[0001] Die Erfindung betrifft einen Schneidkopf für ein Pfahlrohr, welches zum Bilden eines
Gründungselementes in den Boden, insbesondere in einen Gewässergrund, einbringbar
ist. Die Erfindung betrifft des Weiteren ein Pfahlrohr und eine Vorrichtung zum Erstellen
eines Gründungselementes im Boden.
[0002] Ein Pfahlrohr zum Einbringen in einen Gewässergrund ist beispielsweise in der
WO 2010/015799 A2 beschrieben. Hierbei wird mittels Hochdruckinjektion ein Loch im Gewässergrund erstellt,
in welches das Pfahlrohr abgesenkt wird.
[0003] Ein Verfahren zum Einbringen eines Rohres in einen Gewässergrund ausgehend von einer
Schwimmplattform ist in der
US 3,672,447 beschrieben.
[0004] Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, einen Schneidkopf für ein Pfahlrohr, ein Pfahlrohr und eine Vorrichtung
zum Erstellen eines Gründungselementes bereitzustellen, welche ein wirtschaftliches
Einbringen und eine sichere Verankerung des Pfahlrohres ermöglichen.
[0005] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Schneidkopf mit den Merkmalen des Anspruchs
1, ein Pfahlrohr mit den Merkmalen des Anspruchs 6 und eine Vorrichtung mit den Merkmalen
des Anspruchs 9 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind in den abhängigen
Ansprüchen angegeben.
[0006] Der Schneidkopf umfasst erfindungsgemäß eine ringförmige Abtragseinrichtung zum Abtragen
von Bodenmaterial, einen Anschlussbereich zum Anschließen eines rohrförmigen Grundkörpers
des Pfahlrohres und einen Mischabschnitt zwischen der Abtragseinrichtung und dem Anschlussbereich
zum Mischen eines zugeführten, aushärtbaren Mediums mit abgetragenem Bodenmaterial.
Des Weiteren ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass an dem Mischabschnitt seitliche
Öffnungen ausgebildet sind, durch welche das mit dem abgetragenen Bodenmaterial vermischte,
aushärtbare Medium aus einem Innenraum des Schneidkopfes radial nach außen aus dem
Schneidkopf heraus leitbar ist.
[0007] Durch das radiale Einleiten des Verfüllmaterials in einen ringförmigen Raum außerhalb
des Pfahlrohres zwischen der Pfahlrohraußenwand und dem umgebenden Boden kann eine
besonders zuverlässige Verankerung des Pfahlrohres im Boden erzielt werden.
[0008] Ein Grundgedanke der Erfindung kann folglich darin gesehen werden, einen Schneidkopf
mit einem Mischraum zum Herstellen einer Mischung aus abgetragenem Bodenmaterial und
einem weiteren Medium bereitzustellen und den Mischraum mit seitlichen Öffnungen zum
Hindurchleiten der hergestellten Mischung zu versehen.
[0009] Vorzugsweise ist eine Mehrzahl von Öffnungen in Umfangsrichtung verteilt angeordnet.
Des Weiteren können auch mehrere Öffnungen axial übereinander angeordnet sein. Durch
die Öffnungen gelangt das aushärtbare Medium oder Verfüllmaterial in einen ringförmigen
Bereich außerhalb des Pfahlrohres, wo es nach Aushärtung das Pfahlrohr sicher im Boden
verankert.
[0010] Der erfindungsgemäße Schneidkopf lässt sich mit besonderem Vorteil zusammen mit einer
Bohreinrichtung zum Ausbohren des Pfahlrohres verwenden, welche ein Bohrwerkzeug und
eine darüber angeordnete Mischeinrichtung aufweist. Die Mischeinrichtung kann ein
oder mehrere Mischflügel umfassen, die insbesondere drehend angetrieben sein können.
Mittels der Mischflügel lässt sich das abgetragene Bodenmaterial mit einem zugeführten,
aushärtbaren Medium vermischen, wobei aus dem abgetragenen Bodenmaterial und dem aushärtbaren
Medium ein Verfüllmaterial zum Verfüllen des Pfahlrohres gebildet wird.
[0011] Zum Aufnehmen der Mischeinrichtung ist in dem Schneidkopf ein Mischabschnitt oder
Mischraum ausgebildet. Der insbesondere zylinderförmige Mischabschnitt oder Mischraum
weist in seiner Außenwand eine Mehrzahl von Öffnungen auf, durch welche das in dem
Mischraum hergestellte Verfüllmaterial, insbesondere durch eine Drehbewegung der Mischflügel,
radial nach außen in einen Ringraum zwischen Schneidkopf und umgebendem Boden gefördert
werden kann.
[0012] Die seitlichen Öffnungen in der Zylinderwand des Schneidkopfes sind vorzugsweise
groß dimensioniert, so dass zuverlässig ausreichend Verfüllmaterial in den äußeren
Ringraum gelangen kann. Hierzu überstreichen die Öffnungen in Umfangsrichtung vorzugsweise
eine Fläche von mindestens 30%, besonders bevorzugt von mindestens 50%. Zwischen einzelnen
Öffnungen sind Stege gebildet, wobei die Öffnungen vorzugsweise eine größere Breite
in Umfangsrichtung aufweisen als die dazwischenliegenden Stege.
[0013] Zur Verbesserung der Mischwirkung im Zusammenspiel mit der Bohreinrichtung ist es
bevorzugt, dass an einer Innenwand des Mischabschnittes mindestens ein feststehendes
Mischelement angeordnet ist. Das Rühr- oder Mischelement kann eine radial vorstehende
Ausstülpung oder ein Blech sein.
[0014] Vorzugsweise sind an einer Innenwand des Mischabschnitts in Umfangsrichtung verteilt
mehrere feststehende Mischelemente oder Mischbleche angeordnet. Die Mischelemente
können mit Vorteil so angeordnet sein, dass sie sich bei einer eingesetzten Bohreinrichtung
mit Mischflügeln unmittelbar oberhalb und/oder unterhalb der Mischflügel befinden.
Auf diese Weise lässt sich im Zusammenspiel mit den vorzugsweise drehend angetriebenen
Mischflügeln der Bohreinrichtung eine besonders effiziente Durchmischung realisieren.
[0015] Eine gute Mischwirkung in Zusammenspiel mit einer effizienten Förderung des Verfüllmaterials
durch die seitlichen Öffnungen aus dem Schneidkopf heraus wird dadurch erzielt, dass
die Mischbleche auf Höhe der Öffnungen angeordnet sind, vorzugsweise an den zwischen
den Öffnungen gebildeten Stegen. Besonders vorteilhaft ist es, wenn zwischen den Öffnungen
jeweils mindestens zwei axial zueinander versetzte Mischelemente angeordnet sind,
zwischen welchen sind die drehenden Mischflügel der Bohreinrichtung bewegen können.
Die axial versetzten Mischelemente können dabei auch als einstückige Elemente mit
einer mittigen Auskehlung gestaltet sein.
[0016] Des Weiteren ist es erfindungsgemäß bevorzugt, dass an einem unteren Bereich des
Schneidkopfes ein Anschlag vorgesehen ist, an welchem eine in den Schneidkopf eingesetzte
Bohreinrichtung axial abstützbar ist. Durch den Anschlag kann eine definierte Position
eines in den Schneidkopf eingesetzten Bohrwerkzeugs festgelegt werden, so dass Schneidkopf
und darin eingesetztes Bohrwerkzeug gemeinsam mit einer definierten relativen Position
zueinander abgeteuft werden können. Dies ermöglicht einen effizienten Bodenabtrag
und ein zuverlässiges Einbringen des Pfahlrohres in den Boden. Zudem kann durch das
gemeinsame Abteufen von Pfahlrohr und darin angeordneter Bohreinrichtung der Mischvorgang
in einer definierten axialen Höhe des Pfahlrohres beziehungsweise Schneidkopfes erfolgen.
Vorzugsweise ist diese Höhe so definiert, dass die seitlichen Öffnungen auf Höhe der
Mischeinrichtung ausgebildet sind.
[0017] Vorzugsweise ragt die ringförmige Schneideinrichtung des Schneidkopfes nach innen
gegenüber dem Mischabschnitt vor. Die Schneideinrichtung, welche auch als Schneidring
bezeichnet werden kann, bildet einen stabilen, unteren Abschluss des Schneidkopfes
und kann mit einer Mehrzahl von ringförmig angeordneten Bodenabtragselementen ausgestattet
sein. Der Anschlag für die Bohreinrichtung kann insbesondere an dem Schneidring ausgebildet
sein.
[0018] Das erfindungsgemäße Pfahlrohr umfasst einen erfindungsgemäßen Schneidkopf und einen
rohrförmigen Grundkörper des Pfahlrohres, welcher an den Schneidkopf angeschlossen
ist. Der rohrförmige Grundkörper, welcher die überwiegende Länge des Pfahlrohres bildet,
kann grundsätzlich aus mehreren, miteinander verbindbaren Pfahlrohrsegmenten zusammengesetzt
sein und auch als Pfahlrohrgrundkörper bezeichnet werden.
[0019] Vorzugsweise weist der rohrförmige Grundkörper des Pfahlrohres seitliche Öffnungen
auf. Diese können, wie auch die seitlichen Öffnungen im Schneidkopf, dazu dienen,
ein aushärtbares Medium oder ein Verfüllmaterial zum Verfüllen des Pfahlrohres in
einen ringförmigen Außenbereich zwischen dem Pfahlrohr und dem umgebenden Boden zu
leiten.
[0020] Eine wirksame Verfüllung des Ringraums außerhalb des Pfahlrohres kann dadurch erzielt
werden, dass die seitlichen Öffnungen in einem unteren Bereich des rohrförmigen Grundkörpers
des Pfahlrohres ausgebildet sind.
[0021] Ein wirksamer Verfüllbereich außerhalb des Pfahlrohres zum sicheren Verankern des
Pfahlrohres kann dadurch bereitgestellt werden, dass der rohrförmige Grundkörper des
Pfahlrohres, zumindest abschnittsweise, einen geringeren Außendurchmesser aufweist
als der Schneidkopf. Hierdurch wird durch den Schneidkopf ein größeres Loch im Boden
freigeschnitten, als für das restliche Pfahlrohr, also den rohrförmigen Grundkörper,
eigentlich erforderlich wäre. Der hierdurch gebildete Ringraum oberhalb des Schneidkopfes
kann dann mit dem aushärtbaren Medium beziehungsweise Verfüllmaterial verfüllt werden,
so dass eine besonders sichere Verankerung entsteht.
[0022] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Erstellen eines Gründungselementes im Boden,
insbesondere in einem Gewässergrund, umfasst ein erfindungsgemäßes Pfahlrohr und eine
Bohreinrichtung mit einem drehend antreibbaren Bohrwerkzeug zum Abtragen von Bodenmaterial
innerhalb des Pfahlrohres. Die Bohreinrichtung kann vorzugsweise als separate Einheit
in das Pfahlrohr eingesetzt oder auf dieses aufgesetzt werden und umfasst einen Drehantrieb
für ein Bohrgestänge, welches sich durch das Pfahlrohr hindurch erstreckt und an seinem
unteren Ende das Bohrwerkzeug aufweist.
[0023] Vorzugsweise weist die Bohreinrichtung oberhalb des Bohrwerkzeugs eine Mischeinrichtung
auf, welche mindestens einen drehend antreibbaren Mischflügel umfasst, mit welchem
das von dem Bohrwerkzeug abgetragene Bodenmaterial innerhalb des Pfahlrohres mit einem
zugeführten, aushärtbaren Medium zum Bilden eines Verfüllmaterials vermischbar ist.
Durch das Verfüllen des Pfahlrohres kann ein das Pfahlrohr und das Verfüllmaterial
umfassendes Gründungselement hergestellt werden.
[0024] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen, welche
in den beiliegenden, schematischen Figuren dargestellt sind, weiter beschrieben. In
den Figuren zeigt:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Pfahlrohres mit einem erfindungsgemäßen
Schneidkopf;
- Fig. 2
- eine Querschnittsansicht eines erfindungsgemäßen Pfahlrohres mit einem erfindungsgemäßen
Schneidkopf;
- Fig. 3
- eine erfindungsgemäße Bohreinrichtung zum Einsetzen in ein Pfahlrohr; und
- Fig. 4
- eine Ansicht von unten eines erfindungsgemäßen Pfahlrohres mit einer darin eingesetzten
Bohreinrichtung.
[0025] Gleiche oder gleich wirkende Elemente sind in sämtlichen Figuren mit denselben Bezugszeichen
gekennzeichnet.
[0026] Fig. 1 zeigt ein erfindungsgemäßes Pfahlrohr 20 mit einer darin eingesetzten Bohreinrichtung
40. Das Pfahlrohr 20 umfasst einen rohrförmigen Grundkörper 22 und einen daran mittels
eines Befestigungsflansches befestigten Schneidkopf 24. Der Schneidkopf 24 weist gegenüber
dem rohrförmigen Grundkörper 22 einen geringfügig vergrößerten Außendurchmesser auf.
[0027] Der untere Bereich des rohrförmigen Grundkörpers 22 ist mit einer Mehrzahl von Öffnungen
26 versehen, welche in Reihen angeordnet und in Umfangsrichtung verteilt sind. Die
Öffnungen 26 sind dazu vorgesehen, ein Verfüllmaterial aus dem Inneren des Pfahlrohres
20 in einen äußeren, ringförmigen Raum zwischen dem Pfahlrohr 20 und dem umgebenden
Boden zu leiten.
[0028] Das gesamte Pfahlrohr 20 mit Grundkörper 22 und Schneidkopf 24 ist dazu vorgesehen,
als Tragstruktur im Boden zu verbleiben. Zum Einbringen des Pfahlrohres 20 weist der
Schneidkopf 24 an seinem unteren Ende eine ringförmige Abtrags- oder Schneideinrichtung
27 oder einen Schneidring mit einer Vielzahl von Abtragselementen 28 auf. Der Schneidring
27 beziehungsweise eine untere Stirnfläche des Schneidkopfes 24 ragt nach innen gegenüber
der darüber liegenden Rohrwandung vor, weist also eine größere radiale Ausdehnung
auf als die darüber liegende Rohrwand. Die Stirnfläche und die daran angeordneten
Abtragselemente 28 erstrecken sich radial bis etwa auf Höhe des Innenumfangs des rohrförmigen
Grundkörpers 22 nach innen. Mit anderen Worten entspricht der von der Stirnfläche
beziehungsweise dem Schneidring 27 begrenzte Raum etwa dem Innenquerschnitt des rohrförmigen
Grundkörpers 22.
[0029] Der Schneidkopf 24 umfasst oberhalb der Schneideinrichtung 27 einen Mischabschnitt
36, in welchem ein Mischraum zum Mischen von abgetragenem Bodenmaterial mit einem
zugeführten, aushärtbaren Medium ausgebildet ist. An einer zylinderförmigen Mantelfläche
des Mischabschnittes 36 sind mehrere radiale Öffnungen 30 ausgebildet, welche sich
entlang des Umfangs des Schneidkopfes 24 erstrecken. Die Öffnungen 30 sind dazu vorgesehen,
das durch Mischen hergestellte Verfüllmaterial radial nach außen aus dem Pfahlrohr
20 herauszuleiten.
[0030] Die insbesondere rechteckigen Öffnungen 30 sind von vertikalen Stegen 32 in Umfangsrichtung
voneinander getrennt. Zwischen den Öffnungen 30, vorzugsweise an einer Innenseite
der Stege 32, sind jeweils feststehende Mischelemente 34 befestigt, welche nach innen
hervorragen und insbesondere als Mischbleche ausgeführt sein können. Die Mischbleche
erstrecken sich jeweils in einer radialen Ebene und sind insbesondere dazu vorgesehen,
mit drehend angetriebenen Mischflügeln 62 einer in dem Pfahlrohr 20 angeordneten Bohreinrichtung
40 zusammenzuwirken. Hierzu können, wie insbesondere in Fig. 2 zu sehen ist, vorzugsweise
zwei axial übereinander angeordnete Reihen von Mischelementen 34 vorgesehen sein,
zwischen welchen sich die drehend angetriebenen Mischflügel 62 bewegen können. Die
Mischflügel 62 bewegen sich etwa auf Höhe der Öffnungen 30.
[0031] Der Schneidkopf 24 stellt insbesondere ein separates Element dar, welches austauschbar
oder lösbar an dem Grundkörper 22 befestigt werden kann. Auf diese Weise lassen sich
herkömmliche rohrförmige Grundkörper eines Pfahlrohres mit einem erfindungsgemäßen
Schneidkopf 24 nachrüsten. Zum Verbinden des Schneidkopfes 24 mit dem Grundkörper
22 ist an einem oberen Ende des Schneidkopfes 24 ein Anschlussbereich 38 zum Anschließen
des Grundkörpers 24 vorgesehen.
[0032] Die als separate Einrichtung anzusehende Bohreinrichtung 40 umfasst einen Tragrahmen
42, welcher an dem Pfahlrohr 20 festgelegt werden kann, und ein drehend antreibbares
Bohrgestänge 46, an dessen unterem Ende ein Bohrwerkzeug 50 angeordnet ist. Zum drehenden
Antreiben des Bohrgestänges 46 ist im Bereich des Tragrahmens 42 eine Antriebseinrichtung
44, beispielsweise ein Drehmotor mit Untersetzungsgetriebe, angeordnet.
[0033] Der Tragrahmen 42 ist in der dargestellten Ausführungsform in das Pfahlrohr 20 einführbar
und in diesem mittels einer Klemmeinrichtung 48, vorzugsweise mittels Hydraulikzylindern,
festklemmbar. An Stelle einer solchen Festklemmung an der Pfahlrohrinnenwand kann
der Tragrahmen 42 aber auch an einem oberen Rand des Pfahlrohres 20 festgelegt werden.
[0034] Oberhalb des Bohrwerkzeugs 50 befindet sich eine Mischeinrichtung 60, welche vorzugsweise
mehrere drehend antreibbare Mischflügel 62 umfasst, die an dem Bohrgestänge 46 befestigt
sind. Das Bohrgestänge 46 kann teleskopierbar ausgeführt sein, so dass sich das Bohrwerkzeug
50 und die Mischflügel 62 innerhalb des Pfahlrohres 20 axial bewegen lassen. Der gelöste
Boden kann somit wirksam mit aushärtbarer Suspension vermischt werden.
[0035] Die Mischflügel 62 weisen jeweils ein Basiselement 64 auf, das an dem Bohrgestänge
46 angebracht ist, und ein an dem Basiselement 64 schwenkbar gelagertes Mischpaddel
66. Die Öffnungen 30 des Mischabschnittes 36 befinden sich etwa auf Höhe der Mischflügel
62.
[0036] Wie insbesondere der Fig. 2 zu entnehmen ist, sind die Basiselemente 64 so gestaltet,
dass sich die Bohreinrichtung 40 durch den Grundkörper 22 des Pfahlrohres 20 und an
den feststehenden Mischelementen 34 des Schneidkopfes 24 vorbei axial einführen lässt.
Dabei werden die äußeren Mischpaddel 66 eingeklappt. In einer ausgeklappten Betriebsstellung,
welche in der Fig. 2 dargestellt ist, erstrecken sich die Mischpaddel 66 von den Basiselementen
64 radial nach außen in einen radial äußeren Bereich des Schneidkopfes 24, insbesondere
zwischen die Reihen der Mischelemente 34. Das Ausklappen der Mischpaddel 66 erfolgt
insbesondere durch das nach oben strömende abgebohrte Bodenmaterial.
[0037] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung 10 zum Erstellen eines Gründungselementes im Boden
kann des Weiteren eine in den Figuren nicht dargestellte, auf den Gewässergrund aufsetzbare
Tragstruktur aufweisen. Die Tragstruktur kann insbesondere ausfahrbare Abstützfüße
zum Ausnivellieren der Tragstruktur auf dem Gewässergrund aufweisen. An der Tragstruktur
befindet sich vorzugsweise in einem unteren und einem oberen Bereich jeweils eine
Klemm- und Dreheinrichtung, mit der das Pfahlrohr 20 dreh- und/oder schwenkbar ist.
Außerdem kann in einem unteren Bereich der Tragstruktur, welche auch als Bohrgeräterahmen
bezeichnet werden kann, eine axiale Verschiebeeinrichtung vorgesehen sein, durch welche
das Pfahlrohr 20 in den Boden eingebracht werden kann.
[0038] Zum Zuführen eines aushärtbaren Mediums ist eine Zuführeinrichtung vorgesehen, welche
einen Kanal in einem Seelenrohr der Bohreinrichtung oder eine Zuführleitung am Pfahlrohr
20 aufweisen kann. Das aushärtbare Medium, welches insbesondere eine aushärtbare Flüssigkeit
oder Suspension sein kann, kann auch unter hohem Druck eingepresst werden.
[0039] Fig. 3 zeigt eine Bohreinrichtung 40 ohne Pfahlrohr 20. An einem oberen Ende der
Bohreinrichtung beziehungsweise Bohrausrüstung 40 befindet sich eine Aufhängung 43,
mit welcher die Bohreinrichtung 40, beispielsweise über ein Tragseil, in das Pfahlrohr
20 herabgelassen beziehungsweise aus diesem gezogen werden kann.
[0040] In Fig. 4 ist die ringförmige Schneideinrichtung 27 des Pfahlrohres 20 mit den Abtragselementen
28 zu sehen. Innerhalb des Schneidrings 27 ist eine kreisförmige Öffnung gebildet,
dessen Durchmesser etwa dem Innendurchmesser des rohrförmigen Grundkörpers 22 entspricht.
Das Bohrwerkzeug 50 der Bohreinrichtung 40 umfasst einen Stützring 56, an dessen Außenseite
Abstützelemente 58 zum Abstützen an dem Schneidkopf 24 vorgesehen sind. Auf diese
Weise lässt sich das Bohrwerkzeug 50 sicher innerhalb des Schneidkopfes 24 zentrieren.
Zwischen dem Stützring 56 und der Bohrachse oder dem Bohrgestänge 46 erstreckt sich
eine Mehrzahl von Leitblechen 54, an welchen jeweils mehrere Abtragselemente 52 zum
Abtragen von Boden angeordnet sind.
[0041] Zum Erstellen eines Gründungselementes im Boden, insbesondere unter Wasser, wird
zunächst die in den Figuren nicht dargestellte Tragstruktur auf den Gewässergrund
abgelassen und mittels ausfahrbarer Abstützfüße nivelliert. Mittels einer Klemm- und
Dreheinrichtung wird das Pfahlrohr 20 in den Boden eingedreht. Während des Eindrehens
und/oder Eindrückens des Pfahlrohres in den Gewässergrund löst die innenliegende Bohreinrichtung
40 den Boden und vermischt ihn mit dem über eine Zuführleitung zugeführten, aushärtbaren
Medium. Ist die gewünschte Endteufe des Pfahlrohres 20 erreicht und der Innenraum
des Pfahlrohres 20 sowie gegebenenfalls der Zwischenraum zwischen Pfahlrohr 20 und
Bohrlochwandung im Gewässergrund mit aushärtbarer Suspension verfüllt, wird die Bohreinrichtung
40 unter Drehen der Mischflügel 62 zurückgezogen und aus dem Pfahlrohr 20 entfernt.
Das Pfahlrohr 20 mit dem rohrförmigen, offenen Grundkörper 22 sowie dem unteren Schneidkopf
24 mit Abtragselementen 28 beziehungsweise Schneideinrichtung 27 verbleibt im Gewässergrund.
1. Schneidkopf für ein Pfahlrohr, welches zum Bilden eines Gründungselementes in den
Boden einbringbar ist, mit
- einer ringförmigen Abtragseinrichtung (27) zum Abtragen von Bodenmaterial,
- einem Anschlussbereich (38) zum Anschließen eines rohrförmigen Grundkörpers (22)
des Pfahlrohres (20) und
- einem Mischabschnitt (36) zwischen der Abtragseinrichtung (27) und dem Anschlussbereich
(38) zum Mischen eines zugeführten, aushärtbaren Mediums mit abgetragenem Bodenmaterial,
wobei an dem Mischabschnitt (36) seitliche Öffnungen (30) ausgebildet sind, durch
welche das mit dem abgetragenen Bodenmaterial vermischte, aushärtbare Medium aus einem
Innenraum des Schneidkopfes (24) radial nach außen aus dem Schneidkopf (24) heraus
leitbar ist.
2. Schneidkopf nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass an einer Innenwand des Mischabschnitts (36) mindestens ein feststehendes Mischelement
(34) angeordnet ist.
3. Schneidkopf nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass an einer Innenwand des Mischabschnitts (36) in Umfangsrichtung verteilt mehrere feststehende
Mischelemente (34) angeordnet sind.
4. Schneidkopf nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass an einem unteren Bereich ein Anschlag vorgesehen ist, an welchem eine in den Schneidkopf
(24) eingesetzte Bohreinrichtung (40) axial abstützbar ist.
5. Schneidkopf nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die ringförmige Abtragseinrichtung (27) nach innen gegenüber dem rohrförmigen Mischabschnitt
(36) vorragt.
6. Pfahlrohr zum Einbringen in den Boden zum Bilden eines Gründungselementes mit
- einem Schneidkopf (24) nach einem der Ansprüche 1 bis 5 und
- einem rohrförmigen Grundkörper (22), welcher an den Schneidkopf (24) angeschlossen
ist.
7. Pfahlrohr nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass der rohrförmige Grundkörper (22) seitliche Öffnungen (26) aufweist.
8. Pfahlrohr nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die seitlichen Öffnungen (26) in einem unteren Bereich des rohrförmigen Grundkörpers
(22) ausgebildet sind.
9. Vorrichtung zum Erstellen eines Gründungselementes im Boden, insbesondere in einem
Gewässergrund, umfassend ein Pfahlrohr (20) nach einem der Ansprüche 6 bis 8 und eine
Bohreinrichtung (40) mit einem drehend antreibbaren Bohrwerkzeug (50) zum Abtragen
von Bodenmaterial innerhalb des Pfahlrohres (20).
10. Vorrichtung nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Bohreinrichtung (40) oberhalb des Bohrwerkzeugs (50) eine Mischeinrichtung (60)
aufweist, welche mindestens einen drehend antreibbaren Mischflügel (62) umfasst, mit
welchem das von dem Bohrwerkzeug (50) abgetragene Bodenmaterial innerhalb des Pfahlrohres
(20) mit einem zugeführten, aushärtbaren Medium zum Bilden eines Verfüllmaterials
vermischbar ist.