[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Applikators für kosmetische
Produkte, insbesondere für Kosmetika zum Schminken von Wimpern, Augenbrauen und Haaren,
wobei Fasern zur Bildung eines Auftragskörpers mittels eines Trägerkörpers gehalten
und in eine bürstchenartige Form gebracht werden sowie einen Applikator.
[0002] Es sind verschiedene Formen von Applikatoren zum Auftragen kosmetischer Produkte
bekannt. Diese weisen beispielsweise eine kammartige oder eine schwammartige Form
auf. Darüber hinaus ist es bekannt, bürstchenartige Applikatoren herzustellen, in
dem Fasern in eine Schlaufe aus Draht eingebracht werden und die Drahtschlaufe danach
verdrillt wird, wodurch sich eine runde Bürste ergibt. Diese Bürste kann je nach Stellung
der Fasern untereinander eine geschlossene, eine offene oder auch eine halboffene
Oberflächenstruktur aufweisen. Es sind auch andere Ausgestaltungen des Trägerkörpers
zum Fixieren der Fasern möglich.
[0003] Die bürstchenartigen Applikatoren variieren je nach Anwendungsfall mehr oder weniger
stark. Applikatoren zum Auftragen eines kosmetischen Produkts auf eine Wange weisen
zumeist eine eher pinselartige Form auf. Applikatoren zum Auftragen eines kosmetischen
Produkts auf Wimpern haben dagegen im Vergleich zu den pinselartigen Applikatoren
weniger und steifere Fasern.
[0004] Es ist somit grundsätzlich bekannt, die Bürstenform in Abhängigkeit der zu behandelnden
Körperregion abzuändern.
[0005] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren anzugeben, mit dem
die Applikation eines kosmetischen Produkts weiter verbessert werden kann. Diese Aufgabe
wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst, vorteilhafte Weiterbildungen
ergeben sich aus den Unteransprüchen. Der Kern der Erfindung liegt darin, die Fasern
nach dem Verbinden mit dem Trägerkörper durch einen Walz-, Präge-, Stanz- und/oder
Druckvorgang hinsichtlich seiner Form, Oberflächenbeschaffenheit und/oder Struktur
zu modifizieren. Der Walz-, Präge-, Stanz- und/oder Druckvorgang kann den Trägerkörper
und/oder die Fasern bzw. zumindest einen Teil der Fasern betreffen. Die genannten
Vorgänge, nämlich der Walz-, der Präge-, der Stanz- und der Druckvorgang werden im
Folgenden zusammenfassend Modifikationsvorgänge genannt. Der Begriff Modifikationsvorgang
umfasst in Ein- und Mehrzahl einen oder eine Kombination der vorgenannten Vorgänge.
Durch die Modifikationsvorgänge ergeben sich neue Oberflächenstrukturen, die zu einer
verbesserten Aufnahme des kosmetischen Produkts führen.
[0006] Die Fasern weisen nach ihrer Herstellung eine im Wesentlichen gleiche Länge auf,
wobei die Länge der Fasern selbstverständlich um einen vorgegebenen Mittelwert mit
einer gewissen Varianz schwankt. Die Varianz vergrößert sich nach dem Einbringen der
Fasern in die Drahtschlaufe nochmals, da die Fasern unterschiedlich weit in die Drahtschlaufe
hineinreichen. Mittels des Stanzvorganges ist es möglich, die Fasern auf eine derartige
Länge zu bringen, dass die Oberfläche des Applikators, die durch die Faserspitzen
bzw. Faserenden gebildet wird, geglättet ist. Auf diese Art und Weise kann gleichzeitig
die Varianz in der Länge der Fasern und die Unterschiedlichkeit des Einbringens in
die Drahtschlaufe eliminiert werden.
[0007] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist es möglich, die Fasern derart zu stanzen,
dass sie im Wesentlichen zwei unterschiedliche Längen aufweisen. Beispielsweise ist
es möglich, die Fasern in der Mitte des Applikators stärker zur kürzen als in den
Randbereichen, wodurch der Auftragskörper des Applikators eine doppelkeulenartige
Form erhält. Weitere alternative Ausgestaltungen derart, dass die Applikatorspitze
spitz zuläuft, indem die Fasern auf immer geringere Längen zur Spitze des Applikators
hingekürzt werden, sind ebenso denkbar. Mittels des Walzvorgangs lassen sich drei
unterschiedliche Modifikationen erreichen. Zuerst einmal können die Fasern selbst
derart gewalzt werden, dass sich ihre Oberfläche vergrößert. Eine Faser wird im Rahmen
der Herstellung üblicherweise extrudiert, und weist somit eine runde Querschnittsform
auf. Durch den Walzvorgang wird die runde Querschnittsform in eine ovale Form verwandelt,
wodurch sich die Oberfläche der gewalzten Faser vergrößert. Dadurch kann eine einzelne
Faser mehr Kosmetikmasse aufnehmen. Darüber hinaus ist es möglich, die Fasern nur
bereichweise zu walzen, sodass der Applikator hinsichtlich der Abstehrichtung der
Fasern vom Trägerkörper verändert wird. Die Fasern können so im Querschnitt gesehen
auf zwei oder drei Bereiche konzentriert werden, der Applikator kann so die Form einer
Art Doppelkamm erhalten. In einer dritten Ausgestaltung wird durch den Walzvorgang
nicht die Form der Fasern sondern die Form des Trägerkörpers selbst verändert. Beispielsweise
kann auch dem Trägerkörper eine wellige Struktur aufgewalzt werden, wodurch die Oberflächendichte
der Faserspitzen modifiziert wird. Die Oberfläche des Applikators weist durch einen
derartigen Krümmungsvorgang des Trägerkörpers Bereiche mit variierenden Dichten an
Faserspitzen auf, weshalb auch die Dichte des aufzutragenden kosmetischen Produkts
verändert wird, wenn man davon ausgeht, dass die Spitzen der Fasern das kosmetische
Produkt annähernd gleichmäßig aufnehmen. Der Walzvorgang kann dabei auch als ein Biegevorgang
ausgestaltet sein.
[0008] Der Prägevorgang erlaubt die Veränderung der Oberflächenstruktur der Fasern, beispielsweise
indem längliche oder punktuelle Vertiefungen in die Fasern eingeprägt werden. In diesen
Vertiefungen sammelt sich mehr Kosmetikmasse als an den glatten Stellen bzw. Oberflächen
der Fasern, wodurch die Auftragwirkung der einzelnen Fasern und somit auch des Applikators
verbessert wird.
[0009] Vorzugsweise können auf die mit dem Trägerkörper verbundenen Fasern weitere Faserabschnitte
aufgebracht werden. Dieses Aufbringen kann mittels des Walz- oder auch Prägevorgangs
geschehen. Auch durch die Faserabschnitte findet eine Oberflächenvergrößerung der
Fasern statt, wodurch der Auftrag des kosmetischen Produkts verbessert werden kann.
Die Faserabschnitte können auf der gesamten Länge der Fasern angebracht werden, bevorzugt
ist jedoch vorgesehen, diese lediglich im Bereich der Spitzen der Fasern aufzubringen.
Der Bereich der Spitzen ist dabei das vordere und dem Trägerkörper abgewandte Drittel
einer Faser.
[0010] In einer weiteren Ausgestaltung ist es möglich, zumindest abschnittsweise Substanzen
auf die Fasern aufzudrucken, die die Oberflächenstruktur modifizieren. Dabei kann
es sich um lack-, farb- und/oder gummiartige Substanzen handeln. Die Substanzen müssen
an den Fasern haften können und zur Aufnahme des kosmetischen Produkts geeignet sein.
Hierdurch lässt sich die Aufnahmefähigkeit der Fasern ähnlich zum Prägevorgang punktuell
oder auch auf der ganzen Oberfläche der Fasern verändern. Insbesondere wird es auf
diese Art und Weise möglich, Fasern zu verwenden, die an für sich das kosmetische
Produkt überhaupt nicht aufnehmen. Nach Behandlung mit der oder den Substanzen sind
die Fasern aber fähig, die Masse des kosmetischen Produkts aufzunehmen.
[0011] Die Modifikationsvorgänge können einzeln oder auch kombiniert angewendet werden.
Insbesondere ist es möglich, alle genannten Modifikationsvorgänge an einem einzigen
Applikator auszuführen. Alternativ ist es möglich, einen oder mehrere Modifikationsvorgänge
auf einem Abschnitt des Applikators durchzuführen und ein oder mehrere Abschnitte
des Applikators durch einen anderen oder eine andere Kombination von Modifikationsvorgängen
zu beaufschlagen.
[0012] Daneben betrifft die Erfindung einen Applikator, der aus Trägerkörper und Fasern
vorbereitet ist, und bei dem der Trägerkörper und/oder die Fasern durch einen Walz-,
Präge-, Stanz- und/oder Druckvorgang hinsichtlich seiner Form, Oberflächenbeschaffenheit
und/oder Struktur bezogen auf den Zustand vor dem Walz-, Präge-, Stanz- und/oder Druckvorgang
modifiziert ist.
[0013] Die Erfindung ist anhand von Ausführungsbeispielen in den Zeichnungsfiguren näher
erläutert. Diese zeigen:
- Fig. 1
- einen bekannten Applikator im Längsschnitt,
- Fig. 2
- einen bekannten Applikator im Querschnitt,
- Fig. 3
- einen gestanzten Applikator im Längsschnitt,
- Fig. 4
- einen gestanzten Applikator im Querschnitt,
- Fig. 5
- einen gestanzten Applikator in einer zweiten Ausführungsform im Längsschnitt,
- Fig. 6
- einen gestanzten Applikator in einer zweiten Ausführungsform im Querschnitt,
- Fig. 7
- einen gewalzten Applikator im Längsschnitt,
- Fig. 8
- einen gewalzten Applikator im Querschnitt,
- Fig. 9
- einen gewalzten Applikator in einer zweiten Ausführungsform im Längsschnitt,
- Fig. 10
- einen gewalzten Applikator in einer zweiten Ausführungsform im Querschnitt,
- Fig. 11
- einen gewalzten Applikator in einer dritten Ausgestaltung im Längsschnitt,
- Fig. 12
- einen gewalzten Applikator in einer dritten Ausgestaltung im Querschnitt,
- Fig. 13
- eine bekannte Faser im Längsschnitt,
- Fig. 14
- eine gewalzte Faser im Längsschnitt,
- Fig. 15
- eine Faser mit Faserabschnitten,
- Fig. 16
- eine bekannte Faser in perspektivischer Ansicht,
- Fig. 17
- eine gewalzte Faser in perspektivischer Ansicht,
- Fig. 18
- eine bedruckte Faser in perspektivischer Ansicht und
- Fig. 19
- zwei geprägte Fasern in perspektivischer Ansicht.
[0014] Figur 1 zeigt einen Applikator 1 mit einem Griff 2, einer Drahtschlaufe 3 und einer
Vielzahl an Fasern 4. Die Fasern 4 sind in die Drahtschlaufe 3 eingebracht und die
Drahtschlaufe 3 ist verdrillt. Dadurch bildet die Drahtschlaufe 3 einen Trägerkörper
5. Der Trägerkörper 5 hält die Fasern 4, die zusammen mit dem Trägerkörper 5 den Auftragskörper
6 des Applikators 1 bilden. Zur Vereinfachung der Darstellung wird im Folgenden der
Auftragskörper 6 dargestellt, trotzdem kann in Zusammenhang mit den nachfolgenden
Figuren die Bezeichnung Applikator verwendet werden. Der Unterschied besteht lediglich
in dem Griff 2 bzw. beliebig gestalteten Aufnahmebereich des Trägerkörpers 5.
[0015] Figur 2 zeigt den Applikator 1 gemäß Figur 1 im Querschnitt, und zwar im Bereich
des Auftragskörpers 6. Dementsprechend befindet sich in der Mitte des Applikators
1 der Trägerkörper 5, die Fasern 4 gehen strahlenförmig nach außen. Bei gleicher Länge
der Fasern 4 bilden diese eine relativ homogene Oberfläche 7.
[0016] Figur 3 zeigt einen durch einen Stanzvorgang bearbeiteten Applikator 1. Bei diesem
wurde in der Mitte des Auftragskörpers 6 die Länge der Fasern 4 gekürzt, sodass der
Auftragskörper 6 in Längsrichtung gesehen in den Randbereichen 8 und 9 einen größeren
Durchmesser aufweist als im Zentralbereich 10. Die Randbereiche 8 und 9 können ebenfalls
durch einen Stanzvorgang behandelt worden sein, so dass die Oberfläche 7 des Applikators
1 auch dort geglättet wurde. Der Übergangsbereich zwischen den Randbereichen 8 und
9 und dem Zentralbereich 10 kann fließend oder kantig ausgestaltet sein.
[0017] Figur 4 zeigt den Applikator gemäß Figur 3 im Querschnitt. Deutlich erkennbar sind
die unterschiedlichen Durchmesser der Randbereiche 8 und 9 und des Zentralbereichs
10. Die gestrichelten Verbindungslinien zwischen den Figuren 3 und 4 verdeutlichen
dieses Verhältnis nochmals.
[0018] Figur 5 zeigt einen gestanzten Applikator 1 in einer zweiten Ausführungsform. Dabei
wurden in der oberen Hälfte des Applikators 1 in zwei Segmenten des kreisartigen Querschnitts
die Fasern 4 entfernt, sodass die Form eines auf dem Kopf stehenden Korkens erzeugt
wird. Auf diese Art und Weise erhält man einen Applikator 1, der auf der einen Seite
die gewohnte Bürstchenform aufweist und auf der anderen Seite ein eher kammartiges
Aussehen besitzt. Dies ist in Figur 6, die den Querschnitt des Applikators 1 gemäß
Figur 5 in der Mitte des Auftragskörpers 6 zeigt, gut erkennbar.
[0019] Der Applikator 1 gemäß Figur 7 wurde so gewalzt, dass die Fasern 4 hinsichtlich ihrer
Abstehrichtung auf zwei Bereiche eingeengt wurden. Die Fasern 4 wurden wie bei einem
Mittelscheitel zur Seite gewalzt, sodass sich im Querschnitt eine Form ähnlich einer
Anzugsfliege ergibt. Die Fasern 4 sind dadurch in den Bereichen 11, wie in Figur 8
dargestellt ist, verdichtet und in den Bereichen 12 stark ausgedünnt bis nicht mehr
vorhanden. Der Vorteil dieser Ausgestaltung liegt darin, dass sich so Applikatoren
1 mit einer hohen Faserdichte herstellen lassen, ohne dass diese Dichte die Aufnahmefähigkeit
des Trägerkörpers 5 übersteigt. Durch den Walzvorgang lässt sich also bei gleicher
Anzahl an Fasern 4 ein Applikator 1 mit einer höheren Faserdichte und damit Auftragsdichte
herstellen als im Vergleich zu einem unbehandelten Applikator. Figur 9 zeigt einen
Applikator 1, bei dem der Trägerkörper 5 gebogen wurde. Die Biegung wird mittels eines
Walzvorgangs erreicht, der auch als einfache Druckbeaufschlagung ohne sich drehende
Walzenkörper ausgestaltet sein kann.
[0020] Figur 10 zeigt den Applikator 1 gemäß Figur 9 im Querschnitt.
[0021] Figur 11 zeigt eine alternative Ausgestaltung zu der in Figur 9 gezeigten Biegung.
Dabei ist der Trägerkörper 5 wellen- oder sinusartig in Längsrichtung gebogen. In
den eingedellten Abschnitten 13 entstehen dadurch Bereiche höherer Faserdichte und
in den angehobenen Abschnitten 14 Bereiche geringerer Faserdichte. Mit den Faserdichten
korreliert die an den Fasern anhaftende Masse an Kosmetikmasse, das auftragbar ist.
Ein derart gestalteter Applikator 1 weist dementsprechend Abschnitte mit einem hohen
Gehalt an Kosmetikmasse auf und Abschnitte mit einem geringen Gehalt an Kosmetikmasse.
[0022] Figur 12 zeigt den entsprechenden Applikator gemäß Figur 11 im Querschnitt. Genauer
gesagt sind die Querschnitte an den in Figur 11 mit A und B gezeigten Stellen abgebildet.
Aufgrund der Biegung in Längsrichtung weist der Applikator 1 in den Seitenabschnitten
15 eine unveränderte, also weder vergrößerte noch verringerte, Dichte an Fasern 4
auf, wie vor dem Walz- bzw. Biegevorgang. Dadurch hat ein in Längsrichtung gewalzter
Applikator 1 sogar drei unterschiedliche Faserdichten aufzuweisen, wenn vor dem Walzvorgang
eine einheitliche Faserdichte vorlag.
[0023] Im Folgenden werden zur Verdeutlichung des Ergebnisses der Modifikationsvorgänge
lediglich die Auswirkungen auf die Fasern 4 dargestellt. Diese sind selbstverständlich
wie Eingangs beschrieben während der Modifikationsvorgänge am Trägerkörper 5 angebracht.
[0024] Figur 13 zeigt eine bekannte Faser 4 vor einem Walzvorgang, während Figur 14 die
entsprechende Faser 4 nach dem Walzvorgang zeigt. Durch den Walzvorgang wurde der
Faser 4 in Längsrichtung eine periodische Biegung aufgeprägt, sodass sie eine Wellenform
aufweist.
[0025] Figur 15 zeigt zwei am Trägerkörper 5 angebrachte Fasern 4, an denen Faserabschnitte
16 aufgebracht wurden. Bei den Faserabschnitten 16 handelt es sich im Vergleich zu
den Fasern 4 um sehr viel kürzere und vorzugsweise auch dünnere Fasern. Diese sind
vorzugsweise aus demselben Material wie die Fasern 4 hergestellt. Als Fasern 4 können
synthetische Fasern, beispielsweise aus Polyamid oder Elastomere, wie auch Naturfasern,
wie z. B. Ziegenhaar, verwendet werden. Die Faserabschnitte 16 werden an den Fasern
4 durch einen Walz- oder einen Prägevorgang angebracht. Beim Walzvorgang werden die
Faserabschnitte 16 einfach so fest an die Fasern 4 angepresst, dass eine oberflächliche
Verbindung entsteht. Beim Prägevorgang wird dagegen punktuell ein Druck ausgeübt,
wobei die Fasern 4 mit punktuellen Vertiefungen versehen werden. Liegt ein Faserabschnitt
16 auf einer Faser 4, wo der punktuelle Druck ausgeübt wird, so wird der Faserabschnitt
16 auch mit der Faser 4 verbunden. Bedeckt man die ganze Faser 4 mit Faserabschnitten
16, so ist also nach dem Prägevorgang lediglich ein Teil der Faserabschnitte 16 mit
der Faser 4 verbunden. Dies ist aber gewünscht. Ein vollständiges Bedecken der Fasern
4 ist nicht nötig.
[0026] In einer Ausgestaltung sind die Faserabschnitte 16 lediglich im Bereich der Spitzen
der Faser 4 angebracht, insbesondere im vorderen Drittel. Der Spitzenbereich ist dabei
als der vom Trägerkörper 5 abgewandte Bereich zu verstehen. Die Anbringung der Faserabschnitte
16 kann beispielsweise dadurch kontrolliert werden, dass der Prägevorgang lediglich
in diesem Bereich der Fasern 4 stattfindet.
[0027] Figur 16 zeigt eine bekannte Faser 4 vor einem Walzvorgang, während Figur 17 die
entsprechende Faser nach dem Walzvorgang zeigt. Der runde Querschnitt wurde dabei
in einen ovalen Querschnitt umgewandelt, wodurch eine Oberflächenvergrößerung der
Faser 4 stattfindet.
[0028] Figur 18 zeigt eine Faser 4, die mit Farbe 17 bedruckt wurde. Statt Farbe kann auch
Lack oder Gummi verwendet werden. Durch das Aufbringen der Farbe 17 auf die Faser
4 wird die Aufnahmefähigkeit für Kosmetikmasse an den entsprechenden Stellen, an denen
sich die Farbe 17 befindet, erhöht und hierdurch die Auftragsfähigkeit des Applikators
1 verbessert.
[0029] In einer alternativen Ausgestaltung kann die Farbe 17 auch einen ganzen Abschnitt
beispielsweise den Bereich der Spitze einer Faser 4, bedecken.
[0030] Figur 19 zeigt zwei Fasern 4, bei der durch einen Prägevorgang punktuelle Vertiefungen
18 aufgeprägt wurden. Liegen zwei Fasern abschnittsweise in einem derartigen Prägebereich
übereinander wie beispielsweise im Bereich 19 so werden die Fasern 4 miteinander verbunden.
Dadurch entsteht ein gestrüppartiger Faserverbund mit einer im Vergleich zu einzelnen
Fasern 4 veränderten Steifigkeit. Weist ein Applikator 1 eine Vielzahl derartiger
Faserverbunde auf, so ist insgesamt die Steifigkeit des Auftragskörpers 6 erhöht.
Vorzugsweise kann nach dem Prägevorgang zur Erzeugung der Faserverbünde ein Stanzvorgang
anschließen, mit dem die Oberfläche 7 des Auftragskörpers 6 wieder geglättet wird.
[0031] Bei sämtlichen Ausgestaltungen der beschriebenen Modifikationsvorgänge ist es möglich,
diese unter Zuführung von Wärmeenergie auszuführen. Durch die zugeleitete Wärme wird
die Modifizierbarkeit der Fasern 4 oder des Trägerkörpers 5 erhöht und dadurch die
Modifikationsvorgänge vereinfacht.
[0032] Die Querschnittsform der unbehandelten Fasern ist nicht auf kreisartige Formen beschränkt,
es können auch beliebige andere Formen, wie Dreieck, Rechteck oder Kreise mit Ausnehmungen
vorgesehen sein. Auch in Längsrichtung können die Fasern eine andere Formgebung als
beschrieben aufweisen.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0033]
- 1
- Applikator
- 2
- Griff
- 3
- Drahtschlaufe
- 4
- Faser
- 5
- Trägerkörper
- 6
- Auftragskörper
- 7
- Oberfläche
- 8
- Randbereich
- 9
- Randbereich
- 10
- Zentralbereich
- 11
- Bereich
- 12
- Bereich
- 13
- Abschnitt
- 14
- Abschnitt
- 15
- Seitenabschnitt
- 16
- Faserabschnitt
- 17
- Farbe
- 18
- punktuelle Vertiefung
1. Verfahren zur Herstellung eines Applikators (1) für kosmetische Produkte, insbesondere
für Kosmetika zum Schminken von Wimpern, Augenbrauen und Haaren, wobei Fasern (4)
zur Bildung eines Auftragskörpers (6) mittels eines Trägerkörpers (5) gehalten und
in eine insbesondere bürstchenartige Form gebracht werden,
dadurch gekennzeichnet, dass
der aus Trägerkörper (5) und Fasern (4) vorbereitete bürstchenartige Applikator (1)
durch einen Walz-, Präge-, Stanz- und/oder Druckvorgang hinsichtlich seiner Form,
Oberflächenbeschaffenheit und/oder Struktur bezogen auf den Zustand vor dem Walz-,
Präge-, Stanz- und/oder Druckvorgang modifiziert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der Applikator (1) hinsichtlich seiner äußeren Kontur verändert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Applikator (1) hinsichtlich der Abstehrichtung der Fasern (4) vom Trägerkörper
(5) verändert wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Form des Trägerkörpers (5), insbesondere dessen Krümmung, verändert wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Applikator (1) zumindest bereichsweise abgeflacht wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die mit dem Trägerkörper (5) verbundenen Fasern (4) hinsichtlich ihrer Länge und/oder
Abstehrichtung modifiziert werden.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenbeschaffenheit der Fasern (4) verändert wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
auf die mit dem Trägerkörper (5) verbundenen Fasern (4) weitere Faserabschnitte (16)
aufgebracht werden, die mit dem Trägerkörper (5) mittelbar über am Trägerkörper (5)
befestigte Fasern (4) verbunden sind.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
auf die Fasern (4) zumindest abschnittsweise die Oberflächenstruktur der Fasern (4)
modifizierende Substanzen (17) aufgedruckt werden.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Substanzen (17) eine lack- und/oder gummiartige Substanz haben.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Substanzen (17) eine die Adhäsionsfähigkeit einer kosmetischen Substanz auf den
Fasern (4) verändernde Wirkung aufweisen.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Walz-, Präge-, Stanz- oder Druckvorgang in Kombination die Abstehrichtung, die
Abstehlänge die Faserstruktur, die Faseroberflächenbeschaffenheit und/oder die Adhäsionsfähigkeit
und/oder die Farbe der Fasern (4) verändert.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Walz-, Präge-, Stanz- oder Druckvorgang nur einen Abschnitt eines Applikators
(1) beaufschlagt und ein oder mehrere andere Abschnitte des Applikators (1) durch
einen jeweils anderen Walz-, Präge-, Stanz- oder Druckvorgang modifizierend bearbeitet
werden.
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Walz-, Präge-, Stanz- und/oder Druckvorgang den Applikator (1) unter zusätzlicher
Einbringung von Wärmeenergie beaufschlagt und verformt.
15. Applikator (1) für kosmetische Produkte, insbesondere Kosmetika zum Schminken von
Wimpern, Augenbrauen und Haaren, wobei Fasern (4) zur Bildung eines Auftragskörpers
(6) an einem Trägerkörper (5) angeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Fasern (4) am Trägerkörper (5) angeordnet sind und der derart vorbereitete Applikator
(1) durch einen Walz-, Präge-, Stanz- und/Druckvorgang hinsichtlich seiner Form, Oberflächenbeschaffenheit
und/oder Struktur bezogen auf den Zustand vor dem Walz-, Präge-, Stanz- und/oder Druckvorgang
modifiziert ist.
16. Applikator nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet, dass er nach einem der Ansprüche 1 - 14 hergestellt ist.