[0001] Die Erfindung betrifft eine Steuervorrichtung für Pumpen bei Hochdruckreinigern,
mit den oberbegrifflichen Merkmalen des Anspruches 1.
[0002] Eine derartige Steuervorrichtung ist z. B. aus dem
US-Patent 4,636,146 bekannt, um bei einem Hochdruckreiniger bei Unterbrechung der Förderung, insbesondere
beim Schließen der Sprühlanze einen unzulässigen Druckanstieg zu vermeiden. Hierzu
ist ein Bypassventil vorgesehen, das auch Unloader genannt wird, da hierbei über ein
sich öffnendes Sperrelement der Flüssigkeitsstrom wieder zur Saugseite der Pumpe geleitet
wird. Bei solchen "Strahlpausen" erfolgt somit ein druckloser Umlaufbetrieb, indem
das Wasser im Bypass gefördert wird. Diese Steuerung wird auch Abschaltautomatik oder
Druckentlastung genannt.
[0003] Dies gilt insbesondere für den Intervallbetrieb von Hochdruckreinigungsgeräten, da
hierbei die Abgabestelle, insbesondere eine Sprühlanze, häufig geschlossen und dann
wieder geöffnet wird. Bei längeren Arbeitspausen sollte, nicht nur aus Gründen der
Energieeinsparung der Elektromotor für den Pumpenantrieb abgeschaltet werden. Das
Zuschalten der Pumpe (durch Einschalten des Elektromotors) kann hier bei geschlossener
Sprühlanze jedoch unmöglich werden, insbesondere bei Wechselstrom-Motoren und unnachgiebigen
Stahlgewebe-Hochdruckschläuchen zwischen Pumpe und Sprühlanze. Diese führen - im Gegensatz
zu relativ weichen, nicht ummantelten Gummischläuchen - zu einem hohen Druckanstieg
in sehr kurzer Zeit, in der sich der Elektromotor noch in der Anlaufphase befindet.
Dabei kann der gerade startende Motor noch zu wenig Drehmoment aufbringen, so dass
dieser stehen bleibt (blockiert). Dieser Effekt ist umso stärker je niedriger die
Eingangsspannung ist, was insbesondere durch die Verwendung von Verlängerungskabeln
auf Baustellen auftritt. Ein Anlassen ist somit ausgeschlossen, außer dass die Sprühlanze
geöffnet wird. Dies kann jedoch zeitaufwendig und unbequem sein, da sich z. B. beim
Einsatz auf Baustellen die Sprühlanze auf einem Gerüst befindet und der Hochdruckreiniger
entfernt davon auf dem Boden steht.
[0004] Demzufolge liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Steuervorrichtung für Pumpen
bei Hochdruckreinigern zu schaffen, die bei einfacher Bauweise ein sicheres Anlaufen
des Antriebsmotors sicherstellt.
[0005] Diese Aufgabe wird gelöst mit einer Steuervorrichtung gemäss den Merkmalen des Anspruchs
1. Bevorzugte Ausführungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0006] Als wesentlicher Vorteil wird durch die vorgeschlagene Bauweise erreicht, dass beim
Einschalten des Antriebsmotors zunächst noch für kurze Zeit kein Druckaufbau in dem
Hochdruckschlauch erfolgt, sondern erst mit einer Verzögerung von einigen Zehntelsekunden.
Erst nachdem der Motor "hochgelaufen" ist (z.B. binnen 0,2 Sekunden), also sein volles
Drehmoment besitzt, wird Wasser in den Hochdruckschlauch gefördert bzw. gepresst.
Dies ermöglicht jederzeit ein sicheres Anlaufen des Motors.
[0007] Von besonderem Vorteil ist die kompakte Bauweise des Ventilkörpers, der zudem in
einfacher Weise gegen die bisher übliche Sperrkugel eines Unloader-Ventil ausgetauscht
werden kann. Somit ist nicht nur die Erst-Ausstattung preiswert möglich, sondern auch
die Nachrüstung bestehender Geräte.
[0008] Bevorzugte Ausführungsbeispiele werden anhand der Zeichnung näher erläutert und beschrieben.
Hierbei zeigen:
Fig. 1 eine Schnittdarstellung der Steuervorrichtung mit neuem Ventilkörper;
Fig. 2 eine Schnittdarstellung gemäss Fig. 1 eines herkömmlichen Unloaders; und
Fig. 3a-c verschiedene Schaltstellungen des Ventilkörpers; und
Fig. 4a-c dazu analoge Schaltstellungen, wobei als Ventilelement eine Kugel vorgesehen
ist.
[0009] Das nachstehend beschriebene Ausführungsbeispiel der Steuervorrichtung gemäss Fig.1
soll zunächst mit der herkömmlichen Bauweise gemäss Fig. 2 verglichen werden.
[0010] In Fig. 2 ist ein Ventilgehäuse 1 dargestellt, das an eine nicht näher dargestellte
Pumpe (meist Pumpe mit drei Kolben) eines Hochdruckreinigers angeflanscht ist. Dabei
wird über einen schematisch angesetzten Hochdruckschlauch 2 Druckflüssigkeit zu einer
Abgabestelle, insbesondere eine (nicht dargestellte) Sprühlanze gefördert. Im Förderweg
durch das Ventilgehäuse 1 ist ein Rückschlagventil 3 eingebaut, das hier in geschlossener
Stellung dargestellt ist. In geöffnetem Zustand (normaler Pumpbetrieb) gelangt somit
die von der Pumpe geförderte Flüssigkeit zum Hochdruckschlauch 2 und damit zur Abgabestelle.
In Bereich des Rückschlagventils 3 ist eine Steuerleitung 3a vorgesehen, die zu einem
Bypassventil 7 führt. Dieses weist einen Kolben 8 auf, an dem eine stößelartige Spindel
9 befestigt ist, die entgegen der Vorspannung einer relativ starken Haupt- oder Druckfeder
10 bei Beaufschlagung des Kolbens 8 nach rechts bewegbar ist. Dabei wird ein Sperrelement
8a, insbesondere in Kugelform durch die Spindel 9 in die Offenstellung gedrückt (vgl.
auch Fig. 3), so dass unter dem Pumpendruck stehende Flüssigkeit noch vor dem Rückschlagventil
3 in eine schematisch dargestellte Bypassleitung abfließen kann. Die Vorspannung der
Druckfeder 10 ist durch ein Handrad 11 einstellbar, so dass der Öffnungsdruck der
Absperrkugel 8a einstellbar ist. Diese Bauweise des Bypassventils 7 als sog. Unloader
hat sich im Intervallbetrieb grundsätzlich bewährt, wobei jedoch gerade bei ummantelten
Hochdruckschläuchen 2 die oben genannten Probleme beim Starten des Antriebsmotors
nach längeren Arbeitspausen auftraten.
[0011] Wesentlich für die erfindungsgemäße Gestaltung ist nunmehr, wie in Fig. 1 dargestellt,
dass das Sperrelement 8a (Absperrkugel 8a in Fig. 2) gegen einen hülsenförmigen Ventilkörper
8a' ausgetauscht ist. Bei dieser Umrüstung kann die Druckfeder 8b sogar beibehalten
werden. Im Innern des (hohl gebohrten) Ventilkörpers 8a' ist ein weiteres Ventilelement
5 axial beweglich gelagert (vgl. folgende Fig. 3 und 4), das von einer (relativ schwachen)
Feder 6 beaufschlagt ist. Das Ventilelement 5 und die Feder 6 sind dabei geschützt
im Ventilkörper 8a' gelagert bzw. geführt, wie in den folgenden Fig. 3 und 4 in verschiedenen
Schaltstellungen vergrößert dargestellt wird.
[0012] In Fig. 3 und 4 sind jeweils drei ähnliche Schaltpositionen dargestellt, wobei in
Fig. 3 ein Kegelbolzen 5a (mit konischer Spitze) als Ventilelement 5 dient, während
in Fig. 4 hierzu eine Kugel 5b vorgesehen ist. Beide Formen des Ventilelements 5 sind
dabei von einer Feder 6 beaufschlagt, die ebenfalls im Innern des Ventilkörpers 8a'
angeordnet ist.
[0013] Der Ventilkörper 8a' weist hierbei jeweils einen Kugelkopf 4 mit einer zentralen
Bohrung 4a auf, die dem Spindelende 9 des Bypassventils 7 gegenüberliegt, sowie zumindest
eine Zulaufbohrung 4b (in Fig. 3 am Zylindermantel und in Fig. 4 an der von der Spindel
9 abgewandten Stirnseite). Dabei ist der Kugelkopf 4 rückseitig von der Druckfeder
8b beaufschlagt, die bevorzugt mit der Druckfeder 8b in Fig. 2 baugleich ist, also
bei einem Umbau weiterverwendet werden kann.
[0014] Die Unter-Figuren in Fig. 3 und 4 zeigen hierbei die Schaltstellung:
- a) beim Einschalten des Motors;
- b) beim Normalbetrieb unter Druck;
- c) beim Betrieb im Bypass.
[0015] In Fig. 3a und 4a verschließt der Kugelkopf 4 den Ventilsitz des Unloader-Ventils.
Durch die Bohrungen 4a und 4b kann Wasser in den Bypass strömen, bis der Antriebsmotor
seine Nenndrehzahl erreicht hat. Durch die einsetzende Strömung wird die Bohrung 4a
im Kugelkopf 4 durch den Kegelbolzen 5a bzw. die Kugel 5b geschlossen, wie in den
Fig. 3b und 4b für den Normalbetrieb dargestellt ist. Hierbei ist die Bohrung 4a geschlossen,
wobei das Ventilelement 5 durch den hydraulischen Druck (entgegen der relativ geringen
Kraft der Feder 6) in dieser Position gehalten wird.
[0016] In Fig. 3c und 4c ist jeweils die Stellung bei nach rechts verschobener Position
der Spindel 9 (vgl. links angedeuteter Kolben 8) gezeigt. Hierbei ist der Kugelkopf
4 vom Ventilsitz abgehoben und auch die Bohrung 4a geöffnet. Somit kann Wasser über
beide Öffnungen zum Bypass strömen, der hier mit dem Bezugszeichen B angedeutet ist.
Der Bypass B kann jedoch auch an anderer Stelle im Ventilgehäuse 1 angeordnet sein.
Weiterhin sei betont, dass die Ausführung des Ventilelements 5 als Kugel 5b in Offenstellung
eine besonders einfache Möglichkeit des Selbst-Ansaugbetrieb der Pumpe zulässt.
1. Steuervorrichtung für Pumpen bei Hochdruckreinigem, wobei zwischen Pumpe und einem
Hochdruckschlauch, insbesondere zu einer Sprühlanze hin, ein Bypassventil (Unloader-Ventil)
vorgesehen ist, das ein federbeaufschlagtes Sperrelement, insbesondere in zumindest
teilweiser Kugelform aufweist, welches bei geschlossener Sprühlanze einen Förderweg
zur Saugseite der Pumpe hin freigibt,
dadurch gekennzeichnet, dass das Sperrelement (8a) als hülsenförmiger Ventilkörper (8a') ausgebildet ist, der
in seinem Inneren ein weiteres Ventilelement (5) aufweist, das von einer Feder (6)
beaufschlagt ist.
2. Steuervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Ventilkörper (8a') einen Kugelkopf (4) mit einer zentralen Bohrung (4a) aufweist,
die einem Ende einer Spindel (9) des Bypassventils (7) gegenüberliegt, sowie bevorzugt
zumindest eine Zulaufbohrung (4b) aufweist.
3. Steuervorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Kugelkopf (4) rückseitig von einer Druckfeder (8b) beaufschlagt ist.
4. Steuervorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckfeder (8b) baugleich der Ausführung des Sperrelements (8a) in Kugelform
(Fig. 2) ist.
5. Steuervorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Bypassventil (7) eine Spindel (9) und einen Kolben (8) aufweist, der an eine
Steuerleitung (6) angeschlossen ist.
6. Steuervorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventilelement (5) in Form eines Kegelbolzens (5a) ausgebildet ist.
7. Steuervorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventilelement (5) als im Ventilkörper (8a') axial bewegliche Kugel (5b) ausgebildet
ist, die in Offenstellung einen Selbst-Ansaugbetrieb der Pumpe zulässt.
8. Steuervorrichtung wenigstens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Bypass-Ventil (7) von einer vorspannbaren Hauptfeder (10) beaufschlagt ist.