[0001] Die Erfindung betrifft die Einstellung der Druckwerke an einem Druckzylinder, insbesondere
bei Flexodruckmaschinen, bei denen mehrere Druckwerke um einen Druckzylinder herum
angeordnet sind.
[0002] Bei der Einstellung der einzelnen Druckwerke relativ zum Zentral- bzw. Gegendruckzylinder
(im Folgenden Druckzylinder) werden oft mehrere hundert Meter an Druckbahn verbraucht,
bis die Einstellung des optimalen Druckbildes an allen Druckwerken vorgenommen ist.
Für jeden neuen Druckauftrag ist eine individuelle Beistellung der Druckwerke am Druckzylinder
vorzunehmen, wobei zunächst die Beistellposition festgestellt wird, bei der das Druckwerk
gerade den Druckträger bzw. die Druckbahn berührt. Diese Beistellposition wird als
Kissprint-Position bezeichnet. Ausgehend von dieser Kissprint-Position muss das Druckwerk
abhängig von verschiedenen veränderlichen Einflüssen um weitere 10 bis 200 µm in Richtung
Druckzylinder bewegt werden, um ein brauchbares Farbübertragungsverhalten zu erzeugen.
Die Länge des Weges von 10 bis 200 µm wird entweder durch den Maschinenführer oder
durch zusätzliche Sensorik automatisch ermittelt
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, den Verbrauch an Druckbahn während des Einstellens
der einzelnen Druckwerke zu verringern.
[0004] Bei einer Druckmaschine mit mehreren um einen Druckzylinder angeordneten Druckwerken,
die relativ zum Druckzylinder verstellbar sind, wird eine Kamera zum Aufzeichnen der
auf einer Druckbahn von Druckwerken aufgedruckten Druckbildern vorgesehen,
ein Speicher zum Speichern der aufgenommenen Druckbilder und ein Monitor zur Wiedergabe
der gespeicherten Druckbilder,
wobei an jedem einzelnen Druckwerk (1 bis 6) eine Einstelleinrichtung durch eine Steuereinrichtung
verstellbar ist und jedes einzelne Druckwerk (1 bis 6) durch die Steuereinrichtung
in Stufen relativ zum Druckzylinder verstellbar ist, und wobei die Kamera wenigstens
ein Druckbild in jeder Beistellposition eines jeden Druckwerks aufnimmt und im Speicher
zur Wiedergabe auf dem Monitor abspeichert.
[0005] Die Kamera wird vorteilhafterweise als Zeilenkamera ausgebildet.
[0006] Sie hat vorzugsweise eine höhere Auflösung als der Monitor zur Wiedergabe des von
der Kamera aufgenommenen Druckbildes.
[0007] Erfindungsgemäß wird jedes einzelne Druckwerk aus der Kissprint-Position in vorgegebenen
Schritten an die Druckbahn auf dem Druckzylinder angelegt, wobei durch die in Laufrichtung
der Druckbahn nach dem Druckzylinder angeordnete Kamera jeweils zumindest ein der
jeweiligen Beistell- bzw. Einstellposition entsprechendes Bild aufgenommen und gespeichert
wird, so dass der Maschinenführer anhand eines Monitors die Druckbilder der jeweiligen
Beistellpositionen überprüfen und das jeweils beste Druckbild auswählen kann, worauf
er über ein entsprechendes Signal das jeweilige Druckwerk auf die ausgewählte Beistellposition
einstellt
[0008] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Einstellen einer Druckmaschine, umfassend
mehrere um einen Druckzylinder angeordnete Druckwerke, die relativ zum Druckzylinder
in verschiedene Beistellpositionen verstellbar sind, eine Kamera zum Aufzeichnen der
auf einer Druckbahn von den Druckwerken aufgedruckten Druckbilder, einen Speicher
zum Speichern der aufgenommenen Druckbilder und einen Monitor zur Wiedergabe der gespeicherten
Druckbilder, wobei jedes einzelne Druckwerk in Stufen relativ zum Druckzylinder durch
eine Steuereinrichtung selbsttätig erstellt wird und durch die Kamera wenigsten ein
Druckbild in jeder Beistellposition der Druckwerke aufgenommen und im Speicher abgelegt
wird, und wobei die abgespeicherten Druckbilder für die Ermittlung der optimalen Druckqualität
am Monitor wiedergegeben werden, worauf ein einer bestimmten Beistellposition zugeordnetes
Druckbild manuell ausgewählt und das betreffende Druckwerk gegebenenfalls auf diese
ausgewählte Beistellposition durch ein Signal an die Steuereinrichtung eingestellt
wird.
[0009] Die unterschiedlichen Beistellpositionen in den einzelnen Druckwerken können nacheinander
eingestellt werden, worauf die Einfarben-Druckbilder von einzelnen Druckwerken für
die Wiedergabe am Monitor abgespeichert werden.
[0010] Es ist auch möglich, wenigstens eine Gruppe von Druckwerken gemeinsam in verschiedene
Beistellpositionen zu verstellen und in jeder Beistellposition jeweils wenigstens
ein Mehrfarben-Druckbild für die Begutachtung im Speicher abzulegen.
[0011] Zweckmäßigerweise wird die am Monitor ausgewählte Beistellposition am jeweiligen
Druckwerk eingestellt, nachdem oder noch bevor an allen Druckwerken die optimale Beistellposition
ausgewählt und am jeweiligen Druckwerk eingestellt ist.
[0012] Es kann nach sequentieller Aufzeichnung sämtlicher Druckbilder der Druckwerke durch
die Kamera die Druckmaschine angehalten und die Einstellung der einzelnen Druckwerke
auf optimale Druckqualität bei stillstehender Druckmaschine vorgenommen werden.
[0013] Zweckmäßigerweise werden die in Laufrichtung der Druckbahn hintereinander angeordneten
Druckwerke zeitversetzt nacheinander in eine vorgegebene Beistellposition verstellt
derart, dass das jeweils nachfolgende Druckwerk erst dann in die am vorausgehenden
Druckwerk vorgegebene Beistellposition bewegt wird, wenn das vorausgehende Druckwerk
ein Druckbild bei dieser Beistellposition auf der Druckbahn aufgedruckt hat. Dies
trägt zur Verringerung des Verbrauchs an Druckbahn während des Einstellens der einzelnen
Druckwerke bei.
[0014] Zum Einstellen des Registers der Druckmaschine wird nach einer Weiterbildung der
Erfindung nach Aufnahme vorgegebener Druckbilder durch die Kamera von wenigstens zwei
Druckwerken die Druckmaschine gestoppt und es werden am Monitor die von den zumindest
zwei Druckwerken gedruckten Druckbilder übereinandergelegt, worauf eine Registereinstellung
vorgenommen wird.
[0015] Die Erfindung umfasst ein Verfahren zum Einstellen einer Druckmaschine, mit mehreren
um einen Druckzylinder angeordneten Druckwerken, die relativ zum Druckzylinder verstellbar
sind, einer Kamera zum Aufzeichnen der auf einer Druckbahn von den Druckwerken aufgedruckten
Druckbilder, einem Speicher zum Speichern der aufgenommenen Druckbilder und einem
Monitor zur Wiedergabe der gespeicherten Druckbilder, wobei nach Aufnahme vorgegebener
Druckbilder durch die Kamera von wenigstens zwei Druckwerken die Druckmaschine gestoppt
und am Monitor die von den zumindest zwei Druckwerken gedruckten Druckbilder übereinandergelegt
werden und eine Registereinstellung vorgenommen wird.
[0016] Die Erfindung wird beispielsweise anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen
- Fig. 1
- schematisch in perspektivischer Ansicht einen Druckzylinder mit Druckwerken und nachgeschalteter
Kamera, und
- Fig. 2
- schematisch einen Druckzylinder mit um diesen angeordneten Druckwerken.
[0017] Fig. 1 zeigt in perspektivischer Ansicht einen Zentral- bzw. Gegendruckzylinder 10,
um den in vorgegebenen Winkelabständen Druckwerke 1 bis 6 angeordnet sind. Mit 11
ist eine bei 11.1 zugeführte Druckbahn bezeichnet, die zwischen den Druckwerken 1
bis 6 und Druckzylinder 10 um diesen geführt ist und danach über Rollen 12 unter einem
Trockner 13 entlanggeführt wird. Bei 14 ist eine Kamera wiedergegeben, die ein von
einem Druckwerk 1 bis 6 auf der Druckbahn aufgebrachtes Druckbild aufzeichnen kann.
[0018] Vorzugsweise ist die Kamera 14 als Zeilenkamera ausgebildet
[0019] Weiterhin wird vorzugsweise eine Kamera mit einer Auflösung verwendet, die höher
ist als die Wiedergabe am Monitor. Hierdurch kann am Monitor digital ein Teilbereich
des von der Kamera aufgenommenen Bildes vergrößert werden, der wegen der hohen Auflösung
der Kamera noch sehr gut Details am vergrößerten Bild wiedergibt.
[0020] Bei einem neuen Druckauftrag muss jedes der sechs Druckwerke 1 bis 6 relativ zum
Druckzylinder 10 neu eingestellt werden. Die Einstelleinrichtungen zum Verfahren der
Druckwerke 1 bis 6 in Richtung auf den Umfang des Druckzylinders 10 und von diesem
weg sind nicht wiedergegeben. Sie sind an sich bekannt und können durch elektrische
Signale in ihrer Stellbewegung gesteuert werden.
[0021] Bei der Einstellung der Druckwerke 1 bis 6 wird wie folgt vorgegangen. Zunächst wird
z.B. das Druckwerk 1 so auf der in Fig. 2 nicht wiedergegebenen Druckbahn angelegt,
dass die Kissprint-Position erreicht wird. Dies ist in Fig. 2.1 durch Anliegen des
Druckwerks 1 auf dem Umfang des Druckzylinders 10 schematisch wiedergegeben. Die übrigen
Druckwerke 2 bis 6 befinden sich in einem Abstand vom Umfang des Druckzylinders bzw.
in einem Abstand von der Druckbahn 11 auf dem Druckzylinder 10.
[0022] Ausgehend von der Kissprint-Position wird das Druckwerk 1 beispielsweise in vier
Stufen von jeweils 20 µm in Richtung auf den Umfang des Druckzylinders verstellt,
wobei in jeder einzelnen Einstell- bzw. Beistellposition ein Druckbild durch eine
Umdrehung des Druckzylinders '10 durch das jeweils anliegende Druckwerk erzeugt wird.
Dieses Druckbild wird von der Kamera 14 mit einer gewissen Zeitverzögerung entsprechend
dem Abstand zwischen Kamera 14 und Druckzylinder 10 aufgezeichnet und in einem schematisch
dargestellten Speicher 15 abgelegt, der mit einem Monitor 16 zur Wiedergabe des gespeicherten
Druckbildes in Verbindung steht.
[0023] Bei dem Ausführungsbeispiel mit vier Einstellstufen bzw. vier Beistellpositionen
von jeweils 20 µm an den Druckwerken 1 bis 6 wird somit wenigsten ein Druckbild bei
der Beistellposition 20 µm, ein weiteres Druckbild bei der Beistellposition 40 µm
und so weiter bis zu einem vierten Druckbild bei der Beistellposition 80µm erzeugt
und durch die Kamera 14 im Speicher 15 abgelegt.
[0024] Nach diesen Beistellpositionen am Druckwerk 1 wird dieses von der Druckbahn 11 abgehoben
und das Druckwerk 2 in die Kissprint-Position verfahren, wie dies Fig. 2.2 schematisch
zeigt.. Ausgehend von der Kissprint-Position wird das Druckwerk 2 in der gleichen
Weise in Schritten auf die Druckbahn am Druckzylinder 10 angedrückt, damit je nach
Beistellposition wenigstens ein Druckbild über die Kamera 14 im Speicher 15 abgelegt
werden kann.
[0025] Nachdem das Druckwerk 2 wenigstens vier Druckbilder entsprechend den vier Beistellpositionen
auf der Druckbahn 11 erzeugt hat, wird das Druckwerk 2 von der Druckbahn 11 abgehoben
und das Druckwerk 3 in die Kissprint-Position verfahren, wie dies Fig. 2.3 schematisch
zeigt, worauf sich der Vorgang wiederholt.
[0026] In der gleichen Weise werden die übrigen Druckwerke 4 bis 6 nacheinander in den verschiedenen
Beistellpositionen am Druckzylinder 10 bzw. an der Druckbahn 11 auf dem Druckzylinder
angelegt, um Druckbilder entsprechend jeder Beistellposition zu erzeugen, die im Speicher
15 abgelegt werden.
[0027] Nach Abschluss dieses Einstellvorgangs und Abheben des Druckwerks 6 vom Umfang des
Druckzylinders in Fig. 2.6 überprüft der Maschinenführen durch Aufrufen der einzelnen
Druckbilder aus dem Speicher für jedes einzelne Druckwerk die optimale Beistellposition,
worauf ein entsprechendes Signal an die Einstellvorrichtung des jeweiligen Druckwerks
gegeben wird, um das Druckwerk auf die ausgewählte Beistellposition einzustellen.
Beispielsweise wählt der Maschinenführer für das Druckwerk 1 die dritte Beistellposition
(60 µm), für das Druckwerk 2 die vierte Beistellposition (80 µm) und für das Druckwerk
3 die erste Beistellposition (20 µm) aus, worauf die Druckwerke 1 bis 3 in die entsprechende
Position verfahren werden. In gleicher Weise werden die Beistellpositionen der Druckwerke
3 bis 6 ausgewählt und dann die Druckwerke 3 bis 6 entsprechend eingestellt.
[0028] Dadurch, dass bestimmte Beistellpositionen für jedes einzelne Druckwerk vorgegeben
werden und für jede Beistellposition wenigstens ein Druckbild erzeugt wird, damit
der Maschinenführer die optimale Qualität des Druckbilds anhand der jeweiligen Beistellpositionen
feststellen kann, wird bei dem gesamten Einstellvorgang der Flexodruckmaschine wesentlich
weniger Material an Druckbahn verbraucht als bei dem bisher üblichen Verfahren, bei
dem die Druckwerke nach Erfahrung des Maschinenführers oder durch eine Sensorik automatisch
eingestellt werden.
[0029] Es ist offensichtlich, dass der Maschinenführer beispielsweise für die Auswahl der
optimalen Beistellposition am Druckwerk 1 nicht zu warten braucht, bis der automatische
stufenweise Verstellvorgang am Druckwerk 6 abgeschlossen ist. Während beispielsweise
noch das Druckwerk 6 in die verschiedenen Beistellpositionen automatisch verstellt
wird, kann der Maschinenführer bereits die Auswahl an den vorausgehenden Druckwerken
1 bis 5 am Monitor 16 vornehmen.
[0030] In der gleichen Weise kann der Einstellvorgang in einer anderen Reihenfolge an den
Druckwerken 1 bis 6 vorgenommen werden, so dass beispielsweise zuerst das Druckwerk
6 in verschiedenen Stufen eingestellt wird und danach eines der anderen Druckwerke.
[0031] Bei dem geschilderten Ausführungsbeispiel liegen im Speicher 15 pro Druckwerk 1 bis
6 vier Druckbilder der vier unterschiedlichen Andruckstufen bzw. Beistellpositionen
bereit, aus denen der Druckmaschinenführer die jeweils beste Druckqualität auswählen
kann. Anstelle von vier Beistellpositionen können auch beispielsweise sechs Beistellpositionen
auch in unterschiedlichen Verstellbereichen, beispielsweise von 10 oder 30 µm, vorgesehen
werden, so dass pro Druckwerk wenigstens sechs Druckbilder im Speicher 15 abgelegt
werden.
[0032] In der gleichen Weise kann nicht nur ein einzelnes Druckbild pro Andruckstufe bzw.
Beistellposition eines Druckwerkes vorgesehen werden. Es können z.B. drei Druckbilder
pro Beistellposition im Speicher bereitgestellt werden.
[0033] Wie zuvor angegeben, kann zwar am Druckwerk 1 bereits eine Einstellung der Beistellposition
auf die optimale Druckqualität vorgenommen werden, während am Druckwerk 6 noch Druckbilder
bei unterschiedlichen Einstellungen bzw. unterschiedlichen Beistellpositionen gedruckt
werden, zweckmäßigerweise werden aber sämtliche Druckbilder automatisch sequentiell
von allen Druckwerken 1 bis 6 gedruckt und von der Kamera 14 aufgenommen, worauf die
Druckmaschine angehalten wird, sobald das letzte Druckwerk 6 mit der letzten Druckeinstellung
von der Kamera aufgezeichnet ist. Auf diese Weise wird Material an Druckbahn eingespart,
wobei der Druckmaschinenführer die Einstellung der einzelnen Druckwerke 1 bis 6 bei
stillstehender Druckmaschine vornehmen kann.
[0034] Nach einer Weiterbildung der Erfindung können die unterschiedlichen Beistellpositionen
an allen Druckwerken 1 bis 6 gleichzeitig eingestellt werden. Im Gegensatz zu der
Darstellung in Fig. 2.1 bis 2.6 werden danach nicht einzelne Druckwerke relativ zum
Zentral- bzw. Gegendruckzylinder 10 in ihrer Beistellposition verändert, um Einfarben-Druckbilder
der einzelnen Druckwerke für die Begutachtung zu erzeugen, sondern es werden alle
Druckwerke 1 bis 6 gleichzeitig in die verschiedenen Beistellpositionen verstellt,
um jeweils ein Mehrfarben-Druckbild für die Begutachtung zu erzeugen.
[0035] Zunächst werden alle Druckwerke 1 bis 6 in die Kissprint-Position verfahren, in der
die Druckwerke 1 bis 6 auf dem Umfang des Druckzylinders 10 in einer Beistellposition
anliegen, in der die Druckwerke gerade den Druckträger bzw. die Druckbahn 11 auf dem
Druckzylinder 10 berühren. Ausgehend von der Kissprint-Position werden danach alle
Druckwerke 1 bis 6 beispielsweise in vier Stufen von jeweils 20 µm in Richtung auf
den Umfang des Druckzylinders 10 verstellt, wobei in jeder einzelnen Beistellstufe
bzw. Beistellposition ein Sechs-Farben-Druckbild durch die sechs Druckwerke bei einer
Umdrehung des Druckzylinders 10 erzeugt wird. Das bei einer Beistellposition von z.B.
20µm aller Druckwerke 1 bis 6 erzeugte Druckbild wird von der Kamera 14 aufgenommen
und im Speicher 15 abgelegt, worauf es auf dem Monitor 16 vom Maschinenführer begutachtet
werden kann.
[0036] Im nächsten Schritt werden alle Druckwerke 1 bis 6 beispielsweise auf die Beistellposition
von 40 µm verstellt, worauf ein entsprechendes Sechs-Farben-Druckbild erzeugt und
im Speicher abgelegt wird. Für beispielsweise vier unterschiedliche Beistellstufen
von 20 bis 80 µm werden somit lediglich vier Druckbilder im Sechs-Farben-Druck erzeugt,
die der Maschinenführer überprüfen kann.
[0037] Dieses Verfahren eignet sich insbesondere bei Druckbildern, bei denen in bestimmten
Bereichen die Farbe eines Druckwerks ohne Beimischung von anderen Farben auftritt.
Der Maschinenführer weiß, dass beispielsweise die Farbe Blau am Druckwerk 3 gedruckt
wird, sodass er anhand der blauen Flächen im Druckbild die Qualität des Drucks durch
das Druckwerk 3 abschätzen und gegebenenfalls eine Verstellung des Druckwerks 3 vornehmen
kann.
[0038] Hinzu kommt, dass der Maschinenführer anhand einer Vorlage weiß, wie das herzustellende
Druckbild aussehen soll, sodass er anhand des Sechs-Farben-Druckbildes eine Bewertung
der einzelnen Druckwerke 1 bis 6 vornehmen kann. Auch bei Bereichen mit gemischten
Farbflächen kann das geübte Auge des Maschinenführers erkennen, ob das mit der jeweiligen
Beistellposition erzeugte Druckbild der Vorlage entspricht oder nicht.
[0039] Bei Druckbildern mit vielfach überlagerten Farbbereichen, bei denen dieser Expertenmodus
der gemeinsamen Verstellung aller Druckwerke 1 bis 6 in verschiedene Beistellpositionen
nicht zweckmäßig erscheint, kann der Maschinenführer auf die unterschiedlichen Beistellpositionen
einzelner Druckwerke übergehen, wie dies anhand der Fig. 2 beschrieben wurde.
[0040] In gleicher Weise ist es auch möglich, beispielsweise nur die Druckwerke 1 bis 3
gemeinsam in verschiedene Beistellpositionen zu verstellen, während an den anderen
Druckwerken 4 bis 6 eine Verstellung in die unterschiedlichen Beistellpositionen einzeln
an jedem einzelnen Druckwerk vorgenommen wird.
[0041] Wenn die Druckwerke 1 bis 6 gleichzeitig beispielsweise in die Beistellposition 20
µm eingestellt werden und alle Druckwerke 1 bis 6 den gleichen Druckmesser haben,
so druckt das Druckwerk 6 zunächst ein Bild nur mit der Farbe des Druckwerks 6, das
an der Kamera 14 ankommt, worauf jeweils nach und nach ein von den Druckwerken 5 bis
1 gedrucktes Druckbild am Druckwerk 6 bedruckt wird, sodass erst das fünfte Druckbild
durch den Druck am Druckwerk 6 ein vollständiges Mehrfarben-Druckbild ergibt, das
vor die Kamera 14 gelangt.
[0042] Nach einer bevorzugten Ausführungsform werden die einzelnen Druckwerk 1 bis 6 nicht
gleichzeitig, sondern zeitversetzt kurz hintereinander derart verstellt, dass z.B.
das Druckwerk 1 das Druckbild in der Beistellposition 20 µm druckt, worauf das Druckwerk
2 in die Beistellposition 20 µm verstellt wird und mit der Farbe des Druckwerks 2
das Bild über das vom Druckwerk 1 gedruckte Bild druckt, wobei in gleicher Weise die
weiteren Druckwerke 3 bis 6 zeitversetzt nacheinander auf 20 µm beigestellt werden,
bis das letzte Druckwerk 6 das Druckbild auf das von den vorausgehenden Druckwerken
1 bis 5 gedruckte Druckbild in der Beistellposition 20 µm aufdruckt, sodass nach einer
Umdrehung des Druckzylinders 10 ein Druckbild mit sämtlichen übereinander liegenden
Druckbildern der Druckwerke 1 bis 6 an der Kamera 14 aufgenommen werden kann.
[0043] Die Druckwerke 1 bis 6 können auch unterschiedliche Durchmesser haben.
[0044] Zweckmäßigerweise werden in jeder Beistellposition von beispielsweise 20 µm, 40 µm
usw. jeweils wenigstens drei Druckbilder zur Überprüfung an der Kamera 14 vorbeigeführt,
sodass diese zuverlässig ein von den ausgewählten Druckwerken 1 bis 6 auf der Druckbahn
11 aufgedrucktes Druckbild erfassen kann.
[0045] Insgesamt kann durch den zuvor beschriebenen Expertenmodus, bei dem wenigstens eine
Gruppe von Druckwerken gemeinsam bzw. zeitversetzt in verschiedene Beistellpositionen
verstellt wird, der Ausschuss an Druckbahnlänge verringert werden, wenn eine Neueinstellung
an der Druckmaschine vorzunehmen ist.
[0046] Nach einem weiteren Aspekt der Erfindung wird vorzugsweise zugleich mit der Einstellung
der optimalen Druckqualität an den einzelnen Druckwerken 1 bis 6 eine Registereinstellung
bzw. ein Positionsabgleich von z.B. zwei Farbauszügen eines Farbbildes zueinander
vorgenommen.
[0047] Es ist bekannt, bei der Wiedergabe eines von der Kamera 14 aufgezeichneten Druckbildes
auf der Druckbahn 11 am Monitor 16 die von den einzelnen Druckwerken 1 bis 6 mit unterschiedlichen
Farben gedruckten Bilder übereinander zu legen, um die Registereinstellung zu überprüfen.
Wenn beispielsweise die Farbe Rot des Druckwerks 1 sich nicht mit der Farbe Blau des
Druckwerks 2 deckt, so kann durch eine an sich bekannte Grab-and-Drop Funktion die
Farbe Rot am Monitor 16 auf die Farbe Blau deckungsgleich versetzt werden, indem die
eine Position am Monitor angeklickt wird und dann die andere Position, worauf von
einer Steuereinrichtung, die im Speicher 15 integriert sein kann, ein Vektor errechnet
wird, der die Koordinaten für die Verstellung des Druckwerks 1 für Rot errechnet,
worauf das Druckwerk 1 relativ längs und quer zum Druckzylinder 10 entsprechend den
neu berechneten Koordinaten verstellt wird.
[0048] Erfindungsgemäß werden für diese Registereinstellung der Druckwerke 1 bis 6 alle
Druckwerke 1 bis 6 z.B. auf eine mittlere Beistellposition von beispielsweise 50 µm
eingestellt, worauf ein komplettes Bild mit allen Farben der Druckwerke 1 bis 6 gedruckt
wird, auch wenn die mittlere Beistellposition von beispielsweise 50 µm keine optimale
Druckqualität ergibt Auch bei einer nicht optimalen Druckqualität ist die Registerausrichtung
deutlich erkennbar. Sobald das komplette Druckbild von der Kamera 14 aufgenommen und
am Monitor anzeigbar ist, wird die Druckmaschine gestoppt, damit kein weiteres Material
an Druckbahn verbraucht wird" Hierauf wird bei stillstehender Druckmaschine durch
die zuvor geschilderte Grab-and-Drop Funktion die Registereinstellung an den sechs
Druckwerken 1 bis 6 vorgenommen.
[0049] Auch bei dieser Art der Registereinstellung wird der Verbrauch an Druckbahn minimiert.
Jeder Stopp der Druckmaschine bedeutet einen Ausschuss an Druckbahn über mindestens
eine in der Druckmaschine befindliche Druckbahnlänge Wenn somit alle Druckbilder für
die erforderlichen Endeinstellungen der Druckwerke 1 bis 6 vorzugsweise automatisch
und sequentiell bei laufender Druckmaschine aufgenommen werden und dann die Druckmaschine
angehalten wird, um die Endeinstellung an den einzelnen Druckwerken vorzunehmen, kann
ein Verlust an Druckbahn in erheblichem Umfang gegenüber einem öfteren Stopp der Druckmaschine
vermieden werden.
[0050] Vorzugsweise wird bei der Einstellung der einzelnen Druckwerke 1 bis 6 hinsichtlich
Beistellposition bzw. optimalem Druckbild die Druckmaschine nicht angehalten, sondern
unmittelbar anschließend die Registereinstellung in der beschriebenen Art und Weise
vorgenommen
[0051] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann nach der jeweils pro Druckwerk
ausgewählten besten Beistellposition das dazugehörige Bild mit dem entsprechenden
Bild der anderen Druckwerke elektronisch überlagert werden. Wenn man davon ausgeht,
dass die Aufnahmebedingungen konstant waren, dann kann aus der Lage der überlagerten
Farbauszüge zueinander das Register ermittelt und korrigiert werden, und zwar in der
gleichen Weise per "Grab and Drop", D.h., der Maschinenführer benutzt das elektronisch
überlagerte Farbbild um das Register einzustellen.
[0052] Das Übereinanderlegen von Einzelbildern am Monitor kann auch automatisch beispielsweise
bei der mittleren Beistellposition von 40 µm erfolgen. Auf diese Weise ist eine Registereinstellung
wenigstens quer zur Laufrichtung der Druckbahn möglich, weil sich während des Bedruckens
der Druckbahn das Seitenregister nicht ändert.
[0053] Wenn von den bei laufender Druckmaschine aufgenommenen Druckbildern für verschiedene
Beistellpositionen die mittlere Beistellposition für die Registereinstellung verwendet
wird, so kann damit auch das Längsregister weitgehend zuverlässig eingestellt werden,
weil bei allen Druckwerken 1 bis 6 bzw. bei allen Druckfarben der gleiche Bahnzug
beim Drucken der Druckbilder und beim Aufnehmen der Druckbilder durch die Kamera 14
vorliegt.
1. Druckmaschine mit mehreren um einen Druckzylinder (10) angeordneten Druckwerken (1
bis 6), die relativ zum Druckzylinder verstellbar sind,
einer Kamera (14) zum Aufzeichnen der auf einer Druckbahn (11) von den Druckwerken
(1 bis 6) aufgedruckten Druckbilder,
einem Speicher (15) zum Speichern der aufgenommenen Druckbilder und einem Monitor
(16) zur Wiedergabe der gespeicherten Druckbilder,
wobei an jedem einzelnen Druckwerk (1 bis 6) eine Einstelleinrichtung durch eine Steuereinrichtung
verstellbar ist und jedes einzelne Druckwerk (1 bis 6) durch die Steuereinrichtung
in Stufen relativ zum Druckzylinder (10) verstellbar ist, und
wobei die Kamera (14) wenigstens ein Druckbild in jeder Beistellposition eines jeden
Druckwerks aufnimmt und im Speicher zur Wiedergabe auf dem Monitor (16) abspeichert.
2. Druckmaschine nach Anspruch 1, wobei die Kamera (14) als Zeilenkamera ausgebildet
ist.
3. Druckmaschine nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Kamera eine höhere Auflösung hat als
der Monitor (16) zur Wiedergabe des von der Kamera aufgenommenen Druckbildes.
4. Verfahren zum Einstellen einer Druckmaschine, umfassend mehrere um einen Druckzylinder
(10) angeordnete Druckwerke (1 bis 6), die relativ zum Druckzylinder (10) in verschiedene
Beistellpositionen verstellbar sind,
eine Kamera (14) zum Aufzeichnen der auf einer Druckbahn (11) von den Druckwerken
(1 bis 6) aufgedruckten Druckbilder,
einen Speicher (15) zum Speichern der aufgenommenen Druckbilder und einen Monitor
(16) zur Wiedergabe der gespeicherten Druckbilder,
wobei jedes einzelne Druckwerk (1 bis 6) in Stufen relativ zum Druckzylinder (10)
durch eine Steuereinrichtung selbsttätig verstellt wird und durch die Kamera (14)
wenigsten ein Druckbild in jeder Beistellposition der Druckwerke (1 bis 6) aufgenommen
und im Speicher abgelegt wird, und
wobei die abgespeicherten Druckbilder (1 bis 6) für die Ermittlung der optimalen Druckqualität
am Monitor wiedergegeben werden,
worauf ein einer bestimmten Beistellposition zugeordnetes Druckbild manuell ausgewählt
und das betreffende Druckwerk gegebenenfalls auf diese ausgewählte Beistellposition
durch ein Signal an die Steuereinrichtung eingestellt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, wobei die unterschiedlichen Beistellpositionen an den einzelnen
Druckwerken (1 bis 6) nacheinander eingestellt werden und die Einfarben-Druckbilder
von einzelnen Druckwerken für die Wiedergabe am Monitor (16) abgespeichert werden.
6. Verfahren nach Anspruch 4, wobei wenigstens eine Gruppe von Druckwerken (1 bis 6)
gemeinsam in verschiedene Beistellpositionen verstellt und in jeder Beistellposition
jeweils wenigstens ein Mehrfarben-Druckbild für die Begutachtung im Speicher abgelegt
wird.
7. Verfahren nach Anspruch 4, wobei die in Laufrichtung der Druckbahn (11) hintereinander
angeordneten Druckwerke (1 bis 6) zeitversetzt nacheinander in eine vorgegebene Beistellposition
verstellt werden derart, dass das jeweils nachfolgende Druckwerk (2) erst dann in
die am vorausgehenden Druckwerk (1) vorgegebene Beistellposition bewegt wird, wenn
das vorausgehende Druckwerk (1) ein Druckbild bei dieser Beistellposition auf der
Druckbahn (11) aufgedruckt hat.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 oder 5, wobei die am Monitor ausgewählte Beistellposition
am jeweiligen Druckwerk (1 bis 6) eingestellt wird, nachdem oder noch bevor an allen
Druckwerken die optimale Beistellposition ausgewählt und am jeweiligen Druckwerk eingestellt
ist.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 8, wobei nach sequentieller Aufzeichnung
sämtlicher Druckbilder der Druckwerke (1 bis 6) durch die Kamera (14) die Druckmaschine
angehalten und die Einstellung der einzelnen Druckwerke (1 bis 6) auf optimale Druckqualität
bei stillstehender Druckmaschine vorgenommen wird
10. Verfahren zum Einstellen einer Druckmaschine, umfassend mehrere um einen Druckzylinder
(10) angeordneten Druckwerke (1 bis 6), die relativ zum Druckzylinder (10) verstellbar
sind,
eine Kamera (14) zum Aufzeichnen der auf einer Druckbahn (11) von den Druckwerken
(1 bis 6) aufgedruckten Druckbilder,
einen Speicher (15) zum Speichern der aufgenommenen Druckbilder und einen Monitor
(16) zur Wiedergabe der gespeicherten Druckbilder;
wobei nach Aufnahme vorgegebener Druckbilder durch die Kamera (14) von wenigstens
zwei Druckwerken (1 bis 6) die Druckmaschine gestoppt und am Monitor die von den zumindest
zwei Druckwerken (1 bis 6) gedruckten Druckbilder übereinandergelegt werden und eine
Registereinstellung vorgenommen wird.