[0001] Die Erfindung betrifft eine selbstfahrende Baumaschine, insbesondere Straßenfräse,
die über einen Maschinenrahmen und ein Fahrwerk verfügt, das mindestens ein lenkbares
vorderes Laufwerk, mindestens ein in Arbeitsrichtung linkes, hinteres Laufwerk und
mindestens ein in Arbeitsrichtung rechtes, hinteres Laufwerk aufweist. Darüber hinaus
betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Betreiben einer derartigen Baumaschine.
[0002] Die oben genannten Baumaschinen verfügen über eine Arbeitseinrichtung, die eine Arbeitswalze
aufweist, bei der es sich um eine Fräs- oder Schneidwalze handeln kann. Zur Einstellung
der Arbeitstiefe der Arbeitswalze sind bei den bekannten Baumaschinen zumindest die
in Arbeitsrichtung hinteren auf dem Boden aufstehenden Laufwerke gegenüber dem Maschinenrahmen
in der Höhe verstellbar.
[0003] Zum Abfräsen des Bodenmaterials wird eine Straßenfräse im Allgemeinen mit gegenüber
dem Maschinenrahmen angehobenen Laufwerken betrieben, so dass die Fräswalze mit einer
vorgegebenen Lage der Fräswalzenachse in Relation zu einer Bezugsebene in das Bodenmaterial
eindringt. Üblicherweise wird die Bezugsebene durch die noch ungefräste Bodenoberfläche
gebildet. Bekannte Baumaschinen verfügen daher über Einrichtungen zur Regelung der
Frästiefe in Abhängigkeit von der aktuell durch die Maschine befahrenen Oberfläche.
[0004] In der Praxis können jedoch auch Fälle auftreten, bei denen die Maschine einen teilweise
bereits gefrästen Untergrund nachbearbeiten muss. Dies kann unter anderem dann auftreten,
wenn eine Straße zunächst mit einer Großfräse bearbeitet und dann mit einer Kleinfräse
nachbearbeitet wird. Wenn Hindernisse, beispielsweise ein Kanaldeckel, die Bearbeitung
des Bodenmaterials mit der Großfräse verhindern, muss die Fräswalze abgesetzt und
hinter dem Hindernis neu angesetzt werden. Dadurch entstehen Abschnitte, an denen
das Bodenmaterial abgefräst ist oder nicht, wodurch sich an den Übergängen unterschiedliche
Belaghöhen und sprunghafte Übergänge zwischen diesen Belaghöhen ergeben. Das gewünschte
Arbeitsergebnis besteht dann üblicherweise darin, die Belaghöhe an ein dem bereits
gefrästen Untergrund entsprechendes Niveau anzugleichen. Mit den bekannten Frästiefenregelungen
kann dieses Arbeitsergebnis aber nicht erreicht werden.
[0005] Die beschriebenen Rahmenbedingungen können beispielsweise zu einem Betriebszustand
führen, bei dem das linke Laufwerk gegenüber dem Maschinenrahmen abgesenkt ist, da
es auf einem bereits gefrästen Abschnitt des Boden aufsteht, während das rechte Laufwerk
angehoben ist, da es auf dem noch nicht gefrästen Boden aufsteht, so dass der Maschinenrahmen
weiterhin im Wesentlichen parallel zur Bodenoberfläche und die Fräswalzenachse entsprechend
der vorgegebenen Lage in Relation zu einer Bezugsebene ausgerichtet ist. Dadurch wird
der noch nicht gefräste Abschnitt des Untergrunds an die gewünschte Belaghöhe angeglichen,
während der bereits gefräste Untergrund nicht weiter bearbeitet wird.
[0006] Analog dazu können Betriebszustände auftreten, bei denen das rechte Laufwerk gegenüber
dem Maschinenrahmen abgesenkt ist, während das linke Laufwerk gegenüber dem Maschinenrahmen
angehoben ist. Darüber hinaus können Betriebszustände auftreten, bei denene beide
Laufwerke gegenüber dem Maschinenrahmen abgesenkt sind, so dass sich die Fräswalze
nicht in Eingriff mit dem Boden befindet, da sich die Fräswalze bereits komplett über
dem gefrästem Untergrund befindet.
[0007] Diese Betriebszustände können durch die bekannten Frästiefenregelungen nicht erkannt
werden, da zur Bestimmung der Arbeitstiefe lediglich die Position der Arbeitswalze
relativ zu der aktuell befahrenen Oberfläche eingestellt wird, so dass eine Bearbeitung
des bereits gefrästen Untergrunds erfolgen würde. Die notwendigen Eingriffe in die
Maschinensteuerung müssen daher bei den bekannten Maschinen manuell durch den Bediener
erfolgen. Dies erfordert eine hohe Aufmerksamkeit und Konzentration sowie eine Koordination
des Bedieners, da dieser darüber hinaus zusätzliche Aufgaben, wie die Einhaltung der
Frässpur zu erfüllen hat.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Baumaschine zu schaffen, die auch
bei sprunghaften Änderungen der Belaghöhe vor den Laufwerken einen benutzerfreundlichen
und ergonomischeren Betrieb ermöglicht.
[0009] Darüber hinaus besteht eine Aufgabe der Erfindung darin, ein Verfahren anzugeben,
dass den Betrieb einer Baumaschine auch bei sprunghaften Änderungen der Belaghöhe
unter Beibehaltung der Lage der Fräswalzenachse relativ zu einer Bezugsebene ermöglicht.
[0010] Die Lösung dieser Aufgaben erfolgt erfindungsgemäß mit den Merkmalen der unabhängigen
Patentansprüche. Die Gegenstände der Unteransprüche betreffen bevorzugte Ausführungsformen
der Erfindung.
[0011] Die erfindungsgemäße Baumaschine, insbesondere Straßenfräse, verfügt über eine Einrichtung
zum Anheben oder Absenken der auf dem Boden aufstehenden Laufwerke gegenüber dem Maschinenrahmen
und eine Steuereinheit zum Ansteuern der Einrichtung zum Anheben oder Absenken der
Laufwerke, um die Laufwerke gegenüber dem Maschinenrahmen in der Höhe verstellen zu
können.
[0012] Die erfindungsgemäße Baumaschine zeichnet sich dadurch aus, dass die Steuereinheit
über Mittel zur Erkennung einer Änderung der Höhe des von den Laufwerken zu befahrenden
Belages gegenüber dem Maschinenrahmen aufweist, wobei die Steuereinheit einen Steuermodus
zur Vornahme eines Eingriffs in die Steuerung zur Höhenverstellung der Laufwerke vorsieht.
In dem Steuermodus ist die Steuereinheit derart konfiguriert, dass bei der Erkennung
einer Änderung der Belaghöhe die Einrichtung zum Anheben oder Absenken der Laufwerke
derart angesteuert wird, dass das betreffende Laufwerk oder die betreffenden Laufwerke
angehoben oder abgesenkt werden, um einer Kippbewegung der Maschine und damit der
Fräswalze infolge der Änderung der Belaghöhe entgegenwirken zu können. Da die Steuereinheit
bei einer Änderung der Belaghöhe einen besonderen Steuermodus vorsieht, kann die Baumaschine
mit einer konstanten Lage der Fräswalzenachse in Relation zu einer Bezugsebene auch
dann betrieben werden, wenn die Höhe des Belages, auf dem die Laufwerke aufstehen,
sich gegenüber dem Maschinenrahmen ändert. Die Änderung der Belaghöhe kann aufgrund
eines Absatzes oder einer Vertiefung auf der in Arbeitsrichtung linken oder rechten
Seite der Baumaschine zurückzuführen sein.
[0013] Die erfindungsgemäße Steuerung ist insbesondere dann von Vorteil, wenn sich die Höhe
des Belages sprunghaft ändert, was bei einem Wechsel von einem gefrästen zu einem
ungefrästen Abschnitt der Fall ist. Dadurch wird eine Bearbeitung des Bodens erreicht,
bei der das Arbeitsergebnis eine einheitliche Oberfläche ohne Höhenunterschiede ist.
[0014] Die Mittel zur Erkennung der Änderung der Belaghöhe können unterschiedlich ausgebildet
sein. Die Änderung der Belaghöhe kann dadurch erkannt werden, dass die Beschaffenheit
der Bodenoberfläche selbst analysiert wird. Hierzu kann beispielsweise die Bodenoberfläche
mit einer Kamera erfasst und eine Änderung der Belaghöhe mit einer Bildverarbeitung
erkannt werden. Die Belaghöhe relativ zum Maschinenrahmen kann aber auch durch einen
Sensor, beispielsweise einen Ultraschallsensor, erfasst werden. Vorzugsweise wird
eine Änderung der Belaghöhe aber dadurch erkannt, dass die Reaktion der Baumaschine
auf die Änderung der Belaghöhe erfasst wird. Beispielsweise ist es möglich das Überfahren
einer Kante durch die Bewegung der am Walzengehäuse beweglich angeordneten Teile,
wie Niederhalter, Abstreifer oder Kantenschutz, in Relation zum Maschinenrahmen zu
erkennen.
[0015] Bei Baumaschinen mit zwei vorderen Laufwerken weisen diese üblicherweise eine Pendelachse
auf. Aufgrund der starren Verbindung sowohl der hinteren als auch der vorderen Laufwerke
über den Maschinenrahmen kann die Detektion einer Änderung der Belaghöhe an den hinteren
Laufwerken mit einer Überwachung der Reaktion der vorderen Laufwerke erfolgen.
[0016] Weiterhin kann die Änderung der Belaghöhe mit der Erfassung einer Kippbewegung der
Baumaschine erkannt werden. Hierzu können die Mittel zur Erkennung einer Änderung
der Belaghöhe Mittel zur Erkennung der Neigung des Maschinenrahmens in Fahrtrichtung
und / oder quer zur Fahrtrichtung aufweisen. Eine Ausführungsform mit einem Längs-
und Querneigungssensor ermöglicht auch die Erkennung von Kanten, die orthogonal zur
Arbeitsrichtung verlaufen. Längs- und Querneigungssensoren erlauben verschiedene Steuerungseingriffe.
[0017] Bei einer bevorzugten Ausführungsform umfassen die Mittel zur Erkennung einer Änderung
der Belaghöhe Mittel zum Erkennen einer seitlichen Neigung der Baumaschine. Vorzugsweise
weisen die Mittel zur Erkennung einer seitlichen Neigung der Baumaschine einen am
Maschinenrahmen angeordneten Neigungssensor auf.
[0018] Eine besonders bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass die Mittel
zur Erkennung der Belaghöhe nicht nur erkennen können, dass sich die Belaghöhe ändert,
sondern auch erkennen können, ob die Höhe des Belages gegenüber dem Maschinenrahmen
in Arbeitsrichtung zunimmt bzw. abnimmt, d. h. das betreffende Laufwerk der Baumaschine
auf einem Absatz oder in eine Vertiefung fährt. Dadurch ist es möglich, eine Gegenreaktion
der Baumaschine für sämtliche möglichen Fälle vorzusehen, um Kippbewegungen infolge
von Änderungen der Belaghöhe entgegenzuwirken.
[0019] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform wird zur Erkennung der Zunahme bzw.
Abnahme der Belaghöhe in Arbeitsrichtung die Stellung und/oder Bewegung des linken
und/oder rechten Kantenschutzes der Baumaschine erfasst. Die Mittel zum Erkennen einer
Zu- oder Abnahme der Belaghöhe weisen bei der besonders bevorzugten Ausführungsform
daher einen die Höhe des linken und/oder rechten Kantenschutzes gegenüber dem Maschinenrahmen
erfassenden Sensor auf. Insbesondere bei einer sprunghaften Änderung der Belaghöhe
nur auf einer Seite der Baumaschine gibt die Stellung oder Bewegung des Kantenschutzes
unmittelbar nach der Reaktion der Baumaschine auf die Änderung der Belaghöhe eindeutig
darüber Aufschluss, ob das betreffende Laufwerk der Baumaschine auf einen Absatz oder
in eine Vertiefung gefahren ist.
[0020] Wenn bei einer Ausführungsform mit einem Längsneigungssensor die hinteren, linken
und rechten Laufwerke in eine Senke fahren, detektiert der Längsneigungssensor eine
Neigungsänderung nach hinten und gleichzeitig wird der Kantenschutz auf der linken
und rechten Seite angehoben, so dass ein Eingriff in die Maschinensteuerung derart
vorgenommen wird, dass das linke und rechte Laufwerk abgesenkt werden. Fahren die
hinteren, linken und rechten Laufwerke hingegen auf einen Absatz, detektiert der Längsneigungssensor
eine Neigungsänderung nach vorne und gleichzeitig wird der Kantenschutz auf der linken
und rechten Seite abgesenkt, so dass ein Eingriff in die Maschinensteuerung derart
vorgenommen wird, dass das linke und rechte Laufwerk angehoben werden.
[0021] Anstelle der Höhe des Kantenschutzes gegenüber dem Maschinenrahmen kann grundsätzlich
auch die Höhe eines in Arbeitsrichtung hinter der Arbeitseinrichtung angeordneten
Abstreifers oder auch die Höhe eines in Arbeitsrichtung vor der Arbeitseinrichtung
angeordneten Niederhalters der Baumaschine erfasst werden. Alternativ kann die Detektion
einer Zunahme bzw. Abnahme der Belaghöhe über einen Sensor zur Erfassung der Längsneigung
am Maschinenrahmen erfolgen.
[0022] Bei einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform sieht die Steuereinheit
verschiedene Betriebszustände vor, denen jeweils eine bestimmte Reaktion zugeordnet
ist, wobei die Reaktion der Baumaschine in dem Anheben bzw. Absenken des mindestens
einen linken oder/oder des mindestens einen rechten Laufwerks der Baumaschine liegt.
Da den jeweiligen Zustandsänderungen die betreffenden Reaktionen der Baumaschine eindeutig
zugeordnet sind, können die hierzu erforderlichen Steuerbefehle in einem Speicher
der Steuereinheit fest vorgegeben werden. Folglich brauchen nur die betreffenden Zustandsänderungen
erfasst und die Laufwerke nach einem vorgegebenen Programm angehoben bzw. abgesenkt
werden.
[0023] Bei einer alternativen Ausführungsform können die Mittel zur Erkennung einer Änderung
der Höhe des von den Laufwerken zu befahrenden Belages mindestens einen berührungslosen
Sensor zur Erkennung des Abstandes zwischen einem auf den Maschinenrahmen bezogenen
Referenzpunkt und der Bodenoberfläche aufweisen. Auch die Mittel zur Erkennung einer
Zu- oder Abnahme der Höhe des Belages können mindestens einen berührungslosen Sensor
aufweisen, mit dem der Abstand zwischen einem auf den Maschinenrahmen bezogenen Referenzpunkt
und der Bodenoberfläche erkannt wird. Grundsätzlich ist es ausreichend nur einen Abstandssensor
vorzusehen, mit dem sowohl erkannt werden kann, dass sich die Höhe des von den Laufwerken
zu befahrenden Belages ändert, als auch erkannt werden kann, ob die Baumaschine auf
einen Absatz oder in eine Senke fährt.
[0024] Im Folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung unter Bezugnahme auf die
Figuren näher erläutert.
[0025] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Straßenfräse in der Seitenansicht,
- Fig. 2A
- die Bewegung der Straßenfräse von Fig. 1 in stark vereinfachter schematischer Darstellung
in einem Gelände, in dem ein erster Abschnitt bereits gefräst ist,
- Fig. 2B
- die Bewegung der Straßenfräse von Fig. 1 in einem Gelände, in dem ein zweiter Abschnitt
bereits gefräst ist,
- Fig. 3A
- die Straßenfräse in stark vereinfachter schematischer Darstellung, wobei das linke
und rechte Laufwerk angehoben sind,
- Fig. 3B
- die Straßenfräse, wobei das linke Laufwerk angehoben und das rechte Laufwerk abgesenkt
ist,
- Fig. 3C
- die Straßenfräse, wobei das linke und rechte Laufwerk abgesenkt sind,
- Fig. 3D
- die Straßenfräse, wobei das linke Laufwerk abgesenkt und das rechte Laufwerk angehoben
ist,
- Fig. 4A
- die Bewegung der Baumaschine über einen ungefrästen Abschnitt zur Veranschaulichung
des Steuermodus zur Höhenverstellung der Laufwerke an den Übergängen von gefrästen
und ungefrästen Abschnitten,
- Fig. 4B
- die Bewegung der Baumaschine zur Veranschaulichung des Steuermodus,
- Fig. 5
- ein vereinfachtes Blockschaltbild der Steuereinheit der Straßenfräse zusammen mit
einer vereinfachten Darstellung der Einrichtung zum Anheben und Absenken der Laufwerke
und
- Fig. 6
- eine Tabelle zur Veranschaulichung der erfassten Zustandsänderungen der Straßenfräse
und der den einzelnen Zustandsänderungen zugeordneten Eingriffen in die Steuerung
zur Höhenverstellung der Laufwerke.
[0026] Fig. 1 zeigt in der Seitenansicht ein Ausführungsbeispiel einer Straßenfräse, bei
der es sich um eine Kleinfräse handelt. Die Straßenfräse weist einen Maschinenrahmen
1 auf, der von einem Fahrwerk 2 getragen wird. Das Fahrwerk 2 weist ein mittig angeordnetes
vorderes Laufwerk 3 und ein in Arbeitsrichtung A hinteres, rechtes Laufwerk 4R und
ein hinteres, linkes Laufwerk (4L) auf. Es versteht sich, dass anstelle eines mittig
angeordneten vorderen Laufwerkes auch ein linkes und ein rechtes vorderes Laufwerk
vorhanden sein können. Bei den Laufwerken handelt es sich um Räder. Die Laufwerke
können aber auch Kettenlaufwerke sein.
[0027] Die Straßenfräse verfügt über eine Arbeitseinrichtung mit einer Arbeitswalze, bei
der es sich um eine Fräswalze handelt. Die Fräswalze (5) ist in einem Fräswalzengehäuse
6 angeordnet, das an der in Arbeitsrichtung A rechten und linken Seite von einem Kantenschutz
7R (7L) verschlossen ist. Oberhalb des Fräswalzengehäuses 6 befindet sich der Fahrstand
8 mit dem Fahrersitz 9.
[0028] Die Straßenfräse verfügt weiterhin über eine Einrichtung 10 zum Anheben oder Absenken
der auf dem Boden aufstehenden hinteren rechten und linken Laufwerke 4R, (4L) gegenüber
dem Maschinenrahmen 1. Die Einrichtung 10 zum Anheben oder Absenken der Laufwerke
weist ein dem rechten Laufwerk zugeordnete Hubeinrichtung 10R und eine dem linken
Laufwerk (4L) zugeordnete Hubeinrichtung (10L) auf.
[0029] Die Fräswalze (5) sowie das linke Laufwerk (4L), der linke Kantenschutz (7L) und
die linke Hubeinrichtung (10L) sind in Fig. 1 nicht erkennbar.
[0030] Zur Einstellung der Frästiefe werden die hinteren Laufwerke der Straßenfräse gegenüber
dem Maschinenrahmen in der Höhe verstellt, so dass die Fräswalze in das Bodenmaterial
eindringen kann.
[0031] Nachfolgend wird unter Bezugnahme auf die Figuren 2A und 2B die Bewegung der Baumaschine
innerhalb eines Geländes 13 beschrieben, das einen nicht gefrästen Abschnitt 13A und
einen gefrästen Abschnitt 13B aufweist. In Fig. 2A ist der gefräste Abschnitt ein
Streifen, der sich von links oben nach rechts unten erstreckt, während in Fig. 2B
sich der gefräste Abschnitt von links unten nach rechts oben erstreckt. An den Stellen,
an denen der ungefräste Abschnitt 13A in den gefrästen Abschnitt 13B übergeht oder
umgekehrt, ändert sich die Höhe des Belages gegenüber dem Maschinenrahmen 1 sprunghaft.
Wenn sich die Straßenfräse beispielsweise von dem ungefrästen Abschnitt 13A in den
gefrästen Abschnitt 13B bewegt, nimmt die Belaghöhe sprunghaft ab, während die Belaghöhe
sprunghaft zunimmt, wenn sich die Straßenfräse von dem gefrästen Abschnitt 13B in
den ungefrästen Abschnitt 13A bewegt.
[0032] In den Figuren 2A und 2B ist die Straßenfräse mit dem Maschinenrahmen 1 und den hinteren
Laufwerken 4R und 4L sowie der Fräswalze 5 nur andeutungsweise dargestellt. Die Straßenfräse
bewegt sich auf einer Spur, die in gestrichelten Linien dargestellt ist. Die einzelnen
Positionen der Baumaschine sind mit den Ziffern I bis IV gekennzeichnet. Als I ist
die Position gekennzeichnet, an der sich die Straßenfräse auf dem ungefrästen Abschnitt
bewegt, während mit III die Position gekennzeichnet ist, an der sich die Straßenfräse
auf dem gefrästem Abschnitt bewegt. Die Stellen, an denen die Belaghöhe für das linke
und rechte Laufwerk unterschiedlich sind, sind mit II bzw. IV bezeichnet.
[0033] Anhand der Figuren 2A und 2B wird deutlich, dass an den Stellen II bzw. IV, an denen
die Belaghöhe wechselt, zunächst das linke bzw. rechte Laufwerk auf den höheren bzw.
niedrigeren Belag trifft, da der gefräste Abschnitt 13B schräg zu dem ungefrästen
Abschnitt verläuft, wobei sich infolge der unterschiedlichen Ausrichtung des gefrästen
Abschnitts (Fig. 2A bzw. Fig. 2B) unterschiedliche Konstellationen ergeben, die nachfolgend
beschrieben werden.
[0034] Die Fig. 3A bis 3D zeigen die Positionen, die von den Laufwerken 4R und 4L eingenommen
werden können. Die einander entsprechenden Komponenten der Baumaschine sind wieder
mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
[0035] Fig. 3A zeigt die Position, in der das auf der Oberfläche 11 des Bodens 12 in dem
noch ungefrästen Bereichs 13A aufstehende hintere linke und rechte Laufwerk 4L und
4R sich in der gegenüber dem Maschinenrahmen 1 angehobenen Position befinden, so dass
die Arbeitswalze 5 mit einer in Relation zu der Bodenoberfläche 11 des ungefrästen
Bereichs 13A vorgegebenen Arbeitstiefe T in das Bodenmaterial eindringt. Dabei weist
die Achse 5A der Arbeitswalze 5 eine definierte Lage in Relation zu der Bodenoberfläche
des ungefrästen Bereichs auf.
[0036] Die Fig. 3A bis 3D zeigen den in Arbeitsrichtung linken Kantenschutz 7L und den rechten
Kantenschutz 7R der Baumaschine. Der linke und der rechte Kantenschutz 7L, 7R sind
an dem Maschinenrahmen 1 schwimmend gelagert, so dass der Kantenschutz auf dem Boden
aufliegt und beim Vorschub der Straßenfräse der Höhe des Belags folgt.
[0037] Die in Fig. 3A gezeigte Position der Laufwerke 4 entspricht der Stellung, in der
sich die Laufwerke befinden, wenn sich die Straßenfräse in der in den Figuren 2A und
2B gezeigten Position I befindet. Die Figuren 3B, 3C und 3D zeigen die Stellung der
Laufwerke in den Positionen II, III und IV der Figuren 2A und 2B.
[0038] Es sei angenommen, dass sich die Straßenfräse auf den von links oben nach rechts
unten verlaufenden gefrästen Abschnitt zubewegt (Fig. 2A). Zunächst befinden sich
beide Laufwerke 4L, 4R in der angehobenen Stellung (Fig. 3A). Fig. 3B zeigt die korrigierte
Stellung der Laufwerke 4L, 4R in der Position II, wobei sich aber das linke Laufwerk
4L noch auf dem höheren Belag des ungefrästen Abschnitts 13A und das rechte Laufwerk
4R sich bereits auf dem niedrigeren Belag des gefrästen Abschnitts 13B befindet. In
dieser Stellung entspricht die Position der Arbeitswalze der vorgegebenen Arbeitstiefe
T in Relation zur Bodenoberfläche 11 des ungefrästen Bereichs 13A, wobei das linke
Laufwerk 4L gegenüber dem Maschinenrahmen 1 angehoben und das recht Laufwerk 4R abgesenkt
ist. Der Maschinenrahmen 1 ist dabei horizontal ausgerichtet. Dies setzt aber die
Korrektur der Höhenverstellung beim Übergang von dem ungefrästen Abschnitt in den
gefrästen Abschnitt voraus, die nachfolgend näher beschrieben wird. Die Lage der Fräswalzenachse
5A in Relation zur Oberfläche des ungefrästen Bereichs bleibt hierbei im Vergleich
zu Fig. 3A konstant.
[0039] Die Fig. 4A und 4B zeigen die Stellen A, B, C, D, E, F, G und H, an denen das linke
bzw. rechte Laufwerk 4L, 4R sich genau an dem Übergang zwischen dem ungefrästen und
dem gefrästen Abschnitt oder umgekehrt befindet.
[0040] Wenn sich beispielsweise die Laufwerke in der entsprechenden Stellung (Fig. 3A) befinden
und die Straßenfräse von dem ungefrästen Abschnitt 13A in den gefrästen Abschnitt
13B fährt, verliert das rechte Laufwerk 4R in der Position A (Fig. 4A) den Kontakt
zum Boden, so dass der Maschinenrahmen 1 der Straßenfräse nach rechts zu kippen beginnt.
Um der Kippbewegung entgegenzuwirken, wird das rechte Laufwerk 4R gegenüber dem Maschinenrahmen
1 aus der in Fig. 3A gezeigten Position 1 um einen Weg entsprechend der Frästiefe
T in die in Fig. 3B gezeigte Position 0 abgesenkt. Die Höhe des linken Laufwerks 4L
bleibt dabei unverändert. Damit bleibt der Maschinenrahmen horizontal ausgerichtet
und die Lage der Fräswalzenachse in Relation zur Oberfläche 11 des ungefrästen Bereichs
13A wird beibehalten.
[0041] Wenn die Straßenfräse nunmehr ein kleines Stück weiterfährt, so dass das linke Laufwerk
4L die Position B erreicht (Fig. 4A), verliert das linke Laufwerk 4L beim weiteren
Vorschub der Maschine den Bodenkontakt, so dass der Maschinenrahmen 1 nach links zu
kippen beginnt. Zur Ausrichtung des Maschinenrahmens und somit der Achse der Fräswalze
in Relation zur Oberfläche 11 des ungefrästen Bereichs 13A wird nunmehr auch das linke
Laufwerk 4L gegenüber dem Maschinenrahmen abgesenkt (Fig. 3C).
[0042] Die Bewegungen der Laufwerke in den anderen Positionen ergeben sich in analoger Weise,
wobei die Kippbewegungen des Maschinenrahmens und die Bewegungen der Laufwerke entsprechend
erfolgen. Beispielsweise kippt die Straßenfräse nach rechts, wenn das linke Laufwerk
4L die Position G (Fig. 4B) überfährt. Folglich wird das linke Laufwerk 4L eingefahren,
um die Maschine wieder waagerecht zu stellen.
[0043] Unter Bezugnahme auf die Figuren 5 und 6 werden Aufbau und Funktion der Steuereinheit
14 der Straßenfräse im Einzelnen beschrieben. Die einander entsprechenden Teile sind
wieder mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
[0044] Die Steuereinheit 14 weist Mittel 15 zur Erkennung einer Änderung der Höhe des von
den Laufwerken 4L, 4R zu befahrenden Belags auf, die Mittel 16 zur Erkennung einer
seitlichen Neigung umfassen. Die Kippbewegung wird bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel
mit einem Neigungssensor 18 erkannt, der am Maschinenrahmen 1 vorgesehen ist. Wenn
sich die Belaghöhe ändert, kippt der Maschinenrahmen nach rechts bzw. links, was von
dem Neigungssensor 18 detektiert wird (Positionen A bis H).
[0045] Darüber hinaus weisen die Mittel 15 zur Erkennung der Höhenänderung des Belags Mittel
17 auf, mit denen erkannt wird, ob die Höhe des Belags in Arbeitsrichtung zu- bzw.
abnimmt. Diese Mittel 17 weisen einen die Stellung bzw. Bewegung des linken und /
oder rechten Kantenschutzes 7L, 7R erfassenden Sensor 19 auf.
[0046] Alternativ oder zusätzlich können die Mittel 15 zur Erkennung einer Änderung der
Höhe des von den Laufwerken zu befahrenden Belages bzw. die Mittel 17 zur Erkennung
einer Zu- oder Abnahme der Höhe des Belages mindestens einen berührungslosen Sensor
18A zur Erkennung des Abstandes zwischen einem auf den Maschinenrahmen 1 bezogenen
Referenzpunkt und der Bodenoberfläche aufweisen, der ebenfalls in Fig. 5 andeutungsweise
dargestellt ist.
[0047] Die Mittel 16 zur Erkennung einer seitlichen Neigung der Straßenfräse erzeugen ein
erstes Steuersignal N
L, wenn die Straßenfräse auf die linke Seite kippt bzw. gekippt ist und ein zweites
Steuersignal N
R, wenn die Straßenfräse auf die rechte Seite kippt bzw. gekippt ist. Die Mittel 17
zur Erkennung einer Zu- oder Abnahme der Höhe des Belages erzeugen ein drittes Steuersignal,
wenn die Belaghöhe in Arbeitsrichtung zunimmt, d. h. das Laufwerk auf einen Absatz
fährt, und ein viertes Steuersignal, wenn die Belaghöhe in Arbeitsrichtung abnimmt,
d.h. das Laufwerk in eine Vertiefung fährt.
[0048] Die Steuereinheit 14 steuert die Hubeinrichtungen 10R und 10L in dem Steuermodus
für den Eingriff in die Steuerung der Höhenverstellung in Abhängigkeit von dem ersten,
zweiten, dritten oder vierten Steuersignal derart an, dass die in den Figuren dargestellten
Einstellungen vorgenommen werden, um unmittelbar vor oder nach bzw. während der Kippbewegungen
der Baumaschine die Laufwerke 4L und 4R gegenüber dem Maschinenrahmen 1 so anzuheben
bzw. abzusenken, dass die Lage der Fräswalzenachse in Relation zur Bodenoberfläche
11 des ungefrästen Bereichs 13A beibehalten bzw. wieder eingestellt wird. In Abhängigkeit
von den vier Steuersignalen ergeben sich die nachfolgend aufgeführten Betriebszustände.
[0049] In dem Betriebszustand, in dem das mindestens eine linke und rechte Laufwerk angehoben
sind (Fig. 3A), steuert die Steuereinheit 14 die Einrichtung 10L, 10R zum Anheben
und Absenken der Laufwerke 4L, 4R derart an, dass das mindestens eine linke Laufwerk
4L absenkt wird, wenn die Steuereinheit das erste Steuersignal empfängt, oder steuert
die Steuereinheit die Einrichtung zum Anheben und Absenken der Laufwerke derart an,
dass das mindestens eine rechte Laufwerk absenkt wird, wenn die Steuereinheit das
zweite Steuersignal empfängt.
[0050] In dem Betriebstand, in dem das mindestens eine linke und rechte Laufwerk abgesenkt
sind (Fig. 3C), steuert die Steuereinheit die Einrichtung zum Anheben und Absenken
der Laufwerke derart an, dass das mindestens eine rechte Laufwerk angehoben wird,
wenn die Steuereinheit das erste Steuersignal empfängt, oder das mindestens eine linke
Laufwerk angehoben wird, wenn die Steuereinheit das zweite Steuersignal empfängt.
[0051] Wenn das mindestens eine linke Laufwerk angehoben und das mindestens eine rechte
Laufwerk abgesenkt sind (Fig. 3B), steuert die Steuereinheit die Einrichtung zum Anheben
und Absenken der Laufwerke derart an, dass das mindestens eine linke Laufwerk absenkt
wird, wenn die Steuereinheit das erste und vierte Steuersignal empfängt, oder das
mindestens eine rechte Laufwerk angehoben wird, wenn die Steuereinheit das erste und
dritte Steuersignal empfängt.
[0052] Wenn das mindestens eine linke Laufwerk abgesenkt und das mindestens eine rechte
Laufwerk angehoben sind (Fig. 3D), wird das mindestens eine rechte Laufwerk abgesenkt,
wenn die Steuereinheit das zweite und vierte Steuersignal empfängt, oder das mindestens
eine linke Laufwerk angehoben, wenn die Steuereinheit das zweite und dritte Steuersignal
empfängt.
[0053] Fig. 6 veranschaulicht in Form einer linken und rechten Tabelle die einzelnen Betriebszustände,
die eintreten können (linke Tabelle) und die daraus resultierenden Steuerungseingriffe
innerhalb des Steuermodus zur Korrektur der Höhenverstellung (rechte Tabelle), die
von der Steuereinheit 14 vorgenommen werden. Es ergeben sich 8 mögliche Betriebszustände,
denen jeweils ein Steuerungseingriff eindeutig zugeordnet werden kann, der in dem
Anheben (0 → 1) bzw. Absenken (1 → 0) des rechten bzw. linken Laufwerks 4L und 4R
liegen kann (Figuren 4A und 4B). Dabei liefert die Sensorik entsprechende Steuersignale,
die von der Steuereinheit 14 verarbeitet werden.
[0054] Die Steuereinheit 14 weist einen Speicher 20 auf, in dem jedem möglichen Betriebszustand
ein bestimmter Steuerungseingriff zugeordnet ist. Diese Zuordnung ergibt sich aus
den beiden Tabellen von Fig. 6.
[0055] In Fig. 6 ist die Position des linken Laufwerks mit Fw
L und des rechten Laufwerks mit Fw
R bezeichnet, wobei die gegenüber dem Maschinenrahmen 1 angehobene Position des Laufwerks
mit der Bezugsziffer 1, was einer einer eingestellten Frästiefe von T entspricht,
und die abgesenkte Position mit der Bezugsziffer 0, was einer eingestellten Frästiefe
von 0 entspricht, bezeichnet ist (Figuren 3A bis 3D). In den Spalten N
L (Neigung links) und N
R (Neigung rechts) sind die Signale des Neigungssensors 18 angegeben. In den Spalten
KS
L und KS
R sind die Signale angegeben, die von den Mitteln 19 zur Überwachung der Stellung des
linken und rechten Kantenschutzes 7L und 7R erzeugt werden. Mit einem nach oben zeigenden
Pfeil ist eine Aufwärtsbewegung und mit einem nach unten zeigenden Pfeil eine Abwärtsbewegung
des linken bzw. rechten Kantenschutzes 7L, 7R relativ zum Maschinenrahmen 1 angegeben,
wenn die Straßenfräse die Positionen A bis H überfährt.
[0056] Wenn das linke und rechte Laufwerk 4L, 4R angehoben sind und der Neigungssensor 18
ein Neigungssignal für eine Neigung nach links erzeugt (Zeile 1), steuert die Steuereinheit
14 die linke Hubeinrichtung 10L derart, dass das linke Laufwerk 4L aus der gegenüber
dem Maschinenrahmen 1 angehobenen Position 1 in die abgesenkte Position 0 bewegt wird
(Fig. 3D). Wenn der Neigungssensor hingegen das Signal für eine Neigung nach rechts
erzeugt (Zeile 2), wird das rechte Laufwerk 4R aus der angehobenen Position 1 in die
abgesenkte Position 0 bewegt (Fig. 3B).
[0057] Die Steuerungseingriffe für die Stellung der Laufwerke in den abgesenkten Positionen
ergeben sich in analoger Weise (Zeilen 7 und 8).
[0058] Es können aber auch Betriebszustände auftreten, die Steuerungseingriffe erfordern,
die allein aufgrund der Signale des Neigungssensors 18 nicht eindeutig den einzelnen
Betriebszuständen zugeordnet werden können. Dies sind die in den Zeilen 3 bis 7 gezeigten
Betriebsmodi. Diese Betriebsmodi zeichnen sich dadurch aus, dass eines der beiden
Laufwerke angehoben und das andere Laufwerk abgesenkt ist.
[0059] Eine eindeutige Zuordnung ist über die Erfassung der Stellung oder Bewegung des linken
bzw. rechten Kantenschutzes 7L, 7R im Augenblick der Kippbewegung an den Positionen
B, D, F und H (Figuren 4A und 4B) möglich, d.h. an einer Aufwärts- bzw. Abwärtsbewegung
des Kantenschutzes relativ zum Maschinenrahmen.
[0060] Aus den Figuren ist ersichtlich, dass der Kantenschutz beim Überfahren der einzelnen
Sprungstellen A bis H unterschiedlich reagiert. Es sei beispielweise angenommen, dass
das linke Laufwerk 4L angehoben und das rechte Laufwerk 4R abgesenkt ist (Zeile 3
und 4), was in Fig. 3B gezeigt ist. Dieser Fall tritt beispielsweise auf, wenn sich
die Straßenfräse auf die Positionen B und H zubewegt, d. h. das linke Laufwerk 4L
in eine Vertiefung fährt (Position B) oder das rechte Laufwerk 4R auf einen Absatz
fährt (Position H). Weiterhin sei angenommen, dass die Straßenfräse nach links kippt,
was in den Positionen B und H der Fall ist. Wenn beim Überfahren der Sprungstelle
B mit dem linken Laufwerk 4L nunmehr sich der linke Kantenschutz 7L gegenüber dem
Maschinenrahmen aufwärts bewegt (Zeile 3), wird das linke Laufwerk 4L abgesenkt (Position
B). Bewegt sich hingegen der rechte Kantenschutz 7R abwärts (Zeile 4), wird das rechte
Laufwerk 4R angehoben. Die Betriebszustände in den Zeilen 5 und 6 ergeben sich wieder
in analoger Weise.
[0061] Beim Anheben des Kantenschutzes im Augenblick des Kippens wird von der Steuereinheit
also auf eine Fahrt des Laufwerks in eine Vertiefung und beim Absenken des Kantenschutzes
im Augenblick des Kippens auf eine Fahrt auf einen Absatz mit dem betreffenden linken
oder rechten Laufwerk geschlossen. Dies ist damit zu erklären, dass der sich in Arbeitsrichtung
über die Aufstandsfläche des Laufwerks hinaus erstreckende Kantenschutz noch seine
Lage in Bezug auf den Boden beibehält, da er nach wie vor auf dem Boden aufliegt,
aber in Bezug auf den Maschinenrahmen sein Lage ändert, wenn die Baumaschine zu kippen
beginnt.
[0062] Die Mittel 17 zum Erkennen einer Zunahme oder Abnahme der Belaghöhe, d. h. zur Erkennung
einer Vertiefung oder eines Absatzes, weisen einen dem linken und/oder einem dem rechten
Kantenschutz 7L, 7R zugeordneten Sensor 19 auf, um die Höhe des linken und/oder rechten
Kantenschutzes erfassen zu können, aus der sich Stellung und/oder Bewegung des Kantenschutzes
erkennen lässt.
[0063] Eine erste Ausführungsform der Steuereinheit sieht vor, dass dem linken und rechten
Kantenschutz 7L, 7R jeweils ein Sensor zugeordnet ist. In diesem Fall braucht mit
den Sensoren nur ermittelt zu werden, ob sich der linken oder rechten Kantenschutz
relativ zum Maschinerahmen bewegt. Die Bewegungsrichtung nach oben oder unten relativ
zum Maschinenrahmen hingegen braucht nicht erfasst zu werden. Dies vereinfacht den
Aufbau der Sensorik. Trotzdem ist eine eindeutige Zuordnung möglich, was sich aus
Fig. 6 ergibt.
[0064] Bei einer alternativen Ausführungsform ist entweder nur dem linken oder nur dem rechten
Kantenschutz ein Sensor zugeordnet. Der linke bzw. rechte Sensor erfasst bei dieser
Ausführungsform aber auch die Bewegungsrichtung nach oben oder unten, wobei mit der
zusätzlichen Erfassung der Bewegungsrichtung wieder eine eindeutige Zuordnung zu den
Betriebszuständen möglich ist, die in Fig. 6 aufgezeigt sind.
[0065] Eine Kippbewegung führt zu einer Bewegung des Kantenschutzes auf beiden Seiten aufgrund
des Kippunktes am Aufstandspunkt des Laufwerkes, an dem keine Änderung der Höhe des
Bodenbelages erfolgt, ist die Bewegung des gegenüberliegenden Kantenschutzes jedoch
deutlich größer.
[0066] In der bevorzugten Ausführungsform werden daher beide Bewegungen erfasst und in der
Steuerung plausibilisiert, um eine möglichst große Redundanz bei der Interpretation
der Betriebszustände zu erreichen.
[0067] Es zeigt sich, dass auf Grund der eindeutigen Zuordnung der einzelnen Betriebszustände
zu den erforderlichen Steuerungseingriffen auch bei sich verändernden Bodenverhältnissen
ein zumindest weitgehend gleichmäßiges Arbeitsergebnis über die gesamte zu bearbeitende
Fläche erzielt wird.
1. Selbstfahrende Baumaschine, insbesondere Straßenfräse, mit
einem Maschinenrahmen (1) und einem Fahrwerk (2), das mindestens ein in Arbeitsrichtung
(A) linkes Laufwerk (4L) und mindestens ein in Arbeitsrichtung rechtes Laufwerk (4R)
aufweist,
mindestens einer am Maschinenrahmen vorgesehenen Arbeitseinrichtung, die eine Arbeitswalze
(5) aufweist, die mit dem Boden in Kontakt gebracht wird,
einer Einrichtung (10L, 10R) zum Anheben oder Absenken der auf dem Boden aufstehenden
Laufwerke gegenüber dem Maschinenrahmen und
einer Steuereinheit (14) zum Ansteuern der Einrichtung zum Anheben oder Absenken der
Laufwerke für die Höhenverstellung der Laufwerke,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Steuereinheit (14) Mittel (15) zur Erkennung einer Änderung der Höhe des von den
Laufwerken (4L, 4R) zu befahrenden Belages gegenüber dem Maschinenrahmen (1) aufweist,
wobei die Steuereinheit (14) einen Steuermodus zur Vornahme eines Eingriffs in die
Steuerung zur Höhenverstellung der Laufwerke vorsieht, in dem die Steuereinheit derart
konfiguriert ist, dass bei der Erkennung einer Änderung der Höhe des von den Laufwerken
zu befahrenden Belages die Einrichtung zum Anheben oder Absenken der Laufwerke derart
angesteuert wird,
dass das mindestens eine linke Laufwerk (4L) aus einer angehobenen Position abgesenkt
oder aus einer abgesenkten Position angehoben wird und / oder
das mindestens eine rechte Laufwerk (4R) aus einer angehobenen Position abgesenkt
oder aus einer abgesenkten Position angehoben wird, so dass
einer Kippbewegung infolge der Änderung der Höhe des Belages entgegengewirkt wird.
2. Baumaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (15) zur Erkennung einer Änderung der Höhe des von den Laufwerken zu befahrenden
Belages Mittel (16) zur Erkennung einer seitlichen Neigung der Baumaschine umfassen.
3. Baumaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (16) zur Erkennung einer seitlichen Neigung der Baumaschine einen am Maschinenrahmen
angeordneten Neigungssensor (18) aufweisen.
4. Baumaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (15) zur Erkennung einer Änderung der Höhe des von den Laufwerken zu befahrenden
Belages Mittel (17) zur Erkennung einer Zunahme der Höhe des Belages bei einem Übergang
von einem niedrigeren Niveau auf ein höheres Niveau oder einer Abnahme der Höhe des
Belages bei einem Übergang von einem höheren Niveau auf ein niedrigeres Niveau umfassen.
5. Baumaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Baumaschine einen in Arbeitsrichtung linken und/oder rechten Kantenschutz (7L,
7R) aufweist, wobei die Mittel (17) zur Erkennung einer Zu- oder Abnahme der Höhe
des Belages einen die Höhe des linken und/oder rechten Kantenschutzes gegenüber dem
Maschinenrahmen erfassenden Sensor (19) aufweisen.
6. Baumaschine nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (16) zur Erkennung einer seitlichen Neigung der Baumaschine derart ausgebildet
sind, dass die Mittel zur Erkennung einer seitlichen Neigung ein erstes Steuersignal
erzeugen, wenn die Baumaschine auf die linke Seite kippt und ein zweites Steuersignal
erzeugen, wenn die Baumaschine auf die rechte Seite kippt und die Mittel (17) zur
Erkennung einer Zu- oder Abnahme der Höhe des Belages derart ausgebildet sind, dass
die Mittel zur Erkennung einer Zu- oder Abnahme der Höhe des Belages ein drittes Steuersignal
erzeugen, wenn die Belaghöhe zunimmt und ein viertes Steuersignal erzeugen, wenn die
Belaghöhe abnimmt.
7. Baumaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit (14) derart konfiguriert ist, dass die Steuereinheit die Einrichtung
(10L, 10R) zum Anheben und Absenken der Laufwerke in Abhängigkeit von dem ersten,
zweiten, dritten oder vierten Steuersignal ansteuert.
8. Baumaschine nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit (14) derart konfiguriert ist,
dass in einem ersten Betriebszustand, in dem das mindestens eine linke und rechte
Laufwerk (4L, 4R) angehoben sind, die Steuereinheit die Einrichtung (10L, 10R) zum
Anheben und Absenken der Laufwerke derart ansteuert, dass das mindestens eine linke
Laufwerk absenkt wird, wenn die Steuereinheit das erste Steuersignal empfängt, und
/ oder
dass in einem ersten Betriebszustand, in dem das mindestens eine linke und rechte
Laufwerk angehoben sind, die Steuereinheit die Einrichtung zum Anheben und Absenken
der Laufwerke derart ansteuert, dass das mindestens eine rechte Laufwerk absenkt wird,
wenn die Steuereinheit das zweite Steuersignal empfängt, und / oder
dass in einem zweiten Betriebszustand, in dem das mindestens eine linke und rechte
Laufwerk abgesenkt sind, die Steuereinheit die Einrichtung zum Anheben und Absenken
der Laufwerke derart ansteuert, dass das mindestens eine rechte Laufwerk angehoben
wird, wenn die Steuereinheit das erste Steuersignal empfängt, und / oder
dass in einem zweiten Betriebszustand, in dem das mindestens eine linke und rechte
Laufwerk abgesenkt sind, die Steuereinheit die Einrichtung zum Anheben und Absenken
der Laufwerke derart ansteuert, dass das mindestens eine linke Laufwerk angehoben
wird, wenn die Steuereinheit das zweite Steuersignal empfängt.
9. Baumaschine nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit (14) derart konfiguriert ist,
dass in einem dritten Betriebszustand, in dem das mindestens eine linke Laufwerk (4L)
angehoben und mindestens eine rechte Laufwerk (4R) abgesenkt sind, die Steuereinheit
die Einrichtung (10L, 10R) zum Anheben und Absenken der Laufwerke derart ansteuert,
dass das mindestens eine linke Laufwerk absenkt wird, wenn die Steuereinheit das erste
und vierte Steuersignal empfängt, und / oder
dass in einem dritten Betriebszustand, in dem das mindestens eine linke Laufwerk angehoben
und das mindestens eine rechte Laufwerk abgesenkt sind, die Steuereinheit die Einrichtung
zum Anheben und Absenken der Laufwerke derart ansteuert, dass das mindestens eine
rechte Laufwerk angehoben wird, wenn die Steuereinheit das erste und dritte Steuersignal
empfängt, und / oder
dass in einem vierten Betriebszustand, in dem das mindestens eine linke Laufwerk abgesenkt
und mindestens eine rechte Laufwerk angehoben sind, die Steuereinheit die Einrichtung
zum Anheben und Absenken der Laufwerke derart ansteuert, dass das mindestens eine
rechte Laufwerk abgesenkt wird, wenn die Steuereinheit das zweite und vierte Steuersignal
empfängt, und / oder
dass in einem vierten Betriebszustand, in dem das mindestens eine linke Laufwerk abgesenkt
und mindestens eine rechte Laufwerk angehoben sind, die Steuereinheit die Einrichtung
zum Anheben und Absenken der Laufwerke derart ansteuert, dass das mindestens eine
linke Laufwerk angehoben wird, wenn die Steuereinheit das zweite und dritte Steuersignal
empfängt.
10. Baumaschine nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (15) zur Erkennung einer Änderung der Höhe des von den Laufwerken zu befahrenden
Belages mindestens einen berührungslosen Sensor (18A) zur Erkennung des Abstandes
zwischen einem auf den Maschinenrahmen (1) bezogenen Referenzpunkt und der Bodenoberfläche
aufweisen.
11. Baumaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (17) zur Erkennung einer Zu- oder Abnahme der Höhe des Belages mindestens
einen berührungslosen Sensor (18A) zur Erkennung des Abstandes zwischen einem auf
den Maschinenrahmen (1) bezogenen Referenzpunkt und der Bodenoberfläche aufweisen.
12. Verfahren zum Betreiben einer selbstfahrenden Baumaschine, insbesondere Straßenfräße,
mit
einem Maschinenrahmen und einem Fahrwerk, das mindestens ein in Arbeitsrichtung linkes
Laufwerk und mindestens ein in Arbeitsrichtung rechtes Laufwerk aufweist, die gegenüber
dem Maschinenrahmen angehoben oder abgesenkt werden können,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Änderung der Höhe des von den Laufwerken zu befahrenden Belages gegenüber dem
Maschinenrahmen erfasst wird, und bei der Erkennung einer Änderung der Höhe des von
den Laufwerken zu befahrenden Belages entweder das mindestens eine linke Laufwerk
aus einer angehobenen Position abgesenkt oder aus einer abgesenkten Position angehoben
wird oder das mindestens eine rechte Laufwerk aus einer angehobenen Position abgesenkt
oder aus einer abgesenkten Position angehoben wird, so dass einer seitlichen Kippbewegung
infolge der Änderung der Höhe des Belages entgegengewirkt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erkennung einer Änderung der Höhe des von den Laufwerken zu befahrenden Belages
die seitliche Neigung der Baumaschine erfasst wird.
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erkennung einer Änderung der Höhe des von den Laufwerken zu befahrenden Belages
eine Zunahme der Höhe des Belages bei einem Übergang von einem niedrigeren Niveau
auf ein höheres Niveau oder eine Abnahme der Höhe des Belages bei einem Übergang von
einem höheren Niveau auf ein niedrigeres Niveau erfasst wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Baumaschine einen in Arbeitsrichtung linken und/oder rechten Kantenschutz aufweist,
wobei zur Erfassung einer Zunahme bzw. Abnahme der Höhe des Belages in Arbeitsrichtung
die Höhe des linken und/oder rechten Kantenschutzes gegenüber dem Maschinenrahmen
erfasst wird.
16. Verfahren nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass
in einem ersten Betriebszustand, in dem das mindestens eine linke und rechte Laufwerk
angehoben sind, das mindestens eine linke Laufwerk absenkt wird, wenn die Baumaschine
auf die linke Seite kippt, und / oder
dass in einem ersten Betriebszustand, in dem das mindestens eine linke und rechte
Laufwerk angehoben sind, das mindestens eine rechte Laufwerk absenkt wird, wenn die
Baumaschine auf die rechte Seite kippt, und / oder
dass in einem zweiten Betriebszustand, in dem das mindestens eine linke und rechte
Laufwerk abgesenkt sind, das mindestens eine rechte Laufwerk angehoben wird, wenn
die Baumaschine auf die linke Seite kippt, und / oder
dass in einem zweiten Betriebszustand, in dem das mindestens eine linke und rechte
Laufwerk abgesenkt sind, das mindestens eine linke Laufwerk angehoben wird, wenn die
Baumaschine auf die rechte Seite kippt.
17. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass in einem dritten Betriebszustand, in dem das mindestens eine linke Laufwerk angehoben
und das mindestens eine rechte Laufwerk abgesenkt sind, das mindestens eine linke
Laufwerk absenkt wird, wenn die Baumaschine auf die linke Seite kippt und Belaghöhe
in Arbeitsrichtung abnimmt, und / oder
dass in einem dritten Betriebszustand, in dem das mindestens eine linke Laufwerk angehoben
und das mindestens eine rechte Laufwerk abgesenkt sind, das mindestens eine rechte
Laufwerk angehoben wird, wenn die Baumaschine auf die linke Seite kippt und die Belaghöhe
zunimmt, und / oder
dass in einem vierten Betriebszustand, in dem das mindestens eine linke Laufwerk abgesenkt
und mindestens eine rechte Laufwerk angehoben sind, das mindestens eine rechte Laufwerk
abgesenkt wird, wenn die Baumaschine auf die rechte Seite kippt und die Belaghöhe
abnimmt, und / oder
dass in einem vierten Betriebszustand, in dem das mindestens eine linke Laufwerk abgesenkt
und mindestens eine rechte Laufwerk angehoben sind, das mindestens eine linke Laufwerk
angehoben wird, wenn die Baumaschine auf die rechte Seite kippt und die Belaghöhe
zunimmt.
18. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erkennung einer Änderung der Höhe des von den Laufwerken zu befahrenden Belages
der Abstand zwischen einem auf den Maschinenrahmen bezogenen Referenzpunkt und der
Bodenoberfläche erfasst wird.
19. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erkennung einer Zu- oder Abnahme der Höhe des Belages der Abstand zwischen einem
auf den Maschinenrahmen bezogenen Referenzpunkt und der Bodenoberfläche erfasst wird.