[0001] Die Erfindung betrifft eine schaltbare Steckdose für die Unterputzmontage, die zumindest
einen Tragring für die Befestigung in einer Unterputzdose oder dergleichen, ein von
diesem gehaltenes, in Einbaurichtung dahinterliegendes Chassis und Kontaktierungen
für den Spannungseingang und -ausgang aufweist, wobei die Steckdose eine bauliche
Symmetrieebene aufweist, wobei zumindest die Kontaktierungen für den Spannungsein-
und - ausgang symmetrisch zu dieser Ebene angeordnet sind, deren elektrische Beschaltung
aber unterschiedlich sein kann.
[0002] Eine derartige Steckdose weist oftmals auch einen Erdungskontakt oder Schutzkontakt
auf und wird dann als Schutzkontakt-Steckdose bezeichnet, die der Norm DIN 49440 unterliegt.
Es wird davon ausgegangen, dass eine Spannung von 220 V bis 240 V bei 50 Hz an einem
L-Leiter zur Verfügung steht. Die Steckdosen sind, wie auch die passenden Stecker
und Verlängerungsleitungen, im Haushaltsbereich auf eine kurzzeitige hohe Strombelastung
ausgelegt. Für die Dauerbelastung sind deutlich niedrigere Stromstärken üblich. Die
Schutzkontaktverbindung in der Bundesrepublik Deutschland ist nicht verpolungssicher,
daher könnte auch der Neutralleiter (N-Leiter) die Spannung tragen.
[0003] Die Norm DIN 49440 legt außerdem weitgehend die Abmessungen der Steckdose fest. Beispielsweise
müssen wegen der elektrischen Übergangswiderstände die Stifte eines Schutzkontaktsteckers
mit einer bestimmten Mindestlänge im Steckdosenchassis eingesteckt sein. Hierdurch
sind der Abstand vom Chassis zur Unterputzdose und die Stecktiefe des Steckers in
der Abdeckung der Steckdose eindeutig definiert, diese dürfen nicht verändert werden.
Wenn die Maße geändert werden, ist die Sicherheit der Schutzkontakt-Steckdose nicht
mehr gewährleistet, so dass auch deren Zulassung verloren geht.
[0004] Bei den allgemein in der Gebäudeinstallationstechnik verwendeten Steckdosen in Wänden
sind die in der Steckdose vorgesehenen Kontaktbuchsen normalerweise ständig an Spannung
gelegt. Es besteht daher vorrangig die Gefahr, dass insbesondere Kinder mit Drähten
oder Nägeln in diese Kontaktbuchsen hineingelangen können, wobei sie unter Umständen
erheblichen Gefahren ausgesetzt sind.
[0005] Manuell schaltbare Steckdosen sind seit Langem bekannt, ein Beispiel zeigt die
DE 11 15 335 B. Ein weiteres Beispiel, bei dem ein flach bauendes Schaltermodul zur Unterbrechung
eines anzuschließenden L-Leiters verwendet wird, ist in der
EP 1 085 630 B1 angegeben.
[0006] Im Zuge der modernen Gebäudesystemtechnik ist es wünschenswert, Steckdosen von zentraler
Stelle aus zu schalten. Zu diesem Zweck sind manuelle Schalter natürlich ungeeignet.
[0007] Die
DE 93 12 528 U1 schlägt dazu vor, am Sockel einer Steckdose einen Halbleiterschalter aus Siliziumcarbid
anzuordnen, an dessen Steuerelektroden eine Ansteuerschaltung angeordnet ist. Auch
eine Busankoppeleinrichtung ist an den Steuerelektroden vorgesehen, die zusammen mit
dem Halbleiterschalter in Stapelausführung unter dem Steckdosensockel gehalten werden
soll.
[0008] Mit dieser Anordnung würde also die Norm DIN 49440 verletzt.
[0009] Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, eine schaltbare Steckdose der eingangs genannten
Gattung bereitzustellen, die wenn möglich normkonform ist und auch der geforderten
Strombelastung standhält.
[0010] Diese Aufgabe wird von einer schaltbaren Steckdose nach Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0011] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass zwischen Chassis und Deckkappe eine Leiterplatte
angeordnet ist, welche mindestens ein neben dem Chassis befindliches elektrisch steuerbares
Schaltelement und eine zugehörige Steuerelektronik trägt, wobei sich das mindestens
eine elektrisch steuerbare Schaltelement neben dem Chassis befindet, so dass das elektrisch
steuerbare Schaltelement beziehungsweise die Schaltelemente und Chassis den normativen
Bauraum ausfüllen.
[0012] Für die Erfindung kommen als elektrisch steuerbare Schaltelemente grundsätzlich Relais
in Frage, bei denen eine geringe Ansteuerleistung mit höchster Bauraumdichte bei kleinster
Bauform bzw. geringen Relaisabmessungen einhergeht. Derartige Miniatur-Leistungsrelais
für den Einbau in gedruckte Schaltungen werden von mehreren Herstellern angeboten
und weisen quaderförmige Körper mit Abmessungen von z. B. 29 mm x 13 mm x 16.5 mm
für einen zu schaltenden Strom von 16 A auf, wobei die Kontaktierung über Kontaktstifte
geschieht, die standardmäßig in den Randbereichen einer einzigen Fläche, der Kontaktseite,
des quaderförmigen Körpers angeordnet sind und von dieser hervorstehen, so dass das
Verlöten auf einer Leiterplatte oder Platine problemlos vorgenommen werden kann.
[0013] Die möglichen Positionen für das mindestens eine elektrisch steuerbare Schaltelement
in der schaltbaren Steckdose ist beschränkt, einerseits durch die bereits erwähnte
Norm DIN 49440, aber auch wegen der bestehenden Konstruktion eines Sockels, beispielsweise
wegen der Anbringung des Tragrings am Chassis, der Lage der Federkontakte für den
Spannungsausgang und dergleichen.
[0014] Daher liegt es weiter im Rahmen der Erfindung, elektrisch steuerbare Schaltelemente
zu verwenden, die für einen geringeren Strom ausgelegt und damit in ihren Abmessungen
kleiner sind, wobei ein kontrolliertes Ansteuern den Einsatz des elektrisch steuerbaren
Schaltelements bei größeren Strömen erlaubt. So kann zum Beispiel dafür gesorgt werden,
dass das Einschalten immer in der Nähe des Bereiches des Nulldurchganges des Wechselstromes
geschieht, das Ausschalten bei fallendem Strom bzw. unterhalb einer gewissen Stromschwelle.
[0015] So würde es beispielsweise für den Fall der Verwendung von Relais als elektrisch
steuerbares Schaltelement ausreichen, ein Relais zu verwenden, das für einen zu schaltenden
Strom von 10 A ausgelegt ist. Die Abmaße für ein solches Relais liegen mit 20 mm x
12.5 mm x 10 mm für ein beispielhaftes Relais deutlich unter den Abmaßen für ein 16
A Relais.
[0016] Dabei ist sogar eine redundante Auslegung möglich, bei der sowohl in den Stromkreis
des L-Leiters als auch in den Stromkreis des N-Leiters ein elektrisch steuerbares
Schaltelement geschaltet ist.
[0017] Um den Bauraum optimal zu nutzen, werden zwei solcher elektrisch steuerbaren Schaltelemente
verwendet, die aber sozusagen vertikal gestellt werden, so dass ihre Kontaktstifte
nicht zur Leiterplatte weisen, sondern zunächst senkrecht dazu frei liegen. Dabei
ist es von Vorteil, wenn z. B. die Relais als Schaltelemente unter einem Winkel von
etwa 40° bis 50°, bevorzugt 45°, zur baulichen Symmetrieebene der Steckdose angeordnet
sind.
[0018] Weiter bevorzugt weist die Leiterplatte für jedes elektrisch steuerbare Schaltelement
eine Ausnehmung auf, in die das jeweilige elektrisch steuerbare Schaltelement mit
seiner Kontaktseite senkrecht zur Leiterplatte so einzusetzen ist, dass beispielsweise
randseitige Kontakte eines Relais als elektrisch steuerbares Schaltelement an die
Leiterplatte gebracht und dort verlötet werden können.
[0019] Weitere Kontaktierung des Schaltelementes bzw. der Schaltelemente kann über eine
zusätzliche Teilplatine geschehen, die auf der Kontaktseite des Schaltelementes angebracht
ist.
[0020] Nach einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung weist die Leiterplatte eine Kommunikationseinrichtung
zur Signal- und/oder Datenübertragung an externe Komponenten oder Baugruppen und zum
Signal- und/oder Datenempfang von diesen auf. Die Kommunikationseinrichtung kann beispielsweise
mittels Infrarot arbeiten, so dass die Schaltung der Steckdose über einen Aufsatz
erfolgen kann.
[0021] Im Folgenden soll die Erfindung anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert
werden. Dabei werden mögliche Implementierungen anhand von Relais als elektrisch steuerbare
Schaltelemente dargestellt. Andere Implementierungen mit analogen oder digitalen elektrisch
steuerbaren Schaltelementen liegen im Rahmen der Erfindung. Es zeigt:
- Figur 1
- eine Draufsicht auf eine Steckdose;
- Figur 2
- eine Seitenansicht der Steckdose nach Figur 1;
- Figur 3
- eine Draufsicht auf die Steckdose, wobei die Bereiche markiert sind, die wegen einer
bestehenden Konstruktion bzw. der zu befolgenden Norm als Bauraum nicht zur Verfügung
stehen;
- Figur 4
- eine entsprechende Seitenansicht der Steckdose;
- Figur 5
- eine Schnittdarstellung in der Symmetriebene einer Steckdose, aus der die mögliche
Integration eines 16 A Relais hervorgeht;
- Figur 6
- eine perspektivische Draufsicht auf eine Steckdose mit einer Variante der Integration
eines 16 A Relais;
- Figur 7
- eine perspektivische Draufsicht auf eine Steckdose gemäß einer Ausführungsform der
Erfindung, bei der zwei 10 A Relais verwendet werden;
- Figur 8
- eine Darstellung des für diese Ausführungsform zu verändernden Chassis;
- Figur 9
- eine perspektivische Draufsicht auf eine Steckdose gemäß einer weiteren bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung unter Verwendung von zwei 10 A Relais;
- Figur 10
- eine perspektivische Schnittansicht einer besonders bevorzugten Ausführungsform der
Erfindung unter Verwendung von zwei 10 A Relais;
- Figur 11
- eine Explosionsansicht der Steckdose gemäß der Ausführungsform nach Figur 10;
- Figur 12
- eine detailliertere perspektivische Darstellung einer Leiterplatte für die Ausführungsform
nach Figur 10;
- Figur 13
- eine perspektivische Ansicht der fertig bestückten Leiterplatte von vom;
- Figur 14
- eine perspektivische Ansicht der bestückten Leiterplatte von der Rückseite her;
- Figur 15
- die Spannungsführung der perspektivischen Leiterplatte; und
- Figur 16
- eine perspektivische Schnittansicht, welche die Befestigung der Leiterplatte am Chassis
zeigt.
[0022] Figur 1 zeigt eine Draufsicht auf ein elektrisches Installationsgerät in Form einer
Schutzkontakt-Steckdose, das in bekannter Weise einen Tragrahmen 10 aus einem metallischen
Werkstoff aufweist, der über zwei Verbindungsstege - einer, mit 12 bezeichnet, ist
in der Seitenansicht der Figur 2 zu sehen -, die sich diametral gegenüberstehen, ein
Chassis 20, auch als Sockel bezeichnet, hält. Die Verankerung in einer in einer Wand
gehaltenen Unterputzdose geschieht mit Hilfe von Spreizkrallen 16 - in Figur 2 ist
nur eine dargestellt -, die mit Hilfe von Stellschrauben 18, 18' auseinander gedrückt
werden können. Andere Arten der Befestigung, z. B. mittels Schrauben, sind ebenfalls
möglich. Auf dem Chassis 20 ist auf der dem Tragrahmen 10 zugewandten Seite ein Erdungskontakt
26 angeordnet, der in bekannter Weise mit Teilen des in die Steckdose einzuführenden,
nicht dargestellten Steckers zusammenwirkt und mit seinen freien Enden 26' über den
Tragrahmen 10 ragt. Die mit den Steckerstiften des Steckers zusammenwirkenden Kontaktbuchsen
22, 24 sind auf übliche Weise beidseitig des Erdungskontaktes 26 in das Chassis 20
eingelassen. Die mittig den Erdungskontakt 26 durchdringende Bohrung 28 dient zur
Aufnahme des Gewindeschaftes einer Schraube, mit der eine vordere Abdeckung, in den
Zeichnungen nicht dargestellt, an der Steckdose festgelegt werden kann. Die Erfindung
kommt gleichermaßen bei Steckdosen zur Anwendung, die keinen solchen Erdungskontakt
aufweisen. Das Chassis 20 besitzt weiterhin je einen Feder- oder Schraubkontakt für
den Anschluss eines L-Leiters und eines N-Leiters, die der Einfachheit halber in Figur
1 mit L und N bezeichnet sind.
[0023] Die Norm DIN 49440 für zweipolige Steckdosen mit Schutzkontakt DC 10A 250V, AC 16A
250V für den Einbau in Gerätedosen legt, zusammen mit Einschränkungen wegen der bestehenden
Konstruktion, den zur Verfügung stehenden Bauraum fest.
[0024] Figur 3 zeigt in Zusammenschau mit Figur 4 die nutzbaren beziehungsweise nicht nutzbaren
Bereiche der Steckdose, wobei in der Figur 3 der nicht nutzbare Raum schraffiert überzeichnet
ist. Es ergibt sich schon aus der Betrachtung der Figur 3, dass wesentlicher Bauraum
nur neben dem Chassis 20 beidseitig des Erdungskontaktes 26 zur Verfügung steht. Gemäß
Figur 4 ist der nutzbare Bauraum einerseits durch die Unterputzdose 100 beschränkt,
andererseits muss auch sichergestellt werden, dass ein Stecker normgemäß durch den
Tragrahmen 10 geführt werden kann. Durch die Norm vorgegeben ist die maximale Tiefe
der Unterputzdose 100 mit 32 mm. Dies bedeutet, dass neben dem Chassis 20 eine nutzbare
Höhe von maximal 21 mm zur Verfügung steht. Man erkennt, dass zwischen Chassis 20
und Unterputzdose 100 ebenfalls ein freier Raum verbleibt, der verbaut werden kann.
Auch der Raum unter dem Erdungskontakt 26 kann teilweise genutzt werden.
[0025] Soll nun ein 16A Relais verbaut werden, bieten sich zwei Möglichkeiten an, die in
den Figuren 5 und 6 veranschaulicht sind. Bei der ersten Variante gemäß Figur 5 wird
das 16A Relais R16 unter dem Erdungskontakt 26 neben dem Chassis 20 platziert, wobei
die Kontaktstifte des Relais R16 zum Tragrahmen 10 weisen. Es verbleibt genügend Raum
für die Leiterplatte mit der Steuerelektronik (nicht gezeigt). Bei den vorgegebenen
Maßen heute handelsüblicher 16A Relais wird dabei aber die auf 32 mm limitierte Tiefe
der Unterputzdose 100 um mindestens 8 mm überschritten. Obwohl die übrige Konstruktion
der bestehenden Steckdose im Wesentlichen beibehalten werden kann, z. B. der Tragring
10 und der Erdungskontakt 26, ist diese Lösung angesichts der bestehenden Norm DIN
49440 wegen der Überschreitung des Bauraums nicht wünschenswert. Sie kommt erst dann
in Betracht, wenn es gelingt, das derart leistungsfähige Relais in noch kompakterer
Bauweise herzustellen.
[0026] Gemäß der zweiten Variante, in Figur 6 gezeigt, wird das 16A Relais R16 neben dem
Chassis 20 so angeordnet, dass es zu keinen Überschreitungen des Bauraums kommt. Mit
der erforderlichen Leiterplatte zur Kontaktierung des Relais R16, die wegen der vom
Tragrahmen 10 wegweisenden Kontaktstifte unter dem Relais R16 zu verbauen ist und
die auch die Steuerelektronik beherbergen soll, wird die räumliche Situation in der
Tiefe nichtsdestotrotz beengt. Überdies ist die bestehende Konstruktion des Erdungskontaktes
26 vollständig zu überarbeiten, da ein freies Ende 26' ja sozusagen am Relais R16
vorbeigeführt werden muss. Auch diese Variante ist daher angesichts der bestehenden
Relaistechnologie unbefriedigend.
[0027] Aufgrund dieser Unzulänglichkeiten bei der Verwendung heutiger leistungsstarker Relais
setzt die vorliegende Erfindung daher vorteilhaft den Gedanken um, leistungsschwächere
Relais, beispielsweise 10A Relais, einzusetzen. Aus Gründen der Redundanz ist es sogar
wünschenswert, zwei derartige Relais, für den L-Leiter und für den N-Leiter, einzusetzen,
damit bei Verschaltungsfehlern nicht unbeabsichtigt Spannung an der Steckdose anliegt.
[0028] Eine Ausführungsform der Erfindung, bei der zwei 10A Relais R10 eingesetzt werden,
ist in Figur 7 gezeigt. In der Draufsicht auf die Steckdose ist zu sehen, dass je
ein Relais R10 auf jeder Seite des Erdungskontaktes 26 neben dem Chassis 20 angeordnet
ist. Die Platine befindet sich unter dem Chassis 20 in dem verbleibenden Bauraum zwischen
Chassis 20 und Unterputzdose 100 (Figur 4). Die Lage und Position der Relais R10 wird
so gewählt, dass am Chassis 20 möglichst wenig Änderungen erforderlich sind, bei der
hier gezeigte Ausführungsform sind sie in Bezug auf die Symmetrieebene S der Steckdose
unter einem Winkel von 45° zum Erdungskontakt 26 platziert. Bei dieser Lage müsste
das Chassis 20 im Bereich A der Anbindung an den Tragrahmen 10 (vgl. die Darstellung
zu den Figuren 1 und 2) geändert werden, wobei das Risiko einer Schwächung A dieses
Bereiches besteht, so dass dieser keine ausreichende Stabilität mehr aufweisen würde.
Figur 8 veranschaulicht diese Schwächung, der durch eine Verlegung der Anbindung z.
B. in Richtung des Pfeiles P, begegnet werden kann. Zur Verdeutlichung ist nur eines
der Relais R10 in Phantomdarstellung gezeigt.
[0029] Mit der Erfindung kann nun die geringe Länge der leistungsärmeren Relais R10 ausgenutzt
werden, um diese vertikal in eine Baulage zu bringen, in der die Kontaktseite der
Relais R10 zum Chassis 20 weist. Diese Situation ist in Figur 9 dargestellt. Der zur
Verfügung stehende Bauraum wird so ausgenutzt, dass keine Beeinträchtigung der mechanischen
Festigkeit des Chassis 20 zu erwarten ist. Die Steckdose ist mit teilweise weggebrochenem
Tragrahmen 10 gezeigt, so dass die Anordnung der Relais R10 bzw. der in der Unterputzdose
100 noch zur Verfügung stehende Bauraum besser zu erkennen ist. Die Relais R10 sind
beidseitig des Erdungskontaktes 26 neben dem Chassis 20 angeordnet. Es zeigt sich,
dass keine Komponenten der Steckdose bearbeitet werden müssen und dass auch der Bereich
der Anbindung des Chassis 20 an den Tragrahmen nicht gefährdet ist.
[0030] Eine Ausführungsform der Erfindung, bei der der Bauraum noch besser ausgenutzt wird,
ist in der Schnittdarstellung der Figur 10 gezeigt. Die beiden Relais R10 sind wiederum
beidseitig des Erdungskontaktes 26 neben dem Chassis angeordnet, nun aber unter einem
Winkel von 45° in Bezug auf die Symmetrieachse S der Steckdose. Die Kontaktseiten
der Relais R10 weisen wiederum zum Chassis 20 hin, so dass eine besondere Kontaktierung
erforderlich ist, die nachfolgend im Zusammenhang mit der Ausführungsform nach Figur
9 beschrieben wird. Grundsätzlich gelten die nachfolgenden Ausführungsformen aber
auch für die Variante nach Figur 9 und für weitere Varianten, bei denen vertikal stehende
Relais verwendet werden.
[0031] Figur 11 zeigt eine Explosionsansicht der erfindungsgemäßen schaltbaren Steckdose
nach der Ausführungsform der Figur 10, die die Norm DIN 49440 erfüllt. Der Tragrahmen
10 mit Verbindungsstegen 12 und Spreizkrallen 16 ist unverändert geblieben, ebenso
der Erdungskontakt 26 und die Klemmkontakte 30 für den Spannungsausgang. Das Chassis
20 hat insofern eine Änderung erfahren, dass es nun Abdeckbereiche 32, 32' aufweist,
unter denen sich im zusammengebauten Zustand die auf einer Leiterplatte 40 befindlichen
Relais R10 verbergen. Ansonsten wird das Chassis 20 wie üblich am Tragrahmen 10 festgelegt,
die Leiterplatte mit den Relais wird eingesteckt und die Anordnung mit einer Deckkappe
50 geschützt. Eine Schutzabdeckung 34 für die Klemmkontakte 30 ist angepasst.
[0032] Figur 12 zeigt die teilbestückte Leiterplatte 40 in einer perspektivischen Ansicht
von oben. Die Leiterplatte 40 ist in ihrer Grundform an den Boden einer Unterputzdose
angepasst und weist in zwei ihrer Eckbereiche Ausnehmungen 42, 42' auf, in die später
die Relais R10 eingesetzt werden. Die Leiterplatte ist bereits mit den erforderlichen
Kontaktbahnen, z. B. 44, 44' versehen. Zwischen den Ausnehmungen 42, 42' und in den
Bereich der Kontaktbahnen hineinragend ist ein Bestückungsbereich 46 vorgesehen. In
diesen Bestückungsbereich 46 wird eine Steuerelektronik aufgebaut, die die Relais
R10 steuert, aber auch eine Busankopplung aufweisen kann sowie weitere Elektronik,
wenn an eine Fernsteuerung gedacht ist. Im Bestückungsbereich 46 ist eine Bauteilhöhe
von maximal 3.5 mm einzuhalten. Die Kontaktbahnen 44, 44' führen zu jeweils einer
Kontaktfeder 48, 48', die in einem Assemblierprozess von Hand bestückt und dann durch
Wellenlöten befestigt und kontaktiert werden. Des weiteren werden, ebenfalls von Hand,
Schraubkontakte L, N aufgebracht und verlötet, in die der L-Leiter bzw. N-Leiter eines
Netzanschlusses einzuführen sind.
[0033] Die fertig bestücke Leiterplatte 40 ist in Figur 13 dargestellt. Jedes Relais R10
ist an seiner Kontaktseite für zwei seiner Kontaktstifte mit einer Kontaktierung versehen,
die als Teilplatine 60 vorab verlötet wird. Jetzt werden die mit der Teilplatine 60
bestückten Relais R10 in die jeweiligen Ausnehmungen 42, 42' gesetzt, so dass zwei
ihrer Kontakte mit der Unterseite der Leiterplatte 40 verlötet werden können. Schließlich
wird der Übergang von der Teilplatine 60 der Relais R10 zur Leiterplatte 40 ebenfalls
durch Löten geschaffen.
[0034] Figur 14 zeigt die Leiterplatte 40 der Figur 13 von der Rückseite her. Bei diesem
Aufbau ist ausgenutzt, dass sich sämtliche Kontakte der Relais R10 im Randbereich
von deren Kontaktseite befinden, so dass die zwei Steuerkontakte, z. B. 52, 52' von
ihnen mit der Unterseite der Leiterplatte 40 sicher und fixierend verlötet werden
können, wenn die Relais R10 in ihren jeweiligen Ausnehmungen 42, 42' sitzen. Damit
wird ein weiterer Bestückungsbereich für die Steuerungselektronik gewonnen, bei der
eine Bauteilhöhe von immerhin noch 1.5 mm möglich ist. Die Beschaltung der Steuerkontakte
52, 52' ist in der Figur nicht dargestellt. Als Leiterplatte 40 kommt eine übliche
Leiterplatte FR4 der Stärke 1.6 mm zum Einsatz.
[0035] Zwar erfordert diese Ausführungsform einen relativ komplexen Montageprozess, erfüllt
aber andererseits alle Anforderungen insbesondere bezüglich bestehender Normen.
[0036] Die Spannungsführung bei der beschriebenen Ausführungsform ergibt sich aus Figur
15. Dabei zeigt die linke Darstellung eine Draufsicht auf die bestückte leiterplatte
40, die rechte Darstellung eine Draufsicht auf die Rückseite. An die Schraubkontakte
L, N werden netzseitig L-Leiter und N-Leiter gelegt, bis sie an den Kontaktfedern
48, 48' anliegen, so dass die Leiter im Kontakt mit den auf der Vorder- und Rückseite
verlaufenden Kontaktbahnen 44, 44' bzw. 54, 54' sind. Die Kontaktbahnen sind dabei
durch einen in die Leiterplatte 40 eingelassenen Isolierring 56 getrennt. Die Kontaktbahnen
54, 54' sind dann durch die Leiterplatte 40 auf deren Vorderseite geführt und mit
dem jeweiligen Relais R10 kontaktiert, so dass dieses seine Schaltfunktion ausüben
kann.
[0037] Eine vollständig assemblierte schaltbare Steckdose gemäß einem Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung ist in einer Schnittansicht in Figur 16 dargestellt. Die
Befestigung der Leiterplatte 40 erfolgt mit der Verdrehlasche 27 des Erdungskontaktes
26. Eine Deckkappe 50 wird mit Schnapphaken 52 an dem Chassis 20 befestigt und kann
über Stützrippen (nicht gezeigt) die Leiterplatte 40 zusätzlich in Position halten.
Die Steckdose ist mit einer Abdeckung 70 verschlossen, in der eine Zugangsöffnung
(nicht gezeigt) vorgesehen sein kann, um den Durchtritt z. B. von Infrarotstrahlen
zu ermöglichen, mittels derer die Schaltung der Steckdose erfolgt. Auf der Leiterplatte
40 ist dazu ein entsprechender Sender/Empfänger angeordnet, der die Kommunikation
zusammen mit einer zugeordneten Steuerung besorgt. Die in der vorstehenden Beschreibung,
in den Zeichnungen sowie in den Ansprüchen offenbarten Merkmale der Erfindung können
sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für die Verwirklichung der Erfindung
wesentlich sein.
1. Schaltbare Steckdose für die Unterputzmontage, die zumindest einen Tragrahmen (10)
für die Befestigung in einer Unterputzdose oder dergleichen, ein von diesem gehaltenes,
in Einbaurichtung dahinter liegendes Chassis (20) und Kontaktierungen für den Spannungseingang
und -ausgang aufweist, wobei die Steckdose eine bauliche Symmetrieebene (S) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass am Chassis (20) eine Leiterplatte (40) angeordnet ist, welches mindestens ein elektrisch
steuerbares Schaltelement (R16, R10) und eine zugehörige Steuerelektronik trägt, wobei
sich das mindestens eine elektrisch steuerbare Schaltelement (R16, R10) neben dem
Chassis (20) befindet, so dass das elektrisch steuerbare Schaltelement beziehungsweise
die Schaltelemente (R16, R10) und Leiterplatte (40) den normativen Bauraum ausfüllen.
2. Schaltbare Steckdose nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwei elektrisch steuerbare Schaltelemente (R10) vorgesehen sind, wobei eines einem
L-Leiter und eines einem N-Leiter zugeordnet ist.
3. Schaltbare Steckdose nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Leiterplatte für jedes elektrisch steuerbare Schaltelement eine Ausnehmung aufweist,
in die das jeweilige elektrisch steuerbare Schaltelement (R10) mit seiner Kontaktseite
senkrecht zur Leiterplatte (40) so einzusetzen ist, dass randseitige Kontakte des
elektrisch steuerbaren Schaltelements (R10) an die Leiterplatte (40) zu bringen und
dort zu verlöten sind.
4. Schaltbare Steckdose nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass jedes elektrisch steuerbare Schaltelement (R10) auf seiner Kontaktseite mit einer
Teilplatine (60) versehen ist, welche zumindest zwei weitere Kontakte des elektrisch
steuerbaren Schaltelements (R10) elektrisch anbindet.
5. Schaltbare Steckdose nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das elektrisch steuerbare Schaltelement ein Relais (R10, R16) ist.
6. Schaltbare Steckdose nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Leiterplatte (40) eine Kommunikationseinrichtung zur Signal- und/oder Datenübertragung
an externe Komponenten oder Baugruppen und zum Signal- und/oder Datenempfang von diesen
aufweist.
7. Schaltbare Steckdose nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Kommunikationsrichtung mit Infrarot arbeitet.