[0001] Die Erfindung betrifft ein Unterseeboot mit den im Oberbegriff von Anspruch 1 angegebenen
Merkmalen.
[0002] Bei militärischen Unterseebooten zählt es zum Stand der Technik, diese mit Notausstiegsschleusen
auszustatten, über die die Besatzung das Unterseeboot bei einer Unterwasserhavarie
verlassen kann. Zum Notausstieg aus dem Unterseeboot betritt üblicherweise eine Person
die Notausstiegsschleuse, woraufhin die Notausstiegsschleuse geflutet wird und nach
einem Druckausgleich zwischen der Außenumgebung des Unterseeboots und dem Inneren
der Notausstiegsschleuse ein die Notausstiegsschleuse ansonsten nach außen verschließender
Deckel geöffnet wird. Die in der Notausstiegsschleuse befindliche Person kann nun
aus der offenen Notausstiegsschleuse an die Wasseroberfläche schwimmen.
[0003] Während des Notausstiegs tragen die Besatzungsmitglieder des Unterseeboots üblicherweise
Unterseebootrettungsanzüge. Solche Unterseebootrettungsanzüge, die beispielsweise
in
DE 10 2010 023 518 A1 und
GB 2 441 959 A beschrieben sind, sind zumeist Ganzanzüge mit einer den Kopf des Benutzers überdeckenden
Haube und einem mit Luft gefüllten Kragen als Auftriebskörper. Die Haube des Unterseebootrettungsanzuges
ist ebenfalls mit Luft gefüllt und dient als Atemluftreservoir sowie als weiterer
Auftriebskörper.
[0004] Die Füllung des Kragens und der Haube des Unterseebootrettungsanzuges erfolgt in
der Notausstiegsschleuse. Hierzu ist in der Notausstiegsschleuse eine Luftversorgungseinrichtung
vorgesehen, an die ein an dem Unterseebootrettungsanzug ausgebildeter Luftversorgungsanschluss
angeschlossen wird. Während des Flutens der Notausstiegsschleuse verleiht die von
der Luftversorgungseinrichtung in den Unterseebootrettungsanzug strömende Luft dem
Unterseebootrettungsanzug einen erheblichen Auftrieb. Ein Aufschwimmen in der Notausstiegsschleuse
ist allerdings unerwünscht, da sich hierbei der Luftversorgungsanschluss des Unterseebootrettungsanzuges
von der Luftversorgungseinrichtung in der Notausstiegsschleuse trennen kann. Dies
zu verhindern, bedeutet für eine in der Notausstiegsschleuse befindliche Person eine
große körperliche Anstrengung, die insbesondere bei einem Notausstieg in größerer
Tiefe mit beträchtlichen gesundheitlichen Risiken verbunden ist.
[0005] Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Unterseeboot
dahingehend zu verbessern, dass der Notausstieg über eine Notausstiegsschleuse in
einfacherer Weise erfolgen kann.
[0006] Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Unterseeboot mit den im Anspruch 1 angegebenen
Merkmalen. Vorteilhafte Weiterbildungen dieses Unterseeboots ergeben sich aus den
Unteransprüchen, der nachfolgenden Beschreibung sowie der Zeichnung. Hierbei können
die in den Unteransprüchen angegebenen Merkmale jeweils für sich, aber auch in geeigneter
Kombination miteinander die erfindungsgemäße Lösung gemäß Anspruch 1 weiter ausgestalten.
[0007] Das erfindungsgemäße Unterseeboot weist mindestens eine Notausstiegsschleuse auf,
über die die Besatzung das Unterseeboot bei einer Unterwasserhavarie verlassen kann.
Die der Erfindung zugrundeliegende Idee besteht darin, in der Notausstiegsschleuse
eine Haltevorrichtung mit bootsseitig festgelegten Haltemitteln zur lösbaren Befestigung
an einem Unterseebootrettungsanzug anzuordnen, bei der die Haltemittel der Haltevorrichtung
verhindern, dass eine in der Notausstiegsschleuse befindliche Person während des Flutens
der Notausstiegsschleuse aufschwimmt. Stattdessen wird diese Person, da ihr Unterseebootrettungsanzug
über die Haltemittel fest mit der Bootsstruktur verbunden ist, in der Notausstiegsschleuse
gegen die Auftriebskraft in einer gewünschten Position gehalten, ohne dass dies mit
Kraftanstrengungen für diese Person verbunden ist. Die Haltevorrichtung kann fester
Bestandteil der Notausstiegsschleuse sein oder sie kann bei Vorhandensein entsprechender
Kupplungsmittel in der Notausstiegsschleuse und an der Haltevorrichtung zur schnellen
Befestigung der Haltevorrichtung in der Notausstiegsschleuse auch an anderer Stelle
in dem Unterseeboot gelagert sein, wobei sie in letzterem Fall vor einer Notevakuierung
des Unterseeboots über die Notausstiegsschleuse in die Notausstiegsschleuse geschafft
und dort befestigt werden muss.
[0008] Zum Verlassen der Notausstiegsschleuse sind die Haltemittel von dem Unterseebootrettungsanzug
zu lösen. Hierzu ist gemäß der Erfindung eine Steuerungseinrichtung vorgesehen, die
zum selbsttätigen Lösen der Haltemittel ausgebildet ist. Vorteilhaft kann die Steuerungseinrichtung
von dem sich öffnenden äußeren Deckel der Notausstiegsschleuse aktivierbar sein, so
dass die Steuerungseinrichtung dann, wenn dieser Deckel in seine die Ausstiegsöffnung
der Notausstiegsschleuse freigebende Stellung geschwenkt wird, aktiviert wird und
das Lösen der Haltemittel veranlasst, d. h. die Verbindung des Unterseebootrettungsanzuges
mit der Bootsstruktur gelöst wird. Weiter vorteilhaft ist auch eine Ausgestaltung
denkbar, bei der die Steuerungseinrichtung manuell von der Person in der Notausstiegsschleuse
betätigbar ist.
[0009] Das selbsttätige Lösen der Haltemittel durch die Steuerungseinrichtung erfolgt bevorzugt
an dem Unterseebootrettungsanzug, so dass die Haltemittel in der Notausstiegsschleuse
verbleiben und weiteren noch in dem Unterseeboot befindlichen Personen bei ihrem Notausstieg
aus dem Unterseeboot in der Notausstiegsschleuse zur Verfügung stehen. Es sei aber
darauf hingewiesen, dass grundsätzlich auch eine solche Ausgestaltung denkbar ist,
bei der die Haltemittel bootsseitig gelöst werden, also die Haltemittel von der Bootsstruktur
getrennt werden, wobei sie noch mit dem Unterseebootrettungsanzug verbunden sind.
[0010] Prinzipiell kann jedes Mittel, welches eine feste Verbindung des Unterseebootrettungsanzuges
mit der Bootsstruktur schafft und auf diese Weise eine Person in der Notausstiegsschleuse
in einer vorgeschriebenen Position hält, als Haltemittel verwendet werden. Die in
der Notausstiegsschleuse angeordnete Haltevorrichtung des erfindungsgemäßen Unterseeboots
weist als Haltemittel allerdings vorzugsweise ein mit der Bootsstruktur verbindbares
Zugmittel auf, das an seinem freien Ende einen an einem Unterseebootrettungsanzug
befestigbaren Beschlag aufweist. Bei dem Zugmittel kann es sich z. B. um einen Riemen,
einen Gurt oder um ein Seil handeln, welche den Vorteil haben, quer zu ihrer Längsausdehnung
flexibel zu sein und daher die Bewegungsfreiheit der in der Notausstiegsschleuse befindlichen
Personen nicht wesentlich einzuschränken und nur eine Bewegung in Richtung einer Zugbeanspruchung
des Zugmittels verhindern. Als Beschlag, der mit dem Zugmittel fest verbunden ist,
kommen alle Anschlagmittel infrage, die eine lösbare Verbindung mit einem Unterseebootrettungsanzug
ermöglichen und hierzu vorzugsweise einen lösbaren Verschluss aufweisen. So kann es
sich bei dem Beschlag beispielsweise um einen Karabinerhaken oder um einen Schnappschäkel
handeln, die in einfacher Weise an einer an dem Unterseebootrettungsanzug ausgebildeten
Lasche eingehakt werden können und dann eine sichere Verbindung zwischen dem Zugmittel
und dem Unterseebootrettungsanzug gewähren, wobei die Verbindung aber bei einer entsprechenden
Betätigung des Verschlusses bzw. Schnappers des Beschlags schnell gelöst werden kann.
Bevorzugt weist die Haltevorrichtung eine Winde auf, auf der das Zugmittel aufgewickelt
ist. Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn, wie es bevorzugt vorgesehen ist,
die Haltemittel beim Verlassen der Notausstiegsschleuse in der Notausstiegsschleuse
noch mit dem Unterseebootrettungsanzug der nach oben aufschwimmenden Person verbunden
sein sollen und erst kurz nach Beginn des Aufschwimmvorgangs mittels der hierzu vorgesehenen
Steuerungseinrichtung gelöst werden. Während des Flutens der Notausstiegsschleuse
und während des darauffolgenden Druckausgleichs darin, ist das Zugmittel so weit auf
der Winde aufgewickelt, dass die auf dem Boden der Notausstiegsschleuse stehende Person,
an deren Unterseebootrettungsanzug das Zugmittel über seinen Beschlag befestigt ist,
gespannt ist und die Person sicher in dieser Position hält. Die Winde ist in dieser
Situation typischerweise durch geeignete Mittel festgelegt. Zum Verlassen der Notausstiegsschleuse
wird die Festlegung der Winde gelöst, so dass sich das Zugmittel dann, wenn die Person
aufzuschwimmen beginnt, von der Winde abwickelt, bevor das Zugmittel von dem Unterseebootrettungsanzug
der aufschwimmenden Person gelöst wird.
[0011] Zum Festlegen der Winde weist diese bevorzugt eine manuell betätigbare Bremse auf.
Diese Bremse ist vorzugsweise hydraulisch wirkend ausgebildet, d. h. ein Bremskörper,
der in der Haltevorrichtung feststehend angeordneten Bremse, wird zum Festlegen der
Winde durch Druckbeaufschlagung mit einer Hydraulikflüssigkeit auf einen drehbeweglichen
Teil der Winde gedrückt. Ansonsten ist die Ausgestaltung der Bremse grundsätzlich
beliebig.
[0012] Zum Lösen des an dem Unterseebootrettungsanzug befestigten Zugmittels weist die Haltevorrichtung
des erfindungsgemäßen Unterseeboots vorteilhaft ein zweites mit der Bootsstruktur
des Unterseeboots befestigbares Zugmittel auf, welches mit einem an dem Beschlag des
ersten Zugmittels ausgebildeten Verschluss verbunden ist. Dieses zweite Zugmittel,
welches, wie das erste an dem Unterseebootrettungsanzug befestigten Zugmittel vorzugsweise
ein Riemen, Gurt oder Seil sein kann, ist derart lang ausgebildet, dass es dann, wenn
die in der Notausstiegsschleuse befindliche Person auf dem Boden der Notausstiegsschleuse
stehend das Ende der Flutung der Notausstiegsschleuse und das Ende des Druckausgleichs
darin abwartet, mit dem an dem Beschlag des ersten Zugmittels ausgebildeten Verschluss,
worunter auch eine Auslösemechanik dieses Verschlusses zu verstehen ist, biegeschlaff
verbunden ist, also nicht gespannt ist. Schwimmt die Person in der Notausstiegsschleuse
zum Verlassen des Unterseeboots auf, wird das zweite Zugmittel gespannt, wodurch auf
dem Verschluss bzw. auf die Auslösemechanik des Verschlusses eine Zugkraft ausgeübt
wird, die den Verschluss öffnet, so dass sich das erste Zugmittel von dem Unterseebootrettungsanzug
löst und die Person in dem Unterseebootrettungsanzug frei aus der Notausstiegsschleuse
heraus an die Oberfläche aufschwimmen kann. Hierzu ist das zweite Zugmittel zweckmäßigerweise
kürzer als das erste Zugmittel.
[0013] Nachdem eine Person das Unterseeboot über die Notausstiegsschleuse verlassen hat,
sollte das beim Verlassen der Notausstiegsschleuse abgewickelte Zugmittel einer nachfolgend
über die Notausstiegsschleuse auszuschleusenden Person wieder mit einer Länge zur
Verfügung stehen, die verhindert, dass diese Person während des Flutens der Notausstiegsschleuse
in dieser aufschwimmt. Zu diesem Zweck weist die Winde, auf der das erste Zugmittel
aufgewickelt ist, gemäß einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung eine
Rückholeinrichtung zum selbsttätigen Aufwickeln des Zugmittels auf der Winde auf.
[0014] Diese Rückholeinrichtung wird vorteilhafterweise von einem Federelement gebildet,
welches bevorzugt einerseits mit einem drehbaren Teil der Winde und andererseits mit
einem feststehenden Teil der Haltevorrichtung oder gegebenenfalls mit dem Bootskörper
verbunden ist. Vorteilhaft kann es sich bei dem Federelement um ein Biegefederelement
handeln, das dann, wenn das erste Zugmittel unter Drehung der Winde beim Aufschwimmen
einer Person in der Notausstiegsschleuse abgewickelt wird, gespannt wird, und sich
dann, wenn das erste Zugelement von dem Unterseebootrettungsanzug gelöst ist, entspannt,
wodurch die Winde in eine Drehbewegung versetzt wird, bei der das Zugmittel wieder
auf die Winde aufgewickelt wird.
[0015] Nachfolgend ist die Erfindung anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. In der Zeichnung zeigt:
- Fig. 1
- in einer schematisch stark vereinfachten Prinzipsskizze ein Unterseeboot mit einer
darin ausgebildeten Notausstiegsschleuse,
- Fig. 2
- in einer schematisch stark vereinfachten Prinzipsskizze eine Person in einem Unterseebootrettungsanzug
in einer Notausstiegsschleuse eines Unterseeboots während des Flutens der Notausstiegsschleuse,
- Fig. 3
- die Darstellung nach Fig. 1 mit der Person beim Ausstieg aus der Notausstiegsschleuse,
- Fig. 4
- in einer perspektivischen Schnittansicht, schematisch vereinfacht eine Haltevorrichtung.
[0016] Das in Fig. 1 dargestellte Unterseeboot 2 weist an seiner Oberseite einen Turm 4
auf. In dem Turm 4 ist eine Notausstiegsschleuse 6 ausgebildet, über die die Besatzung
das Unterseeboot 2 im Falle einer Unterwasserhavarie verlassen kann. Hierzu bildet
die Notausstiegsschleuse 6, die in Fig. 1 nicht im richtigen Größenverhältnis zu dem
Unterseeboot, sondern hierzu vergrößert dargestellt ist, einen Weg von dem Inneren
eines nicht dargestellten Druckkörpers des Unterseeboots 2 nach außerhalb des Unterseeboots
2. In den Turm 4 erstreckt sich die Notausstiegsschleuse 6 vertikal von einem unteren
Ende des Turms 4 zu dessen oberen Ende 8. An ihrem unteren Ende wird die Notausstiegsschleuse
6 zu dem Druckkörper des Unterseeboots 2 hin von einem Deckel 10 druckdicht verschlossen.
Eine an dem oberen Ende 8 des Turms 4 ausgebildete Ausstiegsöffnung 12 der Notausstiegsschleuse
6 wird von einem Deckel 14 druckdicht verschlossen.
[0017] Wie aus den Figuren 2 und 3 deutlich wird, ist in dem Inneren der Notausstiegsschleuse
6 eine Haltevorrichtung 16 angeordnet, die dazu dient, eine zum Notausstieg in der
Notausstiegsschleuse 6 befindliche Person 18 während des Flutens der Notausstiegsschleuse
6 in ihrer Standposition in der Notausstiegsschleuse 6 sicher zu halten. Diese Person
18 trägt, wie bei einem Notausstieg aus einem getaucht havarierten Unterseeboot üblich,
einen Unterseebootrettungsanzug 20.
[0018] Die Haltevorrichtung 16 weist ein Zugmittel in Form eines Seiles 22 auf, das auf
einer Winde 24 aufgewickelt ist, welche, was aus der Zeichnung nicht ersichtlich wird,
in dem Notausstiegsschacht 6 feststehend befestigt ist. An dem freien Ende des Seiles
22 ist ein Schnappschäkel 26 als Beschlag befestigt. Während des Flutens der Notausstiegsschleuse
6 und des darauffolgenden Druckausgleichs in der Notausstiegsschleuse 6 ist der Schnappschäkel
26 an einer Lasche 28 befestigt, die an dem Unterseebootrettungsanzug 20 in einem
die Taille der darin befindlichen Person 18 umgebenden Bereich angeordnet ist.
[0019] Der Schnappschäkel 26 weist einen Verschluss 30 auf, an dem an zwei voneinander abgewandten
Seiten zwei Bügel 32 bzw. 34 angeordnet sind. An dem Bügel 32 ist das Seil 22 befestigt.
Der Bügel 34 dient zur lösbaren Befestigung des Schnappschäkels 26 an der Lasche 28
des Unterseebootrettungsanzugs 20 und ist hierzu zweiteilig ausgebildet, wobei ein
Bügelabschnitt 36 fest mit dem Verschluss 30 verbunden ist und der Bügelabschnitt
38, welcher über ein Gelenk 40 mit dem Bügelabschnitt 36 gelenkig verbunden ist, lösbar
an dem Verschluss festlegbar ist. Zum Lösen des Bügelabschnitts 38 von dem Verschluss
30 ist ein Betätigungshebel 42 an dem Verschluss 30 vorgesehen.
[0020] Zum Halten der Person 18 in der vorgeschriebenen Position in der Notausstiegsschleuse
6 ist die Winde 24 während des Flutens der Notausstiegsschleuse 6 und während des
Druckausgleichs darin festzulegen.
[0021] Hierzu dient eine Bremse 44, die in den Figuren 2 und 3 durch zwei außenseitig der
Winde 24 angeordnete Bremsklötze 46 symbolisiert ist, wobei die gezeigten Bremsklötze
46 aber keinen Hinweis auf die konkrete Bauform der Bremse 44 geben sollen. Aus der
Zeichnung nicht ersichtlich, handelt es sich bei der Bremse 44 um eine manuell betätigbare
hydraulisch wirkende Bremse 44, die in Fig. 4 detaillierter dargestellt ist.
[0022] Neben dem Seil 22 ist an dem Bügel 32 des Schnappschäkels 26 ein zweites Zugmittel
in Form eines Seiles 48 befestigt. Dieses Seil 48 ist an seinem anderen Ende fest
an der Haltevorrichtung 16 befestigt. Das Seil 48 ist kürzer als das Seil 22.
[0023] Die Funktionsweise der in den Figuren 2 und 3 dargestellten Haltevorrichtung 16 ist
wie folgt:
Zum Notausstieg betritt die Person 18 in dem Unterseebootrettungsanzug 20 die Notausstiegsschleuse
6 und verschließt eine untere Luke zu dem Druckkörper mit dem Deckel 10. Danach verbindet
sie sich mit der Haltevorrichtung 16, indem sie den offenen Bügel 34 des Schnappschäkels
26 in die an dem Unterseebootrettungsanzug 20 vorgesehene Lasche 28 einhakt und den
Bügelabschnitt 38 in die Schließstellung schwenkt, in der der Bügelabschnitt 38 an
dem Verschluss 30 des Schnappschäkels 26 festgelegt ist. Der Unterseebootrettungsanzug
20 ist nun mit dem auf der Winde 24 aufgewickelten Seil 22 verbunden.
Damit sich das Seil 22 nicht von der Winde 24 abwickeln kann, betätigt die Person
18 mittels in der Zeichnung nicht dargestellten Betätigungsmittel n die Bremse 44.
[0024] Dann schließt die Person 18 einen an dem Unterseebootrettungsanzug 20 vorgesehenen
Luftversorgungsanschluss an eine in der Notausstiegsschleuse 6 befindliche Luftversorgungseinrichtung
an, welche, wie auch der Luftversorgungsanschluss des Unterseebootrettungsanzugs 20,
in der Zeichnung zwecks besserer Übersichtlichkeit nicht dargestellt ist. Anschließend
erfolgt die Flutung der Notausstiegsschleuse 6 und ein Druckausgleich darin mit der
Außenatmosphäre des Unterseeboots 2. Während des Flutens und des Druckausgleichs hat
der Unterseebootrettungsanzug 20 aufgrund seiner Luftbefüllung in Kragen und Haube
das Bestreben, in der Notausstiegsschleuse 6 aufzuschwimmen. Dies wird aber vorteilhaft
dadurch verhindert, dass das Seil 22 der Haltevorrichtung 16 an den Unterseebootrettungsanzug
befestigt ist und die Person 18 in dem Unterseebootrettungsanzug 20 so in ihrer vorgeschriebenen
Position in der Notausstiegsschleuse 6 gehalten wird.
[0025] Nachdem der Druckausgleich in der Notausstiegsschleuse 6 abgeschlossen ist, wird
der obere Deckel 14 der Notausstiegsschleuse 6 geöffnet und in eine die Ausstiegsöffnung
12 freigebende Stellung geschwenkt. Daraufhin wird die Bremse 44 an der Winde 24 gelöst.
Die Person 18 in dem Unterseebootrettungsanzug 20 schwimmt nun in der Notausstiegsschleuse
6 auf, wobei sich das Seil 22 von der Winde 24 abwickelt. Das Seil 48, das zunächst
biegeschlaff hängt, wird hierdurch gespannt und übt auf diese Weise eine Zugkraft
auf den Betätigungshebel 42 des Verschlusses 30 des Schnappschäkels 26 aus, wodurch
der Verschluss 30 den Bügelabschnitt 38 des Bügels 34 des Schnappschäkels 26 freigibt.
Dieser kann nun aufschwenken, wodurch sich der Schnappschäkel 26 an der Lasche 28
an dem Unterseebootrettungsanzug 20 löst. Die Person 18 ist nun nicht mehr mit der
Haltevorrichtung 16 verbunden und kann durch die Ausstiegsöffnung 12 der Notausstiegsschleuse
6 hindurch an die Wasseroberfläche aufschwimmen.
[0026] Während des Abwickelns des Seils 22 von der Winde 24 wird ein in der Zeichnung nicht
dargestelltes Federelement, welches eine Rückholeinrichtung zum selbsttätigen Aufwickeln
des Seils 22 auf der Winde 24 bildet, gespannt. Nach dem Lösen der Verbindung des
Seils 22 mit dem Unterseebootrettungsanzug 20 entspannt sich dieses Federelement,
wodurch das Seil 22 wieder auf die Winde 24 aufgewickelt wird und so wieder die gewünscht
kurze Länge zum Halten einer die Notausstiegsschleuse 6 nachfolgend betretenden Person
aufweist.
Bezugszeichenliste
[0027]
- 2
- Unterseeboot
- 4
- Turm
- 6
- Notausstiegsschleuse
- 8
- Ende
- 10
- Deckel
- 12
- Ausstiegsöffnung
- 14
- Deckel
- 16
- Haltevorrichtung
- 18
- Person
- 20
- U nterseebootrettu ngsa nzug
- 22
- Seil
- 24
- Winde
- 26
- Schnappschäkel
- 28
- Lasche
- 30
- Verschluss
- 32
- Bügel
- 43
- Bügel
- 36
- Bügelabschnitt
- 38
- Bügelabschnitt
- 40
- Gelenk
- 42
- Betätigungshebel
- 44
- Bremse
- 46
- Bremsklotz
- 48
- Seil
1. Unterseeboot (2) mit mindestens einer Notausstiegsschleuse (6), dadurch gekennzeichnet, dass in der Notausstiegsschleuse (6) eine Haltevorrichtung (16) mit bootsseitig festgelegten
Haltemitteln zur lösbaren Befestigung an einem Unterseebootrettungsanzug (20) angeordnet
ist, wobei eine Steuerungseinrichtung zum selbsttätigen Lösen der Haltemittel vorgesehen
ist.
2. Unterseeboot (2) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltevorrichtung (16) ein mit der Bootsstruktur verbundenes Zugmittel aufweist,
welches an seinem freien Ende einen an dem Unterseebootrettungsanzug (20) befestigbaren
Beschlag aufweist.
3. Unterseeboot (2) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltevorrichtung (16) eine Winde (24) aufweist, auf welcher das Zugmittel aufgewickelt
ist.
4. Unterseeboot (2) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Winde (24) eine manuell betätigbare vorzugsweise hydraulisch wirkende Bremse
(44) aufweist.
5. Unterseeboot (2) nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltevorrichtung (16) ein zweites mit der Bootsstruktur eines Unterseeboots (2)
befestigbares Zugmittel aufweist, welches mit einem an dem Beschlag des ersten Zugmittels
ausgebildeten Verschluss (30) verbunden ist.
6. Unterseeboot (2) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Zugmittel kürzer als das erste Zugmittel ist.
7. Unterseeboot (2) noch Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Winde (24) eine Rückholeinrichtung zum selbsttätigen Aufwickeln des Zugmittels
auf der Winde (24) aufweist.
8. Unterseeboot (2) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückholeinrichtung von einem Federelement gebildet wird.
9. Unterseeboot (2) nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der an dem ersten Zugmittel befestigte Beschlag ein Schnappschäkel (26) ist.