[0001] Die Erfindung betrifft ein Waschmittel zum Waschen von Wäsche (Textilien) mit zwei
separaten Phasen (Komponenten) sowie ein Verfahren zur Dosierung eines Waschmittels
mit Hilfe einer automatischen Dosiervorrichtung zur separaten Dosierung verschiedener
Komponenten eines Waschmittels.
[0002] Flüssige Waschmittel erreichen beim Waschen von Wäsche nicht die Reinigungsleistung
von pulverförmigen Waschmitteln. Im Wesentlichen ist dies durch fehlende Bleichkraft
und ein schlechteres Buildersystem begründet. Würden in flüssige Waschmittel effektiv
wirkende Builder integriert, dann würde die Rezeptur instabil. Würden in flüssige
Waschmittel flüssige Bleichmittel integriert, dann würden Enzyme geschädigt und die
Reinigungsleistung würde abnehmen.
[0003] Bisher wird die maximal erreichbare Reinigungsleistung bei automatischer Flüssigdosierung
im Haushaltsbereich durch das Flüssigwaschmittel vorgegeben. Da sich aber in flüssige
Waschmittel effektiv wirkende Komplexierungsmittel nicht integrieren lassen, fällt
die Reinigungsleistung gegenüber pulverförmigen Waschmitteln, welche ein starkes Buildersystem
aufweisen, signifikant ab.
[0004] Andererseits erfordert eine Dosierung mehrerer separater Komponenten in einem Waschautomaten
einen von der Anzahl der Komponenten abhängigen baulichen Aufwand.
[0005] Die
DE 25 54 592 A1 bezieht sich auf ein Verfahren zum Waschen von Textilien, in welchem zunächst Tenside
und zu einem etwas späteren Zeitpunkt Gerüststoffe in die Waschflotte gegeben werden.
Es bleibt jedoch unbekannt, dass Komponente 2 des Waschmittelsystems ebenfalls Tenside
enthält
WO2011/060109 beschreibt ein Washverfahren mit mindestens zwei Waschvorgängen, wobei Bleichmittel
und optischen Aufheller nacheinander zudosiert werden.
[0006] Der Erfindung lag somit die Aufgabe zugrunde, ein Waschmittel mit möglichst wenig
separaten Komponenten vorzuschlagen, um einerseits ein effektiv wirkendes, stabil
lagerbares Flüssigwaschmittel zum Waschen von Wäsche zu erhalten und andererseits
den zur Dosierung erforderlichen baulichen Aufwand in einer Waschmaschine möglichst
gering zu halten.
[0007] Erfindungsgemäß wird dieses Problem durch ein Waschmittel mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 und ein Verfahren zur Dosierung eines Waschmittels mit den Merkmalen des Patentanspruchs
12 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben
sich aus den jeweiligen Unteransprüchen.
[0008] Dadurch, dass das Waschmittel gemäß Anspruch 1 lediglich zwei Komponenten enthält,
hält sich einerseits der konstruktive und bauliche Aufwand (beispielsweise in Waschmaschinen)
zur Dosierung dieser Komponenten in Grenzen. Andererseits kann bereits bei der Verwendung
lediglich zweier Komponenten eine wesentlich bessere Reinigungsleistung erreicht werden
im Vergleich zur Verwendung eines Flüssigwaschmittels, das die Inhaltsstoffe in nur
einer Komponente enthält.
[0009] Der Begriff "Komponente" wird im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung so verwendet,
dass er die unterschiedlichen, voneinander getrennten Phasen des Waschmittels beschreibt,
wobei jede "Komponente" wenigstens einen, bevorzugt mehrere Inhaltsstoffe enthält,
die der Reinigungsleistung des Waschmittels dienen. Die "Komponenten" des Waschmittels
ergeben zusammen die effizient wirksame Zusammensetzung des Waschmittels.
[0010] Der Begriff "Booster" beschreibt die zweite Komponente des Waschmittels, die zur
Verstärkung bzw. Verbesserung der Reinigungsleistung des Waschmittels in den Waschvorgang
zugegeben wird. In dem "Booster" sind bevorzugt Inhaltsstoffe enthalten, die entweder
bei der Lagerung mit Inhaltsstoffen der ersten Komponente des Waschmittels einen negativen
Einfluss auf diese bewirken würden oder von diesen erfahren würden, oder Inhaltsstoffe,
die geeigneterweise zu einem späteren Zeitpunkt während des Waschvorgangs in die Waschlauge
abgegeben werden als die Inhaltsstoffe der ersten Komponente. Durch die Trennung der
Inhaltsstoffe und Aufteilung auf zwei Komponenten wird eine Verbesserung der Waschleistung
im Vergleich zu der bei gleichzeitigem Einsatz der Inhaltsstoffe oder notwendigem
Verzicht auf einige Inhaltsstoffe erreicht.
[0011] Durch die getrennte Lagerung und Zusammenführung erst im Waschautomaten, kann nun
auch bei Flüssigwaschmitteln eine in der Waschlauge wirkende Kombination von Wirksubstanzen
erfolgen, die bisher nicht miteinander kombiniert werden konnten. Nun können bei Flüssigwaschmitteln
auch nicht miteinander verträgliche Komponenten, wie beispielsweise Bleichmittel und
Enzyme, während des Waschens miteinander wirken ohne zuvor bei Lagerung und Transport
miteinander vermischt sein zu müssen.
[0012] Bei der Auswahl der Inhaltsstoffe ist ein besonderes Augenmerk auf Verträglichkeit
untereinander und Löslichkeit miteinander zu richten.
[0013] Durch Wahl des Flüssigwaschmittels als erste Komponente und des Boosters als zweite
Komponente, werden direkt im Waschprozess zwei hochwirksame Komponenten miteinander
kombiniert, die vorher nicht miteinander in Kontakt kommen, das sie nicht ohne die
oben beschriebenen Nachteile miteinander kombinierbar wären. Somit kann im Ergebnis
auch bei Flüssigwaschmitteln eine mit Pulverwaschmitteln vergleichbare Reinigungsleistung
erzielt werden.
[0014] Es hat sich sogar gezeigt, dass zur Erreichung dieser vergleichbaren Reinigungsleistung
unter Nutzung der zweiten Komponente lediglich 2/3 der Flüssigwaschmittelmenge (Komponente
1) erforderlich ist, verglichen mit der Nutzung eines herkömmlichen Flüssigwaschmittels
mit nur einer Komponente.
[0015] Ein erfindungsgemäßes Waschmittel kann alle in solchen Mitteln üblichen Inhaltsstoffe,
wie beispielsweise Tenside, Builder, Cobuilder, Bleichmittel, Bleichaktivatoren und/oder
Bleichkatalysatoren, Soil repellents, alkalische Salze sowie Schauminhibitoren, Komplexbildner,
Sequestriermittel, Enzymstabilisatoren, Farbübertragungsinhibitoren, Vergrauungsinhibitoren,
optische Aufheller und UV-Absorber, Verdickungsmittel, Farb- und Duftstoffe oder ähnliches
enthalten, ohne dass es hierauf beschränkt ist.
[0016] Gemäß der Erfindung ist es bevorzugt, dass die Inhaltsstoffe nicht alle gemeinsam
in einer Komponente vorliegen, sondern gemäß ihrer Verträglichkeit miteinander und/oder
gemäß ihres Beitrags bei der Reinigungsleistung auf die beiden Waschmittelkomponenten
aufgeteilt sind. Hierbei ist es bevorzugt, dass die Komponente 1 wenigstens (ein)
anionische(s) Tensid(e), bevorzugt wenigstens (ein) nichtionische(s) Tensid(e), bevorzugt
wenigstens ein organisches Lösungsmittel und weniger als 5 Gew.-% an Buildern enthält.
Darüber hinaus kann Komponente 1 wenigstens einen der folgenden Inhaltsstoffe enthalten:
Bleichaktivatoren und/oder Bleichkatalysatoren, Enzyme, Farbübertragungsinhibitoren
und Fett- und Öllösemittel. Eine größere Menge an Buildern und Cobuildern, Komplexierungsmittel,
optische Aufheller, Bleichmittel, Komplexier- und/oder Sequestriermittel und ggf.
einen zusätzlichen Anteil an Tensiden (auch hier bevorzugt nichtionische und ggf.
anionische Tenside) enthält dagegen bevorzugt die zweite Komponente, die als Booster
dient. Erfindungsgemäß enthält der Booster einen Wasserenthärter und ein Bleichmittel,
jedoch muss der Booster nicht alle sonstigen genannten Inhaltsstoffe enthalten, sondern
vielmehr können weitere Inhaltsstoffe des Boosters aus den genannten ausgewählt werden.
Besonders bevorzugt ist es folgende Inhaltsstoffe voneinander zu trennen: Enzyme sollten
von Bleichmitteln getrennt werden, daher werden die Enzyme bevorzugt in Komponente
1 eingesetzt, Bleichmittel in Komponente 2. Optische Aufheller sollten von Farbübertragungsinhibitoren
getrennt werden, daher werden die Farbübertragungsinhibitoren bevorzugt in Komponente
1 eingesetzt, die optischen Aufheller bevorzugt in Komponente 2.
[0017] Wenigstens die Komponente 1 des Waschmittels liegt in Form einer Flüssigkeit vor.
Diese Komponente enthält Tenside, ausgewählt aus anionischen, nichtionischen, kationischen
und amphoteren Tensiden, wobei die Komponente 1 wenigstens (ein) anionische(s) Tensid(e)
enthält und die Anwesenheit anionischer und nichtionischer Tenside bevorzugt ist.
[0018] Als anionische Tenside werden bevorzugt Tenside vom Sulfonattyp, Alk(en)ylsulfate,
alkoxylierte Alk(en)ylsulfate, Estersulfonate und/oder Seifen eingesetzt.
[0019] Als Tenside vom Sulfonat-Typ kommen vorzugsweise C
9-C
13-Alkylbenzolsulfonate, Olefinsulfonate, d. h. Gemische aus Alken- und Hydroxyalkansulfonaten
sowie Disulfonaten, wie man sie beispielsweise aus C
12-C
18-Monoolefinen mit end- oder innenständiger Doppelbindung durch Sulfonieren mit gasförmigem
Schwefeltrioxid und anschliessende alkalische oder saure Hydrolyse der Sulfonierungsprodukte
erhält, in Betracht.
[0020] Als Alk(en)ylsulfate werden die Alkali- und insbesondere die Natriumsalze der Schwefelsäurehalbester
der C
10-C
18-Fettalkohole beispielsweise aus Kokosfettalkohol, Talgfettalkohol, Lauryl-, Myristyl-,
Cetyl- oder Stearylalkohol oder der C
8-C
20-Oxoalkohole und diejenigen Halbester sekundärer Alkohole dieser Kettenlänge bevorzugt.
Weiterhin bevorzugt sind Alk(en)ylsulfate der genannten Kettenlänge, welche einen
synthetischen, auf petrochemischer Basis hergestellten geradkettigen Alkylrest enthalten.
Aus waschtechnischem Interesse sind C
12-C
16-Alkylsulfate und C
12-C
15-Alkylsulfate sowie C
14-C
15-Alkylsulfate und C
14-C
16-Alkylsulfate insbesondere bevorzugt. Auch 2,3-Alkylsulfate, welche beispielsweise
als Handelsprodukte der Shell Oil Company unter dem Namen DAN
® erhalten werden können, sind geeignete Aniontenside.
[0021] Auch die Schwefelsäuremonoester der mit 1 bis 6 Mol Ethylenoxid ethoxylierten geradkettigen
oder verzweigten C
7-C
21-Alkohole, wie 2-methylverzweigte C
9-C
11-Alkohole mit im Durchschnitt 3,5 Mol Ethylenoxid (EO) oder C
12-C
18-Fettalkohole mit 1 bis 4 EO, sind geeignet. Sie werden in Waschmitteln aufgrund ihres
hohen Schaumverhaltens üblicherweise nur in relativ geringen Mengen, beispielsweise
in Mengen von 0 bis 5 Gew.- % eingesetzt.
[0022] Geeignet sind auch die Ester von α-Sulfofettsäuren (Estersulfonate), z.B. die α-sulfonierten
Methylester der hydrierten Kokos-, Palmkern- oder Talgfettsäuren.
[0023] Als weitere anionische Tenside kommen insbesondere Seifen in Betracht. Geeignet sind
insbesondere gesättigte Fettsäureseifen, wie die Salze der Laurinsäure, Myristinsäure,
Palmitinsäure, Stearinsäure, hydrierten Erucasäure und Behensäure sowie insbesondere
aus natürlichen Fettsäuren, z. B. Kokos-, Palmkern- oder Talgfettsäuren, abgeleitete
Seifengemische. Insbesondere sind solche Seifengemische bevorzugt, die zu 50 bis 100
Gew.-% aus gesättigten C
12-C
24-Fettsäureseifen und zu 0 bis 50 Gew.- % aus Olsäureseife zusammengesetzt sind.
[0024] Eine weitere Klasse von Aniontensiden ist die durch Umsetzung von Fettalkoholethoxylaten
mit Natriumchloracetat in Gegenwart basischer Katalysatoren zugängliche Klasse der
Ethercarbonsäuren. Sie haben die allgemeine Formel: RO-(CH
2-CH
2-O)
p-CH
2-COOH mit R = C
1-C
18 und p = 0,1 bis 20. Ethercarbonsäuren sind wasserhärteunempfindlich und weisen ausgezeichnete
Tensideigenschaften auf.
[0025] Die anionischen Tenside liegen bevorzugt in einer Menge von 10 Gew.-% bis 60 Gew.-%,
bevorzugt von 12,5 Gew.-% bis 50 Gew.-% und besonders bevorzugt von 15 bis 50 Gew.-%,
insbesondere von 15 bis 30 Gew.-% in der ersten Komponente vor.
[0026] Als nichtionische Tenside werden vorzugsweise alkoxylierte und/oder propoxylierte,
insbesondere primäre Alkohole mit vorzugsweise 8 bis 18 C-Atomen und durchschnittlich
1 bis 12 Mol Ethylenoxid (EO) und/oder 1 bis 10 Mol Propylenoxid (PO) pro Mol Alkohol
eingesetzt. Besonders bevorzugt sind C
8-C
16-Alkoholalkoxylate, vorteilhafterweise ethoxylierte und/oder propoxylierte C
10-C
15-Alkoholalkoxylate, insbesondere C
12-C
14-Alkoholalkoxylate, mit einem Ethoxylierungsgrad zwischen 2 und 10, vorzugsweise zwischen
3 und 8, und/oder einem Propoxylierungsgrad zwischen 1 und 6, vorzugsweise zwischen
1,5 und 5. Die angegebenen Ethoxylierungs- und Propoxylierungsgrade stellen statistische
Mittelwerte dar, die für ein spezielles Produkt eine ganze oder eine gebrochene Zahl
sein können. Bevorzugte Alkoholethoxylate und -propoxylate weisen eine eingeengte
Homologenverteilung auf (narrow range ethoxylates/propoxylates, NRE/NRP). Zusätzlich
zu diesen nichtionischen Tensiden können auch Fettalkohole mit mehr als 12 EO eingesetzt
werden. Beispiele hierfür sind (Talg-) Fettalkohole mit 14 EO, 16 EO, 20 EO, 25 EO,
30 EO oder 40 EO.
[0027] Außerdem können als weitere nichtionische Tenside auch Alkylglycoside der allgemeinen
Formel RO(G)
x, z. B. als Compounds, besonders mit anionischen Tensiden, eingesetzt werden, in der
R einen primären geradkettigen oder methylverzweigten, insbesondere in 2-Stellung
methylverzweigten aliphatischen Rest mit 8 bis 22, vorzugsweise 12 bis 18 C-Atomen
bedeutet und G das Symbol ist, das für eine Glycoseeinheit mit 5 oder 6 C-Atomen,
vorzugsweise für Glucose, steht. Der Oligomerisierungsgrad x, der die Verteilung von
Monoglycosiden und Oligoglycosiden angibt, ist eine beliebige Zahl zwischen 1 und
10; vorzugsweise liegt x bei 1,1 bis 1,4. Ein Beispiel für ein geeignetes Alkylpolyglucosid
ist Lutensol GD 70 von BASF.
[0028] Eine weitere Klasse bevorzugt eingesetzter nichtionischer Tenside, die entweder als
alleiniges nichtionisches Tensid oder in Kombination mit anderen nichtionischen Tensiden,
insbesondere zusammen mit alkoxylierten Fettalkoholen und/oder Alkylglycosiden, eingesetzt
werden, sind alkoxylierte, vorzugsweise ethoxylierte oder ethoxylierte und propoxylierte
Fettsäurealkylester, vorzugsweise mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen in der Alkylkette,
insbesondere Fettsäuremethylester. Besonders bevorzugt sind C
12-C
18-Fettsäuremethylester mit durchschnittlich 3 bis 15 EO, insbesondere mit durchschnittlich
5 bis 12 EO.
[0029] Auch nichtionische Tenside vom Typ der Aminoxide, beispielsweise N-Kokosalkyl-N,N-dimethyl-aminoxid
und N-Talgalkyl-N,N-dihydroxyethylaminoxid, und der Fettsäurealkanolamide können geeignet
sein. Die Menge dieser nichtionischen Tenside beträgt vorzugsweise nicht mehr als
die der ethoxylierten Fettalkohole, insbesondere nicht mehr als die Hälfte davon.
[0030] Kationaktive Tenside enthalten den die Oberflächenaktivität bedingenden hochmolekularen
hydrophoben Rest bei Dissoziation in wässriger Lösung im Kation. Wichtigste Vertreter
der Kationtenside sind die quartären Ammoniumverbindungen der allgemeinen Formel:
(R
1R
2R
3R
4N
+)X
-. Dabei steht R
1 für C
1-C
8-Alk(en)yl, R
2 bis R
4 unabhängig voneinander für C
nH
2n+1-p-x-(Y
1CO)R
5)
p-(Y
2H)
x, wobei n für ganze Zahlen ohne 0 steht und p und x für ganze Zahlen oder 0 stehen.
Y
1 und Y
2 stehen unabhängig voneinander für O, N oder NH. R
5 bezeichnet eine C
3-C
23-Alk(en)ylkette. X ist ein Gegenion, das bevorzugt aus der Gruppe der Alkylsulfate
und Alkylcarbonate ausgewählt ist. Besonders bevorzugt sind Kationtenside, bei denen
die Stickstoff-Gruppe mit zwei-langen Acyl- und zwei kurzen Alk(en)yl-Resten substituiert
ist.
[0031] Amphotere oder ampholytische Tenside weisen mehrere funktionelle Gruppen auf, die
in wässriger Lösung ionisieren können und dabei - je nach Bedingungen des Mediums
- den Verbindungen anionischen oder kationischen Charakter verleihen. In der Nähe
des isoelektrischen Punktes bilden die Amphotenside innere Salze, wodurch sie in Wasser
schwer- oder unlöslich werden können. Amphotenside werden in Ampholyte und Betaine
unterteilt, wobei letztere in Lösung als Zwitterionen vorliegen. Ampholyte sind amphotere
Elektrolyte, d. h. Verbindungen, die sowohl saure als auch basische hydrophile Gruppen
besitzen und sich also je nach Bedingung sauer oder basisch verhalten. Als Betaine
bezeichnet man Verbindungen mit der Atomgruppierung R
3N
+-CH
2-COO
-, die typische Eigenschaften von Zwitterionen zeigen.
[0032] Als weitere Tenside kommen sogenannte Gemini-Tenside in Betracht. Hierunter werden
im allgemeinen solche Verbindungen verstanden, die zwei hydrophile Gruppen und zwei
hydrophobe Gruppen pro Molekül besitzen. Diese Gruppen sind in der Regel durch einen
sogenannten "Spacer" voneinander getrennt. Dieser Spacer ist in der Regel eine Kohlenstoffkette,
die lang genug sein sollte, dass die hydrophilen Gruppen einen ausreichenden Abstand
haben, damit sie unabhängig voneinander agieren können. Derartige Tenside zeichnen
sich im Allgemeinen durch eine ungewöhnlich geringe kritische Micellkonzentration
und die Fähigkeit, die Oberflächenspannung des Wassers stark zu reduzieren, aus. In
Ausnahmefällen werden jedoch unter dem Ausdruck Gemini-Tenside nicht nur dimere, sondern
auch trimere Tenside verstanden.
[0033] Geeignete Gemini-Tenside sind beispielsweise sulfatierte Hydroxymischether oder Dimeralkohol-bis
- und Trimeralkohol-tris-sulfate und -ethersulfate. Endgruppenverschlossene dimere
und trimere Mischether zeichnen sich insbesondere durch ihre Bi-und Multifunktionalität
aus. So besitzen die genannten endgruppenverschlossenen Tenside gute Netzeigenschaften
und sind dabei schaumarm, so dass sie sich insbesondere für den Einsatz in maschinellen
Wasch- oder Reinigungsverfahren eignen. Eingesetzt werden können aber auch Gemini-Polyhydroxyfettsäureamide
oder Poly-Polyhydroxyfettsäureamide.
[0034] Die Gesamtmenge an in der erfindungsgemäßen Komponente 1 enthaltenen Tensiden beträgt
vorzugsweise 1 Gew.-% bis 75 Gew.-%, bevorzugt 10 Gew.-% bis 60 Gew.-%, und besonders
bevorzugt 20 Gew.-% bis 55 Gew.-%. Bevorzugt werden Mischungen aus anionischen und
nichtionischen Tensiden eingesetzt. Es ist bevorzugt, dass die anionischen Tenside
in einer Menge von 10 Gew.-% bis 60 Gew.-%, bevorzugt von 15 Gew.-% bis 55 Gew.-%
und besonders bevorzugt von 20 bis 50 Gew.-%, insbesondere von 25 bis 40 Gew.-% eingesetzt
werden bzw. die nichtionischen Tenside in einer Menge von 1 bis 25 Gew.-%, bevorzugt
2,5 Gew.-% bis 20 Gew.-%, besonders bevorzugt von 5 Gew.-% bis 15 Gew.-%.
[0035] Bevorzugt werden auch in Komponente 2 Tenside eingesetzt. Auch hier kann aus anionischen,
nichtionischen oder amphotheren Tensiden ausgewählt werden, wobei in der Booster-Komponente
bevorzugt (wenigstens) nichtionische Tenside und ggf. anionische und/oder amphothere
Tendside eingesetzt werden. Die in Komponente 2 eingesetzte Menge an Tensiden beträgt
erfindungsgemäß 0,2 bis 15 Gew.-%, bevorzugt 0,5 bis 10 Gew.-% und weiter bevorzugt
1 bis 5 Gew.-%.
[0036] Als Enzyme kommen insbesondere solche aus der Klasse der Hydrolasen, wie der Proteasen,
Esterasen, Lipasen bzw. lipolytisch wirkenden Enzyme, Amylasen, Cellulasen bzw. andere
Glycosylhydrolasen und Gemische der genannten Enzyme in Frage. Alle diese Hydrolasen
tragen in der Wäsche zur Entfernung von Verfleckungen, wie protein-, fett- oder stärkehaltigen
Verfleckungen, und Vergrauungen bei. Cellulasen und andere Glycosylhydrolasen können
durch das Entfernen von Pilling und Mikrofibrillen zur Farberhaltung und zur Erhöhung
der Weichheit des Textils beitragen. Zur Bleiche beziehungsweise zur Hemmung der Farbübertragung
können auch Oxidoreduktasen eingesetzt werden.
[0037] Besonders gut geeignet sind Enzyme aus Bakterienstämmen oder Pilzen, wie Bacillus
subtilis, Bacillus licheniformis, Streptomyces griseus und Humicola insolens gewonnene
enzymatische Wirkstoffe. Vorzugsweise werden Proteasen vom Subtilisin-Typ und insbesondere
Proteasen, die aus Bacillus lentus gewonnen werden, eingesetzt. Dabei sind Enzymmischungen,
beispielsweise aus Protease und Amylase oder Protease und Lipase bzw. lipolytisch
wirkenden Enzymen oder Protease und Cellulase oder aus Cellulase und Lipase bzw. lipolytisch
wirkenden Enzymen oder aus Protease, Amylase und Lipase bzw. lipolytisch wirkenden
Enzymen oder Protease, Lipase bzw. lipolytisch wirkenden Enzymen und Cellulase, insbesondere
jedoch protease- und/oder lipasehaltige Mischungen bzw. Mischungen mit lipolytisch
wirkenden Enzymen von besonderem Interesse. Beispiele für derartige lipolytisch wirkende
Enzyme sind die bekannten Cutinasen. Auch Peroxidasen oder Oxidasen haben sich in
einigen Fällen als geeignet erwiesen. Zu den geeigneten Amylasen zählen insbesondere
a-Amylasen, Iso-Amylasen, Pullulanasen und Pektinasen. Als Cellulasen werden vorzugsweise
Cellobiohydrolasen, Endoglucanasen und beta - Glucosidasen, die auch Cellobiasen genannt
werden, bzw. Mischungen aus diesen eingesetzt. Da sich die verschiedenen Cellulase-Typen
durch ihre CMCase- und Avicelase-Aktivitäten unterscheiden, können durch gezielte
Mischungen der Cellulasen die gewünschten Aktivitäten eingestellt werden.
[0038] Der Anteil der Enzyme beziehungsweise Enzymmischungen kann in der Gesamt-Waschmittelzusammensetzung
(beide Komponenten) beispielsweise etwa 0,1 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise 0,1 bis etwa
3 Gew.-% betragen, wobei die Enzyme bevorzugt nur in der ersten Komponente in diesen
Mengen eingesetzt werden.
[0039] Als Builder werden Substanzen bezeichnet, die in der Lage sind bestimmte Substanzen,
insbesondere in der Waschflotte vorliegende Ionen an sich zu binden oder zu komplexieren.
Insbesondere werden im Wasser vorliegende Ca
2+ Ionen und Mg
2+-Ionen gebunden, so dass die Builder gleichzeitig als Wasserenthärter dienen.
[0040] Als Builder kann beispielsweise feinkristalliner, synthetischer und gebundenes Wasser
enthaltender Zeolith eingesetzt werden, vorzugsweise Zeolith A und/oder P. Als Zeolith
P wird beispielsweise Zeolith MAP
(R) (Handelsprodukt der Firma Crosfield) besonders bevorzugt. Geeignet sind jedoch auch
Zeolith X sowie Mischungen aus A, X und/oder P. Von besonderem Interesse ist auch
ein cokristallisiertes Natrium/Kalium-Aluminiumsilicat aus Zeolith A und Zeolith X,
welches als VEGOBOND AX
(R)(Handelsprodukt der Firma Condea) im Handel erhältlich ist. Der Zeolith kann vorzugsweise
als sprühgetrocknetes Pulver zum Einsatz kommen. Für den Fall, dass der Zeolith als
Suspension eingesetzt wird, kann diese geringe Zusätze an nichtionischen Tensiden
als Stabilisatoren enthalten, beispielsweise 1 bis 3 Gew.-% bezogen auf Zeolith, an
ethoxylierten C
12-C
18-Fettalkoholen mit 2 bis 5 Ethylenoxidgruppen, C
12-C
14-Fettalkoholen mit 4 bis 5 Ethylenoxidgruppen oder ethoxylierten Isotridecanolen.
Geeignete Zeolithe weisen eine mittlere Teilchengrösse von weniger als 10µm (Volumenverteilung;
Messmethode: Coulter Counter) auf und enthalten vorzugsweise 18 bis 22 Gew.-% , insbesondere
20 bis 22 Gew.-% an gebundenem Wasser. Daneben können auch Phosphate als Buildersubstanzen
eingesetzt werden.
[0041] Geeignete Substitute bzw. Teilsubstitute für Phosphate und Zeolithe sind kristalline,
schichtförmige Natriumsilicate der allgemeinen Formel NaMSi
xO
2x+1 y H
2O, wobei M Natrium oder Wasserstoff bedeutet, x eine Zahl von 1,9 bis 4 und y eine
Zahl von 0 bis 20 ist und bevorzugte Werte für x 2, 3 oder 4 sind. Bevorzugte kristalline
Schichtsilicate der angegebenen Formel sind solche, in denen M für Natrium steht und
x die Werte 2 oder 3 annimmt. Insbesondere sind sowohl beta - als auch d-Natriumdisilicate
Na
2Si
2O
5 y H
2O bevorzugt.
[0042] Zu den bevorzugten Buildersubstanzen gehören auch amorphe Natriumsilicate mit einem
Modul Na
2O: SiO
2 von 1: 2 bis 1: 3,3, vorzugsweise von 1: 2 bis 1: 2,8 und insbesondere von 1: 2 bis
1: 2,6, welche löseverzögert sind und Sekundärwascheigenschaften aufweisen. Die Löseverzögerung
gegenüber herkömmlichen amorphen Natriumsilicaten kann dabei auf verschiedene Weise,
beispielsweise durch Oberflächenbehandlung, Compoundierung, Kompaktierung/Verdichtung
oder durch Übertrocknung hervorgerufen worden sein. Im Rahmen dieser Erfindung wird
unter dem Begriff "amorph" auch "röntgenamorph" verstanden. Dies heißt, dass die Silicate
bei Röntgenbeugungsexperimenten keine scharfen Röntgenreflexe liefern, wie sie für
kristalline Substanzen typisch sind, sondern allenfalls ein oder mehrere Maxima der
gestreuten Röntgenstrahlung, die eine Breite von mehreren Gradeinheiten des Beugungswinkels
aufweisen. Es kann jedoch sehr wohl sogar zu besonders guten Buildereigenschaften
führen, wenn die Silicatpartikel bei Elektronenbeugungsexperimenten verwaschene oder
sogar scharfe Beugungsmaxima liefern. Dies ist so zu interpretieren, dass die Produkte
mikrokristalline Bereiche der Grösse 10 bis einige Hundert nm aufweisen, wobei Werte
bis max. 50 nm und insbesondere bis max. 20 nm bevorzugt sind. Insbesondere bevorzugt
sind verdichtete/kompaktierte amorphe Silicate, compoundierte amorphe Silicate und
übertrocknete röntgenamorphe Silicate.
[0043] Als Builder sind außerdem bevorzugt wasserlösliche Polymere, beispielsweise polymere
Polycarboxylate geeignet, dies sind beispielsweise die Alkalimetallsalze der Polyacrylsäure
oder der Polymethacrylsäure, beispielsweise solche mit einer relativen Molekülmasse
von 500 bis 70 000 g / mol.
[0044] Bei den für polymere Polycarboxylate angegebenen Molmassen handelt es sich um gewichtsmittlere
Molmassen M
w der jeweiligen Säureform, die grundsätzlich mittels Gelpermeationschromatographie
(GPC) bestimmt wurden, wobei ein UV-Detektor eingesetzt wurde. Die Messung erfolgte
dabei gegen einen externen Polyacrylsäure-Standard, der aufgrund seiner strukturellen
Verwandtschaft mit den untersuchten Polymeren realistische Molgewichtswerte liefert.
Diese Angaben weichen deutlich von den Molgewichtsangaben ab, bei denen Polystyrolsulfonsäuren
als Standard eingesetzt werden. Die gegen Polystyrolsulfonsäuren gemessenen Molmassen
sind in der Regel deutlich höher als die in dieser Schrift angegebenen Molmassen.
[0045] Als Builder geeignete Polymere sind insbesondere Polyacrylate, die bevorzugt eine
Molekülmasse von 2 000 bis 20 000 g / mol aufweisen. Aufgrund ihrer überlegenen Löslichkeit
können aus dieser Gruppe wiederum die kurzkettigen Polyacrylate, die Molmassen von
2 000 bis 10 000 g / mol, und besonders bevorzugt von 3 000 bis 5 000 g / mol, aufweisen,
bevorzugt sein. Beispiele für geeignete Polyacrylate sind die der Sokalan
® Reihe von BASF; beispielsweise Sokalan CP10 und Sokalan PA25 Cl, ohne auf diese beschränkt
zu sein.
[0046] Geeignete Polymere können auch Substanzen umfassen, die teilweise oder vollständig
aus Einheiten aus Vinylalkohol oder dessen Derivaten bestehen.
[0047] Als Builder geeignet sind weiterhin copolymere Polycarboxylate, insbesondere solche
der Acrylsäure mit Methacrylsäure und der Acrylsäure oder Methacrylsäure mit Maleinsäure.
Als besonders geeignet haben sich Copolymere der Acrylsäure mit Maleinsäure erwiesen,
die 50 bis 90 Gew.-% Acrylsäure und 50 bis 10 Gew.-% Maleinsäure enthalten. Ihre relative
Molekülmasse, bezogen auf freie Säuren, beträgt im allgemeinen 2 000 bis 70 000 g
/ mol, vorzugsweise 20 000 bis 50 000 g / mol und insbesondere 30 000 bis 40 000 g
/ mol.
[0048] Zur Verbesserung der Wasserlöslichkeit können die Polymere auch Allylsulfonsäuren,
wie beispielsweise Allyloxybenzolsulfonsäure und Methallylsulfonsäure, als Monomer
enthalten.
[0049] Insbesondere bevorzugt sind auch biologisch abbaubare Polymere aus mehr als zwei
verschiedenen Monomereinheiten, beispielsweise solche, die als Monomere Salze der
Acrylsäure und der Maleinsäure sowie Vinylalkohol bzw. Vinylalkohol-Derivate oder
als Monomere Salze der Acrylsäure und der 2-Alkylallylsulfonsäure sowie Zuckerderivate
enthalten.
[0050] Weitere als Builder geeignete Copolymere sind solche, die als Monomere beispielsweise
Acrolein und Acrylsäure/Acrylsäuresalze bzw. Acrolein und Vinylacetat aufweisen.
[0051] Die hier bisher genannten Polymere werden in den erfindungsgemäßen Waschmitteln als
bevorzugte Builderkomponenten (Wasserenthärter) eingesetzt.
[0052] Weitere geeignete Buildersubstanzen sind Polyacetale, welche durch Umsetzung von
Dialdehyden mit Polyolcarbonsäuren, welche 5 bis 7 C-Atome und mindestens 3 Hydroxylgruppen
aufweisen, erhalten werden können. Bevorzugte Polyacetale werden aus Dialdehyden wie
Glyoxal, Glutaraldehyd, Terephthalaldehyd sowie deren Gemischen und aus Polyolcarbonsäuren
wie Gluconsäure und/oder Glucoheptonsäure erhalten.
[0053] Weitere geeignete organische Buildersubstanzen sind Dextrine, beispielsweise Oligomere
bzw. Polymere von Kohlenhydraten, die durch partielle Hydrolyse von Stärken erhalten
werden können. Die Hydrolyse kann nach üblichen, beispielsweise säure- oder enzymkatalysierten
Verfahren durchgeführt werden. Vorzugsweise handelt es sich um Hydrolyseprodukte mit
mittleren Molmassen im Bereich von 400 bis 500 000 g / mol. Dabei ist ein Polysaccharid
mit einem Dextrose-äquivalent (DE) im Bereich von 0,5 bis 40, insbesondere von 2 bis
30 bevorzugt, wobei DE ein gebräuchliches Maß für die reduzierende Wirkung eines Polysaccharids
im Vergleich zu Dextrose, welche ein DE von 100 besitzt, ist. Brauchbar sind sowohl
Maltodextrine mit einem DE zwischen 3 und 20 und Trockenglucosesirupe mit einem DE
zwischen 20 und 37 als auch sogenannte Gelbdextrine und Weissdextrine mit höheren
Molmassen im Bereich von 2 000 bis 30 000 g / mol.
[0054] Bei den oxidierten Derivaten derartiger Dextrine handelt es sich um deren Umsetzungsprodukte
mit Oxidationsmitteln, welche in der Lage sind, mindestens eine Alkoholfunktion des
Saccharidrings zur Carbonsäurefunktion zu oxidieren. Dabei handelt es sich um an C
6 und/oder unter Ringöffnung an C
2 / C
3 des Saccharidrings oxidierte Produkte. Ein an C
6 des Saccharidrings oxidiertes Produkt kann besonders vorteilhaft sein.
[0055] Auch Oxydisuccinate und andere Derivate von Disuccinaten, vorzugsweise Ethylendiamindisuccinat,
sind weitere geeignete Cobuilder. Dabei wird Ethylendiamin-N,N'-disuccinat (EDDS)
bevorzugt in Form seiner Natrium- oder Magnesiumsalze verwendet. Weiterhin bevorzugt
sind in diesem Zusammenhang auch Glycerindisuccinate und Glycerintrisuccinate. Geeignete
Einsatzmengen liegen in zeolithhaltigen und/oder silicathaltigen Formulierungen bei
3 bis 15 Gew.-%.
[0056] Weitere brauchbare organische Cobuilder sind beispielsweise acetylierte Hydroxycarbonsäuren
bzw. deren Salze, welche gegebenenfalls auch in Lactonform vorliegen können und welche
mindestens 4 Kohlenstoffatome und mindestens eine Hydroxygruppe sowie maximal zwei
Säuregruppen enthalten.
[0057] Die Builder werden in der ersten Komponente erfindungsgemäß in geringen Mengen eingesetzt,
bevorzugt in Mengen von weniger als 10 Gew.-%, weiter bevorzugt von weniger als 5
Gew.-%, noch weiter bevorzugt von weniger als 2,5 Gew.-%, insbesondere von weniger
als 1 Gew.-%. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform enthält die Komponente
1 keine Builder. In der Booster- Komponente (Komponente 2) werden dagegen bevorzugt
Builder eingesetzt, und zwar in Mengen von 1 bis 40 Gew.-%, bevorzugt in Mengen von
2,5 bis 35 Gew.-%, besonders bevorzugt in Mengen von 5 bis 25 Gew.-%. Bei Anwesenheit
eines Bleichmittels in der Booster-Komponente kann der Builder-Anteil noch etwas reduziert
werden, so dass bei Anwesenheit eines Bleichmittels die bevorzugte Buildermenge in
Komponente 2 bei 5 bis 20 Gew.-% liegt. Insbesondere bevorzugte Builder in der Booster-Komponente
sind die oben genannten wasserlöslichen Polymere.
[0058] Sequestriermittel halten Mineralsalze in Lösung und verhindern dadurch deren Niederschlag
aus Mineralsalz-haltigen Lösungen. Als Sequestriermittel sind daher auch die zuvor
genannten Builder, insbesondere die polymeren Builderstoffe geeignet, ebenso wie die
nachfolgend beschriebenen Komplexbildner. Als geeignete Sequestriermittel werden außerdem
Phosphonate eingesetzt, beispielsweise 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonsäure (HEDP),
Amino-tris(methylenphosphonsäure) (ATMP), Ethylendiamin-tetra(methylenphosphonsäure)
(EDTMP), Diethylentriamin-penta(methylenphosphonsäure) (DTPMP), Hexamethylendiamin-tetra(methylenphosphonsäure)
(HDTMP), Hydroxyethyl-amino-di(methylenphosphonsäure) (HEMPA), Bis-(hexamethylen)-triamin-penta(methylenphosphonsäure)
bzw. deren jeweiligen Salze, 2-Phosphonobutan-1,2,4-tricarbonsäure (PBTC), 2-Phosphonobutan-1,2,4-tricarbonsäure
bzw. deren jeweiligen Salze oder Ethanhydroxy-1,1,2-triphosphonat, ohne auf diese
beschränkt zu sein. Sequestriermittel dieser Art sind beispielsweise von der Firma
Zschimmer und Schwarz, Burgstädt, Deutschland auf dem Markt erhältlich.
[0059] Als geeignete Komplexiermittel kommen alle als solche bekannten Mittel in Betracht,
insbesondere können Aminocarboxylate, (Poly)Phosphate, Dicarbonsäuren oder Hydroxysäuren
eingesetzt werden. Bei den Aminocarboxylaten sind Methylglycindiessigsäure (MGDA,
erhältlich bspw. als Trilon
® M von BASF), IDA (Iminodiessigsäure), NTA (Nitrilotriessigsäure), EDTA (Ethylendiamintetraessigsäure),
EGTA (Ethylenglycoltetraessigsäure) und Iminodisuccinat-Tetranatriumsalz bevorzugt,
außerdem Triethanolamin, ohne auf diese beschränkt zu sein.
[0060] Als Komplexiermittel brauchbare organische Substanzen sind beispielsweise die in
Form ihrer Natriumsalze einsetzbaren Polycarbonsäuren oder Hydroxysäuren, wobei unter
Polycarbonsäuren solche Carbonsäuren verstanden werden, die mehr als eine Säurefunktion
tragen. Beispielsweise sind dies die Salze der Citronensäure, Milchsäure, Adipinsäure,
Bernsteinsäure, Oxalsäure, Glutarsäure, Äpfelsäure, Weinsäure, Maleinsäure, Fumarsäure,
Zuckersäuren, Aminocarbonsäuren, Nitrilotriessigsäure (NTA) und deren Abkömmlinge
(Derivate) sowie Mischungen aus diesen. Bevorzugte Salze sind die Salze der Polycarbonsäuren
wie Citronensäure, Adipinsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure, Weinsäure, Zuckersäuren
und Mischungen aus diesen.
[0061] Auch die Säuren an sich können eingesetzt werden. Die Säuren besitzen neben ihrer
Komplexierwirkung typischerweise auch die Eigenschaft einer Säuerungskomponente und
dienen somit auch zur Einstellung eines niedrigeren und milderen pH-Werts von Wasch-
oder Reinigungsmitteln. Insbesondere sind hierbei Citronensäure, Milchsäure, Bernsteinsäure,
Glutarsäure, Adipinsäure, Gluconsäure und beliebige Mischungen aus diesen zu nennen.
Weitere einsetzbare Säuerungsmittel sind bekannte pH-Regulatoren wie Natriumhydrogencarbonat,
Natriumuhydrogensulfat.
[0062] Auch Komplexbildner der BayPure
® Reihe von Bayer Ag, Deutschland können geeignete Komplexbildner darstellen.
[0063] Auch die Komplexbildner werden in der ersten Komponente erfindungsgemäß in geringen
Mengen eingesetzt, bevorzugt in Mengen von weniger als 5 Gew.-%, weiter bevorzugt
von weniger als 2,5 Gew.-%, noch weiter bevorzugt von weniger als 1 Gew.-%. In einer
besonders bevorzugten Ausführungsform enthält die Komponente 1 keine Komplexbildner.
In der Booster- Komponente (Komponente 2) werden dagegen bevorzugt Komplexbildner
eingesetzt, und zwar in Mengen von 1 bis 40 Gew.-%, bevorzugt in Mengen von 2,5 bis
35 Gew.-%, besonders bevorzugt in Mengen von 5 bis 25 Gew.-%. Aufgrund der Anwesenheit
eines Bleichmittels in der Booster-Komponente kann der Komplexbildner-Anteil noch
etwas reduziert werden, so dass bei Anwesenheit eines Bleichmittels die bevorzugte
Komplexbildnermenge in Komponente 2 bei 5 bis 20 Gew.-% liegt. Besonders bevorzugte
Komplexbildner sind die zuvor genannten Aminocarboxylate.
[0064] Unter den als Bleichmittel dienenden, in Wasser H
2O
2 liefernden Verbindungen haben das Natriumpercarbonat, das Natriumperborattetrahydrat
und das Natriumperboratmonohydrat besondere Bedeutung. Weitere brauchbare Bleichmittel
sind beispielsweise Peroxypyrophosphate, Citratperhydrate sowie H
2O
2 liefernde persaure Salze oder Persäuren, wie Perbenzoate, Peroxophthalate, Diperazelainsäure,
Phthaloiminopersäure oder Diperdodecandisäure. Auch Bleichmittel aus der Gruppe der
organischen Bleichmittel können eingesetzt werden. Typische organische Bleichmittel
sind die Diacylperoxide, wie z.B. Dibenzoylperoxid. Weitere typische organische Bleichmittel
sind die Peroxysäuren, wobei als Beispiele besonders die Alkylperoxysäuren und die
Arylperoxysäuren genannt werden. Bevorzugte Vertreter sind (a) die Peroxybenzoesäure
und ihre ringsubstituierten Derivate, wie Alkylperoxybenzoesäuren, aber auch Peroxy-alpha-Naphtoesäure
und Magnesiummonoperphthalat, (b) die aliphatischen oder substituiert aliphatischen
Peroxysäuren, wie Peroxylaurinsäure, Peroxystearinsäure, epsilon-Phthalimidoperoxycapronsäure
[Phthaloiminoperoxyhexansäure (PAP)], o-Carboxybenzamidoperoxycapronsäure, N-nonenylamidoperadipinsäure
und N-nonenylamidopersuccinate, und (c) aliphatische und araliphatische Peroxydicarbonsäuren,
wie 1,12-Diperoxycarbonsäure, 1,9-Diperoxyazelainsäure, Diperocysebacinsäure, Diperoxybrassylsäure,
die Diperoxyphthalsäuren, 2-Decyldiperoxybutan-1,4-disäure, N,N-Terephthaloyl-di(6-aminopercapronsäure)
können eingesetzt werden.
[0065] Besonders bevorzugte Bleichmittel gemäß der vorliegenden Erfindung sind solche, die
H
2O
2 generieren, oder auch das H
2O
2 selbst. Ebenfalls bevorzugt Bleichmittel sind Phthalimido-Peroxo-carpronsäure (PAP),
Natrium-nonanonyloxybenzolsulfonat (NOBS) und Natrium-4-(2-decanoyloxyethoxycarbonyloxy)benzolsulfonat
(DECOBS) und die Decanoyloxybenzoesäure (DOBA) bzw. Dioxyrane.
[0066] Als Bleichmittel können auch Chlor oder Brom freisetzende Substanzen eingesetzt werden,
sind jedoch nicht bevorzugt. Unter den geeigneten Chlor oder Brom freisetzenden Materialien
kommen beispielsweise heterocyclische N-Brom- und N-Chloramide, beispielsweise Trichlorisocyanursäure,
Tribromisocyanursäure, Dibromisocyanursäure und/oder Dichlorisocyanursäure (DlCA)
und/oder deren Salze mit Kationen wie Kalium und Natrium in Betracht. Hydantoinverbindungen,
wie 1,3-Dichlor-5,5-dimethylhydanthoin sind ebenfalls geeignet.
[0067] Der Gehalt an Bleichmittel in der Bleichmittelhaltigen Komponente beträgt vorzugsweise
1 bis 40 Gew.- %, bevorzugt 2 bis 20 Gew.-% und insbesondere 3 bis 15 Gew.- %, wobei
besonders bevorzugt Perboratmonohydrat und/oder Percarbonat oder unmittelbar H
2O
2 eingesetzt wird. Sollte H
2O
2 direkt eingesetzt werden, ist es bevorzugt hiervon 5 bis 10 Gew.-%, besonders bevorzugt
6 bis 8 Gew.-% einzusetzen.
[0068] Als Bleichaktivatoren können Verbindungen, die unter Perhydrolysebedingungen aliphatische
Peroxocarbonsäuren mit vorzugsweise 1 bis 10 C-Atomen, insbesondere 2 bis 4 C-Atomen,
und/oder gegebenenfalls substituierte Perbenzoesäure ergeben, eingesetzt werden. Geeignet
sind Substanzen, die O- und/oder N-Acylgruppen der genannten C-Atomzahl und/oder gegebenenfalls
substituierte Benzoylgruppen tragen, wie Substanzen aus der Klasse der Anhydride,
der Ester, der Imide und der acylierten Imidazole oder Oxime. Bevorzugt sind mehrfach
acylierte Alkylendiamine, insbesondere Tetraacetylethylendiamin (TAED), Tetraacetylmethylendiamin
TAMD und Tetraacetylhexylendiamin TAHD, aber auch Pentaacetylglucose PAG, 1,5-Diacetyl-2,2-dioxo-hexa-
hydro-1,3,5-triazin DADHT und Isatosäureanhydrid ISA, acylierte Triazinderivate, insbesondere
1,5-Diacetyl-2,4-dioxohexahydro-1,3,5-triazin (DADHT), acylierte Glykolurile, insbesondere
Tetraacetylglykoluril (TAGU), N-Acylimide, insbesondere N-Nonanoylsuccinimid (NOSI),
acylierte Phenolsulfonate, insbesondere n-Nonanoyl- oder Isononanoyloxybenzolsulfonat
(n-bzw. iso-NOBS), Carbonsäureanhydride, insbesondere Phthalsäureanhydrid, acylierte
mehrwertige Alkohole, insbesondere Triacetin, Ethylenglykoldiacetat und 2,5-Diacetoxy-2,5-dihydrofuran,
n-Methyl-Morpholinium-Acetonitril-Methylsulfat (MMA), und die aus den deutschen Patentanmeldungen
DE 196 16 693 und
DE 196 16 767 bekannten Enolester sowie acetyliertes Sorbitol und Mannitol beziehungsweise deren
Mischungen (SORMAN), acylierte Zuckerderivate, insbesondere Pentaacetylglukose (PAG),
Pentaacetylfruktose, Tetraacetylxylose und Octaacetyllactose sowie acetyliertes, gegebenenfalls
N-alkyliertes Glucamin und Gluconolacton, und/oder N-acylierte Lactame, beispielsweise
N-Benzoylcaprolactam. Hydrophil substituierte Acylacetale und Acyllactame werden ebenfalls
bevorzugt eingesetzt. Auch Kombinationen konventioneller Bleichaktivatoren können
eingesetzt werden.
[0069] Besonders bevorzugte Bleichaktivatoren sind TAED, Acetylcaprolactam (erhältlich als
Peractive LAC), oder auch Fotokatalysatoren, die Luftsauerstoff nutzen.
[0070] Zusätzlich zu den konventionellen Bleichaktivatoren oder an deren Stelle können auch
sogenannte Bleichkatalysatoren eingesetzt werden. Bei diesen Stoffen handelt es sich
um bleichverstärkende Übergangsmetallsalze bzw. Übergangsmetallkomplexe wie beispielsweise
Mn-, Fe-, Co-, Ru - oder Mo-Schalenkomplexe oder - carbonylkomplexe. Auch Mn-, Fe-,
Co-, Ru-, Mo-, Ti-, V- und Cu-Komplexe mit N-haltigen Tripod-Liganden sowie Co-, Fe-,
Cu- und Ru-Aminkomplexe sind als Bleichkatalysatoren verwendbar. Unter diesen sind
die Mangan III Katalysatoren, insbesondere Mangansalze, Mangan-Triazacyclononan-Komplexe,
Mangan-Schiff-Basen Komplexe, Manganquerverbrückte macrocyclische Komplexe, Mangan-Komplexe
mit 2,2':6,2"-Terpyriden und Mangan-Komplexe mit Polypyridinamin-Liganden; Eisen-Katalysatoren,
insbesondere Fe-Komplexe mit Pentadentat Stickstoff-Donor Liganden und solche mit
macrocyclischen Tetraamidat-Liganden; auf Kobalt basierende Katalysatoren zur H
2O
2-Aktivierung, insbesondere Kobalt-Pentaamin-Komplexe und Kobalt-Komplexe mit Polypyridinamin-Liganden
bevorzugt.
[0071] Die Bleichkatalysatoren werden in üblicherweise in Mengen bis zu 5 Gew.-%, insbesondere
von 0,0025 Gew.-% bis 1 Gew.-% und besonders bevorzugt von 0,01 Gew.-% bis 0,25 Gew.-%,
jeweils bezogen auf das gesamte Mittel, eingesetzt. Der Bleichaktivator kann nach
Bedarf, bevorzugt in Mengen von 0,05 bis 15 Gew.-% eingesetzt werden.
[0072] In einer bevorzugten Ausführungsform enthält die erste Komponente, insbesondere 1
bis 10 Gew.-% Bleichaktivator oder 0,01 bis 2 Gewichtsprozent eines Bleichkatalysators.
[0073] Durch einen Bleichaktivator oder durch Bleichkatalysatoren in der ersten Komponente
lässt sich die Reinigungsleistung nochmals signifikant steigern.
[0074] Als Farbübertragungsinhitor kann jede hierfür bekannte Substanz eingesetzt werden.
Dies sind beispielsweise Polyvinylpyrrolidone (PVP), Polyvinylimidazole (PVI), Copolymere
von Vinylpyrrolidon und Vinylimidazol (PVP/PVI), Polyvinylpyridin-N-oxide, Poly-N-carboxymethyl-4-vinylpyridiumchloride
sowie Mischungen daraus. Ein besonders bevorzugter Farbübertragungsinhibitor ist ein
Vinylpyrrolidon-Vinylimidazol-Copolymer, beispielsweise Sokalan
® HP 56 von BASF.
[0075] Es ist außerdem bekannt, dass Fettalkyldialkylhydroxyethylammonium-Salze in Wasch-
oder Reinigungsmitteln eine farbübertragungsinhibierende Wirkung aufweisen.
[0076] Bevorzugt ist das Fettalkyldialkylhydroxyethylammonium-Salz ein Fettalkyldimethylhydroxyethylammonium-Salz,
vorzugsweise ein C
12-C
18-Fettalkyldimethylhydroxyethylammonium-Salz. Es ist Insbesondere bevorzugt, dass das
Fettalkyldimethylhydroxyethylammonium-Salz C
12-C
14-Fettalkyldimethylhydroxyethylammoniumchlorid ist. Als Gegenionen können die Salze
Halogenid-, Methosulfat-, Methophosphat- oder Phosphationen sowie Mischungen aus diesen
enthalten. Bevorzugt ist das Gegenion Chlorid.
[0077] Ein Beispiel für ein kommerziell erhältliches Fettalkyldimethylhydroxyethylammonium-Salz
ist Praepagen
® HY (von Clariant), ein C
12/C
14-Fettalkyldimethylhydroxyethylammoniumchlorid.
[0078] Diese Fettalkyldialkylhydroxyethylammonium-Salze sind besonders effektive Farbübertragungsinhibitoren.
[0079] Die genannten Fettalkyldialkylhydroxyethylammonium-Salze können auch in Kombination
mit wenigsten einem zweiten Farbübertragungsinhibitor eingesetzt werden.
[0080] Dabei werden die Fettalkyldialkylhydroxyethylammonium-Salze bevorzugt mit wenigstens
einem der oben genannten Polyvinylpyrrolidone (PVP), Polyvinylimidazole (PVI), Copolymere
von Vinylpyrrolidon und Vinylimidazol (PVP/PVI), Polyvinylpyridin-N-oxide, Poly-N-carboxymethyl-4-vinylpyridiumchloride
sowie Mischungen daraus kombiniert.
[0081] Bei diesen Farbübertragungsinhibitoren handelt sich um bekannte und kommerziell erhältliche
(Co)Polymere, die sich gut und stabil in Wasch- oder Reinigungsmitteln einarbeiten
lassen.
[0082] Die Menge an Farbübertragungsinhibitor in dem Wasch- oder Reinigungsmittel kann zwischen
0,001 und 10 Gew.-% bezogen auf das gesamte Mittel liegen, wird jedoch bevorzugt in
Komponente 1 eingesetzt. Bevorzugt beträgt die Menge an Farbübertragungsinhibitor
in Komponente 1 zwischen 0,01 und 5 Gew.-% und insbesondere bevorzugt zwischen 0,1
und 2 Gew.-% (Aktivwirkstoff).
[0083] Vergrauungsinhibitoren haben die Aufgabe, den von der Faser abgelösten Schmutz in
der Flotte suspendiert zu halten und so das Wiederaufziehen des Schmutzes zu verhindern.
Hierzu sind wasserlösliche Kolloide meist organischer Natur geeignet, beispielsweise
die wasserlöslichen Salze (co-)polymerer Carbonsäuren, Leim, Gelatine, Salze von Ethercarbonsäuren
oder Ethersulfonsäuren der Stärke oder der Cellulose oder Salze von sauren Schwefelsäureestern
der Cellulose oder der Stärke. Auch wasserlösliche, saure Gruppen enthaltende Polyamide
sind für diesen Zweck geeignet. Weiterhin lassen sich lösliche Stärkepräparate und
andere als die obengenannten Stärkeprodukte verwenden, z. B. abgebaute Stärke, Aldehydstärken
usw. Auch Polyvinylpyrrolidon ist brauchbar. Bevorzugt werden jedoch Celluloseether,
wie Carboxymethylcellulose (Na-Salz), Methylcellulose, Hydroxyalkylcellulose und Mischether,
wie Methylhydroxyethylcellulose, Methylhydroxypropylcellulose, Methylcarboxymethylcellulose
und deren Gemische, sowie Polyvinylpyrrolidon eingesetzt. Die Vergrauungsinhibitoren
werden beispielsweise in Mengen von 0,1 bis 5 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge
der Waschmittel, eingesetzt.
[0084] Die als Booster eingesetzte Komponente 2 der erfindungsgemäßen Waschmittel kann optische
Aufheller wie z. B. Derivate der Diaminostilbendisulfonsäure bzw. deren Alkalimetallsalze
enthalten. Geeignet sind z. B. Salze der 4,4'-Bis(2-anilino-4-morpholino-1,3,5-triazinyl-6-amino)stilben-2,2'-disulfonsäure
oder gleichartig aufgebaute Verbindungen, die anstelle der Morpholino-Gruppe eine
Diethanolaminogruppe, eine Methylaminogruppe, eine Anilinogruppe oder eine 2-Methoxyethylaminogruppe
tragen. Geeignete Stilbenderivativate schließen Derivate von Bis(triazinyl)aminostilben,
Bisacylamino-Derivatives von Stilben, Triazol-Derivative von Stilben, Oxadiazol-Derivative
von Stilben, Oxazol-Derivative von Stilben und Sstyryl-Derivative von Stilben ein.
Weiterhin können Aufheller vom Typ der substituierten Diphenylstyryle anwesend sein,
z.B. die Alkalisalze des 4,4'-Bis(2-sulfostyryl)-diphenyls, 4,4'-Bis(4-chlor-3-sulfostyryl)-diphenyls,
oder 4-(4-Chlorstyryl)-4'-(2-sulfostyryl)-diphenyls. Ein besonders bevorzugter optischer
Aufheller ist das Dinatrium-2,2'-((1,1'-biphenyl)-4,4'-diyldivinylen)bis(benzolsulfonat),
verkauft als Tinopal CBS-X
® von BASF. Auch die optischen Aufheller Tinopal CBS-CL, Tinopal 5 BM-GX und Tinopal
AMS-GX stellen geeignete Derivate der Diphenylstyryle dar. Auch Gemische der vorgenannten
Aufheller können verwendet werden.
[0085] Die Menge an optischem Aufheller kann 0 bis 3 Gew.-% in Komponente 2 betragen, bevorzugt
0 bis 2 Gew.-%. Wird optischer Aufheller eingesetzt, ist ein Anteil von 0,05 bis 1,0
Gew.-%, bevorzugt 0,1 bis 0,5, insbesondere 0,2 bis0,4 Gew.-% (Aktivwirkstoff) bevorzugt.
[0086] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform enthält die Komponente 1 als Farbübertragungsinhibitor
ein Vinylpyrrolidon-Vinylimidazol-Copolymer und die Komponente 2 als optischen Aufheller
das Dinatrium-2,2'-((1,1'-biphenyl)-4,4'-diyldivinylen)bis(benzolsulfonat), besonders
bevorzugt dann, wenn zusätzlich als Bleichmittel H
2O
2 oder ein H
2O
2 generierendes Mittel eingesetzt wird.
[0087] Darüber hinaus können auch UV-Absorber eingesetzt werden. Dies sind Verbindungen
mit ausgeprägtem Absorptionsvermögen für Ultraviolettstrahlung, die als Lichtschutzmittel
(UV-Stabilisatoren) sowohl zur Verbesserung der Lichtbeständigkeit von Farbstoffen
und Pigmenten sowie von Textilfasern beitragen und auch die Haut des Trägers von Textilprodukten
vor durch das Textil dringender UV-Einstrahlung schützen. Im Allgemeinen handelt es
sich bei den durch strahlungslose Desaktivierung wirksamen Verbindungen um Derivate
des Benzophenons, dessen Substituenten wie Hydroxy- und/oder AlkoxyGruppen sich meist
in 2- und/oder 4-Stellung befinden. Des weiteren sind auch substituierte Benzotriazole
geeignet, ferner in 3-Stellung phenylsubstituierte Acrylate (Zimtsäurederivate), gegebenenfalls
mit Cyanogruppen in 2-Stellung, Salicylate, organische Nickel-Komplexe sowie Naturstoffe
wie Umbelliferon und die körpereigene Urocansäure. In einer bevorzugten Ausführungsform
absorbieren die UV-Absorber UV-A und UV-B-Strahlung sowie gegebenenfalls UV-C-Strahlung
und strahlen mit Wellenlängen blauen Lichts zurück, so dass sie zusätzlich die Wirkung
eines optischen Aufhellers haben. Bevorzugte UV-Absorber sind auch Triazinderivate,
z. B. Hydroxyaryl-1,3,5-triazin, sulfoniertes 1,3,5-Triazin, o-Hydroxyphenylbenzotriazol
und 2-Aryl-2H-benzotriazol sowie Bis(anilinotriazinylamino)stilbendisulfonsäure und
deren Derivate. Als UV-Absorber können auch ultraviolette Strahlung absorbierende
Pigmente wie Titandioxid eingesetzt werden.
[0088] Zusätzlich können die Waschmittel auch Komponenten enthalten, welche die Öl- und
Fettauswaschbarkeit aus Textilien positiv beeinflussen, sogenannte Soil repellents.
Dieser Effekt wird besonders deutlich, wenn ein Textil verschmutzt wird, das bereits
vorher mehrfach mit einem erfindungsgemäßen Waschmittel, das diese öl- und fettlösende
Komponente enthält, gewaschen wurde. Zu den bevorzugten öl- und fettlösenden Komponenten
zählen beispielsweise nichtionische Celluloseether wie Methylcellulose und Methylhydroxypropylcellulose
mit einem Anteil an Methoxylgruppen von 15 bis 30 Gew.-% und an Hydroxypropoxylgruppen
von 1 bis 15 Gew.%, jeweils bezogen auf den nichtionischen Celluloseether, sowie die
aus dem Stand der Technik bekannten Polymere der Phthalsäure und/oder der Terephthalsäure
bzw. von deren Derivaten, insbesondere Polymere aus Ethylenterephthalaten und/oder
Polyethylenglycolterephthalaten oder anionisch und/oder nichtionisch modifizierten
Derivaten von diesen. Besonders bevorzugt von diesen sind die sulfonierten Derivate
der Phthalsäure- und der Terephthalsäure-Polymere.
[0089] Beim Einsatz in maschinellen Waschverfahren kann es von Vorteil sein, den Mitteln
übliche Schauminhibitoren zuzusetzen. Als Schauminhibitoren eignen sich beispielsweise
Seifen natürlicher oder synthetischer Herkunft, die einen hohen Anteil an C
18-C
24-Fettsäuren aufweisen. Geeignete nichttensidartige Schauminhibitoren sind beispielsweise
Organopolysiloxane und deren Gemische mit mikrofeiner, gegebenenfalls silanierter
Kieselsäure sowie Paraffine, Wachse, Mikrokristallinwachse und deren Gemische mit
silanierter Kieselsäure oder Bistearylethylendiamid. Mit Vorteilen werden auch Gemische
aus verschiedenen Schauminhibitoren verwendet, z.B. solche aus Siliconen, Paraffinen
oder Wachsen. Die Schauminhibitoren werden bevorzugt in der zweiten Komponente eingesetzt.
[0090] Flüssige erfindungsgemäße Waschmittel können gewünschtenfalls in wenigstens einer
Phase gebräuchliche Verdickungsmittel und Anti-Absetzmittel sowie Viskositätsregulatoren
wie Polyacrylate, Polycarbonsäuren, Polysaccharide und deren Derivate, Polyurethane,
Polyvinylpyrrolidone, Rizinusölderivate, Polyaminderivate wie quaternisierte und/oder
ethoxylierte Hexamethylendiamine sowie beliebige Mischungen hiervon, enthalten.
[0091] Die Mittel können weitere typische Wasch- und Reinigungsmittelbestandteile wie Parfüme
und/oder Farbstoffe enthalten, wobei solche Farbstoffe bevorzugt sind, die keine oder
vernachlässigbare färbende Wirkung auf die zu waschenden Textilien haben. Bevorzugte
Mengenbereiche der Gesamtheit der eingesetzten Farbstoffe liegen unter 1 Gew.- %,
vorzugsweise unter 0,1 Gew.- %, bezogen auf das Mittel. Die Mittel können gegebenenfalls
auch Weisspigmente wie z. B. TiO
2 enthalten.
[0092] In dem erfindungsgemäßen Waschmittel ist die Komponente 1 flüssig. Auch die Komponente
2 ist eine Flüssigkeit, wobei beide Flüssigkeiten Lösungen oder auch Dispersionen
oder Emulsionen darstellen können. Bevorzugt sind beide Komponenten Lösungen der genannten
Inhaltsstoffe. Die Viskosität der beiden Komponenten-Flüssigkeiten kann gleich oder
unterschiedlich sein, je nach gewünschten Anwendungsverhalten. Die flüssigen Mittel
sind vorzugsweise wasserhaltig. Darüber hinaus können sie auch organische Lösungsmittel
enthalten, vorzugsweise solche, die mit Wasser mischbar sind.
[0093] Als organische Lösungsmittel können in den flüssigen erfindungsgemäßen Mitteln vorzugsweise
Polydiole, Ether, Alkohole, Ketone, Amide und/oder Ester, in Mengen von bis zu 80
Gew.- %, vorzugsweise 0,1 bis 70 Gew.- %, insbesondere 0,1 bis 60 Gew.-%, eingesetzt
werden. Bevorzugt sind niedermolekulare polare Substanzen, wie beispielsweise Methanol,
Ethanol, Propanol, Propylencarbonat, Aceton, Acetonylaceton, Diacetonalkohol, Ethylacetat,
2-ropanol, Ethylenglykol, Propylenglykol, Glycerin, Diethylenglykol, Dipropylenglycolmonomethylether
und Dimethylformamid bzw. deren Mischungen.
[0094] Bevorzugt enthält wenigstens die Komponente 1 einen Anteil von 1 bis 20 Gew.-% wenigstens
eines Alkohols, bevorzugt 2,5 Gew.-% bis 15 Gew.-%, besonders bevorzugt 5 bis 15 Gew.-%,
wobei der Alkohol ausgewählt sein kann aus Propylenglycol, Methanol, Ethanol und Propanol,
wobei Propylenglycol oder Ethanol bevorzugt ist.
[0095] Der pH-Wert der Komponente 1 der flüssigen erfindungsgemäßen Waschmittel liegt vorzugsweise
zwischen 5 und 10, insbesondere zwischen 6 und 9 und besonders bevorzugt im Bereich
von 7 bis 8,5. Wasser kann in solchen erfindungsgemäßen Mitteln gewünschtenfalls in
Mengen bis zu 90 Gew.%, insbesondere 20 Gew.-% bis 75 Gew.-%, enthalten sein; gegebenenfalls
können diese Bereiche jedoch auch über - oder unterschritten werden.
[0096] Der pH-Wert der Komponente 2 liegt in Anwesenheit eines Bleichmittels, insbesondere
von H
2O
2 als Bleichmittel bevorzugt im Bereich vom pH 3 bis pH 6, besonders bevorzugt zwischen
pH 4,5 und 5,5.
[0097] Flüssige Mittel können Dichten von 0,5 bis 2,0 g/cm
3, insbesondere 0,7 bis 1,5 g/cm
3, aufweisen. Sollte das flüssige Mittel oder eine der Komponenten des flüssigen Mittels
als Dispersion bereitgestellt werden, ist es bevorzugt, dass die Dichtedifferenz zwischen
den in den Komponenten eingesetzten Feststoffteilchen und der flüssigen Phase des
Mittels vorzugsweise nicht mehr als 10 % der Dichte einer der beiden beträgt und insbesondere
so gering ist, dass die Feststoffteilchen in der Flüssigphase schweben.
[0098] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform enthält die flüssige Komponente 1 des Waschmittels
wenigstens 25 bis 40 Gew.-% anionische Tenside und 5 bis 15 Gewicht.-% nichtionische
Tenside und weniger als 5 Gew.-% Gerüststoffe und 5 bis 15 Gew.-% Alkohole.
[0099] Der Booster enthält zumindest einen Inhaltsstoff aus der Gruppe von Wasserenthärtern,
bevorzugt Komplexierungsmittel, Sequestriermittel und Builder, wobei beim Einsatz
von Buildern wasserlösliche Polymere besonders bevorzugt sind. Gemäß einer vorteilhaften
Ausführungsform basiert der Booster auf Buildern und Bleichmittel. Dadurch lässt sich
die Reinigungsleistung weiter verbessern.
[0100] Der Booster enthält erfindungsgemäß einen optischen Aufheller. Hierdurch werden helle
/ weiße Bereiche der Wäsche auch in Gegenwart anderer Farben auf den Kleidungsstücken
aufgehellt. Die hellen/weißen Bereiche wirken dadurch besonders strahlend. Besonders
vorteilhaft ist die Integration eines optischen Aufhellers durch schaumarme, nichtionische
Tenside in den Booster. Diese Tenside ermöglichen darüber hinaus auch noch eine Schaumkontrolle
im Waschprozess. Darüber hinaus ist die Wahl eines gegen Oxidationsmittel weitestgehend
stabilen optischen Aufhellers vorteilhaft. Bevorzugt einzusetzende optische Aufheller
sind oben genannt, wobei Tinopal CBS-X einen besonders bevorzugten Aufheller darstellt.
[0101] Gemäß der Erfindung enthält der Booster ein Bleichmittel, besonders bevorzugt Wasserstoffperoxid
(H
2O
2) oder ein H
2O
2 generierendes Mittel als Bleichmittel. Dadurch lässt sich eine signifikante Steigerung
der Reinigungsleistung, insbesondere bei bleichbaren Flecken, erreichen. Darüber hinaus
hat sich in Waschversuchen gezeigt, dass bei Einsatz von H
2O
2 als Bleichmittel im Booster im wesentlichen keine Farbschädigungen (Ausfärben, hellere
Striche usw.) auf farbigen Textilien auftreten.
[0102] Bei dieser Ausführungsform weist der Booster bevorzugt einen pH-Wert von 3-6, bevorzugt
im Bereich von 4,5 bis 5,5 auf. Durch die sauer eingestellte Rezeptur wird das Blecihmittel,
insbesondere wenn es sich um Wasserstoffperoxid oder ein H
2O
2 generierendes Mittel handelt, stabilisiert.
[0103] Durch die Bereitstellung der beiden Komponenten des Waschmittels in getrennter Form,
kann sowohl der Vorteil eines Colorwaschmittels als auch der eines Vollwaschmittels
genutzt werden und nach Belieben durch Einsatz unterschiedlicher Mengen der Komponenten
das Waschergebnis gesteuert werden.
[0104] Komponente 1 entspricht aufgrund seiner Zusammensetzung, insbesondere bei Anwesenheit
eines Farbübertragungsinhibitors einem Colorwaschmittel, welches durch die Kombination
mit Komponente 2 zu einem Vollwaschmittel ergänzt werden kann, insbesondere wenn Komponente
2 ein Bleichmittel und/oder einen optischen Aufheller enthält. Je nach eingesetztem
Mischungsverhältnis der beiden Komponenten wird somit die gewünschte Reinigungsleistung
eingestellt. Bei einem Mischungsverhältnis von Komponente 1 zu Komponente 2 (K1 :
K2) von 2 : 1 bis 10 : 1 entspricht das Gesamtwaschmittel eher einem Colorwaschmittel,
während bei einem Mischungsverhältnis von (K1 : K2) unter 2 : 1 bis 1 : 10 das Waschmittel
eher einem Vollwaschmittel entspricht.
[0105] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Dosierung eines Waschmittels mit Hilfe einer automatischen
Dosiervorrichtung zur separaten Dosierung verschiedener Komponenten eines Waschmittels
dosiert in einem ersten Schritt die erste Komponente des Waschmittels zu, und nachfolgend
wird im gleichen Waschgang mit zeitlichem Abstand die zweite Komponente des Waschmittels
zudosiert.
[0106] Zur Dosierung der einzelnen Komponenten des Waschmittels weist der Waschautomat eine
Dosiervorrichtung auf, womit die einzelnen getrennt voneinander vorliegenden Komponenten
in zeitlichem Abstand zueinander separat dem Waschprozess zudosiert werden können.
[0107] In diversen Versuchen hat sich gezeigt, dass der zeitliche Abstand zwischen der Zudosierung
der zwei separaten Komponenten erheblichen Einfluss auf die Reinigungsleistung und
somit auf das Waschergebnis hat.
[0108] Bevorzugt wird die erste Komponente zum Start eines Waschganges zudosiert.
[0109] Die zweite Komponente wird dann bevorzugt innerhalb von 45 Minuten, besonders vorteilhaft
innerhalb von 20 bis 40 Minuten und noch vorteilhafter ungefähr 30 Minuten nach der
Zudosierung der ersten Komponente zudosiert. Dieser zeitliche Abstand ist besonders
vorteilhaft wenn die erste Komponente zum Start eines Waschganges zudosiert wurde
und ein Booster, der Bleichmittel und einen Wasserenthärter, bevorzugt mindestens
ein Komplexierungs- oder Sequestriermittel enthält, bei saurer bis neutraler Einstellung
(pH 3 bis 7) verwendet wird.
[0110] Verschiedene Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen rein schematisch
dargestellt und werden nachfolgend beispielhaft beschrieben. Es zeigt
- Figur 1
- Darstellung der Reinigungsleistung mit einem ersten Booster in alkalischem Milieu
(nicht erfindungsgemäß);
- Figur 2
- Darstellung der Reinigungsleistung mit einem zweiten Booster in saurem Milieu und
- Figur 3
- Graphische Darstellung der Reinigungsleistung im Verhältnis zum Zeitabstand zwischen
Zudosierung der ersten und der zweiten Komponente.
- Figur 4
- Graphische Darstellung des Weißgrads weißer Bereiche von Baumwolle nach 15 Wäschen
mit dem Komponentenwaschmittel gemäß Beispiel 4
- Figur 5
- Graphische Darstellung der Farbübertragung aus farbigen Bereichen von Baumwolle nach
15 Wäschen mit dem Komponentenwaschmittel gemäß Beispiel 4. Die angegebenen Farben
sind mit Eigennamen bezeichnet.
Beispiele
Beispiel 1:
Beispielrezeptur für Komponente 1: entspricht einer wasserfreien Rezeptur in Form
eines Superkonzentrats mit Bleichaktivator
[0111] Beispielsweise enthält eine solche Ausführungsform der Komponente 1 mit Bleichaktivator
oder Bleichkatalysator 28 Gewichtsprozent eines anionischen Tensids (beispielsweise
Marlon AMI 80) und 17 Gewichtsprozent eines weiteren anionischen Tensids (beispielsweise
Texapon N 70 (Na-Laurylethersulfat mit 2 EO-Einheiten)) und 21 Gewichtsprozent eines
nichtionischen Tensids (beispielsweise Lutensol M 7) und 6 Gewichtsprozent eines Alkohols
(beispielsweise Propylenglykol) und 4,5 Gewichtsprozent eines weiteren nichtionischen
Tensids (beispielsweise Lutensol GD 70) und 4,5 Gewichtsprozent des Lösungsvermittlers
Na-Cumolsulfonat (40%ig) und 4,5 Gewichtsprozent eines amphotheren Tensids (beispielsweise
Rewoteric AMV (N-2-Hydroxyethyl-N-carboxymethyl-fettsäureamido-ethylamin-Na Salz))
und 1,5 Gewichtsprozent Farbübertragungsinhibitor und 1,5 Gewichtsprozent Öllösepolymere
und 3,5 Gewichtsprozent Enzyme und 8 Gewichtsprozent Bleichaktivator (beispielsweise
Peractive LAC).
[0112] Eine besonders bevorzugte Zusammensetzung der ersten Komponente enthält
- 28 Gewichtsprozent Marlon AMI 80, und
- 17 Gewichtsprozent Texapon N 70, und
- 21 Gewichtsprozent Lutensol M 7, und
- 6 Gewichtsprozent Propylenglykol, und
- 4,5 Gewichtsprozent Lutensol GD 70, und
- 4,5 Gewichtsprozent Na-Cumolsulfonat (40%ig), und
- 4,5 Gewichtsprozent Rewoteric AMV, und
- 1,5 Gewichtsprozent Farbübertragungsinhibitor, und
- 1,5 Gewichtsprozent Öllösepolymer, und
- 3,5 Gewichtsprozent Enzyme, und
- 8 Gewichtsprozent Peractive LAC
Beispiel 2:
Bleichmittelfreier Booster mit Wasserenthärtern (nicht erfindungsgemäß)
[0113] Beispielsweise enthält ein solcher Booster 5 bis 25 Gewichtsprozent wasserlösliche
Polymere als Wasserenthärter (beispielsweise Polyacrylate, Maleinsäure-Acrylsäure-Copolymere,
wie z. B. Sokalan CP10 (45%ig), Sokalan PA25CL (49%ig)), und 5 bis 25 Gewichtsprozent
Aminocarboxylate als Komplexbildner (beispielsweise Trilon M (40%ig)), und 0 bis 2
Gewichtsprozent optische Aufheller (beispielsweise Tinopal CBS CL oder Tinopal CBS
X), und 1 bis 5 Gewichtsprozent nichtionische, anionische oder amphothere Tenside
(beispielsweise Rewoteric AMV, Lutensol GD70), und den Rest Wasser.
Beispiel 3:
Bleichmittelhaltiger Booster
[0114] Beispielsweise enthält ein solcher Booster 5 bis 20 Gewichtsprozent wasserlösliche
Polymere als Wasserenthärter (beispielsweise Sokalan PA25CL (49%ig)), und 5 bis 20
Gewichtsprozent Aminocarboxylate als Komplexbildner (beispielsweise Trilon M (40%ig))
und 0 bis 1 Gewichtsprozent optische Aufheller (beispielsweise Tinopal CBS CL oder
Tinopal CBS X), und 1 bis 5 Gewichtsprozent Tenside (beispielsweise Lutensol GD70),
und 3 bis 15 Gewichtsprozent Wasserstoffperoxid oder ein H
2O
2 generierendes Bleichmittel und den Rest Wasser.
Beispiel 4:
Waschtests zur Dosierung
[0115] Um den Effekt einer getrennten Dosierung der Komponente 1 und des Boosters, sowie
die geeignete Zudosierung der Booster im Waschvorgang zu untersuchen, wurde in einem
Buntwäscheprogramm bei 40°Celsius in einem Miele Waschautomaten W4446 die Waschleistung
bei 40°C nach Zugabe des jeweiligen Boosters nach unterschiedlichen Zeiten bewertet.
[0116] Die Waschversuche wurden wie folgt durchgeführt: farbige Testtextilien mit 17 verschiedenen
Verfleckungen wurden mit folgenden Ansätzen gewaschen: in einem ersten Ansatz wurden
50 g eines auf dem Markt erhältlichen Flüssigwaschmittels (Miele-UltraColor) ohne
Booster eingesetzt, in einem zweiten Ansatz wurden 75 g Miele-UltraColor Flüssigwaschmittel
ohne Booster eingesetzt, in einem dritten Ansatz wurden 50 g Miele-UltraColor Flüssigwaschmittel
und 25 g Booster eingesetzt.
[0117] In einem ersten Versuch wurde ein Bleichmittelfreier alkalischer Booster (pH 11)
gemäß Beispiel 2 mit dem Grundwaschmittel (Miele UltraColor) kombiniert.
[0118] Figur 1 zeigt eine Darstellung der Reinigungsleistung mit einem ersten Booster in
alkalischem Milieu. Die Y-Achse gibt die Reinigungsleistung in als Summe der gemessenen
Remissionseinheiten wieder. Dargestellt sind drei Säulen. Jede Säule gibt die Reinigungsleistung
einer Testwäsche auf 17 unterschiedlichen Anschmutzungen mit den oben genannten Waschmittelmengen
und/oder Waschmittelzusammensetzungen wieder.
[0119] Links ist die Reinigungsleistung mit 50 Gramm Miele-UltraColor Flüssigwaschmittel
ohne Booster dargestellt. In der Mitte ist die Reinigungsleistung mit 75 Gramm Miele-UltraColor
Flüssigwaschmittel ohne Booster dargestellt. Diese zwei Testvarianten entsprechen
also dem Stand der Technik da nur eine (erste) Komponente zum Einsatz kommt. Die erfindungsgemäße
zweite Komponente (Booster) kommt hier nicht zum Einsatz.
[0120] Rechts ist die Reinigungsleistung mit 50 Gramm Flüssigwaschmittel (erste Komponente),
beispielsweise Miele UltraColor oder Ariel, und 25 Gramm Booster (zweite Komponente)
gemäß der Erfindung dargestellt. Zum Einsatz kam bei diesem Testbeispiel der in Beispiel
2 beschriebene Booster bei einem pH-Wert von 11.
[0121] Es zeigte sich, dass ein guter Zeitpunkt zur Zudosierung des alkalischen Boosters
am Anfang des Waschganges, besonders vorteilhaft nach 2 Minuten, liegt.
[0122] Deutlich erkennbar ist, dass erwartungsgemäß aufgrund der höheren Dosierung die Reinigungsleistung
des mittleren Testbeispiels die Reinigungsleistung des linken Testbeispiels übersteigt.
[0123] Obwohl beim rechten Testbeispiel nur 2/3 der Flüssigwaschmittelmenge (Komponente
1) des mittleren Testbeispiels zur Anwendung kam, übersteigt überraschenderweise die
Reinigungsleistung des rechten Testbeispiels die Reinigungsleistung des mittleren
Testbeispiels deutlich. Mit anderen Worten bedeutet dies, dass durch die Zugabe des
Boosters die Reinigungsleistung des Grundwaschmittels (Komponente 1) signifikant gesteigert
werden kann.
[0124] Überraschenderweise wurden auch alle Fleckentypen besser, zumindest aber gleich gut
entfernt als beim mittleren Testbeispiel, obwohl die Flüssigwaschmittelmenge (Komponente
1) des rechten Testbeispiel nur 2/3 der Flüssigwaschmittelmenge (Komponente 1) des
mittleren Testbeispiels beträgt.
[0125] In einem zweiten Versuch wurde ein Bleichmittel-haltiger Booster gemäß Beispiel 3
mit dem Grundwaschmittel (Miele UltraColor) einmal ohne und einmal mit Bleichaktivator
(Peractive LAC) kombiniert.
[0126] Figur 2 zeigt eine Darstellung der Reinigungsleistung mit dem zweiten Booster in
saurem Milieu. Die Y-Achse gibt die Reinigungsleistung als Summe der Remissionsmessung
für 17 Flecken/Anschmutzungen wieder. Dargestellt sind vier Säulen. Jede Säule gibt
die Reinigungsleistung einer Testwäsche mit verschiedenen Waschmittelmengen und/oder
Waschmittelzusammensetzungen wieder.
[0127] Links ist die Reinigungsleistung mit 50 Gramm Flüssigwaschmittel ohne Booster (beispielsweise
Miele-UltraColor oder Ariel) dargestellt. In der zweiten Säule ist die Reinigungsleistung
mit 75 Gramm Miele-UltraColor Flüssigwaschmittel ohne Booster dargestellt. Diese zwei
Testvarianten entsprechen also dem Stand der Technik da nur die erste Komponente zum
Einsatz kommt. Die erfindungsgemäße zweite Komponente (Booster) kommt hier nicht zum
Einsatz.
[0128] Beim zweiten Balken von rechts ist die Reinigungsleistung mit 50 Gramm Flüssigwaschmittel
(erste Komponente), beispielsweise Miele UltraColor (ohne Bleichaktivator) oder Ariel,
und 50 Gramm Booster (zweite Komponente) gemäß der Erfindung dargestellt. Zum Einsatz
kam bei diesem Testbeispiel der in Beispiel 3 beschriebene Booster bei pH 5.
[0129] Deutlich erkennbar ist, dass obwohl nur 2/3 der Flüssigwaschmittelmenge (Komponente
1) des zweiten Testbeispiels eingesetzt wurde, die Reinigungsleistung des dritten
Testbeispiels die Reinigungsleistung der beiden ersten Testbeispiele übersteigt.
[0130] Bei zusätzlicher Verwendung von 4 g Bleichaktivator in der Komponente 1 bei einem
pH-Wert von 7 bis 8 wird die Reinigungsleistung weiter gesteigert - wie dies aus dem
ganz rechten Balken erkennbar ist.
[0131] Obwohl beim ganz rechten Testbeispiel nur 2/3 der Flüssigwaschmittelmenge (Komponente
1) des zweiten Testbeispiels zur Anwendung kam, übersteigt überraschenderweise die
Reinigungsleistung des rechten Testbeispiels die Reinigungsleistung der anderen Testbeispiele
deutlich. Mit anderen Worten bedeutet dies, dass unter Verwendung der Komponente 1
mit Bleichaktivator wie oben beschrieben bei Zusatz des Boosters mit weniger Flüssigwaschmittel
eine höhere Reinigungsleistung erzielbar ist.
[0132] Überraschenderweise wurden fast alle Fleckentypen (unterschiedliche Anschmutzungen)
besser, zumindest aber gleich gut entfernt als beim zweiten Testbeispiel, obwohl die
Flüssigwaschmittelmenge (Komponente 1) des rechten Testbeispiel nur 2/3 der Flüssigwaschmittelmenge
(Komponente 1) des zweiten Testbeispiels beträgt.
[0133] Um die Reinigungsleistung weiter zu optimieren wurde untersucht zu welchem Zeitpunkt
der saure Booster am besten zugegeben wird.
[0134] Figur 3 zeigt eine graphische Darstellung der Reinigungsleistung im Verhältnis zum
Zeitabstand zwischen Zudosierung der ersten und der zweiten Komponente.
[0135] Auf der Y-Achse ist die durchschnittliche Reinigungsleistung in Remissionseinheiten
von 20 Flecken von Miele-UltraColor Flüssigwaschmittel mit dem oben beschriebenen
Booster mit Wasserstoffperoxid (zweite Komponente nach Beispiel 3) für ein Baumwollprogramm
bei 60°C in einem Miele Waschautomaten W1935 aufgetragen.
[0136] Die X-Achse gibt die Zeitdifferenz zwischen Zudosierung von Miele-UltraColor Flüssigwaschmittel
und dem Booster in Minuten an.
[0137] Der Bleichbooster sollte bevorzugt zwischen 20 und 40 min nach Beginn des Waschvorgangs,
besonders bevorzugt nicht mehr als 30 Minuten später zudosiert werden. Bei späterer
Zudosierung verringert sich der Vorteil einer Zudosierung. Der Booster entfaltet ebenfalls
seine beste Wirkung bei Zudosierung im Bereich von 30 Minuten nach Zudosierung des
Miele-UltraColor Flüssigwaschmittels (Komponente 1).
[0138] Im Ergebnis liegt der beste Zeitpunkt zur Zudosierung der gesamten zweiten Komponente
(Booster ohne Bleichaktivator oder Bleichkatalysator) im Bereich von 30 Minuten nach
Zudosierung des Miele-UltraColor Flüssigwaschmittels zu Anfang des Waschgangs.
Beispiel 5:
Wirkeffizienz des Waschmittels zur optischen Aufhellung / Weißgradmessung
[0139] Um bezüglich der Weiße weißer Bereiche der Wäsche die Effizienz des Waschmittels
zu untersuchen, wurde Baumwolle im 40°C Programm 15 mal gewaschen (Linitest) und nach
dem Waschen eine Messung des Weißgrads durchgeführt.
[0140] Hierfür wurde in Komponente 1 des Waschmittels ein Farbübertragungsinhibitor eingesetzt,
in Komponente 2 ein optischer Aufheller. Als Farbübertragungsinhibitor diente in allen
Ansätzen Sokalan HP 56 (ein Vinylpyrrolidon-Vinylimidazol-Copolypmer von BASF). Als
optische Aufheller wurden drei verschiedene Aufheller getestet: in einem ersten Ansatz
FB-71 (von Aako), in einem zweiten Ansatz Leukophor BSB (von Clariant) und in einem
dritten Ansatz Tinopal CBS-X (von BASF).
[0141] Bei gleichzeitigem Einsatz eines Farbübertragungsinhibitors und eines optischen Aufhellers
ist es bevorzugt, dass der Farbübertragungsinhibitor den optischen Aufheller nicht
als "Farbstoff" erkennt und ihn daran hindert auf das Gewebe aufzuziehen.
[0142] Figur 4 ist zu entnehmen, dass bei getrenntem Einsatz von Farbübertragungsinhibitor
in Komponente 1 des Waschmittels und optischem Aufheller in Komponente 2 des Waschmittels
jeweils eine deutliche Aufhellung der Wäsche erreicht werden kann. Insbesondere beim
Einsatz von Tinopal CBS-X scheint der Farbübertragungsinhibitor diesen Aufheller nicht
zu binden und der Weißgrad wird nach 15 Wäschen nicht beeinflusst.
[0143] Um bezüglich der strahlenden Farben der Wäsche die Effizienz des Waschmittels zu
untersuchen, wurden 3 kg unaufgehellte Ballastwäsche (+Testgewebe) im BW 40°C Programm
15 mal gewaschen und nach dem Waschen bezüglich der Ausfärbung (Farbverlust, helle
Bereiche in der Farbe) unter D 65 Licht untersucht. Es wurde ein Farberhaltungstest
mit dem AISE 14 Farbset und 8 zugekauften pastellfarbenen Textilien durchgeführt.
Anschließend wurde die Farbverschiebung an den Textilien untersucht.
[0144] Hierfür wurde Komponente 1 wie in Beispiel 1 beschrieben eingesetzt, als Booster
wurde eine Zusammensetzung gemäß Beispiel 3 verwendet, der außerdem als optischer
Aufheller Tinopal CBS-X in einer Menge zugegeben wurde, so dass 0,15% bzw. 0,073%
Endkonzentration im Gesamtwaschmittel erreicht wurden. Als Vergleich wurde ein handelsübliches
Vollwaschmittel eingesetzt. Es zeigte sich, dass das Komponentenwaschmittel die Farben
der Wäsche nicht negativ beeinflusst, es kam zu keiner weiteren Farbschädigung oder
Farbverschiebung der Buntwäsche, während beim Einsatz von Vollwaschmittel ein deutliches
Ausbleichen der Farben nach 15 Wäschen zu erkennen war.
[0145] Figur 5 ist zu entnehmen, dass die Effizienz des Farbübertragungsinhibitors in Gegenwart
des optischen Aufhellers nicht beeinflusst wird.