[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung eines Polsterungsprodukts
aus Papier nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Zum Füllen von Hohlräumen beim Verpacken von Gegenständen sind aus Papierbahnen durch
Knüllen hergestellte Polsterungsprodukte, sowie Verfahren und Vorrichtungen zu ihrer
Herstellung in vielfältiger Weise bekannt. Sie basieren z.B. darauf, dass eine Papierbahn
maschinell zunächst gefaltet und dann gestaucht wird, wodurch eine Knüllung erfolgt.
Von dieser fortlaufend erzeugten geknüllten Papierbahn werden dann einzelne Abschnitte
in gewünschter Länge abgeschnitten. Dies kann mit Hilfe eines Schneidwerks in der
gleichen Vorrichtung geschehen. Vorbereitend kann die Papierbahn vor dem Knüllen auch
noch seitlich eingeschlagen werden.
[0003] So zeigt die
DE 102 42 998 A1 eine Vorrichtung zur Herstellung eines Polsterungsprodukts aus Papier, wobei die
Vorrichtung Mittel zum Knüllen einer Endlospapierbahn aufweist, um einen durch Stauchen
geknüllten Papierschlauch zu erzeugen. Dazu sind in der Vorrichtung in Förderrichtung
der Papierbahn hintereinander eine Förderwalze mit Gegenwalze und eine Knüllwalze
mit Gegenwalze angeordnet. Die Förderwalze wird im Unterschied zur Knüllwalze mit
einer höheren Umdrehungsgeschwindigkeit angetrieben, wodurch das Papier zwischen den
beiden Lagerwalzenpaaren zunächst gestaucht und anschließend durch die Knüllwalze
geknüllt wird.
[0004] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt darin, eine Vorrichtung zum Herstellen
von Polsterungsprodukten aus Papier zu schaffen, die von einem Bedienpersonal gefahrlos
bedient werden kann.
[0005] Zur Lösung der Aufgabe wird vorgeschlagen, dass eine Querschnittshöhe und eine Krümmung
eines Ausgabekanals der Vorrichtung so aufeinander abgestimmt sind, dass ein typischer
Benutzer von einer Ausgabeöffnung aus durch den Ausgabekanal hindurch ein Schneidwerk
der Vorrichtung nicht erreichen kann. Dabei versteht sich, dass der Krümmungsradius
und die Querschnittshöhe ganz allgemein Abmessungen sind, die in einer gleichen Ebene
liegen.
[0006] Das geknüllte Papier wird durch eine im Schneidwerk positionierte Abreißplatte ähnlich
dem Prinzip eines beschleunigten Fall- oder Hackbeils in vom Benutzer entnehmbare
Polsterungsabschnitte getrennt. Durch die Erfindung wird sichergestellt, dass ein
Benutzer durch das Schneidwerk nicht verletzt werden kann. Der Erfindung liegt die
Idee zu Grunde, die Vorrichtung, insbesondere den Auswurfschacht der Vorrichtung oder
Teile davon, so auszugestalten und auszubilden, dass durch ein Hineingreifen in den
Ausgabekanal des Auswurfschachts das Schneidwerk nicht erreicht werden kann. Grundgedanke
ist dabei, dass der menschliche Unterarm quasi ein starrer Stab ist, der insoweit
einem gekrümmten Kanalverlauf nicht folgen kann, wenn dessen Querschnittshöhe ausreichend
klein ist. Dabei kann die Querschnittshöhe nicht beliebig verkleinert werden, das
sonst das geknüllte Papier nicht mehr hindurchgeführt werden kann. Die erfindungsgemäße
Vorrichtung leistet somit einen wesentlichen Beitrag zur Unfallverhütung. Die vorgeschlagene
geometrische Ausgestaltung des Ausgabekanals gestattet es gleichzeitig, diesen relativ
kurz zu halten, so dass die Vorrichtung weiterhin klein baut.
[0007] Dabei kann der Ausgabekanal einen runden oder eckigen Querschnitt aufweisen; bevorzugt
ist ein flach und breit ausgebildeter rechteckiger Querschnitt. Der Ausgabekanal kann
von einem Gehäuse des Auswurfschachts derart verkleidet sein, dass sich im Gesamtbild
der Vorrichtung, ganz unabhängig von einer möglichen Komplexität des Ausgabekanals,
ein optisch ansprechendes Design ergibt.
[0008] Möglich ist auch, dass im Ausgabekanal in Förderrichtung der geknüllten Papierbahn
Lamellen angeordnet sind, die sich beim Hineingreifen über die Ausgabeöffnung in den
Ausgabekanal aufstellen und so ein weiteres Hineinfahren der Hand verhindern.
[0009] Möglich ist alternativ oder zusätzlich, dass der Auswurfschacht mindestens die Länge
eines typischen menschlichen Unterarms aufweist. So wird allein über die Längenausdehnung
des Auswurfschachts ein mögliches Hineingreifen in den Auswurfschacht bis hin zum
Schneidwerk verhindert. Diese Möglichkeit stellt eine einfache und kostengünstige
Lösung dar, die aber mehr Bauraum erfordert.
[0010] All diese Ausgestaltungen dienen dazu, die Sicherheit des Bedienpersonals beim Betreiben
der erfindungsgemäßen Vorrichtung zu erhöhen und Unfälle oder Verletzungen zu vermeiden.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Vorrichtung bevorzugt in Verpackungs- oder
Versand-Abteilungen betrieben wird, wo mehrere Personen die Vorrichtung benutzen und
nicht immer alle Personen auf das Betreiben der Vorrichtung ausführlich geschult sind.
[0011] In einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Ausgabekanal S-förmig
gekrümmt ist. Dies ermöglicht es, dass die Längsachsen des Eingangs und des Ausgangs
des Ausgabekanals wenigstens in etwa gleich ausgerichtet, also wenigstens in etwa
zueinander parallel sind. Dabei sind die Krümmungen (Radien) der S-Form derart stark
ausgebildet, dass ein menschlicher Arm der vorgegebenen Form des Ausgabekanals nicht
folgen kann. Die Krümmungen der S-Form können dabei horizontal und/oder vertikal verlaufen.
Die Krümmungen sind so gering wie möglich zu wählen, damit das geknüllte Papier dem
Verlauf des Ausgabekanals problemlos folgen kann.
[0012] Außerdem ist vorgesehen, dass ein freier, von der Vorrichtung abragender Endabschnitt
des Auswurfschachts im Wesentlichen horizontal angeordnet oder nach unten geneigt
ist. So wird realisiert, dass das ausgestoßene, geknüllte Papier automatisch zu Boden
fällt. Dort kann es bspw. in einem Behälter zunächst gesammelt werden, um es später
beim Verpacken in einer gewünschten Menge aus dem Behälter zu entnehmen. Insbesondere
bei der nach unten geneigten Ausführungsform wird zusätzlich das Risiko vermindert,
dass im Ausgabekanal geknüllte Papierstücke liegen bleiben.
[0013] Ferner ist möglich, dass der Auswurfschacht in mindestens eine seitliche, gegebenenfalls
mit einer durchsichtigen Abdeckung versehene Öffnung zum Beobachten des abgetrennten
Papierabschnitts aufweist. Dadurch können mögliche Betriebsstörungen, wie z.B. ein
Papierstau, im Auswurfschacht erkannt werden, die anschließend von einem geschulten
Servicepersonal schnell und zielgerichtet behoben werden können.
[0014] Möglich ist auch, dass der Auswurfschacht lösbar an einem Gehäuse der Vorrichtung
befestigt ist. Das Gehäuse der Vorrichtung kann dabei selbsttragend sein; es kann
aber auch ein stabiles Basisgestell umfassen, an dem der Auswurfschacht befestigt
ist. Die lösbare Befestigung kann z.B. durch eine einfache und kostengünstige Schraubverbindung
realisiert werden.
[0015] Besonders komfortabel ist, wenn die Befestigung eine Rastverbindung umfasst. Dabei
könnte das Gehäuse z.B. eine nach oben geöffnete Nut aufweisen, in die ein nach unten
gerichteter Haken des Auswurfschachts gegen die Erdschwerkraft formschlüssig eingehakt
werden kann. Auf der Gegenseite der Nut-/Hakenverbindung ist am Gehäuse die Rastverbindung
angeordnet, in die der Auswurfschacht ebenfalls formschlüssig einrastet. Ein Öffnen
der Rastverbindung kann mit einem einzigen Handgriff geschehen. Durch eine solche
Befestigung kann der Auswurfschacht bspw. zu Servicearbeiten schnell und einfach gelöst
und wieder befestigt werden und stellt eine zuverlässige Befestigung des Auswurfschachts
am Gehäuse dar.
[0016] In einer besonders sicher ausgebildeten Ausführungsform der Vorrichtung ist vorgesehen,
dass die Vorrichtung ein Sicherheitselement umfasst, das verhindert, dass die Vorrichtung
betreibbar ist, wenn der Auswurfschacht nicht am Gehäuse der Vorrichtung befestigt
ist. Dabei kann das Sicherheitselement einen Schalter, beispielsweise einen Magnetschalter
o.ä., umfassen, der an einer Auflagefläche des Auswurfschachts am Gehäuse angeordnet
ist. Nur bei am Gehäuse anliegendem Auswurfschacht wird durch den Schalter ein Stromkreis
zum Betreiben der erfindungsgemäßen Vorrichtung geschlossen.
[0017] Das Sicherheitselement kann alternativ auch z.B. einen an der Auflagefläche des Auswurfschachts
am Gehäuse angeordneten Sensor, z.B. ein Drucksensor, oder eine dort angeordnete Fotodiode
umfassen. Nur wenn das Sicherheitselement den am Gehäuse angeordneten Auswurfschacht
ermittelt, wird der Stromkreis geschlossen.
[0018] Weitere Merkmale, Anwendungsmöglichkeiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich
aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels der Erfindung, das in
der Zeichnung dargestellt ist. Dabei bilden alle beschriebenen oder dargestellten
Merkmale für sich oder in beliebiger Kombination den Gegenstand der Erfindung.
[0019] In der Zeichnung zeigen:
- Figur 1
- eine stark schematisierte Seitenansicht wesentlicher Komponenten einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung zur Herstellung eines Polsterungsprodukts aus Papier;
- Figur 2
- eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Herstellung eines Polsterungsprodukts
aus Papier;
- Figur 3
- eine perspektivische Ansicht der Vorrichtung aus Figur 2;
- Figur 4
- eine perspektivische Ansicht eines Knüllwerks der erfindungsgemäßen Vorrichtung;
- Figur 5
- eine Ansicht von oben des Knüllwerks aus Figur 4;
- Figur 6
- eine Seitenansicht des Knüllwerks aus Figur 4 oder 5;
- Figur 7
- eine Draufsicht auf ein Schneidwerk der erfindungsgemäßen Vorrichtung von einer ersten
Seite; und
- Figur 8
- eine Draufsicht auf ein Schneidwerk der erfindungsgemäßen Vorrichtung von einer zweiten
Seite.
[0020] Figur 1 zeigt eine stark schematisierte Seitenansicht wesentlicher Komponenten einer
erfindungsgemäßen Vorrichtung 10 zur Herstellung eines Polsterungsprodukts aus Papier.
Figur 2 zeigt eine perspektivische Seitenansicht der Vorrichtung 10 von außen; Figur
3 zeigt eine perspektivische Ansicht der Vorrichtung 10 aus Figur 2 schräg von oben.
[0021] Die Vorrichtung 10 umfasst im Wesentlichen ein Papierlager 12, einen Falttisch 14,
ein Knüllwerk 16, ein Schneidwerk 18 und einen Auswurfschacht 20. Wie aus den Figuren
2 und 3 ersichtlich ist, werden der Falttisch 14, das Knüllwerk 16 und das Schneidwerk
18 zumindest teilweise von einem Gehäuse 22 umschlossen. Dabei kann das Gehäuse 22
selbsttragend sein; es kann aber auch ein stabiles Basisgestell umfassen. Das Gehäuse
22 ist mehrteilig, damit die im Gehäuse 22 angeordneten Einrichtungen, z.B. über verschließbare
Türen, zugänglich sind. Die Vorrichtung 10 ist über ein Fahrgestell 24 auf Rollen
gelagert, um die Vorrichtung 10 örtlich bewegbar auszugestalten.
[0022] Das Papierlager 12 kann zwei Papierrollen 26a und 26b mit Endlospapier umfassen,
wobei in den Figuren 2 und 3 nur die Papierrolle 26a dargestellt ist. Jede Papierrolle
26a und 26b kann ein Gewicht von einigen 100 kg aufweisen. Im Ruhezustand der Vorrichtung
10 sind die Papierrollen 26a und 26b zweifach drehbar gelagert. Einerseits liegen
die Papierrollen 26a und 26b auf einem Paar von drehbaren Lagerwalzen 28a beziehungsweise
28b, andererseits liegen sie auf einer schrägen Auflagefläche 30a beziehungsweise
30b. Die beiden Auflageflächen 30a und 30b sind mit einem Material beschichtet oder
aus einem solchen hergestellt, welches einen hohen Reibungswiderstand aufweist.
[0023] Über Umlenkwalzen 32a und 32b wird eine Papierbahn 34 dem Falttisch 14 zugeführt.
Im Falttisch 14 sind eine Vielzahl von Durchgangsöffnungen 36 vorgesehen.
[0024] Der Falttisch 14 dient zusammen mit einer in der Zeichnung nicht dargestellten seitlichen
Führung dazu, die Ränder der flachen Papierbahn 34 umzuschlagen, um so einen flachen
Papierschlauch zu bilden. Bei dem Transport der Papierbahn 34 auf dem Falttisch 14
wird Luft durch die Durchgangsöffnungen 36 in einen Spalt zwischen die Papierbahn
34 und dem Falttisch 14 mitgerissen, sodass die Papierbahn 34 auf einem Luftkissen
liegt. Hierdurch wird der Widerstand zwischen der Papierbahn 34 und dem Falttisch
14 reduziert.
[0025] In Förderrichtung 38 der Papierbahn 34 schließt sich an den Falttisch 14 das Knüllwerk
16 an. Die Figuren 4 und 5 zeigen das Innere des Knüllwerks 16 im Detail. Figur 4
zeigt dabei das Knüllwerk 16 in einer perspektivischen Ansicht schräg von der Seite;
Figur 5 zeigt das Knüllwerk 16 bei einer Sicht von oben. Das Knüllwerk 16 umfasst
in Förderrichtung 38 gesehen zunächst eine Förderwalze 40 und dann eine Knüllwalze
42. Der Förderwalze 40 und der Knüllwalze 42 ist jeweils eine Gegenwalze 44, 46 zugeordnet.
[0026] Die Förderwalze 40 und die Knüllwalze 42 werden von einem gemeinsamen Antriebsmotor
48 über einen Antriebsriemen 50 angetrieben. Bei dem Antriebsmotor 48 handelt es sich
bevorzugt um einen sogenannten Stepmotor. Der Stepmotor bietet den Vorteil, dass er
in seiner Geschwindigkeit sehr genau regelbar ist und ohne wesentliche Nachlaufzeit
anzuhalten ist. Auch ein Rückwärtslauf ist bei Bedarf problemlos möglich.
[0027] Die Förderwalze 40 und die Knüllwalze 42 können in ihren geometrischen Abmessungen,
in der Ausbildung der Umfangsflächen sowie im zur Herstellung verwendeten Material
identisch sein. Dabei können beide Walzen 40, 42 zumindest bereichsweise eine profilierte,
z.B. geriffelte, Umfangsfläche aufweisen, so wie es die Figuren 4 und 5 zeigen. Auch
die beiden Gegenwalzen 44, 46 können, wie es insbesondere Figur 4 zeigt, identisch
ausgeführt sein. Sie können beide z.B. eine gummierte Umfangsfläche aufweisen. Die
Gegenwalzen 44, 46 können aber auch in einer nicht dargestellten Ausführungsform zur
Förderwalze 40 bzw. zur Knüllwalze 42 identisch sein, so dass alle vier Walzen 40,
42, 44 und 46 identisch sind.
[0028] Die Förderwalze 40 und die Knüllwalze 42 weisen gemäß der Figuren 4 und 5 eine umlaufende
Nut 52 auf. In der Nut 52 kann sich einerseits ein Abrieb insbesondere von der Papierbahn
34 sammeln. Die Nut 52 verhindert so, dass sich ein ungewollter Belag auf der Umfangsfläche
der Förderwalze 40 und der Knüllwalze 42 bildet. Andererseits bietet die Nut 52 einen
Ausweichraum für den geknüllten Papierschlauch 34 während der Bearbeitung.
[0029] Der Förderwalze 40 und der Knüllwalze 42 ist jeweils ein Riemenrad 54, 56 zum Antrieb
über den Antriebsriemen 50 zugeordnet. In der konkreten Ausführungsform der Figuren
5 und 6 umfasst das Knüllwerk 16 zwei seitliche Halteplatten 58 und 60, die über Querstreben
62 miteinander verbunden sind, wodurch eine käfigartige und selbsttragende Gehäusekonstruktion
für das Knüllwerk 16 geschaffen wird. Sowohl die Förderwalze 40 als auch die Knüllwalze
42 sind drehfest auf drehbaren Lagerwellen 64, 66 gelagert, deren Enden wiederum in
den Halteplatten 58, 60 drehgelagert sind. Der Antriebsmotor 48 ist im Inneren des
Knüllwerks 16 angeordnet. Seine Antriebswelle 68 durchdringt die in Figur 5 rechte
Halteplatte 60 nach außen. Auf dem Außenende der Antriebswelle 68 ist drehfest mit
ihr ein Antriebs-Riemenrad 70 angeordnet.
[0030] Die Lagerwelle 64 der Förderwalze 40 durchdringt die Halteplatten 58 und 60. Auf
einem Außenende der Lagerwelle 64 an der Halteplatte 60 ist ein Riemenrad 72 angeordnet.
Dieses ist über einen Antriebsriemen 74 mit dem Antriebs-Riemenrad 70 des Antriebsmotors
48 gekoppelt (siehe Figur 6). Das entgegengesetzte Außenende der Lagerwelle 64 der
Förderwalze 40 durchdringt die Halteplatte 58. Auf ihm ist das Riemenrad 54 angeordnet.
Das daneben liegende Außenende der Lagerwelle 66 der Knüllwalze 42 durchdringt ebenfalls
die Halteplatte 58. Auf ihm ist das Riemenrad 56 angeordnet. Die beiden Riemenräder
54 und 56 sind über den Antriebsriemen 50 miteinander gekoppelt.
[0031] Durch die unterschiedlichen Durchmesser der beiden Riemenräder 54 und 56 wird bewirkt,
dass die Förderwalze 40 mit etwa 1,5-facher Geschwindigkeit der Knüllwalze 42 dreht.
Dabei ist es in einer anderen Ausführungsform auch denkbar, dass die Knüllwalze 42
und das ihr zugeordnete Riemenrad 56 sowie die Förderwalze 40 und das ihr zugeordnete
Riemenrad 54 einstückig ausgebildet sind.
[0032] In einer alternativen, nicht dargestellten Ausführungsform der Vorrichtung 10 ist
es auch möglich, dass eine Antriebswelle des Antriebsmotors 48 zwei Antriebsscheiben
mit unterschiedlicher Größe aufweist, wobei eine erste Antriebsscheibe des Antriebsmotors
48 mit einem größeren Durchmesser die Förderwalze 40 antreibt und eine zweite Antriebsscheibe
des Antriebsmotors 48 mit einem kleineren Durchmesser die Knüllwalze 42 antreibt.
[0033] Beide Gegenwalzen 44, 46 sind an einer Vorspanneinrichtung 76 angeordnet. Die Gegenwalzen
44, 46 sind innerhalb der Vorspanneinrichtung 76 an einem gemeinsamen rahmenartigen
Träger 78 gelagert, der gegenüber den Querstreben 62 mittels zwei voneinander beabstandeten
einstellbaren Federelementen 80 federnd abgestützt ist. Die Gegenwalzen 44, 46 erzeugen
auf diese Weise einen für jeder Gegenwalze einstellbaren Druck auf die Umfangsfläche
der Förderwalze 40 bzw. der Knüllwalze 42 und weisen keinen eigenen Antrieb auf.
[0034] In Förderrichtung 38 der Papierbahn 34 schließt sich an das Knüllwerk 16 das Schneidwerk
18 an, welches ebenfalls als modulare Einheit auf einer eigenen Grundplatte 82 ausgebildet
ist. Die Figuren 7 und 8 zeigen jeweils eine Draufsicht auf das Schneidwerk 18 von
zwei gegenüberliegenden Seiten, wobei Figur 7 das eigentliche Schneidwerk 18 und Figur
8 einen Antrieb 84 des Schneidwerks 18 zeigt. Man erkennt, dass die Förderrichtung
im Schneidwerk 18 gegenüber der Förderrichtung im Knüllwerk 16 in einem Winkel, vorliegend
von ca. 90°, steht.
[0035] Der Antrieb 84 ist als kulissengesteuerter Exzenterantrieb ausgebildet. Der Antrieb
84 umfasst einen wiederum als Stepmotor ausgebildeten Antriebsmotor 86, der auf der
in Figur 7 gezeigten Seite des Schneidwerks 18 angeordnet ist und über drei Zahnräder
88, 90 und 92 und zwei Zahnriemen 94, 96 einen Kulissenexzenter 98 antreibt, der über
einen Zapfen 99 verschieblich in einen Schlitz 101 in einem Pleuel 100 eingreift und
so mit einer Kulissenrolle 102 verbunden ist. Diese wiederum ist mit einem Schlitten
gekoppelt, der in einem in der Gehäuseplatte 82 vorhandenen Längsschlitz 104 linear
geführt und mit einer linear geführten Klemmplatte 106 verbunden ist. Diese ist unterhalb
einer rechteckigen Öffnung 108 in der Gehäuseplatte 82 angeordnet, an deren Oberseite
eine im Betrieb mit der Klemmplatte 106 zusammenwirkende stationäre Gegenfläche 110
vorhanden ist.
[0036] Ferner umfasst das Schneidwerk 18 eine oberhalb von der Öffnung 108 angeordnete Abreißplatte
112 mit einer leicht schräg angestellten und mit Abreiszähnen versehenen Abreißkante
114. Die Abreißplatte 112 ist über zwei seitliche und an der Gehäuseplatte 82 linear
geführte Schubstangen 116 mit einem beweglichen Querträger 118 verbunden, der wiederum
über ein Pleuel 120 mit dem Zahnrad 92 bzw. dem Kulissenexzenter 98 verbunden ist.
Die Schubstangen 116 sind dabei auch Teil der Linearführung der Klemmplatte 106. Die
Abreißplatte 112 ist dabei in einer Ausnehmung 122 geführt (siehe Figur 1).
[0037] Weiterhin - in Förderrichtung 38 der Papierbahn 34 gesehen - schließt sich an das
Schneidwerk 18 der Auswurfschacht 20 an (Figuren 1 bis 3). Der Auswurfschacht 20 weist
im Inneren einen länglichen und vorliegend S-förmig gekrümmten Ausgabekanal 124 (siehe
Figur 1) auf. Ein freier, von der Vorrichtung 10 abragender Endabschnitt des Auswurfschachts
20 ist im Wesentlichen horizontal angeordnet oder nach unten geneigt. Die Krümmung
K und die Weite W des Ausgabekanals 124 sind so gewählt, dass eine Person nicht mit
den Fingerspitzen einer Hand durch eine Ausgabeöffnung 123 in den Ausgabekanal 124
bis zum Schneidwerk 18 vordringen kann. Dies kann noch dadurch unterstützt werden,
indem der Auswurfschacht 20 mindestens die Länge eines typischen menschlichen Unterarms
aufweist.
[0038] Der Auswurfschacht 20 ist lösbar am Gehäuse 22 befestigt. Die Befestigung kann z.B.
eine Schraubverbindung (siehe Schrauben 125 in den Figuren 2 und 3) oder eine Rastverbindung
umfassen. Bei Verwendung der Rastverbindung (nicht dargestellt) kann das Gehäuse 22
z.B. eine nach oben geöffnete Nut aufweisen, in die ein nach unten gerichteter Haken
des Auswurfschachts 20 gegen die Erdschwerkraft formschlüssig eingehakt werden kann.
Auf der Gegenseite der Nut-/Hakenverbindung ist die Rastverbindung angeordnet, in
die der Auswurfschacht 20 ebenfalls formschlüssig einrastet.
[0039] Zur Verbesserung von Unfallverhütungsmaßnahmen kann die Vorrichtung 10 ein Sicherheitselement
(nicht dargestellt) umfassen, das verhindert, dass die Vorrichtung 10 betreibbar ist,
wenn der Auswurfschacht 20 nicht am Gehäuse 22 befestigt ist. Dabei kann das Sicherheitselement
z.B. einen Schalter, einen Drucksensor oder eine Fotozelle umfassen, wobei das Sicherheitselement
an einer Auflagefläche des Auswurfschachts 20 am Gehäuse 22 angeordnet ist. Nur bei
am Gehäuse 22 anliegendem Auswurfschacht 20 wird durch das Sicherheitselement ein
Stromkreis zum Betreiben der erfindungsgemäßen Vorrichtung 10 geschlossen.
[0040] In der Nähe der Papierrollen 26a und 26b ist ein Schalter 126 zum Ein- und Ausschalten
der Vorrichtung 10 angeordnet, der bevorzugt in der Art eines Tasters manuell betätigt
werden kann und mit einer in der Zeichnung nicht gezeigten Steuerung der Vorrichtung
10 verbunden ist.
[0041] Die Vorrichtung 10 arbeitet folgendermaßen: Die Papierbahn 34 wird durch Einschalten
des Antriebsmotors 48 von der Papierrolle 26a durch die Förderwalze 40 mit ihrer Gegenwalze
44 abgezogen. Durch die in Figur 1 im Wesentlichen nach oben gerichtete Zugkraft der
Papierbahn 34 auf die Papierrolle 26a hebt diese leicht von der Auflagefläche 30a
ab (siehe gestrichelte Kreislinie 128), so dass die Papierrolle 26a im Wesentlichen
nur noch auf der Lagerwalze 28a aufliegt und somit mit geringem Widerstand gedreht
werden kann. Wird der Antrieb der Papierbahn 34 unterbrochen, beispielsweise bei einem
Papierriss, fällt die Papierrolle 26a auf die Auflagefläche 30a zurück. Durch die
Reibung zwischen der Auflagefläche 30a und der Papierrolle 26a wird die Drehung der
Papierrolle 26a stark abgebremst. Ein aufgrund der Massenträgheit mögliches Weiterdrehen
der Papierrolle 26a wird verhindert oder zumindest stark vermindert.
[0042] Dadurch, dass in der Vorrichtung 10 zwei Papierrollen 26a und 26b gelagert werden
können, kann die Vorrichtung 10 vergleichsweise lange betrieben werden, ohne dass
aus einem externen Lager eine neue Papierrolle herangeschafft werden muss. Ist das
Papier der Papierrolle 26a verbraucht, kann darüber hinaus die Papierrolle 26b sofort
verwendet werden, sie muss hierzu nicht aus ihrer Lagerposition herausgehoben werden.
Dies ist in der Zeichnung durch eine gestrichelte Linie 130 dargestellt. Möglich ist
im Übrigen auch, dass gleichzeitig von beiden Papierrollen 26a und 26b Papier abgezogen
wird, also eine doppellagige Papierbahn 34 in der Vorrichtung 10 verarbeitet wird.
[0043] Zum Einführen der Papierbahn 34 in die Vorrichtung 10, beispielsweise nach einem
Papierriss oder wenn eine neue Papierrolle 26a oder 26b angefangen wird, dient unter
anderem auch der Taster 126. Durch eine Betätigung des Tasters 126 wird der Antriebsmotor
48 kurz in Bewegung gesetzt, wodurch das Einfädeln erleichtert wird. Durch die Anordnung
des Tasters 126 direkt in der Nähe der Papierrollen 26a und 26b wird das Einfädeln
erleichtert und beschleunigt. Der Taster 126 kann auch dazu dienen, das Knüllwerk
16 kurz rückwärts laufen zu lassen, um einen eventuell vorhandenen Papierstau zu entfernen.
[0044] Das Knüllen des Papierschlauchs 34 im Knüllwerk 16 wird in an sich bekannter Weise
durch die mit unterschiedlichen Umdrehungsgeschwindigkeiten drehenden Förderwalze
40 und Knüllwalze 42 und den jeweils mitdrehenden Gegenwalzen 44, 46 erzielt.
[0045] Die gestauchte und geknüllte Papierbahn 34 wird dann dem Schneidwerk 18 zugeführt.
Auf Anforderung des Bedienpersonals wird durch den oben beschriebenen Exzenterantrieb
84 zunächst die Klemmplatte 106 gegen die Gegenfläche 110 bewegt und die geknüllte
Papierbahn 34 hierdurch zwischen Klemmplatte 106 und Gegenfläche 110 verklemmt. Durch
die weitere Drehung des Zahnrads 92 wird die Abreißplatte 112 in den geklemmten und
geknüllten Papierschlauch 34 hinein bewegt und dieser hierdurch getrennt. Durch Weiterdrehen
des Exzenterantriebs 84 ziehen sich die Abreißplatte 112 und danach die Klemmplatte
106 zurück. Eine komplette Klemm- und Abreißsequenz wird durch eine 360°-Drehung des
Zahnrads 92 und des Kulissenexzenters 98 bewirkt.
[0046] Die geknüllte und abgetrennte Papierbahn 34 wird durch die nachfolgende Papierbahn
in den Ausgabekanal 124 des Auswurfschachts 20 hinein bewegt. Die vom Schneidwerk
18 abgetrennten gestauchten Papierbahnen 34 können dann am abragenden Ende des Auswurfschachtes
20 entnommen werden. Durch die langgestreckte S-Form des Auswurfschachtes 20 ist es
unmöglich, mit dem Arm und der Hand beispielsweise bei einem Papierstau in den Auswurfschacht
20 soweit hineinzugreifen, dass die Gefahr besteht, dass die Hand bis in den Bereich
des Schneidwerks 18 gelangt.
1. Vorrichtung (10) zur Herstellung eines Polsterungsprodukts aus Papier, mit einem Knüllwerk
(16), welches eine Papierbahn (34) staucht und/oder knüllt, einem in Förderrichtung
(38) gesehen danach angeordneten Schneidwerk (18), welches einen Abschnitt des geknüllten
Papiers abtrennt, und einem Auswurfschacht (20) mit einem Ausgabekanal (124), der
den abgetrennten Papierabschnitt zu einer Ausgabeöffnung (123) des Ausgabekanals (124)
führt, dadurch gekennzeichnet, dass eine Querschnittshöhe (W) und eine Krümmung (K) des Ausgabekanals (124) so aufeinander
abgestimmt sind und/oder eine Länge des Ausgabekanals (124) so gewählt ist, dass ein
typischer Benutzer von der Ausgabeöffnung (123) aus durch den Ausgabekanal (124) hindurch
das Schneidwerk (18) nicht erreichen kann.
2. Vorrichtung (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausgabekanal (124) S-förmig gekrümmt ist.
3. Vorrichtung (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein freier, von der Vorrichtung (10) abragender Endabschnitt des Auswurfschachts
(20) im Wesentlichen horizontal angeordnet oder nach unten geneigt ist.
4. Vorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Auswurfschacht (20) mindestens eine seitliche, gegebenenfalls mit einer durchsichtigen
Abdeckung versehene Öffnung aufweist.
5. Vorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Auswurfschacht (20) lösbar an einem Gehäuse (22) der Vorrichtung (20) befestigt
ist.
6. Vorrichtung (10) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigung eine Rastverbindung umfasst.
7. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass sie ein Sicherheitselement umfasst, das verhindert, dass die Vorrichtung (10) betreibbar
ist, wenn der Auswurfschacht (20) nicht am Gehäuse (22) der Vorrichtung (10) befestigt
ist.