(19)
(11) EP 2 721 968 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
23.04.2014  Patentblatt  2014/17

(21) Anmeldenummer: 13188562.6

(22) Anmeldetag:  14.10.2013
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
A47F 3/00(2006.01)
A47F 7/024(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(30) Priorität: 16.10.2012 AT 11182012

(71) Anmelder: Wieland, Peter
5203 Köstendorf (AT)

(72) Erfinder:
  • Wieland, Peter
    5203 Köstendorf (AT)

(74) Vertreter: Ellmeyer, Wolfgang 
Häupl & Ellmeyer KG Patentanwaltskanzlei Mariahilferstrasse 50
1070 Wien
1070 Wien (AT)

   


(54) Vorrichtung zur Präsentation und Verwahrung von Gegenständen


(57) Vorrichtung zum Präsentieren und Verwahren eines Gegenstandes (1) umfassend
eine Plattform (2), auf welcher der Gegenstand (1) legbar ist, wobei
die Vorrichtung eine innerhalb eines Gehäuses (3) situierte Kinematikvorrichtung (4) umfasst,
mittels welcher Kinematikvorrichtung (4) die Plattform (2) von einem zumindest an einer Seite offenen oder an zumindest einer Seite öffenbaren Präsentationsbereich (5) zu einem allseitig geschlossenen oder allseitig schließbaren Verwahrungsbereich (6) bewegbar ist, wobei die Vorrichtung weiters eine eine Detektionsvorrichtung (7) umfassende Steuereinheit umfasst,
mittels welcher Detektionsvorrichtung (7) das Eindringen eines menschlichen Körperteils oder eines Objektes in den Präsentationsbereich (5) detektierbar ist, wobei die Kinematikvorrichtung (4) mit einer Masseneinheit (9) gekoppelt ist,
sodass die Kinematikvorrichtung (4) durch die Schwerkraft der Masseneinheit (9) antreibbar ist.




Beschreibung


[0001] Die im folgenden diskutierte Erfindung betrifft Vorrichtung zum Präsentieren und Verwahren eines Gegenstandes umfassend eine Plattform, auf welcher der Gegenstand zur Präsentation des Gegenstandes legbar ist, wobei die Vorrichtung eine innerhalb eines Gehäuses situierte Kinematikvorrichtung umfasst, mittels welcher Kinematikvorrichtung die Plattform von einem zumindest an einer Seite offenen oder an zumindest einer Seite öffenbaren Präsentationsbereich zu einem allseitig geschlossenen oder allseitig schließbaren Verwahrungsbereich bewegbar ist, wobei die Vorrichtung weiters eine eine Detektionsvorrichtung umfassende Steuereinheit umfasst, mittels welcher Detektionsvorrichtung das Eindringen eines menschlichen Körperteils oder eines Objektes in den Präsentationsbereich detektierbar ist.

[0002] Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist in Vitrinen, Schaufenster oder Schaukästen zur Präsentation eines Gegenstandes von hohem materiellen und/oder ideellen Wert wie beispielsweise Schmuckstückes integrierbar.

[0003] Vitrinen, Schaufenster oder Schaukästen nach dem Stand der Technik umfassen einen durch ein Sicherheitsglas oder ähnliches geschützten Präsentationsbereich. Bei Zerstörung des Sicherheitsglases besteht ein Zugang zum Präsentationsbereich, sodass das Sicherheitsglaswie die Erfahrungen gezeigt haben - nur einen geringen Schutz gegen Einbruch und/oder Diebstahl bietet. Das Sicherheitsglas kann darüber hinaus die Präsentation des auf der Plattform liegenden Gegenstandes negativ beeinflussen.

[0004] Es erfolgt die Präsentation und die Verwahrung des Gegenstandes in Vitrinen nach dem Stand der Technik auf die Weise, dass der Gegenstand am gleichen Ort verharrt. Vitrinen und dergleichen nach dem Stand der Technik bieten keine Lösungsmöglichkeit an, nach welcher der Gegenstand mittels einer Vorrichtung von einem Ort zu einem anderen, sicheren Ort bewegt wird.

[0005] Die hier offenbarte Erfindung löst das Sicherheitsproblem von Vitrinen, Schautresoren et cetera nach dem Stand der Technik. Sie stellt sich die Aufgabe die Vorrichtung bereitzustellen, welche einerseits eine uneingeschränkte Präsentation des Gegenstandes erlaubt, andererseits im Falle eines versuchten Diebstahls des Gegenstandes den Gegenstand sicher verwahrt.

[0006] AT5022727 offenbart einen Schaukasten, welcher einen Antrieb zur Bewegung der Ausstellungseinheit umfasst.

[0007] DE 10233972 umfasst ebenso Antriebsmittel zur Bewegung der Schachtabdeckung.

[0008] Die in US2003209955 beschriebene Vorrichtung weist einen Antrieb zur Bewegung der Präsentationsebene auf.

[0009] Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, dass die Kinematikvorrichtung mit einer Masseneinheit gekoppelt ist, sodass die Kinematikvorrichtung durch die Schwerkraft der Masseneinheit antreibbar ist.

[0010] Im Unterschied zum Stand der Technik wird bei Verwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung der Gegenstand an einem Ort, nämlich im Präsentationsbereich, präsentiert und an einem anderem Ort, nämlich im Verwahrungsbereich, verwahrt. Die Überführung des Gegenstandes erfolgt bei einer unautorisierten Annäherung eines Objektes oder eines menschliches Körperteils in einen zum präsentierten Gegenstand benachbarten Bereich. Die Überführung des Gegenstandes hat im Vergleich zum Stand der Technik den Vorteil, dass der Gegenstand an dem Ort mit den für den jeweiligen Zweck optimalen Eigenschaften verharrt.

[0011] Der zum präsentierten Gegenstand benachbarte Bereich kann ein definierter Präsentationsbereich sein.

[0012] Das Objekt kann beispielsweise ein Greifwerkzeug sein, mittels welchem der Gegenstand vom Präsentationsbereich entnommen werden kann. Analog hierzu kann der menschliche Körperteil eine Hand sein, mit welcher nach dem Gegenstand gegriffen und dieser vom Präsentationbereich entnommen werden kann.

[0013] Die Detektionsvorrichtung kann eine Vorrichtung nach dem Stand der Technik wie beispielsweise eine Lichtschranke sein, welche beispielsweise durch Kontakt oder auch kontaktlos, durch eine Erwärmung der Temperatur des Präsentationsbereiches, durch eine Bewegung von Luftmengen im Präsentationsbereich, durch eine Veränderung von Lichtverhältnissen den Eintritt des Objektes und/oder des menschlichen Körperteils in den Präsentationsbereich und/oder der Änderung eines Umgebungsparameters des Präsentationsbereiches detektiert.

[0014] Die Detektionsvorrichtung kann beispielsweise eine Erschütterungsmessvorrichtung sein, welche eine bei einem Kontakt eines menschlichen Körperteils mit dem Gegenstand auftretende Erschütterung misst.

[0015] Vorzugsweise umfassen die Detektionsvorrichtungen Messvorrichtungen, welche ohne die Zufuhr von Energie betreibbar sind oder mit einer in der erfindungsgemäßen Vorrichtung enthaltenen Stromquelle verbunden sind.

[0016] Im Falle eines unautorisierten Eindringens eines Objektes und/oder eines menschlichen Körperteils in den Präsentationsbereich wird durch die Steuereinheit eine Bewegung der Plattform mittels der Kinematikvorrichtung vom Präsentationsbereich in den Verwahrungsbereich gestartet. Unten stehend sind Methoden einer Kontrolle des Eindringens eines Objektes und/oder eines menschlichen Körperteils erläutert.

[0017] Die Kinematikvorrichtung ist ein mechanisches System nach dem Stand der Technik zu einer linearen oder auch polygonalen Bewegung der Plattform. Die Bewegung hat so zu erfolgen, dass einerseits der Gegenstand nicht relativ zu der Plattform in einem überaus großen Maß bewegt wird, sodass der Gegenstand beispielsweise von der Plattform fällt. Andererseits muss die Bewegung so schnell erfolgen, dass der Gegenstand nicht von der Plattform während einer Bewegung dieser entnommen werden kann.

[0018] Die Kinematikvorrichtung kann ein Hebelwerk, Gestänge und/oder in zumindest einer Bewegungsrichtung pneumatisch oder hydraulisch angetriebene Kolben umfassen. Die Kinematikvorrichtung kann als ein mechanisches Zwangssystem ausgebildet sein.

[0019] Die Kinematikvorrichtung kann eine Rastvorrichtung umfassen, mittels welcher die Plattform und/oder zumindest ein Teil der Kinematikvorrichtung in einer Position arretiert werden können. Die Plattform und/oder der Teil der Kinematikvorrichtung, welche beziehungsweise welcher sich in der Position befindet, kann nur nach einer Freigabe durch die Rastvorrichtung freigegeben werden. Die Position kann beispielsweise eine in dem Präsentationsbereich oder Verwahrungsbereich befindliche Endposition der Plattform und/oder des Teils der Kinematikvorrichtung sein. Die Freigabe der Rastvorrichtung kann beispielsweise eine Bewegung umfassen, welche Bewegung in einem zu Null ungleichen Winkel zu einer Entnahmebewegung der Plattform aus dem Verwahrungsbereich orientiert ist.

[0020] Die Kinematikvorrichtung ist vorteilhaft durch die Schwerkraft einer Masseneinheit angetrieben sein, wobei die Bewegung der Masseneinheit durch die Steuereinheit gesteuert wird. Die Masseneinheit kann Teil der Kinematikvorrichtung oder Teil der Plattform sein. Der Antrieb mittels einer Masseneinheit hat bei Vergleich zu Antrieben den Vorteil, dass nicht eine Antriebsvorrichtung Massen wie Getriebeteile beschleunigen werden muss. Die Summe der zu beschleunigten Massen ist bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung auf ein Minimum reduziert. Die durch den Masseneinheit als Antrieb aktivierbare Beschleunigungskraft wirkt direkt auf die zu beschleunigenden Elemente. Der Massenantrieb bietet darüber hinaus den Vorteil, dass die Funktionsweise erfindungsgemäße Vorrichtung ohne Energieeinspeisung auskommt.

[0021] Die Kinematikvorrichtung kann in Ergänzung zu der Wirkung des Massenantriebes durch einen weiteren Antrieb angetrieben sein, welcher Antrieb durch die Steuereinheit steuerbar ist.

[0022] Im einfachsten Anwendungsfall kann mittels der Steuereinheit der Antrieb für eine Bewegung der Kinematikvorrichtung ein- und ausgeschaltet werden. Weiters kann mittels der Steuereinheit die Geschwindigkeit und die Beschleunigung der Bewegung gesteuert werden.

[0023] Die Steuereinheit kann Zugriffskontrollvorrichtungen nach dem Stand der Technik umfassen, anhand welcher das Eindringen eines menschlichen Körperteils oder eines Objektes als autorisiert oder unautorisiert bewertet werden kann und demnach eine Bewegung der Plattform gesteuert werden kann.

[0024] Die Zugriffskontrolle basiert vorzugsweise auf einer kontaktlosen Kommunikation der Geräte der Zugriffskontrollvorrichtung. Eine Zugriffskontrollvorrichtung über das Eindringen eines menschlichen Körperteils kann auf der Erfassung und Beurteilung von biorelevanten, insbesondere biometrischen Daten basieren.

[0025] Die Vorrichtung kann eine Sperrplatte zum Verschließen des Verwahrungsbereiches, insbesondere einer Öffnung umfassen, durch welche Öffnung die Plattform vom Präsentationsbereich in den Verwahrungsbereich bringbar ist.

[0026] Es wird mittels der Sperrplatte nach der Bewegung der Plattform in den Verwahrungsbereich die Öffnung verschlossen. Die Kinematikvorrichtung kann auch eine Bewegung der Sperrplatte bewerkstelligen. Vorzugsweise ist die Sperrplatte mit Sperrmechanismen nach dem Stand der Technik gekoppelt, sodass ein gewaltsames Öffnen des Verwahrungsbereiches nach Verschluss dieses mittels der Sperrplatte nicht möglich ist.

[0027] Die Vorrichtung kann einen mit der Plattform gekoppelten Plattformbewegungssensor umfassen.

[0028] Die Vorrichtung kann einen mit dem Gehäuse gekoppelten Vorrichtungsbewegungssensor umfassen, mittels welches Vorrichtungsbewegungssensors eine Bewegung und/oder eine Erschütterung detektiert werden kann. Bei Hinweis einer Bewegung und/oder einer Erschütterung auf einen versuchten Diebstahl des Gegenstandes wird die Bewegung der Plattform vom Präsentationsbereich zum Verwahrungsbereich gestartet.

[0029] Die Plattform kann eine Haltevorrichtung für den Gegenstand umfassen, welche Haltevorrichtung eine Bewegung des Gegenstandes relativ zu der Plattform unterbindet.

Figur 1 zeigt eine isometrische Ansicht einer eine erfindungsgemäße Vorrichtung umfassende Vitrine.

Figur 2 zeigt ein Schnittbild der der in Figur 1 dargestellten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung umfassende Vitrine.

Figur 3 und Figur 4 zeigen Schnittbilder einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung.

Figur 5 zeigt eine Ansicht eines Tresorkastens, welcher eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung umfasst.

Figur 6 zeigt ein Schnittbild des in Figur 5 dargestellten Tresorkastens.



[0030] In den Figuren sind die nachstehenden Elemente durch die folgenden Bezugszeichen gekennzeichnet.
1
Gegenstand
2
Plattform
3
Gehäuse
4
Kinematikvorrichtung
5
Präsentationsbereich
6
Verwahrungsbereich
7
Detektionsvorrichtung
8
Antrieb
9
Masseneinheit
10
Sperrplatte
11
Öffnung
12
Plattformbewegungssensor
13
Vorrichtungsbewegungssensor
14
Haltevorrichtung
15
Offene Seite
16
Viereck strichliniert
17
Pneumatischer Kolben
18
Grundplatte
19
Hebelwerk
20
Führungseinheit
21
Plattformbewegungsrichtung
22
Viereck strichpunktiert
23
Abdeckplatte
24
Sperrplattenbewegungsrichtung
25
Gleitführung
26
Rastvorrichtung
27
Sperrplattenantrieb
28
Sperrplattenhebelwerk
29
Sperrvorrichtung


[0031] Figur 1 zeigt eine isometrische Ansicht einer eine erfindungsgemäße Vorrichtung umfassende Vitrine zur Präsentation von Colliers als Gegenstand 1. Die Gegenstände 1 sind auf einer Plattform 2 für Präsentationszwecke aufgelegt. Die Plattform 2 umfasst für jeden Gegenstand 1 eine Haltevorrichtung 14, welche ein seitliches Verschieben der Gegenstände 1 relativ zur Plattform 2 unterbindet.

[0032] Die Vitrine umfasst eine Gehäuse 3, welches im Wesentlichen die in Figur 1 nicht sichtbare Kinematikvorrichtung 4 verhüllt.

[0033] Die Gegenstände 1 und die Plattform 2 befinden sich im Präsentationsbereich 5.

[0034] Figur 2 zeigt ein Schnittbild der der in Figur 1 dargestellten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung umfassende Vitrine zum Präsentieren der auf der Plattform 2 aufgelegten Gegenstände 1. Aus Gründen der Übersichtlichkeit sind die Gegenstände in Figur 2 nicht dargestellt. Unterhalb der Plattform 2 ist innerhalb des Gehäuses 3 die Kinematikvorrichtung 4 situiert, mittels welcher Kinematikvorrichtung 4 die Plattform 2 von einem an zumindest einer Seite öffenbaren Präsentationsbereich 5 zu einem allseitig geschlossenen oder allseitig schließbaren Verwahrungsbereich 6 bewegbar ist. Die Kinematikvorrichtung 4 umfasst einen Massenantrieb als Antrieb.

[0035] Die Kinematikvorrichtung 4 ist einerseits mit der Plattform 2, andererseits mit der Grundplatte 18 des Gehäuses 3 gekoppelt. Die Kinematikvorrichtung 4 umfasst einen pneumatischen Kolben 17, welcher über ein Hebelwerk 19 mit der Plattform 2 gekoppelt ist. Der pneumatische Kolben 17 dient als weiterer Antrieb für das Hebelwerk 19, sodass gemäß der durch die Führungseinheit 20 zugelassenen Bewegung die Plattform durch eine Betätigung des pneumatischen Kolbens 17 gehoben und gesenkt werden kann. Die Plattformbewegungsrichtung 21 ist im Wesentlichen senkrecht.

[0036] Die Vorrichtung umfasst weiters eine eine Detektionsvorrichtung 7 umfassende Steuereinheit. Die Detektionsvorrichtung 7 ist im Präsentationsbereich 5 so angeordnet, dass mittels der Detektionsvorrichtung 7 das Eindringen eines menschlichen Körperteils oder eines Objektes in den Präsentationsbereich 5 detektierbar ist, sodass gegebenenfalls mittels der Steuereinheit eine Bewegung der Plattform 2 vom Präsentierbereich 5 zu dem unterhalb des Präsentierbereiches gelegenen Verwahrungsbereich 6 steuerbar ist.

[0037] Der Verwahrungsbereich 6 ist durch das strichpunktierte Viereck 22 dargestellt. Der Verwahrungsbereich 6 liegt zur Gänze im Inneren des Gehäuses 3.

[0038] Die Kinematikvorrichtung 4, insbesondere das Hebelwerk 19 und die Plattform 2 wirkt als Masseineinheit 9, sodass unter Ausnutzung der Schwerkraft die Plattform 2 und somit der Gegenstand 1 vom Präsentationsbereich 5 in den Verwahrungsbereich 6 abgesenkt werden kann. Die Ausnutzung der Schwerkraft der Masseeinheit 9 erlaubt ein rasches Absenken der Plattform 2 auch ohne die Wirkung des Antriebes 8.

[0039] Die Kinematikvorrichtung kann das Öffnen und das Schließen eines eine Gehäuseöffnung verschließenden Deckels umfassen.

[0040] Die Vorrichtung umfasst eine Abdeckplatte 23 mit Öffnungen 11, durch welche die Gegenstände 1 analog zu einer Bewegung der Plattform 2 vom Präsentationsbereich 5 zum Verwahrungsbereich 6 bewegt werden. Mittels einer Sperrplatte 10 sind die Öffnungen 11 verschließbar, wobei die Sperrplatte 10 vor die Öffnungen 11 geschoben wird. Die Sperrplattenbewegung ist mit der Kinematikvorrichtung gekoppelt.

[0041] Figur 3 und Figur 4 zeigen Schnittbilder einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung, wobei aus Gründen der Übersichtlichkeit im Wesentlichen nur die Kinematikvorrichtung 5 in Figur 3 und Figur 4 dargestellt ist. Figur 3 betrifft die Position der Plattform 2 und des Gegenstandes 1 im Präsentationsbereich 5. Figur 4 betrifft jene Position der Plattform 2, in welcher Position die Plattform 2 und der Gegenstand 1 im Verwahrungsbereich 6 positioniert sind.

[0042] Die Kinematikvorrichtung 4 umfasst einen pneumatischen Kolben 17 als weiteren Antrieb 8, welcher mit der Grundplatte 18 (in Figur 3 und Figur 4 nicht dargestellt) und einer an der Plattform 2 anbrachten Gleitführung 25 gekoppelt ist. Die vertikale Plattformbewegungsrichtung 21 wird durch die seitlich zum pneumatischen Kolben 17 angeordneten Führungseinheiten 20 und das Hebelwerk 19 gesteuert. Die Kinematikvorrichtung 4 umfasst weiters eine Rastvorrichtung 26, mittels welcher die zwischen dem Präsentationsbereich 5 und dem Verwahrungsbereich 6 zu bewegende Plattform 2 in ihren Endpositionen lösbar arretierbar ist.

[0043] Die Plattform 1 wirkt als Masseneinheit 9, sodass die Plattform 2 bei Freigabe der Plattformbewegung durch Öffnen eines Ventils des pneumatischen Zylinders 17 in jedem Fall in den Verwahrungsbereich 6 bewegt wird.

[0044] Die Sperrplatte 10 (in Figur 3 und Figur 4 nicht dargestellt) wird mittels einem Sperrplattenantrieb 27 bewegt, welcher bei der in Figur 3 und Figur 4 gezeigten Ausführungsform als ein weiterer pneumatischer Zylinder ausgebildet ist. Der Sperrplattenantrieb 27 ist mit einem Sperrplattenhebelwerk 28 gekoppelt, das auch eine Sperrvorrichtung 29 umfasst. In Figur 3 ist die Sperrvorrichtung 29 in einer Offenstellung, sodass eine Bewegung der Sperrplatte 10 gestattet ist, da die Plattform im Präsentationsbereich 5 befindet. In Figur 4 ist die Sperrvorrichtung 29 eingerastet, da die Plattform 2 im Verwahrungsbereich 6 ist und mittels der Sperrplatte 10 die Öffnung 11 verschlossen ist.

[0045] Figur 5 zeigt eine Ansicht eines Tresorkastens, welcher die erfindungsgemäße Vorrichtung umfasst. Der Gegenstand 1 in Form eines Colliers liegt eingebettet in einer Haltevorrichtung 14 auf einer Plattform. In Figur 5 ist die Plattform 2 im Wesentlichen im Inneren des Tresorkastens.

[0046] Der Tresorkasten umfasst ein Gehäuse 3, innerhalb welches im Wesentlichen die Kinematikvorrichtung 4 situiert ist. Das Gehäuse 3 ist so um die Kinematikvorrichtung 4 situiert, dass ein unbefugtes Hantieren im Bereich der Kinematikvorrichtung 4 unterbunden ist.

[0047] Figur 6 zeigt ein Schnittbild des in Figur 5 dargestellten Tresorkastens. Die Gegenstände 1, welche in Figur 6 von der Haltevorrichtung 14 verdeckt sind, befinden sich im Verwahrungsbereich 6. Die Lage des Präsentationsbereiches 5 ist durch das strichlinierte Rechteck 16, die Lage des Verwahrungsbereiches 6 durch das strichlinierte Rechteck 22 in Figur 6 gekennzeichnet. Die Plattformbewegungsrichtung 21 vom Präsentationsbereich 5 zum Verwahrungsbereich 6 ist im Wesentlichen senkrecht.

[0048] Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist die Kinematikvorrichtung 4 in der in Figur 5 und Figur 6 gezeigten Ausführungsform nicht dargestellt. Der Fachmann erkennt, dass die Kinematikvorrichtung im Wesentlichen aus Polygonal- oder Linearantrieben besteht, welche sich entlang der Plattformbewegungsrichtung verlaufend erstrecken.

[0049] Der Gegenstand 1 wird durch eine Öffnung 11 geführt, welche bei der in Figur 6 gezeigten Position der Plattform 2 mittels der Sperrplatte 10 verschlossen ist. Die Sperrplattenbewegungsrichtung 24 ist in Figur 6 eingetragen.


Ansprüche

1. Vorrichtung zum Präsentieren und Verwahren eines Gegenstandes (1) umfassend eine Plattform (2), auf welcher der Gegenstand (1) zur Präsentation des Gegenstandes (1) legbar ist, wobei
die Vorrichtung eine innerhalb eines Gehäuses (3) situierte Kinematikvorrichtung (4) umfasst,
mittels welcher Kinematikvorrichtung (4) die Plattform (2) von einem zumindest an einer Seite offenen oder an zumindest einer Seite öffenbaren Präsentationsbereich (5) zu einem allseitig geschlossenen oder allseitig schließbaren Verwahrungsbereich (6) bewegbar ist,
wobei die Vorrichtung weiters eine eine Detektionsvorrichtung (7) umfassende Steuereinheit umfasst,
mittels welcher Detektionsvorrichtung (7) das Eindringen eines menschlichen Körperteils oder eines Objektes in den Präsentationsbereich (5) detektierbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass
die Kinematikvorrichtung (4) mit einer Masseneinheit (9) gekoppelt ist,
sodass die Kinematikvorrichtung (4) durch die Schwerkraft der Masseneinheit (9) antreibbar ist.
 
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kinematikvorrichtung (4) durch einen Antrieb (8) antreibbar ist, welcher Antrieb (8) durch eine Steuereinheit steuerbar ist.
 
3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung eine Sperrplatte (10) zum Verschließen des Verwahrungsbereiches (6), inbesondere einer Öffnung (11) umfasst, durch welche Öffnung (11) die Plattform (2) vom Präsentationsbereich (5) in den Verwahrungsbereich (6) bringbar ist.
 
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung einen mit der Plattform (2) gekoppelten Plattformbewegungssensor (12) umfasst.
 
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung einen mit dem Gehäuse (3) gekoppelten Vorrichtungsbewegungssensor (13) umfasst.
 
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung eine Zugriffskontrollvorrichtung umfasst.
 
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Plattform (2) eine Haltevorrichtung (14) für den Gegenstand (1) umfasst.
 




Zeichnung













Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente