Stand der Technik
[0001] Im Möbelbereich sind Möbel mit einem Möbelkorpus, an dem ein angetrieben bewegbar
geführtes Möbelteil aufgenommen ist, bekannt.
[0002] Die Bewegungsbeeinflussung des Möbelteils bzw. dessen Bewegungsvorgabe erfolgt insbesondere
über einen mittels eines Antriebs bewegbaren Aktuator, welcher das Möbelteil relativ
zum Möbelkorpus in Bewegung versetzt, insbesondere in wenigstens eine Bewegungsrichtung
des Möbelteils.
Aufgabe und Vorteile der Erfindung
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, bei Anordnungen der einleitend genannten
Art die Betriebsführung zu verbessern, insbesondere im Hinblick auf einen Bedienkomfort
des Möbels bzw. auf einen antriebseitigen Montage- und/oder Betriebsaufwand.
[0004] Diese Aufgabe wird durch die unabhängigen Ansprüche gelöst.
[0005] Die abhängigen Ansprüche zielen auf zweckmäßige und vorteilhafte Varianten der Erfindung
ab.
[0006] Die Erfindung geht aus von einer Vorrichtung zur Bewegungskontrolle eines an einem
Möbelkorpus bewegbar aufgenommenen Möbelteils, wobei die Vorrichtung einen elektrisch
betreibbaren Aktuator umfasst, so dass im montierten Zustand der Vorrichtung abhängig
von dem Betrieb des Aktuators das Möbelteil relativ zum Möbelkorpus mittels des Aktuators
angetrieben bewegbar ist.
[0007] Der Aktuator kann beispielsweise ein angetrieben verschwenkbar oder linear angetrieben
bewegbares Element sein. Abhängig von der Bewegung bzw. Stellungsveränderung des Aktuators
ist das Möbelteil relativ zum Möbelkorpus herausfahrbar bzw. herausschwenkbar und/oder
in entgegengesetzter Richtung bewegbar.
[0008] Das Möbelteil kann über einen möglichen Bewegungsweg komplett angetrieben bewegt
werden oder nur über eine Teilstrecke und ansonsten durch manuelles Einwirken einer
Person bewegbar sein.
[0009] Der Aktuator ist insbesondere über einen Elektromotor bewegbar. Die Vorrichtung umfasst
insbesondere eine Kontrolleinheit, beispielsweise eine Regel- oder Steuereinheit,
welche den Betrieb des Aktuators insbesondere dessen Bewegung bzw. dessen Antrieb
kontrolliert.
[0010] Das Möbelteil kann beispielsweise eine Schublade, ein Auszug, eine Möbeltür oder
eine Möbelklappe sein.
[0011] Der erste wesentliche Aspekt der Erfindung liegt darin, dass Gewinnungsmittel zur
Gewinnung elektrischer Energie aus einer in der Umgebung der Gewinnungsmittel nicht
leitungsgebunden vorhandenen Energieform vorgesehen sind, wobei die Gewinnungsmittel
zur elektrischen Energieversorgung eines vorhandenen elektrisch arbeitenden Aktivators
ausgebildet sind und wobei der Aktivator zum Auslösen des Betriebs des
[0012] Aktuators durch eine Bedienaktion von außen vorgesehen ist.
[0013] Vorteilhafterweise muss insbesondere keine kabelgebundene Versorgung des Aktivators
durch eine entfernte bzw. externe Energiequelle vorgesehen bzw. installiert werden.
Dies ist im Hinblick auf die Montage und den Nutzzustand des Möbels vorteilhaft.
[0014] Der Aktivator dient insbesondere dazu, abhängig vom Nutzerwunsch einen gewünschten
Betriebszustand im Hinblick auf die angetriebene Bewegung des Möbelteils zu initiieren.
Der Aktivator kann beispielsweise ein Bedienelement wie z. B. ein betätigbarer Schalter
sein. Der Aktivator kann bevorzugt von außen bzw. einer Bedienseite des Möbels bedienbar
sein, insbesondere am Möbelkorpus oder am Möbelteil vorhanden sein. So kann zum Beispiel
auf Grundlage einer über den Aktivator erfolgten Bedien- bzw. Auslöseaktion durch
eine Person, z. B. durch eine manuelle Betätigung, elektrische Energie für den Betrieb
des Aktivators über die Gewinnungsmittel bereitgestellt werden. Dabei kann durch das
Einwirken der Person die nicht kabelgebundene Energieform geliefert werden, welche
dann von den Gewinnungsmitteln in elektrische Energie zum Betrieb des Aktivators bereitstellbar
ist. Mit der damit einhergehenden Energieversorgung des Aktivators löst dieser den
Betrieb des Aktuators aus, so dass in der Folge des angetriebenen Aktuators das bewegbare
Möbelteil wie vom Nutzer gewünscht angetrieben bewegbar ist. Dabei kann der Aktuator
über eine kabelgebundene insbesondere übliche Stromversorgung verfügen oder eine andere
Stromversorgung aufweisen.
[0015] Der Aktivator kann entfernt von der Kontrolleinheit und/oder dem Antrieb des Aktuators
sein. Falls keine Kabelverbindung des Aktivators eingerichtet ist, ist vorteilhafterweise
eine kabellose Kommunikation zwischen dem Aktivator z. B. über vom Aktivator gesendete
Signale und einem Empfänger der Signale eingerichtet, so dass in der Folge der Befehl
zum Betrieb des Aktuators erfolgt und damit das Möbelteil angetrieben bewegt wird.
Die Kommunikation zwischen dem Aktivator und dem Aktuator bzw. dem auf den Aktuator
wirkenden Empfänger geschieht insbesondere mittels einer Signalübertragung per Funk.
[0016] Vorteilhafterweise ist die notwendige elektrische Energiemenge zur Signalübertragung
vom Sender des Aktivators zum Empfänger in der Größenordnung, dass ggf. z. B. allein
die mechanische Energieform wie z. B. Druckkräfte, die durch ein Einwirken von außen
durch eine Person auf den Aktivator bereitgestellt wird, ausreicht, dass die über
die Gewinnungsmittel erzeugte elektrische Energie die Signalübertragung ermöglicht.
[0017] Damit ist es insbesondere vorteilhaft möglich, völlig unabhängig von einem externen
Stromversorgungsnetz den Aktivator zu betreiben.
[0018] Besonders vorteilhaft ist es, wenn der Aktivator als RFID-Chip (RFID: radio-frequency
identification) ausgebildet ist bzw. einen solchen umfasst. Dabei kann die Energie
in Form von elektromagnetischer Strahlung aufgefangen und energetisch verarbeitet
werden, wobei insbesondere passive RFIDs genutzt werden. Ein passiver Transponder
entnimmt dabei dem elektromagnetischen Feld die Betriebsspannung, wobei ein Teil der
Energie an ein Lesegerät reflektiert wird.
[0019] Ein weiterer wesentlicher Aspekt der Erfindung liegt darin, dass Gewinnungsmittel
zur Gewinnung elektrischer Energie aus einer in der Umgebung der Gewinnungsmittel
nicht leitungsgebunden vorhandenen Energieform vorgesehen sind, wobei die Gewinnungsmittel
zur elektrischen Energieversorgung des Aktuators ausgebildet sind.
[0020] Die oben genannten Vorteile ergeben sich dabei entsprechend für den Betrieb des Aktuators.
Dabei wird also die angetriebene Bewegung des bewegbaren Möbelteils durch den Aktuator
bzw. dessen Antrieb durch über die Gewinnungsmittel erzeugte elektrische Energie ermöglicht.
[0021] Besonders vorteilhaft ist sowohl der Aktivator als auch der Aktuator allein mit der
elektrischen Energie betreibbar, welche durch die Gewinnungsmittel bereitgesetllt
ist. Der Betrieb des Möbels kann damit völlig losgelöst von einer externen bzw. kabelgebunden
heranreichenden Energieversorgung realisiert sein.
[0022] Die den Gewinnungsmitteln für die Erzeugung elektrischer Energie zugänglichen Energieformen
basieren auf unterschiedlichsten Phänomenen bzw. umfassen insbesondere mechanische
Energie, elektromagnetische oder thermische Energie. Zum Beispiel kann Lichtenergie
oder Energie von Radiowellen oder Energie von Schall- bzw.
[0023] Druckwellenereignissen genutzt werden.
[0024] Weiter ist es vorteilhaft, dass die Gewinnungsmittel ein Umwandlungselement umfassen,
das derart ausgebildet ist, bei Krafteinwirkung auf das Umwandlungselement elektrische
Energie zu erzeugen. Mit dem Umwandlungselement können beispielsweise mechanische
Einwirkungen, wobei eine Kraft bzw. ein Druck auf das Umwandlungselement wirkt, zur
Erzeugung elektrischer Energie genutzt werden. Auf das Umwandlungselement kann direkt
eingewirkt werden oder indirekt, beispielsweise durch Druck- bzw. Kraftübertragung
von der Stelle des Einwirkens zum Beispiel auf den Möbelkorpus oder das Möbelteil
zum Umwandlungselement, wo die eigentliche Umwandlung in elektrische Energie vonstatten
geht. Die beschriebene Energiegewinnung basiert insbesondere auf dem piezoelektrischen
Effekt, wobei die Gewinnungsmittel insbesondere ein Piezoelement umfassen.
[0025] Auch ist es vorteilhaft, dass die Gewinnungsmittel einen Funkschalter mit einem Piezoelement
aufweisen. Vorteilhafterweise kann die elektrische Energie, welche für ein Funksignal
des Funkschalters notwendig ist, durch das Piezoelement bereitgestellt werden. Dabei
wird insbesondere durch eine Handbetätigung bzw. -auslösung des Funkschalters eine
am Piezoelement wirksame bzw. verwertbare mechanische Energie bzw. Druckenergie in
elektrische Spannung umgewandelt. Vorteilhaft ist auch, dass kabellos durch Einwirken
auf den Funkschalter die Übertragung eines Signals vom Funkschalter an eine Empfangseinheit
realisiert wird. Die Empfangseinheit kommuniziert mit der Kontrolleinheit bzw. ist
insbesondere Teil der Kontrolleinheit. Die Kontrolleinheit verarbeitet dann das empfangene
Signal vom Funkschalter und löst davon abhängig den Antrieb des Aktuators aus bzw.
kontrolliert diesen so, dass in der Folge die angetriebene Bewegung des Möbelteils
in gewünschter Weise erfolgt.
[0026] Gemäß einer vorteilhaften Modifikation des Erfindungsgegenstandes sind die Gewinnungsmittel
derart ausgestaltet, aus einem hochfrequenten elektromagnetischen Wechselfeld elektrische
Energie zu erzeugen. Damit können beispielsweise Radiowellen zur Gewinnung elektrischer
Energie genutzt werden. Dies ist vorteilhaft, da Radiowellen in der Regel dauerhaft
bzw. überall vorhanden sind.
[0027] Weiter ist es von Vorteil, dass die Gewinnungsmittel einen Transponder mit einer
Antenne umfassen, sodass bei Vorhandensein eines hochfrequenten elektromagnetischen
Wechselfeldes die Hochfrequenzenergie zur Gewinnung von elektrischer Energie dient.
[0028] Dies ist eine besonders bequeme und vorteilhafte Variante zur Energieerzeugung. Insbesondere
ist die zur Gewinnung der elektrischen Energie genutzte Energieform vorteilhaft nicht
körpergebunden vorhanden und nicht an eine Aktion des Nutzers des Möbels geknüpft.
[0029] Eine weitere vorteilhafte Variante der Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass
die Gewinnungsmittel mechanische Bauteile umfassen, welche derart ausgebildet sind,
bei einem Einwirken von außen auf einen Körper einen Körperschall im Möbelkorpus und/oder
dem bewegbar aufgenommenen Möbelteil zu erzeugen. Der Körper ist insbesondere Teil
der mechanischen Bauteile. Mittels des Körpers wird abhängig von der Art und/oder
Dauer des Einwirkens von außen der Körperschall generiert. Mit dem erzeugten Körperschall
ist dann eine Energieform bereitgestellt, die von den Gewinnungsmitteln zur Erzeugung
der elektrischen Energie vollständig oder teilweise genutzt wird, womit der elektrische
Betrieb des Aktuators und/oder des Aktivators ermöglicht wird.
[0030] Vorteilhaft kann gegebenenfalls ein Körperschall derart bereitgestellt und genutzt
werden, welcher für das menschliche Ohr nicht oder kaum erfassbar ist, was damit für
den Nutzer nicht problematisch dahingehend ist, dass andernfalls ein deutlich für
eine Person hörbarer Körperschall ggf. als unangenehm empfunden wird.
[0031] Weiter ist es vorteilhaft, dass die Gewinnungsmittel ausgestaltet sind, einen dem
Möbelkorpus und/oder dem bewegbar aufgenommenen Möbelteil zuordenbaren Körperschall
für die Erzeugung elektrischer Energie zu nutzen. Damit ist es vorteilhaft möglich,
über sämtliche körperlich vorhandene Bereiche des Möbels ein dort vorhandener Körperschall
zur Erzeugung elektrischer Energie zu nutzen.
[0032] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des Erfindungsgegenstandes zeichnet sich
dadurch aus, dass die Gewinnungsmittel ausgebildet sind, aus thermischer Energie elektrische
Energie zu gewinnen. Man kann also insbesondere regelmäßig auftretende Wärmemengen
am Möbel nutzen zum Beispiel aufgrund von Sonneneinstrahlung auf das Möbel oder in
dessen Umgebung oder z. B. bei Küchenmöbeln durch beim Kochen entstehende Wärme. Dies
ist wirtschaftlich bzw. ökologisch vorteilhaft.
[0033] Alternativ ist es auch vorteilhaft, elektrische Energie aus Lichtenergie zu gewinnen.
Lichtenergie wie auch thermische Energie steht in der Regel an Aufstellungsorten von
Möbeln regelmäßig zur Verfügung, so dass hier eine vorteilhafte Variante zur erfindungsgemäßen
Erzeugung elektrischer Energie bereitgestellt wird. Zur Stromerzeugung kann z. B.
eine Photovoltaik-Einheit vorgesehen sein.
[0034] Auch ist es von Vorteil, dass die Gewinnungsmittel ausgebildet sind, aus einer im
Nahbereich außerhalb des Möbelkorpus vorhandenen Energieform, die sich von einer elektrischen
Energie unterscheidet, elektrische Energie zu gewinnen. So können beispielsweise mechanische
Kräfte oder Schall bzw. Luftströmungseffekte, Licht und Temperatur zur Nutzung für
die elektrische Energiegewinnung herangezogen werden. Beispielsweise können Energieformen,
die durch Betreten eines Raumes durch Personen im Boden bzw. in Wänden des Raumes,
in dem das Möbel steht, wozu Trittschall und Vibrationen gehören, zur Umwandlung über
die Gewinnungsmittel in elektrische Energie genutzt werden.
[0035] Eine weitere vorteilhafte Variante der Erfindung sieht vor, dass die Gewinnungsmittel
ausgebildet sind, aus einer am bzw. im Möbelkorpus und/oder dem bewegbaren Möbelteil
vorhandenen Energieform, die sich von einer elektrischen Energie unterscheidet, elektrische
Energie zu gewinnen. Damit werden die am Möbel selbst nicht leitungsgebunden vorhandenen
Energieformen nutzbar.
[0036] Auch ist es besonders vorteilhaft, die Bewegungsenergie des im Regelbetrieb bewegten
Möbelteils über die Gewinnungsmittel zur Gewinnung der elektrischen Energie zu nutzen.
Das bewegbare Möbelteil wird im Regelbetrieb über eine technische Antriebseinheit
zum Beispiel über einen Elektromotor zum Antrieb des Aktuators, oder über eine Person
bzw. manuell bedingt bewegt.
[0037] Beispielsweise kann eine Möbelschublade, die durch Herausfahren und Einschieben oder
eine Möbelklappe, die durch Herausschwenken und Einschwenken bewegt wird; die Bewegungsenergie
liefern bzw. davon abgeleitete Energie liefern. Auch eine Berührung des Möbelkorpus
oder des Möbelteils durch eine Person von außen und die damit verbundenen Vibrationen
bzw. Druckkräfte auf das Möbel können für die Energiegewinnung genutzt werden.
[0038] Insbesondere ist es von Vorteil, dass Speichermittel zur Speicherung der von den
Gewinnungsmitteln gewonnenen elektrischen Energie vorhanden sind. So kann beispielsweise
eine ladbare Batterie bzw. ein Akku oder ein Kondensator vorgesehen sein, um mit den
Gewinnungsmitteln gewonnene elektrische Energie zu speichern und insbes, zeitversetzt
wieder an einen Stromverbraucher abzugeben. Die gespeicherte Energie dient insbesondere
zum elektrischen Betrieb des Aktuators und/oder des Aktivators oder einer anderen
strombetriebenen Einrichtung am Möbel.
[0039] Die in den Speichermitteln gespeicherte Energie kann aber auch für den Betrieb anderer
Energieverbraucher bzw. elektrischer Geräte verwendet werden.
[0040] Damit lassen sich vorteilhafterweise auch größere Energiemengen bzw. Spannungen bereitstellen,
was insbesondere bei Aktuatoren zum Bewegen größerer Möbelteile bzw, mit höherer Beladung
notwendig ist.
[0041] Außerdem ist es dabei vorteilhaft, in Phasen, in welchen der Aktuator bzw. der Aktivator
keine elektrische Energie benötigt, die durch die Gewinnungsmittel dann gewonnene
elektrische Energie zu speichern, sodass diese nicht verloren geht.
[0042] Ein weiterer wesentlicher Aspekt der Erfindung liegt darin, dass Audiomittel vorhanden
sind, mit denen der Betrieb des Aktuators abhängig von einem im Möbelkorpus und/oder
im Möbelteil detektierbaren Körperschall auslösbar ist. Insbesondere ist es dabei
vorteilhaft, dass abhängig von einem Körperschall, der beispielsweise durch eine Bedienaktion
von außen bedingt ist, also beispielsweise ein Einwirken auf das Möbel durch eine
Person, das Auslösen des Aktuators möglich ist. Dies stellt eine besonders elegante
Variante einer Auslöseaktion zum angetriebenen Bewegen des Möbelteils dar.
[0043] Besonders vorteilhaft ist es, dass die Audiomittel Klangelemente umfassen, welche
abhängig von der Bedienaktion einen Körperschall im Möbelkorpus und/oder im Möbelteil
erzeugen, welcher von einer Kontrolleinheit, welche den Betrieb des Aktuators kontrolliert,
erfassbar und verarbeitbar ist. So kann vorteilhafter Weise über die Klangelemente
ein Körperschall erzeugt werden, über welchen gezielt die Kontrolleinheiten und damit
der Betrieb des Aktuators auslösbar ist,
[0044] Weiter wird vorgeschlagen, dass gemäß einer vorteilhaften Erfindungsvariante die
Kontrolleinheit ausgebildet ist, auf ein hinterlegtes vorgebbares Profil eines Körperschalls
im Möbelkorpus und/oder im Möbelteil für die Kontrolle des Betriebs des Aktuators
zurückzugreifen. Das Profil ist insbesondere in der Kontrolleinheit hinterlegt, beispielsweise
in bzw. auf entsprechenden Speichermitteln. Damit ist vorteilhafterweise ein Vergleich
eines hinterlegten Profils mit einem detektierbaren Profil möglich, was z. B. mit
Hilfe einer Recheneinheit der Kontrolleinheit erfolgt, wobei insbesondere bei Übereinstimmung
des erfassten Profils und eines hinterlegten Profils, wobei sich die Übereinstimmung
zumindest in einem vorgebbaren Maß bewegen muss, dies erkannt und der Aktuator angesteuert
bzw. ausgelöst wird. So ist es vorteilhaft möglich, bewusst vorgegebene Aktionen von
außen auf das Möbel für die Auslösung des Aktuators zu nutzen. Die hinterlegten Profile
können z. B. mit einem Einlesevorgang erzeugt werden.
[0045] Andererseits wird ein versehentliches Einwirkung von außen auf das Möbel, beispielsweise
ein unbewusstes oder ungewolltes Anstoßen am Möbel, hingegen nicht zu einem Auslösen
des Aktuators führen, was gewünscht ist. Denn dann wird keine bzw. keine ausreichend
hohe Übereinstimung zwischen dem hinterlegten bzw. bewusst vorgegebenen Profil und
dem erfassten Profil aufgrund des Anstoßens erzielt. Die entsprechenden Kontrollvorgänge
werden vorteilhaft von der Kontrolleinheit kontrolliert bzw. umgesetzt.
[0046] Es ist schließlich auch vorteilhaft, dass die Kontrolleinheit ausgebildet ist, ein
Ist-Profil eines im Möbelkorpus und/oder im Möbelteil existierenden Körperschalls
zu detektieren und den Aktuator abhängig von einem Vergleich mit einem in der Kontrolleinheit
hinterlegten Referenz-Profil eines Körperschalls im Möbelkorpus und/oder im Möbelteil
anzusteuern. Somit kann ganz gezielt der Aktuator und damit die Bewegung des Möbelteils
durch vorgebbare Referenz-Profile von einem Körperschall geregelt bzw. kontrolliert
werden.
[0047] Dies ist im Hinblick auf eine bequeme und problemlose Bedienung des Möbels von Vorteil.
[0048] Die Erfindung betrifft schließlich auch ein Möbel mit einer Vorrichtung gemäß einer
der oben genannten Ausführungsarten.
[0049] Damit lassen sich die im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung erläuterten
Vorteile an einem erfindungsgemäßen Möbel realisieren.
Figurenbeschreibung
[0050] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung sind anhand schematisch dargestellter
Ausführungsbeispiele der Erfindung näher erläutert.
[0051] Dabei sind teils die gleichen Bezugszeichen für sich entsprechende Teile der unterschiedlichen
Ausführungsbeispiele verwendet.
[0052] Die Figuren 1 bis 3 zeigen stark schematisiert jeweils ein erfindungsgemäßes Möbel
bzw. eine erfindungsgemäße Vorrichtung an einem Möbel. Darin ist lediglich eine von
zwei gegenüberliegenden Seitenwänden des Möbels gezeigt bzw. sind weitere Details
nicht dargestellt.
[0053] Figur 1 betrifft ein erfindungsgemäßes Möbel 1 bzw. eine erfindungsgemäße Vorrichtung
2 zur Bewegungskontrolle eines als Möbelklappe 3 ausgebildeten bewegbaren Möbelteils.
Ausgehend vom gezeigten Schließzustand ist die Möbelklappe 3 über als Scharnier 4
ausgebildete Führungsmittel relativ zu einem feststehenden Möbelkorpus 5 des Möbels
1 um eine zur Zeichenebene senkrechte Lagerachse 6 in Richtung P1 bzw. dazu entgegengesetzt
schwenkbar aufgenommen. Teile der Vorrichtung 2 sind dabei sowohl im oberen als auch
im unteren Bereich des Möbelkorpus 5 vorhanden. Das oben am Möbel 1 angeordnete Scharnier
4 umfasst beispielsweise zwei zwischen dem Möbelkorpus 5 bzw. einer Seitenwand 5a
des Möbelkorpus 5 und der Möbelklappe 3 gelenkig wirkende Scharnierelemente 4a und
4b.
[0054] In den Figuren 1 bis 3 ist die zum Möbelkorpus 5 geschlossene Stellung der Möbelklappe
3 dargestellt. Zwischen einer Innenseite 3a der Möbelklappe 3 und einer Stirnseite
5b des Möbelkorpus 5 ist dabei ein Schließspalt 7 mit einer Breite a ausgebildet.
[0055] Die Scharnierelemente 4a und 4b bzw. das Scharnier 4 bilden einen elektrisch betreibbaren
Aktuator der Vorrichtung 2, wobei hierfür ein auf das Scharnier wirkender Elektromotor
8 vorgesehen ist, so dass die Möbelklappe 3 relativ zum Möbelkorpus 5 angetrieben
verschwenkbar ist. Die Vorrichtung 2 umfasst außerdem eine Kontrolleinheit 9 zur Kontrolle
des Betriebs des Scharniers 4 bzw. des Elektromotors 8. Die Kontrolleinheit 9 umfasst
insbesondere eine Rechner- bzw. Computereinheit und Speichermittel.
[0056] Für die Initiierung bzw. das Auslösen einer angetriebenen Öffnungsbewegung der Möbelklappe
3 gemäß Bewegungspfeil P1 aus der in Figur 1 gezeigten Schließstellung mittels des
Aktuators bzw. des Scharniers 4, kann ein Nutzer auf eine Frontseite 3b der Möbelklappe
3 durch Druck gemäß des Kraftpfeils F einwirken und so die Möbelklappe 3 geringfügig
entgegen der Richtung P1 verschwenken. Dabei kommt die Innenseite 3a der Möbelklappe
3 in Kontakt mit einem im unteren Bereich des Möbels 1 aufgenommenen versetzbaren
Betätigungselement 10 bzw. Schaltelement der Vorrichtung 2. Das Betätigungselement
10 ist über eine vorgespannte Feder 11, die gegen das Betätigungselement 10 drückt,
gemäß des Doppelpfeils P2 geringfügig versetzbar. Mit dem Betätigungselement 10 sind
Audiomittel gekoppelt, um den Betrieb des Aktuators abhängig von einem im Möbel 1
detektierbaren Körperschall auszulösen und die Möbelklappe 3 zum Beispiel angetrieben
zu öffnen. Die Audiomittel umfassen Klangelemente, die hier beispielhaft ein auf einer
Seite gezackt bzw. geriffelt ausgebildetes mechanisches Bauteil 12 am Betätigungselement
10 und ein damit zusammenwirkendes weiteres mechanischen Bauteil 13, das relativ zum
Möbelkorpus 5 fixiert ist, umfassen. Bei einer Versetzbewegung des Betätigungselements
10 durch Eindrücken der Möbelklappe 3 wird das Bauteil 12 mit seiner geriffelten Seite
an einer ebenfalls geriffelten Seite des Bauteils 13 reibend vorbeibewegt. Dabei entsteht
ein Körperschall im Möbel 1. Der Körperschall wird von der Kontrolleinheit bzw. einer
Einheit 14 erfasst, die Sensormittel zum Beispiel ein Mikrophon 15 umfasst. Der erfasste
Körperschall kann als Auslösesignal zum Antrieb des Aktuators bzw. des Scharniers
4 dienen und/oder als nicht leitungsgebundene vorhandene Energieform über Gewinnungsmittel
in elektrische Energie umgewandelt und genutzt werden.
[0057] Figur 2 unterscheidet sich von der Anordnung gemäß Figur 1 allein durch die Vorrichtung
16 zur Bewegungskontrolle der Möbelklappe 3. Die Vorrichtung 16 umfasst einen Funkschalter
FS mit einem Piezoelement 17, welches mechanische Energie bzw. die auf das Betätigungselement
10 wirkende Druckkraft durch Eindrücken der Möbelklappe 3 gemäß der Kraft F in elektrische
Energie umwandelt und damit Energie für einen Sender 18 bereitstellt, so dass der
Sender 18 in der Folge ein nicht leitungsgebundenes Signal 19 bzw. Funksignal aussendet.
Das Signal 19 wird von einer Antenne 20 im oben am Möbel 1 angeordneten Teil der Vorrichtung
16 erfasst und der Kontrolleinheit 9 zugeführt. Die Kontrolleinheit 9 gibt daraufhin
den Befehl zum über den Elektromotor 8 angetriebenen Bewegen des Scharniers 4 und
damit zum Aufschwenken der Möbelklappe 3.
[0058] Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 1 umfasst ein Aktivator, der zum Auslösen
des Aktuators dient, das Betätigungselement 10 und die Klangelemente 12 und 13 bzw.
gemäß Figur 2 das Piezoelement und den Sender 18.
[0059] Eine weitere alternative erfindungsgemäße Anordnung zeigt Figur 3, die sich allein
durch die Vorrichtung 21 zur Bewegungskontrolle der Möbelklappe 3 von den anderen
beiden Ausführungsbeispielen gemäß Figur 1 und 2 unterscheidet. Hier weist der Aktivator
einen mit dem Betätigungselement 10 zusammenwirkenden RFID-Chip 22 auf, welcher von
der Kontrolleinheit 9 durch ein erzeugtes elektromagnetisches Feld 23 abgefragt und
gleichzeitig mit Energie versorgt wird. Bei einem Eindrücken der Möbelklappe 3 gemäß
des Kraftpfeils F wird auf das Betätigungselement 10 eingewirkt, was zur Folge hat,
dass dies über den RFID-Chip 22 von der Kontrolleinheit 9 registriert wird. Durch
die Kontrolleinheit 9 ausgelöst wird in der Folge über den Elektromotor 8 das Scharnier
4 angetrieben bewegt und die Möbelklappe 3 aufgeschwenkt.
Bezugszeichen:
[0060]
- 1
- Möbel
- 2
- Vorrichtung
- 3
- Möbelklappe
- 3a
- Innenseite
- 3b
- Frontseite
- 4
- Scharnier
- 4a
- Scharnierelement
- 4b
- Scharnierelement
- 5
- Möbelkorpus
- 5a
- Seitenwand
- 5b
- Stirnseite
- 6
- Lagerachse
- 7
- Schließspalt
- 8
- Elektromotor
- 9
- Kontrolleinheit
- 10
- Betätigungselement
- 11
- Feder
- 12
- Bauteil
- 13
- Bauteil
- 14
- Einheit
- 15
- Mikrophon
- 16
- Vorrichtung
- 17
- Piezoelement
- 18
- Sender
- 19
- Signal
- 20
- Antenne
- 21
- Vorrichtung
- 22
- RFID-Chip
- 23
- elektromagnetisches Feld
1. Vorrichtung (2, 16, 21) zur Bewegungskontrolle eines an einem Möbelkorpus (5) bewegbar
aufgenommenen Möbelteils (3), wobei die Vorrichtung einen elektrisch betreibbaren
Aktuator (4) umfasst, so dass im montierten Zustand der Vorrichtung abhängig von dem
Betrieb des Aktuators (4) das Möbelteil (3) relativ zum Möbelkorpus (5) mittels des
Aktuators (4) angetrieben bewegbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass Gewinnungsmittel zur Gewinnung elektrischer Energie aus einer in der Umgebung der
Gewinnungsmittel nicht leitungsgebunden vorhandenen Energieform vorgesehen sind, wobei
die Gewinnungsmittel zur elektrischen Energieversorgung eines vorhandenen elektrisch
arbeitenden Aktivators (17, 18, 20; 22) ausgebildet sind und wobei der Aktivator (17,
18, 20; 22) zum Auslösen des Betriebs des Aktuators (4) durch eine Bedienaktion von
außen vorgesehen ist.
2. Vorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, insbesondere nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Gewinnungsmittel zur Gewinnung elektrischer Energie aus einer in der Umgebung der
Gewinnungsmittel nicht leitungsgebunden vorhandenen Energieform vorgesehen sind, wobei
die Gewinnungsmittel zur elektrischen Energieversorgung des Aktuators ausgebildet
sind.
3. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewinnungsmittel ein Umwandlungselement umfassen, das derart ausgebildet ist,
bei Krafteinwirkung auf das Umwandlungselement elektrische Energie zu erzeugen.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewinnungsmittel einen Funkschalter mit einem Piezoelement (17) aufweisen.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewinnungsmittel derart ausgestaltet sind, aus einem hochfrequenten elektromagnetischen
Wechselfeld elektrische Energie zu erzeugen.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Gewinnungsmittel einen Transponder mit einer Antenne umfassen, so dass bei Vorhandensein
eines hochfrequenten elektromagnetischen Wechselfeldes die Hochfrequenzenergie zur
Gewinnung von elektrischer Energie dient.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewinnungsmittel mechanische Bauteile (12, 13) umfassen, welche derart ausgebildet
sind, bei einem Einwirken von außen auf einen Körper einen Körperschall im Möbelkorpus
(5) und/oder dem bewegbar aufgenommenen Möbelteil (3) zu erzeugen.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewinnungsmittel ausgestaltet sind, einen dem Möbelkorpus (5) und/oder dem bewegbar
aufgenommenen Möbelteil (3) zuordenbaren Körperschall für die Erzeugung elektrischer
Energie zu nutzen.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewinnungsmittel ausgebildet sind aus thermischer Energie elektrische Energie
zu gewinnen.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewinnungsmittel ausgebildet sind, aus einer im Nahbereich außerhalb des Möbelkorpus
vorhandenen Energieform, die sich von einer elektrischen Energie unterscheidet, elektrische
Energie zu gewinnen.
11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewinnungsmittel ausgebildet sind, aus einer am bzw, im Möbelkorpus (5) und/oder
dem bewegbaren Möbelteil (3) vorhandenen Energieform, die sich von einer elektrischen
Energie unterscheidet, elektrische Energie zu gewinnen.
12. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Speichermittel zur Speicherung der von den Gewinnungsmitteln gewonnenen elektrischen
Energie vorhanden sind.
13. Vorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, insbesondere nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Audiomittel vorhanden sind, mit denen der Betrieb des Aktuators abhängig von einem
im Möbelkorpus und/oder im Möbelteil detektierbaren Körperschall auslösbar ist.
14. Vorrichtung nach Anspruchs 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Audiomittel Klangelemente (12, 13) umfassen, welche abhängig von der Bedienaktion
einen Körperschall im Möbelkorpus (5) und/oder im Möbelteil (3) erzeugen, welcher
von einer Kontrolleinheit (9), welche den Betrieb des Aktuators (4) kontrolliert,
erfassbar und verarbeitbar ist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 13 oder Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontrolleinheit ausgebildet ist, auf ein hinterlegtes vorgebbares Profil eines
Körperschalls im Möbelkorpus und/oder im Möbelteil für die Kontrolle des Betriebs
des Aktuators zurückzugreifen.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontrolleinheit ausgebildet ist, ein Ist-Profil eines im Möbelkorpus und/oder
im Möbelteil existierenden Körperschalls zu detektieren und den Aktuator abhängig
von einem Vergleich mit einem in der Kontrolleinheit hinterlegten Referenz-Profil
eines Körperschalls im Möbelkorpus und/oder im Möbelteil anzusteuern,
17. Möbel mit einer Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche.