TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Becherverpackung für ein Milchprodukt, insbesondere
für ein stichfestes Milchprodukt mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs
1.
STAND DER TECHNIK
[0002] Aus dem Stand der Technik sind vielfältige Verpackungen für Milchprodukte bekannt,
insbesondere Becher aus Kunststoffmaterial, mit im wesentlichen zylinderförmigen Seitenwänden,
mit einem Boden und mit einem Deckel, wobei der Boden und die Seitenwände einstückig
ausgestaltet sind, und wobei der Deckel nach Befüllung des Behälters mit dem oberen
Rand der Seitenwände verbunden wird.
[0003] Es ist bekannt, dass insbesondere für stichfeste oder nahezu stichfeste Milchprodukte
ein Ausschütten des Produktes beispielsweise auf einen Teller nach dem Öffnen des
Deckels durch Umstürzen des Behälters schwierig ist, weil durch ein Herausgleiten
des Milchproduktes aus dem Behälter in dem Bereich unter dem Deckel ein Unterdruck
entsteht. Somit ist es aus dem Stand für Puddingprodukte weiterhin bekannt, eine kleine
Öffnung im Deckel vorzusehen, welche durch eine um diese Öffnung dichtend haftende
Lasche abgedeckt ist, wobei ein Griffstück der Lasche dem Benutzer die Möglichkeit
gibt, die Lasche von dem Deckel abzuziehen, so dass durch die besagte Öffnung Luft
aus der Umgebung unter den Deckel gelangen kann, so dass das in dem Behälter befindliche
Produkt nun aus diesem gleiten kann.
[0004] Aus der
DE 10 2009 017 508 ist bekannt, den Boden nicht einstückig auszugestalten, sondern diesen ebenfalls
wie den Deckel vollflächig auf den Seitenwänden aufzusetzen. Man kann somit sowohl
Deckel als auch Boden als Folien abziehen.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0005] Der Stand der Technik gestattet es also, stichfeste Milchprodukte in relativ einfacher
Weise durch Umstürzen aus einem Behälter auszubringen. Es ist aber aus dem Stand der
Technik nicht bekannt, in dieser Art und Weise ein zweiphasiges Milchprodukt aus dem
Behälter auszuschütten. Ein zweiphasiges Milchprodukt besteht nach dieser Definition
zum einen aus einem Coulis, Obstpüree oder Nappage welche zuerst im Bereich des Deckels
eine Schicht bildet, und nachdem dieses Coulis, Obestpüreemasse oder Nappage in den
Behälter eingebracht worden ist, zum anderen dann weiterhin aus dem stichfesten Milchprodukt,
beispielsweise einem Joghurt.
[0006] Der Stand der Technik, nach welchem eine Lasche benutzt wird, um das Problem des
Unterdrucks im Behälter zu lösen, ist für ein solches zweiphasiges Produkt nicht gut
einsetzbar, da die Öffnung zu einer Trennung dieses Coulis oder Püreemasse vom stichfesten
Milchprodukt führt und nicht zu einem gemeinsamen Herausgleiten von Milchprodukt und
Coulis aus dem Behälter, wonach anschliessend die Püreemasse an den Seiten des umgestürzten
Joghurts herunterlaufen kann.
[0007] Der Stand der Technik, nach welchem der Deckel insgesamt abziehbar ist, ist für den
Benutzer schlecht handhabbar und relativ teuer.
[0008] Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
eine bessere Verpackung für Milchprodukte mit einer nach dem Umstürzen bestehenden
Abdeckung mit einem Coulis anzugeben, die für den Benutzer durch Umstürzen leicht
aus diesem Behälter entfernbar ist.
[0009] Die Aufgabe wird für den eingangs genannten Stand der Technik dadurch gelöst, dass
bei der Becherverpackung, insbesondere für stichfeste Milchprodukte, aus Kunststoffmaterial
mit im wesentlichen zylinderförmigen Seitenwänden, mit einem Boden und mit einem Deckel
der Boden und die Seitenwände einstückig ausgestaltet sind und der Deckel nach Befüllung
des Behälters mit dem oberen Rand der Seitenwände verbunden ist, wobei dann ein Randbereich
zwischen Boden und Seitenwänden angeordnet ist, an dem über einen Abschnitt in Becherlängsrichtung
ein Bodenrand vorgesehen ist, der von einer Lasche unterbrochen ist.
[0010] Vorteilhaft ist, wenn die Lasche in einem verstärkten Bodenbereich mit dem Boden
verbunden ist, da dann die Lasche nicht vom Boden abgerissen werden kann und sich
die Öffnung sicher gestaltet.
[0011] Die Lasche ist gegenüber dem durch den Bodenrand vorgesehenen Umfang, was zumeist
einen Kreis ausmacht, nach innen zurückversetzt, so dass die Lasche gegen unbeabsichtigtes
zum Beispiel Umbiegen geschützt ist.
[0012] Die Lasche ist in Becherlängsrichtung kürzer als die Höhe des Bodenrandes, so dass
die Unterkante der Lasche nicht auf dem Boden aufsteht.
[0013] Die Lasche kann an ihren Seiten über Verstärkungsrippen verfügen, was die Ergreifbarkeit
vereinfacht. Ferner verbessern die Rippen die Tendenz, dass der Benutzer die Lasche
nach aussen biegt, um den Boden aufreissen zu lassen.
[0014] Die Schlitze zwischen Lasche und Bodenrand verjüngen sich in Richtung verdickter
Randbereich, so dass das Ergreifen der Lasche vereinfacht ist.
[0015] Die Becherverpackung aus einstückigem Boden und Seitenwänden kann aus dünnen Kunststoff
tiefgezogen sein, aber auch ein Dünnkunststoffspritzverfahren ist einsetzbar.
[0016] Die Becherverpackung kann aus Polystyrol bestehen; sie ist vorteilhafterweise mindestens
50 Millimeter im Durchmesser, beispielsweise ca. 70 Millimeter.
[0017] Weitere Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0018] Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung werden im Folgenden anhand der Zeichnungen
beschrieben, die lediglich zur Erläuterung dienen und nicht einschränkend auszulegen
sind. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- zeigt eine perspektivische Ansicht einer Becherverpackung auf den Deckelbereich gemäss
einem Ausführungsbeispiel der Erfindung,
- Fig. 2
- zeigt eine teilweise Seitenansicht und eine teilweise Schnittansicht der Becherverpackung
nach Fig. 1,
- Fig. 3
- zeigt eine Ansicht von unten auf die Becherverpackung nach Fig. 1, und
- Fig. 4
- zeigt eine perspektivische Ansicht der Becherverpackung nach Fig. 1 auf den Bodenbereich.
BESCHREIBUNG BEVORZUGTER AUSFÜHRUNGSFORMEN
[0019] Die Fig. 1 zeigt eine perspektivische Ansicht einer Becherverpackung auf ihren Deckelbereich
gemäss einem Ausführungsbeispiel der Erfindung. Eine solche Becherverpackung ist insbesondere
für stichfeste Milchprodukte vorgesehen und besteht in bekannter Weise aus dünnem
Kunststoffmaterial. Sie weist im wesentlichen zylinderförmige Seitenwände 10 auf.
Dabei wird von im wesentlichen zylinderförmigen Wänden gesprochen, da zum besseren
Stapeln leerer Behälter diese sich zum Boden hin zumeist leicht verjüngen. Prinzipiell
können die Seitenwände 10 auch rein zylindrisch sein. Zylindrisch bedeutet beim dargestellten
Ausführungsbeispiel einen kreisrunden Querschnitt entlang der Längsachse des Bechers.
Prinzipiell sind aber auch andere Querschnitte für solche Becher möglich, beispielsweise
mit einem quadratischen Querschnitt.
[0020] Die Seitenwände 10 bilden eine Zylindermantel, welche Seitenwände 10 nach unten in
einem sich weiter verjüngenden Wandbereich 11 weiterführen, um in einer kreisförmigen
Randverdickung 12 zu enden. Die Randverdickung kann auch ein einfacher Randbereich
12 sein, der einfach den Übergang zum Rand markiert,
[0021] Am gegenüberliegenden Ende in Längsrichtung der Becherverpackung ist ein oberer Randflansch
13 vorgesehen, der über die Seitenwände 12 nach aussen übersteht. An diesem nachdem
das Produkt in den Innenraum des Bechers eingebracht worden ist. Der in den Zeichnungen
nicht dargestellte Deckel wird also nach Befüllung des Behälters mit dem oberen Rand
13 der Seitenwände 10 verbunden.
[0022] Ein Bodenrand 14 ist an dem verdickten Rand 12 vorgesehen, der einen Stand des Bechers
gestattet. Zur Erläuterung der Ausgestaltung dieser Elemente wird auch Bezug genommen
auf die Fig. 2, die eine teilweise Seitenansicht und eine teilweise Schnittansicht
der Becherverpackung nach Fig. 1 zeigt. Die Fig. 3 zeigt dazu eine Ansicht von unten
auf die Becherverpackung nach Fig. 1, und Fig. 4 zeigt ähnlich zur Fig. 1 eine perspektivische
Ansicht der Becherverpackung, hier allerdings auf den Bodenbereich.
[0023] Der Bodenrand 14 hat eine untere Standkante 22. Diese Bodenkante 22 bildet einen
Teil eines Kreises von dem Bodenrand 14, welcher nur durch die Lasche 17 unterbrochen
ist. Die Lasche 17 ist durch zwei Schlitze 16 von dem Bodenrand getrennt. Die Seitenkanten
15 des Bodenrandes 14 sind leicht geneigt und vergrössern die Schlitze 16 zur Kante
22 hin.
[0024] Die steife Lasche 17 ist radial gesehen im wesentlichen ein Rechteck und setzt rechtwinklig
an einem Laschenboden 20 an, der einstückig mit dem Boden 25 verbunden ist und diesen
im Laschenbereich verstärkt. Ferner bestehen im dargestellten Ausführungsbeispiel
an den seitlichen nach aussen gerichteten Kanten der Lasche 17 jeweils Versteifungsrippen
18, die an dem Laschenboden 20 ansetzen und sich in einer Seitenansicht dreieckig
zur unteren Kante 19 der Lasche 17 verjüngen. Somit kann die Lasche 17 von aussen
leicht mit einem Finger gefunden werden, wobei die Lasche 17 auf der Innenseite im
Hohlraum 21 des Bodenbereichs von einem zweiten Finger ergriffen wird.
[0025] Die Lasche 17 wird bei gehaltenem Becher, beispielsweise wenn diese an den Seitenwänden
10 festgehalten wird, entweder Richtung Innenbereich 21 oder nach aussen weggezogen,
wobei über den Verstärkungsbereich 20 der Boden 25 vom verdickten Rand 12 abgezogen
wird, der zudem über den Bodenrand 14 verstärkt wird. Insbesondere wird der Benutzer
die Lasche aber nach aussen umbiegen und nach Aufbrechen des Bodens 25 dann diesen
Bodenbereich nach oben abziehen.
[0026] Die Lasche 17 weist eine Länge auf, die kürzer ist als die Höhe des Bodenrands 14,
so dass der Bodenrand 14 in seiner unteren Kreisform aufsteht und die Lasche 17 frei
ist und bei einer normalen Lagerung des Bechers nicht unter einer Vorspannung steht.
Ferner ist, wie in der Fig. 3 zu sehen, die Lasche 17 innerhalb des durch den Bodenrand
14 gebildeten Kreises angeordnet, also im Innenbereich des Bodenhohlraumes 21. Dadurch
ist die Lasche 17 auch gegen unbeabsichtigtes Drücken von Aussen auf diese geschützt,
da sie weiter innen als die Wand des Bodenwand 14 steht.
[0027] Der Boden 25 und die Seitenwände 10 sind einstückig ausgestaltet, wobei vorzugsweise
der Boden 25 dünner ausgestaltet ist als die Seitenwände 10 aber zumindest dünner
als der verdickte Rand 12, so dass die Kanten gegenüber dem verdickten Rand 12 in
Art einer Sollbruchstelle reissen können und sich eine Öffnung ausgehend von der Lasche
17 ergibt, die eine breite Öffnung ergibt, so dass vom Rand 12 her die Umgebungsluft
eindringt und das Milchprodukt im ganzen aus dem Becher austritt.
[0028] Die leicht verjüngende Form der Aussenwände 10 gestattet ein einfacheres Ausbringen
des Inhalts nach dem Umstürzen und dem Abziehen der Lasche 17. Prinzipiell ist es
möglich, die Aussenwände 10 auch strukturiert, beispielsweise mit einzelnen Ausbuchtungen
vorzusehen, die glatte kegelstumpfförmige Form vereinfacht aber das Ausbringen.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0029]
- 10
- zylinderförmige Seitenwand
- 11
- sich verjüngender Wandbereich
- 12
- Randverdickung
- 13
- oberer Randflansch
- 14
- Bodenrand
- 15
- Seitenkante
- 16
- Schlitz
- 17
- steife Lasche
- 18
- Verstärkungsrippe
- 19
- unterer Laschenrand
- 20
- Laschenboden
- 21
- Unterbodenraum
- 22
- untere Bodenkante
- 25
- Boden
1. Becherverpackung, insbesondere für stichfeste Milchprodukte, aus Kunststoffmaterial,
mit im wesentlichen zylinderförmigen Seitenwänden (10), mit einem Boden (25) und mit
einem Deckel, wobei der Boden (25) und die Seitenwände (10) einstückig ausgestaltet
sind, und wobei der Deckel nach Befüllung des Behälters mit dem oberen Rand (13) der
Seitenwände (10) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass ein Randbereich (12) zwischen Boden (25) und Seitenwänden (10) angeordnet ist, an
dem über einen Abschnitt in Becherlängsrichtung ein Bodenrand (14) vorgesehen ist,
der von einer Lasche (17) unterbrochen ist, die mit dem Boden (25) verbunden ist.
2. Becherverpackung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Lasche (17) in einem verstärkten Bodenbereich (20) mit dem Boden (25) verbunden
ist.
3. Becherverpackung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Lasche (17) gegenüber dem durch den Bodenrand (14) vorgesehenen Umfang nach innen
zurückversetzt ist.
4. Becherverpackung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Lasche (17) in Becherlängsrichtung kürzer als die Höhe des Bodenrandes (14) ist.
5. Becherverpackung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Lasche (17) an ihren Seiten über Verstärkungsrippen (18) verfügt.
6. Becherverpackung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlitze (16) zwischen Lasche (17) und Bodenrand (14) sich in Richtung verdickter
Randbereich (12) verjüngen.
7. Becherverpackung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der einstückige Boden (15) und die Seitenwände (10) aus tiefgezogenem Kunststoff
sind.