[0001] Die Erfindung betrifft einen Dämmstoff, welcher in der thermischen und/oder akustischen
Isolierung von Rahmenkonstruktionen wie in Decken, Dächern oder Zwischenwänden in
Gebäuden oder auch zur Isolierung von technischen Anlagen wie beispielsweise Heizanlagen
Verwendung findet.
[0002] Bei der thermischen und / oder akustischen Isolierung sind verschiedene Lösungen
bekannt, die Verbaubarkeit, insbesondere das Klemmen und Ausgleichen verschiedener
Rahmenabstände, bei Dachisolierung beispielsweise zwischen den Sparren zu gewährleisten.
[0003] Dämmstoffe aus Weich- oder Hartschäumen, lassen sich zwar einfach konfektionieren,
aufgrund der Steifigkeit und fehlenden Komprimierbarkeit müssen aber bei unterschiedlichen
Rahmenabständen jeweils passende Zuschnitte hergestellt werden. Für die Anpassung
an Unebenheiten muss ebenfalls Material abgetragen oder ausgeschnitten werden. Dies
bedingt einen Mehraufwand an handwerklichen Tätigkeiten beim Einbau bzw. in der Vorbereitung.
[0004] Komprimierbare Isolationsmaterialien aus Mineral- oder auch Glasfasern weisen als
Plattenware ebenfalls eine nur ungenügende Komprimierbarkeit auf, sodass bei stark
variierenden Rahmenabständen, beispielsweise 10 bis 15 cm auch Zuschnitte manuell
erstellt werden müssen. Die
DE 29823549 beschreibt die Verwendung mäanderförmig gefalteter Mineralwolllagen in Plattenform
zur Verbesserung der Komprimierbarkeit und Ausgleich von unterschiedlichen Sparrenabständen.
Aufgrund der feinen Partikel die beim Verbauen / Konfektionieren als Staub freigesetzt
werden und der bekannten Hautirritationsproblematik sind diese Materialien nur bedingt
einsetzbar.
[0005] Aus Synthesefasern bestehende Vliesstoffe zur Verwendung als Dämmmaterialien sind
beispielsweise aus der
DE19545681A1 bekannt. Derart hergestellte, teils bindemittelverfestigte Vliese weisen zwar eine
Komprimierbarkeit von größer 5 % auf, bilden aber bei Kompression um mehr als 8 %
Knickfalten, die im verbauten Zustand wiederum Kältebrücken und Kamine bilden. Zur
Vermeidung dieser Knickfalten werden gemäß der
DE19545681A1 die Dämmplatten diagonal in zwei Teile zerschnitten, sodass die beiden Hälften gegeneinander
verschiebbar sind. Durch ein Verschieben ändert sich die Breite / Höhe der jeweiligen
Platte, sodass eine Anpassung an unterschiedliche Rahmen- oder Sparrenbreiten möglich
wird und der Bildung von Knickfalten durch das dann nicht mehr nötige Zusammendrücken
vorgebeugt ist. Allerdings bedingt eine derartige Ausführung zusätzlichen Konfektionsaufwand
und birgt die Gefahr von Kältebrücken an den Berührungsstellen benachbarter Platten.
[0006] Es bestand daher die Notwendigkeit ein Vliesmaterial bereitzustellen, was die vorgenannten
Nachteile des Stands der Technik vermeidet.
[0007] Gelöst wird diese Aufgabe anhand der Merkmale des Anspruchs 1, vorteilhafte Ausgestaltungen
sind in den Unteransprüchen 2- 6 genannt
[0008] Die Begriffe Dämmmaterialien, Dämmstoffplatte oder Dämmstoff werden im Folgenden
synonym verwendet. Sie stehen für Dämmmaterialien, die eine parallel zu den Sparren
2 verlaufende Länge, nachfolgend als X-Richtung bezeichnet, eine Quer zu den Sparren
2 verlaufende Breite, nachfolgend bezeichnet als Y-Richtung und eine entsprechend
der Sparrenhöhe gewählte Dicke, nachfolgend Z-Richtung genannt, aufweisen. Figur 1
zeigt dies nochmals.
[0009] Wie vorstehend erwähnt, ist es wichtig, dass es bei der Verarbeitung von Isolationsmateriallen
zu keinerlei Knickfaltenbildungen kommt, die zu unerwünschten und der Dämmwirkung
abträglichen Kaminbildungen führen. Gerade in der Altbausanierung sind bei der Zwischensparrendämmung
häufig stark unterschiedliche Sparrenabstände bei Dachkonstruktionen anzutreffen.
Unterschiede von 10 cm und mehr sind dabei keine Seltenheit.
[0010] Mit konventionellen, dem Stand der Technik entsprechenden faserbasierenden-Dämmstoffen
ergibt sich ein erhöhter Aufwand an manueller Nacharbeit an den Dämmmaterialien, sodass
eine Kompression beim Einklemmen der Dämmplatten nicht zur Knickfaltenbildung führt.
[0011] Hier setzt die vorliegende Erfindung an. Bisherige, dem Stand der Technik entsprechende
Vliesmaterialien aus synthetischen Stapelfasern oder Gemischen aus synthetischen mit
natürlichen Stapelfasern bestehen im Wesentlichen aus zweidimensional ausgeprägten
Lagen- oder Schichtstrukturen, teils auch dreidimensional ausgerichteten Faserstrukturen.
Dies hat einen hohen Anteil an Fasern zur Folge, welcher in Richtung der späteren
Belastung ausgerichtet ist.
[0012] Dies ist bedingt durch die üblicherweise zur Anwendung kommenden Herstellungsverfahren,
beispielsweise werden gekrempelte Faserflore in Schichten übereinander abgelegt, bis
die gewünschte Materialdicke und das gewünschte Flächengewicht erreicht ist. Die Herstellung
nach dem Krempelverfahren bedingt eine Orientierung der Fasern innerhalb eines einzelnen
Flores in der Ebene, d.h. im Wesentlichen in X und Y-Richtung. Teillängen einzelner
Stapelfasern können eine Orientierung in Z-Richtung aufweisen, aufgrund der geringen
Dicke einer einzelnen Krempelflorlage ist diese Orientierung jedoch für die Eigenschaften
des Gesamtaufbaus unerheblich.
[0013] Ein so hergestelltes Dämmmaterial weist eine Vielzahl einzelner Lagen auf, wobei
die Fasern innerhalb der einzelnen Lagen und die Lagen untereinander im Vliesverbund
durch das gewählte Verfestigungsverfahren (chemisch, thermisch oder mechanisch) miteinander
verbunden und fixiert sind.
[0014] Wird eine derartige Vliesstruktur seitlichem Druck in Y-Richtung ausgesetzt, lässt
diese sich zwar etwas komprimieren, jedoch sind die Fasern und die Lagen derart fixiert
das sie einer Stauchung nicht absorbieren können, die starren Lagen weichen der Stauchbelastung
in Z-Richtung aus und bilden Knickfalten.
[0015] Untersuchungen an handelsüblichen Dämmstoffplatten zeigten, dass es bereits ab einer
Stauchung von 7,5 % zu Knickfalten innerhalb der Platte oder zur Wölbungen der gesamten
Platte kommt. In der Folge entstehen bedingt durch die Knickfalten Kamine und die
Dämmwirkung der Isolierung sinkt deutlich ab.
[0016] Die Figuren 2, 2a und 2b sollen das verdeutlichen.
[0017] Eine Dämmstoffplatte 1, welche aus einem dem Stand der Technik entsprechenden kreuzgelegten
Krempelvlies hergestellt ist, wurde zwischen zwei Sparren 2 eingeklemmt. üblicherweise
ist die Vliesplatte breiter als der Sparrenabstand, sodass eine genügende Klemmwirkung
erzielt wird. Liegt ein Sparrenabstand von 70 -80 cm vor, arbeitet man mit einer Plattenbreite
von 81 cm. Wird nun eine derartige Platte 1 zwischen Sparren 2 mit einem Abstand von
74 cm, bezogen auf die Plattenbreite entsprechend einer Stauchung von 8,6 % bezogen
auf die Ausgangsbreite, eingeklemmt, ergeben sich die in der Figur 2 dargestellten
Knickfalten 3. In der Folge liegt die Platte nicht plan auf der Dachschalung 4 an
und es entstehen die der Dämmwirkung abträglichen Kamine 5.
[0018] Die Figuren 2a und 2b, Darstellungen der Schnittebene B-B', zeigen sich diese Kamine
nochmals deutlich.
[0019] Betrachtet man die Faserorientierung innerhalb eines erfindungsgemäß ausgeführten
Dämmmaterials, so sind die Fasern dort hauptsächlich in Y- und Z-Richtung ausgerichtet
ohne dass eine Schichtung einzelner Florlagen in Z-Richtung vorliegt.
[0020] Dies ermöglicht der Gesamtstruktur eine verbesserte Absorption von seitlich, d.h.
in Y-Richtung, einwirkenden Kräften die während des Einbaus oder im verbauten Zustand
auftreten. In der Folge weichen erfindungsgemäß ausgeführte Dämmstoffe einer seitlichen
Stauchung nicht aus sondern bleiben formstabil und füllen den Einbauraum vollständig
aus.
[0021] Die Figuren 3, 3a und 3b sollen dies nochmals verdeutlichen.
[0022] Ein erfindungsgemäß ausgeführtes Dämmmaterial 6 lässt sich einfach komprimieren,
sodass auch nach dem Einbau zwischen den Sparren und der Schalung keine Leerstellen
entstehen und keine Kamine 5 bilden. Die Figur 3a und 3b zeigt dies nochmals.
[0023] Zur Bildung des erfindungsgemäßen Dämmmaterials wird eine Fasermischung aus beispielsweise
Polyester-Matrixfasern mit bikomponenten Co-Polyester / Polyester Schmelzfasern zunächst
mittels eines konventionellen Airlay-Verfahrens, z.B. mittels einer aerodynamischen
Vliesbildungseinrichtung wie der V21 oder K12 von Autefa geöffnet und ein Faser-/Luftstrom
erzeugt.
[0025] Diese spezielle Faserausrichtung wird erreicht durch der Vliesbildung zum Abtransport
des Faserflores nachgeschaltete untersaugte Siebbänder und/oder einer Kombination
aus untersaugten Bändern und/oder Walzen.
[0026] Bei der Verwendung von Bändern werden die Fasern nach der Aufbereitung / Vereinzelung
durch die Kardiereinrichtung mittels eines Luftstroms in einen Zwickel geblasen, der
oben und unten durch die jeweils untersaugten Siebbänder begrenzt ist. Dabei wird
eine Ausrichtung der Fasern über die Dicke und entlang der Fertigungsrichtung des
Faserflores erzielt. Nur ein geringer Anteil an Fasern in der Nähe der Ober- bzw Unterseite
weist eine Ausrichtung auf, die in Fertigungsrichtung und quer dazu verlauft.
[0027] Durch die Wahl der Luftmengen, welche an den Siebbändern abgesaugt werden und die
Geschwindigkeit der dort herrschenden Luftströmungen ist der in Fertigungsrichtung
und über die Dicke verlaufende Faseranteil gut einstellbar.
[0028] Der so erzeugte Faserflor wird einer nachgeschalteten Verfestigungseinrichtung, beispielsweise
eine Flachbandtrockners zugeführt. Dabei wird der Faserflor auf eine Temperatur oberhalb
des Schmelzpunktes der eingesetzten Schmelzfasern oder auch Schmelzpulver, jedoch
unterhalb des Schmelzpunktes der Matrixfasern erhitzt. Die schmelzbaren Anteile lagern
sich bevorzugt an Faserkreuzungspunkten von Schmelzfaser mit Matrixfasern oder bei
der Verwendung von Pulver an Kreuzungspunkten der Matrixfasern ab. Abschließend wird
der erhitzte Flor abgekühlt und somit die Faserstruktur fixiert.
[0029] Nach Fertigung der wie vorstehend erzeugten Faserstruktur wird das erfindungsgemäße
Dämmmaterial aus der Faserstruktur dergestalt geschnitten, dass die Y-Richtung des
erfindungsgemäßen Dämmmaterials in der Fertigungsrichtung der zugrundeliegenden Faserstruktur
verläuft.
[0030] Je nach anströmender Fasermenge ist bei Betrachtung eines Schnittes entlang der Y-/Z-Ebene
eine C, eine S- oder eine Z-Stellung der Fasern im so hergestellten Dämmmaterial erkennbar.
Die Figuren 4, 5 und 6 zeigen schematisch diese Anordnungen. Je nach Höhe des Zwickels
zwischen den Bändern und/oder Walzen im Auftreffpunkt des Faserstromes und der eingesetzten
Faserlänge ergeben sich die gezeigten Faserausrichtungen aus einzelnen aber auch aus
mehreren, aneinanderhängenden Einzelfasern.
[0031] Anzumerken ist dabei, dass bei der Herstellung von Airlay-Vliesstoffen eine ausschließliche
Ausrichtung von Fasern in Y- und Z-Richtung nicht erreichbar ist. Ein gewisser Anteil
an Fasern im Vlies wird im Bereich der Oberflächen, d.h. der Ober-und der Unterseite
des Dämmmaterials eine nicht beeinflussbare Ausrichtung auch in X-Richtung aufweisen.
[0032] Durch die Wahl der Herstelleinrichtung und dessen Einstellungen ist dieser Anteil
jedoch auf ein Minimum beschränkbar. Ein Anteil dieser Oberflächenbereiche an der
Materialdicke von <5% je Seite hat keinen Einfluss auf die erfindungsgemäßen Eigenschaften
des Dämmmaterials.
[0033] Das Dämmmaterial wird vorzugsweise aus synthetischen Faserstoffen gebildet. Daneben
sind aber auch Mischungen mit natürlichen Fasern wie beispielsweise Baumwolle, Hanf
oder Flachs, aber auch mit Recyclingfasern erfindungsgemäß einsetzbar.
[0034] Die Verfestigung eines erfindungsgemäß ausgeführten Dämmmaterials geschieht bevorzugt
thermisch mittels handelsüblicher Schmelzklebefasern, Schmelzfasern oder bevorzugt
durch bikomponente Schmelzfasern, bspw. wenn Polyesterkern und Co-Polyester Mantel
miteinander verbunden werden. Der Anteil dieser Faserstoffe im Gesamtaufbau beträgt
mindestens 15 Gewichtsprozent. Mit steigender Anforderung an die Materialsteife kann
der Anteil an diesen Faserstoffen bis zu 60 % erhöht, besonders bevorzugt sind Anteile
im Bereich von 25 bis 50 Gewichtsprozent. Über den erfindungsgemäß beanspruchten Prozentsatz
hinausgehende Anteile können bei Stauchungen von größer 10 % wiederum zu dem bereits
eingangs beschriebenen Phänomen der Knickfaltenbildung führen und sind daher nicht
sinnvoll.
[0035] Alternativ zur Verwendung von fasrigen Bindemitteln können auch pulverförmige Schmelzkleber
aus beispielsweise Polyethylen, Polypropylen, (Co-)Polyester und%der (Co-)Polyamid
zum Einsatz gebracht werden. Wichtig ist dabei die Wahl des richtigen Schmelzpunktes
und der Schmelzviskosität, sodass die Verfestigung auch im inneren des Dämmmaterials
stattfindet und nicht, bedingt durch zu hohe Viskosität im geschmolzenen Zustand,
sich nur an den Oberflächen des Dämmmaterials anreichert.
[0036] Die dabei zur Anwendung kommenden Faserlängen und auch Faserdurchmesser sind von
untergeordneter Bedeutung. Solange sich das Fasermaterial auf der Vliesbildungseinrichtung
verarbeiten lässt, besteht keine Limitierung.
[0037] Zur Verbesserung der thermischen Isolationswirkung kann es sinnvoll sein, Fasermischungen
mit einer Gesamtfeinheit von kleiner 5,0 dtex einzusetzen.
[0038] Die Dicke des erfindungsgemäßen Dämmmaterials richtet sich nach der späteren Einbausituation
und der erforderlichen Dämmklasse. Erfindungsgemäß können alle
[0039] Dickenbereiche von 30 mm bis 300 mm abgedeckt werden. Das Raumgewicht liegt dabei
zwischen 10 und 50 kg/m
3, bevorzugt bei 15 - 35 kg/m
3 und besonders bevorzugt von 20 bis 30 kg/m
3, je nach Anforderung an die Wärmedämmklasse.
[0040] Vergleicht man nun ein erfindungsgemäßes Produkt mit dem Stand der Technik so lässt
sich folgendes erkennen:
[0041] Stand der Technik: Caruso Iso-Bond, Dicke 201 mm (Z-Richtung), Raumgewicht 20 kg/m
3, Herstellungsart: kreuzgelegter Krempelvliesstoff, thermisch mittels bikomponenter
Schmelzfasern verfestigt. Länge der daraus hergestellten Dämmmaterial-Platte (X-Richtung)
1200 mm, Breite der daraus hergestellten Dämmmaterial-Platte (Y-Richtung) 810 mm.
[0042] Erfindungsgemäßes Vlies: Dicke 198 mm (Z-Richtung), Raumgewicht 25 kg/m
3 Herstellungsart: Airlay-Vliesstoff mit erfindungsgemäßer Faserausrichtung, thermisch
mittels bikomponenter Schmelzfasern verfestigt. Länge der daraus hergestellten Dämmmaterial-Platte
(X-Richtung) 1200 mm, Breite der daraus hergestellten Dämmmaterial-Platte (Y-Richtung)
810 mm
[0043] Beide Platten wurden in eine Testeinrichtung eingespannt, mit der verschiedene Sparrenabstände
simuliert werden können. Gleichzeitig ist rückseitig zur Simulation der Dachschalung
eine durchsichtige Acrylglasplatte angebracht, sodass Zwischenräume die sich nach
dem Einbau zwischen Dachsparren und Dachschalung ergeben, erkannt werden können.
[0044] Für die Untersuchung wurden Sparrenabstände von 800 mm (=1,2 % Stauchung), 750 mm
(=7,4 % Stauchung), 740mm (=8,6 % Stauchung), 700 mm (=13,5 % Stauchung) und 650 mm(=19,7
% Stauchung) simuliert. Die Dämmmaterialien wurden dabei in Y-Richtung jeweils gestaucht
und zwischen die Sparren geklemmt. Abschließend erfolgte eine visuelle Beurteilung
der Oberfläche auf Faltenbildung auf der Einbauseite und auf der rückwärtigen "Dachseite".
[0045] Bei Einbau in Sparrenabstände von 800 und 750 mm zeigten sich auf den Oberflächen
der Platten nach dem Stand der Technik und dem erfindungsgemäßen
[0046] Produkt keinerlei Faltenbildung, die Zwischenräume wurden ohne Hohlraumbildung aufgefüllt.
[0047] Beim Verbau mit einem Abstand von 740 mm zeigte sich beim Material nach dem Stand
der Technik eine beginnende Faltenbildung, die sich auch bei rückseitiger Betrachtung
durch fehlende Abdichtung und Hohlraumbildung (5) zeigte. Vergleiche hierzu die Abbildungen
2a und 2b
[0048] Das erfindungsgemäß ausgeführte Material 6 zeigte keinerlei Beeinträchtigung, wie
aus Figur 3, 3a und 3b erkennbar.
[0049] Bei weiterer Stauchung bis hin zu einem Sparrenabstand von 650 mm, entsprechend einer
Stauchung um 19,6 % zeigte das Material nach dem Stand der Technik immer deutlichere
Faltenbildung bis hin zum Effekt, dass das Material wieder aus dem Sparrenzwischenraum
heraussprang. Figur 2a soll dies nochmals verdeutlichen, es zeigt die aufgetretene
Wölbung vor dem Herausspringen.
[0050] Bei erfindungsgemäß ausgeführten Dämmmaterialien zeigte sich bei allen Stauchvorgängen
bis hin zu 19,6 % nur eine Zunahme der Dicke ohne Faltenbildung auf den Oberseiten.
Die Figuren 3a und 3b sollen dies zeigen.
[0051] Höhere Stauchungen sind wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll, da es kostengünstiger
ist, dann ein Dämmmaterial entsprechend geringerer Ausgangsbreite einzusetzen.
[0052] Eine weitere sinnvolle Ausgestaltung ist es, in den erfindungsgemäßen Dämmmaterialien
in X-Richtung oder auch in X- und Y-Richtung verlaufende Schnitte zu haben, die fast
die gesamte Dicke des Dämmmaterials durchschneiden oder als Perforationsschnitt ausgeführt
sind.
[0053] Diese ermöglichen es vor dem Verarbeiter vor Ort, sollten sehr schmale Stücke benötigt
werden, durch einfaches Abreißen eine leichte Anpassung an die baulichen Gegebenheiten
zu erreichen. Gerade die Variante der in X- und Y-Richtung verlaufenden Schnitte ermöglicht
die leichte Anpassung an bspw. Rohrdurchführungen wie Kamine, Lüftungen o.ä., da beispielsweise
die Durchbrüche einfach aus einer Platte gerissen werden können, ohne dass die Gesamtplatte
beschädigt wird.
[0054] Die komprimierbare und flexible Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Dämmmaterials
bietet des Weiteren die gestalterische Freiheit auch nicht-rechtwinklige Formen, wie
beispielsweise im Bereich der zur Raumakustik-Isolierung vorkommend, einfach und sicher
auszufüllen und zu dämmen.
Bezugszeichenliste:
[0055]
- 1 =
- Dämmmaterial
- 2 =
- Sparren
- 3 =
- Knickfalten
- 4 =
- Schalung
- 5 =
- Hohlraum
- 6 =
- erfindungsgemäßes Dämmmaterial