[0001] Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung beziehen sich auf das Gebiet der
Einbringung von Gütern in Hüllen, beispielsweise auf das Einbringen eines oder mehrerer
Güter in ein Kuvert, und hier insbesondere auf einen Ansatz zum anfänglichen Öffnen
der Hülle, auf einen Kuvertierer sowie auf eine Papierhandhabungsanlage.
[0002] Kuvertierer, die ein Füllen eines Kuverts oder einer Hülle mit einem oder mehreren
Gütern ermöglichen, empfangen an einer Füllposition oder am Beginn einer Füllstrecke
sowohl eine Hülle bzw. ein Kuvert als auch das zu kuvertierende Gut. Um ein störungsfreies
Einbringen des Gutes in das Kuvert zu ermöglichen ist es erforderlich, das Kuvert
zu öffnen, bevor das einzubringende Gut die Kuvertöffnung erreicht, so dass das einzubringende
Gut ohne Behinderung in das Kuvert eingefahren werden kann. Einige Kuvertierer umfassen
mechanische Elemente, beispielsweise in Form von Saugnäpfen, welche die zwei gegenüberliegenden
Seiten des Kuverts an der Füllposition kontaktieren und relativ zueinander bewegen,
um die Vorderseite und die Rückseite des Kuverts zu trennen (zu öffnen). Solche Ansätze
sind jedoch mechanisch aufwendig und nur im Zusammenhang mit im Start/Stopp-Betrieb
arbeitenden Kuvertierern realisierbar. Bei kontinuierlich arbeitenden Kuvertierern,
bei denen das Gut und das Kuvert während des Kuvertiervorgangs bewegt werden, ist
eine solche Öffnungsmechanik nicht möglich. Alternativ kann das Kuvert durch einen
kurzen Stoß eines Fluids, beispielsweise von Blasluft, in Richtung des Kuverts geöffnet
werden. Abhängig von den Gegebenheiten kann die hierdurch erreichte Trennung für das
Einbringen der Güter in das Kuvert ausreichend sein; jedoch kann auch vorgesehen sein,
zusätzliche Elemente zum Unterstützen des Füllvorgangs, insbesondere zum Unterstützen
der Öffnung und zum Offenhalten des Kuverts bereitzustellen und nach dem Beaufschlagen
des Kuverts mit Blasluft in die Kuvertöffnung zumindest teilweise einzufahren. Hier
kommen zum Beispiel Füllhilfen zum Einsatz, die aufgrund der Anwendung von Blasluft
ohne weiteres in das zumindest teilweise geöffnete Kuverts einfahren können und dieses
bis zum Einbringen des Guts offen zu halten. Beispielsweise können auch Fülltaschen
in das so geöffnete Kuvert einfahren, die das einzubringende Gut führen, so dass dieses
nicht mit den Kanten des geöffneten Kuverts kollidiert.
[0003] Im Bereich der Kuvertierer ist es erwünscht, den Durchsatz, d.h. die Anzahl der kuvertierten
Güter pro Zeiteinheit, zu maximieren. Jedoch wurde im Rahmen von durch die Anmelderin
durchgeführten Untersuchungen festgestellt, dass der Öffnungsvorgang unter Verwendung
eines Fluids, beispielsweise von Blasluft, unnötig zeitaufwendig ist, so dass es insbesondere
bei Hochleistungskuvertiersystemen zu unerwünschten Verzögerungen und damit zu unerwünschten
Leistungseinbußen kommt.
[0004] Anhand der Fig. 1 wird das der Verzögerung zugrundeliegende Phänomen beim Öffnen
eines Kuverts näher erläutert. Fig. 1(a) zeigt ein Kuvert 100, das eine Kuvertvorderseite
102, eine Kuvertrückseite 104, einen Kuvertboden 106, an dem die Kuvertvorderseite
102 und die Kuvertrückseite 104 miteinander verbunden, beispielsweise verklebt, sind,
und eine Kuvertöffnung 108 umfasst. Das Kuvert 100 umfasst ferner eine Lasche 110,
die mit der Kuvertvorderseite 102 verbunden ist, wobei die Verbindungslinie zwischen
Kuvertlasche 110 und Kuvertvorderseite 102 als Hinge-Line HL bezeichnet wird. Fig.
1(a) zeigt eine schematische Darstellung eines Kuverts in einem Zustand, wie es einer
Kuvertiervorrichtung zugeführt wird, also bevor auf das Kuvert durch Blasluft eingewirkt
wurde, um dieses zu öffnen. In Fig. 1(a) ist das Kuvert, insbesondere dessen Kuvertöffnung
108 über-trieben dargestellt, um das der oben genannten Problematik zugrundeliegende
Phänomen erläutern zu können. Wie in Fig. 1(a) gezeigt ist, ist eine Blasluftdüse
112 vorgesehen, welche Blasluft 114 in Richtung des Kuverts 100 ausgibt, wobei die
Blasluft anfänglich in das Kuvert 100 durch dessen Öffnung 108 eindringt, wie dies
durch den Pfeil 116 verdeutlicht ist. Die in das Kuvert 100 eingebrachte Blasluft
bewegt sich, wie in Fig. 1(a) gezeigt ist, in Richtung des Kuvertbodens 106.
[0005] Bisher wurde davon ausgegangen, dass allein das Einbringen der Blasluft auf die in
Fig. 1(a) gezeigte Art und Weise in das Kuvert 100 eine Öffnung desselben, d.h. eine
Erhöhung des Abstandes zwischen der Vorderseite 102 und der Rückseite 104 des Kuverts
hervorruft.
[0006] US 2011/154778 A1 offenbart eine Vorrichtung zum Öffnen einer Hülle unter Verwendung eines Fluids,
mit einer Öffnungseinrichtung zum zumindest teilweise Trennen einer Hüllen vorderseite
und einer Hüllen rückseite der Hülle.
[0007] Die erwähnten Untersuchungen der Anmelderin haben jedoch ergeben, dass dies gerade
nicht der Fall ist (wie in Fig. 1(a) zu sehen ist, öffnet sich das Kuvert allein durch
die einströmende Blasluft nicht); vielmehr wurde festgestellt, dass sich das Kuvert
100 erst dann öffnet, nachdem die einströmende Blasluft 116 am Kuvertboden 106 abgeprallt
ist und in Richtung der Kuvertöffnung zurückströmt. Diese Situation ist in Fig. 1(b)
gezeigt, welche schematisch das in Fig. 1(a) gezeigte Kuvert in einer nunmehr geöffneten
Lage zeigt, also in einer Situation, in der die Kuvertöffnung 108 gegenüber der ursprünglichen
Position geöffnet wurde. Der Vorgang dauert umso länger, je höher das Kuvertformat
ist, also je größer die Abmessung des Kuverts zwischen der Hinge-Line HL und dem Kuvertboden
106 ist. Ferner wurde festgestellt, dass die einströmende Blasluft 116 und die ausströmende
Blasluft 118 unterschiedliche Strömungsgeschwindigkeiten aufweisen, was innerhalb
des Kuverts zu Turbulenzen aufgrund der langen gemeinsamen Strecke, entlang der sich
die ein- und ausströmende Blasluft bewegen, führt, was insgesamt zu einer langsameren
bzw. schlechteren Kuvertöffnung führt. Die einströmende Blasluft und die ausströmende
Blasluft haben entgegengesetzte Strömungsrichtungen, wodurch z.B. bei größeren Kuverts
keine Trennung bewirkt wird bzw. die Trennung erschwert wird.
[0008] Ausgehend von der oben beschriebenen Situation liegt der vorliegenden Erfindung die
Aufgabe zugrunde, einen Ansatz zu schaffen, der eine schnellere und zuverlässige Öffnung
einer Hülle gewährleistet.
[0009] Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung nach Anspruch 1, einen Kuvertierer nach
Anspruch 15, eine Papierhandhabungsanlage nach Anspruch 16 sowie ein Verfahren nach
Anspruch 17 gelöst.
[0010] Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung schaffen eine Vorrichtung zum Öffnen
einer Hülle unter Verwendung eines Fluids, mit
einer Öffnungseinrichtung zum zumindest teilweise Trennen einer Hüllenvorderseite
und einer Hüllenrückseite der Hülle,
wobei die Öffnungseinrichtung konfiguriert ist, um für das in die Hülle eingebrachte
Fluid eine Ablenkposition zwischen einer Hüllenöffnung und einem Hüllenboden bereitzustellen.
[0011] Ausführungsbeispiele der Erfindung schaffen ferner ein Verfahren zum Öffnen einer
Hülle unter Verwendung eines Fluids, wobei für das in die Hülle eingebrachte Fluid
eine Ablenkposition zwischen einer Hüllenöffnung und einem Hüllenboden bereitgestellt
wird.
[0012] Weitere Ausführungsbeispiele umfassen einen Kuvertierer zum Einbringen eines oder
mehrerer Güter in eine Hülle, der eine Vorrichtung gemäß Ausführungsbeispielen der
Erfindung aufweist.
[0013] Wiederum andere Ausführungsbeispiele der Erfindung betreffen eine Papierhandhabungsanlage,
die eine Vorrichtung gemäß Ausführungsbeispielen der Erfindung und/oder einen Kuvertierer
gemäß Ausführungsbeispielen der Erfindung umfasst.
[0014] Gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung handelt es sich bei der Hülle um ein
Kuvert, welches eine Kuvertlasche aufweist.
[0015] Gemäß Ausführungsbeispielen der Erfindung wird die Ablenkposition quer zu der Transportrichtung
der Hülle bereitgestellt, z.B. durch eine entsprechend angeordnete Einrichtung, die
kontaktlos oder kontaktbehaftet auf die Hülle einwirkt.
[0016] Weitere Ausgestaltungen der vorliegenden Erfindung sind in den Unteransprüchen definiert.
[0017] Aufgrund der oben beschriebenen Untersuchungen wurde durch die Anmelderin das den
Verzögerungen bei der Kuvertöffnung zugrundeliegende Problem erkannt. Erfindungsgemäß
wird als Gegenmaßnahme vorgeschlagen, einen "virtuellen" Kuvertboden für das in das
Kuvert einströmende Öffnungsfluid bereitzustellen, wodurch für den Öffnungsvorgang
eine kleinere Kuverthöhe (kleinere Abmessung zwischen der Hinge-Line und dem virtuellen
Kuvertboden) generiert wird, so dass das einströmende Fluid an dieser Ablenkposition
innerhalb der Hülle früher reflektiert wird, was zu einer schnelleren und zuverlässigeren
Kuvertöffnung führt.
[0018] Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend anhand der beiliegenden
Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- schematische Darstellungen eines Kuverts zur Erläuterung des der Verzögerung zugrundeliegenden
Phänomen beim Öffnen eines Kuverts, wobei Fig. 1(a) ein Kuvert vor dessen Öffnung
zeigt, und wobei Fig. 1 (b) ein Kuvert nach dessen Öffnung zeigt;
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung eines Kuverts zur Erläuterung des der vorliegenden Erfindung
zugrundeliegenden Prinzips;
- Fig. 3
- ein Ausführungsbeispiel mit einer Blasluftleiste, wobei Fig. 3(a) eine schematische
Seitendarstellung der erfindungsgemäßen Vorrichtung gemäß diesem Ausführungsbeispiel
zeigt, wobei Fig. 3(b) eine Draufsicht zeigt, und wobei Figs. 3(c) bis (f) verschiedene
Ausgestaltungen der Blasluftleiste zeigen;
- Fig. 4
- ein Ausführungsbeispiel mit einer Einrichtung zum Erzeugen eines örtlich begrenzten
Knicks, wobei Fig. 4(a) eine seitliche Darstellung einer Vorrichtung gemäß diesem
Ausführungsbeispiel zeigt, und wobei Figs. 4(b) und 4(c) mögliche Ausgestaltungen
einer Auflageplatte zeigen;
- Fig. 5
- ein Ausführungsbeispiel mit einer Einrichtung zum berührungsbehafteten Erzeugen einer
Ablenkposition, wobei Fig. 5(a) eine seitliche Darstellung einer Vorrichtung gemäß
diesem Ausführungsbeispiel zeigt, und wobei Figs. 5(b) bis 5(d) mögliche Ausgestaltungen
eines Stempels zeigen;
- Fig. 6
- weitere Beispiele für Elemente zum berührungsbehafteten Erzeugen einer Ablenkposition,
wobei Fig. 6(a) eine federnd gelagerte Rolle zeigt, und wobei Fig. 6(b) eine vertikal
bewegbare Rolle zeigt;
- Fig. 7
- eine schematische Darstellung eines Kuvertierer mit einer Vorrichtung gemäß Ausführungsbeispielen
der Erfindung; und
- Fig. 8
- eine Papierhandhabungsanlage, mit einer Vorrichtung gemäß Ausführungsbeispielen der
Erfindung und/oder einem Kuvertierer gemäß Ausführungsbeispielen der Erfindung.
[0019] In der nachfolgenden Beschreibung der bevorzugten Ausführungsbeispiele der Erfindung
werden in den beiliegenden Zeichnungen gleiche oder gleichwirkende Elemente mit gleichen
Bezugszeichen versehen.
[0020] Anhand der Fig. 2 wird das der vorliegenden Erfindung zugrundeliegende Prinzip näher
erläutert. Fig. 2 zeigt ein Kuvert 100, ähnlich wie es anhand der Fig. 1 beschrieben
wurde. Die vertikalen Pfeile bezeichnen eine Ablenkposition 120, an der auf das Kuvert
100 auf eine nachfolgend näher beschriebene Art und Weise eingewirkt wird, so dass
an dieser Position ein virtueller Kuvertboden 106' erzeugt wird, an dem zumindest
ein Teil der einströmenden Blasluft 116 reflektiert wird, so dass die ausströmende
Blasluft 118 verglichen mit der anhand der Fig. 1 beschriebenen Situation eine kürzere
Strecke d
1 bis zu der Kuvertöffnung 108 zurücklegen muss, um das Kuvert 100 zu verlassen. Die
Ablenkposition 102 befindet sich in einer Entfernung d
1 von der Hinge-Line HL und in einer Entfernung d
2 von dem realen Kuvertboden 106. Das Verhältnis von d
1 zu d
2 kann abhängig von den Gegebenheiten, insbesondere abhängig von der Kuvertgröße und
dem Kuvertmaterial eingestellt werden, um eine optimale Öffnung des Kuverts 100 mit
einer minimalen Zeit zu erreichen. Nach dem Öffnen des Kuverts auf die anhand der
Fig. 2 beschriebene Art und Weise kann ein Gut in das Kuvert 100 eingebracht werden,
wobei zusätzliche Elemente zum Offenhalten des nunmehr geöffneten Kuverts oder zum
Unterstützen des Füllvorgangs, beispielsweise in Form einer Füllhilfe oder einer Fülltasche,
eingebracht werden können.
[0021] In Fig. 2 ist somit ein Ansatz gezeigt, bei dem eine Öffnungseinrichtung vorgesehen
ist, die an der Position 120 den virtuellen Kuvertboden 106' erzeugt und eine Blasluftdüse
112 oder eine Vorrichtung zur Zuführung eines anderen, geeigneten Fluids, beispielsweise
eines anderen Gases, aufweist, wobei das Fluid 114 durch eine Quelle 122 bereitgestellt
wird. Bei der in Fig. 2 dargestellten Anordnung wird die Blasluft 114 unter einem
Winkel von oben auf das Kuvert 100 gerichtet, jedoch kann bei anderen Ausführungsbeispielen
vorgesehen sein, die Blasluftdüse 112 senkrecht zu der Kuvertvorderseite 102 anzuordnen,
so dass diese entweder von oben oder von unten senkrecht in Richtung des Kuverts bläst,
wobei aufgrund des Auftreffens der Blasluft 114, beispielsweise auf der Lasche 110
bzw. auf einer Auflage, ein Teil des Blasluftstromes abgelenkt und in das Kuvert geleitet
wird. Ebenso kann vorgesehen sein, die Blasluft 114 unter einem Winkel von unten in
Richtung der Kuvertöffnung 108 zu richten. Wiederum alternativ kann vorgesehen sein,
die Blasluft in Richtung parallel zum Kuvert 100, also parallel zur Kuvertvorderseite
102 auf das Kuvert zu richten. Vorzugsweise ist die Einrichtung 112 als angesteuerte
oder als kontinuierlich blasende Düse ausgestaltet, um das Fluid in Richtung der Hüllenöffnung
zu richten.
[0022] An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass gemäß Ausführungsbeispielen für das
einströmende Fluid 116 ein virtueller Kuvertboden 106' über die gesamte Breite des
Kuverts 100 bereitgestellt wird. Die vorliegende Erfindung ist jedoch nicht auf eine
solche Ausgestaltung beschränkt, vielmehr kann es ausreichend sein, nur an diskreten
Punkten entlang der Breite des Kuverts auf selbiges einzuwirken, um eine Mehrzahl
von Abschnitten zu erzeugen, an denen die einströmende Blasluft 116 zumindest teilweise
in Richtung des Ausgangs 118 reflektiert wird, ohne dass der Kuvertboden 100 erreicht
wird. Ferner haben Untersuchungen ergeben, dass es ausreichend sein kann, nur an einer
Position entlang der Breite des Kuverts auf selbiges einzuwirken, um an dieser Stelle
eine Umkehrposition für das einströmende Fluid 116 bereitzustellen. So wurde festgestellt,
dass bei bestimmten Kuverts schon eine solche singuläre Stelle ausreichend ist, um
eine deutliche Beschleunigung des Öffnungsvorgangs herbeizuführen.
[0023] Ausführungsbeispiele zur Ausgestaltung der Einrichtung zum Bereitstellen der Ablenkposition
120 werden nachfolgend näher erläutert.
[0024] Fig. 3 zeigt ein Ausführungsbeispiel, bei dem eine Blasluftleiste verwendet wird,
wobei Fig. 3(a) eine schematische Seitendarstellung der erfindungsgemäßen Vorrichtung
gemäß diesem Ausführungsbeispiel zeigt. Fig. 3(b) zeigt eine Draufsicht, und Figs.
3(c) bis (f) zeigen verschiedene Ausgestaltungen der Blasluftleiste.
[0025] In Fig. 3 ist schematisch eine Kuvertzuführung 124 gezeigt, entlang der das Kuvert
100 in der Kuvertlaufrichtung zugeführt wird. Die Blasluftdüse 112 ist oberhalb der
Ebene E, in der das Kuvert bewegt wird, angeordnet, um von schräg oben die Blasluft
114 in Richtung des Kuverts 100 zu richten. Die Blasluftdüse 112 ist derart angeordnet,
dass deren Austritt 112a um h
1 von der Ebene E beabstandet ist. Die Düse 112 ist unter einem Winkel α bezüglich
der Ebene E angeordnet. Die Vorrichtung umfasst eine Blasluftleiste 126, die sich
über die Breite des Kuverts 100 erstreckt, und Blasluft 128 auf das Kuvert 100 richtet,
um die Ablenkposition 120 an einer erwünschten Position beabstandet von der Hinge-Line
HL herbeizuführen. Die Blasluftleiste 126 erzeugt somit die oben erwähnte, kleinere
Kuverthöhe, so dass die durch die Düse 112 eingebrachte Blasluft früher reflektiert
wird, und eine schnellere und bessere Kuvertöffnung erfolgt. Gemäß Ausführungsbeispielen
ist die Blasluftleiste durch ein quer zu der Kuvertlaufrichtung angebrachtes Rohr
gebildet, welches eine Mehrzahl von gleichmäßig verteilten Bohrungen aufweist, wobei
das Rohr mit einem Druck beaufschlagt wird, um eine Einwirkung auf das Kuvert 100
zur Bereitstellung der Ablenkposition 120 zu erreichen. Die Blasluftleiste 126 kann
über eine Steuerung (nicht dargestellt) aktiviert/deaktiviert werden, beispielsweise
abhängig von einer Position, die das Kuvert 100 entlang einer Kuvertlaufrichtung erreicht
hat.
[0026] Fig. 3(b) zeigt eine Draufsicht auf die in Fig. 3(a) gezeigte Darstellung. Die Blasluftdüse
umfasst drei Einzeldüsen 112
1 bis 112
3, die Blasluft in Richtung der Öffnung 108 des Kuverts 100 richten. Die Blasluftleiste
126 erstreckt sich quer zu der durch den in Fig. 3(b) mit dem Pfeil angedeuteten Kuvertlaufrichtung
über die Breite des Kuverts 100. Die Blasluftleiste ist mit einer Blasluftquelle 130
verbunden, wobei die Blasluftquelle 130 gleichzeitig die Düsen 112
1 bis 112
3 mit Blasluft versorgen kann.
[0027] Fig. 3(c) bis (f) zeigen verschiedene Ausgestaltungen der (dem Kuvert gegenüberliegenden)
Unterseite der in Fig. 3(b) gezeigten Blasluftdüse 126, um einen Austritt der Blasluft
zu ermöglichen. Die in Fig. 3(c) gezeigte Ausgestaltung umfasst eine Mehrzahl von
nebeneinander angeordneten Öffnungen, über die eine durch die Quelle 130 bereitgestellte
Blasluft zu vorbestimmten Punkten auf den Kuvertkörper gerichtet werden kann. Fig.
3(b) zeigt eine Ausgestaltung, bei der eine Mehrzahl von nebeneinander angeordneten
Schlitzen vorgesehen ist, um den Austritt der Blasluft zu ermöglichen. Ebenso kann,
wie in Fig. 3(e) gezeigt ist, ein durchgehender Schlitz vorgesehen sein. Wie oben
bereits erläutert wurde, kann auch eine einzige Öffnung ausreichend sein, wie in Fig.
3(f) gezeigt ist, um an nur einer Position über die Breite des Kuverts 100 eine Reflektionsstelle
für die einströmende Blasluft bereitzustellen. Gemäß Ausführungsbeispielen können
die Öffnungen mit Ventilen versehen sein, die einzeln, in Gruppen oder gemeinsam angesteuert
werden können, um das Anlegen der Blasluft und damit das Erzeugen der Ablenkposition
zu steuern.
[0028] Fig. 3 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel zur berührungslosen Erzeugung der Ablenkposition
unter Verwendung von Blasluft. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die Erfindung
nicht auf die Verwendung von Luft als Blasmedium bzw. Blasfluid beschränkt ist, vielmehr
können auch andere Fluide, beispielsweise andere Gase als Luft eingesetzt werden.
Ferner ist die vorliegende Erfindung nicht auf die Verwendung von Blasluft zur Erzeugung
der Ablenkposition beschränkt, beispielsweise kann durch geeignete Elektroden ein
elektrostatisches Feld erzeugt werden, welches zu der Erzeugung einer oder mehrerer
Ablenkpositionen über die Breite des Kuverts 100 führt.
[0029] Ferner kann vorgesehen sein, einen örtlich begrenzten Knick an einer oder mehreren
Stellen oder über die gesamte Breite des Kuverts einzubringen, was nachfolgend anhand
der Fig. 4 näher erläutert wird. Fig. 4(a) zeigt eine seitliche Darstellung einer
Vorrichtung gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel, bei der das Kuvert 100 auf einer
Auflageplatte 132 angeordnet ist, wobei die Auflageplatte eine Ausnehmung 134 umfasst,
die sich von einer oberen Oberfläche der Auflageplatte 132 zu einer unteren Oberfläche
derselben erstreckt. Unterhalb der Ausnehmung 134 befindet sich eine Vakuumkammer
136, die wirksam mit einer Pumpe P verbunden ist, um an die Ausnehmung 134 einen ausreichend
großen Unterdruck anzulegen, um einen Knick 138 des Kuverts herbeizuführen, wodurch
eine oder mehrere Ablenkpositionen erzeugt werden, die die oben beschriebene Reflektion
zumindest eines Teils der einströmenden Blasluft vor dem Erreichen des echten Kuvertbodens
106 ermöglichen.
[0030] Fig. 4(b) zeigt eine mögliche Ausgestaltung der Auflageplatte 132, die bei dem dargestellten
Ausführungsbeispiel sechs Ausnehmungen 134
1 bis 134
6 aufweist, um an sechs vorbestimmten Positionen entlang der Breite des Kuverts 100
die lokalen Knicke 138 herbeizuführen und so eine Vielzahl von Reflektionspositionen
120 zu erzeugen. Abhängig von den Gegebenheiten, beispielsweise von der Größe des
Kuverts und der Materialeigenschaft des Kuverts kann vorgesehen sein, nur einen Teil
der Öffnungen 134
1 bis 134
6 vorzusehen, ggf. sogar nur eine zentrale Öffnung. Gemäß Ausführungsbeispielen können
die Öffnungen 134
1 bis 134
6 mit Ventilen versehen sein, die angesteuert werden können, um das Anlegen von Vakuumkraft
durch diese zu steuern.
[0031] Fig. 4(c) zeigt eine alternative Ausgestaltung, bei der über die Breite der Platte
132 die Ausnehmung 134 als Schlitz ausgestaltet ist, um so über die gesamte Breite
des Kuverts einen Unterdruck und einen Knick 138 zu erzeugen. Anstelle des Ansaugens
kann auf die Oberseite des Kuverts an einer Position gegenüberliegend zu der Öffnung
ein Druck ausgeübt werden (z.B. durch einen Stempel), um den Knick hervorzurufen.
Alternativ kann das Kuvert an dessen Kuvertboden angehoben werden, um den Knick hervorzurufen.
[0032] Anhand der Figs. 3 und 4 wurden Ausführungsbeispiele beschrieben, bei denen die Ablenkposition
im wesentlichen berührungslos erzeugt wurden, wobei die vorliegende Erfindung jedoch
nicht auf solche Ausgestaltungen beschränkt ist, wie nachfolgend anhand der Figs.
5 und 6 näher erläutert wird.
[0033] Fig. 5 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel für die berührungsbehaftete Erzeugung
der Ablenkposition. Fig. 5(a) zeigt eine seitliche Draufsichtdarstellung des Kuverts
100, ähnlich wie in Fig. 3, wobei jedoch anstelle der Blasluftleiste ein vertikal
bewegliches Stempelelement 140 vorgesehen ist, welches unter Verwendung des Aktors
A zwischen einer von dem Kuvert 100 beabstandeten Position oberhalb des Kuverts 100
zu der in Fig. 5(a) gezeigten Position bewegt werden kann, in der ein Stempelabschnitt
140a des Stempels 140 mit dem Kuvert 100 in Kontakt ist, und das Kuvert 100 mit einem
Druck beaufschlagt. Der Stempelabschnitt 140a ist über einen Stangenabschnitt 140b
mit dem Aktor A verbunden. Das Stempelelement 140 ermöglicht die Erzeugung einer Ablenkposition
zur Herbeiführung der oben beschriebenen Wirkungsweise, nämlich einer frühzeitigen
Reflektion zumindest eines Teils der einströmenden Blasluft.
[0034] Fig. 5(b) zeigt eine erste Ausgestaltung des Stempels 140. Gemäß diesem Ausführungsbeispiel
umfasst der Stempel 140 einen Stempelabschnitt 140a, der sich über einen Abschnitt
der Breite des Kuverts 100 erstreckt, wobei an dieser Stelle darauf hingewiesen wird,
dass sich der Abschnitt 140a auch über die Breite des Kuverts 100 hinaus erstrecken
kann. Alternativ kann, wie in Fig. 5(c) gezeigt ist, das Stempelelement durch eine
Mehrzahl von Stempeln 140
1 bis 140
3 realisiert sein, die gemeinsam oder individuell ansteuerbar sind, um diskrete Ablenkpositionen
an verschiedenen Stellen entlang der Breite des Kuverts 100 bereitzustellen, wobei
ferner nur ausgewählte der Stempel 140
1 bis 140
3, beispielsweise nur ein oder zwei Stempel, zur Erzeugung einer Ablenkposition herangezogen
werden können, abhängig von den Eigenschaften des Kuverts.
[0035] Ferner wird darauf hingewiesen, dass die vorliegende Erfindung nicht darauf beschränkt
ist, die Ablenkposition linear entlang der Breite des Kuverts 100 zu erzeugen, vielmehr
kann auch über einen gebogenen Abschnitt eine oder mehrere Position 120 kontaktlos
oder kontaktbehaftet erzeugt werden, beispielsweise durch ein geeignet gebogenes Stempelelement
140, wie es in Fig. 5(d) gezeigt ist.
[0036] Die vorliegende Erfindung ist jedoch nicht auf die Verwendung eines Stempelelements,
wie es anhand der Fig. 5 beschrieben wurde, beschränkt. Vielmehr können auch andere,
geeignete Elemente vorgesehen sein, um auf das Kuvert zur Erzeugung der Ablenkposition
an einer oder mehreren Stellen entlang der Breite desselben einzuwirken. Anhand der
Fig. 6 werden weitere Beispiele für solche Elemente beschrieben, wobei Fig. 6(a) eine
federnd gelagerte Rolle 142 zeigt, die in Richtung des Kuverts 100 mittels der Feder
144 vorgespannt ist und die Ablenkposition 120 erzeugt. Ebenso kann eine vertikal
bewegbare Rolle 146, wie sie anhand der Fig. 6(b) gezeigt ist, eingesetzt werden.
Ähnlich dem Stempelelement können auch mehrere hintereinander angeordnete Elemente
142, 146 vorgesehen sein, wobei anstelle der genannten Rollen auch jeweils eine Welle,
die sich quer zur Transportrichtung des Kuverts erstreckt, vorgesehen sein kann. Alternativ
können auch federvorgespannte Elemente auf das Kuvert einwirken, wobei ferner anstelle
der aktiven Elemente auch einfache Schleppbänder vorgesehen sein können, die auf einen
Teil des Kuverts einwirken. Ebenso können feststehende Bleche angeordnet sein, unter
denen das Kuvert vorbeibewegt wird, so dass bei Passieren der Position, an der das
Blech angeordnet ist, eine entsprechende Ablenkposition für das einströmende Fluid
zum Öffnen des Kuverts bereitgestellt wird.
[0037] Wie oben erwähnt wurde, findet die erfindungsgemäße Vorrichtung vorzugsweise bei
Kuvertierern Einsatz, wobei anhand der Fig. 7 schematisch ein Kuvertierer 150 gezeigt
ist, der an einem Eingang, der in Fig. 7 links vorgesehen ist, ein Kuvert und ein
zu kuvertierendes Gut empfängt. Am Eingang umfasst der Kuvertierer 150 die erfindungsgemäße
Vorrichtung in Form der Blasluftdüsen 112
1 und 112
2 sowie in Form der Stempelelemente 140
1 und 140
2, die auf das Kuvert 100 einwirken, um die Ablenkpositionen 120
1 und 120
2 zu erzeugen, an denen das durch die Blasluftdüsen 112
1 und 112
2 eingebrachte Fluid zumindest teilweise vor Erreichen des Kuvertbodens 106 reflektiert
wird und somit ein schnelleres und zuverlässigeres Öffnen des Kuverts ermöglicht.
Nachfolgend zur Öffnung des Kuverts auf die oben beschriebene Art und Weise fährt
der Kuvertierer 150 auf geeignete Art und Weise fort, das Gut in das Kuvert einzubringen,
so dass abschließend ein gefülltes Kuvert aus dem Kuvertierer 150 ausgefahren wird.
An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass anhand der Fig. 7 ein Beispiel der erfindungsgemäßen
Vorrichtung erwähnt wurde, wobei doch eines der oben beschriebenen Ausführungsbeispiele
zum Einsatz kommen kann.
[0038] Der Kuvertierer, wie er anhand der Fig. 7 beschrieben wurde, findet vorzugsweise
Einsatz in einer Papierhandhabungsanlage 160, die schematisch in Fig. 8 gezeigt ist.
Die Papierhandhabungsanlage 160 umfasst einen Eingangskanal 162 zum Empfangen und
Vorbereiten der zu kuvertierenden Güter, die in dem Kuvertierer in entsprechende Kuverts
eingebracht werden, wobei der Kuvertierer 150 die kuvertierten Güter einem Ausgangskanal
164 bereitstellt, in dem eine Nachbearbeitung des Kuverts erfolgt. Der Eingangskanal
162 kann beispielsweise einen Schneider, einen Merger, eine Sammelstation, ein Falzwerk
und/oder einen Beilagenanleger umfassen, und der Ausgangskanal 164 kann eine Schließeinrichtung
für das gefüllte Kuvert, eine Frankierstation und/oder ein Ablagefach umfassen.
[0039] Bei weiteren Ausführungsbeispielen kann ein Element zum Bewirken der Ablenkposition
vorgesehen sein, dass mit dem Hüllenkörper im wesentlichen ohne Druckbeaufschlagung
in Kontakt kommt. Beispielesweise kann ein Rollenpaar vorgesehen sein, dessen Abstand
im wesentlichen der Dicke des Kuverts entspricht, so dass das Kuvert ohne Druckbeaufschlagung
zwischen den Rollen hindurch bewegt werden kann. Wird die Blasluft in das Kuvert eingebracht,
so ändert sich der Abstand der gegenüberliegenden Seiten, so dass das Kuvert an der
Position der Rollen an denselben anliegt, wodurch sich die Ablenkposition ergibt.
Nach dem Einblasen können die Rollen auseinander bewegt werden, um ein erneuten Zusammenbringen
der gegenüberliegenden Seiten zu verhindern.
[0040] Gemäß wiederum weiteren Ausführungsbeispielen kann die Ablenkposition bewirkt werden,
indem das Kuvert an der erwünschten Position mit einem Impuls/Puls beaufschlagt wird.
Beispielsweise kann ein akustischer Impuls/Puls bereitgestellt werden. Eine Schallquelle
oder eine Ultraschallquelle kann vorgesehen werden, die den Schall bzw. den Ultraschall
auf die erwünschte Position des Kuverts richtet, um so die Ablenkposition zu bewirken.
[0041] Gemäß Ausführungsbeispielen der Erfindung wird somit ein Ansatz geschaffen, bei dem
eine Ablenkposition (Position, an der eine Reflexion zumindest eines Teils des sich
in Richtung des Hüllenbodens bewegenden Fluids zurück in Richtung der Hüllenöffnung
bewirkt wird) für das zu Öffnung verwendete Fluid quer zu der Transportrichtung des
Kuverts bzw. der Hülle bereitgestellt wird. Dies kann durch eine der oben beschriebenen
Einrichtung erfolgen, die quer, z.B. senkrecht, zu der Transportrichtung angeordnet
sind und sich ganz oder teilweise über die Breite der Hülle erstrecken, um an einer
oder mehreren Stellen kontaktlos oder kontaktbehaftet auf die Hülle einzuwirken. Die
Transportrichtung des Kuverts bzw. der Hülle bezeichnet z.B. eine Richtung, entlang
der das Kuvert bzw. die Hülle zu einer Position, an der das Kuvert/die Hülle geöffnet
wird, bewegt wird (auch als Zuführrichtung bezeichnet) und/oder eine Richtung, entlang
der das Kuvert bzw. die Hülle von der Position, an der das Kuvert/die Hülle geöffnet
wird, wegbewegt wird (auch als Abtransportrichtung bezeichnet). Das Kuvert bzw. die
Hülle kann an der Position, an der das Kuvert/die Hülle geöffnet wird, mit dem Gut
befüllt werden. Alternativ kann die Befüllung mit dem Gut auch an einer folgenden
Position erfolgen.
[0042] Gemäß Ausführungsbeispielen der vorliegenden Erfindung ist die Einrichtung zum Bereitstellen
der Ablenkposition 120 konfiguriert, um die Ablenkposition 120 über die Breite der
Hülle 100 oder an einer oder mehreren vorbestimmten Stellen entlang der Breite der
Hülle 100 bereitzustellen.
[0043] Gemäß Ausführungsbeispielen der vorliegenden Erfindung umfasst die Einrichtung zum
kontaktbehafteten Bereitstellen der Ablenkposition 120 ein Element 140; 142; 146,
das konfiguriert ist, um über die Breite der Hülle 100 oder an einer oder mehreren
vorbestimmten Stellen entlang der Breite der Hülle 100 mit dem Hüllenkörper in Kontakt
gebracht zu werden.
[0044] Gemäß Ausführungsbeispielen der vorliegenden Erfindung ist das Element 140; 142;
146 konfiguriert, um den Hüllenkörper mit Druck zu beaufschlagen.
[0045] Gemäß Ausführungsbeispielen der vorliegenden Erfindung umfasst das Element eine oder
mehrere benachbart zueinander angeordnete Rollen 142, 146, eine Welle, eine oder mehrere
benachbart zueinander angeordnete Federelemente, oder eine mit dem Hüllenkörper in
Kontakt bringbare Klemmeinrichtung 140.
[0046] Gemäß Ausführungsbeispielen der vorliegenden Erfindung wird die Ablenkposition 120
quer zu der Transportrichtung der Hülle bereitgestellt.
[0047] Obwohl manche Aspekte im Zusammenhang mit einer Vorrichtung beschrieben wurden, versteht
es sich, dass diese Aspekte auch eine Beschreibung des entsprechenden Verfahrens darstellen,
sodass ein Block oder ein Bauelement einer Vorrichtung auch als ein entsprechender
Verfahrensschritt oder als ein Merkmal eines Verfahrensschrittes zu verstehen ist.
Analog dazu stellen Aspekte, die im Zusammenhang mit einem oder als ein Verfahrensschritt
beschrieben wurden, auch eine Beschreibung eines entsprechenden Blocks oder Details
oder Merkmals einer entsprechenden Vorrichtung dar.
[0048] Die oben beschriebenen Ausführungsbeispiele stellen lediglich eine Veranschaulichung
der Prinzipien der vorliegenden Erfindung dar. Es versteht sich, dass Modifikationen
und Variationen der hierin beschriebenen Anordnungen und Einzelheiten anderen Fachleuten
einleuchten werden. Deshalb ist beabsichtigt, dass die Erfindung lediglich durch den
Schutzumfang der nachstehenden Patentansprüche und nicht durch die spezifischen Einzelheiten,
die anhand der Beschreibung und der Erläuterung der Ausführungsbeispiele hierin präsentiert
wurden, beschränkt sei.
1. Vorrichtung zum Öffnen einer Hülle (100) unter Verwendung eines Fluids (114), mit
einer Öffnungseinrichtung (112; 126; 132, 134, 136; 140; 142; 146) zum zumindest teilweise
Trennen einer Hüllenvorderseite (102) und einer Hüllenrückseite (104) der Hülle (100),
wobei die Öffnungseinrichtung (112; 126; 132, 134, 136; 140; 142; 146) konfiguriert
ist, um für das in die Hülle (100) eingebrachte Fluid (114, 116) eine Ablenkposition
(120) zwischen einer Hüllenöffnung (108) und einem Hüllenboden (106) bereitzustellen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der die Ablenkposition (120) eine Reflexion zumindest
eines Teils (118) des sich in Richtung des Hüllenbodens (106) bewegenden Fluids (116)
zurück in Richtung der Hüllenöffnung (108) bewirkt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, bei der die Öffnungseinrichtung (112; 126; 132,
134, 136; 140; 142; 146) konfiguriert ist, um einen Fluidstrom (114) freizugeben.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, mit einer Einrichtung zum Bereitstellen
der Ablenkposition (120).
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, bei der die Einrichtung zum Bereitstellen der Ablenkposition
(120) konfiguriert ist, um die Ablenkposition (120) kontaktlos oder kontaktbehaftet
bereitzustellen.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, bei der die Einrichtung zum kontaktlosen Bereitstellen
der Ablenkposition (120) eine Leiste (126), die konfiguriert ist, um ein Fluid (128)
mit einem vorbestimmten Druck über die Breite der Hülle (100) oder an einer oder mehreren
vorbestimmten Stellen entlang der Breite der Hülle (100) auf den Hüllenkörper zu richten,
eine Einrichtung zum Erzeugen elektrostatischer Kräfte über die Breite der Hülle (100)
oder an vorbestimmten Stellen entlang der Breite der Hülle (100), oder ein Element
(132, 134, 136), das an der Ablenkposition (120) einen Knick (138) in der Hülle (100)
bewirkt, umfasst.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, mit einer Fluidquelle (122) zum Bereitstellen
des Fluids (114), wobei das Fluid (114) ein Gas, z.B. Blasluft, umfasst.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei der die Hülle ein Kuvert (100) mit
einer Kuvertlasche (110) umfasst.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, bei der die Ablenkposition (120) unabhängig von dem Kuvertformat
in einer vorbestimmten Entfernung von der Hinge-Line (HL) des Kuverts (100) angeordnet
ist.
10. Kuvertierer (150) zum Einbringen eines oder mehrerer Güter in eine Hülle (100), mit
einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9.
11. Papierhandhabungsanlage (160), mit einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis
9 und/oder einem Kuvertierer (150) nach Anspruch 10.
12. Verfahren zum Öffnen einer Hülle (100) unter Verwendung eines Fluids (114), wobei
für das in die Hülle (100) eingebrachte Fluid eine Ablenkposition (120) zwischen einer
Hüllenöffnung (108) und einem Hüllenboden (106) bereitgestellt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, mit:
Einbringen des Fluids (114) in die Hülle (100).
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, mit:
teilweises Ablenken des Fluids (114, 116) an der Ablenkposition (120) in der Hülle
(100), wobei die Ablenkposition (120) nicht der Hüllenboden (106) ist.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 14, bei dem an der Ablenkposition (120)
zumindest ein Teil des sich in Richtung des Hüllenbodens (106) bewegenden Fluids (118)
zurück in Richtung der Hüllenöffnung (108) reflektiert wird.
1. Device for opening a cover (100) while using a fluid (114), comprising
opening means (112; 126; 132, 134, 136; 140; 142; 146) for at least partly separating
a cover front side (102) and a cover rear side (104) of the cover (100),
the opening means (112; 126; 132, 134, 136; 140; 142; 146) being configured to provide,
for the fluid (114, 116) introduced into the cover (100), a deflection position (120)
between a cover opening (108) and a cover bottom (106).
2. Device as claimed in claim 1, wherein the deflection position (120) causes at least
some (118) of the fluid (116) moving in the direction of the cover bottom (106) to
be reflected back in the direction of the cover opening (108).
3. Device as claimed in claims 1 or 2, wherein the opening means (112; 126; 132, 134,
136; 140; 142; 146) are configured to release a fluid flow (114).
4. Device as claimed in any of claims 1 to 3, comprising means for providing the deflection
position (120).
5. Device as claimed in claim 4, wherein the means for providing the deflection position
(120) are configured to provide the deflection position (120) in a non-contacting
or contacting manner.
6. Device as claimed in claims 4 or 5, wherein the means for providing the deflection
position (120) in a non-contacting manner include a strip (126) configured to direct
a fluid (128) to the cover body at a predetermined pressure across the width of the
cover (100) or at one or more predetermined positions along the width of the cover
(100), means for generating electrostatic forces across the width of the cover (100)
or at predetermined positions along the width of the cover (100), or an element (132,
134, 136) which causes a fold (138) in the cover (100) at the deflection position
(120).
7. Device as claimed in any of claims 1 to 6, comprising a fluid source (122) for providing
the fluid (114), wherein the fluid (114) includes a gas, e.g. blow air.
8. Device as claimed in any of claims 1 to 7, wherein the cover includes an envelope
(100) comprising an envelope flap (110).
9. Device as claimed in claim 8, wherein the deflection position (120) is arranged, independently
of the envelope format, at a predetermined distance from the hinge line (HL) of the
envelope (100).
10. Envelope inserter (150) for inserting one or more goods into a cover (100), comprising
a device as claimed in any of claims 1 to 9.
11. Paper-handling plant (160) comprising a device as claimed in any of claims 1 to 9
and/or an envelope inserter (150) as claimed in claim 10.
12. Method of opening a cover (100) while using a fluid (114), a deflection position (120)
being provided, for the fluid introduced into the cover (100), between a cover opening
(108) and a cover bottom (106).
13. Method as claimed in claim 12, comprising:
introducing the fluid (114) into the cover (100).
14. Method as claimed in claims 12 or 13, comprising:
partially deflecting the fluid (114, 116) at the deflection position (120) within
the cover (100), the deflection position (120) not being the cover bottom (106).
15. Method as claimed in any of claims 12 to 14, wherein at least some of the fluid (118)
moving in the direction of the cover bottom (106) is reflected back into the direction
of the cover opening (108) at the deflection position (120).
1. Dispositif pour ouvrir un habillage (100) à l'aide d'un fluide (114), avec
un moyen d'ouverture (112; 126; 132, 134, 136; 140; 142; 146) pour séparer au moins
partiellement une face avant (102) et une face arrière (104) de l'habillage (100),
dans lequel le moyen d'ouverture (112; 126; 132, 134, 136; 140; 142; 146) est configuré
pour prévoir, pour le fluide (114, 116) introduit dans la l'habillage (100), une position
de déviation (120) entre une ouverture d'habillage (108) et un fond d'habillage (106).
2. Dispositif selon la revendication 1, dans lequel la position de déviation (120) provoque
une réflexion d'au moins une partie (118) du fluide (116) se déplaçant en direction
du fond d'habillage (106) à nouveau en direction de l'ouverture d'habillage (108).
3. Dispositif selon la revendication 1 ou 2, dans lequel le moyen d'ouverture (112; 126;
132, 134, 136, 140; 142; 146) est configuré pour libérer un flux de fluide (114).
4. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 3, avec un moyen pour prévoir la position
de déviation (120).
5. Dispositif selon la revendication 4, dans lequel le moyen pour prévoir la position
de déviation (120) est configuré pour prévoir la position de déviation (120) sans
contact ou avec contact.
6. Dispositif selon la revendication 4 ou 5, dans lequel le moyen pour prévoir la position
de déviation (120) sans contact comporte une bande (126) qui est configurée pour diriger
un fluide (128) à une pression prédéterminée sur la largeur de l'habillage (100) ou
à un ou plusieurs endroits prédéterminés le long de la largeur de l'habillage (100)
sur le corps d'habillage, un moyen pour générer des forces électrostatiques sur la
largeur de l'habillage (100) ou à des endroits prédéterminés le long de la largeur
de l'habillage (100), ou un élément (132, 134, 136) qui provoque, à la position de
déviation (120), un coude (138) dans l'habillage (100).
7. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 6, avec une source de fluide (122) destinée
à mettre à disposition le fluide (114), le fluide (114) comportant un gaz, par exemple
de l'air de soufflage.
8. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 7, dans lequel l'habillage comporte
une enveloppe (100) avec un rabat d'enveloppe (110).
9. Dispositif selon la revendication 8, dans lequel la position de déviation (120) est
disposée indépendamment du format d'enveloppe à une distance prédéterminée de la ligne
d'articulation (HL) de l'enveloppe (100).
10. Dispositif de mise sous enveloppe (150) pour introduire un ou plusieurs produits dans
un habillage (100), avec un dispositif selon l'une des revendications 1 à 9.
11. Installation de manipulation de papier (160), avec un dispositif selon l'une des revendications
1 à 9 et/ou un dispositif de mise sous enveloppe (150) selon la revendication 10.
12. Procédé d'ouverture d'un habillage (100) à l'aide d'un fluide (114), dans lequel est
prévue, pour le fluide introduit dans l'enveloppe (100), une position de déviation
(120) entre une ouverture d'habillage (108) et un fond d'habillage (106).
13. Procédé selon la revendication 12, avec le fait de:
introduire le fluide (114) dans 'habillage (100).
14. Procédé selon la revendication 12 ou 13, avec le fait de:
dévier partiellement le fluide (114, 116) à la position de déviation (120) dans l'habillage
(100), où la position de déviation (120) n'est pas le fond d'habillage (106).
15. Procédé selon l'une des revendications 12 à 14, dans lequel à la position de déviation
(120) au moins une partie du fluide (118) se déplaçant en direction du fond d'habillage
(106) est réfléchie à nouveau en direction de l'ouverture d'habillage (108).