[0001] Die Erfindung betrifft einen Kolben, sowie eine Zylinderanordnung für eine längsgespülte
Hubkolbenbrennkraftmaschine, insbesondere für einen langsam laufenden längsgespülten
Zweitakt-Grossdieselmotor gemäss dem Oberbegriff der unabhängigen Ansprüche 1 und
14.
[0002] Grossdieselmotoren werden häufig als Antriebsaggregate für Schiffe oder auch im stationären
Betrieb, z.B. zum Antrieb grosser Generatoren zur Erzeugung elektrischer Energie eingesetzt.
Dabei laufen die Motoren in der Regel über beträchtliche Zeiträume im Dauerbetrieb,
was hohe Anforderungen an die Betriebssicherheit und die Verfügbarkeit stellt. Daher
sind für den Betreiber insbesondere lange Wartungsintervalle, geringer Verschleiss
und ein wirtschaftlicher Umgang mit Brenn- und Betriebsstoffen zentrale Kriterien
für den Betrieb der Maschinen. Unter anderem ist das Kolbenlaufverhalten solcher grossbohrigen
langsam laufenden Dieselmotoren ein bestimmender Faktor für die Länge der Wartungsintervalle,
die Verfügbarkeit und über den Schmiermittelverbrauch auch unmittelbar für die Betriebskosten
und damit für die Wirtschaftlichkeit. Damit kommt der komplexen Problematik des Kolbenlaufverhaltens
bei Grossdieselmotoren eine immer grössere Bedeutung zu.
[0003] Bei Grossdieselmotoren, jedoch nicht nur bei diesen, erfolgt die Kolbenschmierung
durch Schmiereinrichtungen im sich hin und her bewegenden Kolben oder über die Schmieröldüsen
in der Zylinderwand, durch die Schmieröl auf die Lauffläche der Zylinderwand aufgebracht
wird, um die Reibung zwischen Kolben und Lauffläche und damit die Abnützung der Lauffläche
und der Kolbenringe zu minimieren. So liegt heute bei modernen Motoren, wie z.B. den
Wärtsilä Zweitakt Motoren, die Abnutzung der Lauffläche bei weniger als 0.05 mm bei
einer Betriebsdauer von 1000 Stunden. Die Schmiermittelfördermenge liegt bei solchen
Motoren deutlich unter 1.3 g/kWh und soll nicht zuletzt aus Kostengründen möglichst
noch weiter reduziert werden, wobei gleichzeitig der Verschleiss minimiert werden
soll.
[0004] Dabei sind als Schmiersysteme zur Schmierung der Laufflächen der Zylinder ganz verschiedene
Lösungen bekannt, sowohl was die konkrete Ausführung der Schmiereinrichtungen selbst,
als auch was die Verfahren zur Schmierung angeht. Die entsprechenden Lösungen sind
dem Fachmann in ihren unterschiedlichen Varianten wohlbekannt.
[0005] Alle Massnahmen zur Verbesserung der Schmierung und des Kolbenlaufs lassen jedoch
ein Problem unberührt, das konstruktionsbedingt und damit zwangsläufig bei den bisher
bekannten längsgespülten Brennkraftmaschinen auftritt. Wie dem Fachmann wohlbekannt
ist, wird bei den bekannten längsgespülten Zweitakt-Motoren die Frischluft, häufig
auch als Spülluft bezeichnet, am unteren Ende des Zylinders über Spülluftöffnungen
meist in Form von Spülschlitzen in den Brennraum des Zylinders eingebracht, während
der Kolben sich in der Nähe seines unteren Totpunktes befindet und den Weg für die
Frischluft in den Brennraum des Zylinders freigibt.
[0006] Die Spülschlitze, durch die die Frischluft zum Beispiel von einem Turbolader in den
Zylinder unter einem vorgegebenen Druck eingeblasen wird, erlauben per se keine gleichmässige
Ausbildung des Schmierölfilms auf der inneren Oberfläche des Zylinders im Bereich
der Spülschlitze, da die Spülschlitze Öffnungen in der Zylinderwand des Zylinders
sind und daher den Schmierölfilm unterbrechen. Der negative Einfluss der Spülschlitze
auf die Ausbildung des Schmierölfilms auf der Lauffläche des Zylinders ist dabei sogar
noch unterhalb und weit oberhalb, also sogar noch ausserhalb des Zylinderabschnitts,
in dem die Spülschlitze ausgebildet sind, deutlich ausgeprägt. Das heisst, die durch
die Spülschlitze bedingte Störung des Schmierölfilms auf der Zylinderlauffläche setzt
sich in Bereiche weit entfernt von den Spülschlitzen fort und beeinflusst somit auch
weit weg von den Spülschlitzen das Kolbenlaufverhalten und die Schmierung zwischen
Kolben bzw. Kolbenringen und Zylinderwand deutlich negativ.
[0007] Ein weiterer negativer Nebeneffekt der Spülschlitze ergibt sich aus deren Zusammenwirken
mit den Kolbenringen, wenn diese die Spülschlitze bei ihrer Bewegung in der Nähe des
unteren Totpunkts passieren. Da die Kolbenringe eine gewisse mechanische radiale Vorspannung
aufweisen müssen, damit sie mehr oder weniger dichtend mit der Zylinderwand zusammenwirken
können, sind diese nicht als vollständig geschlossene Ringe ausgebildet, sondern die
Kolbenringe sind vielmehr als offene Ringe mit einem Spalt ausgebildet, so dass eine
radial nach aussen gerichtete Spannkraft entsteht, die den Kolbenring dichtend an
die Zylinderwand presst. Unter ungünstigen Bedingungen können die Ränder am Spalt
des Kolbenring aufgrund der radial nach aussen wirkenden Spannung des Kolbenrings
teilweise in die Spülschlitze gedrückt werden, wodurch sich diese an den Begrenzungen
der Spülschlitze verhaken können, was zu gefährlichen Kratzern oder Riefen am Zylinder
bzw. an der Zylinderwand in der Nähe der Spülschlitze führen kann. Im schlimmsten
Fall kann dies zu einem Kolbenfresser und zur Zerstörung des Zylinders und / oder
des Kolbens führen, was vor allen Dingen bei einem Schiff auf hoher See zu gefährlichen
Situationen führen kann.
[0008] Ausserdem geht über die Spülschlitze beim Passieren des Kolbenringpakets eine nicht
unerhebliche Menge an Schmieröl verloren. Im Kolbenringpaket ist nämlich immer eine
bestimmte Menge an Schmieröl gespeichert, das sich während der Bewegung des Kolbens
im Zylinder im Kolbenringpaket ansammelt und das zudem unter einem erhöhten Gasdruck
steht, der im wesentlichen während des Verbrennungsvorgangs im Kolbenringpaket aufgebaut
wird und in diesem gespeichert wird. Wenn das Kolbenringpaket dann die Spülschlitze
passiert, entlädt sich der im Kolbenringpaket gespeicherte Überdruck schlagartig über
die Spülschlitze in den Receiverraum bzw. in den Kolbenunterraum und befördert damit
gleichzeitig den grössten Teil des im Kolbenringpaket ebenfalls gespeicherten Schmieröls
durch die Spülschlitze in den Receiverraum. Das führt einerseits zum Verlust des relativ
teueren Schmieröls und führt andererseits zu einer unnötigen Verschmutzung des Receiverraums.
Darüber hinaus steht das Schmieröl bei der weiteren Bewegung des Kolbens nicht mehr
zur Schmierung zur Verfügung.
[0009] Ein weiterer Nachteil ist die feste Geometrie der Spülschlitze. Das ist besonders
unvorteilhaft hinsichtlich einer möglichen Anwendung als "Dual Fuel" Motor, also als
Motor, der mit unterschiedlichen Treibstoffen betrieben werden kann, zum Beispiel
alternativ mit Schweröl oder Gas oder einem anderen Treibstoff. Insbesondere auch
die nicht veränderbare Geometrie bzw. Grösse der Spülschlitze stehen einer solchen
Anwendung bisher im Wege. Das heisst, eines der wesentlichen Probleme der bekannten
Lufteinlasssysteme bei längsgespülten Motoren besteht darin, dass der Einlass der
Frischluft in den Zylinder kaum variabel gestaltet werden kann, da der Lufteinlass
im Wesentlichen durch die Geometrie der Spülschlitze, des Zylinderliners und des Kolbens
sowie die Anordnung des Kolbens im Zylinder fest vorgegeben ist.
[0010] Die Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen neuen Kolben für eine Zylinderanordnung
und eine neue Zylinderanordnung mit einem Kolben für eine längsgespülte Hubkolbenbrennkraftmaschine,
insbesondere für einen langsam laufenden Zweitakt-Grossdieselmotors bereitzustellen,
womit die aus dem Stand der Technik bekannten Probleme, die insbesondere durch die
Vorgänge an den Spülschlitze im unteren Bereich der bekannten Zylinderanordnungen
wesentlich bestimmt sind, vermieden werden.
[0011] Die diese Aufgaben lösenden Gegenstände der Erfindung sind durch die Merkmale der
unabhängigen Ansprüche 1 und 14 gekennzeichnet.
[0012] Die abhängigen Ansprüche beziehen sich auf besonders vorteilhafte Ausführungsformen
der Erfindung.
[0013] Die Erfindung betrifft somit einen Kolben für eine längsgespülte Hubkolbenbrennkraftmaschine,
insbesondere für einen langsam laufenden längsgespülten Zweitakt-Grossdieselmotor.
Der Kolben ist dabei in einem Zylinderliner der Hubkolbenbrennkraftmaschine entlang
einer Kolbenachse zwischen einem oberen Totpunkt und einem unteren Totpunkt hin- und
herbewegbar installierbar, so dass durch einen Zylinderdeckel, eine Zylinderwand,
und eine Kolbenoberfläche des Kolbens ein Brennraum im Zylinderliner begrenzbar ist,
wobei der Kolben ein zweiteiliger Kolben mit einem Mantelkolben und einem im Mantelkolben
angeordneten Spülkolben ist. In der Kolbenoberfläche des Mantelkolbens ist dabei eine
Spülluftöffnung vorgesehen, die im Betriebszustand zum Einbringen von Spülluft in
den Brennraum durch den Spülkolben zeitweise geöffnet werden kann. Erfindungsgemäss
ist in einem um die Kolbenachse umlaufenden Kolbenhemd des Mantelkolbens zum Zuführen
der Spülluft eine Einströmöffnung vorgesehen, die über einen Spülluftkanal im Mantelkolben
mit der Spülluftöffnung strömungsverbunden ist.
[0014] Dadurch, dass gemäss der vorliegenden Erfindung in einem um die Kolbenachse umlaufenden
Kolbenhemd des Mantelkolbens zum Zuführen der Spülluft eine Einströmöffnung vorgesehen
ist, die über einen Spülluftkanal im Mantelkolben mit der Spülluftöffnung strömungsverbunden
ist und darüber hinaus der Kolben ein zweiteiliger Kolben mit einem äusseren Mantelkolben
und einen darin positionierten Spülkolben ist, so dass die Spülluft über den Spüllufteinlass
im Zylinderliner durch die Einströmöffnung des Mantelkolben in den Brennraum einleitbar
ist, kommt der Mantelkolben bzw. der am Kolbenhemd angeordnete Kolbenring bei seiner
Bewegung in der Nähe des unteren Totpunktes mit dem Spüllufteinlass, also mit den
Spülschlitzen des Zylinderliners nicht mehr in Berührung.
[0015] Auf diese Weise verbleiben die am Kolbenmantel angeordneten Kolberinge des Kolbenringpakets
immer im geschlossenen Teil der Zylinderlaufbüchse des Zylinders, so dass ein Abblasen
des im Kolbenringpaket enthaltenen Schmieröls, z.B. durch die Spülschlitze oder zur
Kolbenunterseite hin nicht mehr auftreten kann.
[0016] Dadurch, dass bei der erfindungsgemässen Zylinderanordnung das Kolbenringpaket nicht
direkt mit einer Lufteinlassöffnung im unteren Bereich des Zylinders zusammenwirkt,
durch welche Lufteinlassöffnung Frischluft zum Beispiel von einem Turbolader in den
Zylinder unter einem vorgegebenen Druck eingeblasen wird, ergeben sich gleich verschiedene
Vorteile.
[0017] Während dem aus dem Stand der Technik bekannten Spül-Schliessprozess, also wenn das
Kolbenoberteil die Spülschlitze schliesst, ist das Kolbenoberteil einem Ölnebel ausgesetzt.
Dieser Ölnebel resultiert aus Zylinderschmieröl welches vorgängig zum Beispiel bei
der Abwärtsbewegung des Kolbens in Richtung zum unteren Totpunkt durch die Druckentladung
aus dem Ringpaket der Kolbenringe in die Kolbenunterseite geblasen wird. Der vorgenannte
Ölnebel setzt sich dann in Form von Ablagerungen ab, verbrennt und verkokt und setzt
sich als Ölkoks auf dem Kolbenoberteil fest, was zu dem bekannten schädlichen "Liner
Polishing" und im schlimmsten Fall sogar zu Fressen führen kann. Bei einem zweiteiligen
Kolben mit Einströmöffnungen im Kolbenhemd des Kolbens gemäss der vorliegenden Erfindung,
kann dagegen das Kolbenoberteil gar nicht mit dem zuvor beschriebenen Ölnebel in der
Spülluft beaufschlagt werden, da die Umfangsfläche des Mantelkolbens im Bereich des
Kolbenringpakets nicht mehr direkt mit der Spülluft in Berührung kommt. Somit werden
bei Verwendung des erfindungsgemässen zweiteiligen Kolbens die schädlichen Ölkoksablagerungen
am Kolbenoberteil zuverlässig vermieden, zumindest massiv reduziert.
[0018] Ein weiterer Vorteil, der dadurch entsteht, dass bei der erfindungsgemässen Zylinderanordnung
der Mantelkolben und damit das Kolbenringpaket nicht direkt mit einer Lufteinlassöffnung
im unteren Bereich des Zylinders zusammenwirkt, durch welche Lufteinlassöffnung Frischluft
zum Beispiel von einem Turbolader in den Zylinder unter einem vorgegebenen Druck eingeblasen
wird, ist eine völlig gleichmässige Ausbildung des Schmierölfilms auf der inneren
Oberfläche des Zylinders. Der Schmierölfilm kann sich über die gesamte Lauffläche
des Zylinders völlig gleichmässig bis zum unteren Ende des Zylinders ausbilden.
[0019] Der Schmierölfilm auf der Zylinderwand wird somit nicht mehr durch die Lufteinlassöffnungen
unterbrochen, da der Schmierölfilm im Bereich der Lufteinlassöffnungen nicht mehr
speziell ausgebildet zu sein braucht, weil er nur bis an die Lufteinlassöffnungen
heranreicht. Ein negativer Einfluss der Lufteinlassöffnungen, also z.B. ein negativer
Einfluss durch die Spülschlitze auf die Ausbildung des Schmierölfilms ist somit ausgeschlossen.
[0020] Somit ist, wie bereits erwähnt, auch ein schädliches Zusammenwirken der Lufteinlassöffnungen
mit den Kolbenringen ausgeschlossen, da diese nicht mehr mit den Lufteinlassöffnungen
als solche unmittelbar zusammenwirken. Somit können die Ränder am Spalt des Kolbenrings
aufgrund der radial nach aussen wirkenden Spannung des Kolbenrings auch nicht mehr
in die Lufteinlassöffnungen gedrückt werden, und können sich folglich auch nicht mehr
an den Begrenzungen der Spülschlitze verhaken, so dass durch die erfindungsgemässe
Zylinderanordnung die gefährlichen Kratzer oder Riefen am Zylinder bzw. an der Zylinderwand
nicht mehr auftreten können.
[0021] Auch geht kein Schmieröl über die Spülschlitze verloren, da das Kolbenringpaket mit
den Lufteinlassöffnungen nicht mehr in direkten Kontakt tritt, so dass das Schmieröl
im Kolbenringpaket verbleibt und für die weitere Schmierung zur Verfügung steht. Dadurch
kann letztlich eine beträchtliche Menge an Schmieröl eingespart werden, die Schmierung
zwischen Kolben und Zylinder wird insbesondere im unteren Bereich des Zylinders in
der Nähe des unteren Totpunktes massiv verbessert und der Receiverraum wird nicht
mehr durch Schmieröl aus dem Kolbenringpaket verschmutzt.
[0022] Bei einem für die Praxis besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel sind der Mantelkolben
und der Spülkolben derart in Bezug auf die Kolbenachse gegeneinander verschiebbar
angeordnet, dass ein Öffnungsquerschnitt der Spülluftöffnung einstellbar ist.
[0023] Bei einem besonders flexiblen System der vorliegenden Erfindung kann dazu eine Stelleinrichtung
vorgesehen sein, so dass der Öffnungsquerschnitt nach einem vorgebbaren Schema einstellbar,
insbesondere steuer- oder regelbar ist. Dabei kann die Stelleinrichtung beispielsweise
eine mechanische, eine hydraulische, eine pneumatische oder eine elektrische Stelleinrichtung,
oder auch jede anders ausgestaltete geeignete Stelleinrichtung sein.
[0024] Damit bietet die erfindungsgemässe Anordnung auch erstmals die Möglichkeit, eine
Stelleinrichtung vorzusehen, so dass ein Öffnungsquerschnitt der Spülluftöffnung einstellbar
ist. Es ist nämlich ein weiterer wesentlicher Vorteil des erfindungsgemässen zweiteiligen
Kolbens, dass der Öffnungsquerschnitt der Spülluftöffnung, variabel einstellbar, im
Speziellen sogar im Betriebszustand des Motors variabel verstellbar ist. Bei gegebener
Kolbengeometrie ergibt sich der Öffnungsquerschnitt nämlich im Wesentlichen aus dem
Abstand zwischen dem Mantelkolben und dem Spülkolben im geöffneten Zustand.
[0025] Dieser Abstand lässt sich dabei zum Beispiel dadurch beeinflussen, dass zwischen
einem Abstützelement im unteren Bereich des Zylinderliners und dem Mantelkolben eine
Stelleinrichtung, z.B. in Form eines Abstandshalters vorgesehen wird. Je grösser die
Distanz zwischen Abstützelement und Mantelkolben durch das Stellelement gewählt wird,
um so grösser ist bei gegebenem Kurbelwinkel der Öffnungsquerschnitt für die Spülluft
zwischen Hauptkolben und Mantelkolben. Dasselbe gilt natürlich, wenn der Abstand des
Abstützelements zum unteren Totpunkt grösser gewählt wird.
[0026] Dabei ist die Stelleinrichtung wie bereits erwähnt besonders bevorzugt beispielweise
eine hydraulische, pneumatische oder elektrische Stelleinrichtung, wobei die Stelleinrichtung
unter anderem am Abstützelement und / oder am Mantelkolben vorgesehen sein kann. Dazu
kann das Abstützelement zum Beispiel als ein im Inneren des Zylinders ausgebildeter
Ring vorgesehen sein, der z.B. auch entlang der Zylinderachse verschiebbar sein kann.
Oder in einem anderen Beispiel kann die Stelleinrichtung ein Abstandelement sein,
das zwischen Mantelkolben und Abstützelement vorgesehen ist, dessen Höhe bzw. Länge
variable eingestellt werden kann.
[0027] Durch die Möglichkeit des variabel einstellbaren Öffnungsquerschnitts für die Spülluft,
also der Möglichkeit den Spülvorgang flexibel zu gestalten, kann der Motor einfach
durch Veränderung des Öffnungsquerschnitts zwischen Hauptkolben und Mantelkolben zum
Beispiel für bestimmte Lastbereiche, wie etwa den Teillastbereich, einfach und sehr
flexibel optimiert werden.
[0028] Ausserdem kann ein Motor mit einer erfindungsgemässen Zylinderanordnung erstmals
auch als "Dual Fuel" Motor verwendet werden, der mit verschiedenen Treibstoffen wie
Gas, Schweröl, Dieselöl oder anderen Treibstoffen alternativ betrieben werden kann,
weil jetzt die Menge an Spülluft, die in den Verbrennungsraum beim Spülvorgang eingebracht
wird, erstmals in sehr weiten Grenzen variabel eingestellt werden kann.
[0029] In der Praxis ist am Kolbenhemd zwischen der Kolbenoberfläche und der Einströmöffnung
ein Kolbenringpaket mit mindestens einem Kolbenring vorgesehen, wobei häufig auch
zwei, drei, oder mehr Kolbenringe das Kolbenringpaket bilden können. Dadurch, dass
das Kolbenringpaket zwischen der Einströmöffnung und der Kolbenoberfläche, also im
Einbauzustand oberhalb der Einströmöffnung vorgesehen ist, kommen bei einer erfindungsgemässen
Zylinderanordnung die Kolbenringe niemals mit den Spülluftöffnungen in der Zylinderwand,
also mit den Spülschlitzen in der Zylinderwand in Kontakt, so dass die aus dem Stand
der Technik oben beschriebenen Probleme nicht mehr auftreten können und zuverlässig
verhindert sind.
[0030] Dabei ist es selbstverständlich möglich, dass nicht nur eine, sondern eine Mehrzahl
von Einströmöffnungen am Kolbenhemd vorgesehen sind, bei wobei optional, jedoch nicht
zwingend, jeder Einströmöffnung ein separater Spülluftkanal zugeordnet sein kann.
Auch ist es möglich, dass eine erste Einströmöffnung einen anderen Strömungsquerschnitt
hat als eine zweite Einströmöffnung, und / oder dass ein erster Spülluftkanal einen
anderen Strömungsquerschnitt hat als ein zweiter Spülluftkanal.
[0031] Somit kann z.B. durch die vorgenannten oder weitere andere Massnahmen die Einströmöffnung
und / oder der Spülluftkanal und / oder die Spülluftöffnung derart ausgestaltet und
angeordnet sein, dass die Spülluft nach einem vorgebbaren Strömungsschema in den Brennraum
einbringbar ist.
[0032] Dabei ist es selbstverständlich möglich, dass in der Kolbenoberfläche des Mantelkolbens
eine Mehrzahl von Spülluftöffnungen vorgesehen ist, und /oder dass eine erste Spülluftöffnung
einen anderen Strömungsquerschnitt als eine zweite Spülluftöffnung hat.
[0033] Dabei ist es in der Praxis besonders bevorzugt so, dass zwei Spülluftöffnungen, bevorzugt
alle Spülluftöffnungen durch ein und denselben Spülkolben gleichzeitig zeitweise geöffnet
werden können, was natürlich die Komplexität des Systems reduziert.
[0034] Alle diese Massnahmen tragen unter anderem dazu bei, dass die Spülluft unter einem
vorgebbaren Strömungsschema in den Brennraum eingebracht werden kann, zum Beispiel
nach einem optimierten Strömungsschema in den Brennraum verwirbelt werden kann, so
dass eine bessere Verwirbelung mit dem Brennstoff und damit letztlich eine verbesserte
und effizientere Verbrennung erreicht werden kann.
[0035] Besonders bevorzugt ist am Spülkolben und / oder am Mantelkolben ein Zentriermittel
zur Zentrierung des Spülkolbens in Bezug auf den Mantelkolben vorgesehen, so dass
einerseits der Spülkolben immer wieder passgenau in den Mantelkolben einführbar ist.
Und andererseits im zusammengesetzten Zustand des Kolbens der Spülkolben und der Mantelkolben
immer sicher formschlüssig derart zusammen wirken, dass der Brennraum während der
Kompressionsphase, der Verbrennungsphase und der Expansionsphase bis zum Beginn der
Spülphase sicher gegen den Kolbenunterraum abgedichtet ist.
[0036] Das Zentriermittel kann dabei in an sich dem Fachmann bekannter Weise zum Beispiel
eine Führungsbuchse im Inneren des Mantelkolbens und / oder an einer äusseren Fläche
des Spülkolbens, oder auch besonders bevorzugt eine konische Ausprägung des Spülkolbens
und / oder des Mantelkolbens sein. Wird dann vom unteren Totpunkt ausgehend die Kolbenaufwärtsbewegung
in Richtung des oberen Totpunkts eingeleitet, so zentriert sich der Spülkolben automatisch
im Mantelkolben und verschliesst so die Spülluftöffnung des Mantelkolbens, so dass
der Kolben wieder seine normale Funktion als Arbeitskolben wahrnehmen kann.
[0037] Die Erfindung betrifft weiterhin eine Zylinderanordnung für eine längsgespülte Hubkolbenbrennkraftmaschine,
insbesondere für einen langsam laufenden längsgespülten Zweitakt-Grossdieselmotor,
wobei ein Kolben der vorliegenden Erfindung, so wie er bereits ausführlich beschrieben
wurde, in einem Zylinderliner entlang einer Kolbenachse des Kolbens zwischen einem
oberen Totpunkt und einem unteren Totpunkt hin- und herbewegbar installiert ist, so
dass durch einen Zylinderdeckel, eine Zylinderwand, und eine Kolbenoberfläche des
Kolbens ein Brennraum im Zylinderliner begrenzt ist. Dabei ist am Zylinderliner ein
Spüllufteinlass vorgesehen, der in der Praxis durch an sich bekannte Spülschlitze
zum Einbringen von Spülluft in den Brennraum ausgebildet ist. Erfindungsgemäss ist
der Kolben derart im Zylinderliner angeordnet, dass der Spüllufteinlass mit der Einströmöffnung
so in einem vorgebbaren Kurbelwinkelbereich in strömende Verbindung bringbar ist,
dass Spülluft über den Spüllufteinlass und die Einströmöffnung in den Brennraum einbringbar
ist. Ganz besonders bevorzugt ist dabei der Kolben derart im Zylinderliner angeordnet,
dass ein Kolberingpaket des Kolbens bei keinem Kurbelwinkel den Spüllufteinlass überdeckt,
auch nicht teilweise überdeckt.
[0038] Die Erfindung wird im Folgenden an Hand der schematischen Zeichnung näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- eine bekannte Zylinderanordnung mit Spülschlitzen im Längsschnitt;
- Fig. 2
- schematische Darstellung einer ersten erfindungsgemässen Zylinderanordnung mit zweiteiligem
Kolben.
[0039] Fig. 1 zeigt in einer schematischen Darstellung teilweise im Schnitt eine Zylinderanordnung
8' mit Zylinderliner 2', Kolben 1' und Frischluftzufuhrsystem 500'.
[0040] Die Zylinderanordnung 8' der Fig. 1 ist eine typische Anordnung, wie sie für längs
gespülte Zweitakt-Grossdieselmotoren aus dem Stand der Technik wohl bekannt ist. Zur
besseren Unterscheidung der bekannten Zylinderanordnung sind die entsprechenden Bezugszeichen
mit einem Hochkomma versehen, während die Bezugszeichen zu Merkmalen erfindungsgemässer
Zylinderanordnungen kein Hochkomma tragen.
[0041] Die Anordnung umfasst einen Zylinder 2', der auch als Zylinderliner 2' bezeichnet
wird, in welchem ein Kolben 1' entlang einer Zylinderwand des Zylinders 2' hin- und
her bewegbar angeordnet ist. Der Kolben 1' umfasst eine Kolbenringpackung 6', die
hier schematisch mit lediglich zwei Kolbenringen 61', 62' dargestellt ist.
[0042] Der Brennraum 4', der sich im Brennraumbereich 41' des Zylinders 2' befindet, ist
darstellungsgemäss oben durch einen Zylinderdeckel mit Einspritzdüse und Auslassventil
begrenzt.
[0043] Der Kolben 1', der sich im Betriebszustand des Grossdieselmotors zwischen dem oberen
Totpunkt OT' und dem unteren Totpunkt UT' hin- und herbewegt, ist über die Kolbenstange
10' mit einem in Fig. 1 nicht dargestellten Kreuzkopf verbunden, von dem aus die hin-
und her Bewegung des Kolbens 1' auf die ebenfalls nicht dargestellte Kurbelwelle der
Maschine übertragen wird. Die Kolbenstange 10' ist durch den Receiverraum 501', der
sich darstellungsgemäss unten an den Einlassbereich 42' des Zylinderliners 2' anschliesst,
und durch die Stopfbuchse 502' geführt, die den Receiverraum 501' gegen den darunter
liegenden Kurbelwellenraum abdichtet, so dass keine Frischluft 5', symbolisiert durch
den Pfeil 5', die ein ebenfalls nicht dargestellter Turbolader unter einem hohen Druck,
z.B. unter einem Druck von vier bar in den Receiverraum 501' zuführt, aus dem Receiverraum
501' in den darunter liegenden Kurbelwellenraum 9' gelangen kann.
[0044] Wie der Fig. 1 zu entnehmen und allgemein bekannt ist, liegt im Receiverraum 501'
immer der vom Turbolader erzeugte Gasdruck der Frischluft 5' an, der somit konstruktionsbedingt
auch immer an der Kolbenunterseite des Kolbens 1' anliegt.
[0045] Nach einem Verbrennungsvorgang, der im Brennraum 4' initiiert wird, wenn sich der
Kolben 1' ganz in der Nähe des oberen Totpunkts OT' befindet, bewegt sich Kolben 1'
aufgrund des im Brennraum 4' aufgebauten Verbrennungsdrucks in Richtung zum unteren
Totpunkt UT', wobei, wenn sich die Kolbenoberfläche unterhalb dem als Spülschlitz
7' ausgebildetem Spüllufteinlass 7' befindet, Spülluft 5' über die Spülschlitze 7'
aus dem Receiverraum 501' in den Brennraum 4' gelangen kann, so dass diese für den
nächst folgenden Verbrennungsvorgang im Brennraum 4' zur Verfügung steht.
[0046] Bei seinem Weg vom oberen Totpunkt OT' bis zum unteren Totpunkt UT' und zurück muss
der Kolben 1' zwangsläufig im Einlassbereich 42' die Spülschlitze 7' passieren, was
die eingangs bereits eingehend beschriebenen negativen Folgen hat, die hier nicht
mehr im Einzelnen wiederholt werden müssen.
[0047] In Fig. 2 ist eine erste erfindungsgemässe Zylinderanordnung 8 teilweise im Schnitt
mit einem zweiteiligen Kolben 1 im Falle eines längsgespülten Zweitakt-Grossdieselmotors
vereinfacht schematisch dargestellt. Aus Gründen der Übersichtlichkeit sind alle,
für das Verständnis der Erfindung nicht wesentlichen Komponenten des Grossdieselmotors
in Fig. 2 nicht explizit dargestellt.
[0048] Die Zylinderanordnung 8 der Fig. 2 umfasst einen Kolben 1 in einem Zylinderliner
2, der in einer Hubkolbenbrennkraftmaschine entlang einer Kolbenachse A zwischen einem
oberen Totpunkt und einem unteren Totpunkt UT hin- und herbewegbar installiert ist,
so dass durch einen aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht dargestellten Zylinderdeckel,
eine Zylinderwand 3, und eine Kolbenoberfläche 100 des Kolbens 1 ein Brennraum 4 im
Zylinderliner 2 begrenzt ist. Dabei ist der Kolben 1 ein zweiteiliger Kolben 1, wie
er in einer anderen Variante aus der
EP 2 503 116 A1 bekannt ist, mit einem Mantelkolben 101 und einem im Mantelkolben 101 angeordneten
Spülkolben 102. In der Kolbenoberfläche 100 des Mantelkolbens 101 ist eine Spülluftöffnung
103 vorgesehen, die im Betriebszustand zum Einbringen von Spülluft 5 in den Brennraum
4, durch den Spülkolben 102 in Abhängigkeit vom Kurbelwinkel zeitweise geöffnet bzw.
geschlossen werden kann. Gemäss der vorliegenden Erfindung ist dabei in einem um die
Kolbenachse A umlaufenden Kolbenhemd 104 des Mantelkolbens 101 zum Zuführen der Spülluft
5 eine Einströmöffnung 105 vorgesehen ist, die über einen Spülluftkanal 106 im Mantelkolben
101 mit der Spülluftöffnung 103 strömungsverbunden ist.
[0049] Der Mantelkolben 101 und der Spülkolben 102 sind derart in Bezug auf die Kolbenachse
A gegeneinander verschiebbar angeordnet, dass ein Öffnungsquerschnitt der Spülluftöffnung
103 einstellbar ist. Zum Einstellen des Öffnungsquerschnitts ist eine in Fig. 2 nicht
dargestellte Stelleinrichtung, z.B. eine Stelleinrichtung gemäss
EP 2 503 116 A1 vorgesehen, so dass der Öffnungsquerschnitt nach einem vorgebbaren Schema einstellbar,
insbesondere steuer- oder regelbar einstellbar ist. Dabei kann die Stelleinrichtung
eine mechanische, eine hydraulische, eine pneumatische oder eine elektrische Stelleinrichtung,
oder jede andere geeignete Stelleinrichtung sein.
[0050] Wie aus Fig. 2 gut zu erkennen ist, ist am Kolbenhemd 104 zwischen der Kolbenoberfläche
100 und der Einströmöffnung 105 ein Kolbenringpaket 6 mit mindestens einem Kolbenring
61, 62, das in der Praxis natürlich auch nur aus einem Kolbenring oder aus mehr als
zwei Kolbenringen aufgebaut sein kann.
[0051] Bei einem speziellen Ausführungsbeispiel ist es selbstverständlich auch möglich,
dass eine Mehrzahl von Einströmöffnungen 105 am Kolbenhemd 104 vorgesehen ist, wobei
im Speziellen jeder Einströmöffnung 105 ein separater Spülluftkanal 106 zugeordnet
sein kann.
[0052] Dabei ist die Einströmöffnung 105 und / oder der Spülluftkanal 106 und / oder die
Spülluftöffnung 103 derart ausgestaltet und angeordnet, dass die Spülluft 5 nach einem
vorgebbaren Strömungsschema in den Brennraum 4 einbringbar ist.
[0053] Die erfindungsgemässe Zylinderanordnung 8 ist somit dadurch ausgezeichnet dass der
Kolben 1 derart im Zylinderliner 2 angeordnet ist, dass der Spüllufteinlass 7 mit
der Einströmöffnung 105 so in einem vorgebbaren Kurbelwinkelbereich in strömende Verbindung
bringbar ist, dass die Spülluft 5 über den Spüllufteinlass 7 und die Einströmöffnung
105 in den Brennraum 4 einbringbar ist, wobei der Kolben 1 ganz besonders bevorzugt
derart im Zylinderliner 2 angeordnet ist, dass das Kolberingpaket 6 des Kolbens 1
bei keinem Kurbelwinkel den Spüllufteinlass 7 überdeckt, auch niemals teilweise überdeckt.
[0054] Durch die oben erwähnte flexible Einstellbarkeit der Spülluftzufuhr kann der Zweitakt-Grossdieselmotor
der Erfindung erstmals auch als "Dual Fuel" oder "Multi Fuel" Motor verwendet werden,
der mit verschiedenen Treibstoffen wie Gas, Schweröl, Dieselöl oder anderen Treibstoffen
alternativ betrieben werden kann, weil jetzt die Menge an Spülluft 5, die in den Brennraum
4 beim Spülvorgang eingebracht wird, erstmals in sehr weiten Grenzen variabel eingestellt
werden kann.
[0055] Es versteht sich, dass die im Rahmen dieser Anmeldung beschriebenen Ausführungsbeispiele
lediglich exemplarisch zu verstehen sind und die Erfindung nicht auf diese Beispiele
beschränkt ist. Insbesondere können die beschriebenen Ausführungsbeispiele auch vorteilhaft
kombiniert werden.
1. Kolben für eine längsgespülte Hubkolbenbrennkraftmaschine, insbesondere für einen
langsam laufenden längsgespülten Zweitakt-Grossdieselmotor, welcher Kolben in einem
Zylinderliner (2) der Hubkolbenbrennkraftmaschine entlang einer Kolbenachse (A) zwischen
einem oberen Totpunkt und einem unteren Totpunkt (UT) hin- und herbewegbar installierbar
ist, so dass durch einen Zylinderdeckel, eine Zylinderwand (3), und eine Kolbenoberfläche
(100) des Kolbens ein Brennraum (4) im Zylinderliner (2) begrenzbar ist, wobei der
Kolben ein zweiteiliger Kolben mit einem Mantelkolben (101) und einem im Mantelkolben
(101) angeordneten Spülkolben (102) ist, und in der Kolbenoberfläche (100) des Mantelkolbens
(101) eine Spülluftöffnung (103) vorgesehen ist, die im Betriebszustand zum Einbringen
von Spülluft (5) in den Brennraum (4) durch den Spülkolben (102) zeitweise geöffnet
werden kann, dadurch gekennzeichnet, dass in einem um die Kolbenachse (A) umlaufenden Kolbenhemd (104) des Mantelkolbens (101)
zum Zuführen der Spülluft (5) eine Einströmöffnung (105) vorgesehen ist, die über
einen Spülluftkanal (106) im Mantelkolben (101) mit der Spülluftöffnung (103) strömungsverbunden
ist.
2. Kolben nach Anspruch 1, wobei der Mantelkolben (101) und der Spülkolben (102) derart
in Bezug auf die Kolbenachse (A) gegeneinander verschiebbar angeordnet sind, dass
ein Öffnungsquerschnitt der Spülluftöffnung (103) einstellbar ist.
3. Kolben nach Anspruch 2, wobei eine Stelleinrichtung vorgesehen ist, so dass der Öffnungsquerschnitt
nach einem vorgebbaren Schema einstellbar, insbesondere steuer- oder regelbar ist.
4. Kolben nach Anspruch 3, wobei die Stelleinrichtung eine mechanische, eine hydraulische,
eine pneumatische oder eine elektrische Stelleinrichtung ist.
5. Kolben nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei am Kolbenhemd (104) zwischen
der Kolbenoberfläche (100) und der Einströmöffnung (105) ein Kolbenringpaket (6) mit
mindestens einem Kolbenring (61, 62) vorgesehen ist.
6. Kolben nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei eine Mehrzahl von Einströmöffnungen
(105) am Kolbenhemd (104) vorgesehen ist.
7. Kolben nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei jeder Einströmöffnung (105) ein
separater Spülluftkanal (106) zugeordnet ist.
8. Kolben nach einem der Ansprüche 6 oder 7, wobei eine erste Einströmöffnung (105) einen
anderen Strömungsquerschnitt als eine zweite Einströmöffnung (105) hat.
9. Kolben nach einem der Ansprüche 6 bis 8, wobei ein erster Spülluftkanal (106) einen
anderen Strömungsquerschnitt hat als ein zweiter Spülluftkanal (106).
10. Kolben nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Einströmöffnung (105) und
/ oder der Spülluftkanal (106) und / oder die Spülluftöffnung (103) derart ausgestaltet
und angeordnet ist, dass die Spülluft (5) nach einem vorgebbaren Strömungsschema in
den Brennraum(4) einbringbar ist.
11. Kolben nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei in der Kolbenoberfläche (100)
des Mantelkolbens (101) eine Mehrzahl von Spülluftöffnungen (103) vorgesehen ist.
12. Kolben nach Anspruch 11, wobei eine erste Spülluftöffnung (103) einen anderen Strömungsquerschnitt
als eine zweite Spülluftöffnung (103) hat.
13. Kolben nach einem der Ansprüche 11 oder 12, wobei zwei Spülluftöffnungen (103), bevorzugt
alle Spülluftöffnungen (103) durch ein und denselben Spülkolben (102) gleichzeitig
zeitweise geöffnet werden können.
14. Zylinderanordnung für eine längsgespülte Hubkolbenbrennkraftmaschine, insbesondere
für einen langsam laufenden längsgespülten Zweitakt-Grossdieselmotor, wobei ein Kolben
(1) nach einem der Ansprüche 1 bis 12 in einem Zylinderliner entlang einer Kolbenachse
(A) des Kolbens (1) zwischen einem oberen Totpunkt und einem unteren Totpunkt (UT)
hin- und herbewegbar installiert ist, so dass durch einen Zylinderdeckel, eine Zylinderwand
(3), und eine Kolbenoberfläche (100) des Kolbens (1) ein Brennraum (4) im Zylinderliner
begrenzt ist, und am Zylinderliner ein Spüllufteinlass (7) zum Einbringen von Spülluft
(5) in den Brennraum (4) vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Kolben (1) derart im Zylinderliner angeordnet ist, dass der Spüllufteinlass (7)
mit der Einströmöffnung (105) so in einem vorgebbaren Kurbelwinkelbereich in strömende
Verbindung bringbar ist, dass die Spülluft (5) über den Spüllufteinlass (7) und die
Einströmöffnung (105) in den Brennraum (4) einbringbar ist.
15. Zylinderanordnung nach Anspruch 14, wobei der Kolben (1) derart im Zylinderliner angeordnet
ist, dass ein Kolberingpaket (6) des Kolbens (1) bei keinem Kurbelwinkel den Spüllufteinlass
(7) überdeckt, auch nicht teilweise überdeckt.