(19)
(11) EP 2 711 943 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
26.03.2014  Patentblatt  2014/13

(21) Anmeldenummer: 12006659.2

(22) Anmeldetag:  22.09.2012
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
H01F 27/30(2006.01)
H01F 27/32(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(71) Anmelder: ABB Technology AG
8050 Zürich (CH)

(72) Erfinder:
  • Harling, Oliver
    28876 Oyten (DE)

(74) Vertreter: Kock, Ina et al
ABB AG GF-IP Wallstadter Straße 59
68526 Ladenburg
68526 Ladenburg (DE)

   


(54) Kanaleckleiste für Transformatoren oder Drosseln


(57) Die Erfindung betrifft eine Kanaleckleiste (32, 62, 82, 102) für einen Transformator oder eine Drossel, aufweisend einen rundlichen Querschnitt und eine axial verlaufende keilähnliche Nut, welche durch zwei zueinander angewinkelte (72) flächige Bereiche (34, 36) gebildet ist. Der keilähnlichen Nut liegt in Verlängerung der Winkelhalbierenden (38) der beiden flächigen Bereiche (34, 36) rückwärtig eine axial verlaufende und sich im Vergleich zum eigentlich rundlichen Querschnitt vertiefende Abflachung (64) und/oder Ausnehmung (40) gegenüber. Die Erfindung betrifft auch einen Transformator, umfassend einen Transformatorkern mit wenigstens einem Kernschenkel (18, 42, 68, 88, 112) mit rechteckähnlichem Querschnitt und eine um den wenigstens einen Kernschenkel gewickelte Wicklung (20, 22, 44, 70, 90, 114), wobei die Wicklung radial innen von den Kanten des Kernschenkels (18, 42, 68, 88, 112) durch jeweils eine erfindungsgemäße Kanaleckleiste beabstandet ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Kanaleckleiste für einen Transformator oder eine Drossel, aufweisend einen rundlichen Querschnitt und eine axial verlaufende keilähnliche Nut, welche durch zwei zueinander angewinkelte flächige Bereiche gebildet ist. Die Erfindung betrifft auch einen Transformator, umfassend einen Transformatorkern mit wenigstens einem Kernschenkel mit rechteckähnlichem Querschnitt und eine um den wenigstens einen Kernschenkel gewickelte Wicklung, wobei die Wicklung radial innen von den Kanten des Kernschenkels durch jeweils eine Kanaleckleiste beabstandet ist.

[0002] Es ist allgemein bekannt, dass Transformatoren oder Drosseln einen jeweiligen Kern mit Kernschenkeln aufweisen, um welche elektrische Wicklungen angeordnet sind. Insbesondere bei Transformatoren oder Drosseln größerer Leistungsklasse, beispielsweise ab einigen 10kVA und auch erheblich darüber, sind Kühlkanäle vorzusehen, durch welche die beim Betrieb des Transformators oder der Drossel anfallende Verlustenergiewärme insbesondere der Wicklunge(en) abgeführt werden kann.

[0003] Häufig werden derartige Kühlkanäle mittels sogenannter Kanaleckleisten realisiert. Diese werden zwischen den Kanten des jeweiligen Kernschenkels und der um diesen umlaufenden Windung angeordnet, welche hierdurch vom Kernschenkel beabstandet ist. Auf diese Weise ist ein sich axial längs des Kernschenkels erstreckender Kühlkanal gebildet.

[0004] Eine Kanaleckleiste weist zumeist die Form eines Rundstabes auf, wobei ein rechtwinkliges Kreissegment ausgespart beziehungsweise ausgefräst ist. Als Material kommt bevorzugter Weise ein harter elektrischer Isolationswerkstoff in Frage. Die Aussparungen dienen dazu, die Kanaleckleisten an den Außenkanten des Kernschenkels zu fixieren, wobei eine jeweilige Außenkante des Kernschenkels hierbei formschlüssig in die Aussparung hineinragt. Während der Fertigung einer derartigen Wicklung werden die Kanaleckleisten mit dem Wickelgut, beispielsweise einer Folien- oder Drahtwicklung, überzogen. Hierbei ist eine hohe Wickelzugkraft erforderlich, um die einzelnen Blechlagen des zumeist geblecht ausgeführten Kernschenkels verwindungsfrei zu fixieren. Die Wicklung wird also in diesem Fall verwendet, um den Kernschenkel beziehungsweise den Transformatorkern zu stabilisieren.

[0005] Aufgrund der hohen Zugkraft der den Kernschenkel umschließenden Wicklung beziehungsweise Wicklungsleiter wird an den Kanaleckleisten eine hohe Kraft in Richtung des Kernschenkels ausgeübt. Die in der kreissegmentförmigen Aussparung befindliche Kante des Kernschenkels begünstigt aufgrund der herrschenden Kräfte einen Spalteffekt auf die Kanaleckleiste, so dass es während der Fertigung einer Transformatorwicklung unter ungünstigen Bedingungen zu einer Spaltung der Kanaleckleiste kommen kann. Aber auch nach Abschluss des Fertigungsprozesses können beispielsweise ein Transport eines Transformators, thermische Schwankungen oder Vibrationen zu einem Bruch einer Kanaleckleiste führen.

[0006] Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es Aufgabe der Erfindung, eine Kanaleckleiste bereitzustellen, welche sich als mechanisch stabiler erweist. Aufgabe der Erfindung ist es auch, einen entsprechenden Transformator anzugeben.

[0007] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Kanaleckleiste der eingangs genannten Art. Diese ist dadurch gekennzeichnet, dass der keilähnlichen Nut in Verlängerung der Winkelhalbierenden der beiden flächigen Bereiche rückwärtig gegenüberliegend eine axial verlaufende und sich im Vergleich zum eigentlich rundlichen Querschnitt vertiefende Abflachung und/oder Ausnehmung vorgesehen ist.

[0008] Die Grundidee der Erfindung besteht darin, die Kanaleckleiste derart auszuformen, dass die im verbauten Zustand auf diese wirkenden Kräfte in Bereiche verlagert werden, welche sich bezügliche einer möglichen Spaltung als unkritisch erweisen. Der bezüglich einer Spaltung ungünstigste Bereich einer Krafteinwirkung verläuft längs der Winkelhalbierenden der beiden flächigen Bereiche. Hierbei wird eine Kante eines Kernschenkels direkt in das ausgesparte Kreissegment hineingedrückt so dass hierdurch eine Spaltung begünstigt ist.

[0009] Erfindungsgemäß wird der rückwärtige Bereich um die Winkelhalbierende abgeflacht, es ist also eine axial verlaufende und sich im Vergleich zum eigentlich rundlichen Querschnitt vertiefende Abflachung und/oder Ausnehmung vorgesehen. Damit wird eine Auflagekante und/oder eine Auflagefläche der Wicklung auf den diese jeweils beabstandenden Kanaleckleisten im kritischsten Bereich um die Winkelhalbierende vermieden. Es entsteht somit ein Hohlraum zwischen der Aussparung und dem entsprechenden Bereich der Wicklung. Bei einem rechten Winkel zwischen den beiden flächigen Bereichen teilt sich die auf eine jeweilige Kanaleckleiste einwirkende Kraft in zwei senkrecht zu den jeweiligen flächigen Bereichen wirkende Komponenten auf. Diese tragen die einwirkenden Kräfte dann unter bestimmten Voraussetzungen direkt auf den Kernschenkel ab ohne dass zwischen den angrenzenden Auflagebereichen eine Spannungsbelastung entstehen würde.

[0010] Diese Voraussetzungen bestehen dann, wenn im verbauten Zustand der Kanaleckleiste ein Auflagebereich und/oder eine Auflagekante der Wicklung auf der Kanaleckleiste vermieden sind, welche nicht direkt gegenüber einem der beiden zueinander angewinkelten flächigen Bereiche angeordnet sind. Einwirkende Kräfte werden dann direkt auf den darunter liegenden Kernschenkel abgetragen und entsprechende Scherkräfte innerhalb der Kanaleckleiste unterhalb der Aussparung in vorteilhafter Weise vermieden.

[0011] Auf diese Weise ist durch eine entsprechende Formgebung des Querschnitts der Kanaleckleiste eine Verlagerung der im verbauten Zustand einwirkenden Kräfte in Bereiche erreicht, welche sich bezüglich einer Spaltung der Kanaleckleiste als unkritisch erweisen.

[0012] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltungsform der erfindungsgemäßen Kanaleckleiste ist im Schnittbereich der beiden flächigen Bereiche eine axial verlaufende Entlastungsnut vorgesehen durch welche ein direktes Aufeinandertreffen der flächigen Bereiche längs einer gemeinsamen Schnittkante vermieden ist. Auf diese Weise wird der Bereich mit der höchsten Druckspannungsbelastung innerhalb der Kanaleckleiste entlastet und einer Spaltung vorgebeugt. Ein Kontakt der gegebenenfalls scharfen Kante des Kernschenkels mit der Kanaleckleiste ist in diesem Fall nicht gegeben.

[0013] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Kanaleckleiste ist die Abflachung plateauähnlich ausgeprägt. Dies ist einerseits besonders einfach beispielsweise durch Fräsen herzustellen. Andererseits ist auch gewährleistet, dass zwischen dem abgeflachten Bereich und dem Wickelleiter ein Hohlraum gebildet ist und so keine Krafteinwirkung auf den abgeflachten Bereich erfolgt. Steifere Wickelleiter wie dickere Kupferdrähte weise eine gewisse Balligkeit auf und folgen nicht unmittelbar jeder Biegung einer darunter befindlichen Kanaleckleistenoberfläche. Daher wird bei den allermeisten Wickelleitern ein Hohlraum zu dem darunter befindlichen abgeflachten Bereich vorhanden sein. Aber selbst ein sehr flexibles folienartiges Wickelmaterial wird zwischen den das Plateau begrenzenden Kantenbereichen maximal sekantenartig gespannt, so dass auch ohne Hohlraum eine Krafteinwirkung des Wickelleiters in Richtung des Kernschenkels vermieden ist.

[0014] Einer weiteren Ausführungsvariante der erfindungsgemäßen Kanaleckleiste folgend sind beiderseits der Abflachung und/oder Ausnehmung ein jeweiliger abgeplatteter Bereich vorgesehen, welche jeweils parallel zu einem der gegenüberliegenden angewinkelten flächigen Bereiche verlaufen. Hierdurch wird die Auflagefläche des Wickelleiters auf der Oberfläche einer jeweiligen Kanaleckleiste in vorteilhafter Weise erhöht, so dass die Druckbeanspruchung innerhalb der Kanaleckleiste reduziert beziehungsweise vergleichmäßigt ist.

[0015] Entsprechend einer weiteren Ausgestaltungsvariante ist die Ausnehmung kanalähnlich ausgeprägt, beispielsweise in Form einer Nut. Dies bietet beispielsweise fertigungstechnische Vorteile. Idealerweise sind scharfe Kanten bei einer kanalähnlichen Ausnehmung zu vermeiden, um so eine punktuelle Kontaktbereiche zwischen Wickelleiter und Kanaleckleiste zu vermeiden. Gemäß einer weiteren Ausgestaltungsform der Kanaleckleiste sind der Kantenbereiche der sich im Vergleich zum eigentlich rundlichen Querschnitt vertiefenden Abflachung und/oder Ausnehmung daher abgerundet. Die Druckbelastung innerhalb der Kanaleckleiste wird dadurch gleichmäßiger.

[0016] In einer besonders bevorzugten Ausgestaltungsform der Kanaleckleiste sind die flächigen Bereiche in etwa in einem rechten Winkel zueinander angewinkelt. Die durch die flächigen Bereiche begrenzte keilähnliche Nut dient einer formschlüssigen Verbindung mit einer Kante eines dann in die Nut hineinragenden Kernschenkels. Die Form beziehungsweise der Querschnitt der keilähnlichen Nut richtet sich somit nach der Form der Kante eines für Kernschenkels, welcher in den meisten Fällen einen rechteckförmigen Querschnitt aufweist.

[0017] Entsprechend einer besonders bevorzugten Variante der erfindungsgemäßen Kanaleckleiste ist diese aus einem Isolationsmaterial, insbesondere einem Glasfaserhartgewebe, gefertigt. Die Verwendung eines elektrischen Isolationsmaterials reduziert die Gefahr eines elektrischen Durchschlages zwischen den radial innen liegenden Windungen der Wicklung und dem zumeist geerdetem Transformatorkern. Ein hartes Material wie ein Glasfaserhartgewebe, beispielsweise auf Epoxidharzbasis, ist besonders belastbar auf Zug- und Druckspannung und lässt sich zudem besonders einfach bearbeiten, beispielsweise durch Fräsen.

[0018] Die erfindungsgemäße Aufgabe wird auch gelöst durch einen Transformator, umfassend einen Transformatorkern mit wenigstens einem Kernschenkel mit rechteckähnlichem Querschnitt und eine um den wenigstens einen Kernschenkel gewickelte Wicklung, wobei die Wicklung radial innen von den Kanten des Kernschenkels durch jeweils eine erfindungsgemäße Kanaleckleiste beabstandet ist. Die diesbezüglichen Vorteile wurden bereits zuvor erläutert. Die Windungen der Wicklung werden mit einer derartigen Zugkraft um die an den Eckpunkten des Kernschenkels angeordneten Kanaleckleisten gewickelt, dass der zumeist geblechte Kernschenkel dadurch mechanisch stabilisiert ist. Die Druckbeanspruchung der Kanaleckleisten wird durch die erfindungsgemäße Querschnittsform in Bereiche verlagert, welche sich bezüglich einer möglichen Spaltung der Kanaleckleiste als unkritisch erweisen. Eine jeweilige Kante eines Kernschenkels greift hierbei formschlüssig in die keilähnliche Nut ein.

[0019] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltungsform des erfindungsgemäßen Transformators steht die Wicklung an verschiedenen Auflagekanten und/oder Auflageflächen mit der diese jeweils beabstandenden Kanaleckleiste in Wirkkontakt und jedem der beiden zueinander angewinkelten flächigen Bereiche ist wenigstens jeweils eine Auflagekante und/oder zumindest ein Teil einer Auflagefläche genau gegenüber liegend angeordnet. Wie bereits zuvor erläutert werden die auf die Auflagebereiche wirkenden Kräfte dann direkt in den Kernschenkel abgetragen, wodurch eine Bruchgefahr der Kanaleckleiste verringert ist.

[0020] In vergleichbarer Weise ist auch eine Drossel, umfassend einen Drosselkern mit wenigstens einem Kernschenkel mit rechteckähnlichem Querschnitt und eine um den wenigstens einen Kernschenkel gewickelte Wicklung von der Erfindung umfasst, wobei die Wicklung radial innen von den Kanten des Kernschenkels durch jeweils eine erfindungsgemäße Kanaleckleiste beabstandet ist.

[0021] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungsmöglichkeiten sind den weiteren abhängigen Ansprüchen zu entnehmen.

[0022] Anhand der in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiele sollen die Erfindung, weitere Ausführungsformen und weitere Vorteile näher beschrieben werden.

[0023] Es zeigen:
Fig. 1
einen Schnitt durch einen ersten Kernschenkel mit Wicklung,
Fig. 2
einen Schnitt durch einen zweiten Kernschenkel mit zweiter Kanaleckleiste,
Fig. 3
einen Schnitt durch einen dritten Kernschenkel mit dritter Kanaleckleiste,
Fig. 4
einen Schnitt durch einen vierten Kernschenkel mit vierter Kanaleckleiste sowie
Fig. 5
einen Schnitt durch einen fünften Kernschenkel mit fünfter Kanaleckleiste.


[0024] Fig. 1 zeigt einen Schnitt 10 durch einen ersten Kernschenkel 18, um welchen herum zwei elektrische Wicklungen 20 und 22 angeordnet sind. Die radial innere Wicklung 20 wird von den Kantenbereichen des Kernschenkels 18 mittels vier Kanaleckleisten entsprechend dem Stand der Technik beabstandet und ist mit einer derart hohen Zugkraft gewickelt, dass sich eine mechanisch stabilisierende Wirkung auf den Kernschenkel 18 ergibt. Durch die hohen Druckkräfte ist eine Spaltgefahr der kanaleckleisten gegeben. Die sich radial außen anschließende Wicklung 22 ist ebenfalls mit einer erhöhten Zugkraft gewickelt und an zwei gegenüberliegenden Seiten mittels Abstandsleisten 24, 26 von der darunter liegenden Wicklung 20 beabstandet. Der durch das Beabstanden entstandene Zwischenraum dient als Kühlkanal 16.

[0025] Fig. 2 zeigt einen Schnitt durch einen zweiten Kernschenkel 42 mit einer erfindungsgemäßen zweiten Kanaleckleiste 32 in einer Ausschnitts-Detailzeichnung 30. Die Kanaleckleiste 32 weist eine axial verlaufende keilähnliche Nut auf, welche durch zwei zueinander angewinkelte flächige Bereiche 34, 36 gebildet ist. Die zwischen den beiden flächigen Bereichen 34 und 36 gebildete Winkelhalbierende ist mit einer gestrichelten Linie mit der Bezugsziffer 38 dargestellt. Die in der Fig. dargestellte Kante des Kernschenkels 42 ragt formschlüssig in die keilähnliche Nut herein womit diese damit in zwei Richtungen fixiert ist. Der keilähnlichen Nut liegt in Verlängerung der Winkelhalbierenden 38 rückwärtig eine axial verlaufende Ausnehmung 40 gegenüber.

[0026] Um die Kanaleckleiste 32 herum ist in einem 90° Winkel ein Abschnitt einer Wicklung 44 geführt. Im Bereich der Ausnehmung 40 ist ein Hohlraum unterhalb der Wicklung 44 vorhanden, so dass in diesem Bereich keine Kräfte von der Wicklung 44 in die Kanaleckleiste 32 eingetragen werden können. Die von der Zugspannung der Wicklung 44 verursachten Kräfte teilen sich in zwei senkrecht zueinander stehende Kraftkomponenten, welche mit Pfeilen mit den Bezugsnummern 46 und 48 angedeutet sind. Die Kräfte 46, 48 werden direkt und senkrecht in eine jeweilige Seitenkante des Kernschenkels 42 eingeleitet, so dass sich keine oder nur geringe Scherkräfte ergeben, was einer Spaltung der Kanaleckleiste 32 vorbeugt. Ohne die Ausnehmung 40 würde sich ein aufgrund der Balligkeit der Wicklung 44 ein Auflagepunkt der Wicklung 44 an der Winkelhalbierenden 38 ergeben, so dass dann eine dort eine Kraftkomponente einwirken würde, wie mit dem Pfeil mit der Bezugsziffer 50 angedeutet.

[0027] Fig. 3 zeigt einen Schnitt durch einen dritten Kernschenkel 68 mit einer dritten Kanaleckleiste 62 in einer Ausschnitts-Detailzeichnung 60. Die Kanaleckleiste weist im Schnittbereich der sie bildenden und in einem Winkel 72 zueinander angewinkelten flächigen Bereiche eine Entlastungsnut 66 auf. Der keilähnlichen Nut liegt in Verlängerung der Winkelhalbierenden rückwärtig eine axial verlaufende Abflachung 64 gegenüber. Im Bereich der Abflachung 64 ist ein Hohlraum unterhalb der Wicklung 70 vorhanden, so dass in diesem Bereich keine Kräfte von der Wicklung 70 in die Kanaleckleiste 62 eingetragen werden können.

[0028] Fig. 4 zeigt einen Schnitt durch einen dritten Kernschenkel 88 mit einer vierten Kanaleckleiste 82 in einer Ausschnitts-Detailzeichnung 80. Die Kanaleckleiste 82 weist eine axial verlaufende keilähnliche Nut auf, in welche eine Kante des Kernschenkels 88 formschlüssig eingepasst ist. Im Inneren der keilähnlichen Nut ist im Schnittbereich der diese bildenden flächigen Bereichen eine runde Entlastungsnut 86 vorgesehen. Der keilähnlichen Nut liegt in Verlängerung der Winkelhalbierenden rückwärtig eine axial verlaufende plateauähnliche Abflachung 84 gegenüber. Um die Kanaleckleiste 82 herum ist in einem 90° Winkel ein Abschnitt einer Wicklung 90 geführt. Im Bereich der plateauähnlichen Abflachung 84 ist ein Hohlraum unterhalb der Wicklung 90 vorhanden, so dass in diesem Bereich keine Kräfte von der Wicklung 90 in die Kanaleckleiste 82 eingetragen werden können.

[0029] Fig. 5 zeigt einen Schnitt durch einen dritten Kernschenkel 112 mit einer fünften Kanaleckleiste 102 in einer Ausschnitts-Detailzeichnung 100. Die Kanaleckleiste 102 weist eine axial verlaufende keilähnliche Nut auf, in deren Inneren im Schnittbereich der diese bildenden flächigen Bereichen eine runde Entlastungsnut 110 vorgesehen ist. Der keilähnlichen Nut liegt in Verlängerung der Winkelhalbierenden rückwärtig eine axial verlaufende plateauähnliche Abflachung 104 gegenüber. Um die Kanaleckleiste 102 herum ist in einem 90° Winkel ein Abschnitt einer Wicklung 114 geführt. Beiderseits der plateauähnlichen Abflachung 104 sind ein jeweiliger abgeplatteter Bereich vorgesehen, welche jeweils parallel zu einem der gegenüberliegenden angewinkelten flächigen Bereiche verlaufen. Durch die abgeplatteten Bereiche ist eine größere Auflagefläche für die Wicklung 114 bereitgestellt, so dass die Druckbeanspruchung innerhalb der Kanaleckleiste vergleichmäßigt wird.

Bezugszeichenliste



[0030] 
10
Schnitt durch einen ersten Kernschenkel mit Wicklung
12
erste Kanaleckleiste um ersten Kernschenkel
14
weitere Kanaleckleiste um ersten Kernschenkel
16
Kühlkanal
18
erster Kernschenkel
20
erste Wicklung um ersten Kernschenkel
22
zweite Wicklung um ersten Kernschenkel
24
erste Abstandsleiste
26
zweite Abstandsleiste
30
Schnitt durch zweiten Kernschenkel mit zweiter Kanaleckleiste
32
zweite Kanaleckleiste
34
erster flächiger Bereich
36
zweiter flächiger Bereich
38
Winkelhalbierende zwischen flächigen Bereichen
40
axial verlaufende Ausnehmung
42
zweiter Kernschenkel
44
Wicklung um zweiten Kernschenkel
46
erste Kraftkomponente
48
zweite Kraftkomponente
50
resultierende Kraftkomponente
60
Schnitt durch dritten Kernschenkel mit dritter Kanaleckleiste
62
dritte Kanaleckleiste
64
Abflachung
66
Entlastungsnut
68
dritter Kernschenkel
70
Wicklung um dritten Kernschenkel
72
Winkel zwischen flächigen Bereichen
80
Schnitt durch vierten Kernschenkel mit vierter Kanaleckleiste
82
vierte Kanaleckleiste
84
erste plateauähnliche Abflachung
86
Entlastungsnut
88
vierter Kernschenkel
90
Wicklung um vierten Kernschenkel
100
Schnitt durch fünften Kernschenkel mit fünfter Kanaleckleiste
102
fünfte Kanaleckleiste
104
zweite plateauähnliche Abflachung
106
erster abgeplatteter Bereich
108
zweiter abgeplatteter Bereich
110
Entlastungsnut
112
fünfter Kernschenkel
114
Wicklung um fünften Kernschenkel



Ansprüche

1. Kanaleckleiste (12, 14, 32, 62, 82, 102) für einen Transformator oder eine Drossel, aufweisend einen rundlichen Querschnitt und eine axial verlaufende keilähnliche Nut, welche durch zwei zueinander angewinkelte (72) flächige Bereiche (34, 36) gebildet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
der keilähnlichen Nut in Verlängerung der Winkelhalbierenden (38) der beiden flächigen Bereiche (34, 36) rückwärtig gegenüberliegend eine axial verlaufende und sich im Vergleich zum eigentlich rundlichen Querschnitt vertiefende Abflachung (64) und/oder Ausnehmung (40) vorgesehen ist.
 
2. Kanaleckleiste nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet dass im Schnittbereich der beiden flächigen Bereiche (34, 36) eine axial verlaufende Entlastungsnut (66, 86. 110) vorgesehen ist, durch welche ein direktes Aufeinandertreffen der flächigen Bereiche (34, 36) längs einer gemeinsamen Schnittkante vermieden ist.
 
3. Kanaleckleiste nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Abflachung plateauähnlich (84, 88) ausgeprägt ist.
 
4. Kanaleckleiste nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass beiderseits der Abflachung (64) und/oder Ausnehmung (40) ein jeweiliger abgeplatteter Bereich (106, 108) vorgesehen sind, welche jeweils parallel zu einem der gegenüberliegenden angewinkelten (72) flächigen Bereiche (34, 36) verlaufen.
 
5. Kanaleckleiste nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung (40) kanalähnlich ausgeprägt ist.
 
6. Kanaleckleiste nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Kantenbereiche der sich im Vergleich zum eigentlich rundlichen Querschnitt vertiefenden Abflachung (64) und/oder Ausnehmung (40) abgerundet sind.
 
7. Kanaleckleiste nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die flächigen Bereiche (34, 36) in etwa in einem rechten Winkel zueinander angewinkelt (72) sind.
 
8. Kanaleckleiste nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass diese aus einem Isolationsmaterial, insbesondere einem Glasfaserhartgewebe, gefertigt sind.
 
9. Transformator, umfassend einen Transformatorkern mit wenigstens einem Kernschenkel (18, 42, 68, 88, 112) mit rechteckähnlichem Querschnitt und eine um den wenigstens einen Kernschenkel gewickelte Wicklung (20, 22, 44, 70, 90, 114), wobei die Wicklung radial innen von den Kanten des Kernschenkels (18, 42, 68, 88, 112) durch jeweils eine Kanaleckleiste beabstandet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kanaleckleiste (12, 14, 32, 62, 82, 102) nach einem der Ansprüche 1 bis 8 ausgeführt ist.
 
10. Transformator nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine jeweilige Kante eines Kernschenkels (18, 42, 68, 88, 112) formschlüssig in die keilähnliche Nut eingreift.
 
11. Transformator nach einem der Ansprüche 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Wicklung (20, 22, 44, 70, 90, 114) an verschiedenen Auflagekanten und/oder Auflageflächen mit der diese jeweils beabstandenden Kanaleckleiste (12, 14, 32, 62, 82, 102) in Wirkkontakt steht und dass jedem der beiden zueinander angewinkelten (72) flächigen Bereiche (34, 36) wenigstens jeweils eine Auflagekante und oder zumindest ein Teil einer Auflagefläche genau gegenüber liegend angeordnet ist.
 




Zeichnung













Recherchenbericht









Recherchenbericht