[0001] Die Erfindung betrifft ein Lenkmodul für ein Spielfahrzeug mit wenigstens zwei über
jeweils einen Radträger aufgehängten lenkbaren Rädern, einem Lenkmotor sowie einem
Lenkgetriebe.
[0002] Es sind Spielzeugautos bekannt, die sich per Funk fernsteuern lassen. Üblicherweise
wird versucht, das Design derartiger Spielzeugautos möglichst detailgetreu bekannten
Vorbildern aus der realen Fahrzeugtechnik nachzubilden. Neben dem äußerlichen Erscheinungsbild
soll zudem das Fahrverhalten der realen Vorbilder möglichst realitätsnah kopiert werden.
[0003] Ferngesteuerte Spielfahrzeuge werden in verschiedenen Maßstäben gefertigt. Neuartige
Spielkonzepte setzen dabei auf ferngesteuerte PKW-Fahrzeuge, insbesondere Rennwägen,
die im Maßstab 1:43 autark oder auf einem passenden Rennbahnsystem bespielt werden
können.
[0004] In der Vergangenheit wurde stets darauf geachtet, den Lenkantrieb des Spielfahrzeugs
in Funktion und Aussehen dem realen Vorbild möglichst exakt nachzubilden. Die aus
der Fahrzeugtechnik bekannten Lenkmechanismen stellen jedoch hochkomplexes Konstruktionen
dar, die sich in einem Spielzeug und speziell im geforderten Maßstab von 1:43 nur
näherungsweise umsetzen lassen.
[0005] Bisher sind ferngesteuerte Landwirtschafts- und Nutzfahrzeugmodelle im Maßstab 1:32
bekannt, die einen Lenkmotor mit gekoppeltem Lenkgetriebe sowie einer Spurstange zur
Übertragung der Lenkbewegung auf die Achsen verwenden. Bezogen auf die Fahrzeuggröße
benötigt diese Konstruktion verhältnismäßig viel Bauraum. Zudem eignet sich die beschriebene
Konstruktion vorwiegend für Landwirtschafts- und Nutzfahrzeugmodelle, die sich durch
eine relativ langsame Fortbewegungsgeschwindigkeit auszeichnen. Der beschriebene Lenkmechanismus
eignet sich daher nur bedingt für den Einsatz in schnelleren Spielfahrzeugen, wie
beispielsweise Rennfahrzeuge, die auf eine reaktionsschnelle Lenkung angewiesen sind.
[0006] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein Lenkmodul zu entwickeln,
das besonders raumsparend in jeglicher Art von ferngesteuerten Spielfahrzeugen einsetzbar
ist und zudem durch eine kurze Reaktionszeit zur Ausführung der Lenkbewegung besticht.
[0007] Diese Aufgabe wird durch ein Lenkmodul für ein Spielfahrzeug gemäß den Merkmalen
des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen des Lenkmoduls sind Gegenstand
der abhängigen Unteransprüche.
[0008] Gemäß Anspruch 1 wird also ein Lenkmodul für ein Spielfahrzeug vorgeschlagen, das
wenigstens zwei über jeweils einen Radträger aufgehängte lenkbare Räder verfügt. Für
die Ausführung der Lenkbewegung dient ein Lenkmotor, der über ein Lenkgetriebe mit
den Radträgern in Verbindung steht.
[0009] Um auf den Einsatz einer Spurstange vollständig verzichten zu können, ist es erfindungsgemäß
vorgesehen, daß wenigstens ein Radträger eine Verzahnung aufweist, in die das Lenkgetriebe
zur Übertragung der Lenkbewegung eingreift. Die Übertragung der Lenkbewegung erfolgt
demnach nicht mehr mittelbar über eine Spurstange, sondern unmittelbar durch eine
direkte Anbindung des Lenkgetriebes an wenigstens einen Radträger.
[0010] Eine Transformation der Rotationsbewegung des Motors in eine Linearbewegung der Spurstange
ist folglich überflüssig.
[0011] Vorteilhafterweise ist das Lenkmodul nach dem Prinzip einer Achsschenkellenkung aufgebaut.
Die erfindungsgemäße Ausführung ermöglicht eine raumsparende Bauweise, was insbesondere
vor dem Hintergrund des geforderten Maßstabs von 1:43 enorm wichtig ist. Ferner ist
die Verwendung eines komplizierten Lenkgestänges, wie einer Spurstange, deutlich schmutzempfindlicher
und bei Ausführungen im gewünschten Maßstab deutlich instabiler.
[0012] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Verbindung zwischen Radträger und Getriebe
die letzte Getriebestufe des Lenkgetriebes bildet. Das verwendete Lenkgetriebe ist
vorteilhafterweise ein fünfstufiges Getriebe, wobei die fünfte Stufe durch die eingreifende
Verzahnung von Radträger und vorletztem Zahnrad des Lenkgetriebes gebildet ist. Die
letzte Getriebestufe des verwendeten Lenkgetriebes wird nicht für eine lineare Bewegung
der Spurstange genutzt, sondern stattdessen direkt in die Radaufhängung eingebracht.
[0013] Als Lenkmotor wird vorzugsweise ein Elektromotor, insbesondere ein Mikromotor verwendet.
Elektro- bzw. Mikromotoren zeichnen sich durch besonders hohe Drehzahlen mit geringem
Drehmoment aus. Die Drehzahl liegt bevorzugt im Bereich zwischen 25000 bis 35000 Umdrehungen
pro Minute, besonders bevorzugt bei ca. 30000 Umdrehungen pro Minute. Das resultierende
Drehmoment liegt bevorzugt im Bereich zwischen 3 x 10
-5 Nm bis 8 x 10
-5 Nm, besonders bevorzugt bei ca. 5 x 10
-5 Nm. Die hohe Motordrehzahl wird mit Hilfe einer Getriebeuntersetzung des Lenkgetriebes
an die jeweilige Fahrzeuggröße des Spielfahrzeugs angepaßt und in die entsprechende
Rotationsbewegung zur Ausführung der Lenkbewegung übersetzt.
[0014] Bisherige ferngesteuerte Spielfahrzeuge bzw. Lenkmodule verfügen über keine oder
eine nur stark eingeschränkte Achsfederung. In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform
weist das Lenkmodul eine integrierte Einzelradfederung pro Radträger auf.
[0015] Vorzugsweise wird für die Implementierung der Einzelradfederung die letzte Getriebestufe,
das heißt die Verbindung aus Lenkgetriebe und Radaufhängung verwendet. Insbesondere
soll die Radaufhängung als Federbein agieren und in vertikaler Richtung, d.h. in Richtung
des Federweges, verschieblich gelagert sein. Es ist zweckmäßig, wenn die Verzahnung
des Lenkgetriebes oder alternativ die Verzahnung des Radträgers bzw. Federbeins an
den Federweg der implementierten Einzelradfederung angepaßt ist, insbesondere derart,
daß über den gesamten Federweg ein gegenseitiger Eingriff der beiden Verzahnungen
gewährleistet ist.
[0016] Besonders vorteilhaft ist es, wenn der Federweg in axialer Richtung der Verzahnung
zwischen Radaufhängung und Lenkgetriebe erfolgt. Der Eingriff der Verzahnung wird
hierbei durch eine Anpassung der Zahnbreite des mit dem Radträger in Eingriff stehenden
Zahnrads des Lenkgetriebes oder alternativ durch die Anpassung der Zahnbreite der
Radaufhängung sichergestellt. Insbesondere wird die Zahnbreite vergrößert, um den
Eingriff des vertikal bewegten Radträgers über den gesamten Federweg sicherzustellen.
[0017] Die Federsteifigkeit der verwendeten Einzelradfederung kann über wenigstens eine
integrierte Feder festgelegt werden. Denkbar ist es, daß wenigstens eine Blattfeder
an der Einzelradfederung angeordnet ist. Die Blattfeder ist bevorzugt quer zur Radaufhängung,
d.h. parallel zur Radachse angeordnet. Besonders bevorzugt liegt die Blattfeder oben
auf der Oberseite der Radaufhängung auf.
[0018] Die wenigstens eine Blattfeder ist sinnvollerweise wechselbar an der Radaufhängung
bzw. am Lenkmodul angeordnet, was den Austausch der wenigstens einen Feder auch für
den Laien ermöglicht. Durch geeignete Wahl der wenigstens einen verwendeten Feder
kann der Bediener Einfluß auf die Federsteifigkeit und damit auf das Fahrverhalten
des Fahrzeugs nehmen.
[0019] Der erfindungsgemäße Aufbau des Lenkmoduls stellt keine besonders hohen Anforderungen
an die verwendeten Materialeigenschaften. Vor diesem Hintergrund kann zumindest ein
Teil des Lenkmoduls bzw. Lenkgetriebes aus leichten Kunststoffteilen gefertigt sein.
Dies wirkt sich positiv auf das Gewicht, den Geräuschpegel, den Herstellungspreis
sowie den Montage- und Wartungsaufwand des Getriebes und des Lenkmoduls aus.
[0020] Für die Ansteuerung des Lenkmotors ist die Kenntnis des aktuell eingestellten Lenkwinkels
von Vorteil. Hierzu ist zweckmäßig eine Lenkwinkelerfassung in das Lenkmodul integriert.
Die konkrete Ausgestaltung der Lenkwinkelerfassung ist beliebig, grundsätzlich ist
jede beliebige Sensorik, die platzsparend in das Lenkmodul integrierbar ist, geeignet.
[0021] Das Lenkmodul kann vorzugsweise eine Elektronik zur Ansteuerung des Lenkmotors bzw.
zur Auswertung der von der Lenkwinkelerfassung bereitgestellten Signale umfassen.
Unter Berücksichtigung der von der Lenkwinkelerfassung bereitgestellten Signale kann
eine Regelung des Ist-Lenkwinkels durch die Elektronik erfolgen. Denkbar ist es auch,
daß die Lenkwinkelerfassung Bestandteil der Elektronik ist. Besonders vorteilhaft
ist es, wenn die Elektronik zumindest teilweise in das Getriebegehäuse des Lenkgetriebes
integriert ist.
[0022] Die integrierte Elektronik des Lenkmoduls ermöglicht bevorzugt eine proportionale
Ansteuerung des Lenkgetriebes. Dies gewährleistet ein nahezu ideales Fahrverhalten
des ferngesteuerten Spielfahrzeugs.
[0023] Die Plazierung des Lenkmoduls im vorderen Teil eines Spielfahrzeugs macht die Integration
ein oder mehrerer Aufnahmemittel zur Aufnahme eines Lichtmoduls bzw. wenigstens eines
Fahrzeugscheinwerfer in das Lenkmodul sinnvoll. Wenigstens ein Aufnahmemittel kann
beispielsweise als Stiftsockel zur Aufnahme wenigstens eines Fahrzeugscheinwerfers
ausgeführt sein. Dieser läßt sich idealerweise lösbar befestigen.
[0024] Die Erfindung betrifft zudem ein ferngesteuertes Spielfahrzeug, insbesondere ein
PKW-Rennfahrzeug, mit einem Lenkmodul gemäß der vorliegenden Erfindung bzw. einer
vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Lenkmoduls. Die Vorteile und Eigenschaften
des ferngesteuerten Spielfahrzeugs entsprechen offensichtlich denen des erfindungsgemäßen
Lenkmoduls, weshalb an dieser Stelle auf eine wiederholende Beschreibung verzichtet
wird.
[0025] Besonders zweckmäßig ist es, wenn das erfindungsgemäße Lenkmodul wechselbar in das
ferngesteuerte Spielfahrzeug integrierbar ist. Möglich ist es auch, daß das Lenkmodul
universal, insbesondere bezüglich seiner geometrischen Abmessung, ausgeführt ist.
In diesem Fall eignet sich das Lenkmodul für den Einsatz in verschiedenartigen ferngesteuerten
Spielfahrzeugen.
[0026] Weitere Vorteile und Eigenschaften der Erfindung werden anhand eines in den Zeichnungen
näher dargestellten Ausführungsbeispiels erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1:
- eine perspektivische Frontansicht auf das erfindungsgemäße Lenkmodul,
- Fig. 2:
- eine perspektivische Frontansicht auf das erfindungsgemäße Lenkmodul von unten,
- Fig. 3:
- eine Draufsicht auf das erfindungsgemäße Lenkmodul,
- Fig. 4:
- eine Detailaufnahme des erfindungsgemäßen Lenkmoduls,
- Fig. 5:
- eine weitere Detailansicht des erfindungsgemäßen Lenkmoduls,
- Fig. 6:
- eine Explosionsdarstellung des erfindungsgemäßen Lenkmoduls und
- Fig. 7:
- eine Seitenansicht des erfindungsgemäßen ferngesteuerten Spielfahrzeugs.
Figur 1 zeigt eine perspektivische Frontansicht des erfindungsgemäßen Lenkmoduls.
Die Darstellung zeigt den Lenkmotor 10, der als elektrischer Servomotor ausgeführt
ist.
[0027] Durch Betätigung des Servomotors 10 wird eine Lenkbewegung auf die gelenkten Räder
30 übertragen. Die Kraftübertragung erfolgt über das Lenkgetriebe 20, das das abtriebsseitige
Drehmoment des Servomotors 10 auf die Einzelradaufhängungen 40 der Räder 30 überträgt.
[0028] Das Lenkgetriebe 20 weist insgesamt fünf Getriebestufen auf, wobei die einzelnen
Stufen nach dem Prinzip eines bekannten Stirnradgetriebes aufgebaut sind. Abtriebsseitig
ist am Servomotor 10 ein Kegelrad 11 montiert, das in Eingriff mit dem ersten Zahnrad
22 des Lenkgetriebes 20 steht.
[0029] Die extrem hohe Drehzahl des Servomotors 10 im Bereich von ca. 30000 Drehungen pro
Minute erfordert eine Getriebeuntersetzung. Diese wird durch die fünf Getriebestufen
erreicht, wobei die letzte Getriebestufe durch die Zahnräder 21 und die zugeordnete
Radaufhängung 40 gebildet wird. Hierzu ist an jeder Radaufhängung 40 auf der dem Getriebe
20 zugewandten Seite eine Verzahnung 41 vorgesehen.
[0030] Die Drehbewegung des Servomotors 10 wird folglich durch das Getriebe 20 untersetzt
und im Anschluß unmittelbar auf die Radaufhängung 40 eingebracht. Eine Transformation
zwischen rotierender und linearer Bewegung ist nicht notwendig, der Einsatz einer
Spurstange ist damit hinfällig. Die dargestellte Lenkkonstruktion, insbesondere das
Lenkgetriebe 20, ist vergleichsweise kleinbauend und eignet sich besonders gut für
die Integration in ferngesteuerte Spielfahrzeuge, insbesondere für Fahrzeuge die im
Maßstab von 1:43 gebaut sind.
[0031] Die Laufräder 30 sind auf der rechten und linken Achsaufnahme 43 montiert, die drehbar
innerhalb der Radaufhängungen 30 gelagert sind.
[0032] Figur 2 zeigt das erfindungsgemäße Lenkmodul in einer perspektivischen Ansicht von
unten. In der Darstellung ist zu erkennen, daß an der Getriebeunterseite 20 eine Platine
60 mit der benötigten Elektronik 61 für die Ansteuerung des Lenkmotors 10 montiert
ist. Die Elektronik 61, beispielsweise ein programmierbarer Mikroprozessor, übernimmt
neben der Ansteuerung des Servomotors 10 gegebenenfalls die Analyse der durch eine
Lenkwinkelerfassung 50 bereitgestellten Signale. Die Lenkwinkelerfassung 50 ist seitlich
an der Kante der Platine 60 befestigt und steht über Leiterbahnen mit der Elektronik
61 in Verbindung. Die technische Ausführung der Lenkwinkelerfassung 50 spielt für
den erfindungsgemäßen Gegenstand eine untergeordnete Rolle und soll daher nicht weiter
vertieft werden.
[0033] Weiterhin sind zwei Lichtmodulaufnehmer 70 in den vorderen Eckbereichen der Platine
60 vorgesehen. Mit Hilfe der Lichtmodulaufnehmer 70 können Fahrzeugscheinwerfer am
Fahrzeugchassis beleuchtet werden.
[0034] Die Draufsicht auf das erfindungsgemäße Lenkmodul der Figur 3 verdeutlicht nochmals
den 5-stufigen Aufbau des Lenkgetriebes 20.
[0035] Neben der erfindungsgemäßen Konstruktion der Kraftübertragung vom Servomotor 10 zur
jeweiligen Radaufhängung 40 ist zudem eine integrierte Einzelradfederung vorgesehen.
Der Achsfedermechanismus soll anhand Figur 4 detailliert beschrieben werden. Die Darstellung
zeigt eine schematische Ansicht der rechten Radaufhängung 40 des Lenkmoduls. Neben
der Radaufhängung 40 sowie dem auf der Achsaufnahme 43 angeordneten Rad 30 ist ein
Teil des Getriebes 20 dargestellt. Die Radaufhängung 40 ist entlang der vertikalen
Achse 80 verschieblich mittels der Anlenkpunkte A, B am oberen und unteren Gehäuseteil
100, 101 des Lenkmoduls gelagert. An der Ober- und Unterseite der Radaufhängung 40
ragt jeweils senkrecht ein Zylinderstift 45 hervor, der in eine dafür vorgesehene
Bohrung am Gehäuseober- bzw. unterteil 100, 101 eingreift und darin drehbar gelagert
ist. Damit ist die Radaufhängung drehbar und in Achsrichtung 80 verschieblich am Lenkmodulgehäuse
100, 101 gelagert.
[0036] Der maximale Federweg wird durch die Länge der Zylinderstifte 45 begrenzt. Da eine
Lenkbewegung der Radaufhängung 40 über den gesamten Federweg sichergestellt sein muß,
ist für einen Eingriff der Verzahnung 41 in das Zahnrad 21 in jeder Relativposition
der Radaufhängung zum Gehäuse 100, 101 zu sorgen. Hierzu ist das vorletzte Zahnrad
21 des Getriebes 20 in axialer Richtung verlängert, d.h. seine Zahnbreite wurde an
den maximalen Federweg angepaßt, um in jeder Relativposition einen Zahneingriff gewährleisten
zu können.
[0037] Die Federsteifigkeit der Einzelradaufhängung ist durch die montierte Blattfeder 90
definiert, die sich auf der Oberseite des Gehäuseteils 100 parallel zur Radachse zwischen
den beiden Anlenkpunkten A der rechten und linken Radaufhängung 40 erstreckt (siehe
Figur 5). Die Blattfeder 90 wird über das Federbefestigungsteil 91, das über den Steg
92 mit der eigentlichen Blattfeder 90 verbunden ist, mittels Schraubverbindung am
Gehäuseteil 100 verschraubt. Ohne Belastung der Räder 30 ist die Blattfeder 90 entspannt.
Eine Belastung der Räder 30 bzw. der Radaufhängung 40 wirkt der Federkraft entgegen.
[0038] Figur 6 zeigt eine Explosionsdarstellung sowie den vollständig montierten Aufbau
des erfindungsgemäßen Lenkmoduls. Erkennbar sind die beiden Gehäuseteile 100, 101,
die zur drehbaren Lagerung der einzelnen Zahnräder entsprechende Ausnehmungen 102
aufweisen. Neben den Ausnehmungen 102 für die Zahnräder ist zudem eine rundliche Ausformung
zur Aufnahme des Servomotors 10 vorgesehen. Zwischen dem Gehäuseober- und unterteil
100, 101 wird eine Zwischenplatte 109 eingefügt. Die einzelnen Zahnräder werden mit
Hilfe der Zylinderstifte 110, die in entsprechende Bohrungen der Gehäuseteile 100,
101 steckbar sind, drehbar am Gehäuse 100, 101 gelagert.
[0039] Die Zylinderstifte 45 der Radaufhängungen 40 werden in die entsprechenden Bohrungen
103 der Gehäuseteile 100, 101 gesteckt. Die Zylinderstifte 45 sowie der Bereich der
Radaufhängung 30 entlang ihrer Drehachse sind hohl ausgeführt. Zur Fixierung der Radaufhängung
am Gehäuse 100, 101 wird daher eine Schraube 104 von der Oberseite des Gehäuseteils
100 durch den Hohlraum geführt und mit einem Gewinde 105 an der Unterseite des Gehäuseteils
101 verschraubt. Die Blattfeder 90 wird mittels der beiden Schrauben 106 mit dem Gehäuseoberteil
100 verschraubt. Die an der Unterseite des Gehäuseteils 101 montierte Platine 60 wird
über eine zusätzliche Gehäuseabdeckung 107 verdeckt, die mittels der Schrauben 108
fixiert wird.
[0040] Das montierte Lenkmodul ist in der Fahrzeugfront des erfindungsgemäßen ferngesteuerten
Spielfahrzeugs 200 anordenbar (siehe Figur 7). Dabei ist es zweckmäßig, wenn der gesamte
Aufbau des Fahrzeugs 200 modulartig ist, so daß die Fahrzeugkonstruktion durch Austausch
einzelner Modul variiert werden kann. Beispielsweise ist das erfindungsgemäße Lenkmodul
in dem Fahrzeug 200 gemäß der Darstellung aus Fig. 7 als auch in anderen Fahrzeugmodellen
einsetzbar.
[0041] Der vergleichsweise einfache Aufbau des erfindungsgemäßen Lenkmoduls reduziert die
anfallenden Produktionskosten. Zudem erhöht die erfindungsgemäße Konstruktion die
Montage und Reparaturfreundlichkeit des Lenkmoduls bzw. des ferngesteuerten Spielfahrzeugs
200. Trotz der einfachen Konstruktion wird jedoch ein realitätsnahes Fahrverhalten
des Fahrzeugs erreicht.
1. Lenkmodul für ein Spielfahrzeug, insbesondere für ein ferngesteuertes Spielfahrzeug,
mit wenigstens zwei über jeweils einen Radträger aufgehängten lenkbaren Rädern, einem
Lenkmotor sowie einem Lenkgetriebe,
dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens ein Radträger eine Verzahnung aufweist, in die das Lenkgetriebe zur Übertragung
der Lenkbewegung eingreift.
2. Lenkmodul nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindung zwischen Radträger und Getriebe die letzte Getriebestufe bildet.
3. Lenkmodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Lenkmodul eine integrierte Einzelradfederung pro Radträger aufweist.
4. Lenkmodul nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Verzahnung des Lenkgetriebes und/oder des Radträgers an den Federweg wenigstens
eines Radträgers angepaßt ist.
5. Lenkmodul nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Zahnbreite des mit dem Radträger in Eingriff stehenden Zahnrads des Lenkgetriebes
und/oder die Zahnbreite der Verzahnung am Radträger an den Federweg angepaßt ist.
6. Lenkmodul nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Federweg in axialer Richtung der Verzahnung zwischen Radaufhängung und Lenkgetriebe
verläuft.
7. Lenkmodul nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die integrierte Einzelradfederung wenigstens eine Blattfeder aufweist, wobei die
wenigstens eine Blattfeder vorzugsweise wechselbar angeordnet ist.
8. Lenkmodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Getriebeteile, insbesondere die Getriebeverzahnung, aus Kunststoff gefertigt
ist.
9. Lenkmodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Lenkmotor ein Elektroantrieb ist.
10. Lenkmodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Lenkmotor eine hohe Drehzahl, bevorzugt im Bereich zwischen 25000 U/min und 35000
U/min, besonders bevorzugt ca. 30000 U/min, und ein geringes Drehmoment, bevorzugt
im Bereich zwischen 3*10-5 und 8*10-5 Nm, besonders bevorzugt ca. 5*10-5 Nm, aufweist.
11. Lenkmodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Lenkmodul eine integrierte Lenkwinkelerfassung aufweist.
12. Lenkmodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine Elektronik zur Ansteuerung des Lenkmotors und/oder zur Auswertung der von der
Lenkwinkelerfassung bereitgestellten Signale zumindest teilweise in das Getriebegehäuse
integriert ist.
13. Lenkmodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Lenkmodul wenigstens ein Aufnahmemittel, insbesondere einen Stiftsockel, zur
Aufnahme eines Lichtmoduls für einen Fahrzeugscheinwerfer aufweist.
14. Lenkmodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Lenkgetriebe durch die Elektronik proportional ansteuerbar ist.
15. Ferngesteuertes Spielfahrzeug, insbesondere ein PKW-Rennfahrzeug, mit einem Lenkmodul
gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche.