[0001] Verfahren zur Herstellung eines Wandanschlusses für in Außenwände eingebaute Fenster
-oder Türrahmen und Montaqeblech zum Einsatz in diesem Verfahren.
[0002] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Wandanschlusses für in
Außenwände eingebaute Fenster -oder Türrahmen und ein Montageblech zum Einsatz in
diesem Verfahren.
[0003] Für in Außenwände eingebaute Fenster- oder Türrahmen besteht die Forderung, dass
auch die umlaufenden Fugen zwischen Fensterrahmen und Mauerwerk dauerhaft luftdicht
und schlagregendicht auszuführen sind.
[0004] Dazu ist aus dem Stand der Technik die sogenannte RAL-Montage nach DIN 18355 und
DIN 4108, Teil 7, (in Österreich ÖNORM B 5320)bekannt, bei der die Fuge zwischen Fensterrahmen
und Baukörper innenseitig diffusionsdichter als außenseitig ausgebildet ist und an
der Außenseite schlagregendicht und teilweise sogar sLauwasserdicht ausgeführt sein
muss.
[0005] Zur Herstellung einer normgerechten Fuge werden gemäß
DE 10 2010 008 877 Fugendichtbänder, also mit Klebeschichten versehene, bandförmige flexible Fensteranschlußfolien
verwendet. Diese selbstklebenden Fugendichtbänder werden vor dem Einbau des Fensterrahmens
auf die zumeist aus Kunststoff, Holz oder Aluminium gefertigten Fensterrahmenprofile
umlaufend aufgeklebt. Hierzu dient in der Regel ein doppelseitiges Klebeband auf Acrylatbasis.
[0006] Anschließend wird der Fensterrahmen in die Fensteröffnung eingesetzt und mit dem
Mauerwerk mechanisch verbunden. Danach wird aussenseitig das Fugenband mit dem Mauerwerk
verbunden. Zu diesem Zweck weisen die Fensteranschlußfolien zumeist einen mit einem
Kleber auf Butylbasis versehenen Klebestreifen auf. Die zwischen Fensterrahmen und
Baukörper bestehenden Bauanschlußfugen werden mit Montageschaum - der die Dämmfunktion
erfüllt - verfüllt. Abschließend werden die inneren Fugendichtbänder mit dem Mauerwerk
verklebt.
[0007] Alternativ dazu kann das Dichtband auch erst nach dem Einsetzen und Ausschäumen des
Fensterrahmen auf die Rahmenprofile geklebt werden.
[0008] Hierbei stellt sich immer die Herausforderung, dass durch offene Gehrungen bei mehrschaligen
Konstruktionen die durch das äussere Fugendichtband gebildete Schlagregenebene hinterlaufen
wird.
[0009] In Bereichen mit besonderes hoher Belastung durch Schlagregen oder Staunässe - üblicherweise
im unteren Rahmenbereich - wird diese Abdichtung an der Außenseite ergänzt durch eine
bituminöse Schicht, die als Anstrich, mittels Bahnen oder gleichwertigen Materialien
hergestellt werden kann, und die in einem der Montage nachfolgenden Arbeitsgang durch
den Abdichter/Schwarz-oder Dachdecker aufgebracht wird.
[0010] Die sorgfältige Verarbeitung dieser bituminösen Schicht ist eine wesentliche Voraussetzung
für die Dichtheit der Fuge.
[0011] Dabei ist es auch wesentlich, dass die Außenseite der Abdichtung eine einheitliche
Ebene bildet und keine Sprünge aufweist, welche die Haltbarkeit des Abdichtungssystems
reduzieren und das Risiko von Wasserschäden erhöhen würden. Eine einheitliche Ebene
erleichtert überdies die Arbeiten des Abdichters/Schwarz-oder Dachdeckers erheblich.
[0012] Diese sorgfältige Verarbeitung ist vor allem im Bereich des Anschlusses der Bitumenschicht
an das Dichtband an den unteren Ecken des Rahmens aufwändig und fehleranfällig.
[0013] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diesen Anschluss zu erleichtern.
[0014] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst mit einem Verfahren der eingangs genannten
Art, bei dem Fugendichtbänder vor dem Einbau des Rahmens auf die Rahmenprofile umlaufend
aufgeklebt werden und anschließend der Fensterrahmen in die Fensteröffnung eingesetzt
und mit dem Mauerwerk verbunden wird und wobei Teile der Fuge zwischen Fenster -oder
Türrahmen und Baukörper mittels bituminöser Schicht zusätzlich abgedichtet werden,
bei dem an dem Rahmen zusätzlich Montagebleche angebracht sind, an welche die Endbereiche
der bituminösen Schicht anhaften.
[0015] Mit dem erfindungsgemäßen Einsatz von Montageblechen im Anschlussbereich der bituminösen
Schicht wird die Herstellung der Abdichtung erheblich erleichtert und die Gefahr von
fehlerhaften Anschlüssen reduziert.
[0016] Darüber hinaus werden die durch Abdichter/Schwarz-oder Dachdecker verrichteten, nach
der Montage erfolgenden Arbeitsgänge der Abdichtung, d.h. die Anbringung der bituminösen
Schicht beispielsweise mittels bituminöser Anstriche, Bahnen oder gleichwertiger Materialien
dadurch erleichtert, dass die Oberflächen der Montagebleche, mit denen die bituminöse
Schicht beispielsweise mittels Flämmen verbunden wird, so angeordnet sind, dass sie
einfach erreicht werden können, insbesondere auch bei partiell vorstehenden Konstruktionen
vor dem Blendrahmen, wie z.B. Rolladenleisten.
[0017] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Detaillierte Beschreibung der Erfindung
[0018] Die Erfindung wird anhand von in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispielen
näher erläutert.
[0019] Es zeigen beispielhaft:
Figur 1 denkbare Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Montagebleche und
Fig.2a, 2b, 2c und 2d die Einbauabfolge von Montageblech und Fensterrahmen in einer
Maueröffnung, sowie
Fig.3 eine Schnittdarstellung von Fensterrahmen und Montageblech.
[0020] Wie aus Fig. 1 ersichtlich, sind verschiedene Ausgestaltungen der Montagebleche 1.
denkbar. Diese können beispielsweise als ebene Blechstreifen oder als annähernd Z-förmige
Winkel mit einem die Fuge überdeckenden, geraden oder gebogenen Steg ausgeführt sein.
[0021] Die Abfolge der erfindungsgemäßen Montage wird anhand der Figuren 2a, 2b, 2c und
2d näher erläutert.
[0022] Wie in Fig. 2a dargestellt, werden in einem ersten Verfahrensschritt das Montageblech
1 und das Fugendichtband 3 am Rahmen 4 auf der Stirnfläche mit Dichtmaterial 2 angebracht
und das Montageblech 1 vorzugsweise kraft-formschlüssig, beispielsweise mittels Schrauben
6 befestigt. Es ist aber auch denkbar, das Blech mit geeigneten gleichwertigen Befestigungsmitteln
am Rahmen zu fixieren. In den nicht durch das Montageblech 1 überdeckten Bereichen
wird das Fugendichtband 3 ausschließlich geklebt. Das Ergebnis des ersten Verfahrensschrittes
ist aus Fig. 2b ersichtlich.
[0023] Dabei ist es wesentlich, dass das Montageblech 1 am Rahmen 4 so montiert wird, dass
Teile des Montagebleches 1 mit dem ebenfalls am Fensterrahmen befestigten Fugendichtband
3 eine einheitliche Ebene der äußeren Abdichtung bilden.
[0024] Danach wird der Fensterrahmen 4 in die Fensteröffnung eingesetzt und mit dem Mauerwerk
verbunden (Fig. 2c).
[0025] Die zwischen Fensterrahmen 4 und Baukörper bestehenden Bauanschlußfugen werden mit
Montageschaum - der die Dämmfunktion erfüllt - nach Befestigen der äußeren Fugenbänder
3 am Mauerwerk verfüllt, danach werden die inneren Fugendichtbänder mit dem Mauerwerk
verklebt.
[0026] Anschließend wird durch Abdichter/Schwarz-oder Dachdecker in den Bereichen mit besonders
hohen Dichtigkeitsanforderungen, wie beispielsweise im unteren Bereich eines Fensters
eine bituminöse Schicht 5 angebracht. Dies kann z.B. mittels bituminöser Anstriche,
Bahnen oder gleichwertiger Materialien erfolgen.
[0027] Die Anbringung dieser Schicht 5 wird durch die erfindungsgemäßen Montagebleche 1
erheblich vereinfacht.
[0028] Es ist dabei wesentlich, dass auch die bituminöse Schicht 5 zumindest annähernd in
der durch Montageblech 1 und Fugendichtband 3 gebildeten einheitlichen Ebene der äußeren
Abdichtung liegt.
[0029] Wie aus der Fig. 3 ersichtlich, kann diese Anbindung hinter der vorderen Ebene des
Rahmens 4 erfolgen, sodass die beim Stand der Technik durch die übliche Anbindung
der bituminösen Schicht 5 an der Außenseite des Rahmens 4 entstehenden Sprünge in
der Abdichtungsebene und damit Schwachstellen der Dichtung vermieden werden können,
an denen die Abdichtung hinterlaufen werden kann.
[0030] Die Montagebleche 1 bilden darüber hinaus auch eine ausgezeichnete Grundlage für
das Anhaften der bituminösen Schicht 5, sodass eine hochqualitative Lösung ermöglicht
wird, welche auch höchsten Dichtigkeitsansprüchen genügt. Diese Vorteile kommen insbesondere
dann zum Tragen, wenn die Verbindung zwischen bituminöser Schicht 5 und Montageblech
1 mittels Flämmen geschieht, da das Montageblech 1 eine Beschädigung der Abdichtung
oder des Rahmens 4 durch die Verlaqerung des Flämmbereiches von Abdichtung oder Rahmen
zum Montageblech verhindert.
Bezugszeichen
[0031]
- 1
- Montageblech
- 2
- Dichtkleber
- 3
- Äußeres Fugendichtband
- 4
- Fensler- oder Türrahmen
- 5
- bituminöse Schicht
- 6
- Schrauben
1. Verfahren zur Herstellung eines Wandanschlusses für in Außenwände eingebaute Fenster-
oder Türrahmen, bei dem Fugendichtbänder vor dem Einbau des Rahmens auf die Rahmenprofile
umlaufend aufgeklebt werden und anschließend der Fensterrahmen in die Fensteröffnung
eingesetzt und mit dem Mauerwerk verbunden wird und wobei Teile der Fuge zwischen
Fenster -oder Türrahmen und Baukörper mittels bituminöser Schicht, wie Anstriche,
Bahnen oder gleichwertiger Materialien zusätzlich abgedichtet werden, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Rahmen (4) zusätzlich Montagebleche (1) angebracht sind, an welche die Endbereiche
der bituminösen Schicht (5) anhaften.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Enden der bituminösen Schicht (5) mit den Montageblechen durch Flämmen verbunden
werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Enden der bituminösen Schicht (5) mit den Montageblechen durch Heiß- oder Kaltklebeverfahren
verbunden werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Montageblech (1) am Rahmen (4) vor der Montage des Fensters auf der Stirnfläche
mit Dichtmaterial (2) angebracht fixiert wird und kraft-formschlüssig zusätzlich verbunden
werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Montageblech (1) am Rahmen (4) in der Weise montiert wird, dass Teile des Montagebleches
(1) mit der durch den über Eck angeschlossenen Abdichtbereich gebildeten äußeren Ebene
der Abdichtung eine einheitliche Ebene bilden.
6. Montageblech zum Einsatz in einem der Verfahren nach Anspruch 1 bis, dadurch gekennzeichnet, dass die Montagebleche (1) aus Stahlblech oder anderen Nichtbrennbaren, nicht chemisch
reaktiven Materialien bestehen und eine saubere Anschlußfläche bietet für Abdichtmaterialien.