[0001] Die Erfindung betrifft ein Etikettieraggregat und ein Verfahren zum Etikettieren
von Behältnissen mit Etiketten.
[0002] Aus der
DE 20 2005 002 793 U1 ist eine Rundum-Etikettiervorrichtung bekannt. Ein Etikettenband wird auf eine Vakuumwalze
geführt, auf der ein Abschneiden der Einzeletiketten vom Band erfolgt. Die Einzeletiketten
werden an einen Greifzylinder übergeben, der sie an einer Beleimungsstation vorbeiführt.
Anschließend wird ein beleimtes Einzeletikett auf den Umfang eines Gegenstands vollständig
aufgewickelt. Das Etikettenende überlappt den Etikettenanfang und wird mit diesem
verklebt.
[0003] Die Vakuumwalze und der Greifzylinder können mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten
rotieren, wobei der Greifzylinder in diesem Fall schneller rotieren muss als die Vakuumwalze,
um einen Etikettenstau zu vermeiden. Wird eine solche Etikettiervorrichtung für beleimte
Etikettenbänder verwendet, muss die beleimte Seite der Etiketten zum Verkleben auf
dem Gegenstand von der Oberfläche des Greifzylinders abgewandt sein, und ist somit
der Oberfläche der Vakuumwalze zugewandt. Aufgrund der Geschwindigkeitsdifferenz tritt
beim Übergeben der Etiketten auf den Greifzylinder Leimabtrag von den Etiketten auf
die Vakuumwalze auf. Ein Grund dafür ist die mechanische Belastung, besonders die
Reibung zwischen der beleimten Seite der Etiketten und der Oberfläche der Vakuumwalze,
die durch das Ziehen an den Etiketten beim Übergeben auftritt.
[0004] Daher ist es eine Aufgabe der Erfindung, ein Etikettieraggregat und ein Verfahren
zum Etikettieren von Behältnissen mit Etiketten bereit zu stellen, das ermöglicht
bei Betreiben der Vakuumwalze und des Greifzylinders mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten
den Leimabtrag zu reduzieren. Diese Aufgabe wird durch den Gegenstand der Patentansprüche
1 und 11 gelöst.
[0005] Das erfindungsgemäße Etikettieraggregat zum Etikettieren von Behältnissen mit Etiketten
umfasst eine Etikettenband-Fördereinheit zum Fördern eines Etikettenbands, eine Schneideinrichtung
zum Schneiden des Etikettenbands zum Erhalten einzelner Etiketten, einen rotierbaren
Etikettentransferzylinder und einen rotierbaren Applikationszylinder zum Applizieren
der Etiketten auf die Behältnisse, wobei der Etikettentransferzylinder in Förderrichtung
der Etiketten nach der Schneideinrichtung und vor dem Applikationszylinder angeordnet
ist.
[0006] Aufgrund des rotierbaren Etikettentransferzylinders, der in Förderrichtung nach der
Schneideinrichtung und vor dem Applikationszylinder angeordnet ist, kann der Leimabtrag,
insbesondere auf einem Element der Schneideinrichtung, reduziert werden. Die Etiketten
werden nicht direkt von der Schneideinrichtung an den Applikationszylinder übergeben,
sondern zunächst an den Etikettentransferzylinder und anschließend an den Applikationszylinder.
Dadurch wird beim Vorliegen einer Geschwindigkeitsdifferenz zwischen einer Fördergeschwindigkeit
der Etiketten in der Schneideinrichtung und einer Tangentialgeschwindigkeit des Applikationszylinders
die mechanische Belastung umverteilt und somit der Leimabtrag verringert. Dies gilt
insbesondere für Stellen, an denen die beleimte Seite der Etiketten der Oberfläche
eines Förderelements oder Führungselements, beispielsweise in der Schneideinrichtung,
zugewandt ist.
[0007] Die Förderrichtung ist die Richtung, in der das Etikettenband bzw. die Etiketten
durch das Etikettieraggregat gefördert werden. Der Applikationszylinder liegt in Förderrichtung
nach der Schneideinrichtung, insbesondere am Ende des Etikettieraggregats. Die Förderrichtung
entspricht also der Richtung, in der das Etikettenband bzw. die Etiketten zum Applikationszylinder
hin gefördert werden.
[0008] Die Behältnisse können beispielsweise Flaschen, Dosen oder Verpackungen sein. Ein
Zylinder kann auch als Walze oder Rolle bezeichnet werden.
[0009] Das Etikettenband kann vorbeleimt sein. Vorbeleimt bedeutet hierbei, dass das Etikettenband
vor seiner Verwendung im Etikettieraggregat beleimt worden ist. Der Begriff Leim umfasst
alle geeigneten Klebemittel, beispielsweise Schmelzklebstoffe oder wasser- oder lösemittelhaltige
Klebstoffe. Alternativ kann das Etikettenband unbeleimt sein. Das Etikettenband bzw.
die Etiketten können im Etikettieraggregat, insbesondere vor oder nach der Schneideinrichtung
beleimt werden. Das Etikettenband kann teilweise, beispielsweise in Form von (Klebe-)Streifen,
oder vollständig beleimt sein. Das Etikettenband kann auf genau einer Seite vorbeleimt
bzw. beleimt sein. Die Etiketten können Rundumetiketten sein.
[0010] Die Schneideinrichtung kann derart ausgelegt sein, dass sie das Etikettenband schneidet,
so dass einzelne Etiketten erhalten werden. Die Etiketten werden also in der Schneideinrichtung
vereinzelt. Die Schneideinrichtung kann ein Schneidelement und einen rotierbaren Gegendruckzylinder
umfassen. Das Schneidelement kann beispielsweise ein Messer sein. Das Schneidelement
kann rotierbar sein, beispielsweise in Form eines Schneidzylinders. Dieses kann mit
der gleichen Tangentialgeschwindigkeit wie der Gegendruckzylinder betreibbar sein.
[0011] Der Etikettentransferzylinder kann in Förderrichtung der Etikettentransferzylinder
unmittelbar nach der Schneideinrichtung und/oder unmittelbar vor dem Applikationszylinder
angeordnet sein. Wenn der Etikettentransferzylinder unmittelbar nach der Schneideinrichtung
angeordnet ist, ist zwischen der Schneideinrichtung und Etikettentransferzylinder
kein weiteres Förderelement oder Führungselement, insbesondere kein weiterer Zylinder,
angeordnet. Wenn der Etikettentransferzylinder unmittelbar vor dem Applikationszylinder
angeordnet ist, ist zwischen dem Etikettentransferzylinder und dem Applikationszylinder
kein weiteres Förderelement oder Führungselement, insbesondere kein weiterer Zylinder,
angeordnet. Wenn der Etikettentransferzylinder unmittelbar nach der Schneideinrichtung
und unmittelbar vor dem Applikationszylinder angeordnet ist, ist zwischen dem Gegendruckzylinder
und dem Applikationszylinder kein weiteres Förderelement oder Führungselement, insbesondere
kein weiterer Zylinder, angeordnet.
[0012] Wenn die Schneideinrichtung einen Gegendruckzylinder umfasst, kann der Etikettentransferzylinder
unmittelbar nach dem Gegendruckzylinder angeordnet sein. Wenn die Schneideinrichtung
ein rotierendes Schneidelement umfasst, kann der Etikettentransferzylinder unmittelbar
nach dem rotierenden Schneidelement angeordnet sein.
[0013] Grundsätzlich kann das Etikettieraggregat einen oder mehrere Etikettentransferzylinder
umfassen, die in Förderrichtung der Etiketten nach der Schneideinrichtung und vor
dem Applikationszylinder angeordnet sind; im einfachsten Fall umfasst das Etikettieraggregat
genau einen solchen Etikettentransferzylinder. Grundsätzlich kann das Etikettieraggregat
auch eine andere gerade oder ungerade Anzahl von Etikettentransferzylindern umfassen.
Die Schneideinrichtung kann einen Gegendruckzylinder umfassen und das Etikettieraggregat
kann eine ungerade Anzahl, insbesondere genau einen, Etikettentransferzylinder umfassen.
In diesem Fall ist die beleimte Seite von der Oberfläche des Gegendruckzylinders und
des Applikationszylinders abgewandt und der Oberfläche des Etikettentransferzylinders
zugewandt. Dabei wird durch den Etikettentransferzylinder ein Leimabtrag auf den Gegendruckzylinder
verhindert.
[0014] Die Fördergeschwindigkeit der Etiketten in der Schneideinrichtung kann kleiner als
eine Tangentialgeschwindigkeit des Applikationszylinders sein. Die Fördergeschwindigkeit
der Etiketten in der Schneideinrichtung kann beispielsweise eine Tangentialgeschwindigkeit
eines Gegendruckzylinders oder eines rotierenden Schneidelements der Schneideinrichtung
sein.
[0015] Das Etikettieraggregat kann einen ersten Antrieb zum Betreiben des Etikettentransferzylinders
mit einer ersten Tangentialgeschwindigkeit und einen zweiten Antrieb zum Betreiben
des Applikationszylinders mit einer zweiten Tangentialgeschwindigkeit umfassen, wobei
der erste und der zweite Antrieb derart ausgebildet sein können, dass die erste Tangentialgeschwindigkeit
größer ist als eine Fördergeschwindigkeit der Etiketten in der Schneideinrichtung
und/oder kleiner oder gleich der zweiten Tangentialgeschwindigkeit.
[0016] Der Einsatz eines Etikettentransferzylinders ermöglicht es somit, die Geschwindigkeitsdifferenz
zwischen der Schneideinrichtung und dem Applikationszylinder sukzessive zu erhöhen.
Durch geeignete Wahl der Tangentialgeschwindigkeiten lässt sich der Leimabtrag reduzieren.
Je kleiner die Geschwindigkeitsdifferenz zwischen einem unmittelbar vor dem Applikationszylinder
angeordneten Etikettentransferzylinder und dem Applikationszylinder, desto weniger
Leimabtrag findet bei einem Übergabeschritt zwischen diesen Zylindern statt.
[0017] Bei mehreren Etikettentransferzylindern kann die erste Tangentialgeschwindigkeit
insbesondere der Tangentialgeschwindigkeit des Etikettentransferzylinders entsprechen,
der in Förderrichtung unmittelbar vor dem Applikationszylinder angeordnet ist. Bei
mehreren Etikettentransferzylindern kann jeder Etikettentransferzylinder je einen
Antrieb haben. Die Antriebe können derart ausgebildet sein, dass die Tangentialgeschwindigkeit
jedes Etikettentransferzylinders größer ist als eine Fördergeschwindigkeit der Etiketten
im Schneidelement und/oder kleiner oder gleich der zweiten Tangentialgeschwindigkeit.
Außerdem können die Antriebe derart ausgebildet sein, dass die Tangentialgeschwindigkeit
jedes Etikettentransferzylinders größer oder gleich der Tangentialgeschwindigkeit
des oder der unmittelbar vorher angeordneten Etikettentransferzylinder ist.
[0018] Der erste Antrieb und der zweite Antrieb können derart ausgebildet sein, dass die
erste und die zweite Tangentialgeschwindigkeit im Wesentlichen oder genau gleich sind.
Insbesondere wenn das Etikettieraggregat eine ungerade Anzahl an Etikettentransferzylindern,
beispielsweise genau einen Etikettentransferzylinder und das Schneidelement einen
Gegendruckzylinder umfasst, kann somit der Leimabtrag auf den Etikettentransferzylinder
weiter reduziert werden. In diesem Fall ist typischerweise die beleimte Seite der
Etiketten der Oberfläche des Etikettentransferzylinders zugewandt.
[0019] Der Etikettentransferzylinder und der Applikationszylinder können mit genau einem
gemeinsamen Antrieb verbunden sein. Dies ist besonders vorteilhaft zum Betreiben der
beiden Zylinder mit gleicher Tangentialgeschwindigkeit. Der Antrieb kann beispielsweise
in Form einer Antriebswelle mit geeigneter Übersetzung vorliegen. Wenn das Etikettieraggregat
mehr als einen Etikettentransferzylinder aufweist, kann jeder Etikettentransferzylinder
mit einem separaten Antrieb verbunden sein oder zwei oder mehrere Etikettentransferzylinder
können mit genau einem gemeinsamen Antrieb verbunden sein.
[0020] Der Gegendruckzylinder und/oder der Etikettentransferzylinder und/oder der Applikationszylinder
können eine perforierte Oberfläche haben und jeweils an eine Unterdruckquelle angeschlossen
sein. Dies ermöglicht, dass die Etiketten unabhängig von der Beleimung auf dem jeweiligen
Zylinder gehalten werden können, insbesondere wenn die Seite, die der Zylinderoberfläche
zugewandt ist, nicht beleimt ist.
[0021] Der Gegendruckzylinder, der Etikettentransferzylinder und der Applikationszylinder
können (parallel zur Zylinderachse) in Sektoren unterteilt sein, wobei jeder Sektor
zum Halten bzw. Übergeben genau eines Etiketts vorgesehen ist.
[0022] Der erste Antrieb und der zweite Antrieb können derart ausgebildet sein, dass der
Etikettentransferzylinder und der Applikationszylinder synchron rotieren. Mit anderen
Worten können der Etikettentransferzylinder und der Applikationszylinder derart rotieren,
dass beim Übergeben eines Etiketts ein Sektor des Etikettentransferzylinders und ein
Sektor des Applikationszylinders gleichzeitig den Übergabebereich durchlaufen. Der
Etikettentransferzylinder und der Applikationszylinder rotieren also derart, dass
die jeweiligen Sektoren den Übergabebereich nicht zeitversetzt durchlaufen. Damit
rotieren der Etikettentransferzylinder und der Applikationszylinder derart, dass die
Grenzen der Sektoren gleichzeitig den Übergabebereich durchlaufen. Der Übergabebereich
ist der Bereich, in dem ein Etikett von dem Etikettentransferzylinder auf den Applikationszylinder
übergeben werden kann.
[0023] Der Gegendruckzylinder und/oder der Etikettentransferzylinder und/oder der Applikationszylinder
können an eine gemeinsame Unterdruckquelle oder an separate Unterdruckquellen angeschlossen
sein. Der Gegendruckzylinder, der Etikettentransferzylinder und der Applikationszylinder
können an eine gemeinsamen Unterdruckquelle derart angeschlossen sein, dass der Unterdruck
in jedem der Zylinder separat regulierbar ist, beispielsweise entsprechend des jeweiligen
zeitabhängigen Vakuumbedarfs.
[0024] Der Durchmesser des Etikettentransferzylinders kann kleiner als der Durchmesser des
Gegendruckzylinders oder gleich dem Durchmesser des Gegendruckzylinders sein. Der
Durchmesser des Etikettentransferzylinders kann kleiner als der Durchmesser des Applikationszylinders
oder gleich dem Durchmesser des Applikationszylinders sein. Insbesondere kann der
Durchmesser des Etikettentransferzylinders zwischen 100 mm und 300 mm liegen.
[0025] Der Gegendruckzylinder und/oder der Etikettentransferzylinder und/oder der Applikationszylinder
können eine Antihaftbeschichtung aufweisen. Dadurch wird die Haftung des Leims auf
der Zylinderoberfläche und damit der Leimabtrag von den Etiketten auf den jeweiligen
Zylinder weiter reduziert.
[0026] Die Antihaftbeschichtung kann derart ausgebildet sein, dass die Haftung des Leims
auf der Zylinderoberfläche im Vergleich zur gleichen Zylinderoberfläche ohne Antihaftbeschichtung
verringert ist. Die Antihaftbeschichtung kann in Form einer Plasmabeschichtung ausgebildet
sein. Die Oberfläche kann beispielsweise mit Kunststoffen (beispielsweise Fluorcarbone,
Polyester, Nylon), Keramik oder Metallen behandelt werden. Beispielsweise kommen in
diesem Bereich Plasma-Coatings der Rhenotherm Kunststoffbeschichtungs GmbH, Kempen,
Deutschland oder der Plasma Coatings Inc., Middlebury, USA zum Einsatz.
[0027] Das Etikettieraggregat kann ein Leimwerk zum Beleimen des Etikettenbands bzw. der
Etiketten umfassen. Das Leimwerk kann eine Leimwalze und einen Leim-Behälter umfassen.
Das Leimwerk kann derart ausgebildet sein, dass es zwischen einer Aktivstellung der
Leimwalze oder des gesamten Leimwerks, in der Leim von der Leimwalze auf das Etikettenband
bzw. die Etiketten übertragen werden kann, und einer Passivstellung, in der kein Leim
von der Leimwalze auf das Etikettenband bzw. die Etiketten übertragen werden kann,
verstellbar ist. Dadurch kann nicht-vorbeleimtes Etikettenband verwendet werden, indem
das Etikettenband oder die Etiketten im Etikettieraggregat beleimt werden. Das Leimwerk
kann insbesondere zum Beleimen des Etikettenbands bzw. der Etiketten mit Heißleim
ausgebildet sein. Das Leimwerk kann in Förderrichtung vor der Schneideinrichtung oder
nach der Schneideinrichtung angeordnet sein.
[0028] Die Erfindung stellt weiterhin ein Verfahren zum Etikettieren von Behältnissen mit
Etiketten bereit, umfassend ein Schneiden eines Etikettenbands zum Erhalten von Etiketten,
ein anschließendes Übergeben der Etiketten an einen Applikationszylinder mittels eines
Etikettentransferzylinders und ein anschließendes Applizieren der Etiketten auf die
Behältnisse mittels des Applikationszylinders.
[0029] Das Übergeben der Etiketten an einen Applikationszylinder kann ein Übergeben der
Etiketten von der Schneideinrichtung an den Etikettentransferzylinder und ein anschließendes
Übergeben der Etiketten vom Etikettentransferzylinder an den Applikationszylinder
umfassen. Das Übergeben der Etiketten mittels eines Etikettentransferzylinders kann
ein Übergeben der Etiketten von der Schneideinrichtung an einen ersten Etikettentransferzylinder,
ein anschließendes Übergeben der Etiketten an einen zweiten Etikettentransferzylinder,
ggf. ein anschließendes Übergeben der Etiketten an einen dritten oder weitere Etikettentransferzylinder
und ein anschließendes Übergeben der Etiketten an den Applikationszylinder umfassen.
[0030] Das Verfahren kann insbesondere unter Verwendung eines der oben beschriebenen Etikettieraggregate
ausgeführt werden.
[0031] Das Etikettenband kann eine, insbesondere genau eine, beleimte Seite aufweisen. Das
Übergeben der Etiketten an den Applikationszylinder kann derart erfolgen, dass die
beleimte Seite der Etiketten von der Oberfläche des Applikationszylinders abgewandt
ist. Das Übergeben der Etiketten an einen Etikettentransferzylinder, der in Förderrichtung
der Etiketten unmittelbar nach der Schneideinrichtung, insbesondere unmittelbar nach
einem Gegendruckzylinder, angeordnet ist, kann derart erfolgen, dass die beleimte
Seite der Etiketten der Oberfläche des Etikettentransferzylinders zugewandt ist. Die
Schneideinrichtung kann einen Gegendruckzylinder umfassen und ein Fördern des Etikettenbands
in der Schneideinrichtung umfassen, derart, dass die beleimte Seite des Etikettenbands
von der Oberfläche des Gegendruckzylinders abgewandt ist.
[0032] Das Verfahren kann ein Betreiben des Etikettentransferzylinders mit einer ersten
Tangentialgeschwindigkeit und Betreiben des Applikationszylinders mit einer zweiten
Tangentialgeschwindigkeit umfassen, wobei die erste Tangentialgeschwindigkeit größer
ist als eine Fördergeschwindigkeit der Etiketten im Schneidelement, insbesondere größer
als eine Tangentialgeschwindigkeit des Gegendruckzylinders, und kleiner oder gleich
der zweiten Tangentialgeschwindigkeit.
[0033] Das Verfahren kann ein Betreiben des Etikettentransferzylinders und des Applikationszylinders
umfassen, derart, dass die erste Tangentialgeschwindigkeit und die zweite Tangentialgeschwindigkeit
im Wesentlichen oder genau gleich sind.
[0034] Das Verfahren kann ein Halten der Etiketten mittels eines Unterdrucks auf der jeweiligen
Zylinderoberfläche und/oder ein Übergeben der Etiketten von einem Zylinder an einen
unmittelbar danach angeordneten Zylinder mittels des Unterdrucks umfassen.
[0035] Insbesondere kann die Zylinderoberflächen des Gegendruckzylinders und/oder des Etikettentransferzylinder
und/oder des Applikationszylinders perforiert und an eine Unterdruckquelle angeschlossen
sein und das Verfahren kann ein Erzeugen eines Unterdrucks im jeweiligen Zylinder,
insbesondere im Bereich der Perforierungen, umfassen.
[0036] Der Gegendruckzylinder, der Etikettentransferzylinder und der Applikationszylinder
können an eine gemeinsamen Unterdruckquelle angeschlossen sein und das Verfahren kann
ein separates Regulieren des Unterdrucks in jedem der Zylinder, beispielsweise entsprechend
des jeweiligen zeitabhängigen Vakuumbedarfs, umfassen.
[0037] Das Verfahren kann das Übergeben der Etiketten vom Gegendruckzylinder an den Applikationszylinder
mittels mehr als einem Etikettentransferzylinder umfassen, insbesondere mittels einer
geraden oder ungeraden Anzahl von Etikettentransferzylindern. In diesem Fall kann
das Betreiben der Zylinder derart erfolgen, dass die Tangentialgeschwindigkeiten der
Zylinder in Förderrichtung zunehmen, wobei der in Förderrichtung vorletzte Zylinder
mit einer Tangentialgeschwindigkeit kleiner oder gleich der Tangentialgeschwindigkeit
des Applikationszylinders betrieben wird.
[0038] Das Verfahren kann das Übergeben der Etiketten vom Gegendruckzylinder an den Applikationszylinder
mittels mehr als einem Etikettentransferzylinder umfassen, insbesondere mittels einer
geraden oder ungeraden Anzahl von Etikettentransferzylindern. In diesem Fall kann
das Betreiben der Zylinder derart erfolgen, dass jeweils ein Zylinder bei dem die
beleimte Seite der Etiketten der Zylinderoberfläche zugewandt ist mit im Wesentlichen
oder genau gleicher Tangentialgeschwindigkeit betrieben wird wie der unmittelbar danach
angeordnete Zylinder.
[0039] Weitere Merkmale und Vorteile werden nachfolgend anhand der beispielhaften Figuren
erläutert. Dabei zeigt:
- Figur 1
- eine schematische, nicht maßstabsgetreue Darstellung eines ersten Ausführungsbeispiels;
- Figur 2
- eine schematische, nicht maßstabsgetreue Darstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels.
[0040] In einem ersten Ausführungsbeispiel, wie in Figur 1 gezeigt, umfasst das Etikettieraggregat
100 zwei Etikettenbandrollen 101 und 102 mit Etikettenband 103. Die Etikettenbänder
von beiden Etikettenbandrollen 101 und 102 werden sukzessive durch eine Spleißeinrichtung
104 geführt, so dass sie zu einem Quasi-Endlosband gespleißt werden können, um einen
Dauerbetrieb des Etikettieraggregats zu ermöglichen. Anschließend wird das Etikettenband
103 über einen Rollenbandpuffer 105 geführt und mittels einer Spurregeleinrichtung
106 und einer Etikettenband-Fördereinheit 107 positionsgenau in eine Schneideinrichtung
108 geführt. Zwischen den Etikettenbandrollen 101 und 102 und der Spleißeinrichtung
104 sind Umlenkrollen 109 bzw. 110 vorgesehen, um einen optimalen Winkel beim Abrollen
des Etikettenbands 103 von den Etikettenbandrollen 101 bzw. 102 und beim Einführen
in die Spleißeinrichtung 104 sicherzustellen. Des Weiteren ist ein Vakuumspanner 111
vorgesehen, der beim Auftreten einer Behältnis-Lieferlücke das Etikettenband 103 temporär
fixieren kann, damit es den Bandlaufweg nicht verlässt und keine störenden Schlaufen
bilden kann.
[0041] Die Schneideinrichtung 108 umfasst ein Schneidelement 112, beispielsweise ein Messer
oder einen Schneidzylinder, und einen rotierbaren Gegendruckzylinder 113, der beim
Schneiden einen Gegendruck gegen das Schneidelement 112 herstellt. In Förderrichtung
114 unmittelbar nach dem Gegendruckzylinder 113 ist ein Etikettentransferzylinder
115 angeordnet. In Förderrichtung unmittelbar nach dem Etikettentransferzylinder 115
ist der Applikationszylinder 116 angeordnet.
[0042] Der Gegendruckzylinder 113, der Etikettentransferzylinder 115 und der Applikationszylinder
116 sind (parallel zur Zylinderachse) in Sektoren unterteilt, wobei jeder Sektor zum
Halten bzw. Übergeben genau eines Etiketts 118 vorgesehen ist.
[0043] Der Durchmesser des Gegendruckzylinders 113 beträgt in diesem Beispiel 250 mm. Der
Gegendruckzylinder kann auch andere Durchmesser haben, beispielsweise zwischen 100
mm und 500 mm.
[0044] In diesem Beispiel hat der Etikettentransferzylinder 115 einen Durchmesser von 125
mm. Der Durchmesser des Etikettentransferzylinders 115 kann auch andere Werte haben.
Zum Beispiel kann der Wert des Durchmessers kann zwischen 100 mm und 300 mm liegen,
beispielsweise bei 250 mm.
[0045] Der Durchmesser des Applikationszylinders 116 beträgt in diesem Beispiel 360 mm.
Der Applikationszylinder 116 ist in 4 Sektoren unterteilt, ist für Etikettenlängen
zwischen 172 mm und 329 mm geeignet und kann derart betrieben werden, dass zwischen
7000 und 32000 Etiketten pro Stunde appliziert werden können.
[0046] Der Applikationszylinder kann alternativ einen anderen Durchmesser haben und/oder
in eine andere Anzahl von Sektoren unterteilt sein. Je nach Durchmesser und Anzahl
der Sektoren ist der Applikationszylinder für verschiedene Etikettenlängen und verschiedene
Leistungen (in Etiketten pro Stunde) geeignet.
[0047] Beispielsweise kann der Durchmesser des Applikationszylinders 116 auch 500 mm betragen
und in 2 bis 6 Sektoren unterteilt sein. Ein solcher Applikationszylinder ist für
Etikettenlängen von 172 mm bis 330 mm geeignet und kann derart betrieben werden, dass
zwischen 7000 und 66000 Etiketten pro Stunde appliziert werden können.
[0048] Ein vorbeleimtes Etikettenband 103 mit genau einer beleimten Seite 117 wird in der
Schneideinrichtung 108 über den Gegendruckzylinder 113 gefördert, wobei die beleimte
Seite 117 von der Oberfläche des Gegendruckzylinders 113 abgewandt ist. Das Schneidelement
112 schneidet das Etikettenband 103 zum Erhalten von Etiketten 118. Die Etiketten
werden also in der Schneideinrichtung vereinzelt. Handelt es sich bei dem Schneidelement
112 um einen Schneidzylinder, kann dieser Schneidzylinder mit einer variablen Tangentialgeschwindigkeit
betrieben werden, so dass das Etikettenband 103 in Etiketten 118 verschiedener Längen
geschnitten werden kann.
[0049] Die Etiketten 118 werden mittels eines Vakuums auf dem Gegendruckzylinder 113 gehalten.
Der Gegendruckzylinder 113 hat eine perforierte Oberfläche und ist an eine Unterdruckquelle
angeschlossen. Nach dem Schneiden werden die Etiketten 118 an den in Förderrichtung
114 nach der Schneideinrichtung 108 angeordneten Etikettentransferzylinder 115 übergeben,
wobei die beleimte Seite 117 der Zylinderoberfläche des Etikettentransferzylinders
115 zugewandt ist. Anschließend werden die Etiketten 118 an den Applikationszylinder
116 übergeben, wobei die beleimte Seite 117 von der Oberfläche des Applikationszylinders
116 abgewandt ist. Hierbei werden die Etiketten 118 ebenfalls mittels eines Vakuums
auf dem Applikationszylinder 116 mit perforierter Oberfläche gehalten. Die Etiketten
118 werden nun vom Applikationszylinder 116 auf Behältnisse 119, beispielsweise Flaschen,
appliziert.
[0050] Der Etikettentransferzylinder 115 und der Applikationszylinder 116 sind in diesem
Beispiel mit einem gemeinsamen Antrieb mit fester Übersetzung verbunden. Der Etikettentransferzylinder
115 wird mit einer kleineren Tangentialgeschwindigkeit betrieben als der Applikationszylinder
116. Außerdem wird der Gegendruckzylinder 113 mit einer kleineren Tangentialgeschwindigkeit
betrieben als der Applikationszylinder 116, um dem jeweiligen Prozessschritt (Schneiden
bzw. Applizieren) angepasst zu sein, und so, dass kein Etikettenstau entsteht. Die
Geschwindigkeiten sind außerdem so gewählt, dass die Zylinder synchron rotieren.
[0051] Nachdem genau ein Etikettentransferzylinder 115 in Förderrichtung nach dem Gegendruckzylinder
113 und vor dem Applikationszylinder 116 angeordnet ist, ist die beleimte Seite der
Etiketten von der Zylinderoberfläche des Gegendruckzylinders 113 abgewandt. Somit
wird unabhängig von der Geschwindigkeitsdifferenz zwischen dem Gegendruckzylinder
113 und dem Etikettentransferzylinder 115 vermieden, dass Leimabtrag auf dem Gegendruckzylinder
113 erfolgt. Die Geschwindigkeitsdifferenz zwischen dem Etikettentransferzylinder
115 und dem Applikationszylinder 116 ist kleiner als die Geschwindigkeitsdifferenz
zwischen dem Gegendruckzylinder 113 und dem Applikationszylinder, so dass der Leimabtrag
von der der Zylinderoberfläche des Etikettentransferzylinders 115 zugewandten beleimten
Seite 117 der Etiketten 118 auf den Etikettentransferzylinder 115 geringer ist als
der Leimabtrag ohne Etikettentransferzylinder 115 (auf dem Gegendruckzylinder 113)
wäre. Eine kleine Geschwindigkeitsdifferenz von Applikationszylinder 116 und Etikettentransferzylinder
115 ermöglicht wenig Leimabtrag auf den Etikettentransferzylinder 115. Grundsätzlich
ist auch eine andere ungerade Anzahl von Etikettentransferzylindern möglich, beispielsweise
drei. Ein derart ausgebildetes Etikettieraggregat hat einen analogen Effekt.
[0052] Im Allgemeinen wird durch das Betreiben des Gegendruckzylinders 113, des Etikettentransferzylinders
115 und des Applikationszylinders 116 insbesondere mit den oben beschriebenen relativen
Geschwindigkeiten die mechanische Belastung bei den einzelnen Übergabeschritten reduziert.
Beispiele für eine solche Belastung ist das Ziehen an den Etiketten beim Übergeben
an einen schneller rotierenden Zylinder oder die Reibung, die entsteht, wenn die beleimte
Seite der Etiketten einer Zylinderoberfläche zugewandt ist und von dieser von einem
schneller rotierenden Zylinder weggezogen wird.
[0053] Ein zweites Ausführungsbeispiel ist in Figur 2 gezeigt. Gleiche Elemente in Figur
1 und Figur 2 haben gleiche Bezugszeichen, wobei die erste Stelle der Bezugszeichen
von Figur 1 um Eins erhöht wird. Das Etikettieraggregat 200 aus dem zweiten Ausführungsbeispiel
umfasst zwei Etikettentransferzylinder 215_1 bzw. 215_2 mit perforierter Oberfläche,
die in Förderrichtung 214 nach dem Gegendruckzylinder 213 und vor dem Applikationszylinder
216 angeordnet sind. In dieser Konfiguration ist die beleimte Seite 217 des Etikettenbands
203 der Zylinderoberfläche des Gegendruckzylinders 213 zugewandt und der unmittelbar
nach dem Gegendruckzylinder 213 angeordnete erste Etikettentransferzylinder 215_1
wird mit einer Tangentialgeschwindigkeit betrieben, die größer als die Tangentialgeschwindigkeit
des Gegendruckzylinders 213 und kleiner als die Tangentialgeschwindigkeit ist, mit
der der zweite Etikettentransferzylinder 215_2 betrieben wird. Die Tangentialgeschwindigkeit
mit der der zweite Etikettentransferzylinder 215_2 betrieben wird ist kleiner als
die Tangentialgeschwindigkeit, mit der der Applikationszylinder 216 betrieben wird.
Grundsätzlich ist auch eine andere gerade Anzahl von Etikettentransferzylindern möglich.
Ein derart ausgebildetes Etikettieraggregat hat einen analogen Effekt.
[0054] Das Etikettieraggregat 200 aus dem zweiten Ausführungsbeispiel umfasst des Weiteren
ein Leimwerk 220 mit einer Leimwalze 221. In der Figur ist eine Aktivstellung gezeigt,
in der der Leim von der Leimwalze 221 vor der Schneideinrichtung 208 auf das Etikettenband
203 übertragen werden kann. Des Weiteren ist eine Passivstellung der Leimwalze 221
angedeutet. Je nach Bedarf kann die Leimwalze 221 in die Aktivstellung oder in die
Passivstellung gebracht werden. Das Leimwerk 220 kann beispielsweise ein Leimwerk
sein, wie es in der noch nicht veröffentlichten Patentschrift
DE 10 2012 200 826 beschrieben ist. Das Leimwerk 220 kann auch an anderen Stellen im Etikettieraggregat
200 vorgesehen sein.
[0055] In den oben beschriebenen Ausführungsbeispielen sind die Komponenten, die in Förderrichtung
114 bzw. 214 vor der Etikettenbandfördereinheit 107 bzw. 207 angeordnet sind, von
untergeordneter Bedeutung. Eine oder mehrere der in Förderrichtung 114 bzw. 214 vor
der Etikettenbandfördereinheit 107 bzw. 207 angeordnete Komponenten des Etikettieraggregats
100 bzw. 200 können weggelassen oder durch andere Komponenten ersetzt werden oder
anders angeordnet sein. Beispielsweise können die Etikettenbandrolle 102 bzw. 202,
die zugehörige Umlenkrolle 110 bzw. 210 und die Spleißeinrichtung 104 bzw. 204 weggelassen
werden. Die Umlenkrolle 109 bzw. 209 kann je nach Anordnung der Etikettenbandrolle
101 bzw. 201 weggelassen werden. Das Leimwerk 220 aus dem zweiten Ausführungsbeispiel
kann ebenfalls weggelassen werden.
[0056] Die Schneideinrichtung in den obigen Ausführungsbeispielen muss nicht zwingend einen
Gegendruckzylinder umfassen. Alternativ kann ein ebenes Gegendruckelement, beispielsweise
ein Laufband, zum Einsatz kommen. Statt der Tangentialgeschwindigkeit des Gegendruckzylinders
müsste dann ggf. die Fördergeschwindigkeit des Etikettenbands bzw. der Etiketten in
der Schneideinrichtung berücksichtigt werden.
[0057] Es versteht sich, dass in den zuvor beschriebenen Ausführungsbeispielen genannte
Merkmale nicht auf diese speziellen Kombinationen beschränkt sind und auch in beliebigen
anderen Kombinationen möglich sind.
1. Etikettieraggregat (100; 200) zum Etikettieren von Behältnissen (119; 219) mit Etiketten
(118; 218), umfassend
eine Etikettenband-Fördereinheit (107; 207) zum Fördern eines Etikettenbands (103;
203),
eine Schneideinrichtung (108; 208) zum Schneiden des Etikettenbands (103; 203) zum
Erhalten von Etiketten (118; 218),
einen rotierbaren Etikettentransferzylinder (115; 215_1; 215_2) und
einen rotierbaren Applikationszylinder (116; 216) zum Applizieren der Etiketten (118;
218) auf die Behältnisse,
wobei der Etikettentransferzylinder (115; 215_1; 215_2) in Förderrichtung (114; 214)
der Etiketten (118; 218) nach der Schneideinrichtung (108; 208) und vor dem Applikationszylinder
(116; 216) angeordnet ist.
2. Etikettieraggregat (100; 200) nach Anspruch 1, wobei die Schneideinrichtung (108;
208) ein Schneidelement (112; 212) und einen rotierbaren Gegendruckzylinder (113;
213) umfasst.
3. Etikettieraggregat (100; 200) nach Anspruch 1 oder 2, wobei der Etikettentransferzylinder
(115; 215_1; 215_2) in Förderrichtung (114; 214) der Etiketten (118; 218) unmittelbar
nach der Schneideinrichtung (108; 208) und/oder unmittelbar vor dem Applikationszylinder
(116; 216) angeordnet ist.
4. Etikettieraggregat (100; 200) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, umfassend
einen ersten Antrieb zum Betreiben des Etikettentransferzylinders (115; 215_1; 215_2)
mit einer ersten Tangentialgeschwindigkeit und einen zweiten Antrieb zum Betreiben
des Applikationszylinders (116; 216) mit einer zweiten Tangentialgeschwindigkeit,
wobei der erste und der zweite Antrieb derart ausgebildet sind, dass die erste Tangentialgeschwindigkeit
größer ist als eine Fördergeschwindigkeit (114; 214) der Etiketten (118; 218) in der
Schneideinrichtung (108; 208) und/oder kleiner oder gleich der zweiten Tangentialgeschwindigkeit.
5. Etikettieraggregat nach Anspruch 4, wobei der erste Antrieb und der zweite Antrieb
derart ausgebildet sind, dass die erste Tangentialgeschwindigkeit und die zweite Tangentialgeschwindigkeit
im Wesentlichen gleich sind.
6. Etikettieraggregat (100; 200) nach einem der vorangegangenen Ansprüche wobei der Etikettentransferzylinder
(115; 215_1; 215_2) und der Applikationszylinder (116; 216) mit genau einem gemeinsamen
Antrieb verbunden sind.
7. Etikettieraggregat (100; 200) nach einem der Ansprüche 2 bis 6, wobei der Gegendruckzylinder
(113; 213) und/oder der Etikettentransferzylinder (115; 215_1; 215_2) und/oder der
Applikationszylinder (116; 216) eine perforierte Oberfläche haben und jeweils an eine
Unterdruckquelle angeschlossen sind.
8. Etikettieraggregat (100; 200) nach einem der Ansprüche 2 bis 7, wobei der Durchmesser
des Etikettentransferzylinders (115; 215_1; 215_2) kleiner oder gleich dem Durchmesser
des Gegendruckzylinders (113; 213) und/oder des Applikationszylinders (116; 216) ist.
9. Etikettieraggregat (100; 200) nach einem der Ansprüche 2 bis 8, wobei der Gegendruckzylinder
(113; 213) und/oder der Etikettentransferzylinder (115; 215_1; 215_2) und/oder der
Applikationszylinder (116; 216) eine Antihaftbeschichtung aufweisen.
10. Etikettieraggregat (100; 200) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, umfassend
ein Leimwerk (220) zum Beleimen des Etikettenbands (103; 203) bzw. der Etiketten (118;
218), umfassend eine Leimwalze (221), wobei das Leimwerk (220) derart ausgebildet
ist, dass es zwischen einer Aktivstellung der Leimwalze (221) oder des gesamten Leimwerks
(219) in der Leim von der Leimwalze (221) auf das Etikettenband (103; 203) bzw. die
Etiketten (118; 218) übertragen werden kann, und einer Passivstellung, in der kein
Leim von der Leimwalze (221) auf das Etikettenband (103; 203) bzw. die Etiketten (118;
218) übertragen werden kann, verstellbar ist.
11. Verfahren zum Etikettieren von Behältnissen (119) mit Etiketten, umfassend Schneiden
eines Etikettenbands (103; 203) zum Erhalten von Etiketten (118; 218), anschließendes
Übergeben der Etiketten (118; 218) an einen Applikationszylinder (116; 216) mittels
eines Etikettentransferzylinders (115; 215_1; 215_2),
anschließendes Applizieren der Etiketten (118; 218) auf die Behältnisse (119) mittels
eines Applikationszylinders (116; 216).
12. Verfahren nach Anspruch 11, wobei das Etikettenband (103; 203) eine beleimte Seite
aufweist und wobei das Übergeben der Etiketten (118; 218) an einen Etikettentransferzylinder
(115; 215_1; 215_2), der in Förderrichtung (114;214) der Etiketten (118; 218) unmittelbar
nach der Schneideinrichtung (108; 208), derart erfolgt, dass die beleimte Seite der
Etiketten (118; 218) der Oberfläche des Etikettentransferzylinders (115; 215_1; 215_2)
zugewandt ist.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, wobei die Schneideinrichtung einen Gegendruckzylinder
(113; 213) umfasst und das Etikettenband (103; 203) eine beleimte Seite (117; 217)
aufweist und ein Fördern des Etikettenbands (103; 203) in der Schneideinrichtung derart,
dass die beleimte Seite (117; 217) des Etikettenbands (103; 203) von der Oberfläche
des Gegendruckzylinders (113; 213) abgewandt ist
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13, umfassend Betreiben des Etikettentransferzylinders
(115; 215_1; 215_2) mit einer ersten Tangentialgeschwindigkeit und Betreiben des Applikationszylinders
(116; 216) mit einer zweiten Tangentialgeschwindigkeit, wobei die erste Tangentialgeschwindigkeit
größer ist als eine Fördergeschwindigkeit der Etiketten (118; 218) im Schneidelement,
insbesondere größer als eine Tangentialgeschwindigkeit des Gegendruckzylinders (113;
213) und kleiner oder gleich der zweiten Tangentialgeschwindigkeit.
15. Verfahren nach Anspruch 14, umfassend Betreiben des Etikettentransferzylinders (115;
215_1; 215_2) derart, dass die erste Tangentialgeschwindigkeit und die zweite Tangentialgeschwindigkeit
im Wesentlichen gleich sind.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 15, umfassend Halten der Etiketten (118;
218) mittels eines Unterdrucks auf der jeweiligen Zylinderoberfläche und/oder Übergeben
der Etiketten (118; 218) von einem Zylinder auf einen unmittelbar danach angeordneten
Zylinder mittels des Unterdrucks.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 16, umfassend
Übergeben der Etiketten (118; 218) vom Gegendruckzylinder (113; 213) an den Applikationszylinder
(116; 216), mittels mehr als einem Etikettentransferzylinder (115; 215_1; 215_2) und
das Betreiben der Zylinder (113; 213; 115; 215_1; 215_2; 116; 216) derart, dass die
Tangentialgeschwindigkeiten der Zylinder (113; 213; 115; 215_1; 215_2; 116; 216) in
Förderrichtung (114; 214) zunehmen, wobei der in Förderrichtung (114; 214) vorletzte
Zylinder mit einer Tangentialgeschwindigkeit kleiner oder gleich der Tangentialgeschwindigkeit
des Applikationszylinder (116; 216) betrieben wird.
18. Verfahren nach Anspruch 17, wobei jeweils ein Zylinder bei dem die beleimte Seite
(117; 217) der Etiketten (118; 218) der Zylinderoberfläche zugewandt ist mit im Wesentlichen
gleicher Tangentialgeschwindigkeit betrieben wird wie der in Förderrichtung unmittelbar
danach angeordnete Zylinder.