[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Halteelement zum Halten eines an einer Tragstruktur
gehaltenen Hitzeschildsteines und auf ein Verfahren zum Kühlen der Tragstruktur eines
Hitzeschildes. Die Erfindung bezieht sich auch auf ein derartiges Hitzeschild sowie
eine von dem Hitzeschild ausgekleidete Brennkammer und eine Gasturbine.
[0002] In vielen technischen Anwendungen werden Hitzeschilde verwendet, welche Heißgasen
von 1000 bis 1600 Grad Celsius widerstehen müssen. Insbesondere Gasturbinen, wie sie
in stromerzeugenden Kraftwerken und in Flugzeugtriebwerken Verwendung finden, weisen
entsprechend große durch Hitzeschilde abzuschirmende Flächen im Innern der Brennkammern
auf. Wegen der thermischen Ausdehnung und wegen großer Abmessungen muss das Hitzeschild
aus einer Vielzahl einzelner, im Allgemeinen keramischer Hitzeschildsteine zusammengesetzt
werden, die voneinander mit einem ausreichenden Spalt beabstandet an einer Tragstruktur
befestigt sind. Dieser Spalt bietet den Hitzeschildelementen ausreichenden Raum für
die thermische Ausdehnung. Da jedoch der Spalt auch einen direkten Kontakt der heißen
Verbrennungsgase mit der metallischen Tragstruktur und den Halteelementen ermöglicht,
wird als eine Gegenmaßnahme durch die Spalte in Richtung der Brennkammer Kühlluft
eingedüst.
[0003] Ein gattungsgemäßes Hitzeschild umfasst somit eine Tragstruktur und eine Anzahl von
Hitzeschildsteinen, welche an der Tragstruktur mittels Halteelementen lösbar befestigt
sind, wobei jeder Hitzeschildstein eine der Tragstruktur zugewandte Kaltseite und
eine der Kaltseite gegenüberliegende, mit einem heißen Medium beaufschlagbare Heißseite
aufweist. Zum Schutz vor Heißgasen ist mindestens eine Kühlluftpassage in der Tragstruktur
vorgesehen.
[0004] Das gattungsgemäße Halteelement weist einen an der Tragstruktur befestigbaren Befestigungsabschnitt
und einen Halteabschnitt mit einem Haltekopf auf, der zum Eingriff in eine am Hitzeschildstein
vorhandene Eingriffeinrichtung ausgebildet ist. Der Befestigungsabschnitt weist bei
an der Tragstruktur befestigtem Befestigungsabschnitt und am Hitzeschildstein eingreifendem
Halteabschnitt eine Oberseite auf, welche einer Kaltseite des Hitzeschildsteins zugewandt
ist.
[0005] Die
EP 1 701 095 A1 offenbart ein eingangs genanntes Hitzeschild einer Brennkammer einer Gasturbine mit
einer Tragstruktur und einer Anzahl von lösbar an der Tragstruktur angeordneten Hitzeschildsteinen.
Zum Schutz der Brennkammerwand sind die Hitzeschildsteine flächendeckend unter Belassung
von Dehnungsspalten an der Tragstruktur angeordnet, wobei jeder Hitzeschildstein eine
der Tragstruktur zugewandte Kaltseite und eine der Kaltseite gegenüberliegende, mit
einem heißen Medium beaufschlagbare Heißseite aufweist. Die Hitzeschildsteine sind
mit je zwei metallischen Halteelementen federnd an der Tragstruktur befestigt. Hierzu
umfasst jedes Halteelement einen Halteabschnitt mit einem Greifabschnitt und einen
Befestigungsabschnitt. In jeden Hitzeschildstein sind an zwei gegenüberliegenden Umfangsseiten
Haltenuten eingebracht, so dass zum Halten des Hitzeschildsteins die Greifabschnitte
der Halteelemente gegenüberliegend in die Haltenuten eingreifen können. Die derart
am Hitzeschildstein gegenüberliegend befestigten Halteelemente sind mit ihrem Befestigungsabschnitt
in einer unterhalb des Hitzeschildsteins verlaufenden Befestigungs-Nut in der Tragstruktur
geführt. Zum Schutz vor Heißgasen sind die Greifabschnitte der metallischen Steinhalter
gekühlt. Hierzu sind in die Steinhalter im Bereich des Halteabschnitts und in die
Halteriegel der Hitzeschildsteine Öffnungen eingebracht, welche mit einer in der Tragstruktur
angeordneten Kühlluftbohrung fluchten, so dass Kühlluft aus der Kühlluftbohrung strömend
in direkter Linie auf eine Kaltseite des Greifabschnittes prallt.
[0006] Trotz dieser Kühlung der Greifabschnitte gemäß dem Stand der Technik kann es bei
Beaufschlagung des Hitzeschildes mit Heißgas zu Heißgaseinzug im Bereich der Dehnungsspalten
zwischen den Hitzeschildsteinen kommen. Das Heißgas kann sich sodann unterhalb der
Hitzeschildsteine ausbreiten und zur Verzunderung der Tragstruktur führen.
[0007] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Halteelement für einen an einer
Tragstruktur gehaltenen Hitzeschildstein, ein Hitzeschild mit einer Tragstruktur und
ein Verfahren zur Kühlung der Tragstruktur anzugeben, mit welchem eine Verzunderung
der Tragstruktur aufgrund von Heißgaseinzug besonders effektiv vermieden werden kann.
[0008] Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, eine Brennkammer und eine Gasturbine anzugeben,
mit welcher eine Verzunderung der Tragstruktur eines von der Brennkammer umfassten
Hitzeschildes besonders effektiv vermieden werden kann.
[0009] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einem Halteelement der eingangs genannten Art
dadurch gelöst, dass mindestens eine Kühlluftpassage im Befestigungsabschnitt angeordnet
ist. Die Kühlluftpassage umfasst eine Eintrittsöffnung und mindestens eine in einer
Seitenfläche und/oder auf der Oberseite des Befestigungsabschnitts angeordnete Austrittsöffnung.
In die Eintrittsöffnung eintretende Kühlluft tritt aus der mindestens einen Austrittsöffnung
aus, wobei der Kühlluft mittels der Kühlluftpassage jeweils eine Ausströmrichtung
aufprägbar ist, welche eine Geschwindigkeitskomponente parallel zur Kaltseite umfasst
und eine Prallkühlung des vom Halteabschnitt gehaltenen Hitzeschildsteines vermeidet.
[0010] Der Befestigungsabschnitt ist hierzu derart an der Tragstruktur anordenbar, dass
die Kühlluftpassage mit mindestens einem in der Tragstruktur angeordneten Kühlluftkanal
korrespondiert.
[0011] Die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Halteelementes ermöglicht es Kühlluft im Bereich
des Befestigungsabschnittes unterhalb eines Hitzeschildsteins eines Hitzeschildes
zuzuführen. Aufgrund dieser im Wesentlichen mittig unter dem Hitzeschildstein einströmenden
Kühlluft lässt sich die Tragstruktur effektiv in den Bereichen kühlen, welche der
Befestigung der Hitzeschildsteine dienen. Die federnden Halteelemente, welche auch
mit Steinhaltern bezeichnet werden, sind im Wesentlichen mittig unterhalb der Hitzeschildsteine
befestigt. Mit der Erfindung wird dieser Bereich effektiv gekühlt, wobei eine direkte
Anströmung der Hitzeschildsteine mittels der erfindungsgemäß ausgebildeten Steinhalter
unterbunden ist. Eine Schädigung der Hitzeschildsteine wird somit sicher vermieden.
Die Hitzeschildsteine bestehen im Allgemeinen aus einem keramischen Material und sind
im Betrieb auf Ihrer Heißseite direkt mit den Heißgasen in der Brennkammer in Berührung.
Eine Prallkühlung der Hitzeschildsteine von der Kaltseite aus könnte zu thermisch
induzierten Spannungen im Hitzeschildstein und damit zu erhöhter Rissbildung in diesem
führen. Erfindungsgemäß ist die in den Befestigungsabschnitt integrierte Kühlluftpassage
bei geeigneter Positionierung des Steinhalters an der Tragstruktur durch mindestens
einen Kühlluftkanal in der Tragstruktur speisbar. Dass die Kühlluftpassage mit dem
Kühlluftkanal korrespondiert ist derart zu verstehen, dass der Steinhalter an der
Tragstruktur derart positionierbar ist, dass aus dem Kühlluftkanal strömende Kühlluft
zumindest teilweise in die Eintrittsöffnung der Kühlluftpassage eintritt.
[0012] In dieser Position können die Eintrittsöffnung der Kühlluftpassage und die Austrittsöffnung
des Kühlluftkanals beispielsweise miteinander fluchten. Es muss somit keine physikalisch
feste Verbindung zwischen Kühlluftkanal in der Tragstruktur und Kühlluftpassage im
Steinhalter existieren. Der Steinhalter ist lediglich an einer geeigneten Stelle an
der Tragstruktur zu positionieren, wodurch ein einfacher Ein- oder Ausbau der Hitzeschildsteine
zu Wartungszwecken ermöglicht ist. Beispielsweise können die Halteelemente in Befestigungs-Nuten
geführt sein, wobei die in der Tragstruktur angeordneten Kühlluftkanäle in einem Nutboden
der Befestigungs-Nut angeordnet sind. Die Steinhalter können hierbei zu Wartungszwecken
über die Kühlluftkanäle hinweg geschoben werden.
[0013] Die Kühlluftpassage kann beispielsweise in dem dem Halteabschnitt abgewandten Endbereich
des Befestigungsabschnitts angeordnet sein.
[0014] Die Strömungsrichtung der Kühlluft beim Verlassen einer Austrittsöffnung der Kühlluftpassage
kann durch entsprechende Ausbildung der Kühlluftpassage auf einen zu kühlenden Bereich
der Tragstruktur gerichtet werden. Die Richtung des Gesamtimpulses eines aus einer
Austrittsöffnung der Kühlluftpassage austretenden Kühlluftstroms ist hierbei nicht
auf das Hitzeschild gerichtet. Insofern weist die jeweilige Ausströmrichtung eine
Geschwindigkeitskomponente auf, welche parallel zur Kaltseite des Hitzeschildsteines
verläuft und eine Prallkühlung des Hitzeschildsteines vermeidet.
[0015] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung korrespondiert die Kühlluftpassage mit einer
auf der Oberseite des Befestigungsabschnitts ausgebildeten Erhebung.
[0016] Diese Ausgestaltung der Erfindung ermöglicht es, die mindestens eine Auslassöffnung
der Kühlluftpassage seitlich in der Erhebung anzuordnen.
[0017] Es kann auch als vorteilhaft angesehen werden, dass der Befestigungsabschnitt im
Bereich der Erhebung verdickt ist.
[0018] Da auf diese Weise mehr Material zur Verfügung steht, kann die Kühlluftpassage beispielsweise
innerhalb des Befestigungsabschnitts angeordnet werden. Beispielsweise in Form einer
im Befestigungsabschnitt angeordneten Kühlluftbohrung, welche mindestens eine in einer
Seitenfläche der Erhebung angeordnete Ausgangsöffnung umfasst. Die Kühlluftbohrung
kann beispielsweise einen T-förmigen Verlauf aufweisen.
[0019] Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung verläuft der Befestigungsabschnitt im Bereich
der Erhebung stufenförmig versetzt. Entsprechend dieser Ausgestaltung kann die Kühlluftpassage
als unterhalb der Stufe angeordnete Nut ausgebildet sein. Die Nut kann zwei gegenüberliegende
Seitenflächen aufweisen. Die Nut könnte aber auch nur eine Seitenfläche umfassen.
Die Kühlluftpassage umfasst somit zwei Auslassöffnungen, welche in einer Seitenfläche
des Befestigungsabschnitts angeordnet sind. Die Kühlluftpassage kann weitere in der
Erhebung angeordnete Auslassöffnungen umfassen.
[0020] Vorteilhafterweise ist die Erhebung stufenförmig ausgebildet und umfasst mindestens
eine in Richtung Halteabschnitt weisende Seitenfläche. Gemäß dieser Weiterbildung
der Erfindung ist mindestens eine Ausgangsöffnung der Kühlluftpassage in dieser Seitenfläche
angeordnet.
[0021] Auf diese Weise können Bereiche der Tragstruktur besonders effektiv gekühlt werden,
an denen der Befestigungsabschnitt gehalten ist. Hierzu kann durch entsprechende Ausgestaltung
der Kühlluftpassage die Strömungsrichtung der aus der Kühlluftpassage austretenden
Kühlluft auf die Seitenränder des Befestigungsabschnitts gerichtet sein.
[0022] Weiter kann vorteilhaft vorgesehen sein, dass der Befestigungsabschnitt eine längliche
Grundplatte umfasst, an deren einen Stirnseite sich der Halteabschnitt anschließt
und an deren anderer Stirnseite zur Grundplatte in Richtung Hitzeschildstein versetzt
eine Blockadeplatte angeordnet ist. Somit ist mittels der Blockadeplatte eine stufenförmige
Erhebung in der Oberseite des Befestigungsabschnitts ausgebildet. In diesem Fall ist
die Kühlluftpassage mindestens von der Unterseite der Blockadeplatte und dem unterhalb
der Blockadeplatte verlaufenden Anteil der Stirnseite der Grundplatte begrenzt.
[0023] Diese Ausgestaltung der Erfindung weist einen besonders einfachen Aufbau auf. Das
erfindungsgemäße Halteelement könnte beispielsweise durch Befestigen einer Blockadeplatte
auf der Oberfläche eines herkömmlichen Befestigungsabschnitts realisiert werden.
[0024] Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, ein eingangs genanntes Hitzeschild anzugeben,
mit welchem eine Verzunderung der Tragstruktur aufgrund von Heißgaseinzug besonders
effektiv vermieden werden kann.
[0025] Hierzu ist mindestens ein von dem Hitzeschild umfasstes Halteelement gemäß einem
der Ansprüche 1 bis 7 ausgebildet. Mindestens ein in der Tragstruktur angeordneter
Kühlluftkanal korrespondiert mit dem Halteelement, so dass bei an der Tragstruktur
befestigten Hitzeschildsteinen aus dem Kühlluftkanal strömende Kühlluft zumindest
teilweise in die Eintrittsöffnung der Kühlluftpassage eintritt.
[0026] Dass ein in der Tragstruktur angeordneter Kühlluftkanal mit dem Halteelement korrespondiert
ist derart zu verstehen, dass das Halteelement mit seinem Befestigungsabschnitt derart
an der Tragstruktur positionierbar ist, dass die aus dem Kühlluftkanal ausströmende
Kühlluft zumindest teilweise in die Eintrittsöffnung der Kühlluftpassage eintritt.
[0027] Es ist auch eine Aufgabe der Erfindung, eine eingangs genannte Brennkammer und eine
eingangs genannte Gasturbine mit mindestens einer Brennkammer anzugeben, mit welcher
eine Verzunderung der Tragstruktur aufgrund von Heißgaseinzug besonders effektiv vermieden
werden kann.
[0028] Hierzu ist das Hitzeschild gemäß Anspruch 8 ausgebildet bzw. mindestens eine Brennkammer
gemäß Anspruch 9 ausgebildet.
[0029] Es ist auch eine Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zum Kühlen der Tragstruktur
eines Hitzeschildes anzugeben, mit welchem eine Verzunderung der Tragstruktur aufgrund
von Heißgaseinzug besonders effektiv vermieden werden kann.
[0030] Das bei dem Verfahren verwendete Hitzeschild umfasst eine Anzahl von an der Tragstruktur
lösbar befestigbaren Hitzeschildsteinen. Die Hitzeschildsteine sind mittels Halteelementen
an der Tragstruktur befestigt.
[0031] Zur Lösung der Aufgabe wird Kühlluft von der Tragstruktur aus entlang einer durch
den Befestigungsabschnitt eines Halteelementes ausgebildeten Kühlluftpassage zu mindestens
einer Oberseite und/oder Seitenfläche des Befestigungsabschnitts geleitet. Der Kühlluft
wird hierbei mittels der Kühlluftpassage eine Strömungsrichtung aufgeprägt, welche
eine Prallkühlung des Hitzeschildsteines vermeidet.
[0032] Dass der Kühlluft eine Strömungsrichtung aufgeprägt wird, ist derart zu verstehen,
dass die Kühlluft aus einer oder mehreren Austrittsöffnungen der Kühlluftpassage austritt.
Jeder dieser Kühlluftströme weist beim Austritt einen gegebenenfalls in unterschiedliche
Richtungen weisenden Gesamtimpuls auf. Diesen ist allerdings gemeinsam, dass eine
Prallkühlung des Hitzeschildes vermieden ist. Ein derartiger Gesamtimpuls weist somit
immer eine Geschwindigkeitskomponente parallel zur Kaltseite des Hitzeschildsteines
auf und ist nicht direkt auf dieses gerichtet.
[0033] Vorteilhafterweise ist die Kühlluft bei Austritt aus der Kühlluftpassage auf mindestens
einen Bereich der Tragstruktur gerichtet, an welchem ein Befestigungsabschnitt eines
Halteelementes befestigt ist.
[0034] Insbesondere kann vorgesehen sein, dass die entlang der Kühlluftpassage strömende
Kühlluft auf einen Nutrand einer Befestigungs-Nut gerichtet ist.
[0035] Hierzu ist der Verlauf der Kühlluftpassage entsprechend ausgebildet.
[0036] Weitere zweckmäßige Ausgestaltungen und Vorteile der Erfindung sind Gegenstand der
Beschreibung von Ausführungsbeispielen der Erfindung unter Bezug auf die Figur der
Zeichnung, wobei gleiche Bezugszeichen auf gleich wirkende Bauteile verweisen.
[0037] Dabei zeigt die
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Gasturbine nach dem Stand der Technik,
- Fig.2
- eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Halteelementes gemäß einem ersten
Ausführungsbeispiel in einer perspektivischen Ansicht,
- Fig.3
- das in Fig.2 gezeigte Halteelement angeordnet an einer Tragstruktur eines erfindungsgemäßen
Hitzeschildes in einer Schnittansicht,
- Fig.4
- eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Halteelementes gemäß einem zweiten
Ausführungsbeispiel in einer perspektivischen Ansicht und
- Fig.5
- das in Fig.4 gezeigte Halteelement angeordnet an einer Tragstruktur eines erfindungsgemäßen
Hitzeschildes in einer Schnittansicht.
[0038] Die Figur 1 zeigt eine schematische Schnittansicht einer Gasturbine 1 nach dem Stand
der Technik. Die Gasturbine 1 weist im Inneren einen um eine Rotationsachse 2 drehgelagerten
Rotor 3 mit einer Welle 4 auf, der auch als Turbinenläufer bezeichnet wird. Entlang
des Rotors 3 folgen aufeinander ein Ansauggehäuse 6, ein Verdichter 8, ein Verbrennungssystem
9 mit einer Anzahl an Brennkammern 10, die jeweils eine Brenneranordnung 11 und ein
Gehäuse 12 umfassen, eine Turbine 14 und ein Abgasgehäuse 15. Das Gehäuse 12 ist zum
Schutz vor Heißgasen mit einem Hitzeschild (nicht dargestellt) ausgekleidet.
[0039] Das Verbrennungssystem 9 kommuniziert mit einem beispielsweise ringförmigen Heißgaskanal.
Dort bilden mehrere hintereinander geschaltete Turbinenstufen die Turbine 14. Jede
Turbinenstufe ist aus Schaufelringen gebildet. In Strömungsrichtung eines Arbeitsmediums
gesehen folgt im Heißkanal einer aus Leitschaufeln 17 gebildeten Reihe eine aus Laufschaufeln
18 gebildete Reihe. Die Leitschaufeln 17 sind dabei an einem Innengehäuse eines Stators
19 befestigt, wohingegen die Laufschaufeln 18 einer Reihe beispielsweise mittels einer
Turbinenscheibe am Rotor 3 angebracht sind. An dem Rotor 3 angekoppelt ist beispielsweise
ein Generator (nicht dargestellt).
[0040] Während des Betriebes der Gasturbine wird vom Verdichter 8 durch das Ansauggehäuse
6 Luft angesaugt und verdichtet. Die am turbinenseitigen Ende des Verdichters 8 bereitgestellte
verdichtete Luft wird zu dem Verbrennungssystem 9 geführt und dort im Bereich der
Brenneranordnung 11 mit einem Brennstoff vermischt. Das Gemisch wird dann mit Hilfe
der Brenneranordnung 11 unter Bildung eines Arbeitsgasstromes im Verbrennungssystem
9 verbrannt. Von dort strömt der Arbeitsgasstrom entlang des Heißgaskanals an den
Leitschaufeln 17 und den Laufschaufeln 18 vorbei. An den Laufschaufeln 18 entspannt
sich der Arbeitsgasstrom impulsübertragend, so dass die Laufschaufeln 18 den Rotor
3 antreiben und dieser den an ihn angekoppelten Generator (nicht dargestellt).
[0041] Die Figur 2 zeigt ein erfindungsgemäßes Halteelement 22 gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel
in einer perspektivischen Ansicht. Das Ausführungsbeispiel des Halteelements 22 umfasst
einen rechteckigen, plattenförmigen Befestigungsabschnitt 23, an dessen einer Stirnseite
rechtwinklig sich ein Halteabschnitt 24 anschließt. Der Halteabschnitt 24 umfasst
einen Haltekopf 25, der zum Eingriff in eine an einem Hitzeschildstein (nicht dargestellt)
vorhandene Eingriffseinrichtung ausgebildet ist. Der Befestigungsabschnitt 23 weist
eine Oberseite 28 auf. Zum Befestigen des Halteelementes 22 an einer Tragstruktur
(nicht dargestellt) ist der Befestigungsabschnitt 23 abschnittsweise verbreitert.
Diese Verbreiterung des Befestigungsabschnitts 23 wird auch mit Schuh 29 bezeichnet.
An den Schuh 29 schließt sich eine auf der Oberseite 28 des Befestigungsabschnitts
23 angeordnete Erhebung 30 an, so dass der Befestigungsabschnitt im Bereich der Erhebung
30 verdickt ist. Die Erhebung 30 ist stufenförmig ausgebildet, mit einer in Richtung
Halteabschnitt 24 weisenden Seitenfläche 32. Im Rahmen der Erfindung umfasst der Begriff
"Seitenfläche des Befestigungsabschnitts 23" auch die Seitenfläche 32. Der gezeigte
Befestigungsabschnitt 23 umfasst eine Kühlluftpassage, die durch den verdickten Bereich
des Befestigungsabschnittes 23 verläuft. Die Kühlluftpassage 34 korrespondiert somit
mit der auf der Oberseite des Befestigungsabschnitts ausgebildeten Erhebung 30. Die
Kühlluftpassage 34 umfasst eine Eintrittsöffnung 35 und zwei Austrittsöffnungen 37
und 38. Die Austrittsöffnungen 37, 38 sind in gegenüberliegenden Seitenflächen 32,
39 des Befestigungsabschnitts angeordnet. Die dargestellte Kühlluftpassage 34 ist
eine Kühlluftbohrung, welche eine in der in Richtung Halteabschnitt 24 weisenden Seitenfläche
32 der Erhebung 30 angeordnete Austrittsöffnung 38 aufweist.
[0042] Ein Kühlluftstrom, welcher durch die Eintrittsöffnung 35 in die Kühlluftpassage 34
eintritt, wird durch den Verlauf der T-förmigen Kühlluftpassage 34 in zwei Ströme
aufgeteilt und tritt durch die Austrittsöffnungen 37 und 38 aus der Kühlluftpassage
34 aus. Während des Durchströmens der Kühlluftpassage 34 wird der Kühlluft eine Ausströmrichtung
aufgeprägt, welche parallel zur Oberseite des Befestigungsabschnitts 23 verläuft.
Eine Prallkühlung von oberhalb des Halteelementes 22 angeordneten Strukturen (nicht
dargestellt) wird hierdurch vermieden.
[0043] Die Figur 3 zeigt einen Ausschnitt eines erfindungsgemäßen Hitzeschildes 42 mit einer
Tragstruktur 43 und einem an der Tragstruktur befestigten Halteelement 22, welches
entsprechend Fig.2 ausgestaltet ist. Das Halteelement 22 liegt mit seinem Befestigungsabschnitt
23 auf der Tragstruktur 43 auf und weist zum Halten eines Hitzeschildsteines (nicht
dargestellt) einen Halteabschnitt 24 auf. In dieser Position ist die Oberseite 28
des Befestigungsabschnittes 23 einer Kaltseite eines von dem Halteabschnitt 24 gehaltenen
Hitzeschildsteins (nicht dargestellt) zugewandt.
[0044] In der gezeigten Schnittansicht ist die in Fig.2 näher beschriebene Kühlluftpassage
34 in einem Längsschnitt dargestellt. Die Eintrittsöffnung 35 der Kühlluftpassage
34 fluchtet mit einem in der Tragstruktur angeordneten Kühlluftkanal 45. Somit ist
der Befestigungsabschnitt 23 derart an der Tragstruktur 43 angeordnet, dass die Kühlluftpassage
34 mit einem in der Tragstruktur 43 angeordneten Kühlluftkanal 45 korrespondiert.
In der Figur sind beispielhaft zwei Strömungspfade 47 und 48 eingezeichnet, entlang
denen ein Teil der aus dem Kühlluftkanal 45 strömenden Kühlluft die Kühlluftpassage
34 passiert. Der Kühlluft wird mittels der Kühlluftpassage 34 eine Ausströmrichtung
50 und 51 aufgeprägt, welche eine Geschwindigkeitskomponente parallel zur Kaltseite
eines von dem Halteelement gehaltenen Hitzeschildsteins umfasst und eine Prallkühlung
des Hitzeschildsteines vermeidet.
[0045] Die Figur 4 zeigt ein erfindungsgemäßes Halteelement 54 entsprechend einem zweiten
Ausführungsbeispiel. Das Halteelement 54 unterscheidet sich von dem in Fig.2 dargestellten
Halteelement durch eine andere Ausgestaltung der Kühlluftpassage 55. Der Befestigungsabschnitt
23 umfasst hierbei eine längliche Grundplatte 57, an deren einen Stirnseite sich der
Halteabschnitt 24 anschließt und an deren anderer Stirnseite 58 zur Grundplatte 57
in Richtung Hitzeschildstein (nicht dargestellt) versetzt eine Blockadeplatte 60 angeordnet
ist. Dadurch ist eine stufenförmige Erhebung 30 in der Oberseite des Befestigungsabschnitts
23 ausgebildet und der Befestigungsabschnitt 23 verläuft stufenförmig versetzt. Die
Kühlluftpassage 55 ist durch die Unterseite der Blockadeplatte 60 und die unterhalb
der Blockadeplatte verlaufende Stirnseite 58 der Grundplatte 57 begrenzt. Die Kühlluftpassage
55 umfasst somit eine in den Seitenflächen des Befestigungsabschnitts 23 angeordnete
und um das Ende des Befestigungsabschnitts 23 umlaufende Austrittsöffnung 62. Der
Kühlluft wird beim Passieren der Kühlluftpassage 55 eine Ausströmrichtung 59, 61,
63 aufgeprägt, welche parallel zur Kaltseite eines von dem Halteabschnitt gehaltenen
Hitzeschildsteines verläuft.
[0046] Die Figur 5 zeigt einen Ausschnitt eines erfindungsgemäßen Hitzeschildes 64 mit einer
Tragstruktur 43 und einem an der Tragstruktur befestigten Halteelement 54, welches
entsprechend Fig.4 ausgestaltet ist. Der die Grundplatte 57 und die Blockadeplatte
60 umfassende Befestigungsabschnitt 23 ist derart an der Tragstruktur 43 befestigt,
dass ein Kühlluftkanal 45 mit der Kühlluftpassage 55 korrespondiert. Kühlluft, welche
entlang der beispielhaft eingezeichneten Strömungspfade 65 und 66 aus dem Kühlluftkanal
45 in die Eintrittsöffnung 68 der Kühlluftpassage 55 ein- und aus der Austrittsöffnung
62 ausströmt, wird mittels der Kühlluftpassage 55 eine Ausströmrichtung 59, 61, 63
aufgeprägt. Die Ausströmrichtung weist bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel parallel
zur Kaltseite eines von dem Halteabschnitt 24 gehaltenen Hitzeschildsteins (nicht
dargestellt). Das dargestellte Ausführungsbeispiel eignet sich besonders gut zur Kühlung
der Nut-Ränder einer Befestigungs-Nut (nicht dargstellt), in welcher das Halteelement
54 an der Tragstruktur befestigt ist.
[0047] Im Rahmen der Erfindung ist eine Richtung parallel zur Kaltseite des Hitzeschildsteines
gleichbedeutend mit einer Richtung parallel zur dem Hitzeschildstein zugewandten Oberfläche
der Tragstruktur. Oberflächenunebenheiten der Tragstruktur bleiben hierbei unberücksichtigt.
1. Halteelement (22, 54) zum Halten eines Hitzeschildsteines an einer Tragstruktur (43)
mit wenigstens einem an der Tragstruktur (43) befestigbaren Befestigungsabschnitt
(23) und wenigstens einem Halteabschnitt (24) mit einem Haltekopf (25), der zum Eingriff
in eine am Hitzeschildstein vorhandene Eingriffeinrichtung ausgebildet ist, wobei
der Befestigungsabschnitt (23) bei an der Tragstruktur (43) befestigtem Befestigungsabschnitt
(23) und am Hitzeschildstein eingreifendem Halteabschnitt (24) eine Oberseite (28)
aufweist, welche einer Kaltseite des Hitzeschildsteins zugewandt ist, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Kühlluftpassage (34, 55) im Befestigungsabschnitt (23) angeordnet
ist, welche eine Eintrittsöffnung (35, 68) und mindestens eine in einer Seitenfläche
(32, 39, 58) und/oder auf der Oberseite (28) des Befestigungsabschnitts (23) angeordnete
Austrittsöffnung (37, 38, 62) umfasst, so dass in die Eintrittsöffnung (35, 68) eintretende
Kühlluft aus der mindestens einen Austrittsöffnung (37, 38, 62) austritt und der Kühlluft
mittels der Kühlluftpassage (34, 55) jeweils eine Ausströmrichtung (50, 51, 59, 61,
63) aufprägbar ist, welche eine Geschwindigkeitskomponente parallel zur Kaltseite
umfasst und eine Prallkühlung des vom Halteabschnitt (24) gehaltenen Hitzeschildsteines
vermeidet, und der Befestigungsabschnitt (23) derart an der Tragstruktur (43) anordenbar
ist, dass die Kühlluftpassage (34, 55) mit mindestens einem in der Tragstruktur (43)
angeordneten Kühlluftkanal (45) korrespondiert.
2. Halteelement (22, 54) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kühlluftpassage (34, 55) mit einer auf der Oberseite (28) des Befestigungsabschnitts
(23) ausgebildeten Erhebung (30) korrespondiert.
3. Halteelement (22) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass der Befestigungsabschnitt (23) im Bereich der Erhebung (30) verdickt ist.
4. Halteelement (54) nach Anspruch 3 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass der Befestigungsabschnitt (23) im Bereich der Erhebung (30) stufenförmig versetzt
verläuft.
5. Halteelement (22) nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kühlluftpassage (34) eine im Befestigungsabschnitt (23) angeordnete Kühlluftbohrung
ist, welche mindestens eine in einer Seitenfläche (32, 39) der Erhebung (30) angeordnete
Austrittsöffnung (38, 37) umfasst.
6. Halteelement (22, 54) nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die Erhebung (30) stufenförmig ausgebildet ist mit mindestens einer in Richtung Halteabschnitt
(24) weisenden Seitenfläche (32), wobei mindestens eine Austrittsöffnung (38) in dieser
Seitenfläche (32) angeordnet ist.
7. Halteelement (54) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass der Befestigungsabschnitt (23) eine längliche Grundplatte (57) umfasst, an deren
einen Stirnseite sich der Halteabschnitt (24) anschließt und an deren anderer Stirnseite
(58) zur Grundplatte (57) in Richtung Hitzeschildstein versetzt eine Blockadeplatte
(60) angeordnet ist, so dass in der Oberseite (28) des Befestigungsabschnitts (23)
eine stufenförmige Erhebung (30) mittels der Blockadeplatte (60) ausgebildet ist,
wobei die Kühlluftpassage (55) mindestens von der Unterseite der Blockadeplatte und
dem unterhalb der Blockadeplatte verlaufenden Anteil der Stirnseite (58) der Grundplatte
(57) begrenzt ist.
8. Hitzeschild (42, 64) für eine Brennkammer (10) einer Gasturbine (1), mit einer Tragstruktur
(43) und einer Anzahl von Hitzeschildsteinen, welche an der Tragstruktur (43) mittels
Halteelementen (22, 54) lösbar befestigt sind, wobei jeder Hitzeschildstein eine der
Tragstruktur (43) zugewandte Kaltseite und eine der Kaltseite gegenüberliegende, mit
einem heißen Medium beaufschlagbare Heißseite aufweist, und jedes Halteelemente (22,
54) einen Halteabschnitt (24) zur Befestigung an einem Hitzeschildstein und einen
an der Tagstruktur (43) befestigbaren Befestigungsabschnitt (23) aufweist, wobei zum
Schutz vor Heißgasen mindestens ein Kühlluftkanal (45) in der Tragstruktur (43) vorgesehen
ist,
dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Halteelement (22, 54) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7 ausgebildet
ist und mindestens ein in der Tragstruktur (43) angeordneter Kühlluftkanal (45) mit
dem Halteelement (22, 54) derart korrespondiert, dass bei an der Tragstruktur (43)
befestigten Hitzeschildsteinen aus dem Kühlluftkanal (45) strömende Kühlluft zumindest
teilweise in die Eintrittsöffnung (35, 68) der Kühlluftpassage (34, 55) eintritt.
9. Brennkammer, welche mit einem Hitzeschild ausgekleidet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass das Hitzeschild (42, 64) gemäß Anspruch 8 ausgebildet ist.
10. Gasturbine (1) mit mindestens einer Brennkammer (10), dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Brennkammer (10) nach Anspruch 9 ausgebildet ist.
11. Verfahren zum Kühlen der Tragstruktur (43) eines Hitzeschildes (42, 64), welches eine
Anzahl von an der Tragstruktur lösbar befestigbaren Hitzeschildsteinen umfasst, wobei
die Hitzeschildsteine mittels Halteelementen (22, 54) an der Tragstruktur (43) befestigt
sind,
dadurch gekennzeichnet, dass Kühlluft von der Tragstruktur (43) aus entlang einer durch den Befestigungsabschnitt
(23) eines Halteelementes (22, 54) ausgebildeten Kühlluftpassage (34, 55) zu mindestens
einer Oberseite (28) und/oder Seitenfläche (38, 39) des Befestigungsabschnitts (23)
geleitet wird und der Kühlluft hierbei mittels der Kühlluftpassage (34, 55) eine Strömungsrichtung
aufgeprägt wird, welche eine Prallkühlung des Hitzeschildsteines vermeidet.
12. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kühlluft bei Austritt aus der Kühlluftpassage (34, 55) auf mindestens einen Bereich
der Tragstruktur (43) gerichtet ist, an welchem ein Befestigungsabschnitt (23) eines
Halteelementes (22, 54) befestigt ist.
13. Verfahren nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass die entlang der Kühlluftpassage (34, 55) strömende Kühlluft auf einen Nutrand einer
Befestigungs-Nut gerichtet ist.