[0001] Die Erfindung betrifft eine Raumheizung mit einem Ofen, der über ein Kanalsystem
mit Hohlkammerziegeln an den Wänden eines Gebäudes verbunden ist.
[0002] Die aus antiken griechischen und römischen Bauten bekannten Hypokausten bildeten
ursprünglich eine Bodenheizung, bei der die Rauchgase einer Feuerstelle als Wärmeträger
verwendet wurden. Hierbei handelte es sich somit nicht um eine Warmluftheizung, weil
in den Räumen keine warme Luft zirkulierte, sondern die Abgase der Feuerstelle als
Strahlungswärme für den Fußboden und die Wände genutzt wurden.
[0003] Aus
DD 62 423 A5, die der Erfindung am nächsten kommt, ist eine Einrichtung zur bedarfsweisen Erwärmung
oder Kühlung von Räumen bekannt. Bei dieser ist der Ofen als Warmluftofen ausgebildet,
von dem ein einheitlicher Umluftkanal die einzelnen, als Wandelemente ausgebildeten
Radiatoren mit Warmluft versorgt. Da die Radiatoren in den Räumen des Gebäudes keine
Rücklaufleitung haben, muss zur Vermeidung eines Wärmestaus in den Radiatoren die
Wärmezufuhr durch Absperrschieber reguliert werden.
[0004] In
DE 802 017 B ist eine Heiz- und Kühleinrichtung für ein- oder mehrstöckige Gebäude beschrieben
und dargestellt, die in einer Heizkammer einen Ofen hat und von der über Boden-, Decken-
und Wandkanäle, die ineinander übergehen, die heiße Luft in einem offenen System zu
einem Kamin nach außen abströmt. Damit ist auch hier kein geschlossenes Kreislaufsystem
vorhanden.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Raumheizung der eingangs umrissenen
Gattung zur Verfügung zu stellen, welche die Möglichkeit bietet, eine Vielzahl von
Räumen eines Gebäudes individuell mit Strahlungswärme zu beheizen.
[0006] Zur Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass das Kanalsystem mehrere,
geschlossene und voneinander unabhängige Warmluft-Kreiläufe hat, die an einen Grundofen
angeschlossen sind und von denen jeder einen Grundzugkreis bildet, in dem die Warmluft
zirkuliert und der zu einer in die Wand eingelassenen Zugsteineinheit führt.
[0007] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung ist dabei vorgesehen, dass jede Zugsteineinheit
aus mehreren Hohlkammerziegeln zusammengesetzt und in eine Aussparung der Wand eingelassen
ist und zur Bildung einer Heizschlange miteinander verbundene Kanäle hat.
[0008] Das System gemäß der Erfindung unterscheidet sich vom Stand der Technik durch den
Einsatz eines Grundofens, der als Kachelofen ausgebildet sein kann und von dem jeder
Raum mit wenigstens einem eigenen, geschlossenen Warmluft-Kreislauf versorgt wird.
Dies lässt eine individuelle Wärmeregulierung zu, beispielsweise mittels einer elektronischen
oder mechanischen Steuerung, die für jeden Kreislauf vorgesehen ist.
[0009] Nach einem besonders vorteilhaften Merkmal der Erfindung ist jede Zugsteineinheit
aus mehreren, horizontal angeordneten Kanälen zusammengesetzt, die untereinander verbunden
sind. In Abhängigkeit von der Zahl der Kanäle ergibt sich hiermit eine vielfach längere
Wärmehaltung gegenüber einer herkömmlichen Warmluftheizung.
[0010] Die Erfindung ist nachstehend an einem Ausführungsbeispiel erläutert, das in der
Zeichnung dargestellt ist. Es zeigen:
- Figur 1
- einen schematischen Schnitt durch ein Gebäudeteil mit Grundofen und einem Grundzugkreis,
- Figur 2
- die Draufsicht auf ein Stockwerk eines möglichen Gebäudes mit mehreren Zugsteineinheiten,
- Figur 3
- die mögliche Ausbildung des in Figur 1 gezeigten Grundofens,
- Figur 4
- den Ausschnitt aus einer Wand des Gebäudes mit darin eingelassener Zug-steineinheit,
- Figur 5
- die perspektivische Darstellung von die Zugsteineinheit der Figur 4 bildenden Hohlkammerziegeln
und
- Fiugur 6
- einen Schnitt eines ähnlich der Figur 1 ausgebildeten Gebäudeteils mit einer Zugsteineinheit.
[0011] Figur 1 zeigt einen Teilschnitt durch ein Gebäude mit einem Kellerraum 10 und einem
Raum 12 im darüberliegenden Erdgeschoss, die beide durch eine Decke 14 voneinander
getrennt sind. Der Raum 12 im Erdgeschoss hat eine Ziegelwand 16.
[0012] Im Kellerraum 10 ist ein Grundofen 18 untergebracht, der als Kachelofen ausgebildet
sein kann und beispielhaft in Figur 3 dargestellt ist. Innerhalb der Ummauerung 20
des Grundofens 18 befindet sich in an sich bekannter Weise ein Brennraum 22, der mit
Scheiterholz 24, Stückholz oder Pellets als Wärmequelle beschickt wird. Unterhalb
des Brennraums 22 befindet sich eine Lufteintrittsöffnung 26, von der ein Grundzug
28 ausgeht, durch den die erwärmte Luft in Pfeilrichtung nach oben strömt und, wie
in Figur 1 angedeutet, die Ummantelung 20 durch einen Warmluftzuführkanal 30 verlässt.
[0013] In die Ziegelwand 16 ist, wie in Figur 1 weiter angedeutet, eine Aussparung 32 eingearbeitet,
die zur Aufnahme einer Zugsteineinheit 34 dient. Eine solche Zugsteineinheit 34 ist
im Beispiel der Figur 4 dargestellt und hat hier insgesamt drei horizontal angeordnete
Kanäle 36, die miteinander verbunden sind und dadurch eine Heizschlange bilden. Jeder
Kanal 36 ist aus mehreren Hohlkammerziegeln 38 zusammengesetzt, die schematisch in
Figur 5 zu erkennen sind.
[0014] In der Schnittdarstellung der Figur 1 ist zu erkennen, dass der den Grundofen 16
verlassende Warmluftkanal 30 durch die Decke 14 in die Ziegelwand 16 führt, in der
er vertikal zu dem obersten Kanal 36 gelangt. In diesen tritt die warme Luft durch
eine Öffnung 40 ein und strömt über den mittleren und den unteren Kanal 36 zu einem
Austrittsanschluss 42. Dabei gibt die durchströmende Warmluft ihre Strahlungwärme
44 (vgl. Figur 6) an den Raum 12 ab.
[0015] Die auf diese Weise abgekühlte Luft gelangt über den Austrittsanschluss 42, wie Figur
1 weiter zeigt, in einen Kanal 46, der in den Zug 28 des Grundofens 18 zurückströmt.
Unter dem Brennraum 22 gelangt die zurückgeführte Luft wieder in den Bereich der Lufteintrittsöffnung
26, wodurch der Kreislauf 48 geschlossen ist.
[0016] In Figur 1 ist angedeutet, dass von Grundzug 28 ein weiterer Kreislauf 48' mit eigenem
Warmluftkanal 30' und eigenem Rückströmkanal 46' zu einer zweiten Zugsteineinheit
34' in den Raum 12 des Gebäudes führt. In diesem sind gemäß Beispiel der Figur 2 zur
Erwärmung der einzelnen Räume mehrere Zugsteineinheiten 34, 34', 34", ... vorgesehen,
die unabhängig voneinander eigene Kreisläufe 48 haben, von denen jeder eine eigene
elektronische oder mechanische Steuerung hat, was in Figur 1 durch die beiden Ventile
50 angedeutet ist.
[0017] Wie Figur 1 zeigt, hat der Brennraum 22 im oberen Bereich eine Austrittsöffnung 52
für die Rauchgase, die über ein Rohr 54 durch einen nicht weiter gezeigten Kamin nach
außen abgeleitet werden.
1. Raumheizung mit einem Ofen, der über ein Kanalsystem mit Hohlkammerziegeln (38) an
den Wänden (16) eines Gebäudes verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Kanalsystem mehrere, geschlossene und voneinander unabhängige Warmluft-Kreisläufe
(48) hat, die an einen Grundofen (18) angeschlossen sind und von denen jeder einen
Grundzugkreis bildet, in dem die Warmluft zirkuliert und der zu einer in der Wand
(16) eingelassenen Zugsteineinheit (34) führt.
2. Raumheizung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jede Zugsteineinheit (34) aus mehreren Hohlkammerziegeln (38) zusammengesetzt und
in eine Aussparung (32) der Wand (16) eingelassen ist und zur Bildung einer Heizschlange
miteinander verbundene Kanäle (36) hat.
3. Raumheizung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass jede Zugsteineinheit (34) aus mehreren, horizontal angeordneten Kanälen (36) besteht,
die untereinander verbunden sind.
4. Raumheizung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Warmluft-Kreislauf (48) eine eigene elektronische oder mechanische Steuerung
(50) hat.
5. Raumheizung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jede Zugsteineiheit (34) im oberen Bereich an einen Warmluftzuführkanal (30) angeschlossen
ist und im unteren Bereich einen zum Grundofen (18) zurückführenden Kanal (46) für
die verbrauchte Luft hat.