[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Scheinwerfer eines Kraftfahrzeugs umfassend
mindestens eine Lichtquelle, der einer Kühleinrichtung zugeordnet ist, und ein Gehäuse
mit einer Lichtaustrittsöffnung, die mit einer lichtdurchlässigen Abdeckscheibe verschlossen
ist.
[0002] Derartige Kraftfahrzeugscheinwerfer sind aus dem Stand der Technik bekannt. Das Scheinwerfergehäuse
ist in der Regel aus Kunststoff gefertigt. Die Abdeckscheibe ist vorzugsweise aus
Glas oder Kunststoff gefertigt. Sie kann als eine Streuscheibe zumindest bereichsweise
mit optisch wirksamen Elementen (z.B. Zylinderlinsen, Prismen, etc.) ausgebildet sein.
Ebenso ist es denkbar, dass die Abdeckscheibe als eine klare Scheibe ohne optisch
wirksame Elemente ausgebildet ist. Die Scheinwerfer werden im vorderen Bereich eines
Kraftfahrzeugs in dort vorgesehene passende Einbauöffnungen eingesetzt und dort an
der Fahrzeugkarosserie befestigt.
[0003] Ein Kraftfahrzeugscheinwerfer umfasst in seinem Gehäuseinneren mindestens ein Lichtmodul
zur Erzeugung zumindest eines Teils einer vorgegebenen Lichtverteilung (z.B. Abblendlicht,
Fernlicht, Nebellicht oder einer beliebigen adaptiven Scheinwerferfunktion). Das Lichtmodul
umfasst mindestens eine Lichtquelle und kann als ein Reflexionsmodul oder als ein
Projektionsmodul ausgebildet sein. Bei einem Reflexionsmodul wird das von der Lichtquelle
ausgesandte Licht durch einen Reflektor gebündelt und zur Erzeugung der gewünschten
Lichtverteilung auf die Fahrbahn vor das Fahrzeug reflektiert. Bei einem Projektionsmodul
wird das von der Lichtquelle ausgesandte Licht durch eine Primäroptik (z.B. Reflektor
oder Vorsatzoptik) gebündelt und dann durch einen Sekundäroptik (z.B. Projektionslinse
oder Reflektor) zur Erzeugung der gewünschten Lichtverteilung auf die Fahrbahn vor
das Fahrzeug projiziert. Ferner kann im Gehäuseinneren eines Scheinwerfers mindestens
ein Leuchtmodul vorgesehen sein, um eine beliebige Leuchtfunktion (z.B. Blinklicht,
Positions-/Stand-/Parklicht, Tagfahrlicht, Abbiegelicht, etc.) erzeugen zu können.
[0004] In Kraftfahrzeugscheinwerfern werden in zunehmendem Umfang Halbleiterlichtquellen
(z.B. Leuchtdioden, LEDs) eingesetzt. Dabei werden die Halbleiterlichtquellen auch
für Scheinwerferfunktionen, wie beispielsweise zur Erzeugung von Abblendlicht, Fernlicht
und/oder Nebellicht, also für eine Ausleuchtung des Fahrzeugumfeldes verwendet. Dazu
bedarf es relativ leistungsstarker Halbleiterlichtquellen.
[0005] Im Gegensatz zu Halogenlampen oder Gasentladungslampen geben Halbleiterlichtquellen
relativ kaltes Licht ab. Das abgegebene Licht selbst enthält also deutlich weniger
Wärmestrahlungsanteile als eine Halogenlampe oder Gasentladungslampe. Trotzdem treten
auch beim Betrieb von Halbleiterlichtquellen Verluste auf. Das heißt, dass ein Teil
der zum Betrieb eingesetzten elektrischen Energie als Verlustwärme frei wird. Da das
Licht der Halbleiterlichtquellen kaum Wärmestrahlungsanteile enthält, heizt diese
Verlustwärme den Halbleiterchip selbst auf. Dies ist problematisch, weil wichtige
Eigenschaften von Halbleiterlichtquellen, wie deren Lichtstrom, Farbe, Vorwärtsspannung
und Lebensdauer stark temperaturabhängig sind. Die Temperatur der Halbleiterlichtquellen
muss daher innerhalb enger, fest vorgegebener Grenzen um einen vorbestimmten thermischen
Arbeitspunkt liegen. Dabei müssen die Halbleiterlichtquellen insbesondere vor einer
Überhitzung geschützt werden.
[0006] Die maximale durchlässige Chiptemperatur liegt je nach Hersteller derzeit etwa zwischen
125°C und 185°C. Eine Überschreitung der jeweiligen Maximaltemperatur hat eine Zerstörung
der Halbleiterlichtquelle oder zumindest eine starke Verringerung ihrer Lebensdauer
zur Folge. Da nur ein relativ geringer Teil der eingesetzten elektrischen Energie
in Licht umgewandelt wird, treten in LED-Scheinwerfern Verlustwärmeleistungen auf,
die Werte zwischen 15 Watt und 35 Watt erreichen können.
[0007] Um diese im Chip der Halbleiterlichtquellen auftretenden Verlustwärmeleistungen zuverlässig
abführen zu können, werden Kühlkonzepte eingesetzt, die insbesondere großflächige
Aluminium- oder Kupferkühlelemente vorsehen, um die Verlustwärme aufzunehmen und über
als Kühlkörper dienende Rippen oder andere oberflächenvergrößernde Strukturen an die
Umgebung abzugeben. Dabei sind die Kühlelemente und die Kühlkörper im Stand der Technik
jedoch üblicherweise innerhalb des Scheinwerfergehäuses angeordnet. Oftmals sind diese
Anforderungen an die Kühlung so hoch, dass die normale konvektive Kühlung nicht mehr
ausreicht und mit einem Lüfter ein konstanter Kühlluftstrom im Gehäuseinneren erzwungen
werden muss.
[0008] Zur Realisierung einer zusätzlichen wärmeableitenden Maßnahme zeigt die
DE 10 2010 005 534 A1 ein Scheinwerfergehäuse, das aus wärmeleitendem Kunststoff besteht. Dabei weist der
Kunststoff Zusätze auf, beispielsweise aus Metall oder Keramik, die so beschaffen
sind, dass sie dem mit den Zusätzen versehenden Kunststoffmaterial eine höhere Wärmeleitfähigkeit
verleihen. So sind beispielsweise metallische Strukturen im Kunststoff eingebettet.
Die Metallstrukturen dienen dazu, Wärme bevorzugt in bestimmte Bereiche des Gehäuses
zu leiten, in denen eine besonders effiziente Abkühlung erzielt werden kann. Ein solches
Gehäuse verbessert zwar die Wärmeableitung, ist jedoch schwerer als konventionelle
Kunststoffgehäuse und aufwendig und teuer in der Fertigung.
[0009] Ferner ist aus der
DE 10 2006 001 947 A1 eine Beleuchtungseinrichtung mit einem Gehäuse bekannt, in dem ein Bodenteil zumindest
teilweise als ein Spritzgussteil hergestellt ist. Der Spritzguss besteht überwiegend
aus einem Kunststoff, der insbesondere mineralische, keramische, glasartige oder metallische
Partikel enthält. Der Wärmeleitwert des Kunststoffmaterials wird so entscheidend erhöht,
so dass die im Inneren des Gehäuses entstehende Wärme über das Bodenteil abgeführt
werden kann.
[0010] Schließlich zeigt die
EP 1 371 901 A2 einen Scheinwerfer, der mit Leuchtdioden bestückt ist. Zur Abführung von Wärme weist
der Scheinwerfer in einer Ausführungsform (vgl. Fig. 2G) ein Wärmeleitrohr auf, welches
Wärme weg von dem LED-Chip zu anderen Bereichen im Gehäuseinneren leitet.
[0011] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Scheinwerfer derart auszugestalten
und weiterzubilden, dass das Abführen der Wärme von Halbleiterlichtquellen-Chips auf
eine möglichst einfache (ohne Verwendung stromverbrauchender aktiver Elemente) und
wirksame Weise effizienter gestaltet werden kann. Insbesondere soll eine Wärmeableitung
aus dem Inneren des Gehäuses nach außen hin verbessert werden.
[0012] Zur Lösung der Aufgabe wird ausgehend von dem Scheinwerfer der eingangs genannten
Art vorgeschlagen, dass die Kühleinrichtung ein in oder an der Abdeckscheibe angeordnetes
Kühlelement umfasst, das von der mindestens einen Lichtquelle erzeugte Wärme nach
außen abführt.
[0013] Das Kühlelement ist dabei derart ausgebildet, dass es die Wärme aus dem Inneren des
Gehäuses gut absorbieren und anschließend nach außen hin an die Umgebung abgeben kann.
Dabei soll erreicht werden, dass möglichst wenig Wärme im Gehäuseinneren verbleibt,
damit die Halbleiterlichtquellen in dem zugelassenen Temperaturbereich, vorzugsweise
möglichst weit unterhalb der erlaubten Maximaltemperatur, betrieben werden können.
Das Kühlelement ist bevorzugt ein passives Element; es werden keine zusätzlichen aktive
Kühlmittel (z.B. Lüfter oder Peltierelemente) verwendet. Das bedeutet, dass das Kühlelement
keine elektrische Energie verbraucht. Die Anordnung des Kühlelements im Bereich der
Abdeckscheibe hat den Vorteil, dass es zumindest mittelbar dem Fahrtwind ausgesetzt
ist, der für eine besonders wirksame Wärmeabfuhr von dem Kühlelement und damit für
eine besonders effiziente Kühlung des oder der Halbleiterlichtquellen-Chips sorgt.
[0014] Natürlich können auch mehrere Kühlelemente in oder an der Abdeckscheibe angeordnet
sein.
[0015] Eine Abdeckscheibe umfasst üblicherweise eine ebene oder geringfügig gewölbte Vorderseite
und einen von dem äußeren Rand der Vorderseite nach hinten (also entgegen der Fahrtrichtung)
abstehenden Randbereich. Eine bevorzugte Position des Kühlelements ist dabei ein Bereich
eines unteren Endes der Abdeckscheibe.
[0016] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der vorliegenden Erfindung ist vorgesehen,
dass das Kühlelement bei in das Kraftfahrzeug eingebautem Scheinwerfer in Fahrtrichtung
des Kraftfahrzeugs gesehen, an der Vorderseite der Abdeckscheibe angeordnet ist. In
diesem Fall wäre das Kühlelement also auf der in Fahrrichtung nach vorne weisenden
Vorderseite des Scheinwerfers angeordnet. Es kann für den Betrachter von außen sichtbar
oder unsichtbar, bspw. verdeckt durch andere Bauteile des Fahrzeugs, in oder an der
Abdeckscheibe angeordnet sein. Selbstverständlich muss das Kühlelement derart in oder
an der Abdeckscheibe angeordnet sein, dass es den Lichtaustritt des Scheinwerfers
und die Erzeugung der gewünschten Lichtverteilung nicht stört.
[0017] Alternativ wird vorgeschlagen, dass das Kühlelement bei in das Kraftfahrzeug eingebautem
Scheinwerfer in Fahrtrichtung des Kraftfahrzeugs gesehen, an einem von dem äußeren
Rand der Vorderseite nach hinten abstehenden Randbereich der Abdeckscheibe angeordnet
ist. Oftmals ist der Randbereich der Abdeckscheibe schwarz oder anderweitig dunkel
oder lichtundurchlässig ausgebildet. Eine Anordnung des Kühlelements in diesem Bereich
macht es für den Betrachter kaum oder gar nicht sichtbar.
[0018] Es ist denkbar, dass das in oder an der Abdeckscheibe angeordnete Kühlelement bei
in das Fahrzeug eingebautem Scheinwerfer von einem Stoßfänger des Kraftfahrzeugs zumindest
teilweise verdeckt ist. Dadurch wird insbesondere ein Verschmutzen des Kühlelements
während der Fahrt vermieden, wodurch die Wärmeabstrahlungsrate des Kühlelements erhalten
bleibt. Der Stoßfänger sollte dabei allerdings derart ausgebildet sein, dass er eine
entsprechende Luftzufuhr zu dem Kühlelement sowohl bei stehendem als auch bei fahrendem
Fahrzeug zulässt.
[0019] In dem erfindungsgemäßen Scheinwerfer ist weiterhin vorgesehen, dass die Kühleinrichtung
einen Wärmeüberträger aufweist, der zwischen der mindestens einen Lichtquelle und
dem Kühlelement angeordnet ist. Dieser überträgt die während des Betriebs der Halbleiterlichtquelle
entstehende Wärme besonders effizient zu dem Kühlelement, wo sie dann an die Umgebung
außerhalb des Scheinwerfergehäuses abgegeben werden kann. Dabei ist es beispielsweise
möglich, dass der Wärmeübertrager einen metallischen oder keramischen Kern aufweist,
der mit Kunststoff ummantelt ist. Eine solche Ausbildung des Wärmeübertragers hat
den Vorteil, dass der Wärmeübertrager an seinen freien Enden Wärme aufnehmen bzw.
abgeben kann, jedoch die Wärme nicht auf dem Weg von einem Ende zum anderen Ende in
das Gehäuse abgibt.
[0020] Alternativ kann der Wärmeübertrager auch ein Wärmeleitrohr umfassen. Wärmeleitrohre
sind hinreichend aus dem Stand der Technik bekannt. Das Wärmeleitrohr verbindet somit
die Wärmequelle (Halbleiterlichtquellen-Chip) mit der Wärmesenke (Kühlelement in oder
an der Abdeckscheibe). Vorzugsweise ist der Wärmeübertrager durch im Inneren des Gehäuses
angeordnete Sichtschutzblenden oder andere Designelemente verdeckt, so dass der Wärmeübertrager
beim Blick von außen in das Innere des Scheinwerfers für den Betrachter nicht sichtbar
ist.
[0021] Für die Anordnung des Kühlelements an der Abdeckscheibe gibt es mehrere Möglichkeiten.
So ist es möglich, dass das Kühlelement in die Abdeckscheibe eingebracht ist. Dazu
weist die Abdeckscheibe eine Aussparung auf, in die das Kühlelement möglichst passgenau
eingesetzt wird. Das bedeutet, dass das Kühlelement auf einer zum Gehäuseinnern zeigenden
Seite, beispielsweise durch den Anschluss eines Wärmeübertragers, Wärme absorbieren
kann und auf einer nach außen zeigenden Seite Wärme an die Umgebung abgeben kann.
Durch Fahrtwind beim Fahren des Fahrzeugs kann eine Kühlung des Kühlelements unterstützt
werden. Selbstverständlich muss eine Gehäusedichtigkeit jederzeit gewährleistet werden.
Das bedeutet, dass das Kühlelement in der Aussparung der Abdeckscheibe entsprechend
abgedichtet werden muss, damit das Gehäuseinnere hermetisch nach außen hin verschlossen
ist.
[0022] Alternativ dazu ist es möglich, dass das Kühlelement auf die Außenseite der Abdeckscheibe
aufgebracht ist. Dazu muss lediglich der Wärmeübertrager die Abdeckscheibe durchdringen,
was lediglich ein relativ kleine Öffnung oder Aussparung in der Abdeckscheibe erfordert.
Eventuell mögliche Dichtungsprobleme können dadurch minimiert werden, zumal das Kühlelement
die Öffnung in der Abdeckscheibe von außen überdeckt und abdichtet, sofern es einen
größeren Durchmesser als der Wärmeübertrager hat. Auch hier kann der Fahrtwind beim
Fahren des Fahrzeugs die Kühlung des Kühlelements unterstützen.
[0023] Bei an der Außenseite der Abdeckscheibe angeordnetem Kühlelement ist es auch denkbar,
dass der Wärmeübertrager einfach an einen der Position des Kühlelements gegenüberliegenden
Bereich an der Innenseite der Abdeckscheibe geführt wird und dort in ein großflächiges
Übertragungselement mündet. Die Wärme kann dann von dem Übertragungselement durch
den Bereich der Abdeckscheibe hindurch zu dem Kühlelement übertragen werden, ohne
dass es einer Öffnung oder Aussparung in der Abdeckscheibe bedarf.
[0024] Es ist ferner möglich, dass das Kühlelement an der Innenseite der Abdeckscheibe angeordnet
ist. Dazu ist bevorzugt das Kühlelement als Wärmestrahler ausgebildet, wobei die von
dem Kühlelement abgegebene Wärmestrahlung gezielt durch die Abdeckscheibe nach außen
abgestrahlt wird. In diesem Fall ist es möglich, dass durch die Wahl des Materials
der Abdeckscheibe (z.B. Makrolon) zumindest im Bereich des Kühlelements eine gute
Wärmetransmission ermöglicht wird. Die Abdeckscheibe weist in dieser Ausführungsform
eine glatte Außenoberfläche auf.
[0025] In allen genannten Fällen ist das Kühlelement ein separat von der Abdeckscheibe ausgebildetes
Element. Das Kühlelement zeichnet sich besonders dadurch aus, dass es eine gute Wärmeabsorptions-
und eine gute Wärmeemissionseigenschaft sowie eine gute Wärmeleitfähigkeit aufweist.
Insbesondere bei den beiden erstgenannten Anordnungsmöglichkeiten ist es besonders
vorteilhaft, wenn das Kühlelement zusätzlich noch eine oberflächenvergrößernde Struktur,
insbesondere Kühlrippen, Kühlstifte, etc., aufweist. Dadurch wird die Wärmeabgabe
an die Umgebung weiter begünstigt. Das Kühlelement ist bevorzugt aus Metall, insbesondere
aus Aluminium hergestellt.
[0026] In einer weiteren Ausführungsform des Scheinwerfers kann vorgesehen sein, dass das
Kühlelement integraler Bestandteil der Abdeckscheibe ist und durch einen begrenzten
Bereich der Abdeckscheibe gebildet ist. Dabei können in den vorgesehenen Bereich in
ein Kunststoffmaterial der Abdeckscheibe Metall-, Graphit- oder Keramikpartikel eingebracht
werden, welche die Wärmeleitfähigkeit des Kunststoffmaterials in diesem Bereich verbessern.
Der so beschaffene Bereich der Abdeckscheibe kann dabei transparent oder zumindest
semitransparent ausgebildet sein. In diesem Fall ist das Kühlelement also kein separat
von der Abdeckscheibe ausgebildetes Element, sondern ist in diese integriert. Dabei
ist beispielsweise der Wärmeüberträger direkt an dem besagten Bereich der Abdeckscheibe
angeschlossen. Damit eine bessere Wärmeverteilung über den Bereich erreicht wird,
sollte die Wärme des Wärmeüberträgers auf die zur Verfügung stehende Fläche des Bereichs
der Abdeckscheibe verteilt werden. Dazu kann der Wärmeüberträger beispielsweise im
Anschlussbereich auf die Abdeckscheibe entsprechend vergrößert sein.
[0027] Die mindestens eine Lichtquelle des Scheinwerfers umfasst bevorzugt mindestens eine
Halbleiterlichtquelle, z.B. eine Leuchtdiode (LED).
[0028] Weitere Vorteile ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung und den beigefügten
Figuren und deren Erläuterung. Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und
die nachstehend noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in der jeweiligen Kombination,
sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne
den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
[0029] Es zeigen, jeweils in schematischer Form:
- Fig. 1
- ein Kraftfahrzeug mit zwei erfindungsgemäßen Scheinwerfern;
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung eines ersten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen
Scheinwerfers in einer Seitenansicht;
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen
Scheinwerfers in einer Seitenansicht;
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung eines dritten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen
Scheinwerfers in einer Seitenansicht; und
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung eines vierten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen
Scheinwerfers in einer Seitenansicht.
[0030] Figur 1 zeigt ein Kraftfahrzeug 10, insbesondere einen Personenkraftwagen, der im
Frontbereich rechts und links jeweils einen Scheinwerfer 12 aufweist. Ein solcher
Scheinwerfer 12 könnte auch an einem Lastkraftwagen oder an einem Zweirad angeordnet
sein. Der Scheinwerfer 12 umfasst in der Regel ein Gehäuse, vorzugsweise aus Kunststoff,
in dem eines oder mehrere Lichtmodule (in Figur 1 nicht sichtbar) zur Erzeugung einer
gewünschten Lichtverteilung auf der Fahrbahn vor dem Kraftfahrzeug angeordnet sind.
Es ist möglich, dass der Scheinwerfer 12 mehrere Lichtmodule umfasst, die jeweils
unterschiedliche Lichtverteilungen erzeugen, beispielsweise Abblendlicht, Fernlicht
und/oder Nebellicht. Die Lichtverteilungen können auch variabel sein, wie zum Beispiel
beim dynamischen Kurvenlicht, bei der adaptiven Leuchtweitenregulierung oder bei einer
abgeblendeten Lichtverteilung mit variabler Hell-Dunkel-Grenze.
[0031] Figur 2 zeigt eine schematische Darstellung eines ersten Ausführungsbeispiels des
Scheinwerfers 12 in einer Seitenansicht. Der Scheinwerfer 12 umfasst ein Gehäuse 14
mit einer Lichtaustrittsöffnung, die mit einer lichtdurchlässigen Abdeckscheibe 16
verschlossen ist. Im Innern des Gehäuses 14 ist ein Lichtmodul 18 angeordnet. Das
Lichtmodul 18 umfasst einen konkav gekrümmten Reflektor 20, in dessen Brennpunkt eine
Halbleiterlichtquelle 22, bevorzugt eine Leuchtdiode, angeordnet ist. Der Reflektor
20 ist bevorzugt als Halbschalenreflektor ausgebildet. Die Halbleiterlichtquelle 22
ist zu einer elektrischen Kontaktierung auf einer Leiterplatte 24 angeordnet und strahlt
Licht in Richtung des Reflektors 20, wobei der Reflektor 20 das Licht in eine Lichtaustrittsrichtung
26 umlenkt.
[0032] Die Leiterplatte 24 ist auf einem wärmeaufnehmenden Körper 28 angeordnet, wobei der
wärmeaufnehmende Körper 28 Teil einer Kühleinrichtung 30 ist. Der wärmeaufnehmende
Körper 28 ist bevorzugt aus Metall hergestellt. In einer Aussparung des wärmeaufnehmenden
Körpers 28 ist ein Wärmeüberträger 32 angeordnet. Der Wärmeüberträger 32 ist stangenförmig
beziehungsweise plattenförmig ausgebildet und weist bevorzugt einen metallischen oder
keramischen Kern 34 auf, der mit Kunststoff ummantelt ist. Der Wärmeüberträger 32
könnte auch ein Wärmeleitrohr umfassen.
[0033] Am gegenüberliegenden Ende zum wärmeaufnehmenden Körper 28 mündet der Wärmeüberträger
32 in ein Kühlelement 36, das in die Abdeckscheibe 16 möglichst passgenau eingelassen
ist. Damit umfast die Kühleinrichtung 30 im Wesentlichen den wärmeaufnehmenden Körper
28, den Wärmeüberträger 32 und das Kühlelement 36. Das als Kühlkörper ausgebildete
Kühlelement 36 ist bevorzugt aus Metall, bspw. aus Aluminium oder Kupfer, hergestellt.
An einer nach außen zeigenden Seite weist der Kühlkörper 36 bevorzugt Kühlrippen 38
auf. Zwischen dem Kühlkörper 36 und dem Einlassbereich an der Abdeckscheibe 16 ist
ein Dichtmittel aufgetragen (nicht sichtbar), das dazu dient, dass das Innere des
Gehäuses 14 trotz des eingelassenen Kühlkörpers 36 nach außen hermetisch abgedichtet
ist. Der Wärmeüberträger 32 schafft eine thermische Verbindung zwischen der wärmeerzeugenden
Stelle des Scheinwerfers 12, das heißt von der auf der Leiterplatte 24 angeordneten
Halbleiterlichtquelle 22, zum wärmeableitenden Kühlkörper 36, um die von der Halbleiterlichtquelle
22 erzeugte Wärme zum Kühlkörper 36 zu transportieren. Der Kühlkörper 36 kann eine
gesamte Breite der Abdeckscheibe 16 umfassen und ist bevorzugt im unteren Bereich
der Abdeckscheibe 16, also zu einem Stoßfänger 40 des Kraftfahrzeugs 10 hin, und/oder
in einem Randbereich der Abdeckscheibe 16, angeordnet. Die den Wärmeüberträger 32
ummantelnde Kunststoffschicht verhindert, dass Wärme auf dem Weg vom wärmeaufnehmenden
Körper 28 zum Kühlkörper 36 hin ins Innere des Gehäuses 14 abgegeben werden kann.
Ein Fahrtwind kann beim Fahren des Kraftfahrzeugs 10 die Kühlung des Kühlkörpers 36
und damit die Wärmeableitung aus dem Innern des Gehäuses 14 unterstützen.
[0034] In einer bevorzugten Ausführungsform kann der Kühlkörper 36 von dem Stoßfänger 40
des Kraftfahrzeugs 10 verdeckt werden, um eine Verschmutzung des Kühlkörpers 36 zu
verhindern. Der Bereich des Kühlkörpers 36 an der Abdeckscheibe 16 ist in Figur 2
mit dem Bezugszeichen 42 gekennzeichnet.
[0035] Die Figuren 3 bis 5 zeigen drei weitere Möglichkeiten der Anordnung des Kühlkörpers
36 an der Abdeckscheibe 16. Dazu ist in den Figuren 3 bis 5 jeweils nur der Bereich
42 dargestellt.
[0036] In Figur 3 ist der Kühlkörper 36 vollständig an der Außenseite der Abdeckscheibe
16 angeordnet. Dabei ist die Abdeckscheibe 16 lediglich zur Durchführung des Wärmeüberträgers
32 durchbrochen. Selbstverständlich muss der Bereich der Durchführung des Wärmeüberträgers
32 durch die Abdeckscheibe 16 entsprechend abgedichtet sein. Zur besseren Ableitung
der Wärme kann der Kühlkörper 36 Kühlrippen 38 aufweisen.
[0037] In Figur 4 ist der Kühlkörper 36 an der Innenseite der Abdeckscheibe 16, also im
Innern des Gehäuses 14, angeordnet. In dieser Ausführungsform wirkt der Kühlkörper
36 vorrangig als Wärmestrahler, der Wärme durch die Abdeckscheibe 16 nach außen abgibt.
In diesem Fall ist es möglich, dass durch die Wahl des Materials der Abdeckscheibe
16 eine Wärmetransmission nach außen durch die Abdeckscheibe 16 hindurch verbessert
werden kann. Die Abdeckscheibe 16 ist in dieser Ausführungsform nach außen hin eben
und glatt ausgebildet.
[0038] In Figur 5 ist das Kühlelement 36 integraler Bestandteil der Abdeckscheibe 16. Das
Kühlelement wird dabei durch einen Bereich der Abdeckscheibe 16 gebildet, in dem in
ein Kunststoffmaterial der Abdeckscheibe Metall, Graphit oder Keramikpartikel eingebracht
sind, welche die Wärmeleitfähigkeit des Kunststoffmaterials in diesem Bereich verbessern.
Der so gebildete Bereich der Abdeckscheibe 16 kann dabei transparent oder zumindest
semitransparent ausgebildet sein. Dabei ist der Wärmeüberträger 32 direkt an dem Kühlelement
36 der Abdeckscheibe 16 angeschlossen. Damit eine bessere Wärmeverteilung über das
Kühlelement 36 erreicht wird, kann der Wärmeüberträger 32 eine Wärmeleitplatte 44
aufweisen, wodurch die Wärme des Wärmeüberträgers 32 auf den Bereich 6 im Wesentlichen
gleichmäßig verteilt wird.
1. Scheinwerfer (12) eines Kraftfahrzeugs (10) umfassend mindestens eine Lichtquelle
(22), der eine Kühleinrichtung (30) zugeordnet ist, und ein Gehäuse (14) mit einer
Lichtaustrittsöffnung, die mit einer lichtdurchlässigen Abdeckscheibe (16) verschlossen
ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühleinrichtung (30) ein in oder an der Abdeckscheibe (16) angeordnetes Kühlelement
(36) umfasst, das von der mindestens einen Lichtquelle (22) erzeugte Wärme nach außen
abführt.
2. Scheinwerfer (12) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlelement (36) bei in das Kraftfahrzeug (10) eingebautem Scheinwerfer (12)
in Fahrtrichtung des Kraftfahrzeugs (10) gesehen an der Vorderseite der Abdeckscheibe
(16) angeordnet ist.
3. Scheinwerfer (12) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlelement (36) bei in das Kraftfahrzeug (10) eingebautem Scheinwerfer (12)
an einem Randbereich der Abdeckscheibe (16) angeordnet ist.
4. Scheinwerfer (12) nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kühleinrichtung (36) einen Wärmeübertrager (32) aufweist, der zwischen der mindestens
einen Lichtquelle (22) und dem Kühlelement (36) angeordnet ist.
5. Scheinwerfer (12) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Wärmeübertrager (32) einen metallischen oder keramischen Kern aufweist, der mit
Kunststoff ummantelt ist.
6. Scheinwerfer (12) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Wärmeübertrager (32) ein Wärmeleitrohr umfasst.
7. Scheinwerfer (12) nach Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlelement (36) in die Abdeckscheibe (16) eingebracht ist.
8. Scheinwerfer (12) nach Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlelement (36) auf die Außenseite der Abdeckscheibe (16) aufgebracht ist.
9. Scheinwerfer (12) nach Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlelement (36) an der Innenseite der Abdeckscheibe (16) aufgebracht ist.
10. Scheinwerfer (12) nach der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlelement (36) ein separat von der Abdeckscheibe (16) ausgebildetes Element
ist.
11. Scheinwerfer (12) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlelement (36) nach außen hin eine Oberflächenstruktur, insbesondere Kühlrippen
(38), aufweist.
12. Scheinwerfer (12) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlelement (36) aus Metall, insbesondere Aluminium, hergestellt ist.
13. Scheinwerfer (12) nach Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlelement (36) integraler Bestandteil der Abdeckscheibe (16) ist und durch
einen Bereich der Abdeckscheibe (16) gebildet ist, in dem in ein Kunststoffmaterial
der Abdeckscheibe (16) Metall-, Graphit- oder Keramikpartikel eingebracht sind, welche
die Wärmeleitfähigkeit des Kunststoffmaterials in diesem Bereich verbessern.
14. Scheinwerfer (12) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlelement (36) bei in das Kraftfahrzeug (10) eingebautem Scheinwerfer (12)
in einem Bereich eines unteren Endes der Abdeckscheibe (16) angeordnet ist.
15. Scheinwerfer (12) nach Anspruch 14 Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlelement (36) von einem Stoßfänger (40) des Kraftfahrzeugs (10) zumindest
teilweise verdeckt ist.
16. Scheinwerfer (12) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtquelle (22) mindestens eine Halbleiterlichtquelle umfasst.