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EP 2 716 788 A1 |
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EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
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Veröffentlichungstag: |
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09.04.2014 Patentblatt 2014/15 |
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Anmeldetag: 08.10.2012 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
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Benannte Erstreckungsstaaten: |
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BA ME |
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Anmelder: Siemens Aktiengesellschaft |
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80333 München (DE) |
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Erfinder: |
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- Ladru, Francis-Jurjen, Dr.
13587 Berlin (DE)
- Oedinghofen, Frank
13503 Berlin (DE)
- Wollnik, Adrian
13585 Berlin (DE)
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Verfahren zum Entfernen einer metallischen Schicht von einem Substrat |
(57) Durch die thermoschockartige Behandlung insbesondere eines Plasmabrenners kann eine
metallische Haftvermittlerschicht, die noch keiner Wärmebehandlung ausgesetzt war,
leicht von einem Substrat entfernt werden.
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[0001] Die Erfindung betrifft ein vereinfachtes Verfahren zum Entfernen einer aufgebrachten
metallischen Beschichtung auf ein Substrat.
[0002] Bauteile wie Turbinenschaufeln werden oft beschichtet, wobei die Beschichtung aufgrund
ständiger Qualitätskontrolle oder bei der Qualifizierung neuer Turbinenschaufeln bezüglich
ihrer Schichteigenschaften überprüft wird.
[0003] Dabei wird das Bauteil beschichtet, untersucht und dann anschließend durch ein Salzsäurebad
wird die Beschichtung wieder entfernt.
[0004] Es ist daher Aufgabe der Erfindung ein Verfahren zur Entschichtung zu vereinfachen.
[0005] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren gemäß Anspruch 1.
[0006] In den Unteransprüchen sind weitere vorteilhafte Maßnahmen aufgelistet, die beliebig
miteinander kombiniert werden können, um weitere Vorteile zu erzielen.
[0007] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Liste von Superlegierungen.
[0008] Die Figur und die Beschreibung stellen nur Ausführungsbeispiele der Erfindung dar.
[0009] Die Erfindung wird nur beispielhaft anhand einer Turbinenschaufel und einer metallischen
Haftvermittlerschicht erläutert, wobei das Verfahren generell auf Substrate mit metallischer
Schicht angewendet werden kann.
[0010] Auf eine Turbinenschaufel, die als Substrat vorzugsweise eine Nickel- oder Basis
Superlegierung, insbesondere gemäß Fig. 1 aufweist, wird eine Haftvermittlerschicht
durch ein thermisches Spritzverfahren wie z.B. Plasmaspritzen, HVOF oder ähnlichem
aufgebracht.
[0011] Dies ist vorzugsweise eine NiCoCrAlY-Legierung.
[0012] Vor der Entschichtung werden Qualitätsuntersuchungen der Beschichtung durchgeführt.
[0013] Da die Schichtanbindung direkt nach der Beschichtung noch nicht substantiell ausgebildet
ist und normalerweise erst nach erfolgter Vakuumwärmebehandlung gegeben ist (sog.
Diffusionsglühung), ist eine schwache Schichtanbindung gegeben. Die schwache Schichtanbindung
wird erfindungsgemäß ausgenutzt, indem man die metallische Haftvermittlerschicht einem
Thermoschock aussetzt.
[0014] Die Entschichtung erfolgt vorzugsweise durch eine Thermoschockbehandlung.
[0015] Die Energie für den Thermoschock wird durch ein Schweißgerät zugeführt.
[0016] Das Schweißgerät kann ein WIG-Schweißgerät, ein Mikroplasmabrenner oder ein Laser
sein.
[0017] Mittels des Plasmabrenners wird die Oberfläche der beschichteten Turbinenschaufel
mäanderförmig oder flächig abgefahren, wobei aufgrund des Thermoschocks dann die metallische
Haftvermittlerbeschichtung abplatzt.
[0018] Um den Thermoschock zu erhöhen, kann das Bauteil oder Substrat im Inneren, vorab
außen oder während der Thermoschockbehandlung gekühlt werden, insbesondere mittels
flüssigem Stickstoff oder flüssigem Kohlendioxid.
[0019] Die Beschichtung ist dadurch entfernt und das Bauteil kann erneut eingesetzt werden
für neue Untersuchungen zur Beschichtungsqualität oder zum erneuten Einsatz ohne aufwendiges
Säurestrippen.
1. Verfahren zum Entschichten einer metallischen Beschichtung von einem Substrat,
insbesondere von einem metallischen Substrat,
bei dem vor einer Anbindungswärmebehandlung der metallischen Schicht an das Substrat
oder
direkt nach dem Auftragen der metallischen Schicht auf das Substrat
ein Thermoschock mit der metallischen Schicht durchgeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
bei dem mit einer Wärmequelle,
insbesondere mit einem Schweißbrenner,
ganz insbesondere mit einem Laser,
über die metallische Haftvermittlerschicht gefahren wird.
3. Verfahren nach einem oder beiden der Ansprüche 1 oder 2, bei dem das Substrat vorab
oder während des Thermoschocks gekühlt wird.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1, 2 oder 3,
bei dem das Substrat,
insbesondere eine Turbinenschaufel,
im Inneren gekühlt wird.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 oder 4,
bei dem flüssiger Stickstoff oder flüssiges Kohlendioxid zur Kühlung verwendet wird.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5,
bei dem die Beschichtung und das Substrat deutlich unterschiedliche Legierungselemente
und/oder Gehalte gleicher Legierungselemente aufweisen.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6,
bei dem die metallische Beschichtung eine NiCoCrAlY-Legierung darstellt.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7,
bei dem das Substrat eine nickel- oder kobaltbasierte Legierung aufweist.
