GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Verbindungsanordnung eines Sitzmöbels zum
Anbringen eines Lehnenträgers an einen Sitzträger. Die vorliegende Erfindung betrifft
ferner ein Sitzmöbel sowie ein Montageverfahren zum Anbringen eines Lehnenträgers
an einen Sitzträger.
TECHNISCHER HINTERGRUND
[0002] Die vorliegende Erfindung sowie die ihr zugrunde liegende Problematik wird nachfolgend
beispielhaft anhand eines hochlehnigen Bürodrehstuhls, der gemeinhin auch als Chefsessel
bezeichnet wird, erläutert, ohne die Erfindung auf diese Art eines Sitzmöbels einzuschränken.
[0003] Bei Bürodrehstühlen ist in der Regel eine Rückenlehne vorgesehen, an welcher sich
eine auf dem Bürodrehstuhl sitzende Person, insbesondere zur Entspannung, abstützen
kann. Eine Rückenlehne ist meist am Sitzträger des Bürodrehstuhls befestigt. Bei der
Montage wird oftmals die Rückenlehne mit einem entweder tiefenverschieblich oder höhenverschieblich
am Sitzträger vorgesehenen Profil an dem Sitzträger verklemmt. Das Profil ist dabei
an der Rückenlehne fest angebracht. Zum Verklemmen ist eine Klemmschraube in der für
das Profil vorgesehen Führung angeordnet, wobei das Profil durch Festdrehen der Klemmschraube
festgeklemmt wird. Die Montage dieses Bürostuhl kann z. B. auch von einem Kunden zu
Hause bzw. in einem Betrieb selbst ausgeführt werden, wobei die Komponenten des Bürostuhls
hier bereits im vormontierten Zustand ausgeliefert werden. Eine typische Klemmschraube
zur Handbedienung ist allerdings typischerweise relativ groß dimensioniert ausgebildet
und aus praktischen Gründen gut zugänglich, d. h. gut sichtbar. Dies ist aufgrund
der besseren Handhabbarkeit bevorzugt, allerdings unter Designaspekten eher nicht
vorteilhaft. Ferner kann sich eine solche Klemmschraube mit der Zeit auch ungewollt
lösen, beispielsweise aufgrund von Kriechen eines Materials der Schraube oder der
Führung, oder weil die Klemmschraube nicht ausreichend fest angezogen wurde. Auch
der umgekehrte Fall ist denkbar, dass sich also die Klemmschraube nicht mehr zerstörungsfrei
lösen lässt, beispielsweise aufgrund von Verformungen, Korrosion, Aufquellen oder
dergleichen.
[0004] Designtechnisch ansprechendere und sicherere Befestigungsarten zum Befestigen einer
Rückenlehne an einem Sitzträger weisen oftmals eine sehr massive Verschraubung des
Rückenlehnenträgers mit dem Sitzträger unterhalb der Sitzfläche auf. Diese Befestigungen
werden eher bei hochwertigen Bürodrehstühlen eingesetzt, die im komplett montierten
Zustand ausgeliefert werden. Dabei sind meist mehrere Schrauben zum Befestigen des
Rückenlehnenträgers mit dem Sitzträger notwendig. Das Montieren gestaltet sich hier
nicht trivial: Zum Anbringen der Schrauben ist oftmals ein zweiter Monteur zum Halten
und Ausrichten des Rückenlehnenträgers am Sitzträger erforderlich. Alternativ ist
eine spezielle Halteapparatur notwendig, damit die Schrauben treffsicher eingeschraubt
werden können. Dies bedeutet einen erhöhten Montageaufwand, was zu höheren Montagekosten
führt.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
[0005] Vor diesem Hintergrund liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine
einfach und sicher zu montierende Verbindungsanordnung eines Sitzmöbels anzugeben.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine Verbindungsanordnung mit den Merkmalen
des Patentanspruchs 1 und/oder durch ein Sitzmöbel mit den Merkmalen des Patentanspruchs
13 und/oder durch ein Montageverfahren mit den Merkmalen des Patentanspruches 15 gelöst.
[0006] Demgemäß ist vorgesehen:
- Eine Verbindungsanordnung eines Sitzmöbels zum Anbringen eines Lehnenträgers an einen
Sitzträger, mit einem Koppelschacht und einem Koppelfortsatz, wobei der Koppelfortsatz
im montierten Zustand zumindest abschnittweise in den Koppelschacht eingeführt ist,
mit einem am Koppelfortsatz befestigten Koppelbolzen und einer innerhalb des Koppelschachtes
vorgesehenen Koppelnut, mit einem Koppelelement, welches einen am Koppelbolzen einhängbaren
Einhängfortsatz und einen in die Koppelnut einführbaren Einführfortsatz aufweist,
wobei das Koppelelement, die Koppelnut und der Koppelbolzen derart angeordnet und
ausgebildet sind, dass im montierten Zustand am Koppelelement eine Zugspannung zwischen
Einhängfortsatz und Einführfortsatz anliegt, welche den Koppelfortsatz im Koppelschacht
hält und den Einführfortsatz selbsthemmend in der Koppelnut hält.
- Ein Sitzmöbel, insbesondere ein Bürodrehstuhl, mit zumindest einem Lehnenträger und
einem Sitzträger, wobei der Lehnenträger mittels einer erfindungsgemäßen Verbindungsanordnung
mit dem Sitzträger verbunden ist.
- Ein Montageverfahren zum Anbringen eines Lehnenträgers an einen Sitzträger, insbesondere
mit einer erfindungsgemäßen Verbindungsanordnung, mit den Schritten: a) Bereitstellen
eines Koppelfortsatzes, an welchem ein Koppelbolzen befestigt ist, eines Koppelschachts,
an welchem eine Koppelnut vorgesehen ist und eines Koppelelements, welches einen Einhängfortsatz
und einen Einführfortsatz aufweist; b) Einführen des Koppelfortsatzes in den Koppelschacht;
c) Einhängen des Einhängforsatzes am Koppelbolzen; d) Einführen des Einführfortsatzes
in die Koppelnut; e) Anlegen einer Zugspannung am Koppelelement zwischen Einhängfortsatz
und Einführfortsatz.
[0007] Die der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende Idee besteht darin, eine elegante,
werkzeuglose Montage einer Lehne an den Sitzträger eines Sitzmöbels, insbesondere
einer Rückenlehne an den Sitzträger eines Bürodrehstuhls, zu ermöglichen. Hierzu werden
zum Verbinden eines Lehnenträgers mit einem Sitzträger relativ zum Sitzträger die
rotatorischen Freiheitsgrade, zwei translatorische Freiheitsgrade und eine Richtung
des dritten translatorischen Freiheitsgrades durch Einführen eines Koppelfortsatzes
in einen Koppelschacht begrenzt und ein zugvorspannbares Koppelelement zum Begrenzen
der zweiten Richtung des dritten translatorischen Freiheitsgrades vorgesehen.
[0008] Das Koppelelement ist dazu mit einem Einhängfortsatz an einem Koppelbolzen des Koppelfortsatzes
einhängbar und mit einem Einführfortsatz in eine Koppelnut des Koppelschachts einführbar,
wobei die Zugvorspannung ein selbsthemmendes Halten des Einführfortsatzes in der Koppelnut
bewirkt. Ein Koppelbolzen ist als jegliche Art einer Einhängeinrichtung zu verstehen,
welche dazu geeignet ist, dass ein Einhängfortsatz darin oder daran einhängbar ist.
Eine Koppelnut ist als jegliche Art einer Einführvorrichtung zu verstehen, welche
dazu geeignet ist, dass ein Einführfortsatz darin oder daran einführbar ist und mit
einer Zugspannung selbsthemmend darin oder daran haltbar ist. Die Koppelnut ist innerhalb
des Koppelschachtes vorgesehen, wobei dies auch einschließt, dass die Koppelnut innerhalb
einer längs- oder querseitigen Projektion des Koppelschachts vorgesehen sein kann.
Dies ist beispielsweise der Fall, falls der Koppelschacht vor der Position der Koppelnut
ausläuft und beispielsweise in ein massives Teil übergeht, wobei die Koppelnut in
dem massiven Teil vorgesehen ist, oder falls die Koppelnut einer äußeren Seite des
Koppelschachts vorgesehen ist. Bevorzugt wird die Koppelnut jedoch an der Innenseite
des Koppelschachts vorgesehen, die vorteilhaft von außen verdeckt angeordnet ist.
[0009] Als Lehnenträger ist bevorzugt der Träger einer Rückenlehne vorgesehen. Alternativ
oder zusätzlich kann auch der Träger einer Armlehne als Lehnenträger vorgesehen sein.
[0010] Ein mechanischer Vorteil der Verbindungsanordnung liegt darin, dass ein sich ggfs.
mit der Zeit einstellendes Spiel in der Verbindungsanordnung von der Zugvorspannung
kompensiert wird.
[0011] Ein designtechnischer Vorteil der Verbindungsanordnung liegt darin, dass die komplette
Verbindung von außen verdeckt innerhalb des Koppelschachts angeordnet werden kann
und somit von außen unsichtbar ist.
[0012] Ein montagetechnischer Vorteil ergibt sich aus der leichten und schnellen Montierbarkeit
zum Herstellen eines montierten Zustandes. Es wird eine werkzeuglos z. B. von einer
Einzelperson mit wenigen Montageschritten einfach montierbare Verbindungsanordnung
bereitgestellt.
[0013] Ein logistischer Vorteil bei der Auslieferung des Sitzmöbels ergibt sich aus einer
volumenoptimierten Transportfähigkeit in nicht-montierten Zustand der Verbindungsanordnung,
welche von der leichten Montierbarkeit begünstigt wird. Im nicht montierten Zustand
ist das Sitzmöbel mit einer besseren Volumenausnutzung packbar und somit kostengünstiger
transportierbar als im montierten Zustand. Die einfache Montage ermöglicht es, diese
auch einer ungeschulten Person zuzumuten, beispielsweise einem Käufer zur Heimmontage.
Alternativ ermöglicht die einfache Montage einen Versand zu einer Vertriebsstelle
und die Endmontage durch Vertriebspersonal an der Vertriebsstelle.
[0014] Die Montage ist dabei hinsichtlich der Reihenfolge der Montageschritte vielfältig
gestaltbar, was für unterschiedliche Montagekonzepte, wie Heim-, Vertriebsstellen-
oder Fabrikendmontage, unterschiedliche Lösungen zulässt. Diese sind entsprechend
den jeweiligen Anforderungen an den Montagekomfort und das Können der montierenden
Person ausgestaltbar.
[0015] Beispielsweise können bei einer Vertriebsstellen- oder Fabrikendmontage zuerst Schritt
a), dann Schritt b), anschließend Schritt c) und schließlich gleichzeitig die Schritte
d) und e) durchgeführt werden. Das Anlegen der Zugspannung wird dabei während des
Einführens, beispielsweise durch eine elastische Verformung des Koppelelements zum
oder beim Einführen, durchgeführt. Dies stellt eine sehr einfache Realisierung der
Endmontage dar, welche z.B. vom eingewiesenen Personal eines Vertriebes oder einer
Fabrik leicht und schnell durchführbar ist. Ferner kann das Koppelelement hierbei
einteilig ausgebildet sein, was die Anzahl der Teile und der Montageschritte vorteilhaft
reduziert.
[0016] Bei einer Heimendmontage können beispielsweise zuerst Schritt a), dann Schritt d),
anschließend gleichzeitig die Schritte b) und c) und schließlich Schritt e) durchgeführt
werden, wobei das Anlegen der Zugspannung beispielsweise mit einer finalen Manipulation
des Koppelelements, wie der Betätigung eines Übertotpunkthebels, aufgebracht werden
kann. Hier wird also erst der Einführfortsatz in der Koppelnut vorgesehen und anschließend
gleichzeitig der Koppelfortsatz in den Koppelschacht eingeführt und der Einhängfortsatz
am Koppelbolzen eingehängt. Somit kann nach Schritt b) und c) und vor Schritt e) ein
vorverrasteter Zustand bereitgestellt werden. Dieser erhöht den Montagekomfort, denn
der Lehnenträger muss damit beim Anlegen der Zugspannung nicht mehr von außen gehalten
werden. Diese besonders komfortable Realisierung der Endmontage ist somit auch von
montagetechnisch ungeschulten Personen, wie beispielsweise Verkäufern, Vertreter oder
Käufern, sehr einfach durchführbar und dabei besonders bediensicher.
[0017] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen ergeben sich aus den weiteren Unteransprüchen
sowie aus der Beschreibung unter Bezugnahme auf die Figuren der Zeichnung.
[0018] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform ist der Koppelbolzen an einem in den Koppelschacht
eingeführten Abschnitt des Koppelfortsatzes angeordnet. Ferner weist der Koppelfortsatz
eine erste Öffnung auf, durch welche der Einhängfortsatz in den Koppelschacht einführbar
ist. Somit können vorteilhaft der Koppelbolzen und der Einhängfortsatz innerhalb des
Koppelschachtes angeordnet werden, so dass sie vom Koppelschacht verdeckt und damit
von außen unsichtbar sind, was unter Designaspekten vorteilhaft ist.
[0019] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist der Koppelfortsatz zweiteilig
ausgebildet, wobei die zwei Koppelfortsatzteile über den Koppelbolzen verbunden sind
und die erste Öffnung zwischen den zwei Koppelfortsatzteilen angeordnet ist. Somit
wird die erste Öffnung einfach durch die Zweiteiligkeit und einem Abstand zwischen
den Koppelfortsatzteilen realisiert. Dadurch können die Koppelfortsatzteile als massive
Teile, beispielsweise als Gussteile ausgebildet werden, ohne dass hinterher eine umformende
oder spanende Bearbeitung zum Einbringen der Öffnung notwendig ist. Alternativ zu
einer Zweiteiligkeit des Koppelfortsatzes ist auch eine schachtartige Ausbildung des
Koppelfortsatzes denkbar, wobei in diesem Fall die erste Öffnung in die schachtartige
Ausbildung eingebracht ist und der Koppelbolzen in der schachtartigen Ausbildung befestigt
ist.
[0020] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform weist der Koppelschacht eine zweite Öffnung
auf, durch welche der Koppelfortsatz in die Koppelnut einführbar ist. Dabei bilden
die erste und zweite Öffnung insbesondere eine gemeinsame Öffnung der Verbindungsanordnung
aus. Das heißt, dass sich die erste und zweite Öffnung im montierten Zustand zumindest
abschnittsweise überschneiden und das Koppelelement bevorzugt derart ausgebildet ist,
dass es im montierten Zustand die gemeinsame Öffnung verdeckt. Alternativ ist es auch
denkbar, die erste und zweite Öffnung als separate Öffnungen vorzusehen. Auch in diesem
Fall werden die erste und zweite Öffnung im montierten Zustand vom Koppelelement verdeckt.
In beiden Fällen können vorteilhaft sämtliche Verbindungselemente von außen unsichtbar
innerhalb des Koppelschachtes angeordnet werden, wobei die Öffnung des Koppelschachtes
ebenfalls verdeckt ist.
[0021] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform bilden das Koppelelement und die Koppelnut
zusammen eine Übertotpunktklemme aus, die derart ausgebildet ist, dass bei eingehängtem
Einhängfortsatz durch Einführen des Einführfortsatzes in die Koppelnut ein Totpunkt
überschritten wird. Somit ist die Zugspannung auf einfache Art und Weise, durch elastisches
Verformen des Koppelelements, an demselben anlegbar. Beispielsweise wird dazu die
Eingangsöffnung der Koppelnut seitlich versetzt zur direkten Verbindungslinie zwischen
Koppelbolzen und der Endposition des Einführfortsatzes in der Koppelnut vorgesehen,
so dass das Koppelelement zum Einführen des Einführfortsatzes in die Koppelnut eine
weitere Strecke überbrücken muss als im montierten Zustand. Der Totpunkt liegt in
diesem Fall bei einer Position des Koppelelementes, in welcher der Einführfortsatz
den Eingang in die Koppelnut überwindet und in die Koppelnut eingeführt wird. Wenn
dieser Punkt überschritten ist, wird der Einführfortsatz durch die am Koppelelement
anliegende Zugspannung in die Koppelnut hineingezogen, so dass sich der Einführfortsatz
anschließend selbsthemmend in der Koppelnut hält. Zum Lösen des Koppelelements müsste
dann eine entsprechende Kraft auf das Koppelelement ausgeübt werden, um den Einführfortsatz
entgegen der Zugspannung so weit aus der Koppelnut herauszuziehen, dass der Einführfortsatz
den Eingang bzw. Ausgang der Koppelnut wieder überwindet und aus der Koppelnut herausgezogen
wird.
[0022] Bei bevorzugten Ausführungsformen ist das Koppelelement starr ausgebildet und die
Koppelnut verläuft derart, dass der Totpunkt beim Einführen des Einführfortsatzes
in die Koppelnut durch flexible Verformung des Koppelelements überschritten wird.
Starr ist hier derart zu verstehen, dass keine Gelenke am Koppelelement vorgesehen
sind. Der Verlauf der Koppelnut zum Ausbilden einer Übertotpunktklemme kann vielfältig
ausgestaltet sein. Beispielsweise kann die Koppelnut normal, d.h. senkrecht zur direkten
Verbindungslinie zwischen dem Einhängfortsatz und der Endposition des Einführfortsatzes
verlaufen und einen zu dieser Linie versetzten Eingang aufweisen. Ferner kann die
Totpunktwirkung noch verstärkt werden, indem die Koppelnut zumindest im Bereich ihres
Eingangs in einem spitzen Winkel zur besagten Verbindungslinie angeordnet ist. Des
Weiteren sind auch Zwischenraststufen innerhalb der Koppelnut denkbar, die beispielsweise
als flache oder stufenartige Absätze ausgebildet sein können. Das Koppelelement ist
zum Überwinden des Totpunktes flexibel verformbar, insbesondere federelastisch ausgebildet,
wobei insbesondere eine Federbrücke zwischen dem Einhängfortsatz und dem Einführfortsatz
vorgesehen sein kann. Des Weiteren können der Einhängfortsatz und der Einführfortsatz
selbst flexibel sein. Die Koppelnut ist beispielsweise als an zwei gegenüberliegenden
Innenflächen des Koppelschachts symmetrisch angeordnete Fingerfräßer-Einfräsungen
ausgebildet, in welche ein als Querbolzen ausgeführter Einführfortsatz einführbar
ist. Insgesamt wird damit eine einfache Verbindungsanordnung bereitgestellt, die werkzeuglos,
leicht, sicher und schnell montierbar ist.
[0023] Bei einer alternativen aber genauso bevorzugten Ausführungsform weist das Koppelelement
einen Übertotpunkthebel auf, welcher derart angeordnet und ausgebildet ist, dass der
Einführfortsatz ohne Kraftaufwand zumindest teilweise in die Koppelnut eingeführt
wird und zum Anlegen der Zugspannung der Übertotpunkthebel über seinen Totpunkt gedrückt
wird. Diese Ausführungsform stellt eine Alternative zur starr-elastischen Ausbildung
des Koppelelements dar. Dies schließt jedoch nicht aus, dass auch bei der Ausführungsform
mit Übertotpunkthebel flexible Ausbildungen vorgesehen sein können. Zum Aufbringen
einer Zugspannung mit einem Koppelelement gemäß dieser Ausführungsform wird das Koppelelement
zunächst mit dem Einhängfortsatz am Koppelbolzen eingehängt und mit dem Einführfortsatz
in die Koppelnut eingeführt, was je nach Anordnung des Einhängfortsatzes auch in umgekehrter
Reihenfolge durchgeführt werden kann. Anschließend wird der Übertotpunkthebel über
seinen Totpunkt gedrückt, um die Zugspannung aufzubringen. Somit wird die Zugspannung
auf eine besonders bediensichere Weise aufgebracht.
[0024] Bei bevorzugten Ausführungsformen ist der Übertotpunkthebel am Einführfortsatz vorgesehen,
wobei optional oder zusätzlich die Drehachse des Übertotpunkthebels in die Koppelnut
einführbar vorgesehen ist. Ferner ist optional oder zusätzlich der Einhängfortsatz
am Übertotpunkthebel angelenkt vorgesehen. Somit kann der Drehpunkt des Übertotpunkthebels
im Bereich der Koppelnut liegen, so dass durch Überschreiten des Totpunktes vorteilhaft
direkt am Übertotpunkthebel die Zugspannung erzeugt und gegen den Koppelschacht abgestützt
wird. Dies ist vorteilhaft, weil auf diese Weise Zugkräfte nicht mit zusätzlichen
Elementen übertragen werden müssen, um auf das Koppelelement zu wirken. Ferner ist
auf diese Weise eine Funktionsintegration für das Bauteil der Drehachse realisiert,
welches nicht nur als Achse für den Übertotpunkthebel, sondern gleichzeitig auch als
Kraftschluss herstellendes Teil des Einführfortsatzes dient.
[0025] Bei bevorzugten Ausführungsformen ist am Koppelelement ein am Koppelschacht einhängbarer
und am Übertotpunkthebel angelenkter Betätigungshebel vorgesehen, welcher derart angeordnet
und ausgebildet ist, dass bei einer Betätigung des Übertotpunkthebels der Totpunkt
überschritten wird. Der Übertotpunkthebel kann am Koppelschacht beispielsweise ebenfalls
über eine am Koppelschacht vorgesehene Nut einhängbar sein, in welche insbesondere
ein am Betätigungshebel vorgesehener Querbolzen eingehängt wird. Somit wird ein vorteilhaft
von außen leicht bedienbares Betätigungselement zur Betätigung des Übertotpunkthebels
bereitgestellt, welches bevorzugt auch gleichzeitig zur Abdeckung der gemeinsamen
Öffnung der Verbindungsanordnung dient.
[0026] Bei bevorzugten Ausführungsformen ist der Betätigungshebel am Koppelschacht in einem
Bereich einhängbar, welcher im montierten Zustand im Bereich des Koppelbolzens angeordnet
ist. Der Betätigungshebel weist dabei eine Auflagefläche für den Einhängfortsatz auf,
die den Einhängfortsatz innerhalb des Koppelschachts auf Höhe des Koppelbolzens hält.
Somit wird einerseits das Koppelelement als Einheit gut handhabbar, und andererseits
kann durch Einhängen des Betätigungshebels am Koppelschacht bei gleichzeitigem Einführen
des Einführfortsatzes in die Koppelnut das Koppelelement am Koppelschacht vorangebracht
werden, insbesondere vor einem Einführen des Koppelfortsatzes in den Koppelschacht.
Ferner wird durch das Einhängen des Betätigungshebels ein Drehpunkt für den Betätigungshebel
geschaffen, um welchen der Betätigungshebel zum Koppelschacht hin drehbar ist, wobei
bevorzugt bei einer Drehung des Betätigungshebels zum Koppelschacht hin der Übertotpunkthebel
über den Totpunkt gedrückt wird. Somit liegt der Betätigungshebel im montierten Zustand
vorteilhaft an dem Koppelschacht an und kann in dieser Stellung die gemeinsame Öffnung
der Verbindungsanordnung abdecken. Der Koppelschacht bzw. die gesamte verbindungsanordnung
wird somit verschlossen, so dass vorteilhaft von außen keinerlei Verbindungselemente
sichtbar sind. Ferner wird der Einhängfortsatz durch die Auflagefläche derart positioniert,
dass er leicht am Koppelbolzen einhängbar ist.
[0027] Bei bevorzugten Ausführungsformen weist der Einhängfortsatz an der im montierten
Zustand dem Koppelbolzen abgewandten Seite eine schräg oder konvex geformte Oberfläche
auf, welche derart angeordnet ist, dass in einem Zwischenmontagezustand, in welchem
der Betätigungshebel am Koppelschacht eingehängt ist und der Einführfortsatz in die
Koppelnut eingeführt ist, durch Einführen des Koppelfortsatzes in den Koppelschacht
der Einhängsfortsatz bei Kontakt der Oberfläche mit dem Koppelbolzen angehoben wird.
Somit kann der Einhängfortsatz durch die Einführbewegung des Koppelfortsatzes in den
Koppelschacht angehoben werden. Insbesondere kann das zuvor am Koppelschacht vorangebrachte
Koppelelement mit dieser Ausbildung innerhalb des Koppelschachtes durch Anheben des
Einhängfortsatzes geöffnet werden, wodurch der Einhängfortsatz innerhalb des Koppelschachtes,
ohne zusätzliche Betätigung des Koppelelementes von außen, am Koppelbolzen einhängbar
ist.
[0028] Bei bevorzugten Ausführungsformen ist der Koppelfortsatz so weit in den Koppelschacht
einführbar, dass der Koppelbolzen den Einhängfortsatz beim Einführen des Koppelfortsatzes
in den Koppelschacht derart unterwandert, dass der Einhängfortsatz durch Herunterfallen
oder Zuschnappen in Richtung der Auflagefläche einen mit dem Koppelbolzen vorverrasteten
Zustand einnimmt. Somit ist der Lehnenträger bereits mit dem Sitzträger vorverrastet,
bevor der Übertotpunkthebel betätigt wird. Dies trägt vorteilhaft zur Montagesicherheit
beim Montieren bei. Wenn sich die verbindungsanordnung im vorverrasteten Zustand befindet,
muss nur noch der Betätigungshebel betätigt werden, um die Zugspannung auf das Koppelelement
aufzubringen und somit den Koppelfortsatz mit dem Koppelschacht kraftschlüssig zu
verbinden. Der Lehnenträger braucht dazu nicht mehr gehalten werden. Damit kann die
Montage des Lehnenträgers am Sitzmöbelträger vorteilhaft leicht von einer Einzelperson
durchgeführt werden.
[0029] Bei einer bevorzugten Ausführungsform eines Sitzmöbels ist das Sitzmöbel als hochlehniger
Bürodrehstuhl mit einer Rückenlehne ausgebildet. Der Lehnenträger ist dabei als Rückenlehnenträger
und der Sitzträger als Sitzträger des Bürodrehstuhls ausgebildet. Der Koppelfortsatz
ist am Sitzträger des Bürodrehstuhls vorgesehen und insbesondere einteilig mit dem
Sitzträger des Bürodrehstuhls ausgebildet. Alternativ kann der Koppelfortsatz als
separates, am Sitzträger befestigtes Teil ausgebildet sein. Ein Koppelschacht ist
am Rückenlehnenträger vorgesehen und insbesondere einteilig mit dem Rückenlehnenträger
ausgebildet.
[0030] Alternativ oder zusätzlich können Armlehnen vorgesehen sein, die ebenfalls mittels
einer erfindungsgemäßen verbindungsanordnung mit dem Sitzträger verbunden sind. Dazu
sind am Sitzträger entsprechend angeordnete Koppelfortsätze vorgesehen. Ferner ist
zumindest ein als Armlehnenträger ausgebildete Lehnenträger vorgesehen, an welchem
ein Koppelschacht vorgesehen ist.
[0031] Für den Rückenlehnenträger und/oder den Armlehnenträger sind erfindungsgemäße Verbindungsanordnungen
vorgesehen, welche jeweils den Rückenlehnenträger und/oder den Armlehnenträger mit
dem Sitzträger des Bürodrehstuhls verbinden. Im Falle zweier separater Armlehnen sind
separate Armlehnenträger und Verbindungsanordnungen vorgesehen. Zur einteiligen Ausbildung
mit dem Lehnenträger kann der Koppelschacht als Fortsatz des Arm- bzw. Rückenlehnenträgers
ausgebildet sein. Dies ist insbesondere dann einfach realisierbar, wenn der Rücken-
oder Armlehnenträger aus Kunststoff gebildet ist. Der Rücken- oder Armlehnenträger
kann dann z.B. ein Spritzteil sein. Ebenso ist eine einteilige Ausbildung bei aus
einem Aluminiumwerkstoff denkbar. Zudem kommen auch Holzwerkstoffe, Verbundwerkstoffe,
insbesondere Faserverbundwerkstoffe oder Holzverbundwerkstoffe in Frage.
[0032] Der Sitzträger ist bevorzugt aus gut gießbaren Werkstoffen, wie Kunststoff oder Aluminium,
gebildet, insbesondere bei einer einteiligen Ausbildung mit dem Einführfortsatz. Alternativ
kann der Einführfortsatz am Sitzträger als zunächst separates Teil angebracht werden,
beispielsweise mit Befestigungsmitteln oder durch Form- oder Stoffschluss. In diesem
Fall sind eine Vielzahl andere Werkstoffe, wie z.B. Stahl, ebenso bevorzugt einsetzbar.
Zudem ist alternativ auch der Koppelschacht am Lehnenträger mit Befestigungsmitteln,
oder durch Form- oder Stoffschluss befestigbar.
[0033] Die obigen Ausgestaltungen und Weiterbildungen lassen sich, sofern sinnvoll, beliebig
miteinander kombinieren. Weitere mögliche Ausgestaltungen, Weiterbildungen und Implementierungen
der Erfindung umfassen auch nicht explizit genannte Kombinationen von zuvor oder im
Folgenden bezüglich der Ausführungsbeispiele beschriebenen Merkmale der Erfindung.
Insbesondere wird dabei der Fachmann auch Einzelaspekte als Verbesserungen oder Ergänzungen
zu der jeweiligen Grundform der vorliegenden Erfindung hinzufügen.
INHALTSANGABE DER ZEICHNUNG
[0034] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand der in den schematischen Figuren
der Zeichnung angegebenen Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen dabei:
- Fig. 1
- eine schematische Skizze einer erfindungsgemäßen verbindungsanordnung;
- Fig. 2
- eine Explosionsdarstellung eines Bürodrehstuhls mit einer erfindungsgemäßen Verbindungsanordnung;
- Fig. 3A-3C
- eine erfindungsgemäße Verbindungsanordnung gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden
Erfindung in einer Längsschnittdarstellung sowie Stadien eines Montageprozesses der
Verbindungsanordnung;
- Fig. 4
- eine Darstellung der Verbindungsanordnung aus Fig. 3A-C ohne Koppelschacht;
- Fig. 5
- eine perspektivische Ansicht einer Längsschnittdarstellung gemäß dem Ausführungsbeispiel
einer Verbindungsanordnung aus Fig. 2;
- Fig. 6A-6D
- eine Längsschnittdarstellung einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
verbindungsanordnung sowie Stadien des Montageprozesses der Verbindungsanordnung;
- Fig. 7
- ein Koppelelement gemäß der Ausführungsform einer Verbindungsanordnung aus Figur 6A-6D
in einer perspektivischen Einzelteildarstellung;
- Fig. 8
- eine perspektivische Darstellung der Längsschnittansicht aus Figur 6D;
- Fig. 9
- eine perspektivische Ansicht einer Verbindungsanordnung gemäß dem Ausführungsbeispiel
aus Fig. 6A-6D ohne Koppelschacht.
[0035] Die beiliegenden Figuren der Zeichnung sollen ein weiteres Verständnis der Ausführungsformen
der Erfindung vermitteln. Sie veranschaulichen Ausführungsformen und dienen im Zusammenhang
mit der Beschreibung der Erklärung von Prinzipien und Konzepten der Erfindung. Andere
Ausführungsformen und viele der genannten Vorteile ergeben sich im Hinblick auf die
Zeichnungen. Die Elemente der Zeichnungen sind nicht notwendigerweise maßstabsgetreu
zueinander gezeigt.
[0036] In den Figuren der Zeichnung sind gleiche, funktionsgleiche und gleich wirkende Elemente,
Merkmale und Komponenten - sofern nichts Anderes ausgeführt ist - jeweils mit denselben
Bezugszeichen versehen.
BESCHREIBUNG VON AUSFÜHRUNGSBEISPIELEN
[0037] Fig. 1 zeigt eine schematische Skizze einer erfindungsgemäßen Verbindungsanordnung
1 eines Sitzmöbels. Diese Skizze dient lediglich zur Darstellung des Prinzips der
Verbindungsanordnung und ist daher zur besseren Übersichtlichkeit ohne Schraffuren,
Sichtkanten und dergleichen dargestellt. Die Verbindugnsanordnung 1 weist einen Koppelschacht
2 auf, innerhalb dem eine Koppelnut 5 vorgesehen ist. Ferner weist die Verbindungsanordnung
1 einen Koppelfortsatz 3 auf, an welchem eine Koppelbolzen 4 befestigt ist. Die Verbindungsanordnung
ist in einem montierten Zustand dargestellt, in welchem der Koppelfortsatz 3 in den
Koppelschacht 2 eingeführt ist. Die Verbindungsanordnung weist ferner ein Koppelelement
6 auf, an welchem ein Einhängfortsatz 7 und ein Einführfortsatz 8 vorgesehen sind.
Der Einhängfortsatz 7 ist am Koppelbolzen 4 einhängbar ausgebildet und der Einführfortsatz
8 ist in die Koppelnut 5 einführbar ausgebildet. Am Koppelelement liegt zwischen dem
Einführfortsatz 8 und dem Einhängfortsatz 7 eine Zugspannung an, welche den Koppelfortsatz
im Koppelschacht 2 hält. Ferner hält die Zugspannung den Einführfortsatz 8 in der
Koppelnut 5. In der dargestellten Ausführungsform wird dies dadurch gewährleistet,
dass die nicht dargestellte Verbindungslinie zwischen dem Einhängfortsatz und dem
Einführfortsatz im montierten Zustand kürzer ist, als in einem Zustand, in welchem
der Einführfortsatz in den Eingang der Koppelnut bei eingehängtem Einhängfortsatz
einführbar ist. Der Koppelfortsatz 3 ist im Koppelschacht 2 nur bis zu einem Anschlag
einführbar, so dass im montierten Zustand die Zugspannung am Anschlag zwischen Koppelschacht
2 und Koppelfortsatz abgestützt wird.
[0038] Figur 2 zeigt einen Bürodrehstuhl 10 mit einer erfindungsgemäßen Verbindungsanordnung.
Der Bürodrehstuhl 10 weist einen Rückenlehnenträger 11 und einen Sitzträger 12 auf.
An der Oberfläche des Sitzträgers 12 ist eine Sitzfläche 13 vorgesehen. An der Unterseite
des Sitzträgers 12 ist eine Drehstuhlsäule 14 vorgesehen, die den Sitzträger 12 mit
einem Stuhlkreuz 15 verbindet. Am Stuhlkreuz 15 sind Stuhlrollen 16 angebracht. Der
Rückenlehnenträger 11 weist einen Koppelschacht 2 auf und der Sitzträger 3 weist einen
Koppelfortsatz 3 auf. Ferner ist ein Koppelelement 6 vorgesehen, mittels welchem der
Koppelschacht und der Koppelfortsatz verbindbar sind. Der Koppelschacht 2, das Koppelelement
6 und der Koppelfortsatz 3 sind Teil einer erfindungsgemäßen Verbindungsanordnung
1. In der gezeigten Ausführungsform eines Bürodrehstuhls dient diese Verbindungsanordnung
1 zum Anbringen einer am Rückenlehnenträger 11 vorgesehenen Rückenlehne 17 an den
Sitzträger 12. Ferner können weitere, nicht dargestellte Verbindungsanordnungen beispielsweise
zum Anbringen von nicht dargestellten Armlehnen vorgesehen sein. Auch diese Verbindungsanordnungen
können gemäß einer erfindungsgemäßen Verbindungsanordnung 1 ausgebildet sein. Die
Sitzfläche 13 ist konventionell, das heißt über Befestigungsmittel oder Rastmittel
am Sitzträger 12 angebracht. Auch der Sitzträger 12 und die Drehstuhlsäule 14 sind
konventionell miteinander verbunden. Ebenso verhält es sich mit der Verbindung zwischen
Drehstuhlsäule 14 und Stuhlkreuz 15 sowie zwischen den Stuhlrollen 16 und dem Stuhlkreuz
15.
[0039] Die Figuren 3A bis 3C zeigen eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Verbindungsanordnung
1 in einer Längsschnittdarstellung sowie Stadien eines Montageverfahrens zum Anbringen
eines Lehnenträgers 11 an einen Sitzträger 12. Die Verbindungsanordnung 1 weist in
diesem Ausführungsbeispiel einen Koppelschacht 2 und einen Koppelfortsatz 3 sowie
ein Koppelelement 6 auf. Im dargestellten Zustand ist der Koppelfortsatz 3 in den
Koppelschacht 2 eingeführt. Das Koppelelement 6 ist mit seinem als Rundhaken ausgebildeten
Einhängfortsatz 7 am Koppelbolzen 4, der am Koppelfortsatz 3 befestigt ist, eingehängt.
Dazu wurde der Einhängfortsatz 7 zuvor durch die erste Öffnung 21 des Koppelfortsatzes
3 in den Koppelschacht 2 eingeführt und am Koppelbolzen 4 eingehängt. Das Koppelelement
6 weist ferner einen Einführfortsatz 8 auf, welcher in dieser Ausführungsform als
eine mit einem Querbolzen versehene, an einer Nase angebrachte Hülse ausgebildet ist.
Dieser Einführfortsatz 8 ist durch eine Öffnung 22 des Koppelschachtes in die Koppelnut
5 einführbar. Die erste Öffnung 21 und die zweite Öffnung 22 bilden eine gemeinsame
Öffnung 23, über welche der Koppelschacht 2 innen zugänglich ist.
[0040] Das Koppelelement 6 ist in dieser Ausführungsform als einteiliges, elastisch verformbares
Koppelelement 6 ausgebildet. Das Koppelelement 6 und die Koppelnut 5 bilden gemeinsam
eine Übertotpunktklemme aus, wobei der Totpunkt erreicht wird, wenn sich der Einführfortsatz
8 an der Öffnung 22 am Eingang der Koppelnut 5 befindet. Um zu diesem Punkt zu gelangen,
muss das Koppelelement 6 elastisch verformt werden, wodurch es vorgespannt wird. Die
Vorspannung ist am Totpunkt maximal. Sobald das Koppelelement 6 den Totpunkt mit dem
Einführfortsatz 8 überschritten hat, wird es von der Vorspannkraft in die Koppelnut
5 hineingezogen. Die Koppelnut 5 ist dazu derart ausgerichtet, dass ein Kraftvektor
der Zugvorspannkraft eine Komponente aufweist, die in Richtung der Koppelnut verläuft.
Wenn der Einführfortsatz vollständig in die Koppelnut eingeführt ist, verbleibt eine
am Koppelelement anliegende Zugspannung.
[0041] Figur 3A zeigt das Koppelelement 6 bereits in einem elastisch verformten Zustand
kurz vor Erreichen des Totpunktes mit dem Einführfortsatz 8 am Eingang der Koppelnut
5. Figur 3B zeigt eine Stellung, in welcher der Totpunkt gerade überschritten wurde
und sich der Einführfortsatz 8 bereits in der Koppelnut 5 befindet und teilweise darin
eingeführt ist. In Figur 3C ist der montierte Zustand dargestellt, in welchem der
Einführfortsatz 8 vollständig in die Koppelnut 5 eingeführt ist. In diesem Zustand
ist das Koppelelement 6 immer noch leicht elastisch verformt, und es liegt eine Zugspannung
zwischen dem Einführfortsatz 8 und dem Einhängfortsatz 7 an dem Koppelelement 6 an.
Durch diese Zugvorspannung wird der Koppelfortsatz 3 im Koppelschacht 2 gehalten.
In diesem montierten Zustand wird die Öffnung 23 vom Koppelelement 6 zumindest teilweise
verdeckt bzw. geschlossen. Somit
[0042] In der hier dargestellten Ausführungsform ist der Koppelschacht 2 einteilig mit einem
Lehnenträger ausgebildet, welcher als Aluminiumgussteil ausgebildet ist. Der Koppelfortsatz
3 ist in diesem Ausführungsbeispiel als an einem Sitzträger mit Befestigungsmitteln
anbringbares Aluminiumgussteil ausgebildet.
[0043] In Figur 4 ist die Verbindungsanordnung aus den Figuren 3A bis 3C in einer perspektivischen
Ansicht ohne den Koppelschacht 2 dargestellt. Der Koppelfortsatz 3 ist mit zwei Koppelfortsatzteilen
31 und 32 gebildet. Diese Koppelfortsatzteile 31 und 32 sind über den Koppelbolzen
4 miteinander verbunden. Die Koppelfortsatzteile 31 und 32 sind zueinander spiegelsymmetrisch
ausgebildet, wobei die Spiegelebene mittig durch eine mittige Querschnittsebene des
Koppelbolzens verläuft. Symmetrisch zu dieser Ebene ist auch das Koppelelement 6 in
dieser Darstellung gezeigt. In dieser Ausführungsform bildet der Zwischenraum zwischen
den beiden Koppelfortsatzteilen 31 und 32 die erste Öffnung 21 des Koppelfortsatzes
3. Der Koppelfortsatz 3 weist an den Koppelfortsatzteilen 31 und 32 jeweils Anschlagflächen
33 auf, an welchen Anschlagflächen des Koppelschachtes, beispielsweise die Endflächen
des Schachtes, anliegen können, um die vom Koppelelement aufgebrachte Zugspannung
abzustützen.
[0044] Der Koppelfortsatz 3 weist diverse Befestigungsöffnungen 34 zum Anbringen des Koppelfortsatzes
3 am Sitzträger 12 eines Sitzmöbels 10 auf. Bei einer etwaigen Auslieferung eines
Sitzmöbels mit dieser Verbindungsanordnung ist der Koppelfortsatz 3 an dem Sitzträger
12 vormontiert. Das Sitzmöbel kann nach einem Transport vor Ort durch Montieren der
Verbindungsanordnung an seinem Bestimmungsort oder an einer Vertriebsstelle leicht
und schnell endmontiert werden. Ferner kann diese Verbindungsanordnung auch für eine
optimierte Fabrikendmontage eingesetzt werden.
[0045] Figur 5 zeigt eine Darstellung der Ausführungsform gemäß den Figuren 3A bis 3C in
einer perspektivischen Längsschnittdarstellung im montierten Zustand. Darin sind die
vorstehend beschriebenen Elemente zur besseren Illustration nochmals perspektivisch
gezeigt.
[0046] Die Figuren 6A bis 6D zeigen eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Verbindungsanordnung
1 eines Sitzmöbels 10 sowie Darstellungen von Stadien ihres Montageverfahrens, insbesondere
zum Verbinden eines Lehnenträgers 11 mit einem Sitzträger 12. Die dargestellte Ausführungsform
unterscheidet sich vor allem hinsichtlich der Ausgestaltung des Koppelelements 6',
weshalb im Folgenden vor allem auf die Unterschiede zu dem vorangehenden Ausführungsbeispiel
eingegangen wird. Der Koppelfortsatz 3 und der Koppelschacht 2 sind im Wesentlichen
gleich dem vorangehenden Ausführungsbeispiel ausgebildet. Das Koppelelement 6' weist
hingegen im Unterschied dazu einen Übertotpunkthebel 41 auf. Dieser weist eine Drehachse
42 auf, welche in die Koppelnut 5 einführbar angeordnet und ausgebildet ist. Das heißt,
der Übertotpunkthebel 41 ist am Einführfortsatz 8' ausgebildet und die Drehachse 42
des Übertotpunkthebels 41 bildet den in die Koppelnut 5 einführbaren Abschnitt des
Einführfortsatzes 8' aus. Des Weiteren ist am Übertotpunkthebel 41 auch der Einhängfortsatz
7' angelenkt, welcher bei dieser Ausführungsform als Fall- oder Schnapphaken ausgebildet
ist. An der anderen Seite des Übertotpunkthebels 41 ist ein Betätigungshebel 43 an
den Übertotpunkthebel 41 angelenkt, über welchen der Übertotpunkthebel 41 betätigbar
ist. Dieser Betätigungshebel 43 ist in einer Einhängnut 47 eingehängt und weist dazu
entsprechend ausgebildete Einhängmittel 48, insbesondere einen Querbolzen, auf. Im
Bereich der Einhängmittel 48 ist der Betätigungshebel 43 ferner mit einer Auflagefläche
45 versehen. Im nicht montierten Zustand ist diese Auflagefläche 45 zur Auflage des
Einhängfortsatzes 7' vorgesehen. Die Auflagefläche 45 hält den Einhängfortsatz 7'
im nicht montierten Zustand auf der Höhe des Koppelbolzens 4. Das Koppelelement 43
ist durch Einhängen des Betätigungshebels in der Einhängnut 47 und durch Einführen
der Drehachse 42 in die Koppelnut 5 in einem vorangebrachten Zustand an dem Koppelschacht
2 anbringbar.
[0047] Bei der dargestellten Ausführungsform ist sowohl dieser vorangebrachte Zustand als
auch die Stellung des Einhängfortsatzes auf Höhe des Koppelbolzens besonders vorteilhaft
nutzbar, denn auf diese Weise kann gleichzeitig der Koppelfortsatz 3 in den Koppelschacht
2 eingeführt werden und der Einhängfortsatz 7' durch die Einführbewegung in bzw. an
dem Koppelbolzen 4 eingehängt werden. Damit dies reibungslos funktioniert, weist der
Einhängfortsatz 7' an der im dargestellten montierten Zustand dem Koppelbolzen 4 abgewandten
Seite eine schräg angestellte Oberfläche 46 auf. Durch diese schräg angestellte Oberfläche
46 wird der Einhängfortsatz 47 beim Einführen des Koppelfortsatzes 3 angehoben, wenn
die Oberfläche 46 mit dem Koppelbolzen 4 in Kontakt kommt. Der Koppelfortsatz 3 ist
dann so weit in den Koppelschacht 2 einführbar, dass der Einhängfortsatz 7' vom Koppelbolzen
4 beim Einführen des Koppelfortsatzes 3 vollständig unterwandert wird und im vollständig
eingeführten Zustand wieder auf die Auflagefläche 45 herunterfällt bzw. herunterschnappt.
[0048] Das Herunterschnappen kann von einer Federvorspannung des Einhängfortsatzes 7'unterstützt
werden. Bevorzugt fällt der Einhängfortsatz 7' jedoch lediglich durch die Schwerkraftwirkung
herunter, was aufgrund dessen, dass die Montage im stehenden Zustand des Sitzmöbels
durchgeführt werden kann, ausreichend ist. In diesem Zustand, der in Figur 6A dargestellt
ist, befindet sich die Verbindungsanordnung 1 in einem vorverrasteten Zustand. Somit
kann sich der Koppelschacht 2 nicht mehr ohne weiteres vom Koppelfortsatz 3 lösen,
weshalb der Lehnenträger 11 des Sitzmöbels nun nicht mehr gehalten werden muss. Dies
ermöglicht es dem Monteur den Betätigungshebel 43 zu betätigen, ohne dass er den Koppelschacht
2 dazu am Koppelfortsatz 3 von außen halten muss.
[0049] Zum Befestigen des Koppelfortsatzes 3 mit dem Koppelschacht 2 wird der Betätigungshebel
43 in der in Figur 6A dargestellten Stellung in Richtung des Koppelschachtes 2 in
die Öffnung 23 gedrückt. Dabei zieht sich zunächst der Einhängfortsatz 7 komplett
an den Koppelbolzen 4 an, wie in Figur 6B gezeigt. Dabei wird der Übertotpunkthebel
41 schon in einem gewissen Maße verdreht, jedoch noch nicht bis zum Totpunkt. Der
Betätigungshebel 43 bewegt sich leicht in Richtung des Koppelschachtes 2 und dessen
Öffnung 23. In dieser Stellung muss noch keine Kraft am Betätigungshebel aufgewendet
werden. Allerdings ist zum Erreichen des Totpunktes ein am Betätigungshebel 43 eingebrachter
Kraftaufwand notwendig. Figur 6C zeigt den Übertotpunkthebel 41 im Totpunkt. In dieser
Stellung liegt eine maximale Zugspannung zwischen dem Einführfortsatz 8' bzw. dem
Übertotpunkthebel 41 und dem Einhängfortsatz 7' an dem Koppelelement 6' an. Um in
diese Stellung zu gelangen, muss der Übertotpunkthebel durch die am Betätigungshebel
43 eingebrachte Betätigungskraft zum Totpunkt gedreht werden. Im Totpunkt selbst ist
der Betätigungshebel 43 dann annähernd frei von Kräften. Aus dieser Stellung kann
der Betätigungshebel 43 über den Totpunkt gedrückt werden, so dass der Übertotpunkthebel
in eine in Figur 6D dargestellte Übertotpunktstellung schnappt. Der Betätigungshebel
43 ist in dieser Stellung vollständig in seiner Endposition angekommen und ist bevorzugt
derart angeordnet, dass er die Öffnung 23 ausfüllt und bündig an dem Koppelschacht
2 anliegt. Zwischen dem Übertotpunkthebel 41 und dem Einhängfortsatz 7 steht in dieser
Stellung eine Zugspannung an, welche den Übertotpunkthebel 41 in der Übertotpunktstellung
hält. Diese Zugspannung ist etwas geringer als die Zugspannung im Totpunkt, wodurch
eine Selbsthemmung erreicht wird, die einerseits zum Halten des Übertotpunkthebels
41 in der Übertotpunktstellung führt und andererseits zum Halten des gesamten Einführfortsatzes
8', insbesondere der Drehachse 42 in der Koppelnut 5 führt. Durch die anliegende Zugspannung
wird der Koppelfortsatz 3 in dem Koppelschacht 2 gehalten. Die hier dargestellte Ausführungsform
ist aufgrund des hohen Bedienkomforts insbesondere für die Heimmontage oder Selbstmontage
eines Kunden geeignet. Denkbar ist jedoch genauso der Einsatz für die Vertriebs- oder
Fabrikmontage.
[0050] Figur 7 zeigt das Koppelelement 6 in einer perspektivischen Einzelteildarstellung.
Dabei ist die Drehachse 42 und die Einhängmittel 48 als seitlich vorstehende Bolzen
dargestellt. Die schräge Oberfläche 46 ist als keilförmiger Fortsatz an dem Einhängfortsatz
7' ausgebildet. Die Auflagefläche 45 ist als fächerförmiger Fortsatz 45 am Betätigungshebel
43 ausgebildet. Der Übertotpunkthebel 41 weist insgesamt drei Drehachsen auf, wobei
die Drehachse 42 die durch die Koppelnut 5 festgelegte Achse darstellt und die beiden
anderen Drehachsen zum Anlenken des Einhängfortsatzes 7' und des Betätigungshebels
43 vorgesehen sind.
[0051] Figur 8 zeigt einen Zustand der erfindungsgemäßen Verbindungsanordnung gemäß der
Schnittdarstellung aus Figur 6D in einer perspektivischen Schnittdarstellung. Es werden
sämtliche vorstehend beschriebenen Elemente zur besseren Illustration perspektivisch
dargestellt.
[0052] Figur 9 zeigt eine Darstellung der Verbindungsanordnung gemäß den Figuren 6A bis
6D ohne den Koppelschacht. Die in Figur 9 dargestellte Ausführungsform entspricht
abgesehen vom Koppelelement 6' im Wesentlichen der in Figur 4 dargestellten Ausführungsform
des Koppelfortsatzes 3. Bei den beiden Ausführungsbeispielen gemäß den Figuren 3A
bis 5 und 6A bis 9 können vorteilhaft baugleiche Koppelfortsätze 3 und auch baugleiche
Koppelschächte 2 verwendet werden. Bei beiden Ausführungsbeispielen sind die Koppelfortsätze
3 in den Koppelschacht 2 einführbar, und somit bis auf eine Richtung in allen Freiheitsgraden
begrenzt. Die freie Richtung wird dann von dem Koppelelement 6 bzw. 6' begrenzt. Somit
können für die beiden unterschiedlichen Ausführungsbeispiele, welche auch unterschiedliche
Montagekonzepte aufweisen, sehr viele Gleichteile verwendet werden. Im Wesentlichen
wird lediglich ein anderes Koppelelement 6 bzw. 6' verwendet. Somit sind vorteilhaft
gleichzeitig eine bevorzugt zur Fabrikmontage vorgesehene Ausführungsform gemäß den
Figuren 2A bis 5 und eine bevorzugt zur Heimmontage vorgesehene Ausführungsform gemäß
den Figuren 6A bis 9 vorwiegend mit Gleichteilen realisierbar, wobei lediglich unterschiedliche
Koppelelemente 6 bzw. 6' vorgesehen sind.
[0053] Obwohl die vorliegende Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele vorstehend
vollständig beschrieben wurde, ist sie darauf nicht beschränkt, sondern auf vielfältige
Art und Weise modifizierbar.
[0054] Beispielsweise kann der Koppelbolzen auch bei einer alternativen Ausführung des Koppelfortsatzes
andersartig ausgebildet sein. Falls der Koppelfortsatz beispielsweise schachtartig
ausgebildet ist, kann der Koppelbolzen auch durch eine Einhängausnehmung in diesem
Schacht ersetzt werden. Die Ausbildung des Einhängfortsatzes und die Kraftangriffspunkte
müssten entsprechend angepasst werden.
[0055] Ähnlich verhält es sich mit einer alternativen Ausführung des Koppelschachtes. Falls
beispielsweise die Schachtform an einer Position ausläuft, die näher am Koppelbolzen
liegt als die Koppelnut, das heißt falls die Koppelnut nicht in einen Hohlraum des
Schachtes hineinragt, sondern an diesen anschließt, ist es denkbar, das Koppelelement
derart anzupassen, dass es lediglich von außen in die Nut eingeführt wird. In diesem
Fall erstreckt sich das Koppelement nicht innerhalb des Koppelschachtes, sondern an
dessen Außenfläche oder in einer dafür separat vorgesehenen Vertiefung.
[0056] Ferner wäre es denkbar, die Zugspannung nicht mit einem Überschreiten eines Totpunktes,
sondern beispielsweise durch eine vorgesehene und vorbestimmte plastische oder plastischelastische
Verformung des Koppelelementes anzulegen. Beispielsweise könnte das Koppelelement
einen zur Verformung vorgesehenen Abschnitt aufweisen, welcher einen ausgeklappten
langen und einen verformten, verkürzten Zustand aufweist. Zum Aufbringen der Zugspannung
wird dann der verkürzte Zustand eingenommen. Ferner wäre auch der Einsatz eines Schrumpfwerkstoffes
am Koppelelement denkbar, welcher zum Aufbringen der Zugspannung beispielsweise durch
Erhitzen geschrumpft wird und so eine Zugspannung erzeugt.
Bezugszeichenliste
[0057]
- 1
- verbindungsanordnung
- 2
- Koppelschacht
- 3
- Koppelfortatz
- 4
- Koppelbolzen
- 5
- Koppelnut
- 6
- Koppelelement
- 7
- Einhängfortsatz
- 8
- Einführfortsatz
- 10
- Bürodrehstuhl
- 11
- Rückenlehnenträger
- 12
- Sitzträger
- 13
- Sitzfläche
- 14
- Drehstuhlsäule
- 15
- Stuhlkreuz
- 16
- Stuhlrolle
- 17
- Rückenlehne
- 21
- erste Öffnung
- 22
- zweite Öffnung
- 23
- gemeinsame Öffnung
- 31
- erstes Koppelfortsatzteil
- 32
- zweites Koppelfortsatzteil
- 33
- Anschlag
- 34
- Befestigungsöffnungen
- 41
- Übertotpunkthebel
- 42
- Drehachse
- 43
- Betätigungshebel
- 44
- Bereich
- 45
- Auflagefläche
- 46
- Oberfläche
- 47
- Einhängnut
- 48
- Einhängmittel
1. Verbindungsanordnung (1) eines Sitzmöbels (10) zum Anbringen eines Lehnenträgers (11)
an einen Sitzmöbelträger (12),
mit einem Koppelschacht (2) und einem Koppelfortsatz (3), wobei der Koppelfortsatz
(3) im montierten Zustand zumindest abschnittweise in den Koppelschacht (2) eingeführt
ist,
mit einem am Koppelfortsatz (3) befestigten Koppelbolzen (4) und einer innerhalb des
Koppelschachtes (2) vorgesehenen Koppelnut (5),
mit einem Koppelelement (6), welches einen am Koppelbolzen (4) einhängbaren Einhängfortsatz
(7) und einen in die Koppelnut (5) einführbaren Einführfortsatz (8) aufweist,
wobei das Koppelelement (6), die Koppelnut (5) und der Koppelbolzen (4) derart angeordnet
und ausgebildet sind, dass im montierten Zustand am Koppelelement (6) eine Zugspannung
zwischen Einhängfortsatz (7) und Einführfortsatz (8) anliegt, welche den Koppelfortsatz
(3) im Koppelschacht (2) hält und den Einführfortsatz (8) selbsthemmend in der Koppelnut
(5) hält.
2. Verbindungsanordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Koppelbolzen (4) an einem in den Koppelschacht (2) eingeführten Abschnitt des
Koppelfortsatzes (3) angeordnet ist und der Koppelfortsatz (3) eine erste Öffnung
(21) aufweist, durch welche der Einhängfortsatz (7) in den Koppelschacht (2) einführbar
ist.
3. Verbindungsanordnung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Koppelfortsatz (3) zweiteilig ausgebildet ist, wobei die zwei Koppelfortsatzteile
(31, 32) über den Koppelbolzen (4) verbunden sind und die erste Öffnung (21) zwischen
den zwei Koppelfortsatzteilen (31, 32) angeordnet ist.
4. Verbindungsanordnung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Koppelschacht (2) eine zweite Öffnung (22) aufweist, durch welche der Einführfortsatz
(8) in die Koppelnut (5) einführbar ist, wobei die erste und zweite Öffnung (21, 22)
insbesondere eine gemeinsame Öffnung (23) der Verbindungsanordnung (1) ausbilden.
5. Verbindungsanordnung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Koppelelement (6) und die Koppelnut (5) zusammen eine Übertotpunktklemme ausbilden,
die derart ausgebildet ist, dass bei eingehängtem Einhängfortsatz (7) durch Einführen
des Einführfortsatzes (8) in die Koppelnut (5) ein Totpunkt überschritten wird.
6. Verbindungsanordnung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Koppelelement (6) starr ausgebildet ist und die Koppelnut (5) derart verläuft,
dass der Totpunkt beim Einführen des Einführfortsatzes (8) in die Koppelnut (5) durch
flexible Verformung des Koppelelements (6) überschritten wird.
7. Verbindungsanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Koppelelement (6) einen Übertotpunkthebel (41) aufweist, welcher derart angeordnet
und ausgebildet ist, dass der Einführfortsatz (8) ohne Kraftaufwand zumindest teilweise
in die Koppelnut (5) eingeführt wird und zum Anlegen der Zugspannung der Übertotpunkthebel
(41) über seinen Totpunkt gedrückt wird.
8. verbindungsanordnung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Übertotpunkthebel am Einführfortsatz (8) vorgesehen ist und/oder die Drehachse
(42) des Übertotpunkthebels (41) in die Koppelnut (5) einführbar vorgesehen ist und/oder
der Einhängfortsatz (7) am Übertotpunkthebel angelenkt vorgesehen ist.
9. Verbindungsanordnung nach einem der vorstehenden Ansprüche 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass am Koppelelement (6) ein am Koppelschacht (2) einhängbarer und am Übertotpunkthebel
(41) angelenkter Betätigungshebel (43) vorgesehen ist, welcher derart angeordnet und
ausgebildet ist, dass bei einer Betätigung des Betätigungshebels (43) der Totpunkt
überschritten wird.
10. verbindungsanordnung nach einem der vorstehenden Ansprüche 7 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Betätigungshebel (43) am Koppelschacht (2) in einem Bereich (44) einhängbar ist,
welcher im montierten Zustand im Bereich des Koppelbolzens angeordnet ist, wobei der
Betätigungshebel (43) eine Auflagefläche (45) für den Einhängfortsatz (7) aufweist,
die den Einhängfortsatz (7) innerhalb des Koppelschachts (2) auf Höhe des Koppelbolzens
(4) hält.
11. Verbindungsanordnung nach Anspruch 10
dadurch gekennzeichnet,
dass der Einhängfortsatz (7) an der im montierten Zustand dem Koppelbolzen (4) abgewandten
Seite eine schräg oder konvex geformte Oberfläche (46) aufweist, welche derart angeordnet
ist, dass in einem Zwischenmontagezustand, in welchem der Betätigungshebel (43) am
Koppelschacht (2) eingehängt ist und der Einführfortsatz (8) in die Koppelnut (5)
eingeführt ist, durch Einführen des Koppelfortsatzes (3) in den Koppelschacht (2)
der Einhängfortsatz (7) bei Kontakt der Oberfläche (46) mit dem Koppelbolzen (4) angehoben
wird.
12. Verbindungsanordnung nach Anspruch 11
dadurch gekennzeichnet,
dass der Koppelfortsatz (3) so weit in den Koppelschacht (2) einführbar ist, dass der
Koppelbolzen (4) den Einhängfortsatz (7) beim Einführen des Koppelfortsatzes (3) in
den Koppelschacht (2) derart unterwandert, dass der Einhängfortsatz (7) durch Herunterfallen
oder Zuschnappen in Richtung der Auflagefläche (45) einen mit dem Koppelbolzen (4)
vorverrasteten Zustand einnimmt.
13. Sitzmöbel (10), insbesondere Bürodrehstuhl,
mit zumindest einem Lehnenträger (11) und einem Sitzträger (12),
wobei der Lehnenträger (11) mittels einer Verbindungsanordnung (1) gemäß einem der
vorstehenden Ansprüche mit dem Sitzträger (12) verbunden ist.
14. Sitzmöbel nach Anspruch 13
dadurch gekennzeichnet,
dass das Sitzmöbel (10) als hochlehniger Bürodrehstuhl (10) mit einer Rückenlehne (17)
ausgebildet ist, wobei am Sitzträger (12) zumindest ein Koppelfortsatz (3) vorgesehen
ist, wobei der Lehnenträger (11) als Rückenlehnenträger (11) ausgebildet ist und der
Koppelschacht (2) am Rückenlehnenträger (11) vorgesehen ist und/oder Armlehnen mit
zumindest einem als Armlehnenträger (11) ausgebildeten Lehnenträger (11) vorgesehen
sind und am Armlehnenträger (11) ein Koppelschacht (2) vorgesehen ist.
15. Montageverfahren zum Anbringen eines Lehnenträgers (11) an einem Sitzträger (12),
insbesondere mit einer Verbindungsanordnung (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche
1 bis 12, mit den Schritten:
a) Bereitstellen eines Koppelfortsatzes (3), an welchem ein Koppelbolzen (4) befestigt
ist, eines Koppelschachts (2), an welchem eine Koppelnut (5) vorgesehen ist und eines
Koppelelements (6), welches einen Einhängfortsatz (7) und einen Einführfortsatz (8)
aufweist;
b) Einführen des Koppelfortsatzes (3) in den Koppelschacht(2);
c) Einhängen des Einhängforsatzes (7) am Koppelbolzen (4);
d) Einführen des Einführfortsatzes (8) in die Koppelnut (5);
e) Anlegen einer Zugspannung am Koppelelement (6) zwischen Einhängfortsatz (7) und
Einführfortsatz (8).