Stand der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, sowie
eine Brennkraftmaschine, die zur Durchführung des Verfahrens ausgelegt ist und ein
Computerprogramm umfassend Befehle, die, wenn sie in der Steuer- und/oder Regeleinrichtung
der Vorrichtung ablaufen, bewirken, dass die Vorrichtung die Verfahrensschritte ausführt.
[0002] Mengensteuerventile, beispielsweise in einer Kraftstofffördereinrichtung einer Brennkraftmaschine,
sind vom Markt her bekannt. Mengensteuerventile werden im Allgemeinen elektromagnetisch
betrieben und sind häufig ein integraler Bestandteil einer Hochdruckpumpe der Kraftstofffördereinrichtung.
Das Mengensteuerventil steuert die zu einem Hochdruckspeicher ("Rail") gepumpte Kraftstoffmenge,
von wo aus Kraftstoff zu den Einspritzventilen der Brennkraftmaschine geleitet wird.
Ein mit einem Ventilkörper des Mengensteuerventils gekoppelter Anker kann durch Magnetkraft
bewegt werden. Der Ventilkörper - meist eines Einlassventils der Hochdruckpumpe -
kann gegen einen Ventilsitz anschlagen, beziehungsweise von dem Ventilsitz abgehoben
werden. Dadurch kann eine Kraftstoffmenge der Brennkraftmaschine geregelt werden.
[0003] Eine Patentveröffentlichung aus diesem Fachgebiet ist beispielsweise die
EP 1 042 607 B1.
[0004] Aus dem Dokument
EP 1 234 971 A2 ist ein Mengensteuerventil bekannt, welches als Proportionalventil ausgebildet ist.
Ein Ventilverschluss ist über eine ganze Breite von Verschlussstellungen beweglich,
die von einem Stromsignal abhängig ist.
[0005] Aus dem Dokument
WO 00/06894 A1 ist ein Mengensteuerventil bekannt, bei dem eine Bestromung einer Spule in Abhängigkeit
von der Pumpendrehzahl bestimmt wird.
[0006] Aus dem Dokument
JPH 2000-136747A ist ein entsprechendes Ventil bekannt, bei dem der Strom in Abhängigkeit von der
Drehzahl bestimmt wird.
[0007] Aus dem Dokument
DE 10 2004 016 554 A1 ist ein Mengensteuerventil bekannt, bei dem eine zum Schalten zugeführte Energie
während einer Anzugsphase bei hohen oder niedrigen Drehzahlen gleich bleibt. Zudem
ist während der Anzugsphase ein Strom konstant. Hiervon geht die Erfindung aus.
Offenbarung der Erfindung
[0008] Das der Erfindung zugrunde liegende Problem wird durch ein Verfahren nach Anspruch
1 sowie durch eine Vorrichtung mit Mitteln und einer Steuer- und/oder Regeleinrichtung
einer Brennkraftmaschine, die zur Durchführung des Verfahrens ausgelegt sind, und
ein Computerprogramm umfassend Befehle, die, wenn sie in der Steuer- und/oder Regeleinrichtung
der Vorrichtung ablaufen, bewirken, dass die Vorrichtung die Verfahrensschritte ausführt,
gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in Unteransprüchen angegeben. Für die Erfindung
wichtige Merkmale finden sich ferner in der nachfolgenden Beschreibung und in den
Zeichnungen, wobei die Merkmale sowohl in Alleinstellung als auch in unterschiedlichen
Kombinationen für die Erfindung wichtig sein können, ohne dass hierauf nochmals explizit
hingewiesen wird.
[0009] Das erfindungsgemäße Verfahren hat den Vorteil, dass ein Mengensteuerventil (Zumesseinrichtung)
einer Kraftstofffördereinrichtung - insbesondere während eine Brennkraftmaschine bei
mittleren oder niedrigen Drehzahlen betrieben wird - mit vergleichsweise geringer
elektrischer Energie angesteuert werden kann. Das Betriebsgeräusch des Mengensteuerventils
kann gesenkt und die Dauerfestigkeit erhöht werden.
[0010] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Kraftstofffördereinrichtung
einer Brennkraftmaschine, bei dem zur Einstellung einer Fördermenge eine elektromagnetische
Betätigungseinrichtung eines in einem Zulauf zu einem Förderraum der Kraftstofffördereinrichtung
angeordneten Mengensteuerventils geschaltet wird. Dazu wird der elektromagnetischen
Betätigungseinrichtung bei jedem Schaltvorgang, bei welchem ein Anker in Richtung
auf einen Hubanschlag bewegt werden soll, mittels der Ansteuerung Energie zugeführt.
Beispielsweise erfolgt das Schalten des Mengensteuerventils zweimal, dreimal oder
sogar viermal während einer Umdrehung einer Nockenwelle der Brennkraftmaschine. Zum
sicheren Schalten des Mengensteuerventils und zum Erreichen kurzer Schaltzeiten auch
bei der größtmöglichen Drehzahl der Nockenwelle bzw. der Brennkraftmaschine sind vergleichsweise
hohe Energien erforderlich.
[0011] Die Erfindung geht von der Überlegung aus, dass bei Drehzahlen unterhalb der Höchstdrehzahl
die Anforderung an eine kurze Schaltzeit entsprechend weniger kritisch ist. Somit
wird erfindungsgemäß die Stärke der der elektromagnetischen Betätigungseinrichtung
zum Schalten zugeführten Energie, insbesondere eines der elektromagnetischen Betätigungseinrichtung
zugeführten Stroms und/oder eine Höhe einer an die elektromagnetische Betätigungseinrichtung
angelegten Spannung, wenigstens zeitweise von einer Drehzahl der Nockenwelle bzw.
der Brennkraftmaschine abhängig gemacht, und zwar dahingehend, dass sie bei niedrigen
Drehzahlen geringer ist als bei großen.
[0012] Eine Ausgestaltung des Verfahrens sieht vor, dass die Energie nur während einer Anzugsphase,
während der der Anker der elektromagnetischen Betätigungseinrichtung von einer ersten
in eine zweite Position bewegt wird, von der Drehzahl der Brennkraftmaschine abhängt.
Die Anzugsphase benötigt besonders viel Energie um eine jeweils erforderliche kurze
Schaltzeit zu erreichen. Somit ist die erfindungsgemäße Abhängigkeit der Ansteuerung
von der Drehzahl der Brennkraftmaschine während der Anzugsphase besonders effizient.
Die Ansteuerung der elektromagnetischen Betätigungseinrichtung während einer auf die
Anzugsphase folgenden Haltephase kann im Wesentlichen unabhängig von der Drehzahl
erfolgen.
[0013] Weiterhin ist vorgesehen, dass die Energie mit steigender Drehzahl erhöht wird, wobei
der Zusammenhang monoton ist. Dadurch wird berücksichtigt, dass die Bewegung des Ankers
entsprechend der Drehzahl im Allgemeinen schneller erfolgen muss. Vorzugsweise erfolgt
dies unter Verwendung einer stetigen und monotonen Kennlinie.
[0014] Insbesondere ist vorgesehen, dass die Energie derart gesteuert wird, dass das Mengensteuerventil
innerhalb eines für eine jeweilige Drehzahl vorgesehenen Zeitintervalls sicher geschaltet
werden kann. Das Zeitintervall ist für niedrigere Drehzahlen im Allgemeinen größer
als für höhere Drehzahlen, und ist jeweils so bemessen, dass das Mengensteuerventil
korrekt arbeiten kann. Der dadurch mögliche zeitliche Spielraum wird erfindungsgemäß
genutzt, um eine Anzugsdauer des Ankers bei niedrigen Drehzahlen im Rahmen des jeweiligen
Zeitintervalls zu verlängern. Dazu ist eine jeweils geringere Energie erforderlich.
[0015] Eine Ausgestaltung des Verfahrens sieht vor, dass der Strom und/oder die Spannung
zur Ansteuerung der elektromagnetischen Betätigungseinrichtung getaktet werden. Beispielsweise
wird die elektromagnetische Betätigungseinrichtung mittels eines elektronischen Schalters
mehrmals während der Anzugsphase und/oder der Haltephase des Ankers an eine Betriebsspannung
angeschaltet und wieder davon abgeschaltet. Ein dabei eingestelltes Tastverhältnis
bestimmt somit den mittleren Strom während der Ansteuerung. Das Tastverhältnis wird
so eingestellt, dass der mittlere Strom in erfindungsgemäßer Weise von der Drehzahl
der Brennkraftmaschine abhängt. Vorzugsweise erfolgt ein Betätigen des elektronischen
Schalters in Abhängigkeit von je einer unteren und oberen Stromschwelle. Wenn der
durch eine Spule der elektromagnetischen Betätigungseinrichtung fließende Strom die
untere Stromschwelle unterschreitet, dann wird der elektronische Schalter geschlossen
und somit die Spule an die Betriebsspannung geschaltet. Dadurch erhöht sich der über
die Spule fließende Strom - und eine dadurch bewirkte magnetische Kraft - kontinuierlich.
Wenn der durch die Spule fließende Strom die obere Stromschwelle überschreitet, dann
wird der elektronische Schalter geöffnet und somit die Spule von der Betriebsspannung
abgeschaltet. Dadurch vermindert sich der über die Spule fließende Strom - und entsprechend
die magnetische Kraft - kontinuierlich. Im Allgemeinen sind die für die Anzugsphase
und die Haltephase verwendeten Stromschwellen jeweils unterschiedlich.
[0016] Alternativ zur Verwendung von Stromschwellen ist es auch möglich, die elektromagnetische
Betätigungseinrichtung mittels einer "vorgesteuerten" pulsweitenmodulierten Spannung
anzusteuern, wobei die bestimmenden Parameter für jeweils mindestens eine Ansteuerung
im voraus eingestellt werden. Erfindungsgemäß werden diese Parameter so eingestellt,
dass die Stärke der der elektromagnetischen Betätigungseinrichtung zum Schalten zugeführten
Energie wenigstens zeitweise von der Drehzahl der Brennkraftmaschine abhängt.
[0017] Das Verfahren ist besonders einfach durchführbar, wenn es mittels eines Computerprogramms
auf einer Steuer- und/oder Regeleinrichtung ("Steuergerät") der Brennkraftmaschine
durchgeführt wird. In einer bevorzugten Ausgestaltung erfolgt die Einrichtung des
Steuergeräts durch Laden des Computerprogramms mit den Merkmalen des unabhängigen
Computerprogramm-Anspruchs von einem Speichermedium. Unter dem Speichermedium wird
insofern jede Vorrichtung verstanden, die das Computerprogramm in gespeicherter Form
enthält.
[0018] Nachfolgend werden beispielhafte Ausführungsformen der Erfindung unter Bezugnahme
auf die Zeichnung erläutert. In der Zeichnung zeigen:
- Figur 1
- ein vereinfachtes Schema einer Kraftstofffördereinrichtung einer Brennkraftmaschine;
- Figur 2
- eine Schnittdarstellung einer Hochdruckpumpe der Kraftstofffördereinrichtung zusammen
mit einem Mengensteuerventil und einer elektromagnetischen Betätigungseinrichtung;
- Figur 3
- ein Zeitdiagramm einer Ansteuerung der elektromagnetischen Betätigungseinrichtung;
- Figur 4
- ein Diagramm eines Anzugsstroms und einer Anzugszeit über einer Drehzahl der Brennkraftmaschine;
und
- Figur 5
- ein vereinfachtes Blockdiagramm zur ergänzenden Darstellung des Verfahrens.
[0019] Es werden für funktionsäquivalente Elemente und Größen in allen Figuren auch bei
unterschiedlichen Ausführungsformen die gleichen Bezugszeichen verwendet.
[0020] Figur 1 zeigt eine Kraftstofffördereinrichtung 1 einer Brennkraftmaschine in einer
stark vereinfachten Darstellung. Aus einem Kraftstofftank 3 wird Kraftstoff über eine
Saugleitung 4, mittels einer Vorförderpumpe 5, über eine Niederdruckleitung 7, und
über ein von einer elektromagnetischen Betätigungseinrichtung 9 ("Elektromagnet")
betätigbares Mengensteuerventil 10 einer (hier nicht weiter erläuterten) Hochdruckpumpe
11 zugeführt. Stromabwärts ist die Hochdruckpumpe 11 über eine Hochdruckleitung 12
an einen Hochdruckspeicher 13 ("Common Rail") angeschlossen. Sonstige Elemente, wie
beispielsweise Ventile der Hochdruckpumpe 11, sind in der Figur 1 nicht gezeichnet.
Die elektromagnetische Betätigungseinrichtung 9 wird durch eine Steuer- und/oder Regeleinrichtung
16 angesteuert, auf welcher ein Computerprogramm 18 ablauffähig ist.
[0021] Es versteht sich, dass das Mengensteuerventil 10 auch als Baueinheit mit der Hochdruckpumpe
11 ausgebildet sein kann. Beispielsweise kann das Mengensteuerventil 10 ein zwangsweise
öffenbares Einlassventil der Hochdruckpumpe 11 sein. Alternativ kann das Mengensteuerventil
10 auch eine andere Betätigungseinrichtung als den Elektromagneten 9 aufweisen, beispielsweise
einen Piezoaktor.
[0022] Beim Betrieb der Kraftstofffördereinrichtung 1 fördert die Vorförderpumpe 5 Kraftstoff
vom Kraftstofftank 3 in die Niederdruckleitung 7. Dabei steuert das Mengensteuerventil
10 die einem Arbeitsraum der Hochdruckpumpe 11 zugeführte Kraftstoffmenge, indem ein
Anker des Elektromagneten 9 von einer ersten in eine zweite Position - und umgekehrt
- bewegt wird. Das Mengensteuerventil 10 kann somit geschlossen und geöffnet werden.
[0023] Figur 2 zeigt eine ausschnittsweise Schnittdarstellung (Längsschnitt) der Hochdruckpumpe
11 der Kraftstofffördereinrichtung 1 zusammen mit dem Mengensteuerventil 10 und der
elektromagnetischen Betätigungseinrichtung 9. Die dargestellte Anordnung umfasst ein
Gehäuse 20, in welchem im in der Zeichnung oberen Bereich die elektromagnetische Betätigungseinrichtung
9, im mittleren Bereich das Mengensteuerventil 10, und im unteren Bereich ein Förderraum
22 zusammen mit einem Kolben 24 der Hochdruckpumpe 11 angeordnet sind.
[0024] Die elektromagnetische Betätigungseinrichtung 9 ist in einem Ventilgehäuse 26 angeordnet,
und umfasst eine Spule 28, einen Anker 30, einen Polkern 32, eine Ankerfeder 34, einen
Ruhesitz 36 und einen Hubanschlag 38. Der Ruhesitz 36 stellt die erste Position des
Ankers 30 dar, und der Hubanschlag 38 stellt die zweite Position des Ankers 30 dar.
Der Anker 30 beaufschlagt mittels eines Koppelelements 40 einen Ventilkörper 42. In
der Zeichnung oberhalb des Ventilkörpers 42 ist ein zugehöriger Dichtsitz 44 angeordnet.
Der Dichtsitz 44 ist Teil eines topfförmigen Gehäuseelements 46, welches unter anderem
den Ventilkörper 42 und eine Ventilfeder 48 umschließt. Dichtsitz 44 und Ventilkörper
42 bilden das Einlassventil der Hochdruckpumpe 11.
[0025] Dargestellt ist in der Figur 2 der unbestromte Zustand der elektromagnetischen Betätigungseinrichtung
9. Dabei wird der Anker 30 mittels der Ankerfeder 34 in der Zeichnung nach unten gegen
den Ruhesitz 36 gedrückt. Über das Koppelelement 40 wird dadurch der Ventilkörper
42 entgegen der Kraft der Ventilfeder 48 beaufschlagt, wodurch das Einlassventil bzw.
das Mengensteuerventil 10 öffnet. Dadurch wird eine fluidische Verbindung zwischen
der Niederdruckleitung 7 und dem Förderraum 22 hergestellt.
[0026] Im bestromten Zustand der elektromagnetischen Betätigungseinrichtung 9 wird der Anker
30 von dem Polkern 32 magnetisch angezogen, wodurch das mit dem Anker 30 verbundene
Koppelelement 40 in der Zeichnung nach oben bewegt wird. Dadurch kann - bei entsprechenden
fluidischen Druckverhältnissen - der Ventilkörper 42 durch die Kraft der Ventilfeder
48 gegen den Dichtsitz 44 gedrückt werden, und das Einlassventil bzw. das Mengensteuerventil
10 somit schließen. Dies kann beispielsweise erfolgen, wenn der Kolben 24 in dem Förderraum
22 eine Arbeitsbewegung (in der Zeichnung nach oben) durchführt, wobei Kraftstoff
über ein dabei geöffnetes Rückschlagventil 60 in die Hochdruckleitung 12 gefördert
werden kann.
[0027] Das Öffnen bzw. das Schließen des Mengensteuerventils 10 erfolgt in Abhängigkeit
mehrerer Größen: Erstens abhängig von den durch die Ankerfeder 34 und die Ventilfeder
48 ausgeübten Kräften. Zweitens abhängig von dem in der Niederdruckleitung 7 und dem
Förderraum 22 herrschenden Kraftstoffdruck. Drittens abhängig von der Kraft des Ankers
30, welche im Wesentlichen von einem aktuell durch die Spule 28 fließenden Strom I
bestimmt wird. Insbesondere kann der Strom I - wiederum abhängig auch von den jeweiligen
Kraftstoffdrücken - den Zeitpunkt des Öffnens bzw. Schließens des Ventilkörpers 42
beeinflussen und somit die Menge des zu fördernden Kraftstoffs wesentlich steuern.
[0028] Figur 3 zeigt ein Zeitdiagramm einer Ansteuerung des Mengensteuerventils 10. In dem
in der Zeichnung dargestellten Koordinatensystem sind Ströme I1 (durchgezogen) und
I2 (gestrichelt), welche über die Spule 28 der elektromagnetischen Betätigungseinrichtung
9 fließen, über einer Zeit t aufgetragen. Ein Doppelpfeil 62 kennzeichnet die Bestromung
für eine Anzugsphase und ein Doppelpfeil 64 kennzeichnet die Bestromung für eine Haltephase
des Ankers 30 der elektromagnetischen Betätigungseinrichtung 9. Während der Anzugsphase
wird der Anker 30 durch magnetische Kraft von dem Ruhesitz 36 bis zu dem Hubanschlag
38 bewegt. Während der Haltephase wird der Anker 30 durch eine - im Allgemeinen geringere
- magnetische Kraft an dem Hubanschlag 38 in seiner Position gehalten. Nachfolgend
wird zunächst der Verlauf des Stroms I1 beschrieben, welcher bei einer vergleichsweise
hohen Drehzahl 72 (vergleiche Figur 4) der Brennkraftmaschine zur Ansteuerung der
elektromagnetischen Betätigungseinrichtung 9 verwendet wird.
[0029] Zu einem Zeitpunkt t0 beginnt die Anzugsphase, wobei der Strom I1 vergleichsweise
schnell ansteigt und ab einem Zeitpunkt t1a um einen Mittelwert 66a getaktet wird.
Zu einem Zeitpunkt t2 beginnt die Bestromung für die Haltephase, wobei der Strom I2
um einen Mittelwert 68 getaktet wird. Der Mittelwert 68 ist kleiner als der Mittelwert
66a. Zu einem Zeitpunkt t3 wird die Ansteuerung beendet, wodurch der Strom I1 rasch
auf Null vermindert wird.
[0030] Bei einer niedrigeren Drehzahl 72 der Brennkraftmaschine wird die elektromagnetische
Betätigungseinrichtung 9 mit dem Strom I2 angesteuert, das heißt, Schaltschwellen
(nicht dargestellt), welche während der Anzugsphase das Einschalten und das Abschalten
des Stroms I2 steuern, sind in Bezug auf Schaltschwellen des Stroms I1 niedriger eingestellt.
Dadurch ergibt sich für den Verlauf des Stroms I2 während der Anzugsphase ein entsprechend
kleinerer Mittelwert 66b. Somit ist die benötigte Energie während der Anzugsphase
ebenfalls kleiner und ein Betriebsgeräusch beim Anschlagen des Ankers 30 an dem Hubanschlag
38 wird vermindert. Dabei wird zugleich eine Anzugsdauer des Ankers 30 zwar verlängert,
wobei die Zeitdifferenz zwischen t2 und t0 vergrößert und somit die Anzugsphase 62
verlängert wird, jedoch ohne die korrekte Funktion des Mengensteuerventils 10 zu beeinträchtigen.
[0031] Die die Verläufe der Ströme I1 und I2 bestimmenden Schaltschwellen (nicht dargestellt),
beziehungsweise die sich daraus ergebenden Mittelwerte 66a und 66b sind jeweils so
gewählt, dass ein sicheres Anschlagen des Ankers 30 an dem Hubanschlag 38 und somit
ein sicheres Schalten des Mengensteuerventils 10 in allen Betriebsfällen ermöglicht
wird. Bedingt durch den während der Anzugsphase im Mittel kleineren Strom I2 wird
der Anker 30 im Vergleich zum Strom I1 mit einer geringeren Kraft beschleunigt und
schlägt entsprechend verzögert an. Dies wird nachfolgend mit der Figur 4 näher erläutert
werden.
[0032] Figur 4 zeigt ein Koordinatensystem, in welchem Mittelwerte 66 eines während der
Anzugsphase über die Spule 28 fließenden Stroms I sowie zugehörige Anzugsdauern 70
linear über einer Drehzahl 72 der Brennkraftmaschine aufgetragen sind. Die Anzugsdauer
70 charakterisiert den Zeitraum vom Beginn der Bestromung der Spule 28 zum Zeitpunkt
t0 bis zum erstmaligen Anschlagen des Ankers 30 an dem Hubanschlag 38. Die Mittelwerte
66 sind vorliegend durch Stützstellen 74 bestimmt, welche beispielsweise in einem
Kennfeld der Steuer- und/oder Regeleinrichtung 16 der Brennkraftmaschine abgespeichert
sein können. Die Mittelwerte 66 des Stroms I charakterisieren - insbesondere wenn
die Spule 28 während der Anzugsphase an eine konstante Quellspannung geschaltet wird
- außerdem eine Energie, welche während der Anzugsphase der elektromagnetischen Betätigungseinrichtung
9 zugeführt wird.
[0033] Man erkennt, dass die Mittelwerte 66 des Stroms I mit größer werdender Drehzahl 72
monoton zunehmen. Weil der Kolben 24 der Hochdruckpumpe 11 ebenfalls in Abhängigkeit
von der Drehzahl 72 bewegt wird, wird der mögliche Zeitraum zur Bewegung des Ventilkörpers
42 bzw. des Ankers 30 entsprechend kleiner, also kritischer. Diesem Umstand wird durch
die sich mit stärkerer Bestromung vermindernden Anzugsdauern 70 in passender Weise
begegnet. Dies erfolgt wie oben bereits beschrieben derart, dass ein sicheres Schalten
des Mengensteuerventils 10 bei jeder Drehzahl 72 ermöglicht wird.
[0034] Figur 5 zeigt ein vereinfachtes Ablaufschema zur Ansteuerung der elektromagnetischen
Betätigungseinrichtung 9. Das dargestellte Verfahren wird vorzugsweise mittels des
Computerprogramms 18 in der Steuer- und/oder Regeleinrichtung 16 der Brennkraftmaschine
durchgeführt. In einem ersten Block 76 beginnt die dargestellte Prozedur, wobei die
aktuelle Drehzahl 72 der Brennkraftmaschine ermittelt wird. In einem zweiten Block
78 werden anhand der ermittelten Drehzahl 72 zwei Stützstellen 74 aus einem Kennfeld
gelesen. Danach wird zwischen diesen beiden Stützstellen 74 interpoliert, um einen
jeweiligen Mittelwert 66 genau passend zur Drehzahl 72 zu bestimmen. Aus dem Mittelwert
66 werden geeignete Schaltschwellen (ohne Bezugszeichen) für das Einschalten und das
Ausschalten des Stroms I ermittelt.
[0035] In einem dritten Block 80 werden die ermittelten Schaltschwellen dazu verwendet,
die elektromagnetische Betätigungseinrichtung 9 bzw. die Spule 28 während der Anzugsphase
des Ankers 30 anzusteuern. Das Verfahren der Figur 5 kann zyklisch wiederholt werden.
1. Verfahren zum Betreiben einer Kraftstofffördereinrichtung (1) einer Brennkraftmaschine,
bei dem zur Einstellung einer Fördermenge eine elektromagnetische Betätigungseinrichtung
(9) eines Mengensteuerventils (10) geschaltet wird, wobei bei einem Schaltvorgang
durch magnetische Kraft ein Anker (30) von einem Ruhesitz (36) in Richtung zu einem
Hubanschlag (38) bewegt wird, und eine Stärke einer der elektromagnetischen Betätigungseinrichtung
(9) zum Schalten zugeführten Energie wenigstens zeitweise von einer Drehzahl (72)
der Brennkraftmaschine abhängt, dadurch gekennzeichnet, dass die Energie nur während einer Anzugsphase, während der der Anker (30) der elektromagnetischen
Betätigungseinrichtung (9) von dem Ruhesitz (36) zum dem Hubanschlag (38) bewegt wird,
von der Drehzahl der Brennkraftmaschine abhängt und während der Anzugsphase ein Strom
(I1) um einem Anzugsmittelwert (66a) getaktet wird und während der Haltephase ein
Strom (I2) um einen Haltemittelwert (68) getaktet wird, wobei der Haltemittelwert
(68) kleiner als der Anzugsmittelwert (66a) ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Energie mit steigender Drehzahl (72) erhöht wird, wobei der Zusammenhang monoton
ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzugsmittelwerte (66) des Stroms (I) mit größer werdender Drehzahl (72) monoton
zunehmen.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass mit verminderter Anzugsdauer (70) der Strom (I) erhöht wird.
5. Verfahren nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Energie derart gesteuert wird, dass das Mengensteuerventil (10) innerhalb eines
für eine jeweilige Drehzahl (72) vorgesehenen Zeitintervalls geschaltet werden kann.
6. Verfahren nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Strom (I) und/oder die Spannung getaktet werden.
7. Brennkraftmaschine mit einer Kraftstofffördereinrichtung mit einem Mengensteuerventil
mit elektromagnetischer Betätigungseinrichtung, einer Steuer-/Regeleinrichtung und
mit Mitteln zur Durchführung aller Schritte eines Verfahrens nach einem der Ansprüche
1 bis 6.
8. Computerprogramm (18), umfassend Befehle, die, wenn sie in der Steuer- und/oder Regeleinrichtung
(16) der Vorrichtung nach Anspruch 7 ablaufen, bewirken, dass die Vorrichtung die
Verfahrensschritte nach den Ansprüchen 1 bis 6 ausführt.
1. Method for operating a fuel delivery device (1) of an internal combustion engine,
in which in order to set a delivery quantity an electromagnetic activation device
(9) of a quantity control valve (10) is switched, wherein during a switching process
an armature (30) is moved from a rest seat (36) in the direction of a stroke stop
(38), and the strength of energy which is fed to the electromagnetic activation device
(9) for switching depends at least temporarily on a rotation speed (72) of the internal
combustion engine, characterized in that the energy depends on the rotational speed of the internal combustion engine only
during an attraction phase during which the armature (30) of the electromagnetic activation
device (9) is moved from the rest seat (36) to the stroke stop (38), and during the
attraction phase a current (I1) is clocked by an attraction mean value (66a), and
during the holding phase a current (12) is clocked about a holding mean value (68),
wherein the holding mean value (68) is lower than the attraction mean value (66a).
2. Method according to Claim 1, characterized in that the energy is increased as the rotational speed (72) rises, wherein the relationship
is monotonous.
3. Method according to Claim 1 or 2, characterized in that the attraction mean values (66) of the current (I) increase monotonously as the rotational
speed (72) becomes higher.
4. Method according to Claim 3, characterized in that the current (I) is increased as the attraction period (70) is reduced.
5. Method according to at least one of the preceding claims, characterized in that the energy is controlled in such a way that the quantity control valve (10) can be
switched within a time interval which is provided for a respective rotational speed
(72) .
6. Method according to at least one of the preceding claims, characterized in that the current (I) and/or the voltage are clocked.
7. Internal combustion engine having a fuel delivery device with a quantity control valve
with electromagnetic activation device, an open-loop/closed-loop control apparatus
and means for carrying out all the steps of a method according to one of Claims 1
to 6.
8. Computer program (18) comprising instructions that, when they run in the open-loop
and/or closed-loop control apparatus (16) of the device according to Claim 7 cause
the device to carry out the method steps according to Claims 1 to 6.
1. Procédé pour faire fonctionner un dispositif d'alimentation en carburant (1) d'un
moteur à combustion interne, dans lequel un dispositif d'actionnement électromagnétique
(9) d'une soupape de commande de débit (10) est commuté afin de régler un débit, dans
lequel, lors d'un processus de commutation, un induit (30) est déplacé par une force
magnétique à partir d'une position de repos (36) dans la direction d'une butée de
course (38), et une intensité d'une énergie fournie au dispositif d'actionnement électromagnétique
(9) pour la commutation dépend, au moins temporairement, d'une vitesse de rotation
(72) du moteur à combustion interne, caractérisé en ce que l'énergie ne dépend de la vitesse du moteur à combustion interne que pendant une
phase d'appel pendant laquelle l'induit (30) du dispositif d'actionnement électromagnétique
(9) est déplacé du siège de repos (36) vers la butée de course (38), et pendant la
phase d'appel, un courant (I1) est cadencé autour d'une valeur d'appel moyenne (66a)
et pendant la phase de maintien, un courant (I2) est cadencé autour d'une valeur de
maintien moyenne (68), dans lequel la valeur de maintien moyenne (68) est inférieure
à la valeur d'appel moyenne (66a).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'énergie augmente lorsque la vitesse de rotation (72) augmente, la relation étant
monotone.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que les valeurs d'appel moyennes (66) du courant (I) augmentent de manière monotone lorsque
la vitesse de rotation (72) augmente.
4. Procédé selon la revendication 3, caractérisé en ce que le courant (I) augmente lorsque la durée d'appel (70) diminue.
5. Procédé selon au moins l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'énergie est commandée de telle manière que la soupape de régulation de débit (10)
peut être commutée au cours d'un intervalle de temps prévu pour une vitesse de rotation
(72) respective.
6. Procédé selon au moins l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le courant (I) et/ou la tension sont cadencés.
7. Moteur à combustion interne comportant un dispositif d'alimentation en carburant doté
d'une soupape de commande de débit, comprenant un dispositif d'actionnement électromagnétique,
un dispositif de commande/régulation et des moyens destinés à exécuter toutes les
étapes d'un procédé selon l'une des revendications 1 à 6.
8. Programme informatique (18) comprenant des instructions qui, lorsqu'elles sont exécutées
dans le dispositif de commande et/ou de régulation (16) du dispositif selon la revendication
7, font en sorte que le dispositif exécute les étapes du procédé selon les revendications
1 à 6.