[0001] Die Erfindung betrifft eine Verteilervorrichtung zum Beschicken einer Strangmaschine
der Tabak verarbeitenden Industrie mit einem aus Fasermaterial bestehenden Produktstrom,
umfassend eine Vorverteilereinheit zum Aufbereiten des Fasermaterials und Zuführen
desselben in den Bereich eines Sichters, der stromabwärts nach der Vorverteilereinheit
angeordnet und zum Trennen von zu verarbeitenden und nicht zu verarbeitenden Anteilen
des Fasermaterials ausgebildet und eingerichtet ist, mindestens eine stromabwärts
nach dem Sichter angeordnete Dosiereinheit zum Bilden eines Vorrats des Fasermaterials
mit mindestens einer stromabwärts liegenden Beschleunigungsstrecke zum Fördern des
Fasermaterials zu mindestens einem Saugstrangförderer, wobei der Produktstrom entlang
eines Förderweges in einer gemeinsamen, resultierenden Förderrichtung F durch die
Verteilervorrichtung bis zu dem oder jedem Saugstrangförderer gefördert wird, sowie
mindestens einen Saugstrangförderer zum Aufbauen eines aus dem Fasermaterial gebildeten
Strangs und zum Transportieren desselben in Transportrichtung T, die quer zur Förderrichtung
F gerichtet ist.
[0002] Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Beschicken einer Strangmaschine
der Tabak verarbeitenden Industrie mit einem aus Fasermaterial bestehenden Produktstrom,
umfassend die Schritte: Zuführen des Fasermaterials in eine Verteilervorrichtung,
Aufbereiten des Fasermaterials mittels einer Vorverteilereinheit, Sichten, nämlich
Trennen von zu verarbeitenden und nicht zu verarbeitenden Anteilen des Fasermaterials
mittels eines Sichters, Bilden eines Vorrats des gesichteten Fasermaterials mittels
mindestens einer Dosiereinheit, Fördern des Fasermaterials zu mindestens einem Saugstrangförderer
mittels einer Beschleunigungsstrecke, wobei der Produktstrom entlang eines Förderweges
in einer gemeinsamen, resultierenden Förderrichtung F durch die Verteilervorrichtung
bis zu jedem Saugstrangförderer gefördert wird, und Aufbauen eines aus dem Fasermaterial
gebildeten Strangs und Transportieren des Strangs in Transportrichtung T quer zur
Förderrichtung F mittels des Saugstrangförderers.
[0003] Solche Verteilervorrichtungen und Verfahren kommen in der Tabak verarbeitenden Industrie
zum Einsatz, um einen Produktstrom aus Fasermaterial, das aus Tabakfasern, Filtermaterialfasern
oder Mischungen aus den genannten Fasern bestehen kann, zu vereinzeln und zu dosieren,
so dass das vereinzelte Fasermaterial vergleichmäßigt dem oder jedem strangbildenden
Saugstrangförderer zugeführt wird. Der Produktstrom erstreckt sich dabei quer zur
Förderrichtung F über eine Breite, so dass sich ausgangsseitig an der Verteilervorrichtung
an dem oder jedem Saugstrangförderer ein Strang mit in Transportrichtung T des oder
jedes Saugstrangförderers zunehmender Dicke durch eine lagenweise Schichtung aufbaut.
Der dabei entstehende Strang, der am Saugstrangförderer noch einen etwa rechteckförmigen
Querschnitt aufweist, weist am Beispiel des Tabakstrangs üblicherweise eine Dicke
auf, die größer ist als die für die Bildung des im Querschnitt etwa kreisförmigen
Strangs notwendige Dicke, weshalb der am Saugstrangförderer gebildete Strang getrimmt,
also auf die gewünschte Dicke reduziert wird. Das dabei anfallende Überschussmaterial
kann der Verteilervorrichtung erneut zugeführt werden.
[0004] Der aus einer oder mehreren Mischungskomponenten gebildete Produktstrom, der aus
erstmals zugeführtem Fasermaterial, also Fasermaterial, das noch nicht gesichtete
wurde, und/oder Zusatzstoffen, also festen und/oder flüssigen Komponenten, wie z.B.
Nelken oder flüssige Geschmacksstoffe, gebildet sein kann, wird im Bereich einer Schleuse
in die Verteilervorrichtung eingeführt, in der Verteilervorrichtung vorverteilt, im
Sichter gesichtet und mittels der Dosiereinheit dosiert und über die Beschleunigungsstrecke
mindestens einem Saugstrangförderer zur Bildung eines Tabakstrang oder mehrerer Tabakstränge
zugeführt, der oder die dann einer nachgeordneten Zigarettenstrangmaschine zugeführt
werden. Das zuvor am Beispiel von Tabaksträngen erläuterte Prinzip gilt entsprechend
auch für die Herstellung von Filtersträngen, aus Tabakfasern und Filterfasern gemischten
Strängen sowie anderen strangförmigen Artikeln der Tabak verarbeitenden Industrie,
die sich ausdrücklich nicht auf ausschließlich Tabak enthaltende Produkte beschränkt.
So fallen beispielsweise auch Tabakfilter unter den Sammelbegriff der Artikel Tabak
verarbeitender Industrie.
[0005] Bei den bekannten Verteilervorrichtungen und Verfahren wird der gesamte Produktstrom
einer zuvor zusammengestellten bzw. gemischten und noch nicht gesichteten Fasermaterialmischung
durch den Sichter der Verteilervorrichtung geleitet. Zusätzlich wird diese Fasermaterialmischung
mit dem bereits gesichteten Überschussmaterial gemischt. Das führt jedoch dazu, dass
die Zusammensetzung der Fasermaterialmischung ständig einer unkontrollierten Veränderung
unterworfen ist. Mit anderen Worten ändert sich die Zusammensetzung der Fasermaterialmischung
in Abhängigkeit der Menge des zurückgeführten Überschussmaterials. Im Übrigen können
die Fasermaterialmischungen Zusatzstoffe enthalten, die insbesondere wegen der beim
Sichten auftretenden Belastungen nicht für das Sichten geeignet sind oder beim Sichten
sogar aussortiert werden. Des Weiteren ist der Förderweg bei den bekannten Verteilervorrichtungen
durchgängig gestaltet. Das bedeutet, dass der Produktstrom ausgehend von der Schleuse
zum Eingeben des Produktstroms in die Verteilervorrichtung bis zum Saugstrangförderer
zum Bilden und Abtransportieren mindestens eines Strangs in einem quer zur Förderrichtung
F allseitig geschlossenen und durch die einzelnen Komponenten gebildeten Kanal mit
der für den Produktstrom relevanten Transportbreite B transportiert wird. Der gleichgerichtete
Lauf des den Produktstrom bildenden Fasermaterials durch die Verteilervorrichtung
beginnt nach der Eingabe in die Schleuse mit der Vorverteilereinheit. Mittels eines
Steilförderers oder dergleichen wird das Fasermaterial dem Sichter zugeführt und in
diesem gesichtet. Das gesichtete Fasermaterial wird dann direkt und unterbrechungsfrei
über die Dosiereinheit und die Beschleunigungsstrecke dem oder jedem Saugstrangförderer
zugeführt.
[0006] Die aus dem Stand der Technik bekannten Verteilervorrichtungen und Verfahren weisen
daher den Nachteil auf, dass alle für die Strangherstellung notwendigen und/oder gewünschten
Mischungskomponenten, also das ungesichtete Fasermaterial und/oder das bereits gesichtete
Fasermaterial und/oder insbesondere auch die Zusatzstoffe, denselben Prozess durchlaufen
und damit denselben Belastungen teilweise sogar mehrfach ausgesetzt sind. Es hat sich
jedoch gezeigt, dass die unterschiedlichen Mischungskomponenten auf die mechanischen,
thermischen, pneumatischen und/oder weiteren Belastungen unterschiedlich reagieren.
Anders ausgedrückt führen die genannten Belastungen bei einigen Mischungskomponenten
zu unerwünschten Effekten. Des Weiteren erfordern oder erlauben nur einige der Mischungskomponenten
das im Sichter stattfindende Sichten zum Trennen/Abscheiden von schweren Teilen/Komponenten
(z.B. Rippen) aus einer Mischungskomponente. Die bekannten Verteilervorrichtungen
weisen weiterhin den Nachteil auf, dass das Zuführen von Zusatzstoffen aufgrund der
durchgängigen und nahezu geschlossenen Führung des Produktstroms durch die Verteilervorrichtung
erschwert ist. Die gleichen Probleme existieren bei Verteilervorrichtungen, bei denen
Zusatzstoffe separat zugeführt werden, beispielsweise über einen separaten Zugang
im Bereich der Schleuse, über den z.B. auch das Überschussmaterial zurückgeführt werden
kann.
[0007] Die
EP 1 442 666 B1 offenbart z.B. eine Verteilervorrichtung, bei der neben der Schleuse zum Eingeben
eines Produktstroms eine weitere externe Zuführeinrichtung zum Zuführen einer weiteren
Mischungskomponente, nämlich z.B. Zusatzstoffen, vorgesehen ist, wobei die zusätzliche
Zuführeinrichtung in Förderrichtung des Produktstroms zwischen einem Speicher zur
Aufnahme des in die Verteilervorrichtung eingegebenen Produktstroms und dem Sichter
am Ende der so genannten Sichtstrecke angeordnet ist. Dadurch wird erreicht, dass
die weitere Komponente und insbesondere die Zusatzstoffe nicht dem Sichtprozess unterworfen
werden, da der gesichtete Produktstrom beim Austritt aus der Sichtstrecke die zusätzlich
zugeführte Komponente mitreißt. Die beiden Mischungskomponenten, nämlich der eigentliche
Produktstrom aus gesichtetem und/oder ungesichtetem Fasermaterial und die Zusatzstoffe,
werden somit zwar unterschiedlich behandelt und erst in der Verteilervorrichtung gemischt.
Das Mischen erfolgt aber vor der Dosiereinheit der Verteilervorrichtung, so dass die
durch den Stauschacht in den Aufnahmeraum strömende Fasermaterialmischung sowohl über
die gesamte Stranglänge als auch bezüglich des gesamten Strangaufbaus in radialer
Richtung gleichmäßig verteilt ist. Der beim Trimmen entstehende bzw. anfallende Überschuss
wird dann üblicherweise in einen Bereich der Verteilervorrichtung vor dem Sichter
zurückgeführt, so dass sich das Mischungsverhältnis der Mischungskomponenten verändert.
Mit anderen Worten weist die endgültige Filtermaterialmischung bei der Strangbildung
eine nicht konstante Zusammensetzung auf. Auch werden in eingeschwungenem Betriebszustand
der Verteilervorrichtung Produktströme gesichtet, die die zusätzliche, ursprünglich
sichtungsfreie Komponente, nämlich z.B. die Zusatzstoffe, beinhalten. Des Weiteren
offenbart die
EP 1 442 666 B1 eine Zuführeinrichtung zum Zuführen von Zusatzstoffen hinter dem Sichter und vor
dem Stauschacht der Dosiereinheit. Allerdings werden die Zusatzstoffe - ohne dass
der Produktstrom unterbrochen wird - direkt in den Stauschacht gefördert. Das bedeutet,
dass die Zuführeinrichtung für die Zusatzstoffe zum gleichmäßigen Verteilen der Zusatzstoffe
über die gesamte Breite des Stauschachtes ausgebildet und eingerichtet sein muss,
was den konstruktiven Aufwand erhöht. Ein weiterer Nachteil der bekannten Verteilervorrichtung
besteht darin, dass die Zusatzstoffe quasi einem geschlossenen System bzw. Kreislauf
zugeführt werden müssen, da der Produktstrom innerhalb der Verteilervorrichtung abgeschirmt
und geschlossen geführt ist. Das führt dazu, dass die Breitenverteilung der Zusatzstoffe
über die gesamte Breite des Stauschachtes bereits in der Zuführeinrichtung für die
Zusatzstoffe abgeschlossen sein muss, da ein weiterer und späterer Ausgleich innerhalb
der Verteilervorrichtung nicht mehr möglich ist.
[0008] Der Erfindung liegt damit die Aufgabe zugrunde, eine konstruktiv einfache und kompakte
Verteilervorrichtung zu schaffen, die eine für alle Mischungskomponenten des Produktstroms
schonende und effektive Behandlung gewährleistet. Die weitere Aufgabe besteht darin,
ein entsprechendes Verfahren vorzuschlagen.
[0009] Diese Aufgabe wird durch die Verteilervorrichtung mit den eingangs genannten Merkmalen
dadurch gelöst, dass stromabwärts nach dem Sichter eine Zwischenspeichereinrichtung
zum Aufnehmen des im Sichter gesichteten Fasermaterials und Weiterleiten desselben
an die Dosiereinheit angeordnet ist, und dass der Zwischenspeichereinrichtung eine
Einrichtung zum Zuführen von Zusatzstoffen zugeordnet ist. Durch diese Ausführung
wird auf überraschend einfache und effektive Weise das Zuführen von Zusatzstoffen
vereinfacht, indem die Zusatzstoffe in einem bezüglich der Breite undefinierten Strom
zugeführt werden können, da der Produktstrom erst nach dem Zuführen an die Zwischenspeichereinrichtung
durch diese auf seine endgültige Breite gebracht wird. Anders ausgedrückt können die
Zusatzstoffe direkt in die Breitenverteilung der Zwischenspeichereinheit zugegeben
werden. Bei den Zusatzstoffen kann es sich um feste und/oder flüssige Komponenten
handeln.
[0010] Eine bevorzugte Weiterbildung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass die
Einrichtung zum Zuführen von Zusatzstoffen ein Reservoir zum Bevorraten der Zusatzstoffe
und/oder eine Transporteinheit zum Zuführen der Zusatzstoffe in die Zwischenspeichereinrichtung
umfasst. Vorzugsweise wird die Transporteinheit aus dem Reservoir mit Zusatzstoffen
versorgt, so dass eine kontinuierliche, ggf. aber auch getaktete Zuführung der Zusatzstoffe
in die Zwischenspeichereinrichtung gewährleistet ist.
[0011] Vorteilhafterweise umfasst die Transporteinheit zum Zuführen der Zusatzstoffe ein
aktiv angetriebenes Förderelement. Durch das aktive Antreiben kann eine kontinuierliche
und insbesondere steuer- und/oder regelbare Versorgung der Zwischenspeichereinrichtung
mit den Zusatzstoffen sichergestellt werden. Transportbändern, Schüttelrinnen oder
Förderschnecken eignen sich dabei besonders gut für einen Transport der Zusatzstoffe.
[0012] Eine zweckmäßige Ausführungsform der Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass die
Einrichtung zum Zuführen der Zusatzstoffe ein Sichter ist. Der Begriff Zusatzstoffe
umfasst nicht nur die bisher erwähnten flüssigen und/oder festen Komponenten, also
z.B. Gewürze wie z.B. Nelken, sondern auch andere Geschmacksstoffe sowie auch Fasermaterialien,
beispielsweise eine weitere Tabakmischung oder dergleichen. Mit einem zusätzlichen
Sichter, der z.B. auf andere Sichterparameter eingestellt und dem z.B. eine Vorverteilereinheit
vorgeordnet sein kann, besteht die Möglichkeit, dem eigentlichen Produktstrom aus
gesichtetem Fasermaterial gezielt einen weiteren Produktstrom aus ebenfalls, allerdings
getrennt gesichtetem Fasermaterial zuzuführen.
[0013] Vorzugsweise umfasst die Zwischenspeichereinrichtung eine vom Sichter vollständig
getrennte Transporteinrichtung und eine stromabwärts hinter der Transporteinrichtung
angeordnete Nachverteilereinheit. Stromabwärts vom Sichter und stromaufwärts von der
Dosiereinheit, also in der Schnittstelle zwischen dem Sichter der Verteilervorrichtung
und der Dosiereinheit, ist damit eine Entkopplungseinheit angeordnet, die aus der
Transporteinrichtung und der Nachverteilereinheit gebildet ist. Mit dieser erfindungsgemäßen
Lösung wird auf einfache Weise eine Entkopplung von Sichter und Dosiereinheit geschaffen,
die es besonders einfach ermöglicht, Zusatzstoffe zuzuführen. Der Vorteil besteht
darin, dass mit der Transporteinrichtung und der daran anschließenden Nachverteilereinheit
der Förderweg des Produktstroms unterbrochen und der Produktstrom mindestens temporär
aus dem geschlossenen Kanal innerhalb der Verteilervorrichtung, nämlich nach dem Sichter,
ausgeschleust und anschließend wieder in den geschlossenen Kanal, nämlich in die Dosiereinheit,
eingeschleust wird. Anders ausgedrückt wird durch die vollständig vom Sichter getrennte
Transporteinrichtung eine leicht von außen zugängliche Zwischenspeicherung des Produktstroms
geschaffen, die Gelegenheit zum Zuführen der Zusatzstoffe und/oder auch des Überschussmaterials
hinter dem Sichter bietet. Besonders vorteilhaft ist dabei, dass das Überschussmaterial
nicht noch einmal gesichtet werden muss, so dass eine Veränderung des Mischungsverhältnisses
wirksam verhindert wird.
[0014] Eine besonders bevorzugte Weiterbildung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet,
dass die Transporteinheit der Einrichtung zum Zuführen der Zusatzstoffe quer zur Transporteinrichtung
der Zwischenspeichereinrichtung ausgerichtet ist. Damit besteht die Möglichkeit, die
Zusatzstoffe direkt auf die bzw. in die durch die Transporteinrichtung der Zwischenspeichereinrichtung
bewirkte Breitenverteilung zuzuführen.
[0015] Zweckmäßigerweise verbindet die Transporteinheit der Einrichtung zum Zuführen der
Zusatzstoffe das Reservoir zum Bevorraten der Zusatzstoffe mit der Transporteinrichtung
der Zwischenspeichereinrichtung und/oder der Nachverteilereinheit. Damit ist eine
direkte und kontinuierliche Zuführung der Zusatzstoffe gewährleistet.
[0016] Eine weitere besonders vorteilhafte Ausführungsform ist dadurch gekennzeichnet, dass
die Transporteinrichtung der Zwischenspeichereinrichtung zum Zuführen des vom Sichter
gesichteten Fasermaterials und/oder der Zusatzstoffe zu der Nachverteilereinheit ausgebildet
und eingerichtet und die Nachverteilereinheit zum Aufbereiten des aus dem gesichteten
Fasermaterial und/oder den Zusatzstoffen gebildeten Produktstroms und Zuführen desselben
in den Bereich des Saugstrangförderers ausgebildet und eingerichtet ist. Damit ist
eine konstruktiv einfache und kompakte Ausführungsform geschaffen, mittels der eine
effektive Vermischung des Produktstroms einerseits, also das gleichmäßige Mischen
des gesichteten Fasermaterials mit den Zusatzstoffen, und eine gleichmäßige Breitenverteilung
des Produktstroms andererseits, also die homogene Verteilung des aus Fasermaterial
und Zusatzstoffen gebildeten Produktstrom innerhalb der Nachverteilereinheit über
die zur Strangbildung notwendige Breite, gewährleistet ist.
[0017] Vorzugsweise umfasst die Nachverteilereinheit einen Speicher zum Aufnehmen des von
der Transporteinrichtung der Zwischenspeichereinrichtung zugeführten Fasermaterials,
einen Steilförderer und/oder eine Kardiereinheit zum Zuführen des Fasermaterials in
den Bereich mindestens eines Stauschachtes, mindestens einen Stauschacht sowie die
Beschleunigungsstrecke. Durch diese Ausbildung ist das gleichmäßige Zusammenstellen
und Verteilen des Produktstroms auf die für die Strangbildung notwendige Breite besonders
effektiv gewährleistet.
[0018] Die Erfindung wird besonders vorteilhaft weitergebildet, indem die Dosiereinheit
die Zwischenspeichereinrichtung und die Einrichtung zum Zuführen der Zusatzstoffe
umfasst, wodurch eine kompakte Bauweise ermöglicht wird.
[0019] Eine besonders zweckmäßige Verteilervorrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass die
Transporteinrichtung der Zwischenspeichereinrichtung ein aktiv angetriebenes Förderelement
umfasst, mittels dem das gesichtete Fasermaterial und/oder die Zusatzstoffe quer zur
Förderrichtung F vom Sichter an die Nachverteilereinheit förderbar sind. Dadurch ergibt
sich mittels der Transporteinrichtung die Möglichkeit, die Breitenverteilung des Produktstroms
einschließlich der Zusatzstoffe zu realisieren.
[0020] Die Aufgabe wird auch durch das Verfahren mit den eingangs genannten Schritten dadurch
gelöst, dass das gesichtete Fasermaterial nach dem Sichten im Sichter und vor dem
Bilden eines Vorrats in der Dosiereinheit zwischengespeichert wird und dem zwischengespeicherten
Fasermaterial Zusatzstoffe zugeführt werden.
[0021] Vorzugsweise werden die Zusatzstoffe über ein aktiv angetriebenes Förderelement oder
einen Sichter einer Zwischenspeichereinrichtung zugeführt.
[0022] Besonders vorteilhaft wird das Verfahren weitergebildet, indem das gesichtete Fasermaterial
mittels einer Transporteinrichtung der Zwischenspeichereinrichtung nach dem Sichten
vom Sichter quer zur Förderrichtung F zu einer Nachverteilereinheit der Zwischenspeichereinrichtung
transportiert wird und die Zusatzstoffe quer zur Transportrichtung der Transporteinrichtung
der Zwischenspeichereinrichtung der Transporteinrichtung und/oder der Nachverteilereinheit
der Zwischenspeichereinrichtung zugeführt werden.
[0023] Die sich aus den erfindungsgemäßen Verfahrensschritten ergebenden Vorteile wurden
bereits im Zusammenhang mit der Verteilervorrichtung beschrieben, weshalb zur Vermeidung
von Wiederholungen auf die entsprechenden Passagen verwiesen wird.
[0024] Besonders vorteilhaft wird das Verfahren mit einer Verteilervorrichtung nach einem
der Ansprüche 1 bis 11 ausgeführt. Die erfindungsgemäße Verteilervorrichtung erleichtert
die Ausführung des Verfahrens auf eine besonders günstige und leicht handhabbare Weise.
[0025] Weitere zweckmäßige und/oder vorteilhafte Merkmale und Weiterbildungen der Erfindung
ergeben sich aus den Unteransprüchen und der Beschreibung. Eine besonders bevorzugte
Ausführungsform sowie das Verfahren werden anhand der beigefügten Zeichnung näher
erläutert. In der Zeichnung zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Verteilervorrichtung in perspektivischer
Ansicht von schräg oben und vorne,
- Fig. 2
- die Verteilervorrichtung gemäß Figur 1 in perspektivischer Ansicht von schräg oben
und hinten,
- Fig. 3
- die Verteilervorrichtung gemäß Figur 1 mit einer Rückführung des Überschussmaterials,
- Fig. 4
- eine Detailansicht des Sichters mit der Dosiereinheit sowie der in der Schnittstelle
zwischen Sichter und Dosiereinheit angeordneten Zwischenspeichereinrichtung mit der
Einrichtung zum Zuführen der Zusatzstoffe,
- Fig. 5
- eine äußerst schematische Darstellung einer ersten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Verteilervorrichtungsstruktur,
- Fig. 6
- eine äußerst schematische Darstellung einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Verteilervorrichtungsstruktur, und
- Fig. 7
- eine äußerst schematische Darstellung einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Verteilervorrichtungsstruktur.
[0026] Die in der Zeichnung dargestellte Verteilervorrichtung dient zum Aufbereiten von
Tabak-Fasermaterial und Bilden eines Tabakstrangs. Selbstverständlich sind die erfindungsgemäßen
Verteilervorrichtungen auch zum Aufbereiten von Filter-Fasermaterial zum Bilden von
Filtersträngen sowie zum Aufbereiten von Fasermischungen aus Tabak-Fasermaterial und
Filter-Fasermaterial zum Bilden von Mischsträngen sowie zum Bilden mehrerer Stränge
der genannten Art ausgebildet und eingerichtet.
[0027] Die in der Zeichnung dargestellte Verteilervorrichtung 10 zum Beschicken einer nicht
explizit dargestellten Strangmaschine der Tabak verarbeitenden Industrie mit einem
aus Fasermaterial bestehenden Produktstrom umfasst eine Vorverteilereinheit 11 zum
Aufbereiten des Fasermaterials und Zuführen desselben in den Bereich eines Sichters
12, der stromabwärts nach der Vorverteilereinheit 11 angeordnet und zum Trennen von
zu verarbeitenden und nicht zu verarbeitenden Anteilen des Fasermaterials ausgebildet
und eingerichtet ist, mindestens eine stromabwärts nach dem Sichter 12 angeordnete
Dosiereinheit 13 zum Bilden eines Vorrats des Fasermaterials mit mindestens einer
stromabwärts liegenden Beschleunigungsstrecke 14 zum Fördern des Fasermaterials zu
mindestens einem Saugstrangförderer 15. Der Produktstrom wird dabei entlang eines
Förderwegs in einer gemeinsamen, resultierenden Förderrichtung F durch die Verteilervorrichtung
10 bis zu dem oder jedem Saugstrangförderer 15 gefördert. Der Förderweg beschreibt
dabei den Verlauf des Produktstroms bzw. dessen (aus der Draufsicht betrachteten)
Flussrichtung durch die Verteilervorrichtung 10. Der Produktstrom selbst weist quer
zur Förderrichtung F eine Breite B auf, die durch die Breite der einzelnen Komponenten,
also insbesondere der Vorverteilereinheit 11, des Sichters 12, der Dosiereinheit 13
sowie der Beschleunigungsstrecke 14 bestimmt wird. Des Weiteren umfasst die Verteilervorrichtung
10 mindestens einen Saugstrangförderer 15 zum Aufbauen mindestens eines aus dem Fasermaterial
gebildeten Strangs und zum Transportieren desselben in Transportrichtung T, die quer
zur Förderrichtung F gerichtet ist. Der Saugstrangförderer 15 kann jedoch auch Bestandteil
der nachfolgenden Strangmaschine sein.
[0028] Eine solche Verteilervorrichtung 10 wird erfindungsgemäß dadurch weitergebildet,
dass stromabwärts nach dem Sichter 12 eine Zwischenspeichereinrichtung 16 zum Aufnehmen
des im Sichter 12 gesichteten Fasermaterials und Weiterleiten desselben an die Dosiereinheit
13 angeordnet ist, und dass der Zwischenspeichereinrichtung 16 eine Einrichtung 17
zum Zuführen von Zusatzstoffen zugeordnet ist. Mittels der Zwischenspeichereinrichtung
16 wird erreicht, dass der Produktstrom mindestens kurzzeitig aus dem ansonsten geschlossenen
Kreislauf innerhalb der Verteilervorrichtung 10 ausgeschleust wird, so dass Zusatzstoffe
zugeführt werden können. Anders ausgedrückt wird der Förderweg im Bereich der Schnittstelle
zwischen Sichter 12 und Dosiereinheit 13 unterbrochen, so dass eine geeignete Zuführung
der Zusatzstoffe mittels der Einrichtung 17 in den bzw. an den Produktstrom geschaffen
ist.
[0029] Die im Folgenden beschriebenen Merkmale und Weiterbildungen stellen für sich betrachtet
oder in Kombination miteinander bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung dar. Es
wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Merkmale, die in den Ansprüchen zusammengefasst
sind, auch eigenständig die weiter oben beschriebene Verteilervorrichtung 10 sowie
das zugehörige Verfahren weiterbilden können.
[0030] Die Einrichtung 17 zum Zuführen von Zusatzstoffen umfasst ein Reservoir 18 zum Bevorraten
der Zusatzstoffe und/oder eine Transporteinheit 19 zum Zuführen der Zusatzstoffe in
die Zwischenspeichereinrichtung 16. Vorzugsweise ist die Transporteinheit 19 ein aktiv
angetriebenes Förderelement 20 mit einer Förderrichtung F
Z. In einer ersten Ausführungsform besteht zum Beispiel die Möglichkeit, dass die Zusatzstoffe
direkt aus dem Reservoir 18 in die Zwischenspeichereinrichtung 16 fallen. In einer
weiteren Ausführungsform können die Feststoffe mittels der Transporteinheit 19 vom
Reservoir 18 in die Zwischenspeichereinrichtung 16 gefördert werden. Dazu verbindet
die Transporteinheit 19 das Reservoir 18 mit der Zwischenspeichereinrichtung 16. In
einer anderen Ausführungsvariante können die Zusatzstoffe auch direkt auf die Transporteinheit
19 gefördert und von dieser der Zwischenspeichereinrichtung 16 zugeführt werden. Das
aktiv angetriebene Förderelement 20 ist bevorzugt ein Förderband. Es sind aber zum
Beispiel auch Schüttelrinnen oder Förderschnecken für Feststoffe oder Sprühdüsen oder
dergleichen für Fluidstoffe einsetzbar. In einer besonderen Ausführungsform, bei der
z.B. Tabakfasem oder Fasermischungen als so genannte Zusatzstoffe dem Produktstrom
zugeführt werden sollen, besteht die Möglichkeit, dass die Einrichtung 17 zum Zuführen
von Zusatzstoffen ein nicht explizit dargestellter Sichter ist. Dieser Sichter führt
das vorzugsweise vorverteilte und gesichtete Fasermaterial direkt der Zwischenspeichereinrichtung
16 zu.
[0031] Die Zwischenspeichereinrichtung 16 umfasst eine vom Sichter 12 der Verteilervorrichtung
10 vollständig getrennte Transporteinrichtung 21 und eine stromabwärts hinter der
Transporteinrichtung 21 angeordnete Nachverteilereinheit 22. Mittels der Transporteinrichtung
21 und der Nachverteilereinheit 22 ist die Möglichkeit geschaffen, die endgültige
Zusammenstellung des Produktstroms hinter den Sichter 12 zu verlagern. In diese Schnittstelle
zwischen Sichter 12 und Dosiereinheit 13 greift auch die Einrichtung 17 zum Zuführend
er Zusatzstoffe ein. Die Nachverteilereinheit 22 bezieht mit anderen Worten zum einen
über die Transporteinrichtung 21 den Produktstrom aus dem Sichter 12 und zum anderen
über die Einrichtung 17 die Zusatzstoffe, so dass die endgültige Mischung in der Nachverteilereinheit
22 erfolgt. Bevorzugt ist die Einrichtung 17 bzw. genauer deren Transporteinheit 19
der Transporteinrichtung 21 der Zwischenspeichereinrichtung 16 zugeordnet, so dass
die Zusatzstoffe in die Breitenverteilung der Transporteinrichtung 21 zugeführt werden,
um dann gemischt und gleichmäßig verteilt von der Transporteinrichtung 21 in die Nachverteilereinheit
22 gefördert zu werden.
[0032] Die Transporteinheit 19 der Einrichtung 17 zum Zuführen von Zusatzstoffen ist quer
zur Transporteinrichtung 21 der Zwischenspeichereinrichtung 16 ausgerichtet. Vorzugsweise
stehen Transporteinheit 19 und Transporteinrichtung 21 in einem rechten Winkel zueinander.
Transporteinheit 19 und Transporteinrichtung 21 können jedoch auch in einem Winkel
abweichend vom rechten Winkel zueinander in derselben Ebene stehen und insbesondere
auch in unterschiedlichen Ebenen liegen. Vorzugsweise verbindet die Transporteinheit
19 das Reservoir 18 mit der Transporteinrichtung 21. Die Transporteinheit 19 kann
aber auch eine Verbindung zwischen dem Reservoir 18 und der Nachverteilereinheit 22
herstellen.
[0033] Die Transporteinrichtung 21 der Zwischenspeichereinrichtung 16 ist zum Zuführen des
vom Sichter 12 gesichteten Fasermaterials und/oder der Zusatzstoffe zu der Nachverteilereinheit
22 ausgebildet und eingerichtet. Die Nachverteilereinheit 22 ist zum Aufbereiten des
aus dem gesichteten Fasermaterial und/oder den Zusatzstoffen gebildeten Produktstroms
und Zuführen desselben in den Bereich des Saugstrangförderers 15 ausgebildet und eingerichtet.
Diese Ausführungsform schließt auch die Möglichkeiten ein, dass einerseits die Transporteinrichtung
21 zum Zuführen des Überschussmaterials zu der Nachverteilereinheit 22 ausgebildet
und eingerichtet und andererseits die Nachverteilereinheit 22 zum Aufbereiten des
Überschussmaterials ausgebildet und eingerichtet ist. Vorzugsweise umfasst die Transporteinrichtung
21 der Zwischenspeichereinrichtung 16 ein aktiv angetriebenes Förderelement 23, mittels
dem das gesichtete Fasermaterial und/oder die Zusatzstoffe und/oder das Überschussmaterial
quer zur Förderrichtung F vom Sichter 12 an die Nachverteilereinheit 22 förderbar
sind. Als Förderelement 23 eignen sich besonders gut einfache Transportbänder. Schüttelrinnen
oder Förderschnecken sowie entsprechende Fördermittel sind aber ebenfalls einsetzbar.
Um das Überschussmaterial der Transporteinrichtung 21 zuzuführen, besteht die Möglichkeit,
eine Verbindung zwischen dem Vorrat des Überschussmaterials und der Transporteinrichtung
21 herzustellen. Diese Verbindung kann z.B. durch einen Schrägförderer 35 hergestellt
werden, mittels dem das Überschussmaterial aktiv an die bzw. auf die Transporteinrichtung
21 förderbar ist.
[0034] Es besteht weiterhin die Möglichkeit, dass die Transporteinrichtung 21 mehrere Förderelemente
23 umfasst. Die Zwischenförderrichtung F
T des Förderelementes 23 verläuft quer zur Förderrichtung F und parallel zur Transportrichtung
T des Saugstrangförderers 15. Mittels des Förderelementes 23 ist das gesichtete Fasermaterial
in Zwischenförderrichtung F
T vom Sichter 12 an die Nachverteilereinheit 22 und genauer in den Speicher 24 der
Nachverteilereinheit 22 förderbar. Das Förderelement 23 kann das Fasermaterial während
des Transports ganz oder teilweise abschirmen. Bevorzugt ist das Fasermaterial auf
dem Förderelement 23 jedoch durchgängig frei zugänglich, um das Zuführen von Zusatzstoffen
und/oder Überschussmaterial zu erleichtern.
[0035] Vorzugsweise umfasst die Nachverteilereinheit 22 einen Speicher 24 zum Aufnehmen
des von der Transporteinrichtung 21 der Zwischenspeichereinrichtung 16 zugeführten
Fasermaterials, einen Steilförderer 25 und/oder eine Kardiereinheit zum Zuführen des
Fasermaterials in den Bereich mindestens eines Stauschachtes 26, mindestens einen
Stauschacht 26 sowie die Beschleunigungsstrecke 14. Der Speicher 24 kann eine einfache
Kiepe oder jedes andere Mittel zum Bevorraten von Fasermaterial sein. Die Fördereinheit
zum Zuführen des Fasermaterials aus dem Speicher 24 an den Stauschacht 26 kann zusätzlich
zum Steilförderer 25 oder alternativ zum Steilförderer 25 auch eine Kardiereinheit
umfassen, die vorzugsweise zwei Einzugswalzen oder dergleichen aufweist. Der Steilförderer
25 und/oder die Kardiereinheit können auch zum Zuführen des Fasermaterials an mehrere
Stauschächte 26 ausgebildet und eingerichtet sein. Optional kann die Nachverteilereinheit
22 auch mehrere Speicher 24 sowie mehrere Fördereinheiten umfassen. Für den Fall,
dass mehrere Stauschächte 26 vorhanden sind, schließt sich an jeden Stauschacht 26
eine korrespondierende Beschleunigungsstrecke 14 zum Beschicken einer Mehrstrangmaschine
an.
[0036] Die Dosiereinheit 13 umfasst neben dem oder jedem Stauschacht 26 sowie der oder jeder
Beschleunigungsstrecke 14 zusätzlich die Zwischenspeichereinrichtung 16 und die Einrichtung
17 zum Zuführen der Zusatzstoffe. Dabei ist die gesamte Verteilervorrichtung 10 modulartig
aufgebaut. Anders ausgedrückt sind die einzelnen Komponenten der Verteilervorrichtung
10, also insbesondere eine Schleuse 27 zum Zuführen eines noch nicht gesichteten Produktstroms
in die Verteilervorrichtung 10, die Vorverteilereinheit 11, der Sichter 12, die Transporteinrichtung
21, der Speicher 24, der Steilförderer 25, der Stauschacht 26 sowie die Beschleunigungsstrecke
14 in einzelne, voneinander unabhängig Baugruppen aufgeteilt, wobei jeder Komponente
bzw. Baugruppe vorzugsweise nur eine Funktion zugeordnet ist. Das bedeutet insbesondere,
dass der Sichter 12 ausschließlich zum Sichten des Fasermaterials ausgebildet und
eingerichtet ist.
[0037] Wie bereits weiter oben erwähnt, wird der Produktstrom mit einer quer zur Förderrichtung
F verlaufenden Breite B durch die Verteilervorrichtung 10 gefördert bzw. transportiert.
Diese Breite B kann jedoch innerhalb der Verteilervorrichtung 10 variieren. Jeder
Stauschacht 26 weist eine Förderstrecke -als Abschnitt des Förderweges - für den Produktstrom
mit einer quer zur Förderrichtung F verlaufenden Breite B
1 auf. Der Sichter 12 weist eine Förderstrecke - als Abschnitt des Förderweges - für
den Produktstrom mit einer quer zur Förderrichtung F verlaufenden Breite B
2 auf. Wenn der Sichter 12 und der Stauschacht 26 in Förderrichtung F hintereinander
liegen, ist die Transporteinrichtung 21 zum Transport des gesichteten Fasermaterials
in Förderrichtung F ausgebildet und eingerichtet. Vorzugsweise liegen der Sichter
12 und der Stauschacht 26 in Förderrichtung F gesehen jedoch versetzt zueinander,
so dass die Transporteinrichtung 21 zum Transport des gesichteten Fasermaterials vom
Sichter 12 zu dem Speicher 24 der Nachverteilereinheit 22, und damit auch zum Stauschacht
26, quer zur Förderrichtung F und parallel zur Transportrichtung T ausgebildet und
eingerichtet ist.
[0038] Besonders bevorzugt ist der Sichter 12 seitlich versetzt zu jedem Stauschacht 26
angeordnet, derart, dass die Transporteinrichtung 21 den Sichter 12 mit dem Speicher
24 der Nachverteilereinheit 22 in Transportrichtung T bzw. in Zwischenförderrichtung
F
T zum Schließen des Förderweges verbindet. Die Transporteinrichtung 21 bildet somit
einen Verbindungssteg bzw. eine Art Brücke, um die in Förderrichtung F gesehen vorzugsweise
vollständig nebeneinander liegenden und in Transportrichtung T bzw. Zwischenförderrichtung
F
T gesehen hintereinander liegenden Sichter 12 und Stauschacht 26 miteinander zu verbinden
und den aus dem Sichter 12 strömenden Produktstrom aus Fasermaterial seitlich versetzt
der Nachverteilereinheit 22 zuzuführen.
[0039] Es besteht die Möglichkeit, dass B
1=B
2 oder B
2>B
1 ist. Vorzugsweise ist jedoch B
2<B
1. Im letztgenannten Fall kommt der Produktstrom mit der Breite B
2 aus dem Sichter 12, die jedoch nicht der für die Strangbildung notwendigen Breite
entspricht. Die Transporteinrichtung 21 und/oder die Nachverteilereinheit 22 sind
daher zum Ausdehnen des Produktstroms von der Breite B
2, mit der der Produktstrom im Sichter 12 in Förderrichtung F gefördert wird, auf die
Breite B
1, mit der der Produktstrom in jedem Stauschacht 26 in Förderrichtung F gefördert wird,
ausgebildet und eingerichtet, und zwar quer zur Förderrichtung F. Anders ausgedrückt
wird ein schmaler Produktstrom zu einem breiten Produktstrom aufgefächert. Vorzugsweise
erfolgt das Auseinanderziehen des Produktstroms auf die endgültige Breite B
1 mittels der Transporteinrichtung 21. Der Speicher 24 sowie der Steilförderer 25 und/oder
die Kardiereinheit weisen die Breite B
1 auf. Optional kann die Querverteilung des Fasermaterials auf die endgültige Breite
bzw. die Breite B
1 des Stauschachtes 26 aber auch durch den Steilförderer 25 und/oder die Kardiereinheit
erfolgen. Dazu sind der Steilförderer 25 und/oder die Kardiereinheit mindestens in
dem dem Stauschacht 26 zugekehrten Austrittsbereich zum Fördern des Produktstroms
mit einer quer zur Förderrichtung F verlaufenden Breite B
1 ausgebildet und eingerichtet.
[0040] Anhand der Zeichnung wird das Verfahren, das mit der zuvor beschriebenen Verteilervorrichtung
10 besonders vorteilhaft ausgeführt werden kann, näher beschrieben:
[0041] Der Verteilervorrichtung 10 wird über die Schleuse 27 vorzugsweise nicht gesichtetes
Fasermaterial zugeführt. Dieses Fasermaterial wird in der Vorverteilereinheit 11 aufbereitet,
also z.B. mittels Walzen 28 oder dergleichen gelockert und/oder vergleichmäßigt und/oder
in einem Speicher 29 bevorratet. Das Fasermaterial wird dann dem Sichter 12 zugeführt,
beispielsweise mittels eines Steilförderers 30. Im Sichter 12 werden die zu verarbeitenden
Anteile, z.B. Tabakfasern, des Fasermaterials von den nicht zu verarbeitenden Anteilen,
z.B. Tabakrippen, getrennt. Die zu verarbeitenden Anteile werden in der Dosiereinheit
13 bevorratet und mittels der Beschleunigungsstrecke 14 vergleichmäßigt und dosiert
zu mindestens einem Saugstrangförderer 15 gefördert. Diese Abläufe erfolgen alle in
der gemeinsamen, resultierenden Förderrichtung F (unabhängig davon ob sie gleichgerichtet
oder entgegengerichtet verlaufen), die quer zur Transportrichtung T verläuft, mit
der die am Saugstrangförderer 15 gebildeten Stränge abtransportiert werden. Erfindungsgemäß
wird das gesichtete Fasermaterial nach dem Sichten im Sichter 12 und vor dem Bilden
des Vorrats in der Dosiereinheit 13 zwischengespeichert, und dem zwischengespeicherten
Fasermaterial werden Zusatzstoffe zugeführt. Durch das Zwischenspeichern des Fasermaterials
besteht sowohl zeitlich als auch örtlich die Gelegenheit, die Zusatzstoffe nach dem
Sichten in den aus Fasermaterial bestehenden Produktstrom einzuschleusen.
[0042] Vorzugsweise werden die Zusatzstoffe über ein aktiv angetriebenes Förderelement 23,
eine Schleuse oder einen Sichter einer Zwischenspeichereinrichtung 16 zugeführt. Das
gesichtete Fasermaterial wird mittels einer Transporteinrichtung 21 der Zwischenspeichereinrichtung
16 nach dem Sichten vom Sichter 12 quer zur Förderrichtung F, also in Zwischenförderrichtung
F
T, zu einer Nachverteilereinheit 22 der Zwischenspeichereinrichtung 16 transportiert.
Die Zusatzstoffe werden in Förderrichtung F
Z quer zur Transportrichtung der Transporteinrichtung 21 der Zwischenspeichereinrichtung
16, also quer zur Zwischenförderrichtung F
T, der Transporteinrichtung 21 und/oder der Nachverteilereinheit 22 der Zwischenspeichereinrichtung
16 zugeführt.
[0043] Das gesichtete Fasermaterial wird nach dem Sichter 12 aus dem durch die einzelnen
Komponenten der Verteilervorrichtung 10 gebildeten Kanal ausgeschleust und der vollständig
vom Sichter 12 getrennten Transporteinrichtung 21 zugeführt. Diese führt das Fasermaterial
der Nachverteilereinheit 22 zu, wobei die Nachverteilereinheit 22 das Fasermaterial
aufbereitet und dem oder jedem Saugstrangförderer 15 zuführt. Entscheidend ist zunächst,
dass nach dem Sichten eine Entkopplung bzw. Auskopplung des Produktstroms aus dem
bisherigen Förderweg, der das direkte Koppeln von Sichter 12 und Dosiereinheit 13
vorsieht, erreicht wird, bevor dieser der Dosiereinheit 13 zugeführt wird, und zwar
unabhängig von der Transportrichtung des Fasermaterials in der genannten Schnittstelle.
[0044] Bevorzugt ist allerdings, dass das gesichtete Fasermaterial mittels der Transporteinrichtung
21 nach dem Sichten vom Sichter 12 quer zur Förderrichtung F und parallel zur Transportrichtung
T zu einem Speicher 24 der Nachverteilereinheit 22, also in Zwischenförderrichtung
F
T transportiert wird. Damit wird auf einfache und effektive Weise bezüglich der Vermischung
und/oder der (Quer-)Verteilung des Produktstroms eine Unabhängigkeit der Dosiereinheit
13 bzw. der Nachverteilereinheit 22 vom Sichter 12 erreicht. Der Quertransport des
Fasermaterials erfolgt somit innerhalb der Verteilervorrichtung 10 nach dem Zuführen
des Fasermaterials in die Verteilervorrichtung 10 und nach dem Sichten quer zur Förderrichtung
F. Das Fasermaterial, das auf der Transporteinrichtung 21 als loses Fasermaterial
undefinierter Breite in Zwischenförderrichtung F
T transportiert wird, wird in der Nachverteilereinheit 22 von einer Breite B
2, mit der der Produktstrom im Sichter 12 in Förderrichtung F gefördert wird, auf eine
Breite B
1, mit der der Produktstrom an den Saugstrangförderer 15 in Förderrichtung F gefördert
ist und die größer als B
2 ist, ausgedehnt bzw. aufgeweitet. Diese Aufweitung kann wahlweise durch die Transporteinrichtung
21 und/oder die Nachverteilereinheit 22 erfolgen.
1. Verteilervorrichtung (10) zum Beschicken einer Strangmaschine der Tabak verarbeitenden
Industrie mit einem aus Fasermaterial bestehenden Produktstrom, umfassend eine Vorverteilereinheit
(11) zum Aufbereiten des Fasermaterials und Zuführen desselben in den Bereich eines
Sichters (12), der stromabwärts nach der Vorverteilereinheit (11) angeordnet und zum
Trennen von zu verarbeitenden und nicht zu verarbeitenden Anteilen des Fasermaterials
ausgebildet und eingerichtet ist, mindestens eine stromabwärts nach dem Sichter (12)
angeordnete Dosiereinheit (13) zum Bilden eines Vorrats des Fasermaterials mit mindestens
einer stromabwärts liegenden Beschleunigungsstrecke (14) zum Fördern des Fasermaterials
zu mindestens einem Saugstrangförderer (15), wobei der Produktstrom entlang eines
Förderweges in einer gemeinsamen, resultierenden Förderrichtung F durch die Verteilervorrichtung
(10) bis zu dem oder jedem Saugstrangförderer (15) gefördert wird, sowie mindestens
einen Saugstrangförderer (15) zum Aufbauen eines aus dem Fasermaterial gebildeten
Strangs und zum Transportieren desselben in Transportrichtung T, die quer zur Förderrichtung
F gerichtet ist, dadurch gekennzeichnet, dass stromabwärts nach dem Sichter (12) eine Zwischenspeichereinrichtung (16) zum Aufnehmen
des im Sichter (12) gesichteten Fasermaterials und Weiterleiten desselben an die Dosiereinheit
(13) angeordnet ist, und dass der Zwischenspeichereinrichtung (16) eine Einrichtung
(17) zum Zuführen von Zusatzstoffen zugeordnet ist.
2. Verteilervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung (17) zum Zuführen von Zusatzstoffen ein Reservoir (18) zum Bevorraten
der Zusatzstoffe und/oder eine Transporteinheit (19) zum Zuführen der Zusatzstoffe
in die Zwischenspeichereinrichtung (16) umfasst.
3. Verteilervorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Transporteinheit (19) zum Zuführen der Zusatzstoffe ein aktiv angetriebenes Förderelement
(20) umfasst.
4. Verteilervorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung (17) zum Zuführen der Zusatzstoffe ein Sichter ist.
5. Verteilervorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenspeichereinrichtung (16) eine vom Sichter (12) vollständig getrennte
Transporteinrichtung (21) und eine stromabwärts hinter der Transporteinrichtung (21)
angeordnete Nachverteilereinheit (22) umfasst.
6. Verteilervorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Transporteinheit (19) der Einrichtung (17) zum Zuführen der Zusatzstoffe quer
zur Transporteinrichtung (21) der Zwischenspeichereinrichtung (16) ausgerichtet ist.
7. Verteilervorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Transporteinheit (19) der Einrichtung (17) zum Zuführen der Zusatzstoffe das
Reservoir (18) zum Bevorraten der Zusatzstoffe mit der Transporteinrichtung (21) der
Zwischenspeichereinrichtung (16) und/oder der Nachverteilereinheit (22) verbindet.
8. Verteilervorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Transporteinrichtung (21) der Zwischenspeichereinrichtung (16) zum Zuführen des
vom Sichter (12) gesichteten Fasermaterials und/oder der Zusatzstoffe zu der Nachverteilereinheit
(22) ausgebildet und eingerichtet und die Nachverteilereinheit (22) zum Aufbereiten
des aus dem gesichteten Fasermaterial und/oder den Zusatzstoffen gebildeten Produktstroms
und Zuführen desselben in den Bereich des Saugstrangförderers (15) ausgebildet und
eingerichtet ist.
9. Verteilervorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Nachverteilereinheit (22) einen Speicher (24) zum Aufnehmen des von der Transporteinrichtung
(21) der Zwischenspeichereinrichtung (16) zugeführten Fasermaterials, einen Steilförderer
(25) und/oder eine Kardiereinheit zum Zuführen des Fasermaterials in den Bereich mindestens
eines Stauschachtes (26), mindestens einen Stauschacht (26) sowie die Beschleunigungsstrecke
(14) umfasst.
10. Verteilervorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Dosiereinheit (13) die Zwischenspeichereinrichtung (16) und die Einrichtung (17)
zum Zuführen der Zusatzstoffe umfasst.
11. Verteilervorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Transporteinrichtung (21) der Zwischenspeichereinrichtung (16) ein aktiv angetriebenes
Förderelement (23) umfasst, mittels dem das gesichtete Fasermaterial und/oder die
Zusatzstoffe quer zur Förderrichtung F vom Sichter (12) an die Nachverteilereinheit
(22) förderbar sind.
12. Verfahren zum Beschicken einer Strangmaschine der Tabak verarbeitenden Industrie mit
einem aus Fasermaterial bestehenden Produktstrom, umfassend die Schritte:
- Zuführen des Fasermaterials in eine Verteilervorrichtung (10),
- Aufbereiten des Fasermaterials mittels einer Vorverteilereinheit (11),
- Sichten, nämlich Trennen von zu verarbeitenden und nicht zu verarbeitenden Anteilen
des Fasermaterials mittels eines Sichters (12),
- Bilden eines Vorrats des gesichteten Fasermaterials mittels mindestens einer Dosiereinheit
(13),
- Fördern des Fasermaterials zu mindestens einem Saugstrangförderer (15) mittels einer
Beschleunigungsstrecke (14), wobei der Produktstrom entlang eines Förderweges in einer
gemeinsamen, resultierenden Förderrichtung F durch die Verteilervorrichtung (10) bis
zu jedem Saugstrangförderer (15) gefördert wird, und
- Aufbauen eines aus dem Fasermaterial gebildeten Strangs und Transportieren des Strangs
in Transportrichtung T quer zur Förderrichtung F mittels des Saugstrangförderers (15),
dadurch gekennzeichnet, dass das gesichtete Fasermaterial nach dem Sichten im Sichter (12) und vor dem Bilden
eines Vorrats in der Dosiereinheit (13) zwischengespeichert wird und dem zwischengespeicherten
Fasermaterial Zusatzstoffe zugeführt werden.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusatzstoffe über ein aktiv angetriebenes Förderelement (23) oder einen Sichter
einer Zwischenspeichereinrichtung (16) zugeführt werden.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das gesichtete Fasermaterial mittels einer Transporteinrichtung (21) der Zwischenspeicher-einrichtung
(16) nach dem Sichten vom Sichter (12) quer zur Förderrichtung F zu einer Nachverteilereinheit
(22) der Zwischenspeichereinrichtung (16) transportiert wird und die Zusatzstoffe
quer zur Transportrichtung der Transporteinrichtung (21) der Zwischenspeichereinrichtung
(16) der Transporteinrichtung (21) und/oder der Nachverteilereinheit (22) der Zwischenspeichereinrichtung
(16) zugeführt werden.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass es mit einer Verteilervorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 11 ausgeführt
wird.