[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Zuordnung eines wenigstens eine Kommunikationsinformation
übermittelnden Senders in einer Kraftfahrzeug-zu-Kraftfahrzeug-Kommunikation zu einem
durch Umfelddaten wenigstens eines Umfeldsensors beschriebenen Objekt in einem empfangenden
Kraftfahrzeug.
[0002] Im Stand der Technik wurden bereits Systeme vorgeschlagen, in denen Kraftfahrzeuge
untereinander oder mit Infrastruktureinrichtungen Kommunikationsinformationen drahtlos,
insbesondere über Funk, austauschen können. Ein derartiger Datenaustausch zwischen
Fahrzeugen beziehungsweise zwischen Fahrzeugen und der Infrastruktur wird als Kraftfahrzeug-zu-Kraftfahrzeug-Kommunikation
(C2C-Kommunikation) im speziellen Fall der Kommunikation zwischen Kraftfahrzeugen
oder auch als Kraftfahrzeug-zu-X-Kommunikation (C2X-Kommunikation) im allgemeinen
Fall bezeichnet. Dabei wurden bereits Standards sowohl für die ausgetauschten Kommunikationsinformationen
als auch für die Funkkommunikation selber festgelegt, die im Stand der Technik grundsätzlich
bekannt sind.
[0003] Beispielsweise ist es bekannt, als Kommunikationsinformationen die GPS-Position und/oder
die Geschwindigkeit eines Kraftfahrzeugs an andere zur Kraftfahrzeug-zu-Kraftfahrzeug-Kommunikation
ausgebildete Kraftfahrzeuge in der Umgebung zu übertragen. Fahrzeugsysteme, welche
die Kommunikationsinformationen anderer Kraftfahrzeuge über den Funkkanal empfangen
und zusätzlich ihre eigene GPS-Position kennen, können anhand von Transformationen,
beispielsweise einer UTM-Transformation, die relativen Abstände zwischen dem eigenen,
empfangenden Kraftfahrzeug und den umgebenden, sendenden Verkehrsteilnehmern in einem
ebenen Koordinatensystem berechnen. Mithin kann die Kraftfahrzeug-zu-Kraftfahrzeug-Kommunikation
im übertragenen Sinne als ein "Sensor" modelliert werden, welcher, analog zu tatsächlichen
Umfeldsensoren eines Kraftfahrzeugs, beispielsweise Radarsensoren, Kameras, Lasersensoren
und dergleichen, die Objekte in seiner Umgebung detektiert und deren relative Abstände
und Geschwindigkeiten misst.
[0004] Im Stand der Technik sind ferner Fahrzeugsysteme bekannt, welche die Kommunikationsinformationen
beziehungsweise Kommunikationsobjekte, die über die Kraftfahrzeug-zu-Kraftfahrzeug-Kommunikation
eingehen, mit Umfelddaten, die ein Umfeldsensor liefert, assoziiert. Beispielsweise
werden hierbei Umfeldmodelle verwendet, in denen die relative Position anderer Objekte
eingetragen wird, wobei jedem dieser Objekte weitere Informationen zugeordnet werden
können, beispielsweise die Relativgeschwindigkeit und/oder sonstige Eigenschaften
des Objekts. Derartige Umfeldmodelle können unter Nutzung der Kommunikationsinformation
mit weiteren Informationen über Fremdfahrzeuge angereichert werden, insbesondere solche,
die rein auf der Basis von Umfeldsensoren des empfangenden Kraftfahrzeugs nicht vermessen
werden können. Beispiele hierfür sind Massen anderer Kraftfahrzeuge, Steifigkeiten
und dergleichen.
[0005] Um eine derartige Zuordnung zu ermöglichen, muss zunächst in Erfahrung gebracht werden,
welchem durch die Umfeldsensoren detektierten und durch die Umfelddaten beschriebenen
Objekt ein Sender (eine Sendeeinrichtung), welche die Kommunikationsinformation geliefert
hat, zugehörig ist. Dafür ist es im Stand der Technik bekannt, wie oben beschrieben,
aus einer GPS-Position und einer übermittelten Geschwindigkeit eine relative Position
und Geschwindigkeit des den Sender umfassenden Kraftfahrzeugs als Kraftfahrzeug-zu-Kraftfahrzeug-Kommunikations-Objekt
zu ermitteln. In den Umfelddaten sind nun auch relative Positionen und Geschwindigkeiten
von durch die Umfeldsensoren detektierten Umfeldsensor-Objekten bekannt. Diese relativen
Positionen und Geschwindigkeiten können nun verglichen werden, beispielsweise, indem
eine Mahalanobis-Distanz betrachtet wird. Wird das Umfeldsensor-Objekt, dem der Sender
zuzuordnen ist, identifiziert, kann entsprechend eine Zuordnung von Fremdfahrzeuginformationen,
die in den Kommunikationsinformationen enthalten sind, zu diesem Umfeldsensor-Objekt
erfolgen.
[0006] Ein wesentlicher Aspekt für einen erfolgreichen Abgleich von Daten, welche von dem
gleichen Objekt (Kraftfahrzeug) aber aus unterschiedlichen Informationsquellen, nämlich
der Kraftfahrzeug-zu-Kraftfahrzeug-Information und den Umfeldsensoren, stammen, ist
der Vergleich der relativen Positionen. Während ein Umfeldsensor derartige relative
Positionen sehr genau messen kann, basiert die Berechnung der relativen Positionen
über die Kraftfahrzeug-zu-Kraftfahrzeug-Kommunikation auf GPS-Koordinaten, welche
nach den heute bekannten Verfahren nur mit unzureichender Genauigkeit bestimmt werden
können.
[0007] Hierdurch kann der Fall eintreten, dass die Daten, welche über die Kraftfahrzeug-zu-Kraftfahrzeug-Kommunikation
von einem anderen Kraftfahrzeug empfangen werden und die Daten, welche der Umfeldsensor
von einem entsprechenden Objekt ermittelt, scheinbar nicht zusammengehören. In diesem
Fall wäre die Assoziation fälschlicherweise nicht möglich, da die Relativabstände
beziehungsweise die relativen Positionen aufgrund der ungenauen GPS-Daten nicht übereinstimmen.
[0008] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Möglichkeit anzugeben, eine
genauere, zuverlässigere Zuordnung eines Senders zu einem durch Umfeldsensoren detektierten
Objekt in einem empfangenden Kraftfahrzeug anzugeben.
[0009] Zur Lösung dieser Aufgabe ist es bei einem Verfahren der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
vorgesehen, dass die Zuordnung auf der Grundlage eines Vergleichs von in der Kommunikationsinformation
enthaltenen Umfelddaten wenigstens eines Umfeldsensors des den Sender umfassenden
Kraftfahrzeugs mit entsprechenden Umfelddaten des empfangenden Kraftfahrzeugs erfolgt.
[0010] Es wird also vorgeschlagen, entsprechende Umfelddaten, also Umfelddaten, die den
selben Zusammenhang, insbesondere einen räumlichen Zusammenhang, beschreiben, zu vergleichen,
wobei jedoch Umfelddaten, die durch Umfeldsensoren des empfangenden Kraftfahrzeugs
gemessen wurden, mit über die Kraftfahrzeug-zu-Kraftfahrzeug-Kommunikation erhaltenen
Umfelddaten, die von dem den Sender umfassenden Kraftfahrzeug und seiner Umfeldsensorik
ermittelt wurden, verglichen werden. Umfelddaten können dabei rein grundsätzlich Sensorrohdaten
sein, bevorzugt sind jedoch aus Messungen abgeleitete Umfelddaten, insbesondere, worauf
im Folgenden noch näher eingegangen werden wird, relative Positionen. Es werden also
nicht nur Umfelddaten, die durch Messung mit wenigstens einem Umfeldsensor des den
Sender umfassenden Kraftfahrzeugs ermittelt wurden, als Teil der Kommunikationsinformation
übermittelt, sondern diese werden gezielt im Rahmen eines Vergleichs ausgewertet,
um das sendende Kraftfahrzeug zu identifizieren (durch Zuordnung zu einem im empfangenden
Kraftfahrzeug mittels dessen Umfeldsensorik detektierten Objekt).
[0011] Dabei wird mithin ausgenutzt, dass auch die über die Kraftfahrzeug-zu-Kraftfahrzeug-Kommunikation
kommunizierenden weiteren Kraftfahrzeuge über wenigstens einen Umfeldsensor verfügen.
Derartige Umfeldsensorenumfassen beispielsweise Radarsensoren, Lasersensoren, Kameras,
PMDs und dergleichen. Solche Umfeldsensoren liefern äußerst genaue Messwerte, aus
denen räumliche Zusammenhänge, konkret relative Positionen zu dem messenden Kraftfahrzeug,
ermittelt werden können. Zusätzlich zu den üblicherweise übertragenen Kommunikationsinformationen
sendet nun jeder Verkehrsteilnehmer, mithin jedes Kraftfahrzeug, über die Kraftfahrzeug-zu-Kraftfahrzeug-Funkschnittstelle
auch die von seinem wenigstens einen Umfeldsensor gemessenen Umfelddaten, mithin die
Umfeldbeschreibung, aus. Dabei kann beispielsweise vorgesehen sein, dass eine Liste
aller im Umfeld des den Sender umfassenden Kraftfahrzeugs detektierten Objekte, insbesondere
eine Relativpositionen und/oder Relativgeschwindigkeiten der Objekte enthaltende Liste,
im Rahmen der Kommunikationsinformation als Umfelddaten übermittelt und mithin auch
von den empfangenden Kraftfahrzeugen ausgewertet werden.
[0012] Durch gegenseitigen Vergleich der hochgenauen räumlichen Information, die in den
übertragenen Umfelddaten enthalten ist, ist es nun jedem Verkehrsteilnehmer möglich,
eine Zuordnung der Kommunikationsinformation zu einem in den Umfelddaten seiner Umfeldsensoren
detektierten Objekt vorzunehmen.
[0013] Durch das erfindungsgemäße Verfahren ist es im Idealfall möglich, eine eineindeutige
Zuordnung der über den Funkkanal der Kraftfahrzeug-zu-Kraftfahrzeug-Kommunikation
empfangenen Kommunikationsinformationen zu von Umfeldsensoren detektierten Objekten
zu ermöglichen. Dies ist auch der Fall, wenn die GPS-Positionsbestimmung ungenau ist.
Der Grund hierfür ist, dass der Vergleich beziehungsweise die Identifikation des den
Sender umfassenden Objekts/Kraftfahrzeugs nicht mehr auf Basis der transformierten,
relativen GPS-Koordinaten sowie den von einem Umfeldsensor des empfangenden Kraftfahrzeugs
gelieferten Relativkoordinaten erfolgt, sondern die Assoziation rein auf Basis von
Umfelddaten, welche die verschiedenen Umfeldsensoren der verschiedenen Verkehrsteilnehmer
ermittelt haben und welche anschließend über die Kraftfahrzeug-zu-Kraftfahrzeug-Kommunikation
versendet wurden sowie auf Basis der Umfelddaten des empfangenden Kraftfahrzeugs erfolgt.
Da die Umfelddaten von den Umfeldsensoren sehr genau erfasst werden, sind die relativen
Positionen und gegebenenfalls sonstigen Vergleichsdaten nur mit einem sehr kleinen
Fehler behaftet und die Assoziation ist genauer und zuverlässiger.
[0014] Konkret kann mithin, wie bereits angedeutet wurde, vorgesehen sein, dass durch Vergleich
einer in den Umfelddaten der Kommunikationsinformation enthaltenen relativen Position
zum den Sender umfassenden Kraftfahrzeug und einer in den Umfelddaten des empfangenden
Kraftfahrzeugs enthaltenen relativen Position zum empfangenden Kraftfahrzeug die gegenseitig
detektierten Kraftfahrzeuge in den Umfelddaten des jeweils anderen Kraftfahrzeugs
identifiziert werden. Es werden mithin relative Positionen verglichen, wobei davon
ausgegangen wird, dass sich die miteinander kommunizierenden Kraftfahrzeuge über ihre
Umfeldsensoren gegenseitig "sehen". Daher müssen sich entsprechende relative Positionen
in den jeweiligen Umfelddaten vorliegen. Hieraus folgt auch, dass eine Übereinstimmung
bei übereinstimmenden, einander entgegengesetzten Abstandsvektoren der relativen Positionen
festgestellt wird. Werden also die relativen Positionen durch Abstandsvektoren beschrieben,
müssen diese, da sie sich ja auf verschiedene Kraftfahrzeuge beziehen, entgegengesetzt
gleich sein, so dass das Paar aus Sender und Empfänger identifiziert werden kann.
[0015] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung kann vorgesehen sein,
das zusätzlich zu den relativen Positionen auch relative Geschwindigkeiten in den
Vergleich einbezogen werden, wobei eine Übereinstimmung bezüglich der relativen Geschwindigkeiten
festgestellt wird, wenn die relative Geschwindigkeit eines Objekts relativ zu dem
den Sender umfassenden Kraftfahrzeug dem negativen der relativen Geschwindigkeit eines
Objekts relativ zu dem empfangenden Kraftfahrzeug entspricht. Auf diese Weise wird
eine weitere verfügbare Information genutzt, um den Abgleich weiter zu verbessern
und die Zuverlässigkeit zu erhöhen.
[0016] Dabei sei an dieser Stelle noch angemerkt, dass es dem Fachmann klar ist, dass selbstverständlich
bei allen Vergleichen insbesondere von der Messgenauigkeit abhängende Toleranzbereiche
in Betracht gezogen werden, wenn überprüft wird, ob beispielsweise Abstandsvektoren
und/oder relative Geschwindigkeiten oder andere zu vergleichende Parameter übereinstimmen.
[0017] Auf diese Weise ist es nun möglich, in der Kommunikationsinformation enthaltene weitere
Daten der eigenen Umfeldbeschreibung, beispielsweise einem Umfeldmodell, wie es eingangs
beschrieben wurde, hinzuzufügen. So kann vorgesehen sein, dass wenigstens eine das
den Sender umfassende Kraftfahrzeug betreffende, in der Kommunikationsinformation
enthaltene Fremdfahrzeuginformation aufgrund des Vergleichsergebnisses dem durch das
empfangende Kraftfahrzeug mittels des Umfeldsensors detektierten den Sender umfassenden
Kraftfahrzeug zugeordnet wird, insbesondere als Erweiterung der Daten eines Umfeldmodells.
Derartige Fremdfahrzeuginformationen können in besonders vorteilhafter Ausgestaltung
solche sein, die durch Umfeldsensoren des empfangenden Kraftfahrzeugs selbst nicht
vermessen werden können, beispielsweise die Masse des sendenden Kraftfahrzeugs, Steifigkeiten
des sendenden Kraftfahrzeugs und dergleichen. Ist das Objekt der Umfelddaten, beispielsweise
ein Objekt in einem Umfeldmodell, erst als das sendende (den Sender aufweisende) Kraftfahrzeug
identifiziert, können beispielsweise Fremdfahrzeuginformationen als Objekteigenschaften
hinzugefügt werden und dergleichen.
[0018] Sollte auch weiterhin eine GPS-Information in der Kommunikationsinformation enthalten
sein, so kann diese auch im Rahmen der vorliegenden Erfindung beispielsweise im Rahmen
einer Plausibilitätsprüfung genutzt werden, wobei vorgesehen sein kann, dass die in
der Kommunikationsinformation enthaltene GPS-Information des den Sender umfassenden
Kraftfahrzeugs zur Überprüfung der Zuordnung ausgewertet wird. Es kann mithin beispielsweise
überprüft werden, ob sich durch Auswertung einer aus der GPS-Information gewonnenen
relativen Position das selbe Objekt als sendendes Kraftfahrzeug ergibt oder das sendende
Kraftfahrzeug wenigstens in einer Menge möglicher sendender Objekte enthalten ist.
[0019] Neben dem Verfahren betrifft die Erfindung auch ein Kraftfahrzeug, umfassend eine
zum Empfang von von einem Sender gesendeter Kommunikationsinformation ausgebildete
Empfangsvorrichtung, wenigstens einen Umfeldsensor und eine zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens ausgebildete Steuereinrichtung. Dabei wird die Empfangsvorrichtung üblicherweise
eine als eine Sende-Empfangsvorrichtung (Transceiver) ausgebildete Empfangsvorrichtung
sein, die mithin nicht nur zum Empfang von Kommunikationsinformationen ausgebildet
ist, sondern auch als Sender wirken kann. Sämtliche Ausführungen bezüglich des erfindungsgemäßen
Verfahrens lassen sich analog auf das erfindungsgemäße Kraftfahrzeug übertragen, so
dass auch mit diesem die Vorteile der vorliegenden Erfindung erhalten werden können.
Es sei darauf hingewiesen, dass das erfindungsgemäße Kraftfahrzeug insbesondere dazu
ausgebildet sein kann, beim Senden im Rahmen der Kraftfahrzeug-zu-Kraftfahrzeug-Kommunikation
wenigstens einen Teil seiner aufgrund von Messungen der Umfeldsensoren gewonnenen
Umfelddaten zu übertragen, insbesondere in Form einer Liste detektierter Objekte mit
deren relativer Position und Geschwindigkeit.
[0020] Weitere Vorteile und Einzelheiten der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus den
im Folgenden beschriebenen Ausführungsbeispielen sowie anhand der Zeichnung. Dabei
zeigen:
- Fig. 1
- eine Prinzipskizze eines erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugs, und
- Fig. 2
- eine Verkehrssituation mit im Rahmen der Kraftfahrzeug-zu-Kraftfahrzeug-Kommunikation
kommunizierenden Kraftfahrzeu-gen.
[0021] Fig. 1 zeigt eine Prinzipskizze eines erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugs 1. Das Kraftfahrzeug
1 weist, wie grundsätzlich bekannt, mehrere Umfeldsensoren 2 auf, wobei hier beispielhaft
Radarsensoren und eine Kamera gezeigt sind. Die Umfeldsensoren 2 kommunizieren über
ein Bussystem 3, beispielsweise einen CAN-Bus, mit einer Steuereinrichtung 4, in welcher
die von ihnen gemessenen Daten ausgewertet werden, um ein Umfeldmodell zu erzeugen,
welches Umfelddaten über im Umfeld des Kraftfahrzeugs 1 detektierte Objekte aufweist,
insbesondere deren relative Position zum Kraftfahrzeug 1, über die einzelne Objekte
auch unterschieden werden, und diesen Objekten zugeordnete Eigenschaften, beispielsweise
ihre relative Geschwindigkeit, ein Objekttyp und dergleichen.
[0022] Das Kraftfahrzeug 1 weist ferner einen GPS-Sensor 5 auf, über welchen GPS-Koordinaten
des Kraftfahrzeugs 1 ermittelt werden können. Ferner ist eine Sende-Empfangs-Einrichtung
6 für die Kraftfahrzeug-zu-Kraftfahrzeug-Kommunikation vorgesehen, welche als Sender
Kommunikationsinformationen versenden kann und, falls das Kraftfahrzeug 1 ein empfangendes
Kraftfahrzeug ist, Kommunikationsinformationen anderer Verkehrsteilnehmer und gegebenenfalls
auch Infrastrukturobjekte, insbesondere jedoch weiterer Kraftfahrzeuge, empfangen
kann.
[0023] Die Steuereinrichtung 4 ist nun zum einen dazu ausgebildet, in der Kommunikationsinformation
auch wenigstens einen Teil der Umfelddaten zu versenden, insbesondere eine Liste detektierter
Objekte mit deren relativer Position und relativer Geschwindigkeit. Zum anderen ist
die Steuereinrichtung 4 dazu ausgebildet, beim Empfang von Kommunikationsinformationen
das erfindungsgemäße Verfahren auszuführen, das bedeutet, die in der Kommunikationsinformation
enthaltenen Umfelddaten des anderen Kraftfahrzeugs werden durch Vergleich mit entsprechenden
Umfelddaten des Kraftfahrzeugs 1 ausgewertet, um festzustellen, welchem detektierten
Objekt das den Sender umfassende Kraftfahrzeug entspricht. Es sei darauf hingewiesen,
dass zusätzlich auch die GPS-Information des GPS-Sensors 5 als Teil der Kommunikationsinformation
gesendet wird, mithin auch empfangen.
[0024] Zur konkreten Erläuterung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird des weiteren auf
die Verkehrssituation, die in Fig. 2 dargestellt ist, verwiesen.
[0025] Ersichtlich fahren dort mehrere erfindungsgemäße Kraftfahrzeuge 1 a bis 1 d auf einer
Straße 7 vorliegend in gleicher Richtung. Relative Positionen in den Umfelddaten jedes
der Kraftfahrzeuge 1a bis 1d werden in kraftfahrzeugfesten Koordinatensystemen mit
den Koordinaten x und y beschrieben, welche zur Klarstellung innerhalb der Kraftfahrzeuge
gezeigt sind.
[0026] Beispielhaft zeigt Fig. 2 nun auch mehrere Ellipsen 8, die die Ungenauigkeit der
GPS-Positionsbestimmung andeuten sollen. Wie ferner aufgrund des beispielhaft gezeigten
Erfassungsbereich 9 eines Umfeldsensors 2 des Kraftfahrzeugs 1 d erkennbar ist, kann
das Kraftfahrzeug 1 d das Kraftfahrzeug 1b, insbesondere über eine relative Position
und Geschwindigkeit, detektieren. Aufgrund der ungenauen GPS-Positionen aller Kraftfahrzeuge
1a bis 1d ist es im Kraftfahrzeug 1 d jedoch nicht möglich, festzustellen, welche
der empfangenen Kommunikationsinformationen vom Kraftfahrzeug 1b stammen.
[0027] Nun ist es jedoch so, dass, wie beispielhaft gezeigt, das Kraftfahrzeug 1b über einen
rückwärtigen Umfeldsensor 2 mit dem Erfassungsbereich 10 das Kraftfahrzeug 1d durchaus
detektieren kann. Gleichzeitig gilt, dass das Kraftfahrzeug 1b die Daten der umgebenden
Kraftfahrzeuge 1 a, 1 c und 1 d empfängt und wegen der ungenauen GPS-Positionen wiederum
auf diesen Wege nicht feststellen kann, welche Kommunikationsinformationen vom Kraftfahrzeug
1d stammen.
[0028] Um die Zuordnung der empfangenen Kommunikationsinformation zu einem anderen Kraftfahrzeug
1a bis 1d dennoch zu ermöglichen, mithin ein durch die Umfeldsensorik des empfangenden
Kraftfahrzeugs detektiertes Objekt als das den Sender aufweisende, mithin sendende
Kraftfahrzeug zu identifizieren, werden nun, wie bereits beschrieben wurde, durch
alle Kraftfahrzeuge 1a bis 1d zusätzlich zu üblicherweise übertragenen Daten der Kommunikationsinformation
auch Umfelddaten, die aus Messungen der Umfeldsensoren 2 stammen, als Teil der Kommunikationsinformation,
konkret Listen detektierter Objekte mit ihren relativen Positionen und relativen Geschwindigkeiten,
übertragen.
[0029] Es sei nun ein Beispiel für das Kraftfahrzeug 1b und ein (noch nicht näher identifiziertes)
detektiertes Objekt mit den relativen Abständen x
b in Fahrzeuglängsrichtung und y
b in Fahrzeugquerrichtung erläutert. Ebenfalls überträgt das Kraftfahrzeug 1d ein (noch
nicht näher identifiziertes) Objekt mit den relativen Abständen x
d in Fahrzeuglängsrichtung und y
d in Fahrzeugquerrichtung.
[0030] Soll nun im Kraftfahrzeug 1 b festgestellt werden, welche der per Funk übertragenen
Kommunikationsinformationen von dem sich hinter dem Kraftfahrzeug 1b befindlichen
Kraftfahrzeug 1 d stammen, so erfolgt ein Vergleich der per Funk empfangenen relativen
Positionen mit den von den Umfeldsensoren 2 des Kraftfahrzeugs 1 b gelieferten relativen
Positionen. Die in den Umfelddaten des Kraftfahrzeugs 1b gemessenen Relativabstände
seien als x
2 und y
2 bezeichnet. Für die Relativabstände gilt aufgrund der geometrischen Konstellation
x
2 = -x
d und x
2 = -y
d. Aufgrund dieser Tatsache kann das Kraftfahrzeug 1b die Kommunikationsinformation
bestimmen, welche zu dem hinter ihm befindlichen Kraftfahrzeug 1d gehört. Dies ist
jene Kommunikationsinformation, welche die Relativabstände -x
2 und -y
2 (also x
d und y
d) enthält. In diesem Fall ist dies mithin die Kommunikationsinformation des Kraftfahrzeugs
1d. Somit kann das Kraftfahrzeug 1d alle Kommunikationsinformationen, die vom Kraftfahrzeug
1d übertragen werden, eineindeutig dem Kraftfahrzeug 1d zuordnen. Hierdurch wird es
ermöglicht, beispielsweise Fremdfahrzeuginformationen, insbesondere die Masse, Steifigkeiten
oder andere Daten, welche nicht mit einem Umfeldsensor 2 erfasst werden können, in
seinen Umfelddaten, insbesondere dem Umfeldmodell, dem Kraftfahrzeug 1d zuzuordnen,
da diese Fremdfahrzeuginformationen gleichzeitig mit den relativen Positionen versendet
werden.
[0031] Analog misst das Kraftfahrzeug 1 d durch seine Umfeldsensorik 2 ein Objekt mit den
relativen Abständen x
4 und y
4, welches sich vor ihm befindet. Aufgrund der Konstellation x
4 = -x
b und y
4 = -y
b kann das Kraftfahrzeug 1d die Kommunikationsinformation des Kraftfahrzeugs 1b direkt
dem Kraftfahrzeug 1b zuordnen.
[0032] Auch wenn vorliegend zur einfacheren Darstellung jeweils ein detektiertes Objekt
der Umfeldsensoren 2 diskutiert wurde, ist das Verfahren selbstverständlich auch durchführbar,
wenn die Umfeldsensoren 2 mehrere Objekte detektieren und somit mehrere relative Abstände
verschickt werden, wobei lediglich der Vergleich für alle empfangenen Umfelddaten
und vermessenen Umfelddaten durchgeführt werden muss.
[0033] Es sei an dieser Stelle noch angemerkt, dass zur weiteren Verbesserung der Identifikation
auch ein Vergleich der Relativgeschwindigkeiten stattfinden kann. Ferner ist es denkbar,
als eine Art Plausibilitätsüberprüfung auch eine Identifikation über GPS-Informationen
anzustreben und mit dem Ergebnis des Vergleichs der Umfelddaten zu vergleichen. Ferner
kann die GPS-Information auch als eine Art "Rückfalllösung" genutzt werden, wenn beispielsweise
ein sendendes Kraftfahrzeug nicht über die Umfeldsensoren 2 detektiert wird.
1. Verfahren zur Zuordnung eines wenigstens eine Kommunikationsinformation übermittelnden
Senders in einer Kraftfahrzeug-zu-Kraftfahrzeug-Kommunikation zu einem durch Umfelddaten
wenigstens eines Umfeldsensors (2) beschriebenen Objekt in einem empfangenden Kraftfahrzeug
(1, 1 a, 1b, 1 c, 1d),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Zuordnung auf der Grundlage eines Vergleichs von in der Kommunikationsinformation
enthaltenen Umfelddaten wenigstens eines Umfeldsensors (2) des den Sender umfassenden
Kraftfahrzeugs (1, 1a, 1b, 1 c, 1 d) mit entsprechenden Umfelddaten des empfangenden
Kraftfahrzeugs (1, 1a, 1b, 1c, 1d) erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Liste aller im Umfeld des den Sender umfassenden Kraftfahrzeugs (1, 1a, 1b,
1c, 1d) detektierten Objekte für den Vergleich ausgewertet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch Vergleich einer in den Umfelddaten der Kommunikationsinformation enthaltenen
relativen Position zum den Sender umfassenden Kraftfahrzeug (1, 1a, 1b, 1c, 1 d) und
einer in den Umfelddaten des empfangenden Kraftfahrzeugs (1, 1 a, 1b, 1 c, 1 d) enthaltenen
relativen Position zum empfangenden Kraftfahrzeug (1, 1a, 1b, 1c, 1d) die gegenseitig
detektierten Kraftfahrzeuge (1, 1a, 1b, 1c, 1d) in den Umfelddaten des jeweils anderen
Kraftfahrzeugs (1, 1a, 1b, 1c, 1 d) identifiziert werden.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Übereinstimmung bei übereinstimmenden, einander entgegengesetzten Abstandsvektoren
der relativen Positionen festgestellt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass zusätzlich zu den Positionen auch relative Geschwindigkeiten in den Vergleich einbezogen
werden, wobei eine Übereinstimmung bezüglich der relativen Geschwindigkeiten festgestellt
wird, wenn die relative Geschwindigkeit eines Objekts relativ zu dem den Sender umfassenden
Kraftfahrzeug (1, 1a, 1b, 1c, 1d) dem negativen der relativen Geschwindigkeit eines
Objekts relativ zu dem empfangenen Kraftfahrzeug (1, 1a, 1b, 1c, 1d) entspricht.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens eine das den Sender umfassende Kraftfahrzeug (1, 1a, 1b, 1c, 1d) betreffende,
in der Kommunikationsinformation enthaltene Fremdfahrzeuginformation aufgrund des
Vergleichsergebnisses dem durch das empfangende Kraftfahrzeug (1, 1a, 1b, 1c, 1d)
mittels des Umfeldsensors (2) detektierten den Sender umfassenden Kraftfahrzeug (1,
1a, 1b, 1c, 1d) zugeordnet wird.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass im Rahmen einer Plausibilitätsprüfung eine in der Kommunikationsinformation enthaltene
GPS-Information des den Sender umfassenden Kraftfahrzeugs (1, 1a, 1b, 1c, 1d) zur
Überprüfung der Zuordnung ausgewertet wird.
8. Kraftfahrzeug (1, 1a, 1b, 1c, 1d), umfassend eine zum Empfang einer von einem Sender
gesendeten Kommunikationsinformation ausgebildete Empfangsvorrichtung (6), wenigstens
einen Umfeldsensor (2) und eine zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der vorangehenden
Ansprüche ausgebildete Steuereinrichtung (4).