[0001] Die vorliegende Erfindung liegt auf dem Gebiet der Drehrohröfen, wie sie beispielsweise
für die Herstellung von Zement verwendet werden. Solche Drehrohröfen sind großtechnische
Anlagen mit einer Länge von oft über 50 m, für deren Beheizung unterschiedliche Brennstoffe
eingesetzt werden können. Im Allgemeinen weist ein Drehrohrofen mindestens einen Hauptbrenner
für primären Brennstoff auf, z. B. Erdöl, Erdgas oder Kohlenstaub, wobei Möglichkeiten
zur Zugabe weiterer Brennstoffe, sogenannter sekundärer Brennstoffe, vorgesehen sein
können. Als sekundäre Brennstoffe kommen viele Materialien in Betracht, darunter Kunststoffabfälle,
Textilabfälle, alte Autoreifen und dergleichen. Diese Sekundärbrennstoffe werden im
Allgemeinen als kleine Partikel, Schnipsel oder Fetzen mittels Pressluft zugeführt.
Typischerweise hat ein sekundärer Brennstoff einen niedrigeren Heizwert als der primäre
Brennstoff, weshalb seine vollständige Verbrennung oft Zusatzmaßnahmen erfordert,
insbesondere um den Ausstoß von Schadstoffen zu vermeiden oder zu verringern.
[0002] Der prinzipielle Aufbau eines Drehrohrofens ist beispielsweise in der
EP 0 866 295 A1 beschrieben. Dort wird zur Verbesserung der Verbrennung eine Sauerstofflanze für
das Zuführen von flüssigem Sauerstoff vorgeschlagen.
[0003] Aus der
EP 1 065 461 B1 ist ebenfalls der prinzipielle Aufbau eines Drehrohrofens bekannt. Dort wird auch
schon die Verbesserung der Verbrennung eines sekundären Brennstoffs unter Zugabe von
Sauerstoff vorgeschlagen.
[0004] Auch in der
US 6 318 278 B1 wird ein Drehrohrofen beschrieben, wie er auch bei der vorliegenden Erfindung aufgebaut
sein kann. Diese Schrift zeigt auch schon die Verwendung einer Sauerstofflanze in
einem hinteren Verbrennungsbereich, wobei auch eine Zuführung des Sauerstoffs in einem
Winkel zur Richtung eines Hauptbrenners in Betracht gezogen wird.
[0005] Auch die
EP 0 726 437 A1 beschäftigt sich mit unterschiedlichen Sauerstofflanzen in einem Drehrohrofen, wobei
eine der Sauerstofflanzen zentral in einer Brenneranordnung geführt ist. Die Verwendung
von sekundärem Brennstoff wird hier jedoch nicht behandelt.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die Verbrennung von sekundärem Brennstoff
in einem Drehrohrofen, bevorzugt unter Ausnutzung vorhandener Möglichkeiten typischer
Brenneranordnungen, zu verbessern, insbesondere den Ausstoß an Kohlenmonoxid zu verringern,
ohne dabei den Ausstoß anderer unerwünschter Schadstoffe, beispielsweise Stickoxide
über vorgeschriebene Grenzwerte erhöhen.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe dienen ein Verfahren gemäß dem Anspruch 1 und eine Vorrichtung
gemäß dem Anspruch 5. Vorteilhafte Ausgestaltungen, die einzeln oder in Kombination
miteinander Verwendung finden können, sind in den jeweils abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0008] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Verbesserung der Verbrennung von in einem ersten
Strahl zugeführten sekundären Brennstoff in einen Drehrohrofen, wobei der Drehrohrofen
eine zylindrische Brenneranordnung mit einer geometrischen Mittelachse und mit einem
Hauptbrenner und mit einer Mehrzahl von Zufuhrtunneln für verschiedene Medien aufweist,
von denen einer für die Zufuhr von sekundärem Brennstoff, insbesondere in Form von
Partikeln oder Schnipseln in einem Pressluftstrom, ausgelegt ist, zeichnet sich dadurch
aus, dass eine rohrförmige Sauerstofflanze für ein sauerstoffreiches Gas, insbesondere
gasförmigen Sauerstoff, mit einer abgewinkelten Düse an ihrem Ende in einem Zufuhrtunnel
der Brenneranordnung angeordnet wird, wobei die Sauerstofflanze in eine solche Lage
gebracht wird, dass der aus der Düse austretende Sauerstoff einen zweiten Strahl bildet,
der auf den ersten Strahl trifft. Im Allgemeinen wird sekundärer Brennstoff oberhalb
oder im oberen Bereich eines Hauptbrenners zugeführt, so dass dieser Brennstoff durch
die aufsteigende Hitze der Flamme des Hauptbrenners entzündet und mit dem umgebenden
Sauerstoff verbrannt wird. Versuche haben gezeigt, dass die Zufuhr von Sauerstoff
zu dem sekundären Brennstoff schon vor oder bei dessen Entzündung die Verbrennung
signifikant verbessern kann. Trifft ein Sauerstoffstrahl den Strahl mit sekundärem
Brennstoff, so entsteht bei der späteren Verbrennung viel weniger Kohlenmonoxid als
ohne das Zusammentreffen der beiden Strahlen. Durch die Erfindung kann der von der
Sauerstofflanze zugeführte Sauerstoff viel effektiver eingesetzt werden als bei einer
ungezielten Einspeisung in den Drehrohrofen. Dabei ist zu beachten, dass eine typische
Brenneranordnung für einen großtechnischen Drehrohrofen selbst schon eine Länge von
etwa 10 m haben kann, so dass es keine praktische Möglichkeit gibt, eine schräg zur
Hauptströmungsrichtung verlaufende Sauerstofflanze anzuordnen, ohne erhebliche Veränderungen
an der Anlage vorzunehmen. Die Sauerstofflanze wird daher durch einen bei dem jeweiligen
Betriebszustand nicht benutzten Zufuhrtunnel, von denen typische Brenner eine Mehrzahl
aufweisen, geführt, weshalb eine abgewinkelte Düse am Ende der Sauerstofflanze erforderlich
ist, um den zweiten Strahl in eine gewünschte Richtung lenken zu können. Der Hauptbrenner
wird bei der Benutzung von sekundärem Brennstoff weiter mit dem primären Brennstoff
betrieben und unterstützt die vollständige Verbrennung des sekundären Brennstoffs
im weiteren Verlauf des Drehrohrofens.
[0009] Im Allgemeinen reicht es aus, die Sauerstofflanze mit dem richtigen Drehwinkel in
Bezug auf den Zufuhrtunnel für sekundären Brennstoff in einen verfügbaren Zufuhrtunnel
einzuschieben, um eine Zusammentreffen der beiden Strahlen zu erreichen. Insbesondere
bei geometrisch schwierigen Verhältnissen und eventuellen Drallströmungen im Drehrohrofen
ist es jedoch vorteilhaft, den Anteil unerwünschter Komponenten im Abgas, insbesondere
Kohlenmonoxid, zu messen und die Sauerstofflanze in einer Art Feineinstellung so zu
drehen und/oder die Versorgung mit Sauerstoff so zu verändern, dass ein Minimum der
betreffenden Komponenten oder ein akzeptabler Wert für alle verschiedenen unerwünschten
Bestandteile im Abgas erreicht wird. Dies ermöglicht eine besonders schadstoffarme
Verbrennung selbst bei komplizierten Strömungsverhältnissen im Inneren des Drehrohrofens.
[0010] Bevorzugt wird das Verfahren so ausgestaltet, dass der zweite Strahl den ersten Strahl
innerhalb von weniger als 5 m nach dem Austritt aus der Brenneranordnung trifft, vorzugsweise
nach weniger als 2 m. Auf diese Weise wird erreicht, dass der Sauerstoff aus der Sauerstofflanze
nicht hauptsächlich die Temperatur bei der Verbrennung des primären Brennstoffs erhöht,
die weiter stromab im Drehrohrofen stattfindet, was eine erhöhte Produktion von Stickoxiden
zur Folge haben könnte, sondern hauptsächlich zur Förderung der Verbrennung des sekundären
Brennstoffs genutzt wird.
[0011] Dennoch kann der durch die Sauerstofflanze zugeführte Sauerstoff dazu dienen, ein
geringfügig überstöchiometrisches Verhältnis, also einen Überschuss von Sauerstoff
zu Brennstoff im Ofen einzustellen, um eine möglichst vollständige Verbrennung aller
Brennstoffe über die Länge des Drehrohrofens zu erreichen.
[0012] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Verbesserung der Verbrennung von in einem ersten
Strahl zugeführtem sekundärem Brennstoff in einem Drehrohrofen, wobei der Drehrohrofen
eine Brenneranordnung mit einem Hauptbrenner und mit einer Mehrzahl von Zufuhrtunneln
für verschiedene Medien aufweist, von denen einer für die Zufuhr von alternativen
Brennstoffen, insbesondere von Partikeln oder Schnipseln in einem Pressluftstrom ausgelegt
ist, zeichnet sich dadurch aus, dass eine rohrförmige Sauerstofflanze für ein sauerstoffreiches
Gas, insbesondere gasförmigen Sauerstoff mit technisch verfügbarer Reinheit und Konzentration,
mit einer abgewinkelten Düse an ihrem Ende in einem Zufuhrtunnel der Brenneranordnung
so angeordnet ist, dass der beim Betrieb aus der Düse austretende Sauerstoff einen
zweiten Strahl bildet, der auf den ersten Strahl trifft. Die abgewinkelte Düse der
Sauerstofflanze wird also gerade so ausgerichtet, dass sie in Richtung des Zufuhrtunnels
für sekundären Brennstoff gedreht ist.
[0013] Um die Ausrichtung der Düse in die richtige Stellung zu erleichtern, weist die Sauerstofflanze
bevorzugt in einem rückwärtigen, aus der Brenneranordnung herausragenden Bereich,
Mittel zur Kennzeichnung der Richtung der abgewinkelten Düse auf, insbesondere eine
Lagewinkelanzeige. Dies kann beispielsweise eine auf der Außenseite der Lanze angebrachte
Markierung oder ein Richtungspfeil sein. Wenn diese Markierung auf den Einlass des
Zufuhrtunnels für sekundären Brennstoff zeigt, zeigt auch die Düse im Inneren des
Drehrohrofens in die richtige Richtung. Erfindungsgemäß bevorzugt weist die abgewinkelte
Düse einen Winkel 5° bis 25° von der axialen Richtung der Lanze auf, vorzugsweise
10° bis 20°. Auf diese Weise kann erreicht werden, dass der zweite Strahl den ersten
Strahl in einem relativ kurzen Abstand nach dem Austritt aus der Brenneranordnung
trifft.
[0014] Bei Versuchen hat sich ergeben, dass bestimmte Verbesserungen der Verbrennung auch
schon durch eine nicht abgewinkelte Düse der Sauerstofflanze, also bei axialer Eindüsung
von Sauerstoff, ergeben, insbesondere wenn der Sauerstoffstrahl durch eine geeignete
Düse eine große Reichweite hat. Aus diesem Grunde kann am Ende der Sauerstofflanze
eine nicht abgewinkelte Zusatzdüse als zweite Düse vorhanden sein, die diese Funktion
übernimmt.
[0015] Da der Anteil an Sauerstoff, der der Verbrennung im Drehrohrofen durch die Sauerstofflanze
zugeführt wird, relativ gering ist, hat erfindungsgemäß die Sauerstofflanze einen
erheblich geringeren Außendurchmesser als der Innendurchmesser des Zufuhrtunnels,
in dem sie angeordnet ist, vorzugsweise einen mindestens 20 % geringeren Außendurchmesser.
Typische Brenneranordnungen weisen für verschiedene Brennstoffe und andere Zwecke
mehrere unterschiedliche Zufuhrtunnel auf, von denen dann ein geeigneter für die Sauerstofflanze
ausgewählt werden kann. Der Durchmesserunterschied gewährleistet, dass es selbst bei
Verschmutzungen keinerlei Schwierigkeiten beim Einschieben oder Drehen der Sauerstofflanze
gibt.
[0016] Besonders bevorzugt wird die Sauerstofflanze drehbar und verschiebbar in einem Zufuhrtunnel
angeordnet, wobei sie ihre Position durch ihr Eigengewicht bestimmt und auch genügend
fixiert. Das Eigengewicht der Sauerstofflanze führt dazu, dass diese immer unten in
dem betreffenden Zufuhrtunnel liegt und die Reibung ausreichend groß ist, um ungewünschte
Drehungen oder Verschiebungen zu verhindern.
[0017] Da die Sauerstofflanze je nach Bedarf und Dimensionierung mit Sauerstoff unter relativ
hohem Druck versorgt werden muss, ist es vorteilhaft, zwei Einlassflansche für den
Anschluss von zwei beweglichen Schläuchen vorzusehen, um den Druckverlust in den Schläuchen
von einem Vorratsbehälter bis zur Sauerstofflanze gering zu halten.
[0018] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden die Sauerstofflanze und
deren Düse so dimensioniert und an eine Sauerstoffversorgung angeschlossen, dass der
aus der Düse austretende zweite Strahl beim Zusammentreffen mit dem ersten Strahl
etwa den gleichen oder einen kleineren Strahldurchmesser als der erste Strahl aufweist.
Auf diese Weise kann vermieden werden, dass Sauerstoff in größerer Menge an dem sekundären
Brennstoff vorbei in den oberen Bereich des Drehrohrofens strömt, wo er wenig zur
Verbesserung der Verbrennung beitragen kann.
[0019] Sofern eine Zusatzdüse in der Sauerstofflanze vorhanden ist, ist diese so ausgelegt,
dass der aus ihr austretende Sauerstoff eine möglichst große Reichweite aufweist,
was vorzugsweise durch eine Laval-Düse erreicht werden kann.
[0020] Da die vorhandenen Möglichkeiten von Brenneranordnungen für die vorliegende Erfindung
ausgenutzt werden sollen, kann nicht immer davon ausgegangen werden, dass symmetrische
Positionen von Sauerstofflanze zum Zufuhrtunnel für den sekundären Brennstoff zur
Verfügung stehen. Dabei kann es sogar von Vorteil sein, wenn die Verbindungslinie
der beiden Zufuhrtunnel für den sekundären Brennstoff und die Sauerstofflanze eine
geometrische Mittelachse der Brenneranordnung nicht schneidet. Typischerweise ist
die Sauerstofflanze schräg unterhalb des ersten Strahls angeordnet, so dass der zweite
Strahl den ersten Strahl nicht genau von unten trifft, sondern etwas seitlich. Dies
kann sogar zu einem erwünschten Dralleffekt und einer besseren späteren Vermischung
des sekundären Brennstoffs mit der primären Flamme führen. Durch eine solche Anordnung
wird auch erreicht, dass der Sauerstoffstrahl nicht schon auf seinem Weg hauptsächlich
mit dem primären Brennstoff reagiert oder von der Verbrennungsluft für den primären
Brennstoff stark abgelenkt wird.
[0021] Jedenfalls aber ist es vorteilhaft, dass der erste Strahl vertikal höher als der
zweite Strahl in den Drehrohrofen eintritt, der zweite Strahl von unten oder schräg
von unten auf den ersten Strahl trifft.
[0022] Im Folgenden wird die vorliegende Erfindung anhand einiger Ausführungsbeispiele mit
Hilfe der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1: eine schematische Sicht eines Drehrohrofens im Längsschnitt,
Fig. 2: einen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Brenneranordnung,
Fig. 3: einen schematischen Längsschnitt durch den Zwischenbereich einer erfindungsgemäßen
Sauerstofflanze,
Fig. 4: eine schematische Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Sauerstofflanze und
Fig. 5: das Funktionsprinzip der Erfindung in schematischer perspektivischer Darstellung.
[0023] Fig. 1 zeigt schematisch einen typischen Drehrohrofen 1 zur Herstellung von Zement
2, welcher den Drehrohrofen 1 in Pulverform durchläuft. An dem unteren Ende des Drehrohrofens
1 ist eine Brenneranordnung 3, vorzugsweise mit etwa zylindrischer Grundform, angeordnet,
die einen Hauptbrenner 5 umfasst, welcher mit einem primären Brennstoff gespeist wird.
Beim Betrieb des Drehrohrofens 1 entsteht so eine primäre Flamme 6, die den größten
Teil der erforderlichen Wärme erzeugt. Die Brenneranordnung 3 enthält außerdem mindestens
einen Zufuhrtunnel 19 für sekundären Brennstoff 10, auch Fluff genannt, der typischerweise
in kleinen Stücken mittels eines Luftstroms zugeführt wird. Im Drehrohrofen 1 führt
dies zu einem ersten Strahl 7, der den sekundären Brennstoff 10 enthält. In der Brenneranordnung
3 ist erfindungsgemäß außerdem eine Sauerstofflanze 12 angeordnet, die einen sauerstoffreichen
zweiten Strahl 8 beim Betrieb erzeugt. Der erste Strahl 7 und der zweite Strahl 8
treffen sich in einem Kreuzungsbereich 9, da die Sauerstofflanze 12 zwar parallel
zum Zufuhrtunnel 19 für sekundären Brennstoff verläuft, jedoch an ihrem Ende eine
abgewinkelte Düse 14 aufweist. Dadurch wird erreicht, dass der zweite Strahl 8 in
einem Winkel zur geometrischen Mittelachse 4 der Brenneranordnung 3 bzw. zur geometrischen
Mittelachse 27 der Sauerstofflanze 12 austritt. Die Verbrennungsgase gelangen aus
dem Drehrohrofen 1 zu einem Abgasabzug 24, in dem ein Analysegerät 25 die Anteile
bestimmter Komponenten, insbesondere von Schadstoffen, messen kann.
[0024] Fig. 2 zeigt einen Querschnitt durch die Brenneranordnung 3, der erkennen lässt,
dass die Brenneranordnung 3 in verschiedenen Bereichen unterschiedliche Zufuhrtunnel
aufweist, die teilweise konzentrisch zur geometrischen Mittelachse 4 angeordnet sind,
teilweise aber auch exzentrisch liegen. Die gesamte Brenneranordnung 3 hat eine äußere
Isolierung 26, die einen ersten Zufuhrtunnel 16 umgibt, der als Ringraum ausgebildet
ist. Dieser kann beispielsweise für die Zufuhr von Primärluft genutzt werden. Weiter
innen liegt ein weiterer Zufuhrtunnel, der z. B. für die Zufuhr von Kohlenstaub als
primären Brennstoff genutzt werden kann Noch weiter innen liegt ein weiterer Zufuhrtunnel,
der beispielsweise wieder für zentral zugeführte Luft genutzt werden kann. Innerhalb
dieses weiteren Zufuhrtunnels 18 liegen im vorliegenden Ausführungsbeispiel noch mindestens
ein Zufuhrtunnel 19 für sekundären Brennstoff 10, zwei weitere Zufuhrtunnel 18 für
hier nicht weiter erläuterte Zwecke und ein Zufuhrtunnel 20 für die Sauerstofflanze
12. Dieser Zufuhrtunnel 20 für die Sauerstofflanze 12 hat einen Innendurchmesser D,
der erheblich größer als der Außendurchmesser der Sauerstofflanze 12 ist, insbesondere
mindestens 20 % größer. Im Ausführungsbeispiel der Fig. 2 liegt der Zufuhrtunnel 19
für sekundären Brennstoff schräg oberhalb des Zufuhrtunnels 20 für die Sauerstofflanze
12.
[0025] Fig. 3 zeigt im schematischen Längsschnitt mit zusätzlichen Erläuterungen einen Endbereich
der Sauerstofflanze 12 mit einer abgewinkelten Düse 14 und einer Zusatzdüse 15, die
optional vorgesehen werden kann. Die Sauerstofflanze 12 hat einen Außendurchmesser
d und eine geometrische Mittelachse 27. Die abgewinkelte Düse 14 stößt im Betrieb
einen sauerstoffreichen zweiten Strahl 8 unter einem Winkel α zur geometrischen Mittelachse
27 der Sauerstofflanze 12 aus, der den schematisch dargestellten ersten Strahl 7 mit
sekundärem Brennstoff in einem Kreuzungsbereich 9 trifft. Dieser Kreuzungsbereich
9 hat vom Ende der Sauerstofflanze 12 eine Entfernung E von weniger als 5 m, vorzugsweise
weniger als 2 m. Dies wird dadurch erreicht, dass der Winkel α der abgewinkelten Düse
14 zwischen 5 und 25°, vorzugsweise zwischen 10 und 20° liegt.
[0026] In Fig. 4 ist schematisch im Längsschnitt die gesamte Sauerstofflanze 12 mit ihren
Verbindungsleitungen zu einem Sauerstofftank 21 dargestellt. Im rückwärtigen Bereich
weist die Sauerstofflanze 12 eine Lagewinkelanzeige 13 auf, anhand deren das Bedienungspersonal
erkennen kann, in welche Richtung die abgewinkelte Düse 14 im Inneren des Drehrohrofens
1 im eingebauten Zustand zeigt. Die Sauerstofflanze 12 weist bevorzugt zwei Einlassflansche
23 auf zum Anschluss von schlauchförmigen Sauerstoffleitungen 22, die den Sauerstoff
11 vom Sauerstofftank 21 mit nur geringem Druckverlust zuführen können. Es sei angemerkt,
dass es auf die chemische Reinheit des Sauerstoffs bei diesem Prozess nicht ankommt
und auch ein mit Sauerstoff angereichertes Gas, beispielsweise mit einem Sauerstoffgehalt
von mehr als 50%, vorzugsweise mehr als 80%, für die Versorgung der Sauerstofflanze
eingesetzt werden kann.
[0027] Fig. 5 veranschaulicht nochmals die räumliche Situation am Austritt der Brenneranordnung
3. Man erkennt, dass der erste Strahl 7 aus dem Zufuhrtunnel 19 mit sekundärem Brennstoff
schräg und seitlich von unten von dem zweiten sauerstoffreichen Strahl 8 in dem Kreuzungsbereich
9 getroffen wird. Der schräge Austritt des zweiten Strahls 8 wird durch die abgewinkelte
Düse 14 an der Sauerstofflanze 12 erreicht, wobei die genaue Richtung der abgewinkelten
Düse 14 durch die Lagewinkelanzeige 13 auch von außen erkennbar ist. Weitere Zufuhrtunnel
18 der Brenneranordnung 3 beeinflussen diesen Vorgang nur wenig.
[0028] Die vorliegende Erfindung kann bei Neubauten von Brenneranordnungen für Drehrohröfen
berücksichtigt werden, dient aber hauptsächlich auch der Nachrüstung von schon vorhandenen
Brenneranordnungen, in denen meistens Zufuhrtunnel, wie sie für die vorliegende Erfindung
zum Einführen einer Sauerstofflanze benötigt werden, vorhanden sind. Die gezielte
Zuführung von Sauerstoff oder mit Sauerstoff angereichertem Gas zu einem sekundären
Brennstoff kann dessen Verbrennung erheblich verbessern und damit den Schadstoffausstoß,
insbesondere den Ausstoß an Kohlenmonoxid, signifikant verringern.
Bezugszeichenliste
[0029]
- 1
- Drehrohrofen
- 2
- Zement
- 3
- Brenneranordnung
- 4
- Geometrische Mittelachse der Brenneranordnung
- 5
- Hauptbrenner
- 6
- Primäre Flamme
- 7
- Erster Strahl
- 8
- Zweiter Strahl
- 9
- Kreuzungsbereich von erstem und zweitem Strahl
- 10
- Sekundärer Brennstoff
- 11
- Sauerstoff
- 12
- Sauerstofflanze
- 13
- Lagewinkelanzeige
- 14
- Abgewinkelte Düse
- 15
- Zusatzdüse
- 16
- Erster Zufuhrtunnel
- 17
- Zweiter Zufuhrtunnel
- 18
- Weiterer Zufuhrtunnel
- 19
- Zufuhrtunnel für sekundären Brennstoff
- 20
- Zufuhrtunnel für Sauerstofflanze
- 21
- Sauerstofftank
- 22
- Sauerstoffleitung
- 23
- Einlassflansch
- 24
- Abgasabzug
- 25
- Analysegerät
- 26
- Isolierung
- 27
- Geometrische Mittelachse der Sauerstofflanze
- α
- Düsenwinkel
- D
- Durchmesser des Zufuhrtunnels für die Sauerstofflanze
- d
- Durchmesser der Sauerstofflanze
- E
- Entfernung des Kreuzungsbereiches von der Brenneranordnung
1. Verfahren zur Verbesserung der Verbrennung von in einem ersten Strahl (7) zugeführtem
sekundärem Brennstoff (10) in einem Drehrohrofen (1), wobei der Drehrohrofen (1) eine
Brenneranordnung (9) mit einem Hauptbrenner (5) und mit einer Mehrzahl von Zufuhrtunneln
(16, 17, 18, 19, 20) für verschiedene Medien aufweist, von denen einer (19) für die
Zufuhr von sekundärem Brennstoff (10), insbesondere in Form von Partikeln oder Schnipseln
in einem Pressluftstrom, ausgelegt ist, dadurch gekennzeichnet, dass eine rohrförmige Sauerstofflanze (12) für ein sauerstoffreiches Gas, insbesondere
reinen gasförmigen Sauerstoff (11), mit einer abgewinkelten Düse (14) an ihrem Ende
in einem Zufuhrtunnel (20) der Brenneranordnung (9) angeordnet wird, wobei die Sauerstofflanze
(12) in eine solche Lage gebracht wird, dass der aus der Düse (14) austretende Sauerstoff
(11) einen zweiten Strahl (8) bildet, der auf den ersten Strahl (7) trifft.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil unerwünschter Komponenten, insbesondere Kohlenmonoxid (CO), im Abgas des
Drehrohrofens (1) gemessen und die Sauerstofflanze (12) so gedreht und/oder mit Sauerstoff
(11) versorgt wird, dass ein Minimum der betreffenden Komponente oder ein Minimum
der Summe verschiedener unerwünschter Anteile erreicht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Strahl (8) den ersten Strahl (7) innerhalb von weniger als 5 m (Meter)
nach dem Austritt aus der Brenneranordnung (9) trifft, vorzugsweise von weniger als
2 m.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sauerstoff (11) in einer solchen Menge zugeführt wird, dass im Drehrohrofen (1)
insgesamt ein überstöchiometrisches Verhältnis von Brennstoffen und Sauerstoff (11)
entsteht.
5. Vorrichtung zur Verbesserung der Verbrennung von in einem ersten Strahl (7) zugeführtem
sekundärem Brennstoff (10) in einem Drehrohrofen (1), wobei der Drehrohrofen (1) eine
Brenneranordnung (9) mit einem Hauptbrenner (5) und mit einer Mehrzahl von Zufuhrtunneln
(16, 17, 18, 19, 20) für verschiedene Medien aufweist, von denen einer für die Zufuhr
von sekundärem Brennstoff (10), insbesondere in Form von Partikeln oder Schnipseln
in einem Pressluftstrom, ausgelegt ist, dadurch gekennzeichnet, dass eine rohrförmige Sauerstofflanze (12) für ein sauerstoffreiches Gas, insbesondere
technisch reinen gasförmigen Sauerstoff (11), mit einer abgewinkelten Düse (14) an
ihrem Ende in einem Zufuhrtunnel (20) der Brenneranordnung (9) so angeordnet ist,
dass der aus der abgewinkelten Düse (14) austretende Sauerstoff einen zweiten Strahl
(8) bildet, der auf den ersten Strahl (7) trifft.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Sauerstofflanze (12) in einem rückwärtigen, aus der Brenneranordnung (9) herausragenden
Bereich Mittel (13) zur Kennzeichnung der Richtung der abgewinkelten Düse (14) aufweist,
insbesondere eine Lagewinkelanzeige (13).
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die abgewinkelte Düse (14) um einen Winkel (α) von 5° bis 25° zu einer geometrischen
Mittelachse (27) der Sauerstofflanze (12) abgewinkelt ist, vorzugsweise 10° bis 20°.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Sauerstofflanze (12) an ihrem Ende eine nicht abgewinkelte Zusatzdüse (15) aufweist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Innendurchmesser (D) des Zufuhrtunnels (20) für die Sauerstofflanze (12) erheblich
größer als deren Außendurchmesser (d) ist, vorzugsweise mindestens 20% größer.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Sauerstofflanze (12) drehbar und verschiebbar in einem Zufuhrtunnel (20) angeordnet
ist und ihre Position durch ihr Eigengewicht bestimmt und fixiert ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Sauerstofflanze (12) zwei Einlassflansche (23) für den Anschluss von beweglichen
Schläuchen als Sauerstoffleitung (22) aufweist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Sauerstofflanze (12) und die abgewinkelte Düse (14) so dimensioniert und an eine
Sauerstoffversorgung (21, 22) angeschlossen sind, dass der aus der Düse (14) austretende
zweite Strahl (8) beim Zusammentreffen mit dem ersten Strahl (7) etwa den gleichen
oder einen kleineren Strahldurchmesser als der erste Strahl (7) aufweist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusatzdüse (15) für eine möglichst große Reichweite des aus ihr austretenden
Sauerstoffs (11) ausgelegt ist, vorzugsweise als Lavaldüse.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Zufuhrtunnel (20), in dem die Sauerstofflanze (12) angeordnet ist und der Zufuhrtunnel
(19) für den ersten Strahl (7) von sekundärem Brennstoff (10) so in der Brenneranordnung
(9) angeordnet sind, dass ihre Verbindungslinie eine geometrische Mittelachse (4)
der Brenneranordnung (9) nicht schneidet.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Zufuhrtunnel (19, 20) für sekundären Brennstoff (10) und Sauerstofflanze (12)
so angeordnet sind, dass der erste Strahl (7) vertikal höher als der zweite Strahl
(8) in den Drehrohrofen (1) eintritt.