeug untersuchende
Werkstatt befähigt wird, bezüglich der Anwendung eines Additivproduktes und dessen
Erfolg eindeutige und belegbare Wirkungen des Additivproduktes auf das Kraftfahrzeug
zu ermitteln. Dies beschleunigt die Entscheidung der weiteren Problembehandlung bei
einer Reparatur des Kraftfahrzeuges.
[0010] Vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen
sowie aus der Beschreibung unter Bezugnahme auf die Figuren.
[0011] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass die Erfassungseinrichtung
dazu ausgelegt ist, als den mindestens einen Betriebsparameter des Antriebsstranges
ein Klopfsensorsignal oder ein Signal bezüglich eines Grades von Verbrennungsaussetzern
des Verbrennungsmotors des Kraftfahrzeugs oder ein Signal bezüglich eines Grades eines
Laufruhewertes eines Zylinders des Verbrennungsmotors des Kraftfahrzeugs zu erfassen.
Dadurch können vorteilhaft die Laufeigenschaften des Verbrennungsmotors verbessert
werden.
[0012] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass die Erfassungseinrichtung
dazu ausgelegt ist, als den mindestens einen Betriebsparameter des Antriebsstranges
eine Kühlmitteltemperatur des Verbrennungsmotors oder eine Ansauglufttemperatur des
Verbrennungsmotors oder eine Motordrehzahl des Verbrennungsmotors oder einen Tankfüllstand
des Kraftfahrzeuges zu erfassen. Dies erlaubt vorteilhaft, den mindestens einen Betriebsparameter
des Antriebsstranges zu optimieren.
[0013] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass die Erfassungseinrichtung
dazu ausgelegt ist, als den mindestens einen Betriebsparameter des Antriebsstranges
einen Abgasdifferenzdruck des Verbrennungsmotors oder eine Abgastemperatur des Verbrennungsmotors
zu erfassen.
[0014] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass die Erfassungseinrichtung
dazu ausgelegt ist, als den Prozessparameter der Additivzugabe eine Gemischkonzentration
der Additivzugabe oder eine Zugabedauer der Additivzugabe zu erfassen. Dadurch können
vorteilhaft die Wirkungen von unterschiedlichen Prozessparametern der Additivzugabe
ermittelt werden.
[0015] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass die Steuereinrichtung
dazu ausgelegt ist, als den mindestens einen Steuergeräteparameter für das Steuern
des Verbrennungsmotors ein Senken eines Abgasdifferenzdruckes des Verbrennungsmotors
oder ein Senken einer Abgastemperatur des Verbrennungsmotors zu verwenden. Dadurch
kann vorteilhaft das Ermitteln der Wirkung der Additivzugabe an den jeweiligen Fahrzeugtyp
angepasst werden.
[0016] Die beschriebenen Ausgestaltungen und Weiterbildungen lassen sich beliebig miteinander
kombinieren.
[0017] Weitere mögliche Ausgestaltungen, Weiterbildungen und Implementierungen der Erfindung
umfassen auch nicht explizit genannte Kombinationen von zuvor oder im Folgenden bezüglich
der Ausführungsbeispiele beschriebenen Merkmale der Erfindung.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0018] Die beiliegenden Zeichnungen sollen ein weiteres Verständnis der Ausführungsformen
der Erfindung vermitteln. Sie veranschaulichen Ausführungsformen und dienen im Zusammenhang
mit der Beschreibung der Erklärung von Prinzipien und Konzepten der Erfindung.
[0019] Andere Ausführungsformen und viele der genannten Vorteile ergeben sich im Hinblick
auf die Zeichnungen. Die dargestellten Elemente der Zeichnungen sind nicht notwendigerweise
maßstabsgetreu zueinander gezeigt.
[0020] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Diagnosevorrichtung zum Ermitteln einer Wirkung
einer Additivzugabe auf einen Antriebsstrang eines Kraftfahrzeuges gemäß einer Ausführungsform
der Erfindung;
- Fig. 2A-2C
- jeweils eine schematische Darstellung von Kennlinien des mindestens einen Betriebsparameters
des Antriebsstranges des Kraftfahrzeuges zur Erläuterung der Erfindung; und
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung eines Flussdiagramms eines Verfahrens zum Ermitteln
einer Wirkung einer Additivzugabe auf einen Antriebsstrang eines Kraftfahrzeuges gemäß
einer weiteren Ausführungsform der Erfindung.
[0021] In den Figuren der Zeichnung bezeichnen gleiche Bezugszeichen gleiche oder funktionsgleiche
Elemente, Bauteile, Komponenten oder Verfahrensschritte, soweit nichts Gegenteiliges
angegeben ist.
[0022] Die Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Diagnosevorrichtung zum Ermitteln
einer Wirkung einer Additivzugabe auf einen Antriebsstrang eines Kraftfahrzeuges gemäß
einer Ausführungsform der Erfindung.
[0023] Eine Diagnosevorrichtung 1 zum Ermitteln einer Wirkung einer Additivzugabe auf einen
Antriebsstrang 110 eines Kraftfahrzeuges 100 umfasst beispielsweise eine Steuereinrichtung
10, eine Erfassungseinrichtung 20, eine Vergleichseinrichtung 30 und eine Auswertungseinrichtung
40.
[0024] Die Steuereinrichtung 10 ist beispielsweise mit dem Antriebsstrang 110 des Kraftfahrzeuges
100 gekoppelt und dazu ausgelegt, einen Verbrennungsmotor 120 des Antriebsstranges
110 basierend auf mindestens einem Steuergeräteparameter während der Additivzugabe
zu steuern.
[0025] Die Erfassungseinrichtung 20 ist beispielsweise mit dem Antriebsstrang 110 des Kraftfahrzeuges
100 gekoppelt und dazu ausgelegt ist, mindestens einen Prozessparameter der Additivzugabe
und mindestens einen Betriebsparameter des Antriebsstranges 110 des Kraftfahrzeuges
100 während der Additivzugabe zu erfassen.
[0026] Die Kopplung der Steuereinrichtung 10 und der Erfassungseinrichtung 20 kann dabei
über eine normierte Schnittstelle, wie etwa eine On-Board-Diagnose, kurz OBD, erfolgen.
Eine On-Board-Diagnose ist ein Fahrzeugdiagnosesystem. Während des Fahrbetriebes werden
alle abgasbeeinflussenden Systeme des Kraftfahrzeuges 100 überwacht, zusätzlich weitere
wichtige Steuergeräte, deren Daten durch ihre Software zugänglich sind.
[0027] Beispielsweise kann die Erfassungseinrichtung 20 ferner dazu ausgebildet sein, mit
einer im Kraftfahrzeug 100 integrierten Sensorik gekoppelt zu werden und eine Motorölviskosität
von in dem Verbrennungsmotor 120 befindlichen Motoröl über die im Kraftfahrzeug 100
integrierte Sensorik zu erfassen.
[0028] Die Vergleichseinrichtung 30 ist mit der Erfassungseinrichtung 20 gekoppelt und dazu
ausgelegt, den erfassten mindestens einen Prozessparameter und den erfassten mindestens
einen Betriebsparameter mit in einer Speichereinrichtung 35 abgespeicherten Parameterwerten
zu vergleichen und darauf basierend mindestens ein Vergleichsergebnis zu ermitteln.
[0029] Die Auswertungseinrichtung 40 ist beispielsweise mit der Vergleichseinrichtung 30
und der Steuereinrichtung 10 gekoppelt und dazu ausgelegt, anhand des ermittelten
mindestens einen Vergleichsergebnisses und des mindestens einen Steuergeräteparameters
die Wirkung der Additivzugabe auf den Antriebsstrang 110 des Kraftfahrzeuges 100 zu
ermitteln.
[0030] Abhängig von der Kundenbeanstandung können unterschiedliche Additive als Additivzugabe
in der Werkstatt zum Einsatz kommen. Bei Problemen mit dem Diesel-Partikelfilter kann
beispielsweise ein Diesel-Partikelfilter-Reiniger verwendet werden, zur Verbesserung
der Klopfeigenschaften kann etwa ein Oktanzahlerhöher als Additiv verwendet werden.
Zur Senkung der Abgasemissionen kann ein Kraftstoffsystemreiniger und/oder ein weiterer
Kraftstoffschmierzusatz verwendet werden. Je nach Anwendungsfall können unterschiedliche
Steuergeräteparameter zum Nachweis der Wirkung der Diagnosevorrichtung 1 herangezogen
werden.
[0031] Bei einer Additivanwendung eines Oktanzahlerhöhers ermittelt die Diagnosevorrichtung
1 bei definierten Motorbedingungen, wie etwa Kühlmitteltemperatur, Ansauglufttemperatur,
Drehzahl des Motors oder Tankfüllstand, beispielsweise folgende Parameter: Klopfsensorsignal,
Verbrennungsaussetzer oder Laufruhewerte der Zylinder des Verbrennungsmotors 120.
[0032] Nach Zugabe des Additives erfolgt die Auswertung der Betriebsparameter. Beispielsweise
sinkt das Klopfsensorsignal nach der Zugabe des Additives. Ebenso können sich die
Differenzen der Laufruhewerte der einzelnen Zylinder angleichen. Durch einen Vergleich
der erfassten Betriebsparameterwerte mit in der Speichereinrichtung 35 abgespeicherten
Parameterwerten kann ermittelt werden, ob die Additivanwendung erfolgreich war oder
nicht.
[0033] Bei einer Additivanwendung eines Diesel-Partikelfilter-Reinigers ermittelt die Diagnosevorrichtung
1 bei definierten Motorbedingungen beispielsweise einen Abgasdifferenzdruck und eine
Abgastemperatur als den mindestens einen Betriebsparameter des Antriebsstranges 110
des Kraftfahrzeuges 100.
[0034] Bei einer Additivanwendung eines Kraftstoffsystemreinigers ermittelt die Diagnosevorrichtung
1 bei definierten Motorbedingungen beispielsweise einen kurzfristigen Gemischkorrekturwert,
einen Lambda-Adaptionswert oder einen sonstigen Lambdawert als den mindestens einen
Betriebsparameter des Antriebsstranges 110 des Kraftfahrzeuges 100.
[0035] Die Steuereinrichtung 10, die Erfassungseinrichtung 20, die Vergleichseinrichtung
30 und die Auswertungseinrichtung 40 sind beispielsweise als eine Prozessoreinheit
oder als eine sonstige elektronische Datenverarbeitungseinheit ausgebildet. Die Steuereinrichtung
10, die Erfassungseinrichtung 20, die Vergleichseinrichtung 30 und die Auswertungseinrichtung
40 sind ferner beispielsweise als ein Mikrocontroller, auch µController, ausgebildet,
welcher neben einem Prozessor auch Einheiten für Peripheriefunktionen auf einem Chip
vereint.
[0036] Die Figuren 2A, 2B und 2C zeigen jeweils eine schematische Darstellung von Kennlinien
des mindestens einen Betriebsparameters des Antriebsstranges 110 des Kraftfahrzeuges
100 zur Erläuterung der Erfindung.
[0037] Die Figur 2A zeigt eine schematische Darstellung eines Diagramms mit einem Funktionsgraphen
zur zeitlichen Abhängigkeit des Lambdawertes des Antriebsstranges 110 des Kraftfahrzeuges
100.
[0038] Auf der x-Achse des in der Figur 2A dargestellten Diagramms ist die Zeit t aufgetragen,
die y-Achse stellt den Lambdawert LW des Antriebsstranges 110 dar.
[0039] Die Kennlinie LK1 stellt den zeitlichen Verlauf des Lambdawertes LW des Antriebsstranges
110 dar. Die Kennlinie LK1 weist zum Zeitpunkt t0 einen steilen, stufenartigen Anstieg
auf. Vor und nach dem Zeitpunkt t0 ist die Kennlinie LK1 durch einen annähernd waagrecht
verlaufenden Plateaubereich gekennzeichnet.
[0040] Die Figur 2B zeigt eine schematische Darstellung eines Diagramms mit einem Funktionsgraphen
zur zeitlichen Abhängigkeit eines Funktionswertes eines Lambdawert-Integrators.
[0041] Auf der x-Achse des in der Figur 2B dargestellten Diagramms ist die Zeit aufgetragen,
die y-Achse stellt den Funktionswertes eines ersten Lambdawert-Integrators LI1 dar.
[0042] Die Kennlinie LK2 stellt den zeitlichen Verlauf des Funktionswertes des ersten Lambdawert-Integrators
LI1 dar. Die Kennlinie LK2 weist zum Zeitpunkt t0 einen steilen, stufenartigen Anstieg
auf. Vor und nach dem Zeitpunkt t0 ist die Kennlinie LK2 durch einen annähernd waagrecht
verlaufenden Plateaubereich gekennzeichnet.
[0043] Beispielsweise wird der erste Lambdawert-Integrator LI1 als der mindestens eine Betriebsparameter
von der Erfassungseinrichtung 20 erfasst und von der Vergleichseinrichtung 30 mit
in einer Speichereinrichtung 35 abgespeicherten Parameterwerten verglichen.
[0044] Die Figur 2C zeigt eine schematische Darstellung eines Diagramms mit einem Funktionsgraphen
zur zeitlichen Abhängigkeit eines Funktionswertes eines Lambdawert-Integrators.
[0045] Auf der x-Achse des in der Figur 2C dargestellten Diagramms ist die Zeit t aufgetragen,
die y-Achse stellt den Funktionswertes eines zweiten Lambdawert-Integrators LI2 dar.
[0046] Die Kennlinie LK3 stellt den zeitlichen Verlauf des Funktionswertes des zweiten Lambdawert-Integrators
LI2 dar. Die Kennlinie LK3 weist zum Zeitpunkt t0 einen steilen, stufenartigen Anstieg
auf. Vor und nach dem Zeitpunkt t0 ist die Kennlinie LK3durch einen annähernd waagrecht
verlaufenden Plateaubereich gekennzeichnet.
[0047] Die Figur 3 zeigt eine schematische Darstellung eines Flussdiagramms eines Verfahrens
zum Ermitteln einer Wirkung einer Additivzugabe auf einen Antriebsstrang eines Kraftfahrzeuges
gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung.
[0048] Als ein erster Verfahrensschritt erfolgt ein Ansteuern S1 des Antriebsstranges 110
des Kraftfahrzeuges 100 basierend auf mindestens einem Steuergeräteparameter durch
eine Steuereinrichtung 10.
[0049] Als ein zweiter Verfahrensschritt erfolgt ein Erfassen S2 mindestens eines Prozessparameters
der Additivzugabe und mindestens eines Betriebsparameters des Antriebsstranges 110
des Kraftfahrzeuges 100 durch eine Erfassungseinrichtung 20 während der Additivzugabe.
[0050] Beispielsweise wird als der mindestens eine Betriebsparameter des Antriebsstranges
110 des Kraftfahrzeuges 100 ein Klopfsensorsignal oder ein Signal bezüglich eines
Grades von Verbrennungsaussetzern des Verbrennungsmotors 120 des Kraftfahrzeugs 100
oder ein Signal bezüglich eines Grades eines Laufruhewertes eines Zylinders des Verbrennungsmotors
120 des Kraftfahrzeugs 100 erfasst.
[0051] Ferner kann als der mindestens eine Betriebsparameter des Antriebsstranges 110 eine
Kühlmitteltemperatur des Verbrennungsmotors 120 oder eine Ansauglufttemperatur des
Verbrennungsmotors 120 oder eine Motordrehzahl des Verbrennungsmotors 120 oder ein
Tankfüllstand des Kraftfahrzeuges 100 erfasst werden.
[0052] Als ein dritter Verfahrensschritt erfolgt ein Vergleichen S3 des erfassten mindestens
einen Prozessparameters und des erfassten mindestens einen Betriebsparameters mit
in einer Speichereinrichtung 35abgespeicherten Parameterwerten durch eine Vergleichseinrichtung
30 und Ermitteln mindestens eines darauf basierenden Vergleichsergebnisses.
[0053] Als ein vierter Verfahrensschritt erfolgt ein Ermitteln S4 der Wirkung der Additivzugabe
auf den Antriebsstrang 110 des Kraftfahrzeuges 100 anhand des mindestens einen Vergleichsergebnisses
und anhand des mindestens einen Steuergeräteparameters durch eine Auswertungseinrichtung
40.
[0054] Die Verfahrensschritte können dabei iterativ oder rekursiv in beliebiger Reihenfolge
wiederholt werden.
[0055] Obwohl die vorliegende Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele vorstehend
beschrieben wurde, ist sie darauf nicht beschränkt, sondern auf vielfältige Art und
Weise modifizierbar. Insbesondere lässt sich die Erfindung in mannigfaltiger Weise
verändern oder modifizieren, ohne vom Kern der Erfindung abzuweichen.
1. Diagnosevorrichtung (1) zum Ermitteln einer Wirkung einer Additivzugabe auf einen
Antriebsstrang (110) eines Kraftfahrzeuges (100), mit
einer Steuereinrichtung (10), welche dazu ausgelegt ist, einen Verbrennungsmotor (120)
des Antriebsstranges (110) basierend auf mindestens einem Steuergeräteparameter während
der Additivzugabe zu steuern;
einer Erfassungseinrichtung (20), welche dazu ausgelegt ist, mindestens einen Prozessparameter
der Additivzugabe und mindestens einen Betriebsparameter des Antriebsstranges (110)
während der Additivzugabe zu erfassen;
einer Vergleichseinrichtung (30), welche mit der Erfassungseinrichtung (20) gekoppelt
ist und welche dazu ausgelegt ist, den erfassten mindestens einen Prozessparameter
und den erfassten mindestens einen Betriebsparameter mit in einer Speichereinrichtung
(35) abgespeicherten Parameterwerten zu vergleichen und darauf basierend mindestens
ein Vergleichsergebnis zu ermitteln; und
einer Auswertungseinrichtung (40), welche mit der Vergleichseinrichtung (20) und der
Steuereinrichtung (10) gekoppelt ist und welche dazu ausgelegt ist, anhand des ermittelten
mindestens einen Vergleichsergebnisses und des mindestens einen Steuergeräteparameters
die Wirkung der Additivzugabe auf den Antriebsstrang (110) des Kraftfahrzeuges (100)
zu ermitteln.
2. Diagnosevorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Erfassungseinrichtung (20) dazu ausgelegt ist, als den mindestens einen Betriebsparameter
des Antriebsstranges (110) des Kraftfahrzeugs (100) ein Klopfsensorsignal oder ein
Signal bezüglich eines Grades von Verbrennungsaussetzern des Verbrennungsmotors (120)
des Kraftfahrzeugs (100) oder ein Signal bezüglich eines Grades eines Laufruhewertes
eines Zylinders des Verbrennungsmotors (120) des Kraftfahrzeugs (100) zu erfassen.
3. Diagnosevorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Erfassungseinrichtung (20) dazu ausgelegt ist, als den mindestens einen Betriebsparameter
des Antriebsstranges (110) des Kraftfahrzeugs (100) eine Kühlmitteltemperatur des
Verbrennungsmotors (120) oder eine Ansauglufttemperatur des Verbrennungsmotors (120)
oder eine Motordrehzahl des Verbrennungsmotors (120) oder einen Tankfüllstand des
Kraftfahrzeuges (100) zu erfassen.
4. Diagnosevorrichtung (1) nach einem der vorgehergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Erfassungseinrichtung (20) dazu ausgelegt ist, als den mindestens einen Betriebsparameter
des Antriebsstranges (110) des Kraftfahrzeugs (100) einen Abgasdifferenzdruck des
Verbrennungsmotors (120) oder eine Abgastemperatur des Verbrennungsmotors (120) zu
erfassen.
5. Diagnosevorrichtung (1) nach einem der vorgehergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Erfassungseinrichtung (20) dazu ausgelegt ist, als den Prozessparameter der Additivzugabe
eine Gemischkonzentration der Additivzugabe oder eine Zugabedauer der Additivzugabe
zu erfassen.
6. Diagnosevorrichtung (1) nach einem der vorgehergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (20) dazu ausgelegt ist, als den mindestens einen Steuergeräteparameter
für das Steuern des Verbrennungsmotors (120) ein Senken eines Abgasdifferenzdruckes
des Verbrennungsmotors (120) oder ein Senken einer Abgastemperatur des Verbrennungsmotors
(120) zu verwenden.
7. Verfahren zum Ermitteln einer Wirkung einer Additivzugabe auf einen Antriebsstrang
(110) eines Kraftfahrzeuges (100), mit folgenden Verfahrensschritten:
Ansteuern (S1) des Antriebsstranges (110) des Kraftfahrzeuges (100) basierend auf
mindestens einem Steuergeräteparameter durch eine Steuereinrichtung (10);
Erfassen (S2) mindestens eines Prozessparameters der Additivzugabe und mindestens
eines Betriebsparameters des Antriebsstranges (110) des Kraftfahrzeuges (100) durch
eine Erfassungseinrichtung (20) während der Additivzugabe;
Vergleichen (S3) des erfassten mindestens einen Prozessparameters und des erfassten
mindestens einen Betriebsparameters mit in einer Speichereinrichtung (35) abgespeicherten
Parameterwerten durch eine Vergleichseinrichtung (30) und Ermitteln mindestens eines
darauf basierenden Vergleichsergebnisses; und
Ermitteln (S4) der Wirkung der Additivzugabe auf den Antriebsstrang (110) des Kraftfahrzeuges
(100) anhand des mindestens einen Vergleichsergebnisses und anhand des mindestens
einen Steuergeräteparameters durch eine Auswertungseinrichtung (40).
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass als der mindestens eine Betriebsparameter des Antriebsstranges (110) des Kraftfahrzeugs
(100) ein Klopfsensorsignal oder ein Signal bezüglich eines Grades von Verbrennungsaussetzern
des Verbrennungsmotors (120) des Kraftfahrzeugs (100) oder ein Signal bezüglich eines
Grades eines Laufruhewertes eines Zylinders des Verbrennungsmotors (120) des Kraftfahrzeugs
(100) erfasst wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 und 8, dadurch gekennzeichnet, dass als der mindestens eine Betriebsparameter des Antriebsstranges (110) des Kraftfahrzeugs
(100) eine Kühlmitteltemperatur des Verbrennungsmotors (120) oder eine Ansauglufttemperatur
des Verbrennungsmotors (120) oder eine Motordrehzahl des Verbrennungsmotors (120)
oder ein Tankfüllstand des Kraftfahrzeuges (100) erfasst wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass als der mindestens eine Betriebsparameter des Antriebsstranges (110) des Kraftfahrzeugs
(100) ein Abgasdifferenzdruck des Verbrennungsmotors (120) oder eine Abgastemperatur
des Verbrennungsmotors (120) erfasst wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass als der mindestens eine Prozessparameter der Additivzugabe eine Gemischkonzentration
der Additivzugabe oder eine Zugabedauer der Additivzugabe erfasst wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass als der mindestens eine Steuergeräteparameter für das Steuern des Verbrennungsmotors
(120) ein Senken eines Abgasdifferenzdruckes des Verbrennungsmotors (120) oder ein
Senken einer Abgastemperatur des Verbrennungsmotors (120) verwendet wird.