[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Fingerhandschuh, insbesondere Torwarthandschuh,
mit einem Innenhandteil und einem Außenhandteil, wobei Innenhandteil und Außenhandteil
entweder direkt miteinander oder mit einem zwischen Innenhandteil und Außenhandteil
angeordneten Schichtel durch Nähte miteinander verbunden sind, so dass wenigstens
ein vorderer Zeigefingerbereich, ein vorderer Mittelfingerbereich, ein vorderer Ringfingerbereich
und ein vorderer Kleinfingerbereich mit vorderen Nähten und wenigstens ein hinterer
Zeigefingerbereich, ein hinterer Mittelfingerbereich, ein hinterer Ringfingerbereich
und ein hinterer Kleinfingerbereich mit hinteren Nähten gebildet sind.
[0002] Aus dem Dokument
DE 295 17 050 U1 ist ein Torwarthandschuh mit Fingerbereichen bekannt, bei dem ein Oberhandteil und
ein Innenhandteil jeweils einen Tellerbereich, vier vordere Fingerbereiche und einen
Handgelenkbereich bilden. Jeweils zwischen zwei benachbarten vorderen Fingerbereichen
des Ober- und Innenhandteils ist eine Trennung vorgesehen, bei dem das Oberhandteil
über Schichtel und Seitenteile mit dem Innenhandteil verbunden ist. Die Schichtel
und die Seitenteile sind jeweils einerseits an das Oberhandteil und andererseits an
das Innenhandteil angelegt und angenäht und bilden parallel zur Naht eine Randkante.
Beim Oberhandteil sind die Randkanten der Schichtel und der Seitenteile jeweils nach
innen in die Fingerbereiche gelegt.
[0003] Das Dokument
WO 2005/120663 A1 beschreibt einen Torwarthandschuh, insbesondere einen Fußballtorwarthandschuh, mit
wenigstens einem Innenhandteil und wenigstens einem Aussenhandteil, wobei das Innenhandteil
über wenigstens ein Befestigungsmittel mit dem Aussenhandteil reversibel verbindbar
ist.
[0004] Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung,
eine, Fingerhandschuh mit verbesserten Fang- und Greifeigenschaften zu schaffen, der
zudem gute Verschleißeigenschaften aufweist und möglichst einfach zu fertigen ist
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe schafft die vorliegende Erfindung einen Fingerhandschuh
der vorgenannten Art, der dadurch gekennzeichnet ist, dass zumindest eine vordere
Naht in einem vorderen Fingerbereich (oder: Fingerspitzenbereich) als außen liegende
(oder: positive) Naht ausgebildet ist und wobei zumindest eine vordere Naht oder eine
hintere Naht als innen liegende (oder: negative) Naht oder als überlappende Naht ausgebildet
ist.
[0006] Die nach außen liegende oder auch positive Naht im vorderen Fingerbereich erhöht
die taktile Empfindlichkeit im Fingerspitzenbereich. Ein zu greifendes Objekt kann
haptisch und/oder taktil besser wahrgenommen werden. Im Ballsport, beispielsweise
bei Abwürfen eines den Fingerhandschuh tragenden Torwarts kann hierdurch das Ballgefühl
verbessert werden. Als außen liegende Naht soll hier eine Naht verstanden werden,
welche zwei nach außen geschlagene Kanten miteinander verbindet, wohingegen eine nach
innen liegende Naht zwei nach innen geschlagene Kanten verbinden soll. Unter einer
überlappenden Naht soll hingegen eine Naht verstanden werden, die zwei sich überlappende
Kanten von zu verbindenden Bereichen miteinander verbindet. Ferner kann eine erfindungsgemäße
Ausgestaltung eines Handschuhs sowohl in der Handfläche benachbarten Bereichen als
auch in dem Handrücken naheliegenden Bereichen vorteilhaft sein.
[0007] In einer Ausgestaltung der Erfindung ist der Innenhandteil mit dem Außenhandteil
in den Fingerbereichen über wenigstens einen Schichtel verbunden, insbesondere so
dass Innenhandteil und Außenhandteil jeweils mit dem Schichtel vernäht sind und so
einen Fingeraufnahmeraum formen.
[0008] Durch die Schichtel wird die Atmungsaktivität des Handschuhs verbessert. Die Transpiration
der Hand wird somit vermindert und die Passung des Handschuhs an der Hand und der
feste Sitz des Handschuhs verbessern sich.
[0009] In einer weitere Ausgestaltung der Erfindung verbinden die vorderen Nähte und die
hinteren Nähte den Schichtel mit dem Innenhandteil, insbesondere so, dass eine vordere
Zeigefingernaht, eine vordere Mittelfingernaht, eine vordere Ringfingernaht und eine
vordere Kleinfingernaht vorgesehen sind und/oder dass eine hintere Zeigefingernaht,
eine hintere Mittelfingernaht, eine hintere Ringfingernaht und eine hintere Kleinfingernaht
vorgesehen sind.
[0010] Bei einer derartigen Ausgestaltung der Erfindung erstreckt sich der Schichtel entlang
der gesamten Fingerbereiche bis nahe an die Fingerbeugen. Die atmungsaktive Oberfläche
des Fingerhandschuhs wird dabei optimiert.
[0011] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind die vordere Zeigefingernaht und
die vordere Kleinfingernaht als außen liegende Naht ausgebildet sind und dass die
vordere Mittelfingernaht und die vordere Ringfingernaht als innen liegende Naht ausgebildet
sind, und wobei insbesondere die hintere Zeigefingernaht, die hintere Mittelfingernaht,
die hintere Ringfingernaht und die hintere Kleinfingernaht als innen liegende Naht
ausgebildet sind.
[0012] Die Ausbildung der vorderen Zeigefingernaht und der vorderen Kleinfingernaht als
außen liegende ermöglichen in an den Fingerspitzen von Zeigefinger und Kleinfinger
ein besseres Gefühl für das zu greifende Objekt, bspw. einen Ball. Zudem entsteht
durch die außen liegende Naht ein Materialüberstand, der sich zusätzlich an das Objekt
anschmiegt und so das Gefühl eines sicheren Griffs vermittelt. Indem die weiteren
Nähte innen liegend ausgebildet sind, sind diese besser gegen Verschleiß und Zerstörung
geschützt.
[0013] In einer alternativen Ausführung der Erfindung sind die vordere Zeigefingernaht,
die vordere Mittelfingernaht, die vordere Ringfingernaht und die vordere Kleinfingernaht
als außen liegende Naht ausgebildet, wobei insbesondere die hintere Zeigefingernaht,
die hintere Mittelfingernaht, die hintere Ringfingernaht und die hintere Kleinfingernaht
als innen liegende Naht ausgebildet sind.
[0014] In dieser Ausgestaltung der Erfindung ist die Taktilität an allen Fingerspitzen verbessert.
Zudem mutet die Fangfläche des Handschuhs in den vorderen Fingerbereichen vergrößert
an, wodurch ein eventueller Gegenspieler die tatsächliche Fangfläche des Handschuhs
überschätzt und in seiner Zielgenauigkeit beeinflusst wird. Die entstehenden Überstände
an den Nähten schmiegen sich bspw. beim Halten eines Balles an diesen an, so dass
ein verbessertes und sicheres Haltegefühl entsteht.
[0015] In einer weiteren alternativen Ausführung der Erfindung sind die vordere Mittelfingernaht,
die hintere Mittelfingernaht, die vordere Ringfingernaht und die hintere Ringfingernaht
als außen liegende Naht ausgebildet und wobei die vordere Zeigefingernaht und die
vordere Kleinfingernaht als innen liegende Naht ausgebildet sind, wobei insbesondere
die hintere Zeigefingernaht und die hintere Kleinfingernaht als außen liegende Naht
ausgebildet sind.
[0016] Auf diese Weise sind die Fingerbereiche des Mittelfingers und des Ringfingers durchgehend
als außen liegende Naht ausgebildet. Diese Ausgestaltung des Handschuhs ist besonders
bei Abwürfen vorteilhaft, da der Ball beim Abwurf über Mittel- und Ringfinger geschnellt
wird, wobei durch die Überstände der außen liegenden Naht eine Art Führung entsteht,
die die Genauigkeit des Abwurfs erhöhen kann. Zugleich sind die besonders von Verschleiß
betroffenen Fingerspitzen des Zeigefingers und des Kleinfingers durch ihre innen liegenden
Nähte geschützt.
[0017] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung eine innen liegende hintere Kleinfingernaht
in einem Übergangsbereich in eine Handkantennaht des Handschuhs übergeht, insbesondere
wobei in dem Übergangsbereich die Vernähung des Innenhandteils mit dem Schichtel in
eine Vernähung des Innenhandteils mit dem Außenhandteil übergeht, und wobei die Handkantennaht
innen liegend ausgebildet ist.
[0018] Insbesondere bei Fußballtorhütern ist die Handkante und die Handkantennaht des Fingerhandschuhs
besonders beansprucht, da Landungen oder Stürze nach Abwehraktionen häufig durch Abrollen
auf dem Boden abgefangen werden, wobei die Außenseiten des Ellenbogens und der Hand
als Abrollfläche dienen. Durch eine innen liegende Kleinfingernaht in Verbindung mit
einer innen liegenden Handkantennaht, sind diese Bereiche des Handschuhs besonders
geschützt.
[0019] In einer alternativen Ausgestaltung der Erfindung geht eine außen liegende hintere
Kleinfingernaht in einem Übergangsbereich in eine Handkantennaht des Handschuhs über,
insbesondere wobei in dem Übergangsbereich die Vernähung des Innenhandteils mit dem
Schichtel in eine Vernähung des Innenhandteils mit dem Außenhandteil übergeht, und
wobei die Handkantennaht außen liegend ausgebildet ist.
[0020] Liegt eine außen liegende hintere Kleinfingernaht vor, so ist es fertigungstechnisch
vorteilhaft, die Kleinfingernaht in eine ebenfalls außen liegende Handkantennaht übergehen
zu lassen.
[0021] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist wenigstens ein Daumenbereich aus
einem inneren Daumenbereich und einem äußeren Daumenbereich gebildet, wobei innerer
Daumenbereich und äußerer Daumenbereich durch eine Daumennaht miteinander verbunden
sind, insbesondere so, dass die Daumennaht zumindest teilweise außen liegend gebildet
ist, vorzugsweise so, dass die Daumennaht über ihre volle Länge außen liegend gebildet
ist.
[0022] Auf diese Weise ist, insbesondere im Ballsport, die vom Daumenbereich gebildete Auflage-
oder Haltefläche so optimiert, dass der Handschuh eine vorteilhafte Griffigkeit aufweist.
[0023] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weist eine außen liegende Naht einen
Materialüberstand zwischen 2 mm und 4 mm, vorzugsweise von 3 mm auf.
[0024] Eine derartige Dimensionierung des Materialüberstandes gewährleistet, dass das überstehende
Material sich noch gut an einen zu greifenden Gegenstand anschmiegt, ohne bereits
eine Behinderung des Greifenden darzustellen.
[0025] Die Erfindung wird nun anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert, wobei Bezug
auf die beigefügten Zeichnungen genommen wird. Es zeigen jeweils in schematischer
Darstellung
- FIG 1
- eine handtellerseitige Ansicht eines Handschuhs mit den eingezeichneten Schnittebenen
A und B;
- FIG 2
- eine zeigefingerseitige seitliche Ansicht des Handschuhs nach FIG 1;
- FIG 3
- eine Schnittdarstellung gemäß Schnittebene A des Mittelfingerbereichs des Handschuhs
nach FIG 1;
- FIG 4
- eine Schnittdarstellung gemäß Schnittebene B des Mittelfingerbereichs des Handschuhs
nach FIG 1;
- FIG 5
- eine handtellerseitige Ansicht eines Handschuhs in einer alternativen Ausführungsform;
- FIG 6
- eine kleinfingerseitige Ansicht eines Handschuhs nach FIG 5;
- FIG 7
- eine handtellerseitige Ansicht eines Handschuhs in einer weiteren alternativen Ausführungsform;
- FIG 8
- eine kleinfingerseitige Ansicht eines Handschuhs nach FIG 7;
[0026] FIG 1 zeigt eine handtellerseitige Ansicht eines Handschuhs mit einem Innenhandteil
1 und einem nicht sichtbaren Außenhandteil, die teilweise mittelbar und teilweise
unmittelbar miteinander verbunden sind.
[0027] Der Innenhandteil 1 umfasst einen Tellerbereich 2 sowie die Fingerbereiche der verschiedenen
Finger, also einen Zeigefingerbereich mit einem vorderen Zeigefingerbereich 3a und
einem hinteren Zeigefingerbereich 3b, einen Mittelfingerbereich mit einem vorderen
Mittelfingerbereich 4a und einem hinteren Mittelfingerbereich 4b, einen Ringfingerbereich
mit einem vorderen Mittelfingerbereich 5a und einem hinteren Ringfingerbereich 5b
sowie einem Kleinfingerbereich mit einem vorderen Kleinfingerbereich 6a und einem
hinteren Kleinfingerbereich 6b. Außerdem ist ein Daumenbereich vorgesehen mit einem
inneren Daumenbereich 7 und einem äußeren Daumenbereich 8.
[0028] Der Innenhandteil 1 ist mit dem Außenhandteil in den Fingerbereichen über ein Schichtel
11 miteinander verbunden, d.h. Innenhandteil 1 und Außenhandteil sind jeweils mit
dem Schichtel 11 vernäht. Im Daumenbereich sowie im Handkantenbereich sind Innenhandteil
1 und Außenhandteil unmittelbar miteinander an einer Daumennaht 12 bzw. einer Handkantennaht
18 vernäht.
[0029] Der Innenhandteil 1 ist beispielsweise im Mittelfingerbereich mit unterschiedlich
ausgebildeten Nähten mit dem Schichtel 11 verbunden. In einem vorderen Mittelfingerbereich
4a ist zwischen Innenhandteil 1 und Schichtel 11 eine vordere Mittelfingernaht 40a
und in einem hinteren Mittelfingerbereich 4b eine hintere Mittelfingernaht 40b gebildet,
wobei der vordere Mittelfingerbereich 4a im Wesentlichen von der vorderen Mittelfingernaht
40a umzogen oder umgeben ist. Der vordere Mittelfingerbereich 4a kann in etwa so dimensioniert
sein, dass, bei getragenem Handschuh, zumindest das erste Fingerglied des Mittelfingers
oder das erste und zweite Fingerglied des Mittelfingers sich im vorderen Mittelfingerbereich
4a befinden und entsprechend das zweite und dritte, bzw. nur das dritte Fingerglied
sich im hinteren Mittelfingerbereich 4b befinden. Die Ausbildung der vorderen Mittelfingernaht
40a und der hinteren Mittelfingernaht 40b ist in dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel
in allen Fingerbereichen gleich, d.h. die vorderen Fingernähte 30a, 40a, 50a, 60a
sind einander gleich ausgebildet und unterscheiden sich von den hinteren Fingernähten
30b, 40b, 50b, 60b.
[0030] FIG 2 zeigt eine zeigefingerseitige seitliche Ansicht des Handschuhs, der Zeigefinger
ist also der dem Betrachter am nächsten liegende Finger. Der Zeigefingerbereich hat
auch hier einen vorderen Zeigefingerbereich 3a und einen hinteren Zeigefingerbereich
3b. In dieser Ansicht ist ein Außenhandteil 13 sichtbar, der sich mit einer Fingerrückennaht
14 an den Schichtel 11 anschließt. Der Schichtel 11 ist mit seiner dem Innenhandteil
1 zugewandten Kante mit dem Innenhandteil 1 vernäht. Diese Naht ist als vordere Zeigefingernaht
30a und als hintere Zeigefingernaht 30b ausgebildet. Der Schichtel 11 erstreckt sich
auf beiden Seiten des Zeigefingerbereichs. Er ist somit in dieser Ansicht einstückig
ausgebildet, es ist jedoch auch möglich jeweils einen Schichtel auf einer Seite des
Zeigefingerbereichs vorzusehen, die dann im Bereich der Fingerspitze miteinander verbunden
werden können. Der Schichtel 11 kann aus einem atmungsaktiven Textil, beispielsweise
Baumwolle bestehen. Der äußere Daumenbereich 8 ist einstückig verbunden mit dem Außenhandteil
13, wobei sich die Fingerrückennaht 14 bis in den Bereich der Daumenbeuge zieht.
[0031] Es sei darauf hingewiesen, dass selbstverständlich auch alle Fingerrückennähte, wie
die Fingerrückennaht 14 erfindungsgemäß gestaltet werden können (nicht in den Figuren
dargestellt). Beispielsweise kann die Fingerrückennaht 14 als vordere Zeigefingernaht
und als hintere Zeigefingernaht ausgebildet sein, wobei die vordere Zeigefingernaht
außen liegend oder positiv ausgebildet ist und die hintere Zeigefingernaht innen liegend
oder negativ ausgebildet sein kann. Demgemäß kann die Erfindung auf alle Fingerrückennähte
an allen Fingern übertragen werden.
[0032] Die folgenden Erläuterungen erfolgen in Bezug auf den Mittelfinger, bzw. den Mittelfingerbereich,
können jedoch auch auf alle weiteren Finger, mit Ausnahme des Daumens übertragen werden.
[0033] FIG 3 zeigt eine Schnittdarstellung gemäß Schnittebene A des Mittelfingerbereichs
des Handschuhs nach FIG 1. Der Mittelfingerbereich des Handschuhs bildet in dieser
Ebene einen hohlen, etwa röhrenförmigen Fingeraufnahmeraum 17, in dem der Mittelfinger
aufgenommen ist, wenn der Handschuh getragen wird. Der Fingeraufnahmeraum 17 ist umschlossen
von dem Außenhandteil 13, Abschnitten der Schichtel 11 und dem vorderen Mittelfingerbereich
4a.
[0034] Der vordere Mittelfingerbereich 4a ist dabei mit den seitlichen Schichteln 11 durch
die vordere Mittelfingernaht 40a vernäht. Die Fingerbereichsrandkanten 16 des vorderen
Mittelfingerbereichs 4a und die benachbart dazu angeordneten Schichtelrandkanten 15
der seitlichen Schichtel 11 sind nach außen gewendet oder geknickt. Die nach außen
gewendeten Bereiche der Schichtelrandkanten 15 und der Fingerbereichsrandkanten 16
sind aufeinandergelegt und miteinander vernäht. Zusätzlich kann hier noch Kleber eingebracht
sein, um die Festigkeit der vorderen Mittelfingernaht 40a zu erhöhen.
[0035] Die Randkanten des Außenhandteils 13 sind nach innen gewendet und mit den ebenfalls
nach innen gewendeten Randkanten der Schichtel 11, die den Schichtelrandkanten 15
gegenüberliegen in Kontakt. Die Fingerrückennaht 14 verläuft durch die aufeinanderliegenden
Randkanten.
[0036] FIG 4 zeigt eine Schnittdarstellung gemäß Schnittebene B des Mittelfingerbereichs
des Handschuhs nach FIG 1, also eine Schnittdarstellung der Nähte im hinteren Mittelfingerbereich
4b. Der Fingeraufnahmeraum 17 ist in diesem Bereich umschlossen von dem Außenhandteil
13, Abschnitten der Schichtel 11 und dem hinteren Mittelfingerbereich 4b. Die hintere
Mittelfingernaht 40b ist gebildet, indem die Fingerbereichsrandkanten 16 des hinteren
Mittelfingerbereichs 4b und die benachbart dazu angeordneten Schichtelrandkanten 15
der seitlichen Schichtel 11 jeweils nach innen umgewendet oder umgeknickt sind. Fingerbereichsrandkanten
16 und Schichtelrandkanten 15 liegen aufeinander und sind miteinander vernäht, so
dass sie die hintere Mittelfingernaht 40b bilden. Auch hier kann die Festigkeit der
Naht durch Kleber unterstützt sein. Die Fingerrückennaht 14 ist im hinteren Mittelfingerbereich
4b auf die gleiche Weise gebildet wie im vorderen Mittelfingerbereich 4a.
[0037] Wie in Zusammenschau mit FIG 1 zu sehen ist, geht die vordere Mittelfingernaht 40a
in die hintere Mittelfingernaht 40b über, indem ein Umschlag der Fingerbereichsrandkanten
16 und der Schichtelrandkanten 15 vorgesehen ist, also diese von außen nach innen
gewendet sind. Ein derartig ausgebildeter Handschuh weist eine vergrößert anmutende
Fangfläche auf. Die nach außen gewendeten Fingerbereichsrandkanten 16 bilden Überstände,
die sich um den Ball legen und eine Erhöhung der Griffsicherheit bieten. Zugleich
sind die eingeschlagenen Nahtbereiche besser vor Verschleiß geschützt.
[0038] Nicht gezeigt sind Ausführungsformen mit einer überlappenden Naht. Mit derartigen
Nähten können bspw. die Fingerbereichskanten 16 und die Schichtelrandkanten 15 verbunden
werden, ohne diese umzuwenden oder umzuschlagen. Fingerbereichskante 16 und Schichtelrandkante
15 werden flach aufeinandergelegt und in den überlappenden Bereichen mittels einer
oder mehrerer Nähte verbunden.
[0039] FIG 5 zeigt eine handtellerseitige Ansicht eines Handschuhs in einer alternativen
Ausführungsform. In dieser Ausführungsform liegen vier vordere Fingerbereiche 3a,
4a, 5a, 6a und vier hintere Fingerbereiche 3b, 4b, 5b, 6b vor. Die Fingerbereiche
3a, 4a, 5a, 6a, 3b, 4b, 5b, 6b sind auch hier über entsprechende Nähte 30a, 40a, 50a,
60a, 30b, 40b, 50b, 60b mit den Schichteln 11 verbunden.
[0040] In den vorderen und hinteren Mittelfingerbereichen 4a, 4b, den vorderen und hinteren
Ringfingerbereichen 5a, 5b sind die vordere und hintere Mittelfingernaht 40a, 40b
und die vordere und hintere Ringfingernaht 50a, 50b durchgehend nach außen gewendet
ausgebildet. Das heißt, die Fingerbereichsrandkanten 16 und der Schichtelrandkanten
15 sind durchgehend nach außen gewendet und es ist kein Umschlag nach innen vorgesehen.
[0041] Am hinteren Zeigefingerbereich 3b und am hinteren Kleinfingerbereich 6b sind hintere
Zeigefingernaht 30b und hintere Kleinfingernaht 60b ebenfalls nach außen gewendet
ausgebildet. Im vorderen Zeigefingerbereich 3a und im vorderen Kleinfingerbereich
6a sind die vordere Zeigefingernaht 30a und vordere Kleinfingernaht 60a nach innen
gewendet ausgebildet, wobei die entstehenden Umschläge jeweils im Übergangsbereich
von vorderem zu hinterem Fingerbereich entstehen. Die hintere Kleinfingernaht 60b
liegt somit nach außen gewendet vor und geht ohne Umschlag in die Handkantennaht 18
über.
[0042] Aufgrund dieser Ausbildung der Nähte sind Zeigefingerbereiche und Kleinfingerbereiche
des Handschuhs besonders taktil empfindlich gestaltet, wohingegen die Mittelfingerbereiche
und die Ringfingerbereiche eine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen Stöße und eine
vergrößert anmutende Fangfläche bieten. Besonders vorteilhaft ist eine solche Gestaltung
des Handschuhs, wenn ein Kompromiss gefunden werden soll zwischen einer möglichst
guten Fangfunktion und möglichst guten Abwurfeigenschaften, da bei Abwürfen üblicherweise
die Flugrichtung des Balls über Zeigefinger und Kleinfinger gesteuert wird und daher
eine höhere taktile Empfindlichkeit an diese Fingern gegenüber Mittelfinger und Ringfinger
vorteilhaft ist.
[0043] FIG 6 zeigt eine kleinfingerseitige Ansicht eines Handschuhs gemäß dem Ausführungsbeispiel
nach FIG 5. Innerer Daumenbereich 7 und äußerer Daumenbereich 8 sind hierbei über
eine Daumennaht 12 verbunden. Der vordere Ringfingerbereich 5a ist über die nach außen
gewendete vordere Ringfingernaht 50a mit einem der Schichtel 11 verbunden, wohingegen
die vordere Kleinfingernaht 6a mittels der nach innen gewendeten vorderen Kleinfingernaht
60a mit einem der
[0044] Schichtel 11 verbunden ist. Das Außenhandteil 13 ist mittels der Handkantennaht 18
mit dem Tellerbereich 2 des Innenhandteils 1 vernäht. Die hintere Kleinfingernaht
60b ist nach außen gewendet ausgebildet und verläuft entlang des zugeordneten Schichtels
11 bis sie am Ende des Schichtels 11 direkt in die Außenhandteil 13 und Innenhandteil
1 verbindende Handkantennaht 18 übergeht. Auch durch die nach außen gewendete Handkantennaht
18 in Verbindung mit der nach außen gewendeten, hinteren Kleinfingernaht 60b wird
der Eindruck einer vergrößerten Fangfläche des Handschuhs verstärkt.
[0045] FIG 7 zeigt eine handtellerseitige Ansicht eines Handschuhs in einer weiteren alternativen
Ausführungsform. Auch in dieser Ausführungsform liegen vier vordere Fingerbereiche
3a, 4a, 5a, 6a und vier hintere Fingerbereiche 3b, 4b, 5b, 6b vor. Die Fingerbereiche
3a, 4a, 5a, 6a, 3b, 4b, 5b, 6b sind auch hier über entsprechende Nähte 30a, 40a, 50a,
60a, 30b, 40b, 50b, 60b mit den Schichteln 11 verbunden.
[0046] Am vorderen Zeigefingerbereich 3a und am vorderen Kleinfingerbereich 6a sind vordere
Zeigefingernaht 30a und vordere Kleinfingernaht 60a nach außen gewendet ausgebildet.
Alle weiteren Fingernähte 30b, 40a, 40b, 50a, 50b und 60b sind nach innen gewendet
gestaltet. Insbesondere die hintere Kleinfingernaht 60b liegt somit nach innen gewendet
vor und geht ohne Umschlag in die Handkantennaht 18 über, die ebenfalls nach innen
gewendet ausgebildet ist. Eine derartige Gestaltung ist bei Torhütern mit verhältnismäßig
kleinen Händen vorteilhaft, da durch die vergrößerten Fangflächen der äußeren Finger,
also Zeigefinger und Kleinfinger in Zusammenwirkung mit der nach außen gewendeten
Daumennaht 12 eine vergrößerte Fangfläche oder Greiffläche des Handschuhs entsteht.
Der Ball kann somit optimal in dem Handschuh gehalten werden.
[0047] FIG 8 zeigt eine kleinfingerseitige Ansicht eines Handschuhs nach FIG 7. Im vorderen
Kleinfingerbereich 6a ist die vordere Kleinfingernaht 60a nach außen gewendet ausgebildet
und verbindet den Kleinfingerbereich 6a mit dem Schichtel 11. Im hinteren Kleinfingerbereich
6b ist die hintere Kleinfingernaht 60b nach innen gewendet ausgebildet. Der Außenhandteil
ist im Bereich von vorderem und hinterem Kleinfingerbereich 6a, 6b mittels einer Fingerrückennaht
20 mit dem Schichtel 11 verbunden. Im Bereich des Übergangs der von hinterem Kleinfingerbereich
6b zu Tellerbereich 2 endet der Schichtel 11 und die Fingerrückennaht 20 geht in die
Handkantennaht 18 über, die Außenhandteil 13 und Innenhandteil 1 miteinander verbindet.
[0048] Der vordere Ringfingerbereich 5a weist eine vordere Ringfingernaht 50a auf, die nach
innen gewendet ausgebildet ist. Die vordere Ringfingernaht 50a verbindet dabei den
vorderen Ringfingerbereich 5a mit einem Schichtel 11. Die in den Ringfingerbereichen
vorgesehene Fingerrückennaht ist ebenfalls einwärts gewendet ausgebildet.
[0049] In der Figur ist erkennbar, dass im vorderen Kleinfingerbereich 6a durch die außen
liegende vordere Kleinfingernaht 60a ein Materialüberstand X gebildet ist zwischen
dem Material des Innenhandteils 1 und dem Schichtel 11. Der Materialüberstand X kann
zwischen 2 mm und 4 mm liegen, besonders vorteilhaft bei 3 mm.
Bezugszeichenliste
[0050]
- 1
- Innenhandteil
- 2
- Tellerbereich
- 3a
- vorderer Zeigefingerbereich
- 30a
- vordere Zeigefingernaht
- 3b
- hinterer Zeigefingerbereich
- 30b
- hintere Zeigefingernaht
- 4a
- vorderer Mittelfingerbereich
- 40a
- vordere Mittelfingernaht
- 4b
- hinterer Mittelfingerbereich
- 40b
- hintere Mittelfingernaht
- 5a
- vorderer Ringfingerbereich
- 50a
- vordere Ringfingernaht
- 5b
- hinterer Ringfingerbereich
- 50b
- hintere Ringfingernaht
- 6a
- vorderer Kleinfingerbereich
- 60a
- vordere Kleinfingernaht
- 6b
- hinterer Kleinfingerbereich
- 60b
- hintere Kleinfingernaht
- 7
- Innerer Daumenbereich
- 8
- Äußerer Daumenbereich
- 9
- Handgelenkbereich
- 10
- Laschenklettverschluss
- 11
- Schichtel
- 12
- Daumennaht
- 13
- Oberhandteil
- 14
- Fingerrückennaht
- 15
- Schichtelrandkante
- 16
- Fingerbereichrandkante
- 17
- Fingeraufnahmeraum
- 18
- Handkantennaht
- 19
- Fingerrückennaht
- 20
- Fingerrückennaht
- X
- Materialüberstand
1. Fingerhandschuh, insbesondere Torwarthandschuh, mit einem Innenhandteil (1) und einem
Außenhandteil (13), wobei Innenhandteil (1) und Außenhandteil (13) entweder direkt
miteinander oder mit einem zwischen Innenhandteil (1) und Außenhandteil (13) angeordneten
Schichtel (11) durch Nähte (30a,b; 40a,b; 50a,b; 60a,b; 12, 18, 19, 20) miteinander
verbunden sind, so dass wenigstens ein vorderer Zeigefingerbereich (3a), ein vorderer
Mittelfingerbereich (4a), ein vorderer Ringfingerbereich (5a) und ein vorderer Kleinfingerbereich
(6a) mit vorderen Nähten (30a, 40a, 50a, 60a) und wenigstens ein hinterer Zeigefingerbereich
(3b), ein hinterer Mittelfingerbereich (4b), ein hinterer Ringfingerbereich (5b) und
ein hinterer Kleinfingerbereich (6b) mit hinteren Nähten (30b, 40b, 50b, 60b) gebildet
sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest eine vordere Naht (30a, 40a, 50a, 60a,) in einem vorderen Fingerbereich
(3a; 4a; 5a; 6a) als außen liegende Naht ausgebildet ist und wobei zumindest eine
vordere Naht (30a, 40a, 50a, 60a) oder eine hintere Naht (30b, 40b, 50b, 60b) als
innen liegende Naht oder als überlappende Naht ausgebildet ist.
2. Handschuh nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Innenhandteil (1) mit dem Außenhandteil (13) in den Fingerbereichen (3a,b; 4a,b;
5a,b; 6a,b) über wenigstens einen Schichtel (11) verbunden ist, insbesondere so dass
Innenhandteil (1) und Außenhandteil (13) jeweils mit dem Schichtel (11) vernäht sind
und so einen Fingeraufnahmeraum (17) formen.
3. Handschuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die vorderen Nähte (30a, 40a, 50a, 60a) und die hinteren Nähte (30b, 40b, 50b, 60b)
den Schichtel (11) mit dem Innenhandteil (1) verbinden, insbesondere so, dass eine
vordere Zeigefingernaht (30a), eine vordere Mittelfingernaht (40a), eine vordere Ringfingernaht
(50a) und eine vordere Kleinfingernaht (50b) vorgesehen sind und/oder dass eine hintere
Zeigefingernaht (30b), eine hintere Mittelfingernaht (40b), eine hintere Ringfingernaht
(50b) und eine hintere Kleinfingernaht (60b) vorgesehen sind.
4. Handschuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die vordere Zeigefingernaht (30a) und die vordere Kleinfingernaht (60a) als außen
liegende Naht ausgebildet sind und dass die vordere Mittelfingernaht (40a) und die
vordere Ringfingernaht (50a) als innen liegende Naht ausgebildet sind, und wobei insbesondere
die hintere Zeigefingernaht (30b), die hintere Mittelfingernaht (40b), die hintere
Ringfingernaht (50b) und die hintere Kleinfingernaht (60b) als innen liegende Naht
ausgebildet sind.
5. Handschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die vordere Zeigefingernaht (30a), die vordere Mittelfingernaht (40a), die vordere
Ringfingernaht (50a) und die vordere Kleinfingernaht (60a) als außen liegende Naht
ausgebildet sind, wobei insbesondere die hintere Zeigefingernaht (30b), die hintere
Mittelfingernaht (40b), die hintere Ringfingernaht (50b) und die hintere Kleinfingernaht
(60b) als innen liegende Naht ausgebildet sind.
6. Handschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die vordere Mittelfingernaht (40a), die hintere Mittelfingernaht (40b), die vordere
Ringfingernaht (50a) und die hintere Ringfingernaht (50b) als außen liegende Naht
ausgebildet sind und wobei die vordere Zeigefingernaht (30a) und die vordere Kleinfingernaht
(60a) als innen liegende Naht ausgebildet sind, wobei insbesondere die hintere Zeigefingernaht
(30b) und die hintere Kleinfingernaht (60b) als außen liegende Naht ausgebildet sind.
7. Handschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine innen liegende hintere Kleinfingernaht (60b) in einem Übergangsbereich in eine
Handkantennaht (18) des Handschuhs übergeht, insbesondere wobei in dem Übergangsbereich
die Vernähung des Innenhandteils (1) mit dem Schichtel (11) in eine Vernähung des
Innenhandteils (1) mit dem Außenhandteil (13) übergeht, und wobei die Handkantennaht
(18) innen liegend ausgebildet ist.
8. Handschuh nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine außen liegende hintere Kleinfingernaht (60b) in einem Übergangsbereich in eine
Handkantennaht (18) des Handschuhs übergeht, insbesondere wobei in dem Übergangsbereich
die Vernähung des Innenhandteils (1) mit dem Schichtel (11) in eine Vernähung des
Innenhandteils (1) mit dem Außenhandteil (13) übergeht, und wobei die Handkantennaht
(18) außen liegend ausgebildet ist.
9. Handschuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Daumenbereich aus einem inneren Daumenbereich (7) und einem äußeren
Daumenbereich (8) gebildet ist, wobei innerer Daumenbereich (7) und äußerer Daumenbereich
(8) durch eine Daumennaht (12) miteinander verbunden sind, insbesondere so, dass die
Daumennaht (12) zumindest teilweise außen liegend gebildet ist, vorzugsweise so, dass
die Daumennaht (12) über ihre volle Länge außen liegend gebildet ist.
10. Handschuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine außen liegende Naht einen Materialüberstand (X) zwischen 2 mm und 4 mm, vorzugsweise
von 3 mm aufweist.